Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 3)

As PŞ iitiernotlonale 
IlķAÄKWINêN. 
Ş-î Inhalt der getroffenen Vereinbarungen. 
Die Verwaltung der Küchenmeisters Inter 
nationale My. voor Accoustiek zu Amsterdam gibt 
folgendes bekannt: 
Zwischen der Küchenmeistergruppe und den 
deutschen elektrotechnischen Konzernen AEG. und 
Siemens & Halske (Klangfilrn) einerseits und den 
amerikanischen elektrotechnischen Konzernen Elec 
trie Research Products Jncorp. fWestern Electric) 
und RGA. Photophone tRadio Corp. of America) 
und den wichtigsten amerikanischen Tonfilmproöu- 
zenten andererseits wurde auf der Pariser Konfe 
renz Uebereinstimmung erzielt, die in einem be 
sonderen Vertrage niedergelegt wurde. 
Der endgültige Vertrag umfaßt somit: 
Die Verteilung des Weltmarktes in Gebiete, 
wo nur eine der beiden Gruppen auftritt, und in 
Länder, in denen beide Gruppen auf der Grund 
lage eines Patentfriedens in freier Konkurrenz 
miteinander arbeiten, 
einen umfassenden regelmäßigen Austausch der 
Patente und jetzigen und zukünftigen Erfahrungen 
auf dem gesamten Gebiete der Tonsilmerzeugung, 
die Beendigung aller zwischen beiden Parteien 
noch schwebenden Prozesse, 
die Feststellung allgemeiner Lizenzen und 
Rechte, 
die Einführung der „Interchangeability" auf 
der ganzen Welt, damit alle Filme auf allen Ap 
paraten vorgeführt werden können. 
Die Küchenmeister - Tobis - Klangfilm - Gruppe 
hat als „exklusives" Operationsgebiet, bei dessen 
Abgrenzung ihre gegenwärtige Patentposition in 
Europa maßgebend war. die folgenden Länder zu 
gewiesen erhalten: Hollanö-Nieöerlänöisch-Jnüien, 
Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, 
Oesterreich, Ungarn, Schweiz, Dänemark, Schwe 
den, Norwegen, Finnland, die Tschechoslowakei, 
Südslavien, Bulgarien und Rumänien. 
Alle Einkünfte, die sich in diesen Ländern aus 
dem Vertrieb der Apparate sowie aus den Lizenz 
erträgen und anderen Rechten ergeben, kommen 
ausschließlich der Küchenmcister-Tobis-Klangfilm- 
Gruppe zugute. 
In der obigen Verlautbarung wird ferner 
noch betont, daß durch dieses nunmehr in vollem 
Wortlaut vorliegende Abkommen, dessen Dauer 
vorläufig auf 15 Jahre vorgesehen ist, ein Welt 
frieden anf dem Gebiete des Tonfilms erzielt 
wurde, der die Grundlage .für eine erfolgreiche 
Entwicklung der gesamten Tonfilmindustrie und 
für die Ausnutzung des gesamten Weltmarktes ge 
schaffen hat. 
* * » 
Sinflelnü te 
Modische» Isydstts. 
Amsterdam, 12. August, Der führende holländische 
Molkereiverband, der Aigemeen Nederlanoschc Zuivel- 
bond, von dem die in Holland gegen deutsche Waren 
entfachte Boykottļb-owesung ausgeht, hat beschlossen, 
diesen Boykott vorläufig einzustellen. Begründet wird 
dieser Schritt damit, daß der unmittelbare Anlag zr 
der Boykottbewegunz, nämlich die wiederholten Ver 
suche, zwischen Deutschland und Finnland zum Ab 
schluß eines privaten Butter- und Käielieserungsver- 
trages zu gelangen, durch das endgültige Scheitern der 
deutschfinnischen Verhandlungen weggefallen 'st. Da 
die^ Lage jedoch vorläufig sehr unsicher erscheine, so 
heißt es in oem .betreffenden Vresfskommunique, wolle 
der Verband einstweilen eine abwart«noe Haltung ein 
nehmen und inzwischen mit anderen Interesicnciup- 
pen Fühlung suchen, um mr den Fall, daß es -ür"not 
wendig gehalten werde, sen Boykott erneut auszu 
sprechen, für diese Bewegung dann eine breitere Grund 
lage zu haben. 
Falsche Kaprtalsanlagen. 
