Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdierrst 
In eigenen Worten 
Häutekontingent 
und Schuhindustrie 
In Anpassung an die 
augenblicklich niedrigen 
Rinderauftriebsziffern 
hat die HB. der Deut 
schen Viehwirtschaft das Häutekontingent für die 
allg. Einkaufsgenchmigungen auf 60 Proz. des Nvr- 
malbedarss festgesetzt. Die unübersichtliche Lage auf 
dem Rindviehmarkt berechtigt zu der Annahme, daß 
wir für die nächste Zeit mit wesentlichen Aende 
rungen der Vomhundertsätze nach der günstigen 
Seite hin nicht zu rechnen haben. Trotzdem ent 
kräftet die HV. die Befürchtungen eines etwaigen, 
in fehlendem Schuhwerk sich niederschlagenden Man 
gels mit dem Hinweis, dag genügend Fertig- und 
Lederwaren auf Lager liegen. 
Im Durchschnitt der Jahre 1027 bis 1084 machte 
der Anteil des inländischen Häuteanfalls mengen 
mäßig ungefähr 60 Proz. der gesamten verarbeiteten 
Menge aus,' wertmäßig wird die Einfuhr aus dem 
Auslande auf 55—60 Proz. deS Jnlandsanteils be 
ziffert. Die ledereuzeugende Industrie ist also in 
starkem Maße vom Ausland abhängig. 
Da bas inländische Gesäll ziemlich stabil ist und 
sich nicht so ohne weiteres vermehren laßt, es sei 
denn durch stärkere Anlieferungen in der einen Pe 
riode auf Kosten einer anderen fivoraus die augen 
blickliche Häutc-Kontingentierung ihre teilweise Be 
gründung erhält), suchte sich die Lederwirtfchaft, 
ü. h. die ledererzeugende Industrie durch Vorein 
deckung zu sichern, Bestrebungen, die sich vornehm 
lich in den ersten Monaten 1084 bemerkbar mach 
ten. Um schädigende Rückwirkungen auf dem Häute 
markt zu vermeiden, wurde am 9. 4. 1084 die Ueber- 
wachung des Verkehrs mit Häuten und Fellen ein 
geführt, die vorübergehend sogar zu einen Ein 
kaufsverbot führte. Es folgte eine Preisverord 
nung, der zufolge die Mürz/Aprilpreise 1934 nicht 
überschritten werden durften, es sei denn, daß die 
eingeführten Häute und Felle höher bezahlt werden 
müssen. 
Insgesamt belief sich der Verbrauch au Häuten 
und Fellen im Jahre 1934 auf 310 000 To., von 
denen 165 000 To. auS dem Ausland hereinkamen 
gegenüber 120 000 im Vorjahr. Für 1035 liegen die 
Verbrauchsziffern noch nicht fest, Ser Einfuhrüber 
schuß an Häuten und Fellen war mit 140 000 To. um 
etwa 10 Proz. kleiner als im Vorjahr. Da auch der 
Anfall im Inland in 1935 ein guter war, so gut so 
gar, daß wir von einer vorweggenommenen Ver 
sorgung mit Recht reden können, ist 
die Versorgung mit Häuten und Fellen insgesamt 
gesehen gesichert. Es dürfte sich somit augenblicklich 
an der Sachlage der reinen Vorratshaltung gegen 
über dem Frühjahr vorigen Jahres nichts Besorg 
niserregendes geändert haben. Damals erklärte die 
Ucberwachungsstelle für Häute und Felle in einem 
Rückblick auf ihre erstjährige Tätigkeit, „daß es ihr 
gelungen sei, die Versorgung der Lederindustrie 
mit ihren wichtigsten Rohstoffen jederzeit sicherzu 
stellen, so daß die Lederwirtschaft in das 2. Jahr 
der Rohstoffbewirtschaftung mit Reserven an Roh 
stoffen und beträchtlichen Mengen an Fertigfabrika 
ten eintreten konnte". Zahlenangaben über die 
Rohstoffreserven liegen uns nicht zur Hand. Es liegt 
aber in der Natur der Sache, baß bei längerer Kon- 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung in MM kür 100 MM Nennwert 
■Ohne Ģrwdļir 
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31.3, 
181.00 
91.25 
91.50 
109 50 
125.00 
70.00 
90.00 
34 00 
15.12 
24 75 
15 75 
34 00 
30. 3. 
