Unfähige SprrrkafferrLeamLe.
Die Zustände bei der Bordes-
holmer GsMeindefparLaffe.
72500 Mark ungebekte Verbindlichkeiten.
wurde, 25 000 Mark an einer bestimmten Stelle
zu hinterlegen.
Zum Beweise, Laß das Geschäft in Ordnung
sei, sollte er in einem Hamburger Blatt eine An
zeige aufgeben, die u. a. die Worte enthalten
sollte: „Ich komme." Die Hamburger Kriminal
polizei hatte Schliemann nun dazu geraten, die
Anzeige auch tatsächlich aufzugeben. Sie war vor
gestern erschienen, Um so rätselhafter aber war es,
daß trotzdem das Sprengstoffattentat versucht
wurde.
Einer Mitteilung des Polizeipräsidiums
Altona entnehmen wir noch folgende, Einzelhei
ten:
Bei Tagesanbruch fand sich auf der vor dem
Fenster angebrachten Blumenkrippe eine Halbkilo-
Blechdose, die mit mehreren Projektilen von Jagd-
munition sowie mit Schrotkugeln verschiedenen
Kalibers und den dazugehörigen Pulverblättchen
gefüllt war. Dis Dose war mit einer 4 Meter
langen Zündschnur verbunden. Das anders Ende
dieser Zündschnur ragte in den Garten.
* ^ *
Opfer des Badens in der Elbe.
Altona, 25. Aug. Beim Baden am Oevel-
gönner Strand ist ein Arbeiter Adolf Cz. ans
Altona ertrunken. Cz. hatte sich offenbar zu
weit in den Strom hinausgewagt.
* * *
Brandstiftung.
Mölln, 25. Aug. In Nüsse bei Mölln
brannte das Biehhaus auf dem Gewese vor».
Hufemann ab. Es liegt Brandstiftung vor.
ï *
Er» Zunge beim Erniseinfahren
fchwer verunglückt.
r. Neumünster, 25. Aug. Mit schweren
Verletzungen wurde heute nachmittag der
9jährige Landmannssohn Hans Engeland
aus Groß-Harrie in das hiesige Krankenhaus
eingeliefert. Beim Einfahren der Ernte hatte
sich der Kleine trotz des Verbots seines Stief
vaters, des Landmanns Emil Bunte, auf die
Deichsel zwischen den hochbeladenen Wagen
gesetzt, war infolge des holperigen Pflasters
der Torfstratze abgestürzt und von dem zwei
ten Wagen -überfahren worden. Die Räder
gingen ihm über die Brust und die Ober
schenkel hinweg und verletzten ihn lebens
gefährlich.
* * *
kt. Glückstadt, 25. Aug. In der Sitzung der
städtischen Kollegien stand die Frage des Ankaufs
des Strafgefängnisies und der dom Justizfiskus ge
hörenden ehemaligen Festungsländereien erneut
zur Verhandlung. In der letzten Sitzung war
bereits darüber beraten worden. Dem Beschluß,
Vertreter nach dem Justizminister zu entsenden,
um zu versuchen, finanzielle Vorteils zu erreichen,
ist inzwischen entsprochen worden. Der Bürger
meister hat in Berlin im Justizministerium die
Bedenken zur Kenntnis gebracht, wobei er die Höhe
des Kaufpreises bemängelt u. auch darauf hinge
wiesen habe, daß bei der Summe eine Erhöhung
der Steuern Platz greifen müsse. Vom Vertreter
der Justizbehörde ist ihm darauf erwidert worden,
daß seine Behörde dom Verkauf für 100 000 Jl zu
stimme, dagegen beständen im Finanzministerium
Bedenken. Zur Zeit wäre deshalb die Angelegen
heit noch einmal dem Regierungs-Präsidenten in
Schleswig zugeleitet zwecks gutachtlicher Aeuße
rung über dis Angemessenheit des von der Stadt
abgegebenen Angebots. Es sei aus diesem Grunde
aussichtslos, daß der Preis niedriger würde. Im
Justizministerium bestehen außerdem noch Be
denken darüber, ob das für den Bau des neuen
Amtsgerichtsgebäudes vorgesehene Gelände auch
als geeigneter Baugrund gelten könne. Aus die
sem Grunde würde vielleicht noch von der Stadt
die Hergäbe eines für den Vau des Amtsgerichts-
gebäudes besser geeigneten Platzes verlangt wer
den. Rach vorgenommener Aussprache wurde fol
gender Beschluß gefaßt: Es wird beschlossen, den
fiskalischen Besitz an der Königstraße 40-41 (ehem.
