Volltext: Zeitungsband (1930, Bd. 3)

Die Rückwirkung auf Schweden und Norwegen. 
Verständigung über die Jesungs- 
vorigen. 
Die Besprechung des Reichskanzlers mit 
Pen Führern der Regierungsparteien dauerte 
bis nachts 12 Uhr, ohne daß bereits ein end 
gültiger Beschluß zustande kam. Das Kabi 
nett wird um 4 Uhr nachmittags zusammen 
treten, um zu den Vorschlägen der Regie 
rungsparteien Stellung zu nehmen. Vor 
allem handelt es sich dabei um die Klärung 
der Frage, ob das Reichskabinett mit der Be- 
seitigung der unbegrenzten Zuschußpflicht des 
Reiches gegenüber der Arbeitslosenversiche 
rung einverstanden sein kann. Das Kabinett 
wird seine Stellungnahme den Fraktionen 
mitteilen, die morgen um 6 Uhr zusammen 
treten sollen. Für 8 Uhr ist dann eine wei 
tere Kabinettsitznng vorgesehen, in der die 
endgültige Entscheidung fallen wird. Man 
glaubt an eine Einigung der Regierungs 
parteien auf folgender Grundlage: 
Beibehaltung des Einkommensteuerzu- 
fchlages und des Notopfers, 
Einführung einer obligatorischen Kopf 
steuer für die Gemeinden, die eine entspre 
chende Herabsetzung der Gewerbesteuer vor 
nehmen sollen, 
Ersatz der unbegrenzten Darlehnspflicht 
des Reiches gegenüber der Arbeitslosen 
versicherung durch eine ziffernmäßig be 
grenzte Zuschußpflicht. 
Die Vorgänge in Annlsà 
Stockholm, 9. Juli. (Eig. Drahtbericht.) Die 
Lappobewogung hat in Schweden und Norwegen 
allergrößte Beachtung gefunden. In Schweden 
wird augenblicklich vielfach die Frage erörtert, ob 
man den geflüchteten finnischen Kommunisten Asyl- 
recht gewähren müsse. In Norwegen, das sich 
gegenwärtig im Wahlkampf befindet, haben die 
bürgerlichen Parteien ihre Agitation gegen die 
Sozialdemokraten, die hier stark mit kommuni 
stischen Elementen durchgesetzt sind, gerichtet. In 
Norwegen sowohl als auch in Schweden betont 
man vor allem, daß die Kommunisten religions- 
feindlich seien und daß sie damit die weltanschau 
liche Grundlage aller christlichen Staaten zu zer 
stören suchen. Man betont bei den bürgerlichen 
Parteien der skandinavischen Staaten, daß vom 
Ausland hier eine Gefahr drohe, und daß man 
dementsprechend die Landesverteidigung nicht ver 
nachlässigen dürfe. 
VslM und ZenlschlMd. 
Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung 
der deutsch-polnischen Grenzzwischenfälle. 
Lm preußisches Sparprogramm. 
Aufhebung von 160 Amtsgerichten. 
Berlin, 8. Juli. Entsprechend dem vom 
Preußischen Landtag angenommenen Antrage, der 
verstärkte Sparmaßnahmen fordert, bereitet die 
preußische Staatsregierung, wie der Demokratische 
Zeitungsdienft erfährt, ein großes Spar-Pro- 
gramm vor, das im Herbst dem Parlament als 
Gesetzentwurf vorgelegt werden soll. Wie verlau 
tet, sieht das Programm u. a. die Aufhebung von 
rund 100 Amtsgerichten und einigen Landgerich 
ten vor. Außerdem sollen etwa 50 Landkreise und 
drei Regierungsprästdien aufgehoben werden. 
So soll unter Umständen der Regierungs 
bezirk Hildesheim in Fortfall kommen und 
die Regierungsbezirke Lüneburg und Stade 
zusammengelegt werden. 