180 00 
91.25 
91 SO 
108 50 
125.00 
70.00 
89 25 
32 00 
15 25 
25.50 
16 00 
32 00 
Jndustr..«k> 31 3 30.3 
36 25 37 12 
147.50 147.50 
14050 139.50 
102.50 102 50 
100.00 100» 
122.00 122 00 
138 50 138 50 
182.00 178.00 
139.25 140.25 
117.00 117.00 
162 00 161.50 
19.00 19.00 
106.50 106 87 
Äug. ÏU-©. 
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Otetunb 4>n> 
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Deutsche dcîftt 
JD.-ffarben 
tļeubestz 
ältbeftS 
Amtliche Währungskurse. 
31.3. 30 3. 
1 Piund Sterling . 
1 Dollar 
100 dän. Kr. . . 
100 iranz. Frank. . 
Peseta 
12.32 
2.489 
5b 00 
16.405 
34.01 
Lira 1968 
12.315 
2.489 
54.98 
16.395 
33 87 
19.68 
(Ohne Gewähr!) Geldkurs 
Metall. Elektrolotkupser per 100 Kg. 31. 3. 30 3 
prompt eil Hbg. od. Brem. Rotterd. 51.50 51 50 
Leipzig, 80. März. 466 Rinder, Qualität bei 
Ochsen und Färsen gut, bei Bullen und Kühen 
mittel. Bei schlechtem Geschäftsgang wurden die 
für die einzelnen Schlachtwcrtklassen festgesetzten 
Höchstpreise erzielt. Am Kälbermarkt vorwiegend 
Mittelware, bei langsamem Geschäftsgang geräumt. 
Spitzenpreis erfuhr eine Herabsetzung von 2 MM, 
im übrigen beträgt der Preisnachlaß 5 bis 8 MM. 
Auf dem Hammelmarkt überwiegend beste und 
mittlere Lämmer, bei langsamem Geschäftsgang zu 
leicht rückgängigen Preisen gehandelt. Unverkauft 
180 Tiere. Das Angebot von 2309 Schweinen zu 
Festpreisen verteilt, überwiegend mittelschwere 
Ware. 
Am Kartosfelmarkt in Schleswig-Holstein standen 
ausreichende Anlieferungen einem ziemlich regen 
Bedarf gegenüber. Futterkartoffeln wurden nur 
vereinzelt gehandelt. Fabrikkartoffelgeschäft still. 
Auch aus Hamburg wird über ausgeglichene 
Marktverhältnisse berichtet. Da die Verteiler 
größere Eindeckungen vornahmen ergaben sich recht 
bedeutende Absatzmöglichkeiten, denen überall ent 
sprochen werden konnte. 
tingentierung auf % des Normalverbrauchs die aus 
dem Ausland hereinzunehmenden zusätzlichen Er 
gänzungen ansteigen müssen. Da Häute und Felle in 
der Devisenbewirtschaftung zu den bevorzugten 
Rohstoffen gehören, die sich außerdem auf dem Wege 
des Kompensationsverkehrs leichter (bis 1935) her 
einnehmen lassen, wird man mit diesen Mengen lim 
Nahmen des Möglichen) auch wohl praktisch rech 
nen können, so unliebsam sie auch die Devisenbilanz 
belasten. 
