r
14
Atropin nicht. Die Linse scheint nicht verletzt zu sein. Patient kann
mit dem verletzten Auge nicht sehen, es besteht nur quantitative Licht
empfindung. Therapie: Atropin und Druckverband.
Patient wurde ambulant behandelt bis zum 3. II. Bei der Ent
lassung aus der Behandlung wurde folgender Status aufgenommen: Die
Hornhautwunde ist per primam geheilt. Die Hornhaut ist noch etwas
unregelmäfsig eingebuchtet. Von unten aufsen nach innen oben verläuft
über die Cornea eine schmale, S-förmig gekrümmte Narbe, in welche
unten aufsen die Iris eingeheilt ist. S = -jjß.
Bei einer Untersuchung am 30. VI. 1896 konnte ich folgenden
Befund constatieren: Quer über die Cornea von innen oben nach unten
aufsen verläuft eine schmale Narbe, die sich an ihrem unteren Ende
etwas verbreitert und hier eine etwa hirsekorngrofse Trübung bildet.
Die Iris ist in dem unteren Teil der Narbe eingeheilt. Die Pupille ist
etwas nach unten aufsen verzogen; reagiert auf Lichteinfall, soweit es
die vordere Synechie zuläfst. Über sein Sehvermögen giebt Patient an,
dafs er mit dem rechten Auge alles wie im Nebel sehe. Deutliches
Sehen trete ein, wenn er durch einen schmalen Spalt oder ein feines
Loch sehe. — Eine Beschränkung des Gesichtsfeldes war nicht nach
zuweisen.
Der zweite Fall betrifft eine schwere Verletzung durch den Bits
einer Eule, welche ohne erkennbare Ursache den Patienten wieder
holt angriff.
H. S., ein Landmann aus Süsel, 22 Jahre alt, stand in der Abend
dämmerung ruhig mit dem Rücken an eine Scheune gelehnt, als plötz=
lieh eine Eule von oben herabschofs und ihm unversehens, ehe er nur
eine Abwehrbewegung machen konnte, einen Bifs ins rechte Auge ver
setzte. Patient versuchte vergebens die Eule zu ergreifen, sie ent
schlüpfte, kehrte jedoch sogleich zu einem zweiten Angriff zurück und
versetzte dem Patienten einen zweiten Bifs gegen das linke Auge, der
jedoch nur das Lid traf, und zerkratzte ihm mit ihren Fängen das Ge
sicht. Die Blutung aus der Lidwunde des linken Auges war so stark,
dafs Patient Vo Stunde überhaupt nicht sehen konnte, da das Sehver
mögen des rechten Auges ganz verschwunden war. In den ersten Tagen
hatte Patient heftige Schmerzen im rechten Auge. Nach 6 Wochen, am
31. V. 1878 stellte er sich in der Klinik vor. Folgender Status wurde
aufgenommen:
Es besteht ejne mäfsige Limbusinjektion. Am äufseren Rande der
Cornea befindet sich eine horizontale, etwas geblafste Narbe, welche
zum kleinsten Teil auf der Cornea, zum gröfsten Teil auf der Sclera