Wohl jeder Mensch wünscht sich, mühelos und rasch 
zu kommen. Es wäre falsch, darin etwas Minder 
wertiges sehen zu wollen, entspringt doch dieser Wunsch 
oft dem Gedanken, sich über die kleinen Sorgen des 
materiellen Alltags erheben zu können, um für andere 
Werte frei zu sein. Dieses Ziel erscheint so erstrebens 
wert, daß mancher nur den Blick darauf gerichtet hält, 
ohne acht zu geben, ob der eingeschlagene Weg auch 
dahm fuhrt. So finden Apostel von der Art eines 
Klante oder Bergmann immer wieder Leichtgläubige, 
die ihnen die oft sauer ersparten Groschen anvertrauen 
in der Hoffnung, nun den Stein der Weisen gefunden 
zu haben 
Selbst in Amerika, das wir uns gern als hundert 
prozentig von gewiegten Geschäftsleuten bewohnt vor 
stellen gibt es immer noch besonders gerissene die es 
geschickt verstehen, anderen das Geld aus der Tasche 
zu locken. Das hat sich kürzlich wieder herausgestellt, 
als einige Investment Trusts mit so lautem Krach zu- 
!ammenbrachen. daß das Interesse des New Parker 
Eeneralstaatsanwalts wach wurde. Auch in Deutsch 
land gibt es solche Unternehmungen, die allerdings 
seit einiger Zeit im Verschwinden begriffen sind nach 
dem ste große Verluste erlitten haben. Einer dieier 
Konzerne operierte mit einer „Finanzzeitschrift" 'in 
der er rür sich und keine Wert-papiere geschickt und er 
folgreich Propaganda trieb. Nach großen Einbußen 
der,Konzern jetzt im Begriff, einen Teil seiner Ge 
sellschaften zur die Auflösung vorzubereiten, während 
die finanzzeitschrift an ein ausländisches Konsortium 
verkauft wurde, das mit ihr anscheknend in der Oes- 
jentlichkeit Interesse für kanadische und andere Minen 
aktien hervorzurufen versucht. 
Für die deutsche Volkswirtschaft kann es nur vons 
Nutzen fein, wenn derartige unsolide Unternehmungen! 
zusammenbrechen. Zu bellaaen ill ahrr hex SBïuiuû an 
Kapital, den nicht nur die Wirtschaft, sondern ebenso 
die Betrogenen erleiden. Anscheinend muß es immer 
erst zu solchen Verlusten kommen, bevor leichtgläubige 
Menschen klug werden. Es chat nicht an Warnungenf 
gefehlt, die aber nicht nur ungehört blieben, sondern 
oft gerade das Gegenteil bewirkten. Mit immer neuen 
Tricks versuchen gewissenlose Elemente auf Kosten eines 
vertrauensseligen Publikums ihr Schäfchen ins Trol 
len« zu bringen, sei es, daß sie wertlos exotisch« Ak 
tien offerieren oder zweifelhafte ausländische Prä 
mienanleihen ab-setzen oder ander« Schwindelgeschäfte 
betreiben. Wer seine sauer ersparten Groschen an 
legen will, wird daher gut tun, mit besonderer Vor 
sicht vorzugehen. Je größer die Versprechungen sind, 
umso größer ist auch das Risiko, Wer sein Geld bei 
einer Sparkasse oder bei einem anderen soliden Geld 
institut anlegt, ist dieser Sorgen enthoben. Bei an- 
d-er-en Anlagen sollte er sich vorher von diesen Stellen 
geraten lassen, wozu Sparkassen und Banken im all 
gemeinen bereit sind. 
Eine neue Erklärung der 
Siemenswerke. 
Till. Berlin, 12, August. Zu weiteren Veröffent 
lichungen der „B,Z, am Mittag" vom heutigen Diens 
tag erklären die Siemenswerke folgendes: Die Direk 
tion der Siemenswerke haben in keiner Weise ihren 
Angestellten einen erneuten Vorschlag der Kurzar 
beit bei Gehaltskürzung um 10 vom Hundert gemacht. 
Richtig ist, daß, als dieser von den Arbeitgebern aus 
gehende Vorschlag vor fast vier Wochen den Ange 
stellten gemacht wurde, der aber wegen des Wider 
standes der Gewerkschaften nicht zur Annahme gelangte, 
aus den Kreisen der Angestelltenschaften in der Zeit 
vom 24. bis 28. Juli zahlreiche Eingaben bei den Di 
rektionen einliefen, diese Maßnahmen durchzuführen. 
