Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst 
Blüte und Abstieg 
der älteren, für den Rendsburger 
Bezirk typischen Gewerbezweige 
Obgleich Rendsburg nie „Gewerbestadt" im 
eigentlichen Sinne gewesen ist und seine Wirtschaft 
vorwiegend vom Handel und von dem starken 
Anteil der Konsumentenbevölkerung abhängig war, 
gab es neben den in jeder Stadt vertretenen Hand 
werksbetrieben, welche die innerstädtischen Bedürf 
nisse befriedigen, immer eine Reihe von Gewerbe- 
zweigen, die für einen großen, überörtlichen Markt 
arbeiteten und daher als für Rendsburg typisch 
galten. 
1. Die Schiffszimmerei in Nübbel «nd Rendsburg. 
Bevor selbst im Kleinschisfbau das Eisen der wich 
tigste Werkstoff wurde, war der Holzschiffbau in 
vielen kleinen Betrieben über ganz Schleswig- 
Holstein verstreut (1855: 185 Wersten). Ein bedeut 
samer Standort dieses Gewerbes war das Dorf 
Nübbel. Die Werften wurden dort angelegt, wo 
Wald in der Nähe eines WasserlaufeS vorhanden 
war. Nübbel ist der einzige Ort am westlichen 
Eiöerlauf, wo ein Nest der einstigen großen Wälder 
(das Elsdorfer Gehege) bis auf wenige Kilometer 
an den Fluß herantritt. Das hier geschlagene 
Eichenholz bildete das Rohmaterial für die Nübbe- 
ler Wersten. 
Die sehr rege „kleine Frachtschisfahrt" auf der 
Eider und ihren Nebenflüssen bis hinauf in die 
kleinsten Auen ging um die Jahrhundertwende 
ganz zurück, weil die Transportmöglichkeiten ver 
schwanden (Torf wurde durch Kohle ersetzt u. a.). 
Daneben bewies aber auch der Eisenschiffbau seine 
kostenmäßige Ucberlegenheit. Hier ivar die hol 
ländische Konkurrenz sehr groß, holländische Werf 
ten lieferten nun etwa die Hülste aller auf der 
Eider fahrender Schiffe. Tie 1914 noch vorhandenen 
25—30 Holzfrachtschiffe wurden für Pontons be 
schlagnahmt und zugerichtet, womit diese Fahrzeuge 
endgültig aus der Eiderschiffahrt verschwanden. 
Nübbel besaß 1870 noch sieben Werften, 1890 gab 
es nur noch drei, 1900 schlossen die beiden letzten, 
die in diesem Jahr noch sechs Schiffe (zu 130 To.) 
gebaut hatten. 
In Rendsburg selbst wurde noch im Jahre 1892 
der Holzschissbau wiederaufgenommen, als die alte 
Werft der Carlshütte nach 17jührigem Stilliegen an 
euren Schiffszimmermeister verkauft wurde. Das 
letzte hölzerne Segelschiff (115 To.) wurde auch hier 
bereits 1901 gebaut. Dann wurde die Produktion 
umgestellt auf Schuten, Kähne, Bootbauerei und 
Reparatur, die besonders nach Fertigstellung des 
Kanals wichtig wurde, da viele Havarien vorka 
men. Nach dem Kriege wurden zahlreiche Krabben 
fischkutter nach Tönning geliefert. 
Das Eichenholz kam aus der Umgebung bis 
hint.er Wittensee und Barlohe, was einen ziemlich 
weiten Transport bedeutete. Es wurden durch 
schnittlich vier Gesellen und vier Lehrlinge beschäf 
tigt, deren Zahl sich gelegentlich verdoppeln konnte. 
Endgültig eingestellt wurde der Betrieb erst 1933, 
als der Inhaber sich zur Ruhe setzte. Nur die 
Bootsbauerei wird in kleinem Umfang weiter 
betrieben. 
2. Kalkbrennereien, Ziegeleien «nd Glashütten. 
Die im Rendsburger Bezirk früher zahlreich vor 
handenen Kalkbrennereien (1864: 6) bezogen den 
Kalk von Faxö (Dänemark) aus dem Wasserwege, 
standortbestimmend war die Nähe des Brennstoffes, 
der in dem Torf der Eidermoore bestand. Die Kon 
kurrenz des deutschen gebrannten Kalkes, der sich 
von der Jahrhundertwende ab in Schleswig-Holstein 
immer billiger stellte, brachte diese Betriebe zum 
Erliegen. 
Auf dem Torf der Moorgegenden beruhte auch 
die ältere Glaswarenherstellung, die einen außer 
ordentlich starken Brennstoffverbrauch hatte. In 
dem westlich Rendsburgs gelegenen Prinzenmoor 
arbeiteten bis etwa 1885 drei Glasfabriken,' hier 
war es die Umstellung auf Kohle, die eine völlige 
Standortverlegung brachte. Die schleswig-holsteini 
sche Glasindustrie ging daraufhin nach Flensburg 
und Ottensen. 
