129. Jahrgang
129. Jahrgang,
Rendsburgs Tirgebtnä
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Donnerstag, den 8. April
der 21 deutschen Gruppen werden unterein
ander nochmals einen Wettkampf austragen.
Es handelt sich hier um Höchstleistungen von
Verbänden, nicht um Spitzenleistungen des
einzelnen Mannes. In den zweiten Teil des
Ausbildungsjahres fällt weiter das Laudes-
turuicr in Segeberg, wo zum ersten Mal der
Versuch gemacht wird, es zwischen Heuernte
und Roggenernte zu legen und so der Land
bevölkerung entgegenzukommen. Tas Turnier
ist die besondere Prüfung der Reiter-SA..Der
Segeberger Turnierplatz ist nach fachmänni
schem Urteil der beste in Nordwestdeutschland.
Bei den Prüfungen der Reiter wird die Ge
samtleistung einer auch noch so kleinen Ein
heit seine Bedeutung erfahren. Nach dem Se
geberger Turnier wird die Gruppe für den
den Nürnberger Parteitag rüsten. Nach dem
Abschluß des Reichspartettages in Nürnberg
folgt bei der Gruppe Nordmark Anstrag der
letzten Wettkämpfe für die Verleihung des
Jahresabzeichens. Die Stürme werden in ei
ner fortlaufenden Leistungsprobc gewertet.
Die fünf besten Stürme werden etwa am 1.
November des Jahres im Besitz der besonde
ren Auszeichnung sein.
Am Schluß seiner Ausführungen wies
Gruppenführer Meyer-Quade darauf hin, daß
das Nordmarktrefsen heute schon zu einem
Teil des Jahresplanes geworden ist. Das
Nordmarktreffen werde alljährlich durchge
führt werden und so zu einer selbstverständ
lichen Tradition werden. Besonders inter
essant war noch die Mitteilung des Gruppen
führers am Schluß seiner Ausführungen, daß
die Aufnahmesperre der SA. für die Nord
mark aufgehoben ist und junge Menschen wie
der die Möglichkeit haben, in die SA. hinein
zukommen. Seine Ausführungen wurden mit
lebhafter Aufmerksamkeit verfolgt.
SA-Gruppenführer Meyer-Quade vor de« schleswig-holsteînischen Schriftleiter«
Das Programm des Nordmarktreffens am 23. und 24. Mai 1936
sich das NSKK. noch stärker als im Vorjahr
beteiligen wird und auch die SS., die im vori
gen Jahr schon sehr gute Vorführungen zeigte,
mitwirkt. Auch reiterliche Vorführungen sind
für den Sonntagnachmittag vorgesehen. Or
ganisatorisch sind alle Vorbereitungen im
Gange. Die Erfahrungen des letzten Nord
marktreffens werden restlos ausgewertet.
U. a. wird dafür gesorgt, daß der Abtransport
der Teilnehmer schon mit Schluß der Veran
staltungen auf dem Spiel- und Sportplatz
erfolgt.
Um den aufmarschierenden politischen Sol
daten ein warmes Essen zu verschaffen, wird
der Hilfszug Bayern eingesetzt, der die Ver
pflegung übernimmt und in knapp zwei Stun
den 43 ÜÜU versorgen soll.
Die Marine-SA. zeigt bei dem Nordmark
treffen auf der Förde Wettkämpfe.
An die Bevölkerung wird noch die Bitte er
gehen, für dieses zweite große Treffen der
politischen Soldaten der Nordmark Preise zu
stiften. Ausrüstungsgegenstände aller Art sind
willkommen, wie Zeltbahnen, Decken, Brot
beutel, Spaten usw.
Mit dem Nordmarktreffen und seinem Wett
kampf findet der erste Teil des Ausbildungs
jahres 1936 seinen Abschluß.
Der zweite Teil des Ausbildungsjahres.
Im zweiten Teil des Ausbildungsjahres
1936 wird der Gepäckmarsch zur Auslese des
gruppenbesten Sturmes ausgeführt. Die be
sten Stürme im Wettkampf im Gepäckmarsch
^andesverbanösleiter Ehlers über das Ar
beitsprogramm der Gruppe Nordmark im
Fahre 1936. Der Gruppenführer gab zunächst
einen Rückblick auf das erste Nordmarktreffen,
daß ein so großer Erfolg wurde, wie man ihn
vorher nicht erhofft hatte. Er danke auch der
Presse für ihren Einsatz und führte dann aus,
daß die Gesamtausbildnng der SA. über
Jahre hinweg eine einheitliche Linie bekom
men hat. Selbstverständlich steht an erster
Stelle die weltanschauliche Erziehung des SA.-
Mannes, der niemals Mitläufer, sondern im-
wer Mitträger der Idee sein müsse. Die Er
ziehung zum Nationalsozialisten erfolgt in der
Gemeinschaft, die Einstellung des einzelnen im
Sturm kann nur nationalsozialistisch sein.
