Same-Gurrm-zett
der Seeschlange einmal ein Roma«.
Als langjähriger Leser unserer Landes
zeitung (wenn das 25. Jahr herum ist, kom
men Sie in's Blatt!) werden 'Sie ja auch
unsere Sorgen kennen, die mit zunehmender
hochsommerlicher Hitze steigen. Da fangen
Kleistertopf und Schere bei uns an, längere
Betriebsausflüge zu machen und lasten nur
den schwitzenden Redaktor zurück, der sich —
so vorhanden — die Haare rauft. Aber auch
rein gar nichts ist los, jedenfalls, was vom
journalistischen Standpunkt in den Augen
der Leser als Sensation zu werten ist, als
Perle unter dem üblichen Nachrichtenstoff,
den der Leser „nur der Zeitung zuliebe"
schluckt. Wir hätten schon etwas, jedenfalls
im politischen Teil. Aber unsere Leser haben
so gar keinen Familiensinn. Ihnen ist es
völlig gleichgültig, ob der Vetter jenseits des
Kanals (nicht der vor unseren Toren
fließende) etwa 125 oder 225 Tage auf den
Knien rumrutscht vor dem großen roten
Mann in Moskau, und er will es gar nicht
wissen, ob der „gute englische" Stoff das
aushält. Ihm genügt, daß wir nicht zu rut
schen brauchen, und daß unsere Sachen stär
ker sind, auch wenn sie nur die Bezeichnung
tragen „Made in Germany". Also diese Fa
miliengeschichten interessieren nicht, und
wenn wir da etwas über bringen, heißt es
gleich: „Mann, seit 125 Tagen immer nur
„Moskau-London", und seit etlichen Wochen
nun auch noch „Tokio-London", berichtet doch
bloß mal endlich über etwas Neues. Laß
doch den Vetter mit seinen Bettelmanns
manieren! Wenn er wirklich einmal zu Pott
gekommen ist, dann kann man sich ja seiner
wieder erinnern. Aber das sag ich gleich,
laß deshalb nur nicht etwa die Seeschlange
von anno dazumal wieder auftauchen. Wenn
du nichts besseres weißt, mach' den Laden
man zu." Diese Seeschlange ist bekanntlich
unser zweites Lieblingstier. Kommt gleich
nach der Ente. Im Sommer wird sie regel
mäßig aus dem Archiv geholt und dann dem
Leserpublikum präsentiert. Also wenn es
nicht sein soll, • verkaufen wir sie an den
„ollen ehrlichen Seemann" King-Hall. Der
kann U-Boote daraus machen, die ,-London
bei Nacht" bedrohen...
Im Ernst, wir haben auch etwas viel
besseres! Einen neuen Roman nämlich.
.„Etwa eine Liebesgeschichte vom reichen
Prinzen und der armen Näherin, die in
Wirklichkeit eine Komtesse ist?" fragen die
männlichen Leser entsetzt. „Doch nicht so
einen Kriminalschmöker mit Pistoleugeknat-
ter, gefurchten Detektivstirnen und Ver
brechen am lausenden Band?" fragen un
sere Hausfrauen. Nein, diesmal ist es wirk
lich etwas, was beide Leserteile lesen wer
den. Und wir möchten uns gleich als un
schuldig hinstellen, wenn es in den kommen
den Wochen am friedlichen Kaffeetisch zu
Auseinandersetzungen kommen sollte dar
über, wer nun zuerst den Roman lesen darf.
„Das Spie! um die Kette" heißt er, und
Paul van ö e r H u r k ist der Verfasser.
Mit dem Wort „Kriminalkommissar . . ."
beginnt er, aber dieser Kriminalkommissar
hat Ferien gemacht und erledigt so nebenbei
nur einen verwickelten „Fall". Er findet die
Perlenkette wieder und dazu noch eine liebe
Frau. Beides ist ihm nicht unangenehm. Bei
der Perlenkette deshalb nicht, weil dadurch
sein kriminalistischer Ehrgeiz befriedigt
wird, und bei der Frau , . ., na, ich möchte
den unter uns sehen, der sich nicht glücklich
schätzte, die schönste, klügste und beste Frau
endlich sein eigen nennen zu dürfen? Und
so geht es dem Herrn Kommissar auch. Doch
lesen Sie selbst nächste Woche, wie sich dies
alles zutrug. - â
* Gäste aus Husum in Rendsburg. Das
Marschenbauamt Husum unternahm am
Freitag einen Ausflug in einem Sonöerzug
nach Rendsburg. An der Fahrt beteiligten
sich einschließlich der Familienangehörigen
rund 400 Personen. Nach dem Eintreffen in
Rendsburg gegen 11 Uhr wurde im geschlos
senen Zuge unter Vorantritt der Kruse-
schen Kapelle aus Rendsburg nach dem
„Conventgarten" marschiert. Vor Beginn
des gemeinsamen Mittagessens begrüßte der
Betriebssührer, Regierungs- und Baurat
Lupkes, die ^rveiu-Mowraoen mit Ihren
Angehörigen. Nachmittags wurden die
Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt.