Große Beachtung wird hier der Nach 
richt geschenkt, daß in Stockholm Besprechun 
gen zwischen schwedischen nnd nach Schweden 
geflohenen finnländischen Kommunisten un 
ter Beteiligung russischer Vertreter stattfin 
den sollen. Die Zusammenkünfte sollen 
äußerst heimlich abgehalten werden. Meh 
rere Male am Tage soll der Beratungsort ge 
wechselt werden. Trotzdem sei es gelungen, 
über die Beschlüße der Kommunisten folgen 
des zu erfahren: 1. sollen Maßnahmen getrof 
fen werden, um nach Möglichkeit die Lebens 
mittel- und Vedarfsartikelzufuhr von Schwe^ 
den nach Finnland zu unterbinden,- 2. soll 
eine geheime Waffeneinfuhr aus Deutschland 
über Schweden nach Finnland auf dem 
Schmuggelwege organisiert werden,- 3. soll 
em Einheitsfrontvertrag zwischen schwedi 
schen, russischen und finnländischen Kommu- 
msten abgeschlossen werden, wonach die schwe- 
öischen Kommunisten ihren finnländischen 
Brudern im Notfälle zu Hilfe eilen müßten. 
TU. Berlin, 8. Juli. Amtlich wird mitge 
teilt: In den Verhandlungen über die Zwischen 
fälle an der deutsch-polnischen Grenze haben sich 
die deutsche und polnische Negierung dahin ge 
einigt, den Sachverhalt durch je einen Beamten 
der beiden Regierungen einer gemeinsamen ab 
schließenden Prüfung unterziehen zu lassen. Diese 
Kommission wird ihre Tätigkeit unverzüglich be 
ginnen. 
* * * 
pr 400 000 Mark Juwelen gestohlen. 
Fassadenkletterer im Hotel. 
Prag, 8. Juli. Dienstag früh wurde in dem 
vornehmsten und größten Hotel Karlsbads, im Hote 
Imperial, ein außerordentlich verwegener Juwelen 
diebstahl entdeckt. Aus dem Zimmer einer Ameri 
kanerin namens Clara Hymans aus Ehikago, die 
dort zur Kur weilt, wurde ein wertvolles 
Perlenhalsband mit 91 echten Perlen, ein 
Platinring mit mehrkarätigen Diamanten 
und ein zweiter Ring mit mehreren kleineren 
Brillanten gestohlen, die zusammen einen 
Wert von annähernd 400 OOO Reichsmark 
repräsentierten. 
Der Wert des Perlenhalsbandes wird mit 
92 OOO Dollars angegeben. Der Diebstahl muß, wie 
die Spuren angeben, auf verwegenste s rt von 
einem mit den örtlichen Verhältnissen vertrauten 
Fassadenkletterer durch das geöffnete Fenster des 
im zweiten Stockwerk gelegenen Zimmers erfolgt 
sein. 
In wenigen Zeilen 
Im Dresdener Stadtparlament kam es zu 
erregten Tumultszenen, als sich die Kommunisten 
nicht an die Beschränkung der Redezeit auf 15 Mi 
nuten hielten. Kommunistische Tribünenbesucher 
mußten entfernt werden. 
Die Arbeitslosigkeit. 
§0M!poMsch§r Ausschuß 
des WchskageZ. 
Tll. Berlin, 8. Juli. Der Sozialpolitische 
Ausschuß des Reichstages befaßte sich am Diens 
tag m11 den Anträgen auf Ausdehnung der Kri 
senfürsorge, die von den Kommunisten und Sozial 
demokraten und den Demokraten gestellt worden 
sind. Reichsfinanzminister Dietrich gab dazu die 
Erklärung ab, daß für derartige Anträge Mittel 
irgendwelcher Art nicht zur Verfügung standen 
und daß die Regierung nicht in der Lage sei, solche 
Beschlüsse auszuführen. 
Die bescheidenste hier ausgestellte Forderung 
würde ungefähr 200 Millionen, die weitest 
gehende gestellte Forderung O Millionen Mark 
Mehrausgaben erfordern. Der Minister stellte 
fest, daß die Zahl der Arbeitslosen nach den neue 
sten Feststellungen 2 146 000 beträgt, die ans der 
Arbeitslosenversicherung, Krisenfürjorge und 
Wohlfahrtsfürsorge unterstützt werden. Die Regie 
rung sei bemüht, die Durchführung des Arbeits 
beschaffungsprogramms möglichst zu beschleunigen, 
um auf diese Weise 200 bis 300 000 Arbeitslose 
in Arbeit zu bringen. 
