Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 4)

123. Jahrgang. 
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123. Jahrgang. 
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»t. 24? I 
wttmnck. hm 15 Sķloşier 
I 1938 
Die politische Hochspannung. 
Das große Raten um den Ausfall der heuti- 
gen Präsidentenwahl im Reichstag ist ein Aus 
schnitt aus einem ganzen Komplex von Kombina- 
tioneņ, die ihrerseits wieder die politische Hoch- 
iPstJinung und die Ungewißheit über die Zukunft 
^artun. Die Kombinationen versteigen sich bis zu 
Gerüchten über eins Diktatur, die ohne Reichstag 
Agieren werde und die sich von Brüning bis 
Braun erstrecken solle. Ob schließlich eine Diktatur 
das Ende weiterer etwaiger explosiver Ereignisse 
sein wird, wer kann heute darüber prophezeien? 
Grundlegend für die Entwicklung dürften die Ge 
schehnisse schon der nächsten Tage sein. 
Bezüglich der Präsidentenwahl geht die Mel 
kung um. daß Lobe mit einer knappen Mehrheit 
gewählt werde. Als erster Vizepräsident käme 
dann der Nationalsozialist Stöhr in Frage, für 
den auch das Zentrum stimmen wird, weil die Na 
tionalsozialisten erklärt haben daß sie für den Ab 
geordneten Esser vom Zentrum als zweiten Vize 
präsidenten eintreten würden. Dritter Vize würde 
dann voraussichtlich der Deutschnationale Eraef- 
Thüringen. Andererseits verlautet, daß Dr Scholz 
von der Volkspartei heute gegen Lobe kandidieren 
werde, ferner, daß die Nationalsozialisten auf dem 
Präsidentenposten bestünden im Hinblick auf den 
Wahlaussall, Jedenfalls wurde in einer gestrigen 
Fraktionssührerbefprechung eine Einigung nicht 
erzielt. Ueberraschungen sind bei der Wahl nicht 
ausgeschlossen es wird ans jede einzelne Stimme 
ankommen. Da der Wahlakt eine politische Kraft 
probe darstellt und mit den zu erwartenden Mehr 
heitsverhältnissen identifiziert wird, steht er na 
turgemäß im Mittelpunkt des Interesses. 
Die Fraktion der Wirtschaftspartei findet sich 
damit ab, daß Professor Dr. Bredt im Reichskabi- 
neit verbleibt, distanziert sich selbst jedoch stärker 
vom Kabinett, was der ausgesprochenen Rechts 
schwenkung der Politik der Wirtschoftspariet ent 
spricht, die seit einiger Zeit zu verzeichnen ist. Bredt 
gilt als „Minister ohne parteipolitische Bindung". 
Darüber, ob sie sich dem Mißtrauensvotum gegen 
das Kabinett Brüning anschließen soll, ist in der 
Fraktion der Wirtschaftspartei die Entscheidung 
noch nicht gefallen. 
In einer Entschließung des Bundesvorstandes 
des Reichslandbundes wird die Politik des Kabi 
netts Brüning, namentlich weil sie sich offensichtlich 
auf die Sozialdemokraten stützen zu müssen glaubt, 
scharf angegriffen, desgleichen wegen der bisheri 
gen Zurückhaltung der Regierung in der Revisions- 
ftoge. Auch bekundet man Unzufriedenheit in den 
Agrarangelegenheiten, und es wird die Umbildung 
des Kabinetts verlangt. Zu den Attacken von 
rechts ist dann noch ein Brief Hugenbergs und Ober- 
fohrens an den Reichskanzler zu rechnen, der in 
der Forderung der Beseitigung der Regierungsge- 
Meirsschast mit den Sozialdemokraten in Preußen 
gipfelt und dieses Verlangen als entscheidend für 
die politische Entwicklung im Reich hinstellt. Aus 
Kreisen der Reichsregiernng verlautet darauf, die 
Lage werde verkannt, wenn man glaube, daß durch 
stnen Ministerwechsel in Preußen die deutsche Ver 
elendung gewissermaßen automatisch beseitigt wer 
den könne. 
