Full text: Newspaper volume (1938, Bd. 4)

Lateinamerika wehrt sich gegen Den BsAar- 
Zmperialiswns Rssfevelts 
Front gegen Washingtons Politik anf der Panamerikanischen Konferenz von Lima. 
Von unserem Mitarbeiter in Buenos Aires Arribeno. 
prn. Buenos Aires, 10. Dezember. 
Der Panamerikanismus ist eine Frucht der 
berühmten Monroe-Doktrin, so genannt nach 
dem Präsidenten James Monroe, der es in 
seiner Kongretzbotschaft vom Jahre 1823 als 
einen „Grundsatz" erklärtes „worin die Rechte 
und Interessen der Vereinigten Staaten ein 
geschlossen sind, datz die amerikanischen Konti 
nente . . . hinfort nicht mehr als Gegenstände 
für irgendwelche künftige Kolonisationen durch 
irgendwelche europäische Mächte anzusehen 
sind". 
Für das Verständnis der ganzen spezifisch 
nordamerikanischen Mentalität, ja der Ge 
schichte, Politik und Kultur von USA. ist aber 
jener andere Abschnitt der Monroe-Doktrin 
maßgebend, in dem vom Unterschied der „poli 
tischen Systeme" in Europa und Amerika ge 
sprochen wird. Europa wurde damals von den 
Mächten der „heiligen Allianz" beherrscht, die 
Aankees aber stirb stolz auf ihre republikanische 
Freiheit: „unsere ganze Nation ist der Ver 
teidigung unserer eigenen Regierungsform ge 
weiht . . . unter der wir beispielloses Glück ge 
nossen. Wir schulden daher der Redlichkeit und 
den freundschaftlichen Beziehungen, die zwi 
schen den Vereinigten Staaten und jenen 
Mächten bestehen, die Erklärung, daß wir je 
den Versuch ihrerseits, ihr Regierungssystem 
auf irgendeinen Teil dieser Halbkugel auszu 
dehnen, als für unseren Frieden und für un 
sere Sicherheit gefährlich betrachten würden". 
Das ist der Satz der Monroe-Doktrin, von 
dem die ganze vereinigte Deutschlandhetze der 
USA.-Demokraten und Juden ausgeht. Einst 
ehrlich gemeint und Ausdruck eines berechtig 
ten Stolzes auf die junge Freiheit, die von den 
Nordamerikanern wie von den Nationen La 
teinamerikas mit so großen Opfern an Gut 
und Blut erkämpft war, wird er jetzt entweiht 
und in den Schmutz gezogen als politisches Re 
klamemittel der schmutzigsten Geschäftskonkur 
renz einerseits, als Verleumöungsmotiv eines 
abgrundtiefen Hasses andererseits. Ich darf 
dabei voraussetzen, daß meinen Lesern in der 
deutschen Heimat die verschiedentlichen, mit 
ebenso grenzenloser Anmaßung (man denke 
nur an Roosevelts Friedensappell!) als wider 
licher Heuchelei vorgetragenen Warnungen vor 
der „deutschen Gefahr", vor der „Invasion 
des Faszismus" in Südamerika, 
wie sie in den letzten Monaten so häufig zu 
hören waren und zwar umso eindringlicher, je 
näher der Termin der am Donnerstag begon 
nenen Lima-Konferenz heranrückte, hin 
reichend bekannt sind. 
Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der 
panamerikanischen „Bewegung" — die es in 
Wirklichkeit nie gegeben hat und voraussicht 
lich auch nie geben wird — und der Panameri 
kanischen Konferenzen läßt erkennen, daß dem 
Gedanken des Panamerikanismus sehr enge 
Grenzen gezogen sind und daß er, wenn nicht 
grundlegende Aenderungen der Weltlage so 
wie der sozialen und wirtschaftlichen Struktur 
dieses Kontinents eintreten, stets nur zu be 
schränkten praktischen Ergebnissen führen 
kann,' die einzige sichtbare „Errungenschaft" 
panamerikanischer Konferenz blieb bisher das 
„Büro der amerikanischen Republiken" (seit 
1910 Panamerican Union genannt) in Wa 
shington, das „die Entwicklung und Förderung 
von Handel, freundlichem Verkehr und gutem 
Einverständnis" zwischen den amerikanischen 
Nationen zum Ziel hat. Generaldirektor dieser 
Panamerikanischen Union ist ein Nordameri- 
kamer und der Staatssekretär von USA. ist 
statutenmäßig Vorsitzender des Verwaltungs 
ausschusses. 
