Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 3)

St. IS! 
Zweites Blatt 
Mittwoch, 
8. Juli. 
Schiffsverkehr iss Kess AssröS- 
Lurger Hüfm iM VeZm. 
Im Monat Juni haben den 
Kreist, äsen 
26 Schiffe angelaufen und 4792 To. gelöscht, 
darunter ein Schiff mit 1700 To. Kohlen. Es 
brachten: 
M.-S. Meta 80 To. Mais, 44 To. Gerste, 
.M.-S. Emmy 105 To. Mais, M.-S. Heinrich 
66 To. Hirse,' M.-S. Poseidon 50 To. Gerste, 
M.-S. Marie 240 To. Roggen,' M.-S. H. Heinrich 
100 To. Gerste, M.-S. Emmy 100 4w. Gerste, 
M.-S. Meta 95 To. K.-Steine, M.-S. Gretel 
142 To. Roggen, M.-S. Corrie 196 To. Gerste, 
M.-S. de Marne 100 To. Gerste, Dps. Gr. Mül 
ler 1700 To. Kohlen, Schute 400 To. Roggen, 
M.-S. Anna 72 To. Gerste, M.-S. Margaretha 
70 To. Gerste, M.-S. Anna 161 To. Oelkuchen, 
M.-S. Marie 161 To. Gerste, M.-S. Meta 72 To. 
Gerste, M.-S. I. Rolf 125 To. Gerste, M.-S. 
Anna 104 To. Gerste, M.-S. Kate 100 To. Gerste, 
M.-S. Umland 75 To. Gerste, M.-S. Jenne 
196 To. Gerste, M.-S. Möwe 102 To. Gerste, 
M.-S. Schwalbe 102 To. Gerste, M.-S. Gertrud 
100 To. Gerste, 100 To. Mais. 
Beladen wurden zwei Schiffe mit 80 To. Fut 
termitteln, und zwar MS. Friedolf 60 To. Hafer, 
MS. Rebecka 80 To. Roggen. Kohlen luden MS. 
Engellandt 80 To., MS. Albert 60 To., MS. 
Marie 250 To. — Bunkerkohle erhielten 21 Damp 
fer, Motorenöl 170 Motorsegler. — Die Stück 
gutlinien löschten 290 To. Stückgut. 
Den Obereiderhafen 
liefen im Juni 27 Schiffe mit 3675 To. Ladung 
zum Löschen an. Es waren dies folgende Schiffe: 
MS. Carlshütte 2 60 To. Kalksteine, MS. Frieda 
109 To. Gerste, MS. Hermine 75 To. Gerste, MS- 
Sirius 95 To. Mauersteine, MS. Anders Chy- 
üeuius 400 To. Holz, MS. Dora 106 To. Ge 
treide, MS. Carlshütte 2 60 To. Gußbruch, MS. 
Carlshütte 3 125 To. Formsand, D. Karjala 450 
To. Holz, D. Ed di 300 To. Roheisen, MS. For 
tuna 135 To. Roheisen, MS. Herrmann 160 To. 
Holz, MS. Fulda 95 To. Holz, MS. Sirius 90 
4.0. Mauersteine, MS. Carlshütte 2 30 To. Borax, 
MS. Johanna 61 To. Gerste, MS. Seefalke 150 
To. Roheisen, MS. Johanne 60 To. Roheisen, 
MS. Gerda Hoyer 200 To. Holz, MS. Dora 122 
To. Getreide, MS. Hedwig 220 To. Roheisen, 
MS. Emanuel 165 To. Roheisen, MS. Irmgard 
Ģ To. Holz, MS. Jngeborg 185 To. Kalksteine, 
MS. Carlshütte 2 10 To. Oel, MS. H. H. Engel- 
ļ,?ņdt 32 To. Mauersteine, MS. Hedwig 130 To. 
Roher,en. — 6 Schiffe liefen leer ein, um im Hafen 
zu laden. 
Obereiderhafen verließen 11 Schiffe mit 
waren dies: MS. Carlshütte 2 40 
To. Stückgut, MS. Frieda 86 To. Stückgut, MS. 
Hernnne oo To. Kohlen: MS. Carlshütte 2 40 
To. Stuckgut, MS. Carlshütte 3 66 To. Stückgut, 
MS. H. H. Engellandt 15 To. Briketts, MS. 
