Object: Newspaper volume (1913, Bd. 3)

erne Berjamnàg atz, in ter unter grobem Ski- 
fell eine ^ Entschließung angenommen wurde, die 
den Ausständischen die Sympathien der Post 
beamten ausdrückt. Ln Nottingham ist gestern 
in den Betrieben der Eidland-Eisenbahn von 
über IOO Angesteilten btc Arbeit niedergelegt wor 
den. 
London, 21. Sept. Aus Dublin wird ge 
drahtet, daß dort ^ die Arbeiter und Arbeitgeber 
weiter hadern. Wir der Observer meldet, wollen 
jetzt weitere Fabrikbesitzer ihre Arbeiter aus 
sperren. Die Holzhandlungen, die Eisenwerke, die 
Zementwerke, sowie die Fabriken feuerfester 
steine haben überdies beschlossen, keine Arbei 
ter mehr einzustellen oder zu beschäftigen, die der 
irischen Arbeiterunion angehören. 
m 
R'tchrreurspWche Gebiete. 
N-wyork. 21. Sept. Bryan bleibt dem Zirkus 
erhalten. Staatssekretär Bryan fährt fort, Presse 
mho Publikum durch eine glänzende Reklame in 
Atem zu halten. Er hat gestern abend seine 
vierzehntägige. Vorlesungstour im Wanderzirkus 
vollendet. Wie er öffentlich bekannt gibt, hat 
ihm diese Zirkustütigkeit 6500 Dollar einge 
bracht. Ironisch bemerkt er, daß es notwendig 
fei. diese Summe anzugeben, weil die Presse 
übertriebene Mitteilungen seiner Gage veröf 
fentlicht habe. Er erklärt, daß er für seine wis 
senschaftliche Propaganda durchaus kein Caruso- 
G ehalt empfangen habe. Bryan teilt weiter mit, 
da?; die beîtiae Qrittf tsin nt As «rfiAnl+on 
dos; die heftige Kritik ihn nicht abhalten könne, 
seine Vorlesungen fortzusetzen. Noch einmal er 
klärt er mit großen Worten, daß sein schmales 
Gehalt nicht ausreiche, um die nötigen Repräsen 
tationskosten zu decken. „Ich brauche 20 000 
Dollar", erklärte er einem Interviewer, "um die 
Extraausgaben für das Ministerium des Aeußern 
aufbringen zu können. Da ich aber nur 12 000 
Dollar jährlich verdiene, so muß mir meine Zir 
kustätigkeit 8000 Dollar einbringen." Inzwischen 
hat sich eine Fülle von Impresarios gefunden, 
die dem Staatssekretär ungeheuere Summen 
für weitere Wanderfahrten anbieten. 
Frankreich. 
— Abstufung der Mietpreise nach der Kinder 
zahl. Die Arbeiterwohnungsfrage bildet heute 
eine ständige Rubrik städtischer Wohnungsfur- 
sorge. Einen bemerkenswerten Beschluß hat nun, 
wie die „Medizinische Reform" mitteilt, der Stadt- 
rat von Paris gefaßt. Ilm in seiner Weise für die 
Vermehrung der Bevölkerung und die Forderun 
gen moderner Hygiene Sorge zu tragen, hat er be 
schlossen, in den Arbeiterwohnhäusern, die städti 
sches Eigentum sind, die Mietpreise sozusagen im 
umgekehrten Verhältnis zur Zahl der Kinder des 
Wohnungsinhabers festzusetzen. Man ging bei 
der Festsetzung dieser Mietpreise von der Erwä 
gung aus, daß, da ein Arbeiter nicht durch seiner 
Hände Arbeit alle Unterhaltungskosten für drei 
oder mehr Kinder unter fünfzehn Jahren aufbrin 
gen kann, die Gesamtheit für ihn eintreten muß, 
um so mehr als ärmere Familienväter aus Spar 
samkeitsgründen jetzt ihre Kinder in engen und 
ungesunden Räumen unterbringt, zum Schaden der 
Moral und der Hygiene, wobei dieser Schaden im 
letzten Grunde finanziell doch wieder auf die Ge 
samtheit abgewälzt wird. 
England. 