Das wirkliche Ziel des Panamerikanismus, 
einer Schöpfung des n o r d a m e r i k a n i - 
schen Imperialismus, bleibt natürlich 
die Einigung ganz Amerikas unter Führung 
der Vereinigten Staaten. Und gerade das ist 
es, was diejenigen Nationen, die geführt wer 
den sollen, nicht wollen: die Staaten Mittel 
und Südamerikas. 
Der Rio Grande del Norte ist nicht nur 
Grenzfluß zwischen USA. und Mexiko, er schei 
det auch zwei Kontinente, Nord-Amerika und 
Jbero-Amerika. Vom Rio Grande bis zur 
Magallanstraße herrscht nur eine Meinung 
über den Panamerikanismus: Gott schütze 
uns vor unseren amerikanischen 
Freunden! Vor den europäischen „Fein 
den", die sie uns jetzt wieder an die Wand des 
Konferenzsaales in Lima malen möchten, wer 
den wir uns schon selber schützen! In der Tat 
bestehen zwischen Nord und Süd soviel rassi 
sche, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Ge 
gensätze, daß es der ganzen Anmaßung und des 
eingefleischten Imperialismus der Iankees 
bedarf, sie diese Gegensätze übersehen oder ge 
ringschätzen zu lassen. Darum müssen sie ihnen 
von Jberoamerikanern, die den Mut zur 
Wahrheit haben, immer wieder zu Gemüte ge 
führt werden. 
Das hat in herzhafter Weise gerade jetzt, kurz 
vor seiner Abreise nach der peruanischen Haupt 
stadt Lima, der argentinische Außenminister 
Dr. Cantilo besorgt, der in einer Erklärung zu 
der letzten Rundfunkrede Roosevelts über ein 
allamerikanisches Defensivbündnis gegen Eu 
ropa rundweg erklärte, Argentinien habe zwar 
für eine amerikanische Solidarität Verständ 
nis, es sähe aber keinen Anlaß, den Ge 
danken eines a l l a m e r i k a n i s ch e n 
Rüstungsabkommens oder Schutz 
bündnisses näher zu treten. Schon 
im Juli dieses Jahres hat Dr. Cantilo einem 
nordamerikanischen Journalisten („New Jork 
Post") auf dessen recht eindringliche Anbohrung 
betreffs engerer Zusammenarbeit zwischen 
Nord- und Südamerika unverblümt Wahr 
heiten gesagt und den Amerikanern zu ver 
stehen gegeben, daß den Argentiniern — 
und das gilt für alle Jbero-Amerikaner — 
Europa näher steht als Nordame 
rika. Wenn Nordamerika darin eine Aende 
rung wünsche, so läge es nur an den Nord- 
amerikanern, einen Wandel zum Besseren her 
beizuführen. 
Es ist dabei besonders zu beachten, daß die 
ser argentinische Staatsmann, unter dessen ge 
schickter und energischer Leitung die Chaco- 
Friedenskonferenz in diesem Jahre endlich ei 
nen Konflikt begraben hat, der — nicht ohne 
Schuld des nordamerikanischen Wirtschaftsim 
perialismus — solange den Frieden in der 
südamerikanischen Völkerfamilie störte, in 
Lima sicherlich die maßgebendste Stellung un 
ter den Vertretern Südamerikas einnehmen 
wird. Das entspricht ja auch der Geltung, die 
dem fortgeschrittensten Staatswesen dieses 
Kontinentes eigen ist. Der Außenminister 
Brasiliens, dessen starke Hinneigung zu Wa 
shington man selbst in brasilianischen Militär 
kreisen schon mit Mißtrauen und Unbehagen 
vermerkt hat, wird es unter diesen Umständen 
nicht wagen können, sich zum Wortführer einer 
Politik zu machen, die den Panamerikanismus 
schon von jeher so verstanden hat, wie ihn die 
Vertreter der Monroe-Doktrin von Präsident 
Monroe bis Roosevelt verstanden wissen wol 
len: ganz Amerika den Nordamerikanern! 