Anna 27 To. Stückgut, MS. Carlshütte 2 35 To. 
Stückgut, MS. Carlshütte 2 40 To. Stückgut, MS. 
Catharina 50 To. Mais, MS. Martha 30 To. 
Baumaterial. — 22 Schiffer verließen ohne Rück 
fracht den Hafen. 
Durch die 
Eiderschleuse 
fuhren eiderabwärts 37 Schiffe mit 2600 To. La 
dung, und zwar: MS. Helene 65 To. Getreide, 
MS. Hertha 51 To. Getreide, MS. Margaretha 
50 To. Stückgut, MS. Meta 100 To. Getreide, 
MS. Sophie 109 To. Getreide, MS. H. H. Engel 
landt 30 To. Mauersteine, MS. Sirius 95 To. 
Mauersteine, MS. Helene 120 To. Getreide, MS. 
Esmeralda 66 To. Holz, SJia. Brunhilde 40 To. 
Stückgut, MS. H. H. Engellandt 80 To. Kohlen, 
MS. Gebrüder 80 To. Getreide, MS. Agnes 100 
To. Getreide, MS. Teelkebtne 60 To. Getreide, 
MS. Energie 100 To. Getreide, ANS. Anna 60 
To. Getreide, MS. Frieda 125 To. Getreide, MS. 
Sirius 90 To. Mauersteine, MS. Frau Kapitän 
â^4^^Ştûckgut, MS. Fortuna 165 To. Getreide, 
MS- Trudel 80 To. Getreide, MS. H. H. Enqel- 
àdt 15 To. Briketts, MS. Schwalbe 35 To. 
Ştuckgut^MS. Bertha 61 To. Getreide, MS. Vi- 
ueta 82 To. Getreide, MS. Rebecka 30 To. Ge- 
treide, M^. Marga 80 To. Getreide, MS. Anna 
60 4.0. Getreide, M----. Heinr. Erich 73 To. Ge 
treide, MS. Frau Kapitän 40 To. Stückgut: MS. 
Grete 80 To. Getreide, MS. Auguste 50 To. Ge- 
treiöe, MS. Erna 106 4.0. Getreide, MS. H. H. 
Engellandt 33 To. Mauersteine: MS. Amanda 80 
To. Getreide: MS. Hermann 75 To. Getreide: 
MSs Energie 60 To. Getreide. 
Eideraufwärts 
fuhren folgende 12 Schiffe mit 784 To. Ladung: 
MS. Horst 85 To. Hafer, MS. Schwalbe 10 To 
Felle, MS. Trudel 83 To. Hafer, MS. Sleipner 
100 To. Hafer, MS. Hella Seismann 55 To 
Mehl, MS. Henni 100 To. Hafer, MS. Trudel 
^0 To. Mehl: MS. Schwalbe 50 To. Stückgut, 
MS. Vincta 84 To. Hafer, MS. Rebecka 67 To. 
Hafer: MS. Heinr. Erich 64 To. Mehl, MS. 
Brunhilde 16 To. Wolle. — Außerdem passierten 
mderaufwärts kommend 19 Schiffe leer öle 
Schleuse. 
* * * 
'I Selbsttötung eines läjLhrigen Knaben 
»ns Furcht vor Strafe. Ein 12jähriger Junge, 
der in der letzten Zeit mehrere Einbruchsöieb- 
şiàhle ausgeführt hat, dabei überrascht wurde 
seinen Eltern übergeben werben konnte, 
n ->ss - ter fortgelaufen und die Nacht über nicht 
's Hause gekommen. Am Dienstag hat sich 
?unge, wahrscheinlich aus Furcht vor 
I .?fe, im Garten seiner Eltern auf dem 
-a « ŗnit einem alten Trommelrevvlver 
n'iqotieit. Der Tod ist sofort eingetreten. 
s-^s"-^ņudsacheu. Gefunden wurden auf der 
Schlesrvrger Chaussee Badezeug, am Kanal 
erne Brille, im Kindergarten eine Handtasche, 
au, der Königskoppel ein Füllfederhalter, in 
der Herrenstraße eine Busennadel. Die Sachen 
«Llinden sich im Fundbüro (Nssi^ZburoL 
Rendsburg, den 9. Juli 1930. 
* Fahrraddiebstahl. Ein Damenfahrrad, 
Marke „Carlos", ist am Montag in der Lorn- 
senstraße entwendet worden. Das Rad hat 
schwarze Felgen mit grünen Streifen. 