Strafgefängnis) und die fiskalischen Ländereien
Am Wall nach den im Angebot des Magistrats
vom 25. 2. 1930 niedergelegten Bedingungen zu
erwerben. Die Erwerbskosten werden in der
Weise abgegolten, daß für den preußischen Fiskus
auf einem für diesen Zweck abgetrennten Grund
stück ein Amtsgerichtsgebäude stadtseitig erbaut
werden wird. Ferner wird für eine vom Kreise
zu erbauende Gemüsebauschule das erforderliche
Gelände Am Wall in Größe von ca. 2 Hektar für
10 000 Jl hergegeben. Der Rest der Ländereien ist
für den Bau einer Turnhalle vorgesehen, die ge
mäß Beschluß der städtischen Kollegien vom 10. 11.
1927 gebaut werden soll. Der Magistrat wird be
auftragt, den Abschluß der für die Durchführung
dieses Beschlusses erforderlichen Verträge mit dem
preußischen Fiskus sowie mit dem Kreisausschuß
vorzubereiten. — Alsdann wurde über dis Auf
bringung der Mittel verhandelt. Während ur
sprünglich die Summe von 125 000 Jl vorgesehen
wurde, machte der Magistrat heute eine abgeän
derte Rechnung auf. Beschlossen wurde die Auf
nahme einer Anleihe von 80 000 JL, die mit höch
stens 8 Proz. zu verzinsen und mit 2 Proz. jährlich
unter Zuwachs der ersparten Zinsen zu tilgen ist.
Die für Ve^insung und Amortisation dieser An
leihe erforderlich werdenden Mittel sollen aufge
bracht werden aus dem Miet- und Pachtaufkom
men der zu erwerbenden Gebäude und Ländereien
und einem von der Spar- und Leihkasse bereitge
stellten Betrag aus den lleberschüffen derselben in
Höhe von jährlich 3500 Jl. — Es schloß sich eine
vertrauliche Sitzung, in der über die Uebernahme
einer Bürgschaft verhandelt werden sollte, an.
es. Bordcsholm, 26. Aug. In anerkennens
werter Weise verhandelte die Bordesholmer Ge
meindevertretung am Montagabend in öffentlicher
Sitzung, um zu dem Skandal bei der Gemeinde-
sparkasse Stellung zu nehmen. Etwa einhundert
Zuhörer hatten sich eingesunöen. Ills Sachver
ständiger war Direktor Ahrendtz von der Spar-
und Leihkasse Bordesholm-Bahnhof anwesend.
Auch war der Vorstand der Gemeindesparkasse
erschienen.
Gemeindevorsteher Ahrend leitete die Ver
handlungen. Direktor Ahrendtz wurde als Sach
verständiger für den Sihungsabend anerkannt.
Zur Verlesung gelangte durch den Gemeindevor
steher der Revisionsbericht vom 14., 15. und
16. Juli d. Js. In diesen Tagen fand eine un
vermutete Ueberprüfung der Kasse durch den
Verbanösrevisor statt. Die Kritik war äußerst
interessant.
Man sollte cs einfach nicht für möglich
halten, mit welcher Unkenntnis die Kasse
geführt worden ist.
Als Leiter der Kasse wurde seitens des Revisors
der Kassengehilfe Schröder bezeichnet, obwohl
Nielsen im eigentlichen Sinne der Leiter der Kasse
war, durch Krankheit jedoch lange Zeit dem Ge
schäftsverkehr fernstand. Schröder war, dem Be
richt zufolge, alles andere als Leiter einer Spar
kasse. Ihm mntz jede Sachkentnis zur Führung
eines ordnungsmäßigen Kassenbetriebes abge
sprochen werden. Seine Unkenntnis führte schließ
lich zur Katastrophe. Selbstverständlichkeiten wur
den außer acht gelassen. Papierhändler Belter
mann hatte sicherlich die schwachen Seiten Schrö
ders beizeiten erkannt. Er wickelte ihn ein. Und
zwar in einem solchen Maße, daß ein Entrinnen
unmöglich war. Schröder schenkte Beltermann
das vollste Vertrauen.