Diese Politik, die heute so stark unter jüdi 
schem Einfluß steht, bedient sich zur Stim 
mungsmache für Lima schon seit Monaten des 
alten Gauner-Tricks: Haltet den Dieb! Das 
nordamerikanische Wirtschaftsimperium trach 
tet danach, den Markt von ganz Mittel- und 
Südamerika zu monopolisieren. Das wird auch 
in Lima wieder versucht werden, aber voraus 
sichtlich, trotz der jüdischen Schützenhilfe, nicht 
mit mehr Erfolg als früher. Europa liegt den 
ļbero-amerikanischen Nationen wirklich näher 
als Nordamerika! 
Der Streit um den Suez-Kaual 
üenden die Völker, deren Schiffe den Suez- 
Kanal benützen müssen, noch mehr kopfscheu 
zu machen. Es ist die übliche Aufspeicherungs 
politik rein privatlich orientierter Aktienge 
sellschaften. Weder Italien, noch Deutschland, 
noch Holland, noch Japan sind im Verwal 
tungsrat vertreten, obwohl alle diese vier 
Mächte starke Interessen an einem möglichst 
klaglosen und billigen Passieren des Suez- 
Kanals haben. Die hohen Abgaben, die die 
Gesellschaft von den Schiffen erhebt, haben 
schon dazu geführt, daß manche Schiffe den 
Weg um Afrika herum oder -durch den Pa 
nama-Kanal nach Ostasien einschlagen. Nach 
den Häfen von Jtalienisch-Ostafrika wäre 
aber der Weg um Afrika oder durch den Pa 
nama-Kanal ein allzu großer Umweg. Umso 
härter empfindet es Italien, daß es für jede 
Tonne Fracht und jeden Passagier eine 
Zwangssteuer in Gold zahlen mutz, die seinen 
rasch ansteigenden Handelsverkehr mit Ost 
afrika schwerstens belastet. Dazu kommt, daß 
trotz der enormen Abgaben der Kanal nicht 
sonderlich gut instand gehalten ist. An sich 
macht die Zunahme des Schiffahrtsverkehrs 
eine Verbreiterung und Vertiefung notwen 
dig. Aber die Suez-Kanal-Gesellschaft, deren 
Monopol zu Gunsten Aegyptens, wie gesagt, 
1957 erlischt, will sich um die an sich dringend 
notwendigen Ergänzungsarbeiten herum 
drücken und diese Aufgabe lieber Aegypten 
überlassen, wenn es erst einmal die Erbschaft 
antritt. Die unzureichenden Abmessungen des 
Kanals legen den Schiffen oft die Notwendig 
keit auf, mit der Durchfahrt zu warten, bis 
früher angekommene Schiffe ihre Reise ange 
treten haben und auch diese Unzulänglichkeit 
verteuert erheblich die Passage, obwohl die 
happigen Durchfahrtgebühren in blankem 
Gold bezahlt werden müssen. 