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Rück 
wirkung auf die Preisgestaltung. Kriege und krie 
gerische Vorbereitungen haben im Ausland die 
Rohstoffpreise auf den meisten und wichtigsten Ge 
bieten ziemlich empfindlich ansteigen lassen. Bei 
Häuten und Fellen betragen diese Erhöhungen bis 
zu 60 vH. und mehr gegenüber den Preisen in 1934 
und 1935, sei es in Chicago, oder La Plata usw. 
In Paris waren schwere Ochsenhäute gegen Ende 
1935 um 54 gegenüber 1934 angestiegen. 
Nun besteht grundsätzlich die Bestimmung (It. Le 
derpreisverordnung vom 20. 4. 1934) der Anpassung 
der Lederpreise an die erhöhten Rohstofspreise, nicht 
aber einer entsprechenden Angleichung der Schuh- 
preise. Bereits im Herbst vorigen Jahres wurde 
der erweiterte Beirat der Fachgruppe Schuhindu 
strie bei dem Neichsivirtschaftsministerium vorstel 
lig, daß auf die Dauer die Verteuerung der Roh 
ware die konsequente Junehaltung dieser Vorschrift 
unmöglich mache. Das Ministerium hat die Frage 
der überhöhten Lederpreise mit den geltenden 
Schuhpreisen überprüft,' die jetzigen Preise für 
Fertigwaren zeigen, daß die maßgebenden Stellen 
sich der Meinung der Schuhindustrie und des Han 
dels nicht verschlossen hat, daß nämlich die Grenze 
zwischen Rohstoffpreis und dem Preis der Fertig 
ware reichlich stark angebeult sei. Wenn auch ein 
deutige Zahlen über die Preiswanölungen der 
Schuhwaren nicht vorliegen, so wird doch spürbar, 
daß bes. die Preise für rindlederne Schuhe, Stiefel 
usw. angestiegen sind um Anteilssätze, die an die 
10-vH.-Grenze lgcgen 1934) mindestens heranreichen 
und diese oftmals überschreiten. Ob man heutzu 
tage für die Gesamtheit aller Schuhwaren mit einer 
Preissteigerung von etwa 10 Proz. gegen 1934 rech 
nen kann, steht dahin . 
Innerhalb der Schuhindustrie werden die Schwan- 
kungenauch in der Folgezeit bei etwa sich ändernden 
ausländischen Rohstoffpreise sehr verschieden sein, 
vornehmlich bedingt durch den Anteil des Rohstoff 
preises am Gesamtpreis. Steckt im Fertigwaren 
preis nicht mehr als etwa 15 % Ausgabe für den 
Rohstoff, wird man selbstverständlich mit der Mög 
lichkeit der Preissteigerung weniger zu rechnen ha 
ben als in jenen Füllen, wo K und mehr im Roh 
stoff stecken. Inwieweit von dieser Preisseite her 
eine weitere Beeinflussung der heutigen Umstellung 
vom Gebrauchs- zum Modeschuh zu erwarten ist, sei 
dahingestellt. 
Das Hairtekontingent 
ist auf 60 Prozent festgesetzt, da die Rinöerschlach- 
tnngen für die nächste Zeit auf 60 Proz. herabge 
setzt worden sind. Es wäre nicht gerechtfertigt, so 
heißt es, aus dieser Einschränkung in der Herstel 
lung von Leder in den nächsten Monaten etwa die 
Befürchtung herzuleiten, daß der Bedarf an Fer 
tigfabrikaten der Lederwirtschaft, z. B. an Schuh- 
werk, nicht mehr gedeckt werden könnte. Sowohl 
die Leder erzeugenden Betriebe wie der Lederhan 
del und die Schuhfabriken verfügen noch über er 
hebliche Bestände an Leder. Auch sind in den Schuh 
fabriken und Schuhgeschäften beträchtliche Mengen 
fertigen Schnhwerks vorhanden. Ueberdies ist zu 
hoffen, daß bald wieder eine Steigerung der Ab- 
schlachtnngen und damit eine Vermehrung der 
Häute eintreten wird, die eine Herabsetzung der 
Einkaufsmengen zuläßt. 
