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LanSsszsîtung
123. Jahrgang.
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Mràg, h§n 22. ZWlember
Entschließung des Schleswig-Holsteiner-Bundes,
Bööewadt erstattete den Geschäftsbericht. Die Ar
beit des Schleswig-Holsteiner-Bundes hat sich im
vergangenen Jahr auf den gleichen Hauptgebieten
vollzogen wie bisher. Durch die Sammlung der
schleswig-holsteinischen Heimatbände sind dem Bund
über das hinaus, was seine Mitglieder und
- Freunde ihm laufend zur Verfügung stellen, wei
tere Mittel für Nordschlcswig in die Hand gege
ben. Der Hauptteil des Betrages ist auf den Be
schluß des Vorstandes für das auf dem Knivsberg
entstehende Langbehn-Haus verwandt. Weitere Be
träge sind verwandt worden, um ländlichen Ju-
gendbttnden in Noröschleswig ein Heim zu schaffen.
Eine ansehnliche Summe dient der Durchführung
der Ferien- und Studienfahrten aus Nordschles
wig in die schleswig-holsteinische Heimat. In den
Herbstwochen nehmen 15 Ortsgruppen 200 deutsche
Knaben und Mädchen aus 17 deutschen Schulen
Nordschleswigs auf je sechs Tage bei sich auf. Mit
den Patenschaftsverbinöungen sind es heute 30
Gemeinschaften, deren Aufbau und Arbeitsweise
darin besteht, daß je ein bestimmter Kreis in der
schleswig-holsteinischen Heimat die Betreuung für
einen Kreis in Noröschleswig übernimmt. '
Ueber die Lage in Noröschleswig erstattete Pa.
stör Schmiöt-Woööer, der deutsche Abgeordnete für
Noröschleswig im Folketing. eingehenden Bericht.
Aus dem Landesvorstand schieden statutenge
mäß aus Lanörat Kracht, Direktor Dr. Thyssen,
Graf Kielmannsegg, Studiendirektor Dr. Mähl.
Wieder- bezw. neu hineingewählt wurden Dr!
Thyssen. Dr. Mähl, Dr. Alnor und Völker-Lüne-
burg. Die Wahl zum Beirat ergab die Wieder
wahl der bisherigen Mitglieder. Neu hinzugewählt
wurden Zacchi-Neumünster, Möller-Rendsburg.
Michel-Schleswig, ferner Kardel, Frankenberg
Lanörat Kracht. Landesrat Geelsen-Kiel. Jcß-Ncu-
nmnster und Lehrer Schwert-Gammellund.
Die nächste Landesversammlung findet in Nie
büll statt.
Den Schluß der Tagung bildete eine auf va
terländisches Verantwortungsgefühl hinzielende
Ansprache des Vorsitzenden Jverien-Munkbrarup.
phlsch zu Pommern. Anders liegen die Dinge bei
der Nordsee-Lösung, auf die Natur, Geschichte,
Stammestum und Wirtschaft mit allen Gründen
hinweisen. Auch die Notwendigkeit, dem evange
lischen Norden und den auf Weltwirtschaft einge
stellten Gebieten einen gebührenden Einfluß auf
die Reichsleitung zu sichern, fordert im Hinblick
auf die großen süd- und westdeutschen Länder
Bayern, Deutsch-Oesterreich und Rheinland mit je
rund 7 Millionen Einwohnern
ein großes Niedersachsen,
dessen Hauptstadt Hamburg sein würde Die Ost
see-Lösung würde 3,7 Millionen Einwohner, die
Nordsee-Lösung 7,5 Millionen zusammenfassen.
Die geschichtliche Achse Schleswig-Holsteins hat
stets zur Nordsee gewiesen. Voraussetzung für eine
Beteiligung Schleswig-Holsteins an dieser Lösung
wäre die Erhaltung Schleswig-Holsteins als ei
gener Regierungsbezirk im Rahmen Niedersachsens
und die Errichtung eines von SchleswigHolstein
zu besetzenden Grenzrsferats, in der Art,
wie der Osten es kennt. Ebenso wie Ham
burg für seine Hafenangelegenheiten der unm itel-
baren Beziehung zum Reich bedarf, muß Schleswig-
Holstein für seine
besondere Grenzlandaufgabe
gleichsam die Reichsunmtttelbartcit fordern. Der
deutsche Anspruch auf Revision der ungerechten
Grenze setzt eine sinnvolle Grenzziehung ,m Innern
voraus. Ebenso ist klare Gliederuna und ivn-rfuirfV,
Zum Schluß wurde eine
als das Ergebnis der Arbeit des Ausschusses des
S chleswig-Holste iner-Bundes für die Reichsreform
frage vorgelegt und nach einer Aussprache über die
Reichsreform, an der sich Generalstaatsanwalt Dr.