Die italienische Presse hebt mit Nachdruck 
die Benachteiligung Italiens in der Verwal 
tung des Suez-Kanals hervor. Der Einspruch 
gründet sich auf zwei verschiedene Tatbestände: 
Einmal steht der Suez-Kanal, der rechtlich 
zum ägytischen Hoheitsgebiet gehört und des 
sen Verwaltung auch 1957 an Aegypten zu 
rückfallen soll, tatsächlich unter englischen 
Kanonen. In dem englisch-ägyptischen „Bünd 
nisvertrag" vom Jahre 1937 ist ausdrücklich 
vorgesehen, daß England nicht nur sein bis 
heriges Garnisonrecht in der nächsten Nach 
barschaft des Suez-Kanals weiter behält, son 
dern es werden auch englische Truppen, die 
bisher im Niltal stationiert waren, künftig 
hin ihre Standorte an den Suezkanal ver 
legen. Schon vor dem Krieg geschlossene Ver 
träge sollten aber den Suez-Kanal auch in 
dem Sinn internationalisieren, daß er außer 
halb kriegerischer Verwicklungen bleibt. Wie 
wenig sich die Engländer an diese Abmachun 
gen gehalten haben, geht daraus hervor, daß 
sie im Jahre 1914 noch vor der Ueberreichung 
der Kriegserklärung deutsche Dampfer an der 
Weiterfahrt hinderten und später internier 
ten. Neben diesem politischen Tatbestand steht 
die Beschwerde Italiens wegen der allzu star 
ken finanziellen Belastung der italienischen 
Schiffahrt. Auch dieser Beschwerdegrund ist ge 
rechtfertigt. Die französisch-englische Verwal 
tungsgesellschaft erzielt Reingewinne von 
70 Prozent des Kapitals. Trotz der enormen 
Gewinne, die sie ausschüttet, und der hohen 
Beträge, die sie an ihre Verwaltungsratsmit 
glieder zahlt, die mit einiger Ausnahme 
Engländer und Franzosen sind, hat die Ge 
sellschaft enormen Grundbesitz erworben, be 
sonders auch in Frankreich. Das geschah, um 
nicht durch Ausschüttung märchenhafter Divi- 
Das Weltanschauliche Ringen in Rordschleswig 
Die letzten Wochen haben in Nordschleswig 
verschiedene Anzeichen dafür gebracht, daß 
auch dir nordschleswigsche Bevölkerung von 
dem weltanschaulichen Ringen der Gegenwart 
immer mehr erfaßt wird. Dabei handelt es sich 
nicht nur um den bodenständigen Deutschen, 
sondern auch um den bodenständigen dänischen 
Nordschleswiger, dessen Vorfahren seit Jahr 
hunderten den nordschleswigschen Boden be 
siedelt haben. Das Vertrauen zu den reichs 
dänischen Parteien, die nach 1920 nach Nord 
schleswig kamen, ist weithin erschüttert. Es ist 
bezeichnend, daß der Generalauditeur Pür- 
schel seine erste öffentliche Versammlung, nach 
dem er sich von der konservativen Partei los 
gesagt hatte, in Nordschleswig abhielt. Und 
nirgends hat L. S., jene Organisation ent 
täuschter Venstreleute, mehr Mitglieder ge 
habt als in Nordschleswig. Für das Suchen 
und Tasten nach etwas Neuem, das auf seiten 
dänischer Nordschleswiger eingesetzt hat, ist 
ein Artikel bezeichnend, den der heimdeutsche 
Bauer Hans Hansen-Green in der Montag- 
Ausgabe der „Nordschleswigschen Zeitung" 
veröffentlicht und der die Ueberschrift trägt 
„Unser dänischer Nachbar". 
In dem Artikel wird eingangs darauf auf 
merksam gemacht, daß die nationale Span 
nung in Noröschleswig in der letzten Zeit 
stark vermehrt sei, aber noch gebe es viele 
Bande, die die Menschen deutscher und däni 
scher Gesinnung miteinander verknüpften, die 
Familienbande, die Blutsgemeinschaft, die Hei 
mat- und Schicksalsgemeinschaft. Die heutige 
Zeit mit ihrer politischen Neuwerdung in Eu 
ropa, so fährt H. Hansen fort, habe auch in 
Nordschleswig eine große Macht über die 
Menschen. So ganz hätten sich die dänischen 
Nordschleswiger nie in die dänischen Parteien 
hineinfinden können. In der Zeit, der Zu 
gehörigkeit zu Deutschland hätten sie eine ge 
schlossene nationale Front gebildet und nun 
ständen sie als parteipolitische Gegner oft ge 
geneinander. Oft höre man in der Wahlzeit 
von dänischen Leuten den Stoßseufzer: „Ach, 
wäre es doch wie früher!" 
