geschrumpfte Riesenwohld . Die alten , prächtigen Eichen am hohen Elbufer von Altona bis Blankenese sind ohne Zweifel Reste eines Eichenwaldes . Als Reste ehemaliger Waldungen finden wir im mittleren Landstrich Schleswigs mit niedrigem Gestrüpp lvor - zugsweise mit Eichen ) bestandene Flächen , die als „ Kratt " bezeichnet werden . Ter große Wald Farris erstreckte sich über meilenweite Gebiete im nordöstlichen Schleswig . Für diese große Wandlung Schleswig - Holsteins — aus einem waldreichen in ein waldarmes Land — ist eine völlig befriedigende Erklärung bis jetzt nicht ge - funden . Ziemlich allgemein wird in fachmännischen Kreisen als richtig anerkannt , was der Forstrat Emeis in seiner Schrist über den Rückgang unserer Wälder sagt . Tarnach muß man die über - große Huniusikation . die Versäuerung des Bodens , die Abätzung des Mineralkorns , d . i . der im Boden vorhandenen Erze , und die Bildung der Ortsteinschichten als die vornehmlichsten Ursachen der Verkümme - rung und des schließlichen Verschwindens unserer Wälder ansehen . Die genannten Ursachen treten vorzugsweise in den sandigen Gegenden der Milte zutage . Aber auch Menschenhände haben an der Wald - Verwüstung mitgeholfen . Tatsache ist es jedenfalls , daß nach der ungeheuren Verarmung und Verwilderung der Bevölkerung , die der Dreißigjährige Krieg ins Land gebracht hatte , eine schonungslose Plünderung der Wälder stattfand , namentlich in der Röhe größerer Slädte . wo das Holz als Feuerung zu verkaufen war * .
Bei der Aushebung der Flurgemeinschaft kamen die noch vor - handenen Waldbeslände , soweit sie nicht fiskalisch waren , in die Hände von Einzelbesitzern . Der Großgrundbesitzer hegt und pflegt zuweilen auch größere Waldbestände : bei dem bäuerlichen Klein - grundbesitz aber fehlen von vornherein die günstigen Bedingungen für die Pflege des Waldes . In unserer Gegend wurde die Ab - Holzung noch dadurch beschleunigt , daß die Verwandlung des Wald - bodens in Ackerboden in vielen Fällen wirtschaftlich vorteilhafter erscheinen mußte .
Die drei wichtigsten Ursachen für den Rückgang unserer Wäl - der finden wir somit
* I>r . Ehrenberg weist in seiner Geschichte Altonas unter Schauendurgi - scher Herrschaft - in , Abschnitt V dem Dreißigjährigen Krieg - daraus bin . daß in den Berichten der Pinneberger Beamten fortwährend von dem großartigen Waldsrevel der Bauern die Rede sei , und daß darin der mangelhaste Waldbesland unserer Gegend seine Hauptursache bade . Zur Erhärtung dieser Ansicht wird eine Stelle auü einem IttöA erschienenen Drama angeführt , das den Dichter Johann Rist in Wedel zum Verfasser hat . Da tritt in einem Zwischenspiel ein Bauer aus , der einem Fremden erzahlt , daß er und seinesgleichen sich gar nichts aus dem Frieden «lachten , denn sie hatten während der Kriegszeit ein ungebundenes und lustiges Leben gefuhrt . Und als der Fremde nun sragt , woher sie denn die Mittel zu solchem lustigen Leben genommen , antwortet der Bauer frech :
„ Wo . gy sind wo ! ein rechten dummen Düvel , Junker , dat gy dat mch wetet ! Staat dar nene Börne nog im Holte , de wi dal Hoven und nar Stadt führen könnt t Hch heb de vaken in einer Weken so vel voll afhactet und vertost , dat ick een half Jahr de Kontribution von gewen können . Todeme skulle »vi nich so drade stehlen können als de Soldaten ? -