* Von der Volkshochschule. Vom 25.-27. 
August ds. Js. findet in der hiesigen Volks 
hochschule eine Singetagung für Musikfreunde 
statt. Die Leitung liegt in den Händen von 
Professor Jversen, Pädagogische Akademie 
Kiel. Mit den Singübungen ist eine Einfüh 
rung in neuzeitlichen Volkstanz, auch Geest 
länder Tanzweise, verbunden, Leitung: Fräu 
lein Sohrt, Lehrerin an der Volkshochschule. 
* Ein Ferienaufenthalt von mehreren Tagen 
fand in der letzte Woche für 90 Rendsburger Kin 
der und Jugendliche unter Führung von Pastor 
Lübbert im Waldheim am Brahmsee bei Nortorf 
statt. Das Zusammensein der Jugend war von 
herrlichem Wetter begünstigt, so daß man die gan 
zen Tage im Freien verbringen konnte. Man wan 
derte und spielte, badete und ruderte. Nachts konnte 
das geräumige Waldheim die große Zahl der Be 
sucher aufnehmen. Unter den Jugendlichen, denen 
so ein paar schöne Ferientage geschenkt wurden, 
herrschte große Fröhlichkeit, und man kehrte, braun 
gebrannt und erholt, wieder nach Redsburg zurück. 
* Durch eigenes Verschulden ein Auge ver 
loren. Ein betrübendes Ende nahm für den Ma 
lergehilfen Hermann T. in Rendsburg eine Aus 
schreitung, die er vor rund 5 Jahren beging. Er 
kam angetrunken in die P.'sche Gastwirtschaft und 
mit Rücksicht aus seine Angetrunkenheit wurde 
ihm das geforderte Glas Vier verweigert. Dar 
auf beleidigte er Frau P. in grober Weife, worauf 
ihr Mann T. vor die Tür fetzte und ihm das wei 
ters Betreten des Hanfes verbot. Nach einer hal 
ben Stunde kam T. trotzdem wieder und wurde 
erneut hinausgesetzt. Es mochten etwa 10 Minu 
ten verflossen sein, als T. plötzlich herankam und 
eins große Scheibe der Gastwirtschaft mit der Faust 
einschlug. Am Einschlagen der zweiten Scheibe 
wurde er von P., der hinausgeeilt war, gehindert. 
Es entspann sich zwischen den beiden eine Schläge 
rei, in deren Verlauf T. sich zu Boden warf und 
versustte, P. an den Bein engleichfalls zu Boden 
zu ziehen. Dieser wehrte sich, und nachdem er 
Hilfe erhalten hatte, brachte er T. zur Polizei 
wache. Am anderen Tage meldete T. sich mit ge 
schwollenem Auge bei einem Arzt, der feststellte, 
daß mit stumpfer Gewalt auf das geschlossene Auge 
eingewirkt sein müsse, und zwar derart, daß eine 
Verletzung entstand, die das Ausnehmen des 
Auges nötig machte. T. behauptete, P. habe ihm, 
als er an der Erde lag, Fußtritte versetzt, und hier 
durch die Verletzung des Auges herbeigeführt. P. 
bestritt dies und erklärte, er habe sich lediglich 
mit den Fäusten gegen T. gewehrt. Gegen P. 
wurde Anklage erhoben, doch zögerte sich die Ab 
urteilung hinaus, da T. lange nicht zu finden war. 
Er war jetzt kommissarisch vernommen worden. 2 
Zeugen bekundeten, nicht gesehen zu haben, daß 
P. mit dem Fuß gestoßen hat, wohl aber habe er 
Mühe gehabt, sich gegen T.'s Angriffe zu wehren. 
Die Zeugen sprangen dann P. bei. Der Staats 
anwalt beantragte die Freisprechung des Angeklag 
ten, da nicht festzustellen sei, wie die Verletzung 
herbeigeführt sein könne, auch könne der angetrun 
kene T. sie sich selbst beigebracht haben. Selbst 
wenn man annehme, P. habe sie herbeigeführt, 
dann habe dieser immer noch in Notwehr gehandelt. 
