Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 3)

Schiffsunglück auf der Unterelbe. 
Explosion und Brmld nuf einsM 
TauLdamPfer. 
Umsichtiger Kapitän und fchneke Arbeit der Fenermehr verhüten 
Ausdehnung des Unglücks. 
TU. Hamburg, 13. August. Auf dem am 
Mlttwochmittag von Hamburg ausgelaufenen 
englischen Tanköampfer „Camillo", 6000 Brut 
toregistertonnen groß, ereignete sich aus der 
Unterelbe bei Pagonsand eine große Explo 
sion. Aus noch ungeklärten Gründen haben sich 
Gase entzündet. Der Dampfer ist in Brand ge 
raten und sitzt auf Grund. 
Zu dem schweren Explosionsunglück aus 
»'m englischen Tankdampfer „Camillo" auf 
der Unterelbe erfährt der Vertreter der TU. 
noch folgende Einzelheiten: 
Der etwa 6000 Bruttoregistertonnen große 
englische Tankdampfer „Camillo" hatte am 
Mittwoch eine Reise mit Wasserballast nach 
Fayal angetreten. Ohne Zwischenfall wurde 
die Fahrt bis zum Pagensand zurückgelegt, das 
gegen 3 Uhr nachmittags passiert wurde. Plötz 
lich ereignete sich eine gewaltige Explosion, die 
weithin vernehmbar war und das ganze Schiff 
erschütterte, so daß die Besatzung erschrocken 
an Deck stürzte. Sofort nach der Explosion 
brach im Schiff ein Feuer aus, das mit rasen 
der Geschwindigkeit um sich griff und das 
ganze Hinterschiff in Flammen einhüllte. Ge 
waltige Rauch- und Flammengarben schossen 
aus den Maschinenschächten empor. 
Trotz der Explosion und des Brandes 
wurde die Fahrt nicht gestoppt, viel 
mehr ließ der Kapitän, der seine Kalt 
blütigkeit bewahrte, die Maschinen 
weiterlaufen, um Len Dampfer auf 
Gruud zu setzen, was nach kurzer Zeit 
gelang. 
Sodann wurde Hilfe herbeigerufen. 
Sofort nach dem Bekanntwerden der Kata 
strophe in Hamburg liefen eine ganze Reihe 
Schleppdampfer sowie zwei Feuerlöschboote 
unter Führung des Branddirektors Dr. San 
der, Baurat Schubert und Baurat Drews nach 
der Unfallstelle aus. Auch Kapitän Wendling 
von der Wasserstraßenöirektion begab sich an 
die Unfallstelle, um die nötigen Sicherungs- 
Maßnahmen zu treffen. Soweit bis jetzt be 
kannt, befindet sich die Mannschaft in Sicher 
heit. Nach dem Eintreffen der Feuerlöschboote 
und mehrerer Schlepper der Bugsier-Reederei- 
und Bergungs-A.-G. Hamburg konnte der 
Brand, der in den Maschinenräumen zum 
Ausbruch gekommen war, nach mehrstündigen 
Bemühungen gelöscht werden. 
Mit allen zur Verfügung stehenden Ge 
räten wurde der Maschinen- und Bunkerraum 
unter Wasser gesetzt und dadurch der Brand 
nach und nach erstickt. Nachdem die Gefahr be 
seitigt war, wurde das Schiff von drei Ber- 
gungsdampsern ins Schlepp genommen und 
nach Hamburg zurückgebracht, wo es gegen 22 
Uhr eintraf. Es wird sofort an die Werft von 
Blohm u. Voß verholt und dort wiederherge 
stellt werden. 
Wiüzt ein 0îuï3 ans hm faitenäen 
D-Zug. 
TU. Berlin, 13. Aug. Bei der Station 
Muldenstein, in der Nähe von Bitterfeld, 
fiel, wie die „B. Z." berichtet, am Mittwoch 
früh die 28jährige Käthe Simon aus Berlin 
aus einem Schlafwagen des D-Zuges Mai 
land—Stuttgart—Berlin. Die Verunglückte 
erlitt lebensgefährliche Verletzungen und 
wurde sterbend ins Krankenhaus Bitterseld 
gebracht. Tie Ermittelungen ergaben, daß 
Fräulein Simon sich offenbar aus dem Fen 
ster der Wagentür gebeugt hat, um frische Luft 
zu schöpfen. Dabei hat sie die Klinke hernntcr- 
gedrückt und ist dann aus dem Zug gestürzt. 
Die aus -dem D-Zug gestürzte Käte Simon, eine 
Berliner Krankenschwester, ist nicht, wie es anfäng 
lich den Anschein hatte, lebensgefährlich verletzt 
1 worden, sondern in -dem Krankenhause in Bitterfeld, 
wohin sie gebracht worden war, haben sich ihre Ver 
letzungen als ziemlich leicht herausgestellt, obwohl 
der Zug an der Unglücksstätte eine Geschwind!gleit 
von 90 Std.-Klm. hatte. Die Nachforschungen in 
dem Eisenbahnabteil haben eine Morphiumspritze 
und ein Fläschchen mit Morphium zutage gefördert, 
so daß es nicht für ausgeschlossen gehalten wird, daß 
Fräulein Simon sich im Morphiumrausch aus dem 
Zuge gestürzt hat. 