Nach der gemeinsamen Kasseetasel unter
hielt die Singschar des Marschenbauamts
die Fahrtteilnehmer durch Liedervorträge.
Nach dem Abendessen blieb man beim Tanz
noch einige Stunden gesellig beisammen.
* Briestanbenflug Heidelberg — Rends
burg, 555 Klm. 45 Brieftauben der Reise
vereinigung Rendsburg wurden am Sonn
abend, dem 15. Juli, in Heidelberg ausge
lassen. Es war ein guter Flug. 18 Tauben
erreichten am ersten Tag ihren heimatlichen
Schlag. Die erste Taube erreichte Rends
burg um 16,00 Uhr. Bis zum Sonntagabend
su prozenl zuruckgcàiài werden.
Die elf Preise verteilen sich auf folgende
Züchter: Saß, Büöelsöorf, 1. und 5. Preis,
Krause, Rendsburg, 2. Pr., Mumm, Bü-
öelsdorf, 3. Pr., Jöhrens, Rendsburg.
4. Pr., Greve, Rendsburg, 6. Pr., Johs.
Wetzel, Rendsburg, 7. Pr., Holm, Büdeks-
dorf, 8. Pr., Grau, Büöelsdorf, 9. Pr.,
Frenzel, Büöelsdorf, 10. Pr., Pernot, Fock-
bek, 11. Preis. Den Serien-Preis auf je
eine benannte Taube erhielten die Züchter
Saß, Büöelsöorf, und Krause, Rendsburg.
Zu ihrem letzten Preisflug ab Freiburg im
Breisgau, 720 Klm., setzt die R.-V. Rends
burg am kommenden Donnerstag, mor
gens von.5—6 Uhr, ein.
Sdduwif
ItceU ll&tdsfaufy
Nortorf, 22. Juli. „Drei Unteroffiziere",
dieser Ufa-Solöatenfilm, wurde gestern
abend im hiesigen Lichtspieltheater gezeigt.
Das Thema dieses Films ist die Auseinan
dersetzung zweier Menschen, die zwei ver
schiedenen Welten angehören. Einen der drei
Unteroffiziere, die wie Pech und Schwefel
zusammenhalten, bringt die Liebe zu einer
Schauspielerin in Konflikt mit seinen Dienst-
pflichten, doch ein Kamerad tritt für den
anderen ein, selbst wenn es gilt, eine un
angenehme Strafe auf sich zu nehmen. Der
Film entstand unter Mitwirkung des Wach
regimentes Berlin, des Jnfanterie-Lehr-
regiments und des Jagdgeschwaders Richt
hofen, die Hauptrollen spielen Fritz Gen-
schow, Wilhelm König und Albert Hehn.
„Drei Unteroffiziere" läuft auch noch heute
und morgen abend, sowie Sonntag nachmit
tag zur Kindervorstellung.
Kern LâàMâ
hs. Gettorf, 21. Juli. Reit- und Fahr
turnier. Ende Juli veranstaltet die Neu
wittenbeker Pferöegilde ein Reit- und
Fahrturnier und hält am selben Tage ihre
Hauptversammlung ab. Die Gilde besteht
seit 1875 als Pferöegilde und erstreckt sich
Holdem
über einen großen Teil des. Dänischen-
wohld. Sie ist wohl die größte dieser Art
in unserer Gegend. Beim Ringreiten, Ge
wandtheitsreiten, Fahrprüfungen usw.
wird die Jugend zeigen, was sie kann.
Nach der Versammlung wird getanzt.
Borgstedt, 22. Juli. Beim Radsportseft
am morgigen Sonntag, bestehend in Rei
gen-, Kunst-, Einer- und Hochradfahren,
sowie in Ballspielen, wirken auch der
Meisterschaftskunstfahrer von Schleswig-
Holstein, R. Gosch aus Kiel, und die Einer-
Kunstfahrertruppe vom R. B. C. von 1894
mit.
üe&Ls Sdduwif
Kriegsmarmebesnch in Schleswig,
cs. Schleswig, 21. Juli. Aus Anlaß der
Schleiwoche weilen die M-Boote „Nauti
lus", „Arkona", „Pelikan", „Otto Braun"
und „Sunöewall" im Schleswiger Hafen.
Ferner werden von der Marine-SA.-Grup-
pe Nordmark das Segelschulschiff „Duhnen"
und MS. „Kiel" anwesend sein.