Die scharfe wirtschaftliche Krise habe ein 
übriges getan. In dem erbitterten Kampf um 
die Scholle hätten oft dänische und deutsche 
Nordschleswiger in einer Front gestanden. 
Viele dänische Nordschleswiger seien Kriegs 
teilnehmer und seien im harten nationalen 
Kampf gestählt. Sie bäumten sich mit ganzer 
Kraft auf gegen das Schicksal, daß sie zu er 
schlagen drohe. Die wirtschaftliche Not habe 
die Selbstsicherheit vieler dänischer Bauern 
zerbrochen, gleichzeitig aber auch ihren Glau 
ben an den demokratischen Parlamentaris 
mus. Es krache in dem dänischen Parteigebälk, 
und man suche ernsthaft nach einem neuen 
System. Weltanschaulich bestehe kaum noch 
ein Unterschied zwischen dem heimdeutschen 
und dem heimdänischen Bauern. Nur die alte 
Trennungslinie des Nationalen sei noch vor 
handen. Gerade die bodenständige dänische Be 
völkerung müsse verstehen können, daß nach 
den Vorgängen im Reich die deutsche Volks 
gruppe in Nordschleswig sich dem Marschtritt 
ihres Volkes habe angliedern müssen und daß 
es im höchsten Grade verwerflich sei, daß die 
deutsche Volksgruppe durch Wegnahme des 
Grund und Bodens entwurzelt werde. 
Aus die Frage, ob deutsche und dämschL 
Menschen in Noröschleswig sich feind sein 
müßten, bemerkt H. Hansen zum Schluß: ,^ch 
meine: Nein, wenn man groß genug denkt. 
Wir dürfen nicht vergessen, daß, wie es auch 
kommt, wir jedenfalls Nachbarn bleiben wer 
den und zusammenleben müssen, ja, auch un 
sere Kinder und Kindeskinder. Ueber das 
Trennende hinweg vereint uns das gleiche 
Blut und die gleiche Liebe zu unserer gemein 
samen Heimat." 
Am Hum Mwum 
lb. Husum, 12. Dez. Luftschutz-Oberführer 
Dravin verabschiedete sich. Am Sonnabend 
hatten sich die gesamten Führerstäbe aller 
Gemeindegrnppen der Orts-Kreisgruppe Hu- 
mm-Eiderstedt des Reichsluftschutzbundes zu 
einer Tagung in Husum versammelt. Im An 
schluß an diese Tagung fand unter Anwesen 
heit von Vertretern der Partei, der SA., der 
SS., des Arbeitsdienstes, der Feuerwehr und 
der Polizei im festlich geschmückten Saal des 
Schützenhofes die Verabschiedung des LS.- 
Oberführers Dravin statt. Nach einem feier 
lichen Musikvortrag ergriff der scheidende 
Führer der Orts-Kreisgruppe Husum-Eider- 
stedt das Wort zu einer letzten Ansprache an 
seine Amtsträger und die zahlreich erschiene 
nen Ehrengäste. In einem Rückblick gab der 
LS.-Oberführer eine Uebersicht über die unter 
seiner zweijährigen Führung geleistete Arbeit. 