Die FriedrichSbcrger Sparkasse eGmbH. 
in Schleswig 
Der Umsatz stieg in 1935 um etwa 40 vH. auf 
mehr als 7 Mill. MM, die Bilanzsumme von 
475178 auf 654 794 MM, die Zahl der Sparkonten 
von 504 auf 643, die der Gcschäftsguthabenkonten 
von 297 auf 306 und die Kontokorrentkonten von 
279 auf 301. Der Reingewinn von 5859 MM wurde 
wie folgt verteilt: 5 vH. jim Vorjahre 6 vH.) Divi 
dende (1700 MM), 2952 MM für den Reservefonds, 
400 MM Rücklage für Unkosten und 307 MM für ge 
meinnützige Zwecke. Damit zwischen dem Eigen- u. 
Fremükapital künftig das gesetzlich vorgeschriebene 
Verhältnis vorhanden ist, wurde beschlossen, den 
Geschäftsanteil von 100 auf 300 MM je Mitglied zu 
erhöhen. Die aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden 
Mitglieder Robert Lill und Georg Muhl wurden 
wiedergewählt, (es.) 
Wollwirtschast 
Mit Zustimmung des Neichswirtschaftsministers 
wird angeordnet: Für die Bewirtschaftung (Ein 
kauf) ivollener Spinnstoffe ab 1. April 1036 gelten 
die in den 88 1 bis 21 der Anordnung — W. 17 — 
vom 23. September 1985 und in § 2 Satz 2 Der An 
ordnung — W. 18 — vom 23. November 1935 ent 
haltenen Vorschriften des laufenden Wirtschaftszeit 
raums mit der Maßgabe weiter, daß in diesen An 
ordnungen enthaltene Zeitangaben um ein halbes 
Jahr hinausgeschoben werden. Sofern einzelne Be 
triebe die ihnen für die Zeit vom 1. Oktober 1935 
bis 31. März 1936 erteilten allgemeinen Einkaufs- 
gcnehmigungen nicht voll ausnutzen konnten, wird 
ihnen auf Antrag bei Erteilung der allgemeinen 
Genehmigung für die Zeit vom 1. April bis 80. 
September 1936 die fehlende Menge, unter gleich 
zeitiger Anrechnung als Vorräte, hinzugerechnet. 
Die Anträge sind unter Angabe der nicht ausge 
nutzten Mengen bis zum 10. April 1986 bei der 
Ueberivachungsstclle einzureichen. Diese Anordnung 
tritt am 1. April 1936 in Kraft. 
Gegen Abwertungsgeriichte 
des französischen Franken 
erklärte sich Finanzminister Regnier. Er führte eine 
Reihe Gründe an, die dem Finanzmarkt Ver 
trauen einflößen müßten (Haushaltsausgleich, 
hoher Goldbestand, einwandfreie Schatzamtslage, 
Wirtschaftsbelebung). 
Auslese 
Ig-Pfg.-Zigarre im Vordergrund 
Nach der Tabaksteuerstatistik vereinnahmte das 
Reich im Februar 47,59 Mill. MM gegen 51,85 im 
Januar. Zigarren brachten 12,92 (13,47), Zigaret 
ten 27.55 (30,81), steuerbegünstigter Feinschnitt 
und schwarzer Krauser 4,54 (4,62), Pfeifentabak 
2,04 (2,39) Mill. MM. Bei Zigarren ging die Stück 
zahl von 656,31 auf 625,71, bei Zigaretten von 
2978,9 auf 2690 Millionen zurück. Der Anteil der 
6- und 10-Pfg.-Marke hat sich etwas vermindert, 
während die Sorten zu 5, 15 und 20 Pfg. etwas 
höher lagen. Nach wie vor führt die 10-Pfg.-Zigarre 
mit einem Anteil von 33,9 gegen 84,5 vH. Bei den 
Zigaretten weist die 2^-Pfg.-Marke eine Steige 
rung von 16,3 vH. im Januar auf 18 vH. im Fe 
bruar auf, während die 814-Pfg.-Marke von 60,4 
auf 59,4 und die 4-Pfg.-Marke von 18,8 auf 17,9 vH. 
zurückgegangen ist. 
