Dev Tag in Wort und Vilö
Der Polizeibeamte als Nationalsozialist
4000 im geistigen Wettkampf — Ein Preis für einen Kieler Polizeihauptmann,
lobende Erwähnung einer Kieler Kriminalfekretärin
Die deutsche Polizei hat auf Anregung ihres
Befehlshabers, Generalleutnants und SS.-
Dbergruppenführers Daluege, einen geistigen
Wettkampf ausgetragen, der ein erfreuliches
Ergebnis zeigt. Durch Erlaß des Reichs- und
Preußischen Ministers des Innern war im
Juni vergangenen Jahres für alle deutschen
Polizeibeamten ein schriftlicher Wettbewerb
ausgeschrieben worden. Als Aufgabe war ge
stellt das Thema „Der Polizeibeamte als Na
tionalsozialist im Leben und im Handeln". In
dem Erlaß hieß es, daß dieser Wettbewerb den
deutschen Polizeibeamten Gelegenheit geben
solle, einmal zu beweisen, wieweit sie sich mit
dem Gedankengut des Nationalsozialismus
vertraut gemacht haben. Der Polizeibeamte
sollte den Beweis antreten, daß er bereit ist,
die nationalsozialistische Weltanschauung nicht
nur dem Wort nach und nicht nur im Dienst,
sondern durch die Tat und in jedem Augen
blick seines öffentlichen und privaten Auftre
tens zu verwirklichen. Bei der Beurteilung
der Arbeiten wurde die Vorbildung und die
dienstliche Laufbahn des Bewerbers berück
sichtigt. Je höher also seine Dienststellung war,
ein desto strengerer Maßstab wurde angelegt.
Die Beteiligung an dem geistigen Berufs
wettkampf der Polizeibeamten war außer
ordentlich rege. Bis zum Schlußtermin hatten
rund 4000 Bewerber aus allen Gauen des
Reiches sich durch Einsendung ihrer Arbeiten
beteiligt. Es begann eine sehr sorgfältige Prü
fung und Sichtung der Arbeiten, die mehrere
Monate in Anspruch nahm. Nach zwei Vor
prüfungen, an denen jedesmal ein von der
Zuständigen Gauleitung der NSDAP, namhaft
gemachter Vertreter der Bewegung mitbetei
ligt war, gelangten die als überdurchschnitt
lich angesehenen Arbeiten an einen Hauptprü
fungsausschuß, der im Ministerium des In
nern die endgültige Beurteilung der Wett-
bewerbsarbciten vornahm. 319 Arbeiten ka
men, nachdem sie die Vorprüfungen überstan
den hatten, in den Endkampf.
Die zehn besten Arbeiten wurden als beson
dere Leistungen angesehen und mit Preisen
des Führers und Kanzlers, des preußischen
Ministerpräsidenten, des Ministers des In
dern und des Reichsministers für Volksauf
klärung und Propaganda ausgezeichnet. Die
Preisträger dieser „Sondergruppe" sind:
k. Preis des Führers: Hauptwachtmeister der
Schutzpolizei Otto Venter- Jena.
2. Preis des Führers: Hauptwachtmeister der
Schutzpolizei Erich G o ß l e r - Saarbrücken.
l. Preis des Preußischen Ministerpräsidenten:
Hauptwachtmeister der Schutzpolizei Alfred
F l i e g n e r, Harburg-Wilhelmsburg.
1. Preis des Reichsministers für Volksaufklä
rung und Propaganda: Gendarmerie-
Hauptwachtmeister Anton Schuler, Phi
lippsburg (Baden).
1. Preis des Reichs- und Preußischen Mini
sters des Innern: Kriminalassistent Hans
Werner- Bergedorf.
2. Preis des Preußischen Ministerpräsidenten:
Gendarmerie - Wachtmeister Hinz- Uder-
wangen.
3. Preis des Preußischen Ministerpräsidenten:
Hauvtwachtmeister der Schutzpolizei Otto
Nickel, Berlin O 34.
2. Preis des Reichs- und Preußischen Mini
sters des Innern: Hauptmann der Schutz
polizei Karl Witt-Kiel.
8.' Preis des Reichs- und Preußischen Mini
sters des Innern: Kriminalassistent Georg
Richter- Wiesbaden.
2. Preis des Reichsministers für Volksaufklä
rung und Propaganda: Obergendarmerie
kommissar Otto B a r t e l t - Dresden.