Das Gericht schloß sich dem Antrage an und sprach 
P. frei, auch sollen ihm seine baren Auslagen er 
setzt werden. T. habe auf alle Fälle sich selbst den 
Verlust des Auges zuzuschreiben. — An sich wird 
eine Körperverletzung, bei der das Sehvermögen 
auf beiden Augen oder auf einem Auge verloren 
geht, mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren oder Ge 
fängnis nicht unter einem Jahrs bestraft. Es war 
daher dem Angeklagten zu glauben, daß er seelisch 
schwer unter der Anklage gelitten hat. (wk.) 
* Kindervergnügen des Mnsikklubs Saat- 
see und Umgegend. Bei dem Kindervergnü 
gen fand die Aufstellung morgens 8ļi Uhr im 
Vereinslokal Saatsee statt. Dann bewegte 
sich der Zug mit der eigenen Musikkapelle 
des Vereins nach der Kolonie Düngerfabrik, 
um dort die übrigen Kinder des Vereins ab 
zuholen. Am Vormittag hatten die Kinder 
Ballwerfen, Fischwerfen, Topfschlagen, Sack 
laufen und Kringelbeißen. Am Nachmittag 
waren Kränzchen für die Kinder und Auf 
führungen von Reigen, ferner wurde die 
„Loreley" aufgeführt, die großen Beifall 
erntete. Abends wurden die Kinder nach der 
Kolonie Düngersabrik zurückgebracht. König 
wurde Willi Rathje, Saatsee, Königin Anni 
Klupski, Düngerfabrik. Für die Mitglieder 
wurde abends im Vereinshaus Saatsee ein 
Kränzchen veranstaltet. 
» 
Am Donnerstag, den 10. Juli 1930, 
abends 8 Uhr, sämtliche Spielleute 
mit allen Instrumenten beim Kame- 
radenPittack.Allelnstrumente, auch die 
kaputten, müssen mitgebracht werden. 
3355 Der Vorstand. Bezirksleiter. 
Sachsen-Thüringer Verein 
25. Stiftungsfest 
verbunden mit Gautagung 
des Gaues Nordmark im Bunde säch 
sisch-thüringischer Landsmannschaften 
am Sonntag, den 13. |uli 1930 in der Schweizerhalle. 
(Siehe Festordnung.) (3214 
Werfte-Schmifest 
des Rendsburger Ballspiel-Vereins 
am Sonntag, den 13. Juli 1931, 15 Uhr 
in der „Städt. Badeanstalt“, Neue Kieler Landstraße 
Einzßlwettkämpfe. Staffoikämpfe, 
WassBiisollsplElo, HomorisîiscliE Einlagen 
Teilnehmende Vereine 
aus Heide, Schleswig, Kiel u. Flensburg 
Preise der Plätze: (3353 
Erwachsene 0.75 RM, Kinder u. Erwerbslose 0.50 RM 
Die Badeanstalt steht dem R.B.V. von 1 Uhr ab zur Ver 
tagung u. ist für d. öffentlichen ßadebetrieb geschlossen 
Schleswig-Holstein. 
àÄ Lsm àsffe ttettfaifctttg. 
Abgebranntes Wohnhaus. 
g. Vendors, 9. Juli. In der gestrigen Nacht 
wurde hier die Motorspritze alarmiert. In dem 
Nachbardorfe Thaden brannte das massive Wohn 
haus des Zimmerers I. Suhr bis auf dis Grund 
mauern nieder. Die Entstehungsursachs des 
Feuers ist unbekannt. Das meiste Mobiliar konnte 
gerettet werden. 