Aus der Arbeit der Kropper Dorfbücherei.
jp. Kropp, 20. Juli. Soll für Bücher Geld
ausgegeben werden? Gehört nicht das
Schreiben und Lesen von Büchern zu den
brotlosen Künsten? Ich habe genug an mei-
ŞchWerer AņtozrrsKMMeNstotz hei Nortorf
Drei PerssAsrz» dsrmNter zWsr UNterWKģs «WfgsNSMWeņe, verletzt '
r. Nortorf, 21. Juli. Am Freitagnach
mittag gegen 1.30 Uhr ereignete sich in der
Ausgangskurve Nortorf-Schülp auf der
Reichsverkehrsstraße 205 ein schwerer Auto-
zusammenstoß. Der Fischhändler W. Behnig
aus Holzbunge bei Eckernsörde wollte in
der Kurve einen vor ihm fahrenden Per
sonenwagen überholen. Wie Fachleute be
zeugen, soll er ein Tempo von mindestens
70 bis 80 Km. gefahren sein. Bei diesem
Tempo bemerkte er zu spät, daß ihm ein
Lastwagen mit Anhänger entgegenkam. Ein
Zusammenstoß war unvermeidlich. B. be
fand sich scharf links auf der Fahrbahn. Der
Lastwagenfahrer hatte die Gefahr erkannt
und riß sein Steuer nach links herum. Das
hatte zur Folge, daß der Personenwagen
ihn nicht direkt auf der Stirnseite traf, son
dern seitlich gegen den Motorwagen fuhr,
was dann mit unheimlicher Wucht geschah.
Der Personenwagen wurde dabei zur Seite
geschleudert. Zwei Mitfahrer, die B. unter
wegs kurz hinter Neumünster einsteigen
ließ, wurden erheblich verletzt. Der Missi-
onshelser E. Tilgner aus Rendsburg erlitt
schwere Verletzungen, der rechte Arm wurde
zweimal gebrochen. Auch im Gesicht und der
Rippengegend trug er Verletzungen davon.
Der Bedauernswerte war im Wagen ein
geklemmt und mutzte erst von hinzukom
menden Volksgenossen befreit werden. Der
zweite Mitfahrer, ein dänischer Student
namens K. Hanson aus Kopenhagen, saß
hinten im Wagen. Er erlitt ebenfalls ziem
lich schwere Verletzungen. Der Fahrer
wurde nur gering verletzt. Der Zusammen
stoß war so wuchtig, daß der Personenwagen
nur noch zusammengeballtes Material war.
Ein kleiner Anhänger, der hinter dem Per
sonenwagen lief, hatte dabei die Verbirg
öungsstange durch den Reservereifen ge
bohrt und ebenfalls die Rückwand des
Wagens durchstoßen. Die Polizei aus Nor
torf war sofort zur Stelle und ebenfalls das
Sanitätsauto. Nachdem man die Verletzten
dem Nortorfer Arzt Dr. Scheel zugeführt
hatte, nahm die Polizei den Tatbestand auf.
Der Wagen wurde abgeschleppt und sicher
gestellt. Die Verletzten wurden in das
Rendsburger Krankenhaus überführt'. Der
Lastwagen wurde auch erheblich beschädigt,
konnte jedoch in den Nachmittagsstunden
seine Fahrt fortsetzen.
ner Zeitung und meiner Mappe. Das ist
noch sehr oft die landläufige Meinung, die
man landauf und landab hört. Wer so
spricht, der irrt sich. Das gute Buch dient
der inneren Sammlung, ist Kraftquelle
und ein nicht zu unterschätzender Faktor im
kulturellen Leben des Dorfes. Und wer das
nicht glauben will, der läßt sich vielleicht
durch Zahlen beweisen, welche Bedeutung
eine Bücherei für ein Torf hat. Nachstehend
einige Zahlen aus dem verflossenen Be
richtsjahr. Die eingeklammerten Zahlen
gelten für das vorhergehende Jahr. Die
hiesige Dorfbücherei umfaßte am Schluß
des Berichtsjahres 431 (367) Bände. Die
Bändezahl der Jugendbücherei betrug 247
(183). Die Zahl der erwachsenen Leser be
trug 116 (107) und die der Schulpflichtigen
74 (69). Entliehen wurden insgesamt 1819
(1607) Bände,' davon 985 (797) an Erwach
sene und 834 (810) an Schulpflichtige. Un
ter den erwachsenen Lesern sind die Männer
mit der Zahl 60 (55) am stärksten vertreten,
dann folgen die weiblichen und jugend
lichen (letztere im Alter von 15 bis 20 Jah
ren) mit je 28 (26). Entsprechend der größe
ren Zahl der männlichen Leser wurden auch
weitaus die meisten Bücher von ihnen gele
sen. Sie stehen mit einer Entleihziffer von
641 (520) an der Spitze, es folgen die weib
lichen Leser mit 175 (152) und die jugend
lichen mit 169 (125) Bänden. Wie verteilen
sich diese Zahlen auf die einzelnen Buch
gruppen? Hier marschiert die allgemeine
schöne Literatur mit 588 (501) entliehenen
Büchern an der Spitze,' es folgen die Ge
schichtsabteilung mit 201 (102) Bänden, die
Reisebeschreibung mit 103 (62), die Lebens
beschreibung mit 78 (52), die Heimatdich
tung mit 70 (77) Und die Naturkunde mit
12 (6) Bänden. Diese Ziffern sind statistisch
erfaßt. Wieviele stille Mitleser ein jedes
Buch im Hause hat, darüber verraten sie
nichts. Eins aber lehren uns diese Zahlen,
daß auch in der Landbevölkerung das Be
dürfnis vorhanden ist, in stillen Stunden
einmal ein Buch zur Hand zu nehmen und
daraus Kraft für den Alltag zu schöpfen.