KßuötfcPe ans Geldbmsiriiger 
mb postauļo. 
TU. Magdeburg, 13. August. Am Mittwochfvüh 
wurde auf den Oberpostschaffner Köhler, der sich auf 
dem Bestellgiang befand, in einem Hausflur von 
einem Dekorateur Albert und einem Gärtner Kau 
ein Ueberfall verübt. Köhler wurde von Albert 
mit einer Eisenstange derart über den Kopf geschla 
gen, daß er schwere Verletzungen davontrug. Die 
Täter schnitten die Riemen der Geldtasche -durch und 
nahmen diese an sich. Durch die HÄferufe des 
Schwerverletzten und -durch Geistesgegenwart einiger 
Hausbewohner wurden viele Straßenpaffanten auf 
merksam, die sofort die Verfolgung aufnahmen. 
Albert wurde von einem Berliner Kaufmann ge 
sollt. Dabei gelang es auch, -die Geldtasche sicher 
zustellen. Auch der zweite Täter wurde festgenom 
men. Ein -dritter, bisher n-och unbekannter Täter, 
der sich ebenfalls an dem Ueberfall beteiligt hatte, 
ist leider entkommen. 
Gleichfalls am Mittwoch wurde zwischen den 
Ortschaften Eggersdorf und Biere bei Schönebeck an 
Die Straßenbahn im Untrrgrundbahnschacht. 
Diese Straßenbahn brach in Long Island City (USA.) in die Ausschachtung für die 
Untergrundbahn ein, als sie in schneller Fahrt eine Kurve nahm. Glücklicherweise wurde 
niemand ernstlich verletzt. 
der Elbe ein Posta-uto -des Postamtes Schönebeck 
überfallen. Der unbekannte Täter hat den Führer 
des Po-stautos betäubt und mehrere taufend Mark 
entwendet. 
Gewettschaftllcher Kampf mil Flugzeug- 
bombeu. 
Providence (Kentucky), 12. August. Zu dem 
Bombenangriff auf die Kohlengruben von Provi 
dence durch ein geheimnisvolles Flugzeug ist fest 
gestellt worden, daß die Bomben nach Art der 
Schrapnells mit Eisenkugeln gefüllt waren. Sie 
fiel etwa hundert Meter von einer Schar von Gru 
benarbeitern nieder und überschüttete diese mit 
einem Eisenhagel. Das Flugzeug kam aus der 
Richtung des Staates Ill-in-ois. Die Grubenleitung 
behauptet, daß es sich bei dem Attentat um den 
Versuch gehandelt habe, die Belegschaft, die der 
Grubenarbeiter-Gewerkschaft nicht angehört, einzu 
schüchtern und sie zum Beitritt zu veranlassen, Tat 
sache ist, daß -das Flugzeug auf fünf Gruben Bom 
ben abgeworfen hat, deren Belegs-chafà der Ge- 
werkscho-ft nicht angehören. 
* "* * 
65 Todesopfer in Lübeck. 
T.U. Lübeck, 13. August. Nach dem Bericht 
des Lübecker Gesundheitsamtes vom Mittwoch- 
vormittag ist wieder ein neuer Todesfall unter den 
mit den Tuberkelkulturen vergifteten Säuglingen 
zu verzeichnen, so daß sich die Zahl der Todes 
opfer auf 65 erhöht. Krank sind nach 55 Säug 
linge. 
Rasende Hunde ans die Gegner gehetzt. 
Kopenhagen, 12. August. In der dänischen 
Stadt Maribo entstand eine große Schlägerei 
zwischen den Artisten eines Wanderzirkus und 
einem Dutzend Schaulustiger, die ihr Geld für 
eine abgesagte Vorstellung zurückerstattet ha 
ben wollten. Als die Artisten den Kürzeren 
zogen, ließen sie eine Koppel wilder Hunde auf 
die Gegner los, worauf diese durch den ganzen 
Ort gejagt wurden. Schließlich wurde der 
Kampf in einem Hause fortgesetzt. Sechs Per 
sonen mußten sich in ärztliche Behandlung be 
geben, da sie von den rasenden Hunden schwer 
verletzt worden waren. 
Beim Schützenfest versehentlich erschossen. 
TU. Schwerin, 12. Aug. Im Ostseebad 
Wustrow ereignete sich auf dem Schützenfest 
ein bedauerlicher Unglücksfall. Der etwa 70- 
jährige Einwohner Engholm war beim 
Schießen als Scheibenweiser tätig. Als der 
alte Mann während einer kurzen Pause hin 
ter der Deckung hervorsah, wurde er von einer 
in demselben Augenblick abgefeuerten Kugel 
in den Kopf getroffen. Der Tod trat eine 
Viertelstunde später ein. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, 
Rendsburg. 