Bei der Flensburg - Stettiner Dampsschissahrt- 
Gefellschast, Flensburg, werden für 1935 Nettobe- 
triebseinnahmen von 87 113 (74 272) MM ausgewie 
sen. Es verbleibt nach Abzug der Unkosten ein Ge 
winn von 2311 MM, um den sich der Verlustvortrag 
aus 1934 auf 5656 MM vermindert. 
Eine Verordnung zum Gesetz über Verbrancher- 
genossenschasten besagt, daß im Falle der Ueberschul- 
dung von Verbrauchergenossenschaften, die sich auf 
Grund des Gesetzes vom 21. Mai 1935 auflösen, die 
Frist zur Beantragung der Eröffnung des Kon 
kursverfahrens oder gerichtlichen Vergleichsverfah 
rens nicht vor dem 1. Juli 1986 beginnt. 
Dänische Pferde-Aussuhr nach Deutschland. Im 
nordwestlichen Jütland sind in der letzten Zeit 
Pferde leichterer Rasse für Deutschland aufgekauft 
worden, angeblich für Heeresgebrauch. Es handelt 
sich um Pferde für Kavallerie und Maschinen 
gewehre. Die Preise liegen zivischen 1000 u. 1200 Kr. 
Der Reichsmintster der Justiz hat mit Erlaß vom 
23. Januar 1936 die Landgerichtspräsidenten er 
mächtigt, Gerichtsgebühren, die aus Anlaß der Her 
richtung von Lustschutzräumen für die Eintragung 
im Grundbuch oder für Beurkundungen und Un- 
terschriftsbcglaubigungen entstehen, niederzuschla 
gen oder zu erstatten. Dahingehende Anträge müs 
sen bis zum 31. Dezember 1937 gestellt werden. 
Durch Vorlage einer Bescheinigung der Baupolizei 
behörde ist nachzuweisen, daß die Gebühren aus 
Anlaß der Herrichtung von Luftschutzräumeu ent 
standen sind. 
Die Leitung des schwedischen Zündholzmonopols 
hat die Zündholzsabrik in Litauen ab 12. März 
für unbestimmte Zeit geschlossen und die gesamte 
.Belegschaft entlassen, da der Verbrauch an Zünd 
hölzern im letzten Jahr um 60 vH. zurückgegangen 
ist und die Vorräte zur Deckung des Bedarfs für 
längere Zeit ausreichen. 
Versicherungsgesellschaften übernehmen in 1836 
wieder Reichsanleihe, der seinem Betrag nach dem 
im Jahre 1935 gezeichneten Betrag entspricht. Hier 
bei werden übernommen je zur Hälfte Schuldver 
schreibungen der 41-proz. Anleihe von 1935, 2. Aus 
gabe, und 4X-proz. auslosbare Schatzanweisungen 
von 1936. 
Handel «Kd Wa«del 
Berliner Markt 
1127 Rinder leichte Abschwächung der (mittleren) 
Durchschnittsbeschaffenheit, Anteil der Ochsen und 
Bullen geringer. Angesichts des knappen Auftriebes 
scharfes Geschäft, für a- und b-Klasse einschl. der 
Ausstichtiere ohne weiteres die höchstzulässigen 
Preise bewilligt. Starke Nachfrage vor allen Din 
gen nach den schwach vertretenen Fresserbullen. 
Aber auch bei den restlichen Tieren der c- und d- 
Klasse wickelte sich im zweiten Abschnitt des 
Marktes mit wenigen Ausnahmen der Handel an 
der oberen Preisgrenze auch für diese Klassen ab. 