zz. Nortorf, 8. Juli. Stadtverorducten- 
sitzmrg. In einer in der Aula der städtischen 
Mittelschule abgehaltenen Sitzung der Stadt 
verordnetenversammlung teilte der Vorsit 
zende, Bürgermeister Beyer, mit, daß die am 
1. Juli d. I. eingeführte Landpostverkraftnng 
für Nortorf eine Erhöhung der Portokosten 
mit sich gebracht hat. Es wurde beschlossen, 
zur Deckung des im Rechnungsjahre 1929 ent 
standenen Defizits von rund 60 000 RM. eine 
Anleihe aufzunehmen. Die Anleihe soll in 
drei gleichen Raten in den Rechnungsjahren 
1930, 1931 und 1932 abgetragen werden. Die 
Stadtkassenrechnung für 1928 schließt ab in 
Einnahme mit 402 186,98 RM. und in Aus 
gabe mit 419 293,47 NM., somit mit einem 
Fehlbeträge non 17 106,82 NM. In diesem 
Fehlbeträge liegen rund 16 000 RM. rückstän 
dige Gewerbesteuern, so daß der effektive 
Fehlbetrag rund 1100 RM. beträgt. Die Re 
visionskommission hat die Rechnung in sach 
licher und formeller Hinsicht geprüft, die von 
ihr gezogenen Notate sind durch Beantwor 
tung erledigt. Die Jahresrechnung wurde 
wie oben festgestellt und dem Stadtkassierer 
Entlastung erteilt. — Eine Forderung der 
Tarmstädter und Nationalbank in Höhe von 
17 300 RM. aus dem Ankauf des Nordmark 
geländes ist durch Eintragung einer Vormer 
kung zur Sicherung des Anspruchs in das 
Grundbuch einzutragen. Es wurde antrags 
gemäß beschlossen. Für die „Gemeinnützige 
Baugenossenschaft wird die Bürgschaft für 
eine von der Genossenschaft aufzunehmende 
erste Hypothek von 12 000 RM. auf ein zu er 
richtendes Doppelwohnhaus gegenüber der 
Spar- und Leihkasse G. m. b. H. in Nortorf 
übernommen. 
ai. Hohenwestedt, den 8. Juli 1930. Der 
Kampfgenossen- und Kriegerverein von Hohen- 
rvestedt und Umgegend hielt in seinem Ber- 
einslokal seine Vierteljahresversammlung ab. 
Zu Beginn derselben gedachte der stellvertre 
tende Vorsitzende, Mittelschullehrer Trcde, in 
einer längeren Rede der befreiten Rheinlande. 
Anschließend gab er einen ausführlichen Be 
richt über den Kreiskriegerverbandstag in 
Hamdorf und machte nochmals besonders da 
rauf aufmerksam, daß zum Herbst die Fahnen 
der ehemaligen schleswig-holsteinischen Regi 
menter nach Schleswig überführt werden, um 
dort im Schlosse aufbewahrt zu werden. Neu 
aufgenommen wurden die Kameraden Aug. 
Seeligmann und Hans Passig Hohenwestedt, 
Karl Möller und Hinr. Wieben, Tappenöorf. 
Lehrer Krüger war vom Verein Mörel nach 
hier überwiesen. Dem Kameraden Hinr. 
Tierck, Hohenwestedt konnte das Ehrenzeichen 
für 28jährige Mitgliedschaft überreicht werden. 
ai. Hohenwestedt, den 8. Juli 1930. Zu 
sammenstoß zwischen Auto und Motorrad. Als 
der Sohn des hiesigen Schlossermeisters Ihle 
mittags auf einem neuen Motorrad mit einem 
Kameraden nach Vaasbüttel fuhr, wollte beim 
Park Wilhelmshöhe der Händler Harders ge 
rade mit seinem Auto aus dem Seitenwege in 
die Hauptstraße. Ein dicker Knick an der Stra 
ßenbiegung verdeckt hier die Aussicht über die 
Straße vollkommen. Unglücklicherweise gaben 
beide Fahrer zu gleicher Zeit das Signal, so daß 
keiner des anderen Signal hörte. Als der 
Motorradfahrer plötzlich das Auto vor sich 
auftauchen sah, bremste er sofort stark. Dadurch 
wurde das Rad etwas herumgeworfen und im 
gleichen Augenblick von dem Auto erfaßt und 
eine kurze Strecke mitgeschleist. Der Beifahrer 
wurde auf die Straße geschleudert, kam aber 
verhältnismäßig gut dabei weg. Neben einem 
zerrissenen Anzug hat er einige weniger ge 
fährliche Wunden am Bein. Nachdem er vom 
Arzt verbunden war, konnte er seinen Weg zu 
Fuß fortsetzen. Schlimmer erging es dem jun 
gen Ihle. Neben verschreöenen Beinwunden 
trug er eine starke Quetschung des rechten 
Unterschenkels davon. Das neue Motorrad ist 
derart zugerichtet, daß es kaum mehr repara 
turfähig ist. Glücklicherweise hatten beide 
Fahrer ein durch die schlechten Wegeverhält 
nisse bedingtes mäßiges Tempo, sonst hätte der 
Zusammenstoß erheblich schlimmere Folgen 
haben können. 