Die Ungleichheit der Rohstoffverhältniffe und die 
günstigen Transportmöglichkeiten bewirkten, daß 
die schleswig-holsteinischen Ziegeleien sich an ge 
wissen Zentren „zusammenballten". Dazu gehörte 
neben der Flensburger Förde und anderen vorwie 
gend ostholsteinischen (Lehmboden!) Gebieten auch 
der Eiderlauf. Im Gegensatz zu Ostholstein war der 
Rohstoff hier nur beschränkt vorhanden, so daß mit 
dem fortschreitenden Abbau der einzelnen Lehm 
vorkommen die Tätigkeit eingestellt werden mußte. 
In Rendsburgs Nähe gab es noch 1864 20 Ziege 
leien, die fast alle wegen Erschöpfung der Lager 
wieder verschwanden. Die letzten, recht bedeutenden 
Ziegeleien an der Uutereiöer (Pahlhude) mußten im 
Kriege stillgelegt werden. Zu dem Rohstoffmangel 
trat hier die veraltete handwerkliche Produktions 
weise, die eine Konkurrenz erschwerte. Das Eider 
gebiet wurde nun von den modernen Ziegeleien 
der Unterelbe auf dem günstigen Binnenwasserwege 
über Brunsbüttel und Rendsburg versorgt. 
3. Reepschlägercien. 
Die handwerkliche Herstellung von Tauwerk aus 
russischem Hanf begann bereits um 1880 zu krän 
keln. Sie führte dann noch durch Jahrzehnte einen 
aussichtslosen Kampf gegen die Verdrängung durch 
Sisalhanf, Manilahanf, Kokosfaser u. a., auch durch 
Drahtseile. Um 1900 gab es in Rendsburg fünf 
Reepschlägercien mit je etwa zwei Gesellen und 
zwei Lehrlingen. Der Hauptteil der Produktion 
ging einmal als Schissstauwerk an die Werften in 
Rendsburg und Nübbel, zum anderen als Ernte- 
Bindegarn an die Bauern und Güter der weiteren 
Umgebung. Hier trat immer mehr das billige Siial- 
garn an die Stelle, während für Schiffstauwerk in 
steigendem Maße Manilahanf und die zu äußerster 
Geschmeidigkeit vervollkommneten Drahtseile bevor 
zugt wurden. Im Jahre 1927 mußte in Rendsburg 
die letzte Reeperbahn stillgelegt werden. 
4. Glockengießerei «nd Klavicrfabrikation. 
Kaum noch in die von uns zu betrachtende Zeit 
hinein ragt die Glockengießerei von Bcscler, die bei 
ihrer Gründung 1757 ein Privileg für Holstein er 
hielt, das 1760 auf Schleswig ausgedehnt wurde. 
Sie war lange die einzige Glockengießerei in den 
Herzogtümern. Als die Produktion 1871 eingestellt 
wurde, waren insgesamt rd. 400 Glocken hergestellt 
worden. Daß dieses Werk gerade in Rendsburg 
arbeitete, war vom wirtschaftlichen Standpunkt 
reiner Zufall, ebenso wie Blüte und Ausgang we 
sentlich durch persönliche Faktoren innerhalb der 
Familie Beseler bestimmt wurden. 
Die handwerkliche Tradition im Klavierban ist 
in Rendsburg sehr alt. Bereits 1885 wird ein Be 
trieb genannt, der Orgeln und Klaviere herstellt 
und sechs Fachkräfte beschäftigte. 1864 gab es 'zwei 
„Klavierfabriken" in Rendsburg, deren eine 1869 
von den Klavierbauern Bock und Hinrichsen über 
nommen und unter dieser Firma zu großem An 
sehen in Schleswig-Holstein und weit darüber 
hinaus gebracht wurde. Das qualitativ hochstehende 
Erzeugnis erlangte einen guten Ruf und wurde 
in großem Umfange selbst in Süd- und Mittel 
deutschland, wo der Klavierbau zuhause war. abge 
setzt. Norddeutschland und besonders Schleswig- 
Holstein, in dem es kein weiteres derartiges Werk 
gab, waren natürlich das wichtigste Absatzgebiet. Da 
besonders Wert darauf gelegt wurde, ein gegen 
Feuchtigkeit unempfindliches Instrument zu erzie 
len, konnte auch in größerem Umfange nach Ueber- 
see exportiert werden. 
Bor dem Kriege wurden jährlich bis zu 100 Kla 
viere abgesetzt, bei deren Herstellung 80 Klavier 
bauer beschäftigt waren. Unterstützt wurde diese 
Entwicklung dadurch, daß in immer weiteren 
Kreisen der Besitz eines Klaviers zur Modesache 
wurde. 