London, 20. Sept. Die Falschmünzernrerkstatt 
im Gefängnis. Man entdeckte in dem Gefängnis 
von Peterhead eine Falschmünzerwerkstätte, dis 
im großen Stil betrieben wurde und an der Her 
stellung falscher Banknoten arbeitete. Verschiedene 
Gefangene verfertigten mittels eines eigens zu 
diesem Zwecke präparierten Papiers Kupons der 
Bank von England. Die Banknoten waren so gut 
gearbeitet, daß selbst einige Banken sie in Zahlung 
nahmen. 
— Wolkenbrüche in England. Seit einigen 
Tagen sind über England schwere Regenfülle her 
niedergegangen, die besonders stark in Newcastle 
und dem umliegenden Distrikt auftraten. New- 
castle-on-Tyne stand an verschiedenen tiefgelegenen 
Stellen metertief unter Wasser, und in vielen 
Kellern war der Wasserstand auf fünf Meter ge 
stiegen. In einigen Stadtteilen war ein jeder 
Wagenverkehr stundenland unterbrochen und das 
Wasser wälzte sich in einem anderthalben Meter 
tiefen Strom durch die Straßen. Viele Personen 
konnten nur mit knapper Not vor dem Ertrinken 
bewahrt werden. Der elektrische Dahnverkehr der 
North Lastern Railway kam eine Zeitlang voll 
ständig zum Stillstand. 
Spanien. 
San Sebastian, 21. Sept. Eine furchtbare 
Explosion ereignete sich gestern nachmittag in Bil 
bao. Während der Arbeitszeit explodierten plötz 
lich in der Zündkörperfabrik Ealdacano mehrere 
Feuerwerkskörper. Fünf Arbeiter wurden dabei 
getötet, zwei lebensgefährlich und zwanzig leicht 
verletzt. Die Explosion war so heftig, daß die Ge 
töteten völlig in Stücke gerissen und die Körper 
teile meterweit fortgeschleudert wurden. 
«Oder will das neue Blatt etwa ein neuer Stören- 
fneb in der Partei werden an Stelle der der 
Partei Gott sei Dank erspart gebliebenen pommer- 
schen Nationalliberalen Rundschau?" 
— Böses Hochzeitssergnüge». In Brzesuitz, 
Kreis Ratibor, kam es bei einer Hochzeit zu einer 
Schlägerei, in deren Verlauf einer der Gäste so 
übel zugerichtet wurde, daß er alsbald starb. Von 
den rauflustigen Hochzeitsteilnehmern wurden 
fünf verhaftet. 
Stuttgart, 20. Sept. Die Vernehmung des 
Lehrers Wagner. Die Vernehmungen des Lehrers 
Wagner zeigen immer mehr, daß der Massenmör 
der mit' klarer Ileberlegung zu Werke ging und 
jede Einzelheit genau vorbedachte. Selbst die 
Telephonleitungen wollte er zerstören, damit jede 
Hilfe abgeschnitten werden sollte. Auch die Pistole 
probierte er vorher aus und orientierte sich genau 
über die von ihm zu benutzenden Straßen' und 
Wege. Der letzte Teil des Planes, auch in Egols- 
heim ein Blutbad anzurichten, mißlang, weil er in 
der Aufregung beide Pistolen abschoß und vor sei 
ner Festnahme nicht mehr neu laden konnte. 
zu machen, obwohl die Amtszeit noch nicht abge 
laufen war. Die Sache beschäftigte auch, weil sie 
das Selbstbestimmungsrecht der freiwilligenFeuer- 
wehren berührte, die Feuerwehr-Verbände. Es ist 
jetzt Vorsorge getroffen, daß sich derartige Eingriffe 
nicht wiederholen werden. 
Eckrrnfökde, 20. Sept. Ein rascher Tod hat 
dem Leben und Wirken des Kaufmanns Adolf 
Kruse ein Ziel gesetzt, der als Inhaber eines grö 
ßeren Manufakturgeschäfts auch weiteren Kreisen 
bekannt geworden ist. 