. Geöffnet ist die Bücherei jeden Freitag
nachmittag von 17—19 Uhr.
Goldene Hochzeit. In aller Stille feierten
gestern im Kreise ihrer noch lebenden sechs
Kinder mit 20 Enkel- und 30 Urenkelkin-
öern der Eigenkätner Peter Engeland und
seine Ehefrau Anna, geb. Jöns, in Teten-
husên, ihre goldene Hochzeit. Der Landrat
des Kreises überbrachte dem Jubelpaar die
Glückwünsche der Regierung. Der Jubel
bräutigam entstammt der in Tetenhusen seit
langem ansässigen Familie Engelanö, die
als bodenständiges Bauerngeschlecht zahl
reiche Verzweigungen in den Dörfern nach
weist. Die Jubelbraut feiert im Schmuck
des goldenen Mutterehrenkreuzes. Sie hat
acht Kinder, von denen ein Sohn im Welt
krieg fiel und ein anderer schon in frühester
Jugend verunglückte.
dm Slû^dkdm ■
Skandinavische Schriftsteller in Meggerdorf.
Meggerdors, 21. Juli. Bei einer von der
Landesleitung der Reichsschrifttumskammer
HoUetttrcsUdl, HaHmM-HaäemMscUet*
ai. Hohenwestedt, 21. Juli. „13 Manu und
eine Kanone." Dieser Bavaria-Film wird
in dieser Woche in unserem Kino gezeigt.
Ein filmisches Heldenlied aufopfernder
Pflichterfüllung und treuer Kameradschaft.
13 Mann, und zwar ganze Kerle, aus den
verschiedensten Gegenden Deutschlands' zu
sammengewürfelt, Menschen jeden Alters
und aus allen bürgerlichen Berufen, in
Temperament u. Charakteräußerungen oft
geradezu gegensätzlich — und doch sind sie
eine Mannschaft von Kanonieren, die wie
ein Block ihr Geschütz umgeben, ein Gan
zes, zusammengeschweißt nicht durch Kom
mando und Exerzieren, sondern aus dem
guten Geist heraus, der eben den deutschen
Soldaten zum besten der Welt gemacht hat.
Dem Film geht ein sehr guter Ruf voraus.
hg. Beringstedt, 22. Juli. Blitz schlug i«
einen Karpfenteich. In den Karpfenteich
eines hiesigen Bauern schlug der Blitz und
tötete eine Menge Karpfen.
hg. Osterftedt, 21. Juli. Kuh vom Blitz
erschlagen. Dem Bauern Heuer wurde eine
wertvolle Kuh vom Blitz erschlagen.
Ehrung für treuen Dienst. Der Chaussee
wärter Hinrich Lauge in Hademarsche« er
hielt für 25jährige treue Dienstzeit das
Verdienstkreuz mit Urkunde vom Führer
verliehen. (s.)
Seinen 80. Geburtstag konnte gestern der
Rentner G. Constabel in Hademarsche« bei
guter Gesundheit begehen. Constabel betrieb
früher eine Buchbinderei in Hanerau. Auch
war er mehrere Jahre Fleischbeschauer.
(br.)
H§g
Von erster Jugend an bis Ins hohe Älter » In der Schule und im Berat • Äm
Schraubstock, Im Bergwerk und im Büro ® Im Dorf und in der Stadt • Als Fuß
gänger und auf der Fahrt ® In der Luft und auf dem Wasser « Bei Spiel und Sport
md die ļSUe à
REICHSGRUPPE VERSICHERUNGEN
Dein Haus und Dein Besitz ® Dein Hausrat und Dein Geschäft « Das Land und
sein Ertrag ® Saat und Ernte ® Nutzung und Nutzen • Die Arbeit und das Werk
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