Full text: Zur Wertschätzung der Jejunos tomie nebst Bemerkungen über die Gastroenterostomie

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Fällen, in denen nicht der maligne Tumor als solcher, sondern die 
begleitende entzündliche Schwellung die Hauptursache für die Pylorus 
stenose abgibt. Hierdurch wird zwar, wie May dl bemerkt, bei echten 
Pylorustumoren die Passage durch den Pylorus nicht ganz frei, jeden 
falls aber erleichtert. Sie kann aber auch ganz frei werden, wenn 
der Tumor „präpylorisch“ gelegen war und nur durch kollaterales 
ödem den Pylorus verlegte. Dies gibt sich bei der Jejunostomie da 
durch kund, daß der Kranke an anfangs schüchternen Versuchen 
merkt, daß er nach per os genossener Nahrung keine Schmerzen 
empfindet wie früher, als der Mageninhalt den Pylorus passierte. Der 
Kranke gestattet sich immer mehr Freiheit in der Wahl des Nahrungs 
weges, bis sich wieder die alten Beschwerden melden und er zum 
Dünndarmmund greifen muß. May dl warnt daher, auf Grund der 
vorläufigen Verminderung eines Pylorustumors, den man für Karzinom 
angesprochen hatte, vielleicht eine falsche Diagnosestellung anzu 
nehmen bezw. gar die Jejunumfistel in solchen Fällen vorzeitig zu 
verschließen. 
Die vorstehenden Betrachtungen machen es wahrscheinlich, daß 
die Passage des infolge Karzinoms verengten Pylorus um so leichter 
wieder frei werden wird, je geringer das stenosierende Hindernis ist, 
also bei jenen Karzinomen, die heutzutage, soweit sie nicht radikal 
exstirpierbar sind, mit Gastroenterostomie behandelt werden. Da nun 
die Gastroenterostomie ebenfalls eine Entlastung des erkrankten Organs 
und eine Ausschaltung und Buhigstellung des Pylorus zum Ziele hat, 
so liegt auch hier die Möglichkeit nicht außer allem Bereich, daß der 
Pylorus allmählich, wenn auch nur vorübergehend, wieder etwas freier 
und durchgängiger wird, wie das beispielsweise beim Rektumkarzinom 
nach Anlegung eines Anus praeternaturalis nicht gar zu selten zu be 
obachten ist. Mag diese vorübergehende Durchgängigkeit des Pylorus 
angesichts des doch tödlichen Verlaufes eines Magenkarzinoms auch 
ohne besondere praktische Bedeutung sein, so erscheint mir doch diese 
Frage für die Beurteilung und Behandlung der Pylorusstenose bei 
gutartigen Magenerkrankungen von wesentlich höherem Interesse. 
Die chirurgische Erfahrung der jüngsten Zeit hat gelehrt, daß die 
Gastroenterostomie bei gutartiger Stenose des Pylorus, besonders nach 
Ulcus und bei Pylorospasmus sehr wechselnde funktionelle Resultate 
ergibt. Vielfache klinische Beobachtungen gehen dahin, daß in den 
ersten Tagen nach der Gastroenterostomie das vorher bestehende Er 
brechen noch weiterhin anhält, bis sich nach einigen Tagen ein nor 
maler Zustand herausbildet. Nicht ganz selten kommt es bei Gastro- 
enterostomierten im späteren Verlaufe nach Diätfehlern zu vorüber
	        
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