Hi Kiel, 21. Sept. Ein Vaterländischer Nrbei- 
— Ein neuer Störenfried. Das in Berlin 
neugegründete nationalliberale Blatt scheint in 
der nationalliberalen Partei nicht allenthalben 
mit ungemischter Freude begrüßt zu werden. Es 
hat heftige Angriffe gegen die Nationalliberale 
Korrespondenz für Westfalen gerichtet, die von. -ei 
nem anderen nationalliberalen Blatte, der Bis 
marck-Warte, als unerhört und völlig aus der 
Ļuşî ģļģŗişşen fccjeidjnet löctbcn. iDcts eben ge- 
nannte Parteiorgan gibt dem neugegründeten 
Blatte den guten Rat, erst einmal feine eigene 
Existenzberechtigung als nationalliberales $>gan 
nachzuweisen, anstatt gegen -eine offizielle Kor 
respondenz der Partei einen solchen Ton anzu 
schlagen. Daran wird folgende Frage gefügt: 
Altona, 20. Sept. Ein Knabe verbrannt. In 
den Schrebergärten am Hohen Feldweg ist heute 
morgen eine Eartenbude abgebrannt. Später 
wurde unter den rauchenden Trümmern die ver 
kohlte Leiche eines dreijährigen Knaben gefunden. 
Kellinghufrn, 20. Sept. Aufgefunden. Als 
Frau Nielsen aus Wurth mit Milch nach Kelling- 
husen fuhr, sah sie auf dem Kirchwege ein seinge 
kleidetes Mädchen im schlafenden Zustande liegen. 
Die Unbekannte, die dort mit durchnäßten Klei 
dern wahrscheinlich die ganze Nacht zugebracht hat, 
wurde in ein in der Nähe befindliches Haus ge 
bracht. Die Gefundene soll aus der Nähe von 
Krempe zu Hause, und am Sonntag in Itzehoe zum 
Jahrmarkt gewesen sein. Von hier hat es dann 
den Weg zu Fuß nach Hause antreten wollen, hat 
sich in der Dunkelheit verlaufen und ist dann 
schließlich völlig ermattet auf dem betr. Wege auf 
gefunden worden. 
© Melders, 21. Sept. Feuer. Freitag-Abend 
ging das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Hof 
besitzers Karl Boje (früher Detlef Thiedemann'sche 
Besitz) in Barsfleth in Flammen auf, ein Kalb 
verbrannte. Da die gesamte Ernte vernichtet ist, 
wurde der Brandschaden bedeutend. Das Feuer 
entstand auf der Hinteren Diele, vermutlich durch 
Selbstentzündung der Vorräte. 
* Marne, 21. Sept. Nachdem die Blutlaus 
im Kreise Süderdithmarschey festgestellt ist. wer 
den die Obstzüchter behördlicherseits auf die Be 
kämpfung dieses Schädlings hingewiesen, es wird 
empfohlen, die befallenen Bäume gründlich mit 
einer 10—löprozentigen Karbolineummischung zu 
bespritzen. Um die Läuse von den Wurzeln fern 
zuhalten, ist eine kräftige Kalk- und Kalidüngung 
angebracht, da die Läuse diese Stoffe nicht ver 
tragen. 
?! Tellingstedt, 22. Sept. Aus Liebesgram 
versuchte ein junger Dienstknecht aus der Umge 
gend, sich das Leben zu nehmen. Sein Vorhaben 
wurde jedoch rechtzeitig bemerkt, sodaß der Lebens 
müde gerettet wurde. 
LJ Eddelak, 21. Sept. Selbstmord durch Er 
hängen verübte im elterlichen Hause die 23jührige 
Tochter des Hofbesitzers Paulsen in St. Michaelis- 
ldonn, Liebesgram soll die Ursache der Tat sein. 
A Husum, 21. Sept. Tragikomische Erfahrun 
gen hat ein kleiner Husumer Hausbesitzer gemacht, 
der seine Etage am Zigeuner vermietet hatte. 
Da das Oberhaupt der Zigeuner, das zunächst 
ohne Familie erschien, sich als Pferdehändler 
ausgab, gut gekleidet war, gar nicht so zigeu 
nerhaft aussah und sofort für einen Monat im 
Voraus die Miete bezahlte, hatte der Hausbe 
sitzer ihm angstlos die Wohnung überlassen. 
