Full text: Drei Fälle von Bissverletzungen des Auges

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Atropin nicht. Die Linse scheint nicht verletzt zu sein. Patient kann 
mit dem verletzten Auge nicht sehen, es besteht nur quantitative Licht 
empfindung. Therapie: Atropin und Druckverband. 
Patient wurde ambulant behandelt bis zum 3. II. Bei der Ent 
lassung aus der Behandlung wurde folgender Status aufgenommen: Die 
Hornhautwunde ist per primam geheilt. Die Hornhaut ist noch etwas 
unregelmäfsig eingebuchtet. Von unten aufsen nach innen oben verläuft 
über die Cornea eine schmale, S-förmig gekrümmte Narbe, in welche 
unten aufsen die Iris eingeheilt ist. S = -jjß. 
Bei einer Untersuchung am 30. VI. 1896 konnte ich folgenden 
Befund constatieren: Quer über die Cornea von innen oben nach unten 
aufsen verläuft eine schmale Narbe, die sich an ihrem unteren Ende 
etwas verbreitert und hier eine etwa hirsekorngrofse Trübung bildet. 
Die Iris ist in dem unteren Teil der Narbe eingeheilt. Die Pupille ist 
etwas nach unten aufsen verzogen; reagiert auf Lichteinfall, soweit es 
die vordere Synechie zuläfst. Über sein Sehvermögen giebt Patient an, 
dafs er mit dem rechten Auge alles wie im Nebel sehe. Deutliches 
Sehen trete ein, wenn er durch einen schmalen Spalt oder ein feines 
Loch sehe. — Eine Beschränkung des Gesichtsfeldes war nicht nach 
zuweisen. 
Der zweite Fall betrifft eine schwere Verletzung durch den Bits 
einer Eule, welche ohne erkennbare Ursache den Patienten wieder 
holt angriff. 
H. S., ein Landmann aus Süsel, 22 Jahre alt, stand in der Abend 
dämmerung ruhig mit dem Rücken an eine Scheune gelehnt, als plötz= 
lieh eine Eule von oben herabschofs und ihm unversehens, ehe er nur 
eine Abwehrbewegung machen konnte, einen Bifs ins rechte Auge ver 
setzte. Patient versuchte vergebens die Eule zu ergreifen, sie ent 
schlüpfte, kehrte jedoch sogleich zu einem zweiten Angriff zurück und 
versetzte dem Patienten einen zweiten Bifs gegen das linke Auge, der 
jedoch nur das Lid traf, und zerkratzte ihm mit ihren Fängen das Ge 
sicht. Die Blutung aus der Lidwunde des linken Auges war so stark, 
dafs Patient Vo Stunde überhaupt nicht sehen konnte, da das Sehver 
mögen des rechten Auges ganz verschwunden war. In den ersten Tagen 
hatte Patient heftige Schmerzen im rechten Auge. Nach 6 Wochen, am 
31. V. 1878 stellte er sich in der Klinik vor. Folgender Status wurde 
aufgenommen: 
Es besteht ejne mäfsige Limbusinjektion. Am äufseren Rande der 
Cornea befindet sich eine horizontale, etwas geblafste Narbe, welche 
zum kleinsten Teil auf der Cornea, zum gröfsten Teil auf der Sclera
	        
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