Tic übrigen preisgekrönten Arbeiten wür
ben nach ihrem Wert in drei Gruppen einge
teilt, von denen zur Gruppe I 19 Arbeiten mit
»Sehr gut", zur Gruppe II 122 Arbeiten mit
„Gut" beurteilt, gehörten. Jeder Preisträger
erhielt ein vom Reichsminister Dr. Frick un
terzeichnetes Anerkennungsschreiben, das ihm
burch den zuständigen Dienstvorgesetzteu mit
einer kurzen Ansprache überreicht wurde. Als
Preise erhielten die Sieger praktische Gegen
stände, wertvolle Bücher und Rundfunkgerät.
Zu den Preisen der Sondergruppe gehörten
u. a. ein Oelbild und eine Bronzebüste des
Führers, ein Photoapparat „Leica", eine
Schreibmaschine, ein Bibliothek usw. Minister
Dr. Frick betonte in einem Ruuderlaß, daß die
Sur Verteilung kommenden Preise jeden der
a?>s dem Wettbewerbe siegreich hervorgegange-
üen Polizeibeamten an die große Zeit des
Aufbaues des nationalsozialistischen Staates
erinnern sollen. Im Reiche Adolf Hitlers
werde von jedem Polizeibeamten erwartet,
baß er sich immer mehr die Weltanschauung
des Nationalsozialismus zu eigen macht und
aus dieser inneren Verbundenheit mit dem
neuen Staate sein Handeln formt.
Die Wettbewerbsteilnehmer haben zum al
lergrößten Teil den Sinn und das Ziel der ge
stellten Aufgabe voll erfaßt, als Leitmotiv
ihrer Arbeit den Gedanken der Volksgemein
schaft und den Gedanken der Unterordnung
des einzelnen unter das Gesamtwvhl heraus
gestellt und dabei vor allem gute eigene Ge
danken vom Standpunkt des „Straßenbeam
ten" verarbeitet. Die Beamten hatten freudig
die Gelegenheit ergriffen, um die Dienstpflich
ten des Polizeibeamten einmal vom Stand
punkt nationalsozialistischer Weltanschauung
zu würdigen. Alle Arbeiten atmen nationalso
zialistischen Geist. Man spürt, wie die Polizei
beamten im Januar 1933 aufgeatmet haben,
als sie sich endlich den Aufgaben ihres verant
wortlichen Berufes aus voller Ueberzeugung
und Gewissensfreiheit widmen konnten.
Auch eine Frau hat sich an dem schriftlichen
Wettbewerb deutscher Polizeibeamten beteiligt,
nämlich eine Kriminalsekretärin aus Kiel. Sie
stellt das innere Wesen des Nationalsozialis
mus mit wenigen Worten klar heraus und
schreibt: „Nationalsozialist ist man nicht da
durch, daß man in den Karteien der Partei,
ihrer Untergliederungen oder angeschlossener
Verbände als Mitglied geführt wird, Natio
nalsozialist sein heißt: Sein ganzes Leben for
men aus einer Grundhaltung . . . Der Poli
zeibeamte muß stets dessen eingedenk sein, daß
er vom Volk bestellt und besoldet ist zur Ver
richtung eines Dienstes, der für die Gesamtheit
notwendig ist. Der Polizeibeamte darf nicht
vergessen, daß jede Zeitvergeudung, jede nach
lässige oder umständliche Diensterledigung
Verschwendung von Volksvermögen ist."
Vslkenschrt des „LZ. hindenburg".
DNB. An Bord des „Hindenburg", 8. April.
(Funkspruch des Sonderberichterstatters des
DNB.) Wir haben den Atlantik überquert und
befinden uns um 13 Uhr MEZ. mit Kurs auf
die Kanarischen Inseln zwischen der Südinsel
gruppe der Kapverdischen Inseln. Wir fahren
in einem Meer von Wolken. Nur hier und da,
wenn eine Wolkenöffnung den Blick auf die
Inseln freigibt, sehen wir die höchste Spitze
des 2970 Meter hohen Berges -Pico auf der
Insel Fogo, die im Dunst durch die Wolken
stößt. Wir fahren mit einer Durchschnittsge
schwindigkeit von 65 Seemeilen in der Stunde.