Das Entsetzen begann aber, als darauf die 
Frau des Mieters erschien, die sofort als wafch- 
echte Zigeunerin erkannt wurde, und als dann 
am Abend statt der angekündeten 4 Köpfe star 
ken Familie gleich eine ganze Sippschaft von 
etwa 9 Personen erschien, zu der sich am fol 
genden Tage noch neue gesellten, steigerte es 
sich bedenklich. Die fremden Gäste, die kein 
Stück Hausrat hatten, suchten in der Nachbar 
schaft mit Wahrsagen, „Wunderdoktern" und 
ähnlichen schönen Sachen ihr Brot zu verdie 
nen, und den ganzen Tag war das Haus, in 
dem sie wohnten, namentlich von der Stratzen- 
jugend umlagert. Die Vermieter halten kaum 
eine ruhige Stunde mehr und strebten nach al 
len Kräften, die exotische Gesellschaft wieder 
los zu werden, aber „die Geister, die sie riefen", 
wurden sie nicht los, bevor sie ihnen außer der 
Miete auch noch 18 Mk. Entschädigung zurück- 
bezahlt hatten. Erst nun konnten sie wieder 
aufatmen, aber die Wohnung soll bös ausge 
sehen haben. 
A Husum, 22. Sept. (Sine humoristische Fla 
schenpost. Er wäre gerne selbst nach Husum gereist, 
aber der Weg sei ihm zu lang, deshalb wolle er 
darauf verzichten. Sonst hätte er gerne die fette 
Mettwurst geholt. Vier Husumer Feuerwehrleute, 
ein Bäcker-, ein Schlachter-, ein Sattler- und ein 
Schustermeister warfen auf der Rückfahrt vom 
Schleswig-Holsteinischen Feuerwehrtag in Sonder 
burg eine -Flaschenpost in die Flensburger Föhrde, 
in der sie dem Finder ein großes Schlüierbrot, eine 
fette Mettwurst, ein neues Portemonnaie mit In 
halt und ein Quantum Kartoffeln versprachen, die 
er sich persönlich in Husum abholen sollte. Nun er 
hielt einer der Feuerwehrleute eine an die „fidelen 
Husumer" gerichtete Postkarte, auf der der Fischer 
Rasmus Petersen von Stranderott bei Rinkenis 
mitteilt, daß er die Flaschenpost gefunden hat. 
Tondern, 20. Sept. Aufsehen erregte es sei 
nerzeit, als dem Hauptmann der freiwilligen 
Feuerwehr von „oben" nahegelegt wurde, sein 
^mt niederzulegen und einer jüngeren Kraft Platz 
terverem der Kaiserlichen Marinebetriebe ist ins 
Leben gerufen worden. Der Verein, der sich auf 
die Kaiserliche Werft Kiel, das Munitionsdepot 
Dietrichsdorf und die Torpedowerkstatt Friedrichs 
ort erstreckt, steht treu zu Kaiser und Reich und ist 
bestrebt, die wirtschaftliche Lage seiner Mitglieder 
zu bessern, dadurch, daß daß er berechtigte Klagen 
und Wünsche durch Gesuche oder Petitionen bei den 
zuständigen Behörden auf friedlichem Wege abzu 
stellen sucht. 
0 Kiel, 21. Sept. Ein herzlicher Empfang 
wurde dem Sonnabendabend vom Manöver zurück 
kehrenden 3. Bataillon der 85er von der Kieler 
ļ Bevölkerung bereitet. Zu Tausenden hatten sich 
Männer und Frauen vor dem Bahnhof angesam 
melt, um die Heimkehrenden zu begrüßen und auf 
dem Marsch nach der Kaserne zu begleiten. Be 
kanntlich war eine Kompagnie des Regiments, als 
sie in der Nacht zum 13. September in dem großen 
Viehstall eines Hofes bei Ratzeburg Notguartier 
bezogen hatte, mit knapper Not der Gefahr ent 
ronnen, bei einem in dem Stalle ausgebrochenen 
Brande in den Flammen umzukommen. Dieser 
Umstand mochte dazu beigetragen haben, daß die 
Kieler sich gedrängt fühlten, die Sympathie für 
ihre 85er einmal unmittelbar zum Ausdruck zu 
bringen. 