Manche der Eingaben enthielten die Unterschriften 
von IM vom Hundert der Angestellten, Die Fcrmen- 
leitung hatte die Ueberzeugung, daß mehr als SS vom 
Hundert aller Angestellten diese Lösung begrüßt haben 
würden. Nunmehr jedoch wurde in einer Betrisbs- 
veriammlllng, in der die Gewerkschaften eingrissen, die 
Absendung einer gleichen Eingabe verhindert, Da 
diese Maßnahmen nur durchgeführt werden können, 
wenn alle anderen Angestellten zustimmen, blieb nichts 
anderes übrig, als die nunmehr unvermeidlichen Kün 
digungen nach Notwendigkeit der einzelnen Werke und 
Abteilungen noch vor dem 1, August. 
* * * 
Kurtaxenhinterziehung Betrug! 
Bemerkenswert ist eine Entscheibung des 
Hermsöorfer Amtsgerichts, baß. Sie Hinterziehung 
der Kurtaxe als Betrug strafbar sein kann. Ein 
Gastwirt hatte seine Gäste nicht angemeldet und 
dadurch ihnen die Zahlung der Kurtaxe erspart. 
Das Gericht erblickt in der Nichtanmelöung das 
Verschweigen einer Tatsache in der Absicht, die 
Kurverwaltung um die Kurtaxe zu schäbigen. So 
wohl Gastwirt wie Gäste, die von der Nichtanmel 
öung wußten, sind wegen Betrugs bestraft worden. 
* * * 
àeA MWMZmOrWsn. 
Der mitteldeutsche Metallschiedsspruch von den 
Arbeitnehmern abgelehnt. 
TU. Halle, 12. August. Die in Käsen tagende 
Bezrrkskonferenz des Deutschen Melallarbeiterver- 
vanides hat den Berliner Schiedsspruch vom 6. 8., 
bezüglich der Neuregelung der Arbeitszeit in der 
mitteldeutschen Metallindustrie abgelehnt und die 
Ha-ltung der Organtsatio-nsleUung gebilligt. Die 
Arbeitgeber haben den Schiedsspruch angenommen 
Preisabbau und Preiserhöhungen. 
Preisabbau und Preiserhöhung gehen cm 
Reiche lustig nebeneinander her. Kaum hat man 
von der Reichsoktion für Wohnungsverbilligung 
gehört, als eine neue Mietpreiserhöhung in der 
Reichshauplstadt droht. Berlin hat schätzungsweise 
am 31. Juli ein neues Defizit von 35—1-0 Millio- 
nen RM. Zu seiner Deckung will die Stadt neue 
Mietszus chläge von etwa 5 Prozent beim Ober 
präsidenten beantragen. Das wäre dann die dritte 
Mietsechöhung in'Berlin innerhalb zwei Monaten. 
Osthilfengesetz abgeschlossen. 
I T.U, Berlin, 12. August. Die Verhandlungen 
zwischen dem Reich und Preußen über die Osthilfe 
sind am Dienstag in der Reichskanzlei endgültig ab 
geschlossen worden. Auch die letzten noch nicht gere 
gelten Personalfragen haben nunmehr ihre Lösung 
gefunden. Die entsprechenden Vorschläge werden un 
verzüglich dem Reichspräsidenten nach Dietramszell 
gesandt werden, der die in Frage kommenden Ernen 
nungen von dort alsbald vornehmen dürfte. 
Die Lage im nordfranzösischen Streikgebiet 
unverändert. 
TU. Paris, 11. August. Die La-ge im nord-fran 
zösischen Streikgebiet ist weiter unverändert. Es 
dürfte trotz der Bemühungen des Präfekten des 
Norddepartements kaum zu Verhandlungen zwi 
schen den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden ' 
kommen. Der Arbeitgeberverband hält, was die 
Zahlung der Versicherung anbelangt, an den gesetz 
lichen Bestimmungen fest und lehnt eine Lohnerhö 
hung ab, da die Lebenshaltungskosten in den dorti 
gen Gebieten eher gefallen als gestiegen feien. 
66trLlc!et6rmmbor8L 
Berlin, den 12. August 1930. 