* Haneran-Hadcmarschen. 8. Juli. Die ge» 
kränkte Konkurrenz. Es ist beabsichtigt, ein klei 
nes Heimatbuch für den Kreis Rendsburg her 
auszugeben. Es sollen in ihm vor allen Dingen 
die Landschaft des Kreises, ihre Schönheiten und 
die Möglichkeiten von Ausflügen usw. aufgezeigt 
werden, daneben die wichtigsten Fragen der Ge 
schichte, der Geologie, der Wirtschaft, des Wohl- 
fahrts- und Bildungswefens des Kreises in ge 
drängtester Form behandelt werden, alles mit 
einer Beigabe eines größeren Bildwerks. Ein 
Anzeigenteil ist als Ergänzung vorgesehen. Die 
ganze Angelegenheit hat nun die Buchdruckerei 
der Landpost in Hanerau in den falschen Hals 
bekommen, ihr ist der Druckauştrag nicht zuteil ge 
worden, und sie glaubt nun vor der Oeffentlich- 
keit feststellen zu sollen, daß die betreffende Fir 
ma einen Hausen Geld damit verdienen will und 
die ganze Angelegenheit nicht zu Nutz und From 
men des Kreises, sondern zu Nutz und Frommen 
eines guten Geschäfts gemacht wird. Für die betr. 
Buchdruckerei ist die ganze Sache lediglich ein von 
einem Dritten gegebener Druckauftrag, den aus 
zuführen sie als Buchdruckerei glaubt, ein gutes 
Anrecht zu haben, der Kreis aber hat das gute 
Recht, ein Unternehmen zu unterstützen, welches den 
Verkehrs- und anderen Interessen des ganzen Krei 
ses und -damit der Allgemeinheit dient. Darum 
braucht es keine Kritik aus verspätetem Konkurrenz 
neid zu geben. 
s. Thaden, 8. Juli. Ein Hans abge 
brannt. In der Nacht vom 7. zum 8. d. Mts. 
entstand Feuer in der Hobelbankfabrik von 
I. Suhr in Thaden. Beim Eintreffen der 
Feuerwehr war das Haus bereits niederge 
brannt. Ein Teil des Mobiliars konnte ge 
rettet werden. Die Maschinen der Fabrik 
sind miiverbrannt. Der Schaden ist durch 
Versicherung bei der Landesbrandkasse ge 
deckt. Die Entstehungsursache des Feuers ist 
noch nicht geklärt. 
àÄ Hoistcm. 
Beim Segeln ertrunken. 
Kiel, 8 Juli. Heute nachmittag kenterte auf 
der Förde eine mit vier Personen besetzte Segel 
jacht in der Nähe der Nordmolo des Marinearse 
nals. Liner der Insassen wurde von einem her 
beigeeilten Motorboot aufgenommen. Ein zweiter 
rettete sich selbst durch Schwimmen auf die Mole. 
Ein dritter Insasse der gekenterten Jacht ver 
suchte, den des Schwimmens unkundigen vierten 
Segler zu retten, wurde jedoch von diesem mit in 
die Tief gezogen. Während es gelang, ihn zu ret 
ten, ist der Nichtschwimmer ertrunken. 
Der kmeärmrsche FloLtenbesuch 
in Kiel. , 
Kiel, 8. Juli. Der Chef des in Kiel liegenden 
amerikanischen Linienschifsgeschwaders, Admiral 
Eluverius, empfing heute nachmittag die Spitzen 
der zivilen und militärischen Behörden Kiels bei 
einem Bordfest auf seinem Flaggschiff „Arkansas". 
Der amerikanische Botschafter Sackett, der am 
gestrigen Montag an einem vom Oberpräsidenten 
der Provinz Schleswig-Holstein, Kürbis, veran 
stalteten Autoausflug nach Bad Segeberg teil 
genommen hatte, hat bereits heute vormittag die 
Rückreise nach Berlin angetreten. Die amerikani 
schen Gäste, die bei der Bevölkerung Kiels die 
herzlichste Aufnahme gefunden haben, äußerten sich 
über ihren Kieler Aufenthalt sehr befriedigt. Sie 
erklärten, sich noch nie in einer fremden Stadt 
so wohl gefühlt zu haben wie in Kiel. Das Be 
dauern über die für den Mittwoch vorgesehene 
Ausreise des Geschwaders, dessen nächstes Ziel Oslo 
ist, ist deshalb allgemein und aufrichtig.
	        
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