Im Reichskabinett wurde gestern tue Beratung 
der Reaierilnaserklärung zum Abschluß gebracht. In 
der Zentrumsfraktion des Reichstaaes betonte Brti- 
litng noch einmal die Notwendigkeit schleunigster 
Lrled'auno des sogenannten Sanierungsprogramms 
Ser Regierung. 
Wa; söfft** der Kanzler znr 
Reoilis«? 
Das rüstende Frankreich. 
Das Gegenstück zu Aeußerungen des Reichs- 
zlers Brüning gegenüber einem Vertreter der 
riser „Volontee". die darauf berechnet sind, dem 
rnervös gewordenen Frankreich das Gefühl der 
he iu geben und leider in der Youņlan-Re- 
onsfrgge f°br pgsssv klingen, findet sich in einer 
ten im ..Matin" begonnenen Artikelserie -.au- 
nes. Kn den Aufsähen sollen die G-"phc e.u- 
-nen Frankreichs auf >er gesamten Eren,strecke 
: 200 Kilometern geschildert werden. Rach der 
ilderung Lauzannes wurden mit ungeheurer 
Kraftanstrengung und unter denkbar größter Eile 
an der ganzen Grenze in Entfernungen von je 
einem^Kilometer Kasematten errichtet, die aus je 
'wei Stockwerken und einer Panzerkuppel bestehen. 
Obwohl das Innere dieser Kasematten nur eine 
Ausdehnung von 10 :12 Metern besitzt, müssen 
für jede dieser Befestigungen 10 000 Kubikmeter 
Erde in Bewegung gesetzt werden. Die Panzer- 
kuppeln sind im Gegensatz zu den Vorkriegsbefesti 
gungen Frankreichs so eingerichtet, daß auch auf 
ganz nahe Entfernung ges^-stken werden kann. In 
dem unteren Stockwerk ist der Aufenthaltsraum 
für die Reservemannschaft untergebracht, der so 
viel Veguemlichkeit wie nur möglich, geboten wer 
den soll. Wasser^ elektrisches Licht. Telephon und 
Feldbetten sind vorhanden. Der Verfasser nennt 
all dies ein? Herkules-Arbeit, die in drei Jahren 
vollendet sein werde. 
An zuständiger Stelle ist man. wie die „Deut 
sche Tageszeitung" schreibt, der Ansicht, daß der 
Kanzler über die Revisionsfrage niemals eine 
Aeußerung in der von dem französischen Zeitungs 
mann wiedergegebenen Form getan habe. Sobald 
der Sachverhalt geklärt sei, würden nähere Mit 
teilungen bekanntgegeben. 
Zer ZrMZgsZ h'srî sich radlet um. 
Braun für Herabsetzung der Reparationslasten. 
In einer dem Vertreter der „Voloutee" 
gewährten Unterredung sagte der preußische 
Ministerpräsident Braun, wie heute aus Paris, 
gemeldet wird, u. a., wenn man die Lasten des 
Reiches nicht mildere, die aus den Zahlungen 
an das Ausland entstünden, dann könne der 
Kampf gegen Hitler und gegen die Kommu 
nisten auch nicht von dauerndem Erfolg sein 
Auf die Frage, ob sich die jetzige Regierung im 
Reich am Ruder halten könne, antwortete 
Braun, wenn die Regierung sich geschmeidig 
genug zeige, um eine Zusammenarbeit mit den 
Sozialdemokraten zu ermöglichen, so könne 
man wohl damit rechnen Auf alle Fälle wür 
den es nicht die Sozialdemokraten sein, die die 
Verantwortung für eine neue Auflösung des 
Reichstages übernähmen. Sie würden viel 
mehr alles tun, um ein Finanzprogiamm auf 
zustellen, das der Verfassung nicht zuwider 
laufe, aber auch sozial sein müsse Auf die 
Außenpolitik übergehend, erklärte Braun, die 
Sozialdemokratie habe keine Veranlassung, 
ihre bisherige Haltung zu ändern Sie sei über 
zeugt, daß man der Welt keine bessere Finanz 
garantie geben könne als eine enge deutsch 
französische Verständigung. Es handle sich für 
Frankreich nicht darum, zu fragen, ob eine oder 
die andere Partei ihm feindlich gegenüberstehe, 
als vielmehr darum, die Lasten herabzusetzen, 
die ans dem Versailler Vertrag hervorgegan 
gen seien. Nur so set es möglich, die großen 
Massen des deutschen Volkes daran zu hindern, 
zu den extremen Parteien überzugehen. 