Beltermann genoß ein solches Vertrauen,
daß er zum Teil den Verkehr mit der
Girozentrale von Schröder übertragen
bekommen hatte.
Als Beltermann eines Tages 1200 RM. von der
Gemeindesparkasse an die Girozentrale abliefern
sollte, behielt er davon 606 RM. für seine eigenen
Bedürfnisse zurück. Ein anderes Mal sollten
1006 RM. zur Ablieferung gelangen, die Velter-
mann für sich natürlich besser verwenden konnte.
— Der Revisionsbericht besaßt sich mit vielen
Sparkassenkonten, die mehr oder weniger einer
Berichtigung bedürfen. Es wurden nicht die Na
men der Kontoinhaber, vielmehr nur die Num
mern der Konten verlesen. Da ist so manches
Konto dabei, dem als Grundbedingung die nötige
Sicherheit fehlt. So manches Konto ist über
zogen, ohne daß der Vorstand «m Genehmigung
befragt worden ist.
Alles in allem: seitens der Leiter eine
Lotterwirtschaft, wie sie größer nicht sein konnte.
Noch interessanter war der Revisionsbericht
vom März 1929, der dem Vorstand nicht unter
breitet worden ist. Wäre dieser Bericht dem Vor
stand vorgelegt worden, hätten die eingerissenen
Uebelstände nicht auftreten können. Der Bericht
ist einfach unterschlagen worden. Alle vorhande
nen Wechsel waren nicht verstempelt. Eine zu
hohe Kreditgewährung wird schon damals er-
ivähnt. Der Revisor verlangte den Abtrag aller
Bankschulden, eine Weitergewährung von Kredi
ten und fordert den Vorstand auf, dip gerügten
Mißstänüe schleunigst zu beseitigen. Eine Per
sonaländerung in der Leitung wurde vorgeschla
gen.
Dem Bericht nach war die Gemeindssparkasse
schon im März 1929 nicht mehr existenzfähig. Sie
mußte aber existenzfähig bleiben, weil Nielsen und
Schröder sonst ihre Brotstelle hätten verlieren
können. Es wurde weiter gewurstelt, immer in
der Hoffnung, daß schließlich doch der Tag kommt,
an den^ şlles zum Guten gewendet wird.
Gemeindevorsteher Ahrend gab nun einen
Ueberblick über die gesamte Angelegenheit. Aus
diesem ist zu entnehmen, daß die Gemeindespar
kasse im vergangenen Jahre einen Reingewinn
von 3606 RM. zu verzeichnen hatte. .Wenn eine
Sparkasse einen Reingewinn abwirft, dann muß
ja schließlich auch alles in Ordnung sein. Auf
diese Weise hatte auch der Vorstand nichts Böses
geahnt. Zu Beginn der Julirevision war Schrö
der ln Urlaub. Vom Vorstand wurde er zurück
berufen. Nachher nahm er seinen Urlaub weiter.
In einer Sitzung vom 6. August gab der Vor
stand bekannt, daß ihm von einer Kreditgewährung
an Veltermann in diesem Ausmaße nicht das Ge
ringste bekannt sei. Schröder bestritt entschieden,
daß Veltermann eine derartige Schuldenlast von
65 660 RM., wie sie zu dem Zeitpunkt bekannt
war, haben könne. Der Revisor müsse sich geirrt
haben! Schröder schlug dem Vorstand vor, Velter
mann weiterhin mit der Kasse arbeiten zu lassen!
Es käme alles.wieder in Ordnung! Nun war der
Vorstand bestrebt, von Beltermanu soviel als
möglich Sicherheiten zu erlangen. Beltermann
wollte für 25 666 RM. Sicherheiten beschaffen, was
ihm nicht gelang. Es ist einwandfrei festgestellt,
daß Schröder in ganz gewissenloser Weise gear
beitet hat. — Der Landrat erließ eine Verfügung,
wonach der Gemeindevorsteher angewiesen wurde,
in dieser Sache streng öurchzugreifen. Dies ist
auch geschehen. — Schröder hatte ein eigenes
Sparguthaben von 2700 RM., das beschlagnahmt
wurde.