Kiel, 20. Sept. Graf Rantzaus Rücktritt. Als 
Bestätigung unserer vor acht Tagen gebrachten 
Meldung über den demnächstigen Rücktritt des 
Grafen zu Rantzau von seinem Amte als Vor 
sitzender der Landwirtschaftskammer schreibt das 
Landw. Wochenblatt: „Der Kammervorsitzende 
Verbitter Graf zu Rantzau hat -dem Vorstande da 
von Mitteilung gemacht, daß er nach Ablauf seiner 
Wahlperiode eine eventuell auf ihn entfallende 
Wiederwahl wegen starker anderweitiger Inan 
spruchnahme ablehnen würde. Die nächste Win 
terplenarversammlung wird daher die Neuwahl 
eines Nachfolger im Kammervorsitze vorzunehmen 
haben." 
—, Auf schwindelndem Wege entwischt. 
Polizei war im südlichen Stadtteil Kiels -einem 
Die 
Frauenzimmer, das eines unsittlichen Lebens 
wandels beschuldigt wurde, auf die Spur gekom 
men und wollte es in seiner im Dachgeschoß ge 
legenen Behausung festnehmen. Die in ihrer 
Freiheit also Bedrohte ahnte aber die Gefahr ver 
schloß die Tür, kletterte kurz entschlossen aus dem 
Fenster ihrer vier Stockwerke hoch gelegenen Woh 
nung in die Dachrinne und lief auf dieser bis zum 
nächsten Hause, wo sie ein offenstehendes Fenster 
zum Einschlüpfen benutzte. Die Inhaberin der 
Wohnung, die anfangs den Besuch eines Diebes 
vermutete, ließ'sich durch die Bitte der Fliehenden 
bewegen, sie zum Tempel hinauszulassen. Hier er 
wartete sie ein großer Menschenhaufen, der Zeuge 
-der aufregenden Flucht über die Dächer gewesen 
war und die Verfolgte lachend laufen ließ. 
X. Segeberg, 21. Sept. Brandstiftung. In 
Mahlstedt brannte nachts die Tödtsche Zementfa 
brik nebst Schweinestall nieder. 14 Schweine ka 
men in dem Feuer um. Der Besitzer war verreist 
und wurde, als er am Mittag heimkehrte, ver 
haftet und dem hiesigen Eerichtsgefängnis zuge 
führt, weil er in Verdacht steht, das Feuer 
vorsätzlich angelegt zu haben. Es wurden näm 
lich sowohl in der ^Wohnung wie in der Fabrik 
des T. brennende Stearinlichte und mit Petro 
leum getränkte Zementsäcke vorgefunden. 
g. Neumünster, 22. Sept. Oànsauszeich- 
nung. Aus Anlaß der Einweihung der Anschar 
kirche erhielten den Roten Adlerorden 4. Klasse 
Pastor Thoböll und Rentier Heinrich Nenck. 
Letzterer hat sich durch Stiftungen hervorgetan. 
Dem Maurerpolier Kühl wurde das Allgemei 
ne Ehrenzeichen in Bronce verliehen. 
g. Nemnirnfter, 22. Sept. Freiwillig in den 
Tod gegangen. Die 19jährige Verkäuferin Frieda 
Schüler hat sich am Sonnabend ohne Barmit 
tel von hier entfernt mit der ausgesprochenen 
Absicht, sich wegen Mangels an Beschäftigung 
das Leben nehmen zu wollen. Die von der 
Polizei angestellten Erhebungen nach dem Ver 
bleib der Lebensmüden waren bisher ohne Er 
folg. Die Beamten vertreten die Ansicht, daß 
das Mädchen ins Wasser gegangen ist. 
g. Reumiinster, 22. Sept. UugWcksfall auf 
ocr Eisenbahn. In der Nacht zum Sonntag wurde 
auf dem Güterbahnhof beim Rangieren dem 
ledigen Rangierer Fritz Protz das rechte Bein 
abgefahren. Der Verunglückte kam ins städtische 
Krankenhaus. 
1st Drage, 22. Sept. Goldene Hochzeit. In 
stiller Zurückgezogenheit feierten die alten Ehe 
leute Hans H. Müller-Drage bei ihrer Tochter in 
Seeth gestern, Sonnabend, ihre goldene Hochzeit. 