Ware 
Weizen per Sept. 
Okt. 
Dez. 
Roggen per Sept. 
Okt. 
Dez. 
Gerste per Sept. 
Okt. 
Dez. 
Hafer per Sept 
Okt 
Dez. 
Berlin Breslau 
260 
263 
270 
172 
174 
183 
177 
180 
186 
249 
250 
257 
166 
168 
178 
Hamburg 
145 
144 
145 
91 
92 
97 
87 
89 
91 
116 
115 
113 
Amtliche WSHrnnßSknrke. 
1 Dollar ...» . . 
100 Sän. Kc ' * * ' 
100 frz. Frank 
(Ohne Gewähr!) Geldkurs 
12. 8. 
4.1815 
112.16 
16.45 
I! 8. 
4.181 
112.15 
16.445 
NaeMsrWs. 
«NkMiMWll ķttSàMMķ 
Dotierungen in RM. für 100 Mk. Nennwert- 
'Şcblu^kurse) (Osine Gewähr!) 
Banken 
Dorinsj. Bank 
Dņrtşche Bank 
Dfikonto-Gei. 
Bank 
^eler Bank 
Bere'ns^ank 
"Wttv Bank 
Bankv. *.Sch!.-ş,- 
Berkekrs-Akt. 
fiba. ^ocbbahn 
Lübeck-Büchen er 
Kosmos 
Dtsch. Ostafrika 
Fiensd. D.'Co. 
Fleneb. Da. 69 
ftbp. Südamer. 
Nnvbb Llorch 
12.8 
177.5 
122.7 
122.7 
122 7 
113.5 
182.0 
125.50 
71.00 
72.00 
60.00 
36 00 
145.0 
85 50 
118. 
176 5 
122.5 
122 5 
123.0 
113 5 
182.0 
125.50 
70.00 
72.00 
62.00 
36.00 
145.0 
«4.00 
Woermann-Linie 
^ndustr.-Aklien 
Dtsch. Luremb. 
<5arv. Berflk 'G 
Bssünir-A.G. 
Bllq- Elekrr.'G. 
^chuckert.E'ektr 
Salmon Asbest 
8à A.G. 
Afşen'Cem. 
Breitenb. Etfbr. 
Düuaerf. N 
Elbfchl..Br. 
S-olsten-Br. 
Karstadt Rud. 
Schlesw.-^. Bk. 
12. 8. 
60.00 
93.00 
75.C0 
133.5 
145 0 
1600 
145.0 
21.00 
115.0 
1620 
91.5o 
125.0 
118 
62 00 
92.00 
74,75 
1340 
143.0 
15 75 
144.( 
105.( 
21.00 
115.0 
162.0 
91 00 
125.0 
her VtetskairkchlftoAe 
2fas!anf>sttt8eftte m 11.8.1930 
Breise umgerechnet in Reichsmark zu je 1000 k» 
(Ohne Gewähr!) 
Rew-Bork 
Weizen: 
2. Manitoba 
3. Hardwşnter loco 
per Mär, 
Mais: 
Neue Ernte 
Roggen: 
Western loco Nr. 2 
Gerste: 
loco Nr. 2 
Chicago: 
Weizen: 
loeo Nr. 2, tzardwinter 
per Sept. 
Roggen: 
loco Rr. 2 
per Sfpt. 
169 30 
156 60 
185 60 
120 90 
143.10 
144.25 
144 45 
104.40 
Hafer: 
loco Nr. 2, weißer 
per Sept. 
Mai«: 
loco Nr. 2 mixed 
per Sept. 
Gerste: 
malting 
Buenos Aires 
Wetzen: 
per Sept. 
Mais: 
per Aug. 
Hafer: 
per Sept, 
120.00 
118.75 
164 10 
108.05 
129.25 
153.45 
101 05 
71 30 
Hamburg, den 12. August 1931 
(Ohne Gewähr) Viehhof Sternschanze 
SckķîKe- isitb KittberMarÄt 
Bericht der Hamburger Notierungskommission. 