* „ * 
Preußens Mmsiervräsideul 
beim WchMiWenîen. 
Reichspräsident v. Hindenvurg empfing am 
Dienstag den preußischen Ministerpräsidenten 
Braun. 
Fm Reichsetat 1931 sind, wie man hört, 
650 Millionen Mark Einnahmen weniger ein 
gesetzt als im Etat 1930. 
Mehrmonatige Gefängnisstrafen, ein Haftbefehl, 
drei Freisprüche. 
ÄimilmM mr dm StzuWttt. 
19 bei den Tumulten am Montag in Berlin 
Verhaftete hatten sich bereits am Dienstag vor 
dem Schnellschöffengericht zu verantworten. Etwa 
50 Schupoleute waren als Zeugen geladen. Bei 
der Vernehmung der Angeklagten stellte sich her 
aus, daß einer der Angeklagten ehemaliges 
Mitglied des Roifrontkämpferbundes ist, aber 
heute keiner Partei mehr angehören will. Die 
Anklage wirft sämtlichen Angeklagten Vergehen 
gegen das Bannkreisgefetz, Zusammenrottung und 
Widerstand gegen die Staatsgewalt vor. Ein An 
geklagter wird außerdem der gefährlichen Körper 
verletzung und des Vergehens gegen die Notver 
ordnung des Waffengeşetzes, sieben weitere An 
geklagte der Beamtenbeleidigung beschuldigt. Ein 
Vertagnngsantrag der Verteidigung wurde ab 
gelehnt, desgleichen ein Antrag, das Verfahren 
auf mindestens drei Stunden auszusetzen, um der 
Verteidigung Gelegenheit zu geben, mit den An 
geklagten Rücksprache zu nehmen. Das Gericht 
beschloß, gegen zwei minderjährige Angeklagte 
das Verfahren abzutrennen. Rechtsanwalt Becker 
legte aufgrund der Ablehnung seiner Anträge die 
Verteidigung nieder. Der Antrag der Angeklag 
ten, ihnen nunmehr einen Offizialverteidiger zu 
stellen, wurde darauf als unbegründet abgewiesen. 
Die weitere Befragung der Angeklagten ergab, 
daß es sich größtenteils um die Personen handelt, 
die im Tiergarten von der Polizei festgenommen 
worden sind. Sämtliche Angeklagten bestreiten, 
sich im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu 
haben. Rur einer gibt zu, eine Fensterscheibe ein 
gedrückt zu haben, aber aus Versehen, er sei an 
die Scheibe herangedrückt worden. 