Hansen u. Rektor Hoff im -abweichenden Sinne betei
ligten, einstimmig angenommen. Die Entschließung
lautet:
»Die am 21. September 1930 in Eutin ta
gende Landesversammlung des Schlesivig-Hol-
steiner-Bundes bekennt sich zu der aus außen-
und innenpolitischen, aus wirtfchafts- und fi
nanzpolitischen Gründen notwendigen Gliede
rung des Reiches.
Wichtige Gründe werden Schleswig-Holstein
zu einer über den Rahmen der Pro
vinz hinausgreifenden Lösung
drängen. Dabei müssen die besonderen Grenz
landaufgaben durch Gewährung weitestgehender
Selbstverwaltung auf diesem Gebiet dem ent
scheidenden Einfluß Schleswig-Holsteins ge
sichert bleiben. Rur bei solcher Sicherung wird
Schleswig-Holstein seine besonderen Aufgaben
als Rordmark des Reiches durchführen können.
Die Landesversammlung beauftragt den
Landesvorstand des Schleswig-Holsteiner-Bun-
des,. die angesichts dieser Lage notwendigen
Schritte zu unternehmen."
Ueber den sonstigen Verlauf der 14. Landes
versammlung sei berichtet: Hauptgeschäftsführer
blems wird auch dadurch bewiesen, daß es den
Mittelpunkt der Landesversammlung des
Schleswig-Holsteiner-Bundes bildete, die un
ter dem Vorsitz des Landtagsabg. Jversen-
Munkbrarup Sonnabend und Sonntag in
Eutin stattfand und rege besucht war. In
Zuschriften an unsere Zeitung ist bekanntlich
Lösung befürwortet und die sog. Ostsee-
Lösung, d. h. ein Zusammenschluß mit Meck
lenburg, ans verschiedenen Gründen abgelehnt
wurde.
Sowohl in dem in Eutin erstatteten Re
ferat als auch in der zur Annahme gelangten
bedeutungsvollen Entschließung nähert man
sich sehr stark den in den Zuschriften nieder
gelegten Gedankengängen der „größeren
Lösung".
Der Vorstand hatte durch einen van ihm be
rufenen Ausschuß die Bedeutung der
Reichs^
anzusehen sind. Der voyi Reichstag einmütig ge
forderte Eesetzesvorschlag dürfte im großen und
ganzen den Beschlüsten des Ausschusses entsprechen.
Die Unmöglichkeit, bei der jetzigen Reichskonstruk-
tion, insbesondere dem Dualismus von Preußen
und Reich, zu einer deutschen Außenpolitik, In
nenpolitik, Wirtschaftspolitik, Finanz- und
Wohlfahrtspolitik zu kommen, macht die Reichs
reform, ohne die auch jede Berwaltungs- und Fi
nanzreform Stückwerk bleiben müsse, zur drin
gendsten Angelegenheit des deutschen Volkes. Es
besteht völlige Einigkeit darüber, daß die preußi
sche Zentralregierung ' wegfallen bezw. in die
Reichsregierung aufgehen soll. Auch die preußische
Regierung hat dieser Entscheidung.zugestimmt.
Während die süddeutschen Länder und Sachsen
als Länder alter Art durch Erweiterung der Be
fugnisse des Reiches näher an die .Reichsgewalt
herangebracht werden, sollen die norddeutschen
Länder mit den preußischen Gebietsteilen zu
leistungsfähigen Ländern neuer Art aus
gebaut werden. Die Grundbedingung der Lei
stungsfähigkeit und die Berücksichtigung der geo
graphischen Einheit drängt Schleswig-Holstein mit
gewichtigen Gründen zur
Zusammenfassung mit Hamburg, Landesteil
Eutin. Lübeck und Natzeburg.
Eine Stellungnahme gegen Hamburg würde
den Verlust des ganzen llnterelbeverbandes mit
über 400 000 Menschen bringen. Der Rest des
Landes würde auch beim Anschluß von Eutin und
Ratzeburg nicht mehr lebensfähig sein. Eine sol
che partikularistischc Lösung würde im Lande auf
Widerstand stoßen. Sic hätte auch deshalb keine
Aussicht auf^Erfolg, weil zur Neugliederung nach
den Beschlüssen bes Länderausschusses ein ein
faches Reichsgesetz genügt. Wenn Hamburg und
Schleswig-Holstein sich vereinigen, würde sich die
ganze Unterelbefrage auf einer höheren Basis lö
sen und Schleswig-Holstein erheblich geringere
Opfer kosten. Die Zusammenfassung von Schles
wig-Holstein. Hamburg. Eutin, Lübeck und Ratze
burg würde ein leistungsfähiges Land neuer Art
mit 2.9 Millionen Einwohnern ergeben. Ein ge
sundes Gleichgewicht würde sich erst aus einer Er
weiterung nach Süden und Osten ergeben. Die
Ostsee-Lösung durch Anschluß Mecklenburgs, die
durch das jetzige Reichsarbeitsamt Nordmark ver
körpert wird, hat jedoch mehr Bedenke,, als Bor-
tcrle, zumal die soziale und landwirtschaftliche
Struktur sehr verschieden ist und geschichtliche und
tammesmäßige Beziehungen kaum vorhanden
Md. Auch gehört Mecklenburg wirtschaftsgeogra-
Göbbels äußert sich
Reichsinnenministerium und das Reichswehrmini-
sterium. Eine wettere wesentliche Forderung sei
ein entsprechender Kurswechsel in Preußen und
auch im Berliner Polizeipräsidium. Die Partei
werde sich aber nicht mit parlamentarischen Er
folgen begnügen, sie erstrebe in ihrem letzten End
ziel geschichtliche Erfolge.