— 3737 Kälber. Durchschnittsbeschaffenheit gut 
mittel, bei ruhigem, zum Schluß sogar abflauen 
dem Handel Preiseinbußen in den mittleren und 
unteren Klassen. — Auf dem Hammelmarkt 4038 
Tiere, Durchschnittsqualität lag mittel, nicht viel 
Osterlämmer aufgetrieben aber gesucht bei mittel 
mäßigem Handel Preise nur noch,in den oberen Klaf- 
sen behauptet, während sic für die geringeren Läm 
mer und Hammel sowie für Schafe etwas ab 
sanken. — Am augenfälligsten war heute die starke 
Auftriebsvermehrung bei den Schweinen. Der sich 
auf 15 827 Tiere belaufende Auftrieb lag um fast 
8000 Stück über dem des letzten Dienstagmarktes. 
Durchschnittsqualität hielt sich auch auf alter Höhe. 
Für das Gros der Käufer stand natürlich das 
kräftige Fleischschwein im Mittelpunkt des In 
teresses, ahcr es wurden auch schwere Schweine für 
Wnrstfabrikationszwecke übernommen. Im Hinblick 
auf das nähergerückte Osterfest liegt doch ein ge 
wisser Mehrbedarf vor, und so war zum Schluß auch 
die leichte Ware noch unterzubringen. 
Gegen dreiLfchlerrderei nach innen und außen 
haben sich die Preisprüfungsstellen sehr gut be 
währt, erklärte Reichsbankdirektor Brinkmann in 
einer Rede. Wenn wir alles tun, um das inter 
nationale Preisniveau zu halten und sogar zu ver 
bessern, so tun wir gerade das Gegenteil von dem, 
was man uns immer und immer wieder vorwirft: 
Wir dumpen also nicht! 
(Ohne üewähti) Deutsche Schlachtviehmärkte 31. är 1936 
Kammernotierung Berlin am Marktlage. Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in 
Brannsehn. 
Kam! 
llastlebnrc 
Um 
Stettin 
Slnltņarl 
Hamlniif 
1. Ochsen 
2. * 
3 
4- , 
1. Bullen 
2. „ 
1. Kühe . 
2. „ - 
1. Kälber 
2. 
l Schafe 
2. . 
1. Schweine 
2. „ 
3. „ 
1. Sauen ... 
Ochs.Bu.Kü. 
Kälber 
Schafe 
Schweln.Sau. 
Ochs.Bu.Kü. 
Kälber 
Schafe 
Schwela.Sau. 
41 
37—40 
35—36 
60-70 
48—58 
37-45 
541/2 
531/2 
50/2 
541/2 
230 
214 
141 
1284 
flott 
mittel 
verteilt 
42 
38 
39-41 
54—37 
62-64 
56— bl 
40-43 
39 
41 
37 
38- 40 
36 
60—74 
45—58 
36 40 
25—35 
541/2 
531/2 
501/2 
521/2 
39-42 
34-38 
65-70 
58-64 
41 
37 
40 
36 
65-70 
53 64 
56 541/2 57 54 
54-55 531/2 55-56 52-53 
52 501/2 53 50 
48—55 521/2 54 
Auftrieb und Handel auf den 
86 437 233 151 
315 729 245 245 
28 302 60 
866 3763 1043 1380 
zugeteilt glatt zugeteilt verteilt 
ruhig „ lebhaft langsam 
42 
40—41 
35-37 
68-71 
63-67 
561/2 
551/2 
521/2 
48—56 
Märkten 
596 
1084 
70-76 
60 63 
313 Berlin 24.3 
zugeteilt 
langsam 
zugeteilt 
zugeteilt 
verteilt 
1538 
zugeteilt 
belebt 
belebt 
1722 
9475 
s. flott 
zugeteilt 
44 
40 
35 
42 
38 
41 
37 
66-73 
53-63 
36-38 
32-35 
541/2 
531/2 
501/2 
531/2 
1127 
3737 
4050 
15827 
glatt 
ruhig 
mittel 
vert. 
