Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 4)

Das erlösende ZVorr. 
Roman von Emma Haushofer-Merk. 
^ Nachdruck verboten. 
»Entschuldigt mich Kinder! Ich bin zu ange- 
Ķusfen und bleibe aus meinem Zimmer. Aber geh' 
ņur, Laura! Ich möchte allein sein", seufzte Frau 
^wine und schloß, sich auf dem Ruhebette aus 
leckend, die Augen. 
Auch Laura war so versonnen und geistesab 
wesend, daß die Geschwister neugierig fragten: 
„Was ist denn los? Was hattest du denn für 
e ’ ne lange Konferenz mit der Mama?" 
à. «Hat dir vielleicht der Minister, der dir bei 
Şnterfelds so die Cour machte, einen Heiratsan- 
, l(l 9 geschickt?" flüsterte Hilde, die immer an Lie- 
^geschichten dachte ,ihr lachend zu. 
. »Was fällt dir ein?" wehrte Laura sie unge- 
Uldig ab. Es war ein solcher Umsturz in ihren 
Zedanken, ihr Herz zitterte so vor Erregung, daß 
l Mühe hatte, eine leidliche Fassung zu bewah 
ren. 
Die schlaflose Nacht schien ihr so lang, und es 
war ihr eine Erlösung, als endlich der Morgen 
laute und sie aufstehen und sich zu der Reife in 
°re Stadt rüsten durfte. 
.. Und in der klaren Wintersonne, da wich auch 
re Unruhe von ihr. Sie hatte nur das befreiende 
Gefühl, als lösten sich die eisernen Reifen, die ihr 
g Brust eingeengt hatten, als begönne mit dem 
g-Wg ein neues Leben, in dem sie sich mit kraft- 
allem eigenen Willen zurechtfinden mußte. 
Fräulein Dumant war schon beauftragt, sie 
auf die kleine Fahrt zu begleiten. Die Mutter be 
stand darauf. Laura zuckte nur die Achseln. Der 
Zwang sollte also weitergehen und alles bleiben 
wie bisher! Man täuschte sich, wenn man glaubte, 
daß sie sich darein fügen würde. Nun sollte man 
sie kennen lernen, als die WiderşPrnstige, die um 
ihre Freiheit kämpfte! Sie achtete gar nicht auf 
die Unterhaltung, die die ihr aufgedrungene Ge 
sellschafterin aufrecht zu erhalten suchte, gab nur 
flüchtige, zerstreute Antworten und eilte dann in 
München mit so raschen Schritten vorwärts, daß 
die kleine Französin Mühe hatte, ihr zu folgen. 
Im Justizpalast mußten sie dann eine Weile 
im Korridor warten, bis sie in das Zimmer des 
Verlassenschaftsrichters gerufen wurden. Leute in 
Trauer kamen vorüber, Rechtsanwälte warfen 
einen neugierigen Blick auf die junge Dame, die 
mit heißen Wangen und lebhaften Augen auf und 
abging. Es machte Laura Freude,, daß ihre Be 
gleiterin mit solcher Verwunderung den Namen 
Eeltenhausen hörte, der ihr galt, und daß sie nicht 
mit in das Amtslokal eingelassen wurde, sondern 
allein auf der Bank sitzen bleiben mußte, auf der 
sie sich niedergelassen hatte. 
Ein freundlicher Amtsrichter bot Laura einen 
Stuhl an. 
„Sie heißen Laura Eeltenhausen?" fragte er. 
„Ja," erwiderte sie zögernd. Es klang ihr so 
wunderlich, daß sie unwillkürlich errötete. 
„Sie sind geboren am 25. Fsbruar 1885, hat 
ten also gestern Ihren emundzwanzigsten Geburts 
tag. Herr Justizrat Engelbert hat bei dem Ge 
richt ein Testament vorgelegt, das Ihnen nach der 
Bestimmung der Erblasier an dem Tage Ihrer 
Mündigkeit vorgelesen werden soll. Da gestern 
das Gericht Sonntagsruhe hatte, sind Sie nun am 
26. beschieden worden." 
Er öffnete einen Akt und las: 
„Hamburg, im Mai 1890. Wir, Hugo und 
Irene Eeltenhausen, bestimmen in letztwilliger 
Verfügung, daß unser Vermögen unserer Enkelin 
Laura zufallen soll. Bis zu ihrer Großjährigkeit 
i ftes bei der Deutschen Bank zu hinterlegen und 
die Verwaltung dem Gericht zu übertragen." 