per Berliner Stelle wird erklärt, daß der
Stand der Younganleihe kein Barometer der
Kreditfähigkeit Deutschlands darstelle. Die
Bonität der übrigen deutschen Anleihen werde
von keiner ausländischen Seite in Frage ge-
- stellt. Man müsse sich davor hüten, ' durch
Alarmnachrichten eine Panikstimmung zu er»
zeugen.
Bon preußischer Seite wird offiziell er
klärt, es sei unverantwortlich, in deutschen
Zeitungen eine solche Panikstimmung auf
grund der Reichstagswahlen zu erzeugen. Es
sei nicht der geringste Anhaltspunkt dafür vor
handen, daß von irgendeiner politischen Seite
her Vorbereitungen zu einem Putsch oder der
gleichen getroffen würden. Der Erfolg dieser
unverantwortlichen Meldungen sei, daß eine
Stimmung erzeugt werde, die politische Despe
rados erst dazu ermutige, einen Putsch zu
versuchen. Daß von kommunistischer Seite
derartige Furcht- und Schreckensmelönngen
gebracht würden, sei absolut durchsichtig, daß
aber auch von politisch anders eingestellten
Zeitungen derartige Meldungen verbreitet
stische Bewegung hat keineswegs den Ehrgeiz, sich
vor den bürgerlichen Parteikarren spannen zu las-
>en. Wir werden Verantwortung nur überneh
men, wenn wir das vor Volk und Nation auch
verantworten können. Was die sog. Republik als
unantastbar ansucht, das ist für uns nicht heilig
und anbetnngswmt. Die nationalsozialistische Be
wegung will eine Umwälzung des Bestehenden,
und sie ist nicht gekommen, um Faulendes zu hal
ten, sondern, es noch zu stoßen. Wir stehen unse
rer so plötzlichen Macht mit nüchternem Verstand
gegenüber, jeden Augenblick bereit, sie zu be
nutzen. Wir können regieren, wir können Oppo-
rtion treiben."
In einer nationalsozialistischen Versammlung
betonte Eöbbels, der gewaltige Erfolg der
die Hamburger NalianÄsoziaWen
bkMkWM Bürgerschaftsauslssimg.
Die nationalsozialistische Vürgerschaftsvertre-
tung in Hamburg hat einen Antrag eingebracht,
in dem es n. a. heißt, daß nach dem Ergebnis der
Neichstagswahl der Hamburger Senat und die
Bürgerschaft in ihrer jetzigen Zusammensetzung
nicht mehr von dem Willen der Hamburger Be
völkerung getragen würden. Der Senat wird ge
fragt, ob er gewillt sei, sofort die hieraus allein
möglichen Folgerungen zu ziehen und, wenn nicht,
warum nicht.
Màrhàn mh „gsaWes l^n-
europa".
In einem Nundfunkgespräch erklärte Außen
minister Dr. Curtins am Sonnabend, eine be
sonders Bedeutung gewinne das Minderheiten
problem gerade für die gegenwärtige Tagung durch
das paneuropäische Problem. Darüber könne kein
Zweifel sein, daß die Minderheiten die gegebenen
Mittler zwischen den Kulturen und damit die
Vorkämpfer eines geahnten Paneuropa seien.
Ebenso dürfe darüber kein Zweifel herrschen, daß
die Befriedung und Annäherung in Europa nicht
imr durch den Fortfall der Zollgrenzen, sondern
auch durch Befriedung der Minderheiten Zustan
dekommen müsse.
auch dort die Taktik, Unwahres über eine Volks
bewegung zu verbreiten, räche. Unter Bezugnahme
und der Republik mit einer Schachpartie. Die
Nationalsozialistische Partei gehe in diesem Schach
spiel darauf aus,
das heutige System und die Republik
schachmatt zu setzen.
Es werde niemand verlangen können, die Züge,
die auch bei der Frage der Regierungsbildung
eine Rolle spielten, dem Gegner bekanntzugeben:
zudem werde sich die Taktik im einzelnen auf die
des Gegners einstellen müssen. Jedenfalls werde
sich die Partei vorerst mit demjenigen Einsatz be
gnügen. der ihr zahlenmäßig zukomme. Sie er
strebe als eine politische Partei politische Macht
und suche sich dementsprechend auch die politischen
Machtstellungen im Kabinett, wie etwa das
Eine römische Meldung besagt: Das im
Ausland aufgetauchte Gerücht über angeb
liche italienische Anleiheverhandlungen in
Paris wird amtlich in bestimmtester Form de
mentiert