Festgestellt wurde, daß Briefe von der
Girozentrale, die einen energischen Wort
laut hatten, von Schröder vernichtet wor
den sind.
Durch das energische Eingreifen des Gemeinde
vorstehers wollte Beltermann diesen für alles
verantwortlich machen, da es ihm, Beltermann,
nicht gelungen sei, nunmehr Sicherheiten zu be
schaffen. — Zur Verlesung gelangte ein Bericht
des Sparkassenangestellten Lammers, wonach die
sem in einigen Fällen die Handlungsweise Schrö
ders nicht geheuer vorkam. — Beltermann hatte
dem Vorstand den Vorschlag unterbreitet,
wöchentlich 150 RM. von der Schuldsumme zum
Abtrag zu bringen. — Da weder von Beltermann
noch von Schröder Sicherheiten herbeigeschafft
werden konnten, erfolgte Strafantrag gegen
Schröder wegen schwerer Untreue, gegen Nielsen
wegen Fahrlässigkeit und gegen Beltermann we
gen Anstiftung zum Kreditbetrug. Schröder ist
fristlos entlasse«. Nach dem, was inzwischen be
kanntgeworden ist, wird eine Weiterbelassung
Nielsens im Amte sich kaum aufrecht erhalten las
sen. Eine Vermögensbeschlagnahme von Nielsen
und Schröder ist bis zur Stunde noch nicht erfolgt,
da bei den Genannten ein Fluchtverdacht nicht
vorliegt. — Am 20. August hatte sich Beltermann
nach Kiel abgemeldet. Hier versuchte er, einen
Auslandspaß zu erhalten, was ihm nicht gelang.
Dann wandte er sich an das Lanöratsamt in Bor
desholm. Inzwischen setzte er sich telephonisch mit
Neumünster in Verbindung. Auch von hier konnte
er keinen Paß erlangen. Da der offensichtliche
Fluchtverdacht vorlag, wurde er verhaftet und dem
Amtsgerichtsgefängnis Kiel zugeführt.
Mit Spannung wurde die Verlesung der
Strafanzeige verfolgt. Daraus ging hervor, daß
der Wechselkrcdit, den die Gemeindespar
kaffe Beltermann gewährt hatte, die Höhe
von 98 000 Reichsmark hat.
Diesem Betrag stehen an Sicherheiten etwa
25 660 Reichsmark gegenüber, so daß
an nngedeckten Verbindlichkeiten 72 800 RM.
verbleiben. Die Haussuchung bei Veltermann
förderte «. a. ein Päckchen mit Scheckauweisnngen
zutage, die schon mit den Unterschriften von
Schröder versehen waren. Kaufmann Hansen ist
um beinahe 860 RM. betrogen worden. Dies ge
schah dadurch, daß von einem Wechsel über 641 RM.
von Veltermann zwei Abträge von je 100 RM.
geleistet wurden, der abgetragene Wechsel über
441 RM. durch geschickte Täuschung nicht vernichtet
wurde, sondern weiterlief.
Die Gemeinde Boröesholm hat als Ge-
wührsverband für den entstandenen Scha
den in Höhe von 72 500 RM. auszukommen.
Es besteht leider noch die Möglichkeit, daß noch
mehrere Wechsel in der Welt herumschwimmen.
Zur Stunde sind 27 Wechsel zu Protest
gegangen mit einem Gesamtwert von
32 000 RM .
Davon tragen drei Wechsel die Unterschrift von
Nielsen und Schröder, die anderen die Unter
schrift von Schröder und dem jungen Angestellten
Lammers.