Ausführlich sprach der Gruppenführer dann
von der Wirkung der Gemeinschaft auf den
einzelnen und von dem großen Betätigungs
feld, daß die SA. auch heute noch habe, denn
es sei nicht dieses rein Geistige und Gefühls
mäßige allein, das in der SA. gepflegt werde.
Der Wettkampf der Stürme
in der Nordmark.
Der Gruppenführer kam dann auf den
Wettbewerb der Stürme der SA.-Gruppe
Nordmark zu sprechen, der sich über das ganze,
Ausbildungsjahr 1936 erstreckt und für den ein
Punktwertungssystem geschaffen wurde, das
Marschleistungen, Anzug, Auftreten des
Sturmführers und der Unterführer, sportliche
Leistungen usw. umfaßt. Der erste Abschluß
dieser Wertungen findet im Verlaufe des
Frühjahres start. Zunächst iverden die sturm
bannbesten Stürme herausgesucht, dann die
standartenbesten Stürme, die der Brigade und
zuletzt der beste Sturm der Gruppe Nord-
mark und die vier besten 'Stürme der Briga
den werden beim Nordmarktreffen besonders
auftreten. Das Nordmarktrefsen bildet den
Abschluß der ersten Halbjahreswertung. Nach
dem Nordmarktrefsen geht der Dienst hinaus
ins Gelände und findet eine neue Wertung,
die den Abschluß etwa im Oktober 1936 haben
wird. Es ist nicht gesagt, daß der frühjahrs
beste Sturm der Gruppe auch im Herbst der
beste ist. Aus der Gesamtpunktzahl des Jahres
1936 werden der gruppenbeste Sturm und die
brigadebesten Stürme herausgesucht. Für diese
fünf Stürme verleiht die Gruppe ein Ab
zeichen, das für ein Jahr mit der Jahreszahl
getragen wird. Es wird Ende 1937 abgelegt
bezw. an den neuen Sturm abgegeben.
Das 2. Nordmarktreffen.
Sehr interessant waren die Ausführungen
des SA.-Gruppcnführers Meyer-Quade über
den Verlauf des 2. Nordmarktreffens, das am
23. und 24. Mai, wie im Vorjahre, in Kiel
seinen Ablauf nehmen wird. Zu diesem großen
Treffen, das die politischen Soldaten der
Norümark wiederum geschlossen zusammen
führen wird, werden Stabschef Lutze,'der
Neichsführer SS. Htmmler und der Korps
führer des NSKK. Hühnlein erscheinen.
Darin spiegelt sich die Bedeutung des großen
Treffens wider.
Am Freitag, dem 22. Mai und Sonnabend,
den 23. Mai, tragen die Mannschaften der ver
schiedenen Einheiten Wettkämpfe aus, wobei
zwischen den Einheiten von nichtkasernierten
und kasernierten Mannschaften unterschieden
wird. Bei den Wettkämpfen beteiligen sich
neben SA., SS. und NSKK. die Wehrmacht,
der Arbeitsdienst, das Lockstedter Lager, die
Polizei usw. Es werden Wettkämpfe in allen
Arten des Sports entsprechend den Forderun
gen des SA.-Sportabzeichens durchgeführt
werden, u. a. auch Reiterkämpfe, die auf Lei
stungen kleiner Einheiten abgestimmt sind. Der
Sonnabend wird mit einem großen Fackelzug
beschlossen.
ste Grundlage des Friedens im Westen. Diese
Grundlage hat die Politik des Reiches beden
kenlos zerstört.
Zur Unterstützung eines Standpunktes, der
von den Tatsachen widerlegt wird, glaubt das
deutsche Memorandum eine neue juristische
Theorie anführen zu können: keine Nation
könnte freiwillig, ohne äußeren Druck, auf ihre
souveränen Rechte verzichten,' den Entmili
tarisierungsbestimmungen liege der Zwang der
Notwendigkeit zugrunde. Hier tritt in seiner
vollen Schivcre der seltsame Anspruch Deutsch
lands hervor, dessen Tragweite Europa wohl
abwägen muß: behält sich Deutschland vor, so
weit die Abgrenzung der Hoheitsgebiete in
Europa sich ans den Verträgen von 1919 er
gibt, diese ganze Regelung wieder in Frage zu
stellen, gleichviel welche Begünstigungen auch
seit dem Friedensschluß hinzugekommen sein
mögen? Was bedeutet es daher, wenn die
deutsche Regierung erklärt, daß sic keinen ter
ritorialen Ehrgeiz mehr hege) was bedeute cs,
wenn sie ihren Willen verkündet, die Grenzen
zu achten, wenn sie sich schon jetzt die Möglich
keit gewahrt hat, eines Tages zu behaupten,
daß die von ihr freiwillig gegebene Bestätigung
nicht die Wirkung haben könnte, den ursprüng
lichen Charakter des Gebietsverzichtes, aus
dem diese Grenzen hervorgegangen sind, zu
ändern, und daß dieser Verzicht unter äußerem
Druck oder unter dem Zwang der Notwendig
keit zugestanden worden sei?