-(Amtlicher Bericht) 
Es wurde gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: 
a) Beste Fettschweine über 300 Psd, 59—60 JUi 
b) MittelschwereWare.. .ca. 240-300 Psd. 60—61 „ 
c) Gute leichte Ware ... ca. 200-240 Pfd. 62—64 „ 
d) Geringere Ware ca, 160-200 Pfd, 53 -58 „ 
e Sauen 50—54 „ 
Austrieb: 6128 
Es wurde gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: 
al Doppellender — .7LM, 
b) Beste MastKLlber 74-80 „ 
c) Mittlere Ware 66—70 „ 
d) Geringe Ware 55—62 „ 
e) Geringste 40 - 45 „ 
f ) Fresser — „ 
Austrieb: 1362 
Niebüll, 12, August. Dem heutigen Markt Wur 
den 40 Tiere zugeführt. Bei schleppendem Handel 
wurden für oierwôchişge Ferkel je nach QualiEt 20—25 
M bezahlt: ältere Tiere erzieltem etwa 30 jl 
Häute — Leder — Schuhe. 
Der Rohhäutemarkt verkehrt wieder im fester 
Haltung, Die letzten Versteigerungen, -die ziemlich 
gut besucht waren, brachten allgemein eine Bofestigung 
der H-äutepreise. Wenn auch die Gebote teilweise im 
mer noch recht vorsichtig ab^gegeben wurden, so zeig-te 
sich doch, diaß die Verwertungen nicht mehr gewillt 
sind, zu niedrigen Preisen zu velrkaufen. Bei Kabb- 
und Schaffellen war das Geschäft noch umeinheitlich. 
Von den Kalbfellen wurden einzelne Lose zurückae-- 
zogen, bei Schaffellen zogen die für P-elMwecke geeig 
neten im Preise an. Am Ledermarkt verlief das Ge 
schäft weiter ruhig. Wenn auch Bedarf in Leder aller 
Art vorhanden ist, so wird doch nur für den notwen 
digsten Bedarf gekauft. Nachdem sich aber die Preise 
für Rohware befestigt haben, ist mit billigeren Leder- 
preisen nicht zu rechnen. In der Schuhindustrie gehen 
die H-erbstaufträge noch zögernd «in. 
Hamburg, 12. August. Schweinemarkt. Handel: 
Langsam. Bei ruhigem Geschäftsgang konnte das 
Angebot durch stärkere Ankäufe der Versand-geMfle 
zu nachglSbenden Preisen unterMbracht werden. 
Kälbermarkt. Handel: Ruhig, Spitzemtiere über 
Notierung bezahlt. Die Zufuhr war der Vorwoche 
gegenüber wenig verändert. Die am letzten Markt 
erzieltem Preise konnten sich behaupten. 
Friedrichsfeldc-Verlin, 12. August. Schweine- und 
Ferkelmarkt. Auftrieb: _ 408 Schweine, 440 Ferkel. 
Handel ruhig, zum Schluß abflauend. Es wurden ge 
zahlt im Engroshandel je Stück in Mark für Läufer- 
schweine 4—5 Monate alt 50—75. 3—4 Monate alt 
38—50, Ferkel 8—12 Wochen alt 33—38, 6—8 Woche» 
alt 28—38, bis 6 Wochen alt 24—28. 
Von den Biehmärkten. 
Der Auftrieb an Schlachtvieh zu den ersten Märk 
ten in dicher Woche war gegeirüber der Vorwoche in 
Rindern und Schweinen auf -den meisten Märkte» 
höher, in Kälbern und Schafen meist niedriger. Der 
Handel verlief teils langsam, teils mittelmäßig. 
Schweine wuvden auf dien meisten Märkten wieder 
etwas billig>er, während bei Rindern. Kälbern und 
Schafen wesentliche PreisändeMng-en nicht M ver 
zeichnen sind. 
Wochenbericht über den deutschen Schlachtviehmarkt. 
Der Auftrieb war bei Schweine« und Schafe» 
leicht erhöht, bei Kälbern geringer und bei Rinder» 
fast unverändert. Er betrug in der Zeit vom 30. Juki 
brs 5, August an den 2« bedeutendsten deutschen 
Schl acht v lehmä r kten zuzüglich Husums: Rinder Be 
richtswoche 24 725 fVorwoche 24 342), Kälber '21427 
(22 698), Schafe 24 202 (22 957),,. Schweine 83 643 
(87 880). 
Die allgemeine Tendenz war für Rinder ungleich 
mäßig, in g>an,zen mittelmäßig. Nur in Köln, Frank 
furt und Husum kann man von glattem Verlauf spre 
chen. Das Preisniveau blieb ziemlich unverändert. 