Dienstag abend und in der Nacht fuhren wir
mitten durch dichte Regenwolkenwände. Hier
fand die Ballastfrage eine geradezu glänzende
Lösung. 60 Meter auf beiden Seiten längs des
oberen Luftschiffkörpers befindet sich eine
Regenrinne mit direktem Zulauf zu den Bal
lasttanks. Infolge des Regens, der von die
sen Rinnen aufgefangen wurde, konnten wir
sechs Tonnen Wasserballast oben in den Wol
ken ohne jede Schwierigkeit übernehmen. Da
durch wurde der Gewichtsverlust, den das
Luftschiff infolge Brennstoffverbrauches im
mer erleidet, ausgeglichen. Wenn dieses Ver
fahren immer möglich wäre, dann wäre die
„Ballastfrage" ideal gelöst.
Die Temperatur sinkt. Die Tropenanzüge,
mit denen wir Bordgäste bisher herumspazier
ten, kommen langsam wieder außer Mode.
Wir sind zeitweilig über unsere Durchschnitts
höhe von 200 Meter bis zu einer Höhe von
1000 Meter gestiegen, um so den Gegen
winden auszuweichen.
« * *
Der Berliner Baugruben-Prozetz.
Vernehmung des Vauleilers.
DNB. Berlin, 8. April. Im Baugruben-Pro-
zeß ging das Gericht zur Vernehmung des
fünften und letzten Angeklagten, des 42jähri-
gen Diplomingenieurs Fritz Noth, über, der
als Bauleiter für die Berlinische Ballgesell
schaft in der Unglücksgrube der Hermann-Gö-
ring-Straße beschäftigt war. Noth ist am 1. 8.
1934 bei der Firma eingetreten und war zu
nächst an den Bauarbeiten der Nord-Süd-S-
Bahn in der Tieck-Straße beteiligt. Er galt
als Fachmann auf dem Gebiete des Unter
grundbahn-Baues.
Noth bezeichnete die Vorarbeiten für den
Bauabschnitt Tieck-Straße als „untragbar".
Er habe dort, so führte er aus, Mißstände und
Mängel beobachtet, deren Abstellung ihm der
Geschäftsführer Hoffmann zugesagt habe. Noth
hat sich nach geeigneten Uutergrundbahnbau-
leuten umgesehen. Die Heranziehung einge
arbeiteten Personals gestaltete sich aber sehr
schwierig, weil ein großer Mangel an geschul
ten Arbeitskräften bestand. Trotzdem will Noth
im Baulos Tieck-Straße keine wesentlichen
Schwierigkeiten gehabt haben, weil die zustän
digen Stellen der Reichsbahn, mit denen
er zusammengearbeitet, bereitwillig auf alle im
Interesse der Sicherheit gemachten Aende
rungsvorschläge ohne Rücksicht auf die Kosten
eingingen. Auf Befragen des Vorsitzenden gab
Noth an, daß er Hoffmann als seinen Chef und
als Sachbearbeiter angesehen habe. Ein Ober
bauleiter war nicht vorhanden. Dieser Posten
sollte erst geschaffen werden.
Die Verhandlung wurde abgeschlossen mit
der Erörterung der geologischen Verhältnisse
auf der Baustelle. In den unteren Schichten
soll sich teilweise „Rollboden" befunden haben,
d. h. eine Sandschicht ohne innere Bindung, die,
wie Noth sich ausdrückte, „wie ein Haufen
Erbsen auseinanderlief, wenn man sie an
schnitt".
Die nächste Verhandlung findet am 15. d. M.
statt.
* . •
ElefanļenjĢ in der Mderlausitz.
DNB. Elsterwerda, 8. April. Am Mittwoch
früh brach auf dem Güterbahnhof Dabrilugk-
Kirchheim (Niederlausitz) beim Ausladen von
Zirkuswagen ein zu Ladearbeiten herangezo
gener Elefant aus. Der Elefant, ein Mutter
tier von etwa 70 Zenter Gewicht, flüchtete aus
Lindena zu. Ein auf dem Felde pflügender
Bauer konnte im letzten Augenblick abschirren
und sich auf den Rücken des Pferdes schwin
gen, worauf ein aufregendes Wettrennen
zwischen dem flüchtenden Pferde und dem
wild trompetenden Elefanten begann, bis es
endlich gelang, den Verfolger abzulenken, der
querfeldein weiter raste, wobei er Bäume und
Zäune niederriß. Inzwischen hatte sich die
Nachricht von dem Ausbruch des Tieres in
der Umgegend verbreitet, und zahlreiche Hel
fer eilten herbei, um den Elefanten in die
Enge zu treiben. Alle Bemühungen waren je
doch vergeblich. Radfahrer mußten in die be
nachbarten Wälder flüchten, während der Ele
fant ihre im Stich gelassenen Räder zertram
pelte. Auf seinem weiteren Wege durch
schwamm der Elefant große Teiche, von denen
einer fast einen Kilometer breit ist.