Laura hörte mit einem leisen Schwindelgefühl 
die Zahlen, die weiteren Testamentsbedingungen, 
die Schenkungen und Stiftungen. Es klang ihr 
alles so traumhaft, so märchenhaft, so unglaub 
lich. ^ Klar und bestimmt faßte sie nur die Worte: 
»Unser Sohn Stefan wurde aus das Pflichtteil ge 
setzt, und die auf ihn treffende Summe ist ihm nach 
dem Ableben des Vaters sofort auszubezahlen." 
Also die eigenen Eltern haben ihren Sohn 
enterbt. 
Der Amtsrichter legte ihr eine Feder vor und 
bat sie, einen Akt zu unterschreiben und zu bestä 
tigen, daß ihr das Testament ordnungsgemäß vor 
gelesen worden war. Der Erbschein, der sie zur 
Uebernahme des Vermögens berechtigte, sollte ihr 
baldigst ausgehändigt werden. 
Ter Amtsrichter merkte wohl, daß die junge 
Dame vollständig verwirrt von der Eröffnung war. 
»Man kann nur Glück wünschen zu der, wie es 
scheint, unerwarteten Erbschaft", sagte er lachend. 
..Die Erblasser sind beide wenige Jahre nach der 
Niederlegung ihres letzten Willens gestorben, und 
da die Zinsen zu dem Vermögen geschlagen wur 
den, hat es sich seitdem noch vergrößert." 
Laura taumelte fast, als sie dann aus dem 
Amtslokal trat. 
Fräulein Dumant vermochte ihre Neugier 
nicht zu verbergen. Aber so gern das junge Mäd 
chen dieses wunderbare Erlebnis irgend einer lie 
ben Seele mitgeteilt hätte, vor ihr konnte sie hart 
näckig schweigen. _ Die Französin fühlte sich ge 
kränkt, daß sie auf ihre Fragen keine Antwort be 
kam, und sie fuhren in stummer Feindseligkeit nach 
Bruckdorf zurück. Aber hier nahm sich Laura nicht 
Zeit, Hut und Mantel abzulegen, sprang in Hast 
die Treppe hinauf und erschreckte die Mutter mit 
dem Jubelruf: 
»Denk dir, Mama! Ich habe Großartiges er 
lebt! Meine Großeltern Eeltenhausen, an die ich 
mich gar nicht erinnere, diese lieben, guten Men 
schen, haben sich meiner erbarmt und mich zur 
Erbin eingesetzt!" 
„Ach Gott!" seufzte Frau Elwine. „Davon 
ahnte Hochheim nichts! Also deshalb! Wie kannst 
du sagen: erbarmt, als hättest du Not gelitten!" 
„Nicht leibliche — seelische Not, Mama! Geld 
bedeutet Freiheit Dein Gatte hat doch behauptet: 
Ich bliebe in seiner Abhängigkeit, auch wenn ich 
mündig bin, und meine Großjährigkeit änderte 
nichts an meiner Stellung in seinem Haufe. Aber 
nein, nein! Jetzt bin ich frei! Jetzt kann ich mein 
Leben einrichten nach meiner Fasson, und das will, 
das werd ich auch!" 
(Fortsetzung folgt.) 
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im „Holsteinischen Hans". 
Tagesordnung: 
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2. Wahl von Kassenreoisoren. 
3. Votstandswahlen. 
4. Vorträge: 
a) Mitglied des preussischen Landtages Schröter - Kiel: 
„Siedlung und Bauerntum". 
b) Krcisoorsitzender Kaach-tzaindorf: 
»Die Arbeit des Bauernvereins". 
c) Dr. MeNer-Rendsburg: 
„Weltpolitische Zusammenhänge und 
bestimmte Geschenke bis Dienstag, 23. November, bei den Ge 
meiiideschwestern abgeben zu wollen. 
Der Vorstand. 
1 
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Hochachtungsvoll 
Landwirt 
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und Darstellerinnen seien nur die be 
deutendsten an dieser Stelle genannt: 
tya Kaca, Harry liediks, Olga 
Knezsä» Hans tunkermann, Ä3- 
bepï Heres-y Bander, 
Kart Piaîan u, s. w. 
Das Deutsche Uchtsplel-Syndikat hat 
mit seinem ersten Film ein wirklich 
gesundes Kind aus der Taufe gehoben. 
Das Deutche Uchtsplel-Syndikat kann 
mit vollem Recht stolz auf sein wohl 
gelungenes Erstlings-Produkt sein. 
Das Deutsche Uchtsplel-Syndikat hat 
mit dem Film 
An der schönen blauen Donau 
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