Die ersten als Zeugen vernommenen Kchupo- 
leute können nichts Wesentliches aussagen. Rur ein 
Schupo erkennt einen der Angeklagten als den 
jenigen wieder, der mit einem Stein nach ihm 
geworfen habe. Polizeimajor Heinrichs, der den 
Befehl über die Ueberfallkommandos hatte, er 
klärt, das Zurückdrängen der Nationalsozialisten 
vom Neichstagsgebäude bis zur Charlottenburger 
Chaussee sei verhältnismäßig ruhig vor sich ge 
gangen. Im Tiergarten hätten dann die Rotto- 
nalsozialisten das Pflaster aufgerissen und Pfla 
stersteine mitgenommen. Am Brandenburger Tor 
seien die ersten Steine gegen Schupoleute gewor 
fen worden. Der Haupttumult habe am Kaffee 
Dobrin begonnen. Dort sei zum ersten Mal von 
der Polizei vom Gummiknüppel Gebrauch gemacht 
worden. Dann sei es am Verkehrsturm am Pots 
damer Platz zu ernsteren Zusammenstößen gekom 
men. Dort hätten sich viele Neugierige gesam 
melt, unter ihnen Nationalsozialisten, die immer 
wieder gerufen hätten „Deutschland erwache!", 
„Juden heraus!", „Juda verrecke!" Er habe im 
mer wieder gegen diese Trupps mit dem Gummi 
knüppel vorgehen lasten. Zu dieser Zeit sei ihm 
gemeldet worden, daß 
in der Leipziger Straße 
Fensterscheiben eingeschlagen worden seien. Er 
habe sofort ein Ueberfallkommando beauftragt, 
dort nach dem Rechten zu sen. Dieses sei aber 
zu spät gekommen, die Fensterscheiben seien schon 
zertrümmert gewesen. Bis weit über Mitter 
nacht hinaus hätten zwischen nationalsozialistischen 
Trupps und der Schutzpolizei Plänkeleien statt 
gefunden. Die Menge habe sich außerordentlich 
widerspenstig benommen. Er habe damit rechnen 
mllsien, daß die Menge entschlossen sei, zu Ge 
walttätigkeiten überzugehen. Auf die Frage des 
Staatsanwalts, ob denn überhaupt Eervalttä'.: 
leiten begangen worden seien, erwidert Zeuge 
Heinrichs, es sei öfter vorgekommen, daß Verhaf 
tete von Nationalsozialisten losgerissen worden 
seien. 
Die Feststellung der Personalien der Ange 
klagten ergab, daß sich darunter zwei Jugendliche 
von 17 Jahren, und zwar ein Schüler, der die Un 
tersekunda des Werner-Siemens-Gymnasiums be 
sucht. und ein Bäckerlehrling befinden. Der Netteste 
ist ein ZOjähriger Arbeiter Unter den Angeklag 
ten befinden sich zahlreiche Arbeitslose; bis auf 
vier sind sie sänttlich unbestraft. 
Die Verhandlung gegen die 19 Angeklagten 
vor dem Schnellrichter zeichnete sich durch starke 
Unruhe und reichliche Zwisckenfälle aus. Die 
weiteren Polizeibeamten belasten als Zeugen die 
Angeklagten zum Teil, indem sie diesen oder jenen 
Fortsetzung siehe nächste Seite. 
Dr. LraaM-Twischmfall 
Aufrechterhaltung eines Strafverfahrens? 
Der Berliner Polizeipräsident vertritt gegen 
über der nationalsozialistischen Darstellung die 
Auffassung, .Anhaltspunkte, dafür, daß kommuni 
stische Lockspitzel bei den Ausschreitungen tätig ge 
wesen, seien nicht vorhanden. Abgesehen von den 
Schnellverfahren sei gegen Dr. Franzen, früher 
Amtsgerichtsrat in Kiel und jetzt braunschweigi 
scher Staatsmlnister, ein Strasversahren wegen 
Begünstigung eingeleitet worden. Franzen habe 
den 24jährigen Landwirt Paul Guth, gegen den 
ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, 
Widerstands gegen die Staatsanwaltschaft und Be 
truges eingeleitet sei, und der sich auf der Wache 
mit einem Ausweis des preußischen Landtags 
abgeordneten Lohfe-Altona zu legitimieren ver 
sucht habe, seinerseits der Polizei gegenüber als 
Lohfe bezeichnet. Er habe unter Berufung ans 
die Immunität des angeblichen Lohss die Frei 
lassung des Guth zu erwirken gesucht. 