In drei großen Etappen wurde erreicht: 1. der 
Aufbau der Organisation des Reichsluftschutz 
bundes bis hinein in den kleinsten Ort der 
Kreise Husum und Eiderstedt, so daß heute 
in diesen beiden Kreisen allein rund 2000 
Amtsträger in ehrenamtlicher Arbeit stehen 
und die Gewähr dafür bieten, daß jegliche 
Anordnungen und Aufgaben des Reichsluft 
schutzbundes auch in dem kleinsten Ort zur 
Durchführung gelangen: 2. die Mitgliederzahl 
wurde durch eine durchgreifende Werbung von 
4% auf über 25% der gesamten Einwohner 
schaft der beiden Kreise gesteigert: 3. die wich 
tigste Aufgabe, nämlich die Ausbildung der 
Bevölkerung, wurde in Angriff genommen 
und forciert durchgeführt, nachdem zwei Vor 
aussetzungen dafür erfüllt waren, nämlich die 
Gewinnung und Ausbildung vieler örtlicher 
Luftschutzlehrer, die durch die fast ausnahms 
lose Bereitschaft der Lehrerschaft außerordent 
lich schnell erreicht werden konnte, und durch 
die in jedem Ort von den Blockwarten durch 
geführte Aufstellung der als Selbstschutzkräfte 
geeigneten Einwohner. Nach dem Rückblick 
über die geleistete Arbeit nahm der LS.-Ober- 
führer Dravin in bewegten Worten Abschied 
von seinen Amtsträgern, mit denen er in 
zwei Jahren in echter Kameradschaft Außer 
ordentliches geleistet hat. Er forderte zum 
Schluß die Amtsträger auf, dem Nachfolger, 
SA.-Sturmbannführer von der Haydn, das 
gleiche Vertrauen und unverminderten 
Arbeitseinsatz entgegenzubringen. Mit dem 
LS.-Oberführer Dravin verabschiedete sich auch 
sein Stellvertreter im Amt, Dr. Tidelski aus 
Husum, der sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter 
große Verdienste im Aufbau der Orts-Kreis 
gruppe erworben hat. Als Anerkennung und 
Erinnerungsgabe wurde dem LS.-Oberführer 
ein Gemälde von Albert Johannsen über 
reicht. LS.-Oberführer Dravin wird in Bre 
men sein neues Arbeitsfeld finden. 
Hum Sdwnļwde 
Owschlag, 12. Dez. Jmkerversammlung. Am 
Sonntag hielt die Ortsfachgrnppe Imker eine 
Versammlung ab, mit der eine Honig- und 
Wachslehrschau verbunden war. Die gezeigten 
Honigproben waren gut: mehr als 50 vH. 
konnten mit 100 Punkten bewertet werden. 
Die Wachsböden ließen Mängel erkennen,' die 
Erfahrung in der Herstellung derselben ist 
noch zu gering. Umso dankbarer war man all 
gemein über die anschließende Belehrung, die 
Jmkerkamerad Mellmann-Kropp an Hand der 
Honig- und Wachsproben gab. Der Landes 
obmann für Marktfragen, Schokert - Esgrus- 
schauby, hielt einen Vortrag über die Be 
handlung des Honigs von der Zelle bis zum 
Einheitsglas. Schließlich fand noch eine Ver 
losung statt, in der neben wertvollen Imker- 
artikeln auch ein Blätterstock zu gewinnen 
war. 
3n WSK2ZKN Befiel» 
Die „Tribuna" unterstreicht die historischen 
Rechte Italiens auf Tunis und erklärt, daß 
diese Frage solange als nicht erledigt betrach 
tet werden könne, als sie nicht gemäß der Ge 
rechtigkeit und in vollkommener Uebereinstim 
mung mit den Erfordernissen der neuen euro 
päischen Solidarität gelöst sein werde. 
Die japanische Säuberungskampagne gegen 
die chinesischen Banden dauert an. Die Ver 
luste der Japaner sind dabei sehr gering, wäh 
rend die Chinesen sehr viele Tote und Ver 
wundete verlieren. N 
Drei Tote beim Untergang des norwegischen 
Walfängers. Wie jetzt bekannt wird, sind bec 
dem Untergang des norwegischen Walfängers 
„Thorgaut", der Anfang Dezember mit dem 
norwegischen Schiff „Thorshammer" zusam 
mengestoßen und gesunken ist, drei Mann der 
Besatzung der „Thorgaut" um Leben gekom 
men. Das gesunkene Schiff nahm an einer 
Antprktis-Expedition teil.
	        
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