Der Kälbermarkt war ruhiger, doch zogen die Preise 
leicht an, was zum Teil auf verminderte Zufuhr zu 
rückzuführen sein dürfte. Der Sch>asmarkt ging leid 
lich, doch gaben die Preise etwas nach. Sie liegen 
8—10 M per Pfund unter den Preisen zü gleicher Zeit 
des Dorjahr-es. Am Schweinemarkt war das Geschäft 
wieder ruhliger bei nachgebenden Preisen. Der ganze 
Biehmarkt leidet unter der schlechten Wirtschaftslage. 
In Norddeutschland war der Rindermarkt leidlich, 
nur in Hannover sch^lecht. Husum ze>igte sogar reges 
Geischläft, wozu die StützuNlgsaktion beigetragen haben 
dürfte. Kälber gingen mittelmäßig, Schafe freund 
licher, gaben jsdoch in Husum im Preis nach. Der 
Schlweinemarkt verkehrte bei weichenden Preisen in 
gedrückter Haltung. 
In Berlin war der Rindermarkt anfäŞch «latt, 
am Ende der Verichtswoche aber bereits recht lang- 
äm. Schafe wuvden langsam, Schweine zuletzt glatt 
verkauft. Der Kälbermartt zeigte am letzten' Markt 
tage eine leichte Belebung. 
In Sachsen ging der Rindermarkt mittelmäßig, in 
Dhemnitz schlecht. Der Kälbermarkt war ruhig, ebenso 
der Schafmarkt. Für Schweine ist die Tendenz'gedrückt. 
Auch im Rhctn-Ruhrgcbiet war der Schweinemarkt 
schlechter Die übrigen Gattungen wurden mittelmä- 
zig gehandelt, nur Köln lebhaft. 
In Süddeutschland war der Rindermavkt teilweise 
etwas freundlicher. Auch Schafe wurden leidlich ver 
kauft, doch war der Markt für Kälber und Schweine 
gedrückt. Schweine gingen nur in Stuttgart und 
München zuletzt etwas besser. 
.ohne Ge^h*, Deutsche Schlachtvlelimirkte 
Kammernotierun;; Berlin am Markttage. Notierung 1. u. 2. Qual. Preise für I Pfd. Lebendgewicht in Goldpfg. (Die Notierungen bleiben bis zum nächst. Markttage stehen 
Markt 
Datur 
Köhe 
. Kälber 
’• „ 
. Schafe 
• „ ............. 
. Schweine 
bauen 
Hamburg 
12 3. 
74-80 
59— 60 
60— 61 
50—54 
3. 3. 
74-80 
60-61 
61—63 
50—56 
Bremen 
Magdeburg 
Stuttgart 
12. S, 
54-56 
50-52 
45—48 
41-44 
» 
S. 3. j 12. H. S. S 13. 8. S-. 3. 
Kiel 
Berlin 
j 
Leipzig 
12. S. S. 3, 12 8 
55-57 S 50-53 53-57 54-58 55—58 51—55 51-55 61—62 
54-56 
50—53 
45—48 
41-44 
73-78 
62-66 
3. . I 11, 8. 8. 8. 
36-60 
50—55 
48—52 
42-4/ 
56—61 
50—55 
48—53 
42-47 
51-53 
48—50 
42-48 
32-40 
52—53 
48—50 
42-48 
32—40 
70-80 68—78 70—73 70-76 
55—60 55—60 
60—64 68—70 I 66—67 69—71 
62 o5 69—72 j 66—68 70-72 
55—60 60—64 | 50—56 52-58 
47-50 
45—48 
44—49 
37—44 
68-78 
55—62 
61—62 
Ol —62 
46-49 
44—47 
44—49 
37—44 
58—59 
56-57 
45-50 
39-43 
56-58 
54—56 
43—47 
37-41 
60—63 
55- 59 
56— 58 
50—55 
50-54 
42—49 
60—63 
55—59 
55—58 
50-54 
50—54 
42-49 
62—72 68 -74 68 -75 70 -75 63 -69 
55—62 
62-63 
62-63 
35—52 35—52 
54—65 
64-67 
58—60 
58-64 
62 -64 
64-66 
66-70 
60—64 
62—66 
63—65 
35—66 
60-64 
02-66 
67— 68 
68— 70 
56-58 62-63 58—62 62—66
	        
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