Chefredaktion u. Verlagsleitung: Ferd. Möller. 
Verantwortlich für Leitartikel: Ferd. Möller, 
für Politik: Adolf Gregori, für den 
allgemeinen Teil und Feuilleton: Herbert 
P n h l m a n n. für den wirtschaftlichen Teil: 
Dr. I o h. Gosch, für den provinziellen 
und örtlichen Teil: Karl Müller, alle in 
Rendsburg. 
Elfriede Eicke 
Hans Möller 
beehren sich ihre Verlobung 
anzuzeigen 
Reher Hademarschen 
August 1930 
5254 
Danksagung. 
Für die uns zur lllbernen Hochzeit 
Io zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten 
danken wir allen recht herzlich. 
Johannes Poppe und Frau. 
- Vüdelsdori. 
5248 
Todesanzeige. 
Heute nachmittag 3 Uhr entschlief nach 
langem Leiden Unsere liebe Mutter, 
Schwiegermutter und Großmutter 
Anna Lomeyer 
geb. Stolley 
im 64. Lebensjahre. 
Dies zeigen an in stiller Trauer 
die Kinder u. Verwandten. 
Alt-Duvenstedt, den 12. August 1930. 
Beerdigung am Sonnabend, 3 Uhr 
Danksagung. 
Für erwiesene Aufmerksamkeit beim 
Heimgänge unieres lieben Entschlafenen 
unsern herzlichen Dank. 
Ww. Chriktine Harder, 
geh. Wacheldori 
und Kinder. <5258 
Wohlde, den 13. August 1930. 
Todesanzeige. 
Heute Nacht um 
I Uhr entschlief 
sanft und ruhig 
meine liebe Frau, 
unsere liebeTante 
Wile A 
geb. Reiher 
im 76. Lebens 
jahre. 
In tiefer Trauer 
Peter Sä«k 
und Familie. 
Hamdorf, 
den 13. 8. 1930. 
Beerdigung am 
Sonnabend, d. 16. 
Aug., vormittags 
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Die Worte gegen den 
Schiffer Z. Gàll, welche 
rch gesagt haben soll, 
nehme ick, hiermit zu 
rück. X ' 
8. Wcstphal, 
Königstr. 19. 
Mtollfatlen 
von Schleswig verloren. 
Eeg. Belohn, abzugeb. 
Ernst Globig, 
Kiel. Ringstr. 38. 
Den werten Einwohnern von Rendsburg zur gef. Kenntnis, 
daß ich das Grundstück Torstraße 13 (früher Bäckerei 
Rohwer) käuflich erworben habe und mit dem 15. Aug. eine 
Biederet und Keniîerei 
eröffne. Mein aufrichtiges Bestreben wird es sein, allen 
Wünschen in jeder Beziehung gerecht zu werden. 
Ich bitte Sie höflichst, mein junges Unternehmen unter 
stützen zu wollen. *) 
Hochachtungsvoll 
Jludolļ ļpxiese 
Bäckermeister 
Achtung! Während der ersten beiden 
Eröffnungs-Tage gewähre ich beim Einkauf von 
1.— JUl, 15.%/ Kuchen nach freier Wahl gratis! 
Warum 
den GroßeMrocküaus 
Handbuch des Wissens in 20 Bänden 
Urteile der Besitzer 
Hören Sie 
Oer Große Brodhaus 1st în Wahiftgît eîh HandbuA 
aîlôs Wissens, das ich mir in größererVolIkommen. 
fieit nkiht vorstellen kann.' 
P. W., StadtinipeJctor I. R.,~Hannovef. 
Ein fabelhaftes Werk, über das ich mich außeron» 
deutlich freue, es macht viele Spezialbücher über« 
flüssig. Mit unseteilterFreude erwarte ich die ande 
ren Bände. O. IC, Journalist, Berlin. 
Nicht unterlassen möchte ich es, dem Verlag meine 
höchste Anerkennung für den „Großen Brodehaus 11 
auszusprechen. Er ist das interessanteste Buch, wel 
ches ich kenne. Auch die wundervollen Beilagen en» 
werben sich das Interesse selbst von denen, welche 
•onst nie ein Buch in die Hand nehmen. ' 
A. G„ PxaJdil&nltf Fortun^srubeli- Köln. 
Mehr darüber 
sagt Ihnen die nesr f'SiihÖ^bnetei'te Schrift „Mein 
Freuncf Abîszet". Sie steht Ihnen kostenlos .«nd 
unverbindlich zur Verfügung. WendènSiesfch noch 
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Einlagerung v. Mobilien 14708 
1 StBflHOil 
ML 
3tun Dreschen eingetroffen. 
Friede. Kruger, Audorf 
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