Gemeindevertreter Sievcrs nahm zu den ver
schiedenen Punkten mehrere Male das Wort. Er
machte u. a. dem Gemeinöesparkassenvorstand
zum Vorwurf, daß er nicht dafür Sorge getragen
habe, den Revisionsbericht vom März 1929 in die
Hände zu bekommen. Ferner erhob er zum Vor
wurf, daß man Leute von solcher Unfähigkeit im
Amte belassen habe. Sievers forderte vollkom
mene Aufklärung in aller Oeffentlichkeit. — Ge-
meindevertrcter Mordhorst schiebt dem Vorstand
eine moralische Schuld zu, von der er nicht freizu
sprechen sei.
Mit der Krcissparkasse sind in den ersten Ta
gen der Aufdeckung Verhandlungen gepflogen wor
den zwecks Uebernahme der Gemeindesparkasse,
Diese haben bisher zu keinem Ziel geführt. Wenn
die Kreissparkasse die Sanierung vornimmt, stellt
sie zur Bedingung, daß die Gemeindesparkasse als
solche aufgelöst wird und die bisher von der Ge
meindesparkasse innegehabten Räumlichkeiten ver
schwinden.
Direktor Ahrendtz von der Spar- und Leih
kasse Boröesholm-Vahnhof hatte einen Vorschlag
ausgearbeitet, wonach die Gemeindesparkasse be
stehen bleibt, daß jedoch die laufenden Konten von
der Spar- und Leihkasse übernommen werden. Die
Abwicklung und Ueberleitung würde mit der größ
ten Schonung vorgenommen. Von der Gemeinde
müßte eine Liquidationsanleihe aufgenommen
werden. Das gebrachte Zahlenmaterial läßt eine
praktische Lösung zu, ohne daß die Steuerzahler
irgendwie herangezogen werden brauchen, voraus
gesetzt, daß die Wechselverbinülichkeiten die Summe
von 98 006 RM. nicht überschreiten. — Als Ver
treter der Kreissparkaffe sprach Gemetndevertreter
Schlotfeldt. — Das Gebiet der Sanierung der
Gemeindesparkasse ist so kompliziert, daß die Ge
meindevertretung einen Beschluß nicht fassen
konnte und nach dieser Richtung erst in der näch
sten Sitzung entscheidend beraten wird. Es ist an
zunehmen, daß die Kreissparkasse, nachdem sie
jetzt einen klaren Ueberblick gewonnen hat, mit
anderen Bedingungen aufwartet. Als Sachver
ständiger soll anch weiterhin Direktor Ahrendtz
fungieren, mit der Maßgabe, den Verhandlungen
mit der Kreissparkasse nicht beizuwohnen.
Bas Qeiieiinls Iss Erfolges
liegt nicht zuletzt im richtigen Ansetzest
der Werbemittel. Gute Werbemittel
herauszusuchen, das muß die erste
Aufgabe sein.
Versprechen läßt sich alles,
DlsZeifungsanzeige
* braucht keine großen Beteuerungen
zu geben, sie hat sich in allen Zeiten
els lie tee MüaiMirin las ririp
ÜWMW«S misse»
Wandsbek, 26. Aug. Rücktritt von Stadt-
rat Hartmann. Stadtrat Hartmann hat um
seine Entlassung aus dem Amt des Stadtrats
gebeten. Das Gesuch wird damit begründet,
daß H. seinen demokratischen Freunden beim
Uebertritt in die Staatspartei nicht folgen
könne.
x. Neumünster, 26. Aug. Feuer entstand
in letzter Nacht in der Tuchfabrik von I. I.
Bartram Söhne am Kleinflecken. Passanten
der Straße Am Teich bemerkten plötzlich einen
Feuerschein in der Fabrik und setzten einen
Melder in Betrieb. Die Berufsfeuerwehr
griff den Brand, der in einer Krempel
maschine zum Ausbruch gekommen war, mit
zwei Strahlrohren an und hatte nach reichlich
halbstündiger Löscharbeit die Gefahr beseitigt.