Deutscher Reichstag. 
Regierungsparteien zur Deckungs 
vorlage. 
Die Aussichten der Paneuropa-Pläne Vriands. 
Lriands paneuropa gescheàļ. 
_ TU. Genf, 8. Juli. Nachdem bereits eine 
Reihe von Staaten auf Briands Paneuropa-Denk- 
fchrift geantwortet hat — zuletzt Italien in einem 
im großen und ganzen ablehnenden Sinne — er 
wartet man hier von der Initiative des fran 
zösischen Außenministers keinen Erfolg. Zum we 
nigsten werden die meisten Staaten Vorbehalte 
anmelden, die die ursprünglichen Absichten 
Briands völlig umzuwerfen geeignet sind. Man 
nimmt daher an, daß im September zwar eine 
große Konferenz der europäischen Staaten zu 
sammentreten wird, daß aber hierbei nach den 
üblichen, wahrscheinlich sogar zurückhaltenden 
Höflichkeiten an die Adresse Frankreichs derartige 
Bedenken geltend gemacht werden, daß eine Wei- 
terführung des französischen Planes praktisch aus 
geschlossen erscheint. 
persieu und Türkei. 
Ausdehnung der Kämpfe zwischen Kurdenstämmen 
und türkischen Truppen. 
TU. London, 9. Juli. (Eig. Funkmeldung). Die 
Kämpfe zwischen den Kurdenstämmen und den tür 
kischen Truppen nehmen nach einem „Times"-Bericht 
einen immer größeren Umfang an. In den letzten 
zwei Tagen sind Kümpfe im Westen von Urumia in 
Persien und in der Nähe von Qutur an der türkisch 
persischen Grenze, ungefähr 90—100 Meilen vorn 
Ararat entfernt, vorgekommen. 
Die persische Antwort auf den türkischen Ein 
spruch gegen die Durchlassung der Kurdenstämms 
ist bisher noch nicht veröffentlicht worden. Die Tür 
kei weist auf die Unruhen als Beweis für die Not 
wendigkeit einer Berichtigung der türkisch-persischen 
Grenz« zugunsten der Türkei hin. 
Der Urheber dieses Kurdenaufstandes gegen die 
Türkei soll der berühmte englische Oberst Lawrence 
sein, der bekanntlich bei dem Zusammenbruch der 
Regierung Aman Allahs eine große Rolle spielte. 
der Dienstagsitzung des Reichstages 
wurde tue zweite Beratung des Haushalts des 
ReichsflnanzministeriuMs fortgesetzt. ' 
ŅG. von Şybcl (Christl.-Nat. Bauernpartei) 
erklärt, die Notlage der Landwirtschaft mache 
einen Kurswechsel nicht nur in der Handels-, 
sondern auch in der Steuerpolitik erforderlich. 
Ein großer Teil der Ersparnisvorschläge des 
Hansa-Bundes wurde sich bei gutem Willen 
verwirklichen lassen. Die Grnudsteuer ist, so 
fuhr er fort, noch ungerechter als die Gewer 
besteuer. Um diese ungerechten Stenern senken 
zu können, muß der Vcrwallungskosteubeitrag 
noch vor der Sommerpause des Reichstags be 
schlossen werden. Ein Junctim zwischen Ost- 
hilse und Dcckungsvorlagen sei nicht zu recht 
fertigen. 