Die Ileberreichung des Kaiserlichen Gnadenge 
schenkes von 50 Jl fand durch Herrn Pastor Kar- 
stens-Süderftapel statt in Gegenwart des Amts 
und Gemeindevorstehers Schmidt-Drage. Die al 
ten Leute wollten diesen ehrenvollen Tag nicht be 
kannt haben. Durch Zufall las es aber Herr Pa 
stor Karstens im Kirchenbuch. Auf diese Weise 
mußte das Kaiserliche Geschenk durch die Behörden 
noch sehr beschleunigt werden, also daß es -erst am 
Tags zuvor einlief. Müller ist ein alter 48er 
Krieger und erzählt mit Vorliebe van seinen 
Kriegsjahren. Müller, der noch körperlich wie 
geistig sehr rüstig ist, ist 90 Jahre alt, auch seine 
Gattin, die um einige Jahre jünger ist, ist X' 
von langem Krankenlager wieder sehr vrshla»?- 
□ Erfde, 21. Sept. Wasserwerk. Die 
versuche um gutes Trinkwasser haben im M 
den unseres Dorfes wieder aufgegeben tverdc 
müssen, da man wohl in einer Tiefe von reşş 
lich 150 Fuß gutes Wasser fand, die ME 
schichten von fast derselben Stärke aber şş 
genug Wasser für eine große Wasserleitungs^ 
läge ergaben. Es wird jetzt von dem Brunns 
bohrer Jvers aus Süderstapel zu Westen ^ 
Dorfes, in der Feldmark „Ohlenrade" auf dä- 
Besttz des Holzhändlers Schäfer nach Wasser gr 
bohrt; die Höhenlage beträgt hier 19 Me» 
über der Eider und wäre eine Wasserleitung^ 
anläge von hier aus, falls reichlich Wasser 
getroffen wird, sehr günstig für das niedrig ķ 
legene Dorf. Die ganze Anlage soll ein ®eşş 
senfchaftswerk werden. 
X Erfde, 21. Sept. Bon der KartosselerX 
Der Landmann Andreas Bork in Bargen ernw 
von einer neuen Kartoffelsorte „Auf der şş 
eine Kartoffel im Gewicht von 650 Gramm; 
einer Kartoffelstaude waren 17 Knollen, die f 
jammen 11 Pfund wogen. Wer hat sie größer? 
— Schenefeld, 21. Sept. Ein Fņ'gbsşş 
wurde hier unter dem Namen „Fußballklub ® ei? 
mania 1913" gegründet. 
1st Hohenwestedt, 21. Sept. Personalien. 
Referendar Wittmer hier scheidet mit Ende 
Monats aus seiner Beschäftigung -beim hiesig^ 
Amtsgericht aus, um vom 1. Oktober d. I. ab st'' 
ner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger ^ 
2. Garde-Regiment zu Fuß zu genügen. — şş 
Lehrer Thietz hier wurde zum 15. Oktober d. Z>/ 
den Schuldienst der Bürgerschule in Altona ^ 
rufen. 
© Hohenwestedt, 21. Sept. Ein sondert^ 
Handel kam zwischen dem Handlungsgehilfen ^ 
hier und dem Landmann T. in Baasbûttelşş 
stände. T. bot ursprünglich im Scherz dem f. 
ein Pferd nach Gewicht zum Kaufe an. Di© 
ging darauf ein, und da er das Gewicht X 
Tieres, das zu den edleren Rassen nicht geholst- 
nur auf etwa 400 Pfund einschätzte, so bot f 
dem Verkäufer 70 Pfg. pro Pfund Lebendgewķ 
Der Landmann wollte zunächst nicht auf ds 
Vorschlag eingehen, da er die ganze Sache !ķ 
für einen Scherz aufgefaßt hatte. Als aber i £t 
Handlungsgehilfe auf Abschluß des Kaufes X 
stands nahm T. das Angebot an. St., der W] 
von einem großen Gewinn träumte, erlebte 0 
eine arge Enttäuschung, denn als das Pferd X 
die Wage kam, stellte sich heraus, daß es 8^ 
Pfund wog. Daß St., der einen Schaden 
etwa 100 Mk. hat, für den Spott nicht zu ?X 
gen braucht, bedarf wohl kaum der ErwahnuE 
* Timmaspe, 20. Sept. Personalien, ş 
dem heutigen Tage tritt die Lehrerin Fräulft" 
Ereve aus dem hiesigen Schuldienst, welchen î lC 
41/2 Jahre lang als tüchtige Lehrkraft verseht 
hat. Fräulein Ereve, welche gebürtig aus è arìP 
darf ist, wird den Schuldienst wegen Verheiratung 
quittieren. 