Der Schaden ist erheblich. 1
Kiel, 25. Aug. Ein Steinblock als Schiff
fahrtshindernis vor der Einfahrt des Nordostsee
kanals. Bei der Einfahrt des Kaifer-Wilhelm-
Kanals, etwa 70 Meter östlich vom Kabelturm
beim Kilometerstein 96,09, hat man in etwa sieben
Meter Waffertiefe einen riesigen erratischen Stein
block in der Größe von fast 25 Kubikmeter ent
deckt, der ein großes Hindernis für die Schiffahrt
darstellt Der Findling ist bereits von Tauchern
darauf untersucht worden, ob eine Hebung mög
lich ist. Diese soll nunmehr in kürzester Frist durch
den großen Schwimmkran des Reichskanalamtss
vorgenommen werden. Wahrscheinlich wird der
Block erst durch Sprengung verkleinert werden
müssen. Die Stelle ist durch eine Leuchtboje
gekennzeichnet.
Bm LMhmKbschm.
ob. Burg (Dithm.), 25.. Aug. Die Kirchspiels
vertretung hat in ihrer letzten Sitzung die von
der Elektrizitätskommission und der Betriebslei
tung ausgearbeiteten Stromlieserungsbedingun-
gen, die nach der letzmaligen Feststellung 1922 einer
Reform bedurften, sowie die neun Stromliefe
rungspreise genehmigt. Ebenfalls sind Sperrzei
ten eingeführt, nach denen sich die Betriebsleitung
der Ueberlandzentrale es sich vorbehält, den Strom
an gewissen Stunden wochentags und Sonntags
abzustellen zur Vornahme von Revisions- und Re
paraturarbeiten.
sg. Süderhastedt, 26. August. Einer selten
schönen Feier konnte die Süderhastedter Gemeinde
in ihrer Kirche beiwohnen. Mitglieder der Ge
meinde Lockstedter Lager waren mit ihrem Geist
lichen und ihrem Posaunenchor gekommen, um
des Todestages ihres früheren Geistlichen, Pastor
Schlüter, der auf unserm Friedhof seine letzte
Ruhestatt gefunden hat, in würdiger Weise zu
gedenken. Bor dem Gottesdienste spielte der Po
saunenchor vor der Kirche einige Choräle. In
der Kirche begleitete er den Gemeindegesang, und
ein gemischter Chor trug einige Lieder sehr hübsch
vor. Rach dem Gottesdienst versammelten sich
alle um das Grab von Pastor Schlüter, um hier
seiner zu gedenken. Die Gemeinde legte einen
Kranz und einen Blumenstrauß auf dem Grabe
nieder, und der junge Geistliche, Pastor Schlüters
Nachfolger, gedachte seiner in einer kurzen An
sprache. Eingerahmt war die Feier wieder durch
Darbietungen des Posaunenchors. Alle, die der
Feier beiwohnten, haben wohl den Eindruck mit
genommen, daß sie eine so erhebende Feier auf
unserem Friedhof selten erlebt haben.
fg. Nordhastedt, 24. Aug. Von der Spar
und Darlehnskasse. Eine außerordentliche
Generalversammlung der Spar- und Dar
lehnskasse, G. m. u. H., fand hier in den
Abendstunden am Freitag, dem 22. d. Mts.,
in Hargens Gasthof statt. Nach der Teilneh
merliste besuchten 149 Genossen die Versamm
lung, ein Zeichen, welch reges Interesse sei
tens der Mitglieder der Tagesordnung ent
gegengebracht wurde. Infolge Ablebens des
Rendanten Franßen war Neuwahl eines Ge
schäftsführers für die Spar- und Darlehns
kasse erforderlich. Unter den Bewerbern
wurde nach außerordentlich reger Debatte
Bordewick aus Heide gewählt. Ein ausführ
licher Nevisionsbericht wurde der Versamm
lung von den Beamten des Revisionsverban-
öes aus Kiel erstattet, an den sich gleichfalls
eine lebhafte Debatte anschloß. Die an dem
Bericht gemachten Vorschläge wurden jedoch
von der Versammlung angenommen. Eine
Reihe von Mitgliedern, die ihren Wohnsitz
aus dem hiesigen Bezirk verlegt hatten und
teilweise in ihrem jetzigen Aufenthaltsort
nicht zu ermitteln waren, mußten nach der
Satzung von der Generalversammlung aus
geschlossen werden.
nx. Nordseebad Büsum, 24. Aug. Sturm
flut. Nach mehreren schönen Tagen brachte der
Sonntag wieder Süöweststurm, so daß Körbe