Abg. Dr. Cremer sDBP.) 
wirft die Frage auf, ob nicht eine Umgestaltung 
der Frnanzverwaltung möglich wäre mit dem 
Zrel, diese Verwaltung übersichtlicher zu ge 
stalten und den Reichsfinanzminister von der 
Uebcrfllllc seiner Aufgaben zu entlasten. In 
ötefer Verwaltung könnten wesentliche Erspar 
nisse gemacht werden. Dem Minister stimmen 
wir darin zu, daß gewisse Reserven angesam 
melt werden müssen. Wir haben immer die 
Forderung aufgestellt, die Finanzgebahrung 
zu ändern und eine gewisse Sclbstbeschräukung 
des Parlaments in der Ausgabenbewilliguug 
durchzuführen. Leider sind unsere dahin zie 
lenden Anträge noch nicht einmal bis zur Aus 
schußberatung gelangt. Unsere Vorschläge zur 
Reform der Arbeitslosenversicherung von 1929 
werden jetzt zu 90 Prozent erfüllt. Die Ankur 
belung der Wirtschaft wird im wesentlichen 
Sache der privaten Initiative sein müssen. 
Hier muß freilich die Bahn freigemacht werden 
durch Senkung der auf der Privatwirtschaft 
ruhenden Laste». Die sogenannte Reichshilse 
der Beamten ist ein Umweg, der den Eindruck 
erweckt, als wollte man die Steuern da holen, 
wo sich der schwächste Widerstand zeigt. (Zu- 
rufe des Abg. Schuldt sDem.): „Moldenhau 
er!") Der Berwaltungskostenbcitrag ist keine 
sensationelle Neuerung. Mit dieser Abgabe 
können wir nicht nur die Gemeindefinanzen, 
sondern die allgemeinen Finanzen sanieren. 
Man kann diese Abgabe zulassen und es den 
Gemeinden freistellen, dazu Zuschläge zu er 
heben. Die Nealsteuern können entsprechend 
gekürzt werden. Die Ledigensteuer muß diffe 
renziert werden. Die starke Zurückhaltung der 
Deutschen Volkspartei dem Deckungspro 
gramm gegenüber entspringt der tiefsten Sor 
ge um die deutsche Wirtschaft. 
Abg. Coloffer sWP.) 
weist darauf hin, daß die Wirtschaftspartei ver 
gebens jahrelang die Ausgabenpolitik be 
kämpft habe. Die von der Regierung vorge 
schlagenen Etatsabstriche seien gewiß zu ge 
ring,- ein anhaltender Abbau sei aber nur durch 
Abbau von Gesetze» möglich. Auch in die Ge 
meinden müsse Sparsamkeit einziehen. Die 
Kopfsteuer und ihre Verbindung mit den 
Nealsteuern sei deshalb nötig. Der katastro 
phale Rückgang des Konsums von Genutzmit- 
teln zeige, daß eine weitere Besteuerung hier 
nicht möglich sei. Ein Pensionskürzuugsgesetz 
werde die Wirtschaftspartei unter allen Um 
ständen mitmachen. Darüber hinaus sei ein 
Abbau der Beamtengehälter, aber auch ein 
Abbau der Löhne und Preise der Wirtschaft so 
wie der angespannten sozialen Gesetzgebung 
notwendig. Nur, wenn diese Fragen mit Ent 
schiedenheit angefaßt werden, sei die Wirt 
schaftspartei bereit, eine vorübergehende Er 
höhung der Arbeitslosenbeiträge und der Ein 
kommensteuer mitzumachen. Zur endgültigen 
Sanierung gehöre aber die Arbeitsdienstpflicht 
der Jugend, die Besteuerung der öffentlichen 
Betriebe und der Umbau der Verwaltung und 
Gesetzgebung m finanzieller und wirtschaftli 
cher Beziehung. 
Abg. Dr. Netuhold sDDP.) 
Wir brauchen eine organische Preissen 
kungsaktion. Sie kann aber nicht erreicht wer 
den, wenn Preußen durch Gesetz die Mieten 
erhöht, wenn die Gemeinden den Verkehr ver 
teuern, wenn die Reichsbahn die Tarife erhö 
hen will. Vor allem müssen die künstlich hoch 
gehaltenen Kartellpreise gesenkt werden, eben 
so wie die Kleinhandelspreise. Wenn die Preis 
senkung erreicht ist, dann können und müssen 
wir auch zu einer Senkung der Löhne kommen, 
die nicht gegen, sondern in Verbindung mit 
gewerkschaftlichen Organisationen erfolgen 
muß. Eine dauernde Sanierung der Neichsfi- 
nanzen wird nur möglich sein, wenn sofort 
auch die Gemeindesinauze» saniert werden. 