* Nortsrf, 21. Sept. Ein FeuerlLrm. von 
oem die Stadt seit langem glücklich verschon^ 
geblieben, ertönte durch die Straßen und brşş 
te die Einwohnerschaft am Freitagabend 0 e * 
gen 8 Uhr in große Aufregung. Außer den 
Signaltrompeten, welche der freiwilligen Feueo 
wehr galten, hörte man auch die Nebelhörner 
und die Sturmglocke ertönen, welche die Zwangs 
feuerwehr auf den Plan rief. Als .jedoch all^ 
an seinem Posten mar, merkte man bald, daîî 
ein biinder Alarm die beiden Wehren zu eine! 
Uebung alarmiert hatte. Nachdem vor d-tt 
Marktbrunnen eine Spritzenprobe geübt war, tr'lv 
die Zwangswehr mit ihren verschiedenen Fşş 
rem zu einem Appell an. Alsdann wurden d>? 
neuen Hydranten von der Böhme'fchen Gerbers 
ausprobiert und konnte man konstatieren, dal' 
die Dampfpumpen im Facie der Gefahr riesig 
Wassermengen herbeischaffen rönnen und eine 0 
fee Hiifê bei Ausbruch eines Feuers sind. 
1st Rortors, 21. Sept. Das vereinigte Konzen 
der Nortorfer Liedertafel und Stadtkapelle zeigst 
am gestrigen Abend in Tank's Hotel einen 0 
Ein Speziculob gehört der Kapsll 
ten 
dis 
von kleinen Militärkorps 
vollständig.ebenbürtig ist. 
von Källiwoda, sowie Solis für Klarinette şş 
Flöte waren gut gelungene Darbietungen, şş 
chs in Bezug cmf^ Stimmung und ZusamRķ 
ihren Leistungen gegenwärtig den hst' 
gebotenen Konzert-!' 
Lie F-dur-OuverE 
spiel ein ernstes Lob wert sind. Das ca. $ 
Mann starke Chor der Liedertafel bot in a0 
und neuen Liedern auch vorzügliches und erntest 
reichen Beifall. Der Dirigent, Herr Mittest 
schullehrer Haase, verabschiedete sich mit diesig 
Konzert von dem Publikum, welches hochbefrst- 
digt war von uen Genüssen des Abends und a»' 
eins Wiederholung einer solchen VeranstaltMlS 
hofft. __ ; 
# Rsŗtorf, 21. Sept. Prozeßagrnt. Der "0 
Ijere Büreauvorfteher Heinr. Weiland hier ist 
Prozeßagent bei dem hiesigen Amtsgericht 3^' 
lassen worden. 
© Alt-Duvenstedt, 22. Sept. Diebstahl? 2" 
der Nacht von Freitag auf Sonnabend sind oe-' 
Kätner zu Krummenort zwei Arbeitsvferde 1,11 
der Weide verschwunden. Ob Diebstahl vorsisS' 
oder ob die Tiere sich von selbst auf und davo^ 
gemacht haben, steht noch nicht fest. Die 
jedenfalls nach Rendsburg. 
BLdèlsdorf» 22. Sept. SesitzWcchfel. 
ner I. Gosch hier verkaufte sein Wohnhausgru"^' 
stück Neue Dorfstr. 22 an Arbeiter H. Schmidt 0 
für 8500 Ji. 
öä Rendsburg, 22. Sept. Zufolge der $ , 
f der 
schüttungen im Audorfer See werden die au 
Sohle des Sees lagernden Moormassen nach ^ 
Fahrrinne des Kanals gedrängt, sodaß der Schilst 
fahrt dadurch mitunter Schwierigkeiten entsteh^' 
In der Nähe der Borgftedter Enge etwas abft> ' 
ßrvjje 
schon 
zur 3 
dortf
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.