Kurz vor Friedersdorf konnte das Tier
endlich von den im Kraftwagen herbeigeeilten
Zirkuswärtern eingefangen und an einen
Baum gefesselt werden. Der Riese riß sich aber
wieder los. Er durchbrach ein schweres Scheu
nentor und gelangte so in ein Gehöft, dessen
Bewohner in den Keller flüchten mußten. Im
mächtigen Anprall durchbrach der Elefant
eine 70 cm dicke Hofmauer. Erst jetzt gelang es
den Wärtern, das durch die Anstrengungen et
was ermattete Tier erneut,, cinzufangen und
lvicöer an einen Baum zu fesseln. Nach länge
rer Zeit kam das Tier schließlich so weit zur
Ruhe, daß es, an den Anhänger eines Treckers
gefesselt, zum Zirkus zurückgebracht werden
konnte.
* * *
Denlsch-englisches Zugendlager.
DNB. Hamburg, 8. April. Auf Einladung
englischer Jugendorganisationen werden sich
30 deutsche Jungen im Alter von 16 bis 23
Jahren nach Berkhamsted bei London begeben,
wo für drei Wochen ein Jugendlager abgehal
ten wird, in dem sich 30 englische und 30 deut
sche Jungen vereinen. Es handelt sich um das
sechste Lager dieser Art, das von den engli
schen Jugendorganisationen gemeinsam mit
der Reichsjugendführung durchgeführt wird.
Die 30 deutschen Teilnehmer, die sich aus
Jungarbeitern, Schülern und Studenten zu
sammensetzen, trafen Mittwoch in Hamburg
ein.
400 Konfirmanden pflanzten Bäume.
In Bernburg zogen unter Vorantritt einer
Musikkapelle die diesjährigen Konfirmanden,
insgesamt 404 Knaben und Mädchen, durch die
Stadt und pflanzten zur Verschönerung der
Stadt und als Zeichen der Erinnerung nach
einer Ansprache des Oberbürgermeisters auf
den Plätzen und Straßen des Ortes jeder einen
selbstgestifteten Baum.
„Heiße Würstchen" auf der Landstraße.
Ein Schlächtermeister aus Hankensbüttel, der
mit seinem Lieferwagen frühmorgens auf der
Fahrt nach Uelzen war, um dort Konserven
würstchen abzuliefern, geriet auf vereister
Straße ins Schleudern und fuhr gegen einen
Baum. Dadurch explodierte der Benzintank.
Der Lieferwagen geriet in Brand. Die in den
Blechdosen befindlichen Würstchen kamen ins
Kochen. Die Dosen platzten, und der Inhalt er
goß sich mit vielen Dutzenden leckerer, eßferti-
ger heißer Würstchen weithin auf die Land
straße.
Er bleibt vorläufig unten.
Professor Piccard hat, wie aus Warschau ge
meldet wird, Zeitungsvertretern gegenüber
erklärt, er sehe sich gezwungen, seinen für die
ses Jahr geplanten Stratosphärenflug
mit einem polnischen Ballon bis 1937 zu ver
schieben. Es sei ihm bisher nicht gelungen, die
etwa eine Million Schweizer Franken betra
genden Kosten für einen neuen Stratosphären
flug aufzubringen.
B MaaenheschwerdenuSoabrennen
^■mOgmWgM
• Ta bl. 20 Pfg. -
Die neuen Reichsauiobahn-Omnibusse.
Auf der jetzt eröffneten Teilstrecke der Reichsautobahn Berlin—
Stettin fahren bereits die neuen Reichsautobahn-Omnibusse.
(Pressephoto, K.)
Rückzugsgefecht an der Nordfront.
Auf ihrem Rückzug brennen die Abessinier Dörfer und Hütten nie
der, um dem Gegner den Vormarsch nach Möglichkeit zu erschweren.
Auf unserem Bild sieht man italienische Soldaten im Kampf mit der
abessinischen Nachhut. (Scherl Bilderdienst, K.»