Das kann geschehen durch Verzehrsteuer oder 
Bürgerabgabe, aber es muß zugleich bestimmt 
werden, daß die Nealsteuern der Gemeinden 
auf die Höhe des Vorjahres zurückgeführt wer 
den. Den Decknngsvorschlägen der Regierung 
stehen wir außerordentlich kühl gegenüber 
(Hört, Hört!). Ein Notopfer der Beamten kön 
nen wir nur billigen, wenn es sich einfügt in 
ein allgemeines Notopfer aller leistungsfähi 
gen Schichten. 
Die Weiterberatung wird darauf aus Mitt 
woch, 3 Uhr nachmittags, vertagt. 
Der Provinzialrat hat die Erweiterung des 
hannoverschen Magistrats von 10 auf 13 besol 
dete Senatoren beschlossen, trotzdem der Magistrat 
aus Sparsamkeitsgründen bei 10 Senatoren blei 
ben wollte. 
Der deutsche Generalstab der chinesischen Zen 
tralregierung ist zurückgetreten, da ein unüber 
brückbarer Gegensatz über die Taktik im Kampf 
gegen die nordchineftschen Generäle mit dem chi 
nesischen Armeekommando bestehen. 
In der Provinz Kiangsi in China ist eine 
Hungerrevolte ausgebrochen. 700 Bauern wurden 
getötet. 
In Manfura in Aegypten kam es zu großen 
Unruhen. 6 Personen wurden getötet, 64 ver 
wundet. 
In Rovaniemi sind 20 Kommunisten als 
Brandstifter verhaftet worden. Auf ihr Schuld 
konto kommen 2 Schadenfeuer mit einem Brand 
schaden von 5 Millionen finnischer Mark 
Bei einem polnischen Fliegerregiment in 
Warschau hat der Magazinmeister mit 20 anderen 
Diebstähle an Oel und Benzin verübt. Der Scha 
den beträgt ungefähr 100 000 Zlotys. 
Genets! MM mm 
bsliàmschen MliļLrral îMMMîà 
TU. Buenos Aires, 9. Juki (Eig. Funkmeldung). 
Wie der „Prensa" aus La Paz gemeldet wird, hat 
der ehemalige bolivianische Generalstabschef, Gene 
ral Kundt, gegen Zusicherung freien Geleits die 
deutsche Gesandtschaft vorübergehend verlassen und 
sich im bolivianischen Militärrat, der vorläufig die 
Regierung leitet, zu einer Vernehmung gestellt. 
Kundt stellte in Abrede, sich bei seiner Haltung auf 
seiten des ehemaligen Präsidenten Siles von irgend 
welchen politischen Erwägungen habe beeinflussen 
lassen. Vielmehr habe er nur seine Pflicht als Soldat 
zu erfüllen versucht, die Ordnung wiederherzu 
stellen. Kundt erklärte weiter, er beabsichtige, nach 
Europa abzureisen. 
Ermittlungsverfahren gegen den Studenten 
Sunkel. 
Nürnberg, 7. Juli. Die „Fränkische Tages 
post" berichtet, daß die Staatsanwaltschaft Fürth 
gegen den nationalsozialistischen Studenten Sun 
kel ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. 
Sunkel hat bei der Enthüllung des Gefallenen 
denkmals der Universität Erlangen in einer An 
sprache ausgeführt: „Die Beseitigung des heutigen 
Staates ist unser oberstes Gebot." 
Wetterbericht. 
Wettcrvoranssage für den 10. Juli 1930. 
Für Deutschland: Im Westen und Süden 
trocken und ziemlich heiter, am Tage mäßig 
warm. In Mittel- und Südostdeutschland: 
'trichmeise Regenschauer, im Nordosten win-! 
dig mit Regenfällen. 
Hamburger ZutteruMkl. 
Hamburg, g. Juli. Vorläufiger Bericht. Markt- 
verlauf bis auf eine Stunde vor Scklutz der Auktion 
der Meiereivevbändr für Schleswig-Holstein. Cs wur 
den gezahlt für Nichtmarkenbutter 145—147 JlM. für 
Markenbutter 149—151 3LM für je 50 Kilogramm. 