44 
40 
35 
28 
42 
38 
41 
37 
69-74 
57-67 
38-40 
35-37 
5402 
531/2 
501/2 
531/2 
1039 
3752 
3194 
12846 
glatt 
ruhig 
zl.glatt 
vert. 
Hamburger Getreidegroßmarkt 
(Früh markt» vom 31 März 
Getreide VMM j e inoo Kg.) 
(Ohne Gewähr) 
Tendenz ruhig 
203.00 
210.00 
167.00 
173.00 
176.00 
181.00 
Weizen Erz.Pr. Festpr-Geb W 9 . 
Weizen Erz-Pr Festpr.-Geb W 12 . 
Roggen Erz - Pr. Festvr -Geb R 9 . . 
Roggen Erz. Pr Feitpr -Geb. R 12 . 
Futtergeiste Erz-Pr. Festpr.-Geb. ü 9 
Fuliergerste Erz.-Pr. Festpr.-Geb. G 12 . . 
Wintergerste, zweizeilig, f Jndustriezwecke 
zirka 7071 Kg., ab Mecklenburg . 
Sommergerste fret Hamburg 
Dto 68Ş K, für Jndnstriezw ab Mecklbg 198-202 
Donaugetste kmgir. verzollt — 
Russenqersie 6R64 bzw 64'65 Kg. kwgfr. verz. — • — 
Hafer Erz.-Pr Festpr.-Geb. H 12 ... * 167.00 
Hafer. Erz.-Pr. Festpr.-Geb H 16 . ... 172.00 
Futtermittel VMM (e 50 Kg ! Tendenz iubto 
In! Wetzen kleie Grün dp r sofort W 9. . . 5.77>/2 
Int. Roggenkleie. Grnndpr. sofort R 12 . 
Reisfutterwehi. deutsches 24%ta, zirka 6 % 
Rohfaser ab Fabrik .... 
Reissuttermehl. hell. 24 %. mar 6 % Roh- 
iaser, prompt 
Leinkuchen, ab Harburg, sofort 8b5 
Leinkuchenmehl, dtich. Mahlg.. prompt. 
Kokoskuckten, ab Harburg, sofort . . . 
Manila-Kokoskuchen, ab Harbg.. prompt 
Palm suchen, dtich.. ab Harburg, sofort. 
Erdnußkuchen, ab Harburg, sofort . . 
Erdnußkuchen. 60 %, Bremen 
Erdnußkleie 
Sesamknchen. ab Fabr. Hamburg/Harburg 8-05 
Rapskuchen, deutsche Saat, sofort . . . . 7.10 
Rapsschrot, deutsche Saat 7.20 
Palmkernschrot deutsch, prompt 7.80 
Sonaschrot Harburg, sofort 7.75 
Baumwoll - Saatkuchenmehl. 48 %, prompt 7.95 
Mehle {MM je 100 Kg.» 
Weizenmehl. 790, W 16 (Jnlandsweizen). . 28.60 
Weizenmehl, mit 10 % Auslandsweizen. . 30.10 
Weizenmehl, mit 20 % Auslandsweizen. - 31.60 
Weizenmehl. 790. W 9 28.10 
Roggenmehl. 997, R 12 . 22.40 
Roggenmebl, 997, R 15. ••••••••• 22.70 
Roggenmehl. 997 R 9 ........ . 22.00 
Die Händler-Berdienstspanne wird bis auf Wi- 
derruf bei Weizenmehl auf 1,80 MM per 100 Kg. 
und bei Roggenmehl auf 1,40 MM per 100 Kg. frei 
Bäcker-aus festgesetzt. 
5.9702 
5.45 
6.10 
8.70 
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