Ergänzend wird berichtet, daß Franzen, der 
zunächst unter Hinweis darauf, daß es sich bei dem 
verhafteten Landwirt Guth um den national 
sozialistischen Landtagsabgeordneten Lohfe han 
dele, dis Freilassung Euths gefordert habe, später 
ein zweites Mal bei der Polizei erschienen sei und 
erklärt habe, er könne seine frühere Behauptung, 
daß es sich um den Abgeordneten Lohfe handele^ 
nicht mehr aufrechterhalten. Nichtsdestoweniger 
sei das Verfahren gegen Franzen eingeleitet. Das 
Strafverfahren gegen Guth wegen Betrugs sei im 
übrigen daraus zurückzuführen, daß er für die 
Eisenbahnfahrt nach Berlin den Freifahrtschein 
des Abgeordneten Lohfe benutzt haben soll. 
In einer 
Eegendarstellung 
teilt Dr. Franzen mit, daß er von dem Strafver- 
sahren erst durch die Presse erfahren habe, ob 
wohl er das Berliner Polizeipräsidium am Diens 
tag um 13 Uhr verlassen habe. Ueber den frag 
lichen Vorfall gab er eine von der des Poli 
zeipräsidenten erheblich abweichende Schilderung. 
Danach ist der Minister am Montagabend in einem 
Restaurant von der Polizeiwache Potsdamer 
Bahnhof angerufen worden, und es wurde ihm 
mitgeteilt, daß sich eine Person auf der Wache 
wegen ihrer Legitimation auf ihn berufe. Auf der 
Wache erkannte Franzen den ihm bekannten Land 
wirt Guth. Ein Polizeibeamter legte ihm die Ab 
geordnetenkarte des preußischen Landtagsabgeord 
neten Lohfe sowie ein Paßbild von Guth vor und 
fragte Franzen, ob die beiden Personen identisch 
seien. Franzen antwortete, man möge das doch 
selbst aus dem Bilde feststellen. Ueber den Sach 
verhalt sei er nicht im geringsten unterrichtet ge 
wesen. Er habe sich auf die Frage des Polizei- 
beamten überhaupt nicht geäußert, zumal zu ir 
gendwelchen Erklärungen gegenüber der Polizei 
keinerlei Verpflichtung bestand. Als ihm dann 
ein Polizeioffizier den Sachverhalt vortragen ließ 
und die Vorführung des Inhaftierten in der Ab 
teilung Ia anordnete, sei ihm klar geworden, daß 
gegen Guth etwas Wichtiges vorliegen müsse, und 
darauf Habs er dem Polizeibeamten 
unter vier Augen die richtige Personal 
aufklärung 
gegeben. Dann begab er sich auf Anregung der 
Polizeibeamten zusammen mit Guth zum Polizei 
präsidium, um auch dort die gleiche.Aufklärung zu 
geben und die Freilassung Guths zu verlangen, 
weil dieser durchaus nicht fluchtverdächtig fei. Die 
ser Bitte sei jedoch nicht stattgegeben worden. Ab 
schließend erklärt Franzen, daß er mit keinem 
Wort den Guth als den Landtagsabgeordneten 
Lohfe ausgegeben und mit keinem Wort seine Frei- 
sasiung wegen Abgeordneteneigenschaft gefordert 
habe. 
Weiter erklärt Franzen, er sei bemüht ee- 
wesen, Guth freizubekommen: denn er sei über 
zeugt gewesen, daß Guth mit den Demonstranten 
in der Leipziger Straße nicht das Geringste zu 
tun hatte. Guth, ein Landwirt aus Schleswig- 
Holstein (von der Westküste), sei nach Ber 
lin gekommen, um Vieh zu verkaufen. Er stelle 
fest, daß er es war, der Aufklärung darüber schuf, 
daß man nicht Lohse. sondern Guth vor sich habe. 
Ant der Polizeiwache sei dies auch anerkannt 
worden.
	        
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