Hinzu kommen für Käufer auf der Auktion 5 Prozent 
Kavelingsgeld und die Kosten der Verpackung. 
Susumer FettmebuMkl. 
th. Husum, 9. Juli. Fettviehmarkt. Auftrieb 
356 Kühe, 20 Färsen, 15 Ochsen, 3 Bullen, 11 Fres- 
er, 64 Schafe und Lämmer. Handel mittelmäßig. 
Es kosteten Ochsen 2. Qual. 50—52, 3. Q 44—48, 
Kühe 1. Qual. 46—48, 2. Qual. 42-—45, 3. Qual. 
35—41, gering genährte 18—30, Färsen 1. Qual. 
50—52, 2. Qual. 45-—49. Fresser 25—35, Schafe 
1. Qual. (Jährlinge) 48—51, 2. Qual. 38—42, Läm 
mer 60—62. 
Legte Notierungen oom Mittwoch-MM 
Hamburg, den S. 3»ti 1930 
Getreide sPreife in R°« per 1000 
Igs Mchgesch. 
Berlin, 8. Juli. Der Reichstagsansschuß 
für Volkswirtschaft begann am Dienstag die 
zweite Beratung des Milchgesetzes. Zum 8 19 
wurde ein kommunistischer Zusatzantrag ange 
nommen, wonach der Milchausschank in Kan 
tinen, Milchhäuschen usw. auch nach dem gesetz 
lichen Ladenschluß und an Sonn- und Feier 
tagen erfolgen darf. 
Weizen franko Hamburg 75/76 kg 
Weizen ab inland. Station--------'--- 
Roggen franko Hamburg 70/71 kg-.-- 
Roggen ab inland. Station -------- 
Wintergerste ab inland. Ştatlon neue. 
Sommergerste ab inland. Station 
Donaugerlle. toast- Hamburg, loko - 
Kanada Wellern M - Gerste prompt -- 
Hafer franko Hamburg 
Hafer ab inland. Station 
La Plata Mais 
Futtermittel (Preise in R-K per 
" * * 
302.00—304.00 
288.00—290.00 
168.00—170.00 
156.00—158.00 
170.00—172.00 
184.00—214.00 
210.00—212.00 
178.00—182.00 
164.00—168.00 
50 Kg. prpt. 
qgeizenkleie.inländ. 
Weizenkl.. inl. mgr. 
Nogaenkleie. inl. -- 
Bralll-o.LaPlatakl. 
Brgs.-o.LaPl.-Poll. 
Chile-Kleie 
Chile-Pollards 
3.75 
3.75 
3.65 
4.50 
4.25 
4.80 
4.85 
Palmk. Sarb.-Wilhb 
Kokoskuck. „ 
Ravskuck. „ 
Erdnutzkuck- 
Leinkucken 
Reisfu.-Mebl24Ş 
Sova-Eckrot 
4 60 
6.90 
5.20 
6.75 
8.10 
3.60 
6.90 
Mebl sPreife in R^t per 100 Kg.) 
Auszugmehl biei. Mühlen 
Bäckermehl bief. Müblen 
70% Roggenmeül biei. Mühlen 
Roggengrobmehl biei. Mühlen 
Tendenz: Gelnide ruhig. Iullnmitt«! fest. Mehl ruhig. 
49.25 
43.75 
27.50—29.00 
19.75-21.50 
Berliner GetreidefrühwarLt 
vom 9. Juki 1930 
Tendenz: Fester 
Umsatz: Geschäft wenig entwickelt: Roggen rerchltcker 
angeboten 
Weizen.... — ! Hafer 157.00—164.00 
Roggen.... 172.00-l77.06 Weizenkleie. .97.50-102.50 
Gerste 160.00-190.00 I Roggcnkleie.92.50-100.00« 
Für 1000 kg 
esse 
Dm 
Me 
pen 
best 
Ein 
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den 
Nock 
Tun« 
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mer 
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Mu 
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fan! 
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soda 
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raus 
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