Muß man daraus schließen, daß Deutschland
auf Grund dieser neuen Rcchtsbasis, die einem
noch nicht veröffentlichten internationalen
Recht entnommen ist, morgen das Statut von
Danzig, von Memel, von Oesterreich in Frage
stellen könnte, oder daß es diese oder jene
Grenzrevision in Europa, diese oder jene Zu
rückgabe deutscher Kolonialgebiete verlangen
wird?
rung, worin die französische Negierung zu dem
deutschen Friedensplan vom 1. April Stellung
nimmt. Dieses Memorandum wurde anch der
italienischen und der belgischen Regierung
mitgeteilt.
2. Einen Plan, in dem die französische Re
gierung ihre Ansichten über die Festigung des
Friedens Europas darlegt.
Der französische Gegenplan liegt nunmehr
im Wortlaut vor. Seine Merkmale sind leider
negativ geblieben und ein Schulbeispiel für
den Pariser Geist, wie er mit schiefen Rechts
auslegungen und falschem moralischem
Schivulst seit den Jahren des Krieges über
Europa lagert. In der „Berliner Börsenzei
tung" heißt es: Schon der Ton, in dem die
Dokumente gehalten sind, zeigt zur Genüge,
daß die französischen Staatsmänner von heute
nicht mit der Zeit gegangen sind, sondern daß
sie glauben, noch im Tone der Clemeucau und
Poincarö mit uns verkehren zu können. Wir
sind überzeugt, daß schon durch diese Aeußer-
lichkcit Frankreich nur dazu beitrügt, die wach
sende Verständnislosigkeit aufgeklärter Völker
gegenüber der französischen Verstocktheit noch
zu verstärken und das Verständnis für die
internationale Nützlichkeit der deutschen Ini
tiative vom 31. März noch zu heben. Nirgends
in den französischen Gegenvorschlägen verspü
ren wir den Willen, die Entwicklung zum
Guten vorwärtszutreiben, überall aber die
Absicht, beim Rückständigen, Ueberlebtcn,
Schlechten und Unfruchtbaren zu verharren —
sofern es nur den französischen, von Moskau
unterstützten Machtansprüchen irgendwie dien
lich ist. Es ist selbstverständlich, daß solche Ge
genvorschläge für uns undiskutabel sind.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" erklärt:
Wir müssen irgendwie an die Tatsachen heran,
und man kann au diese Tatsachen nicht her
ankommen, wenn man Projekte wiederauf-
nimmt, die sich durch die internationalen Dis
kussionen der letzten zehn bis fünfzehn Jahre
als völlig gegenstandslos, zukunftslos und
hoffnungslos erwiesen haben. Dies scheint
aber in der Tat der Kernpunkt der französi
schen Pläne zu sein.
In der französischen Denkschrift zu dem
deutschen Friedensplan vom 31. Mürz heißt es
nach einer formalen Einleitung u. a.:
Am Tage nach der Zurückweisung der frei
und feierlich in Locarno eingegangenen oder
erneuerten Verpflichtungen durch das Reich
und auf Grund des Einrückens von Streit
kräften in die entmilitarisierte Zone wäre die
Regierung der Republik berechtigt gewesen,
unverzüglich die geeigneten Maßnahmen zu
ergreifen, um die Rechtslage wiederherzustel
len und den „feindseligen Akt" zu ahnden, den
die deutsche Initiative darstellte,' in dem Be
streben, Europa neue Gefahren und Verwick
lungen zu ersparen, hat sie es nicht getan.
Die Vereinbarung, die aus Besprechungen
mit den Rest-Locarnomächten hervorgegangen
ist, beweist auf seiten der vier vertretenen Re
gierungen das Bestreben, den berechtigten
Empfindlichkeiten Deutschlands weitgehend
Rechnung zu tragen. Die deutsche Regierung
lehnt nichtsdestoweniger die Vorschläge vom
19. März als eine Beeinträchtigung der Ehre
des deutschen Volkes und als eine Verweige
rung der Gleichberechtigung ab.
Die deutsche Regierung, die sich über die
wesentlichen Grundsätze des internationalen
Rechtes hinweggesetzt hat, hat in ihrem Me
morandum ebensowenig der Geschichte Rech
nung getragen. Die Entmilitarisierung des
Rheinlandes war nichts anderes als eine
Sicherheitsgarantie, die Europa gegen neue
Unternehmungen Deutschlands gegeben wur
de. Der Vertrag von Locarno bildete.die feste-
Wir bringen anschließend die Meldungen
aus Genf:
Genf, 8. April. Die französische Abordnung
hat am Mittwoch in Genf zwei Schriftstücke
veröffentlicht:,
L Ei« Memorandum an die englische Regie-
Man könnte es sich versagen, auf die Argu
mente juristischer Art einzugehen, mit denen
die deutsche Regierung ihren Schritt vom 7.
März rechtfertigen will. Diese Argumente sind
*