Als die beiden Gründer sich infolge der Absatz 
steigerung vor der Notwendigkeit sahen, eine völlige 
Verlegung und Erweiterung der Fabrikationswerk- 
stätten vorzunehmen, scheuten sie ihres hohen Alters 
wegen davor zurück und entschlossen sich, die Fa 
brikation in Rendsburg völlig einzustellen. Die 
Herstellung der einzelnen Teile der Marke „Bock 
und Hinrichsen" wurde verschiedenen deutschen Fir 
men übertragen und nur eine reine Handelsfirma 
in Rendsburg beibehalten, die unter .der alten 
Firma neben Musikinstrumenten und deutschen 
Markenklavieren auch das bekannte Erzeugnis 
unter dem alten Namen vertreibt. 
BiehMarêt-HZchftpseîse Mr Säuert 
Tie HV der Deutschen Viehwirtschaft hat durch 
die soeben veröffentlichte Anordnung Nr. 47 Höchst 
preise für Schweine der Schlachtwertklassen gl und 
g2 aus den Viehmärkten festgesetzt. Die Anordnung 
lautet wie folgt: 
8 1. In Abänderung des § 1 meiner Anordnung 
Nr. 41 vom 24. Januar 1936 über die Unterteilung 
der Schlachtwertklassen b bei Schweinen (NNVbl. 
S. 47) erhält 8 4 Abs. 2 meiner Anordnung Nr. 19 
vom 14. Oktober 1935 (NNVbl. S. 684) folgende 
Fassung: 
Ills Schlachtwcrtklaffcn gelten Schweine: a) über 
800 Pfund, bl von 270—300 Pfund. 62) von 240—270 
Pfund, c) von 200—240 Pfund, d—f) unter 200 
Pfund, gl) fette Specksauen, g2) andere Sauen. 
8 2. Für die Schlachtwertklassen gl und g2 werden 
ayf den im 8 1 der Anordnung Nr. 82 vom 28. No 
vember 1035 (NNVbl. S. 723) genannten Vieh- 
märkten Höchstpreise festgesetzt. 
Der Höchstpreis für die Schlachtwertklasse gl) ent 
spricht dem auf dem jeweiligen Viehmarkt geltenden 
Preis der Schlachtwertklasse bl). 
Der Höchstpreis für die Schlachtwertklasse g2) ent 
spricht dem auf dem jeweiligen Viehmarkt gelten 
den Preis der Schlachtwertklasse c). 
8 3. Auf Eber und Altschneider finden die von 
mir für Schweine auf diesen Viehmärkten festge 
setzten Preise keine Anwendung. 
8 4. Verstöße gegen diese Anordnung können ge 
mäß 8 8 Abs. 3 Nr. 3 der Satzung mit Ordnungs 
strafen bis zu 10 000 Ml im Einzelfall bestraft 
werden. 
Zur Ausübung der Strafbefugnis bestelle ich die 
Vorsitzenden der Schrachtviehverwertungsverbande 
zu Beauslragterr der Hauptvereinigung , der Deut 
schen Biehwirtschaft. V. 
§ 5. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der 
Verkündigung in Kraft. 
^oîdcu von Den vScylücI)ttnGl)UGrit)crtunQ‘.5üGrLH'tn :s 
den Preise für Sauen, Eber und Altschneider auf 
den Viehgroß- und Mittclmärkten festgesetzt sind, 
treten diese mit demselben Zeitpunkt außer Kraft. 
* 
Darnach werden für Sauen keine Festpreise, son 
dern Höchstpreise aus den Bichmärkten festgesetzt 
Sie betragen für die Schlachtwertklasse gl) (fette 
Specksauen) den jeweils für Schlachtwertklasse bl) 
geltenden Festpreis und für die Schlachtwertklasse 
g2) (andere Sauen) den jeweils für die Schlacht 
wertklasse c) geltenden Festpreis an dem betreffen 
den Markt. Demgegenüber sind für Eber und Alt- 
schneider keinerlei Preise an den Viehmärkten fest 
gelegt. 
Westholsteinische Bank, Altona und Heide i. H. 
GV genehmigte 7 vH Gewinnanteil der Aktionäre 
(wie im Vorjahr) und die sonstigen Anträge der 
Verwaltung. — Die satzungsgemäß ausscheidenden 
Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung in füi UM ■'Par Nennwert 
Ohn» OWmbrt» 
Sontra 
Jtrutjsnant 
DD.-Mont 
StrsDn >6ant 
CetHnsbanf 
ffieftt). ^ant 
8chl.-H l'art 
S>bß. Hochbahn 
Dtsch.-Oltalriko 
Şapag 
Hdq.-Südamer 
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Worrm.-vim» 
8 4 
182 25 
92 00 
92 25 
7. 4 
>82 25 
92 00 
92.00 
3n»uftt,.«fl 8 4 7 4 
III 50 111.00 
126.0. 123 00 
69 50 69 87 
90 00 
34 00 
14 75 
26 00 
16 00 
34 CO 
90 00 
34 00 
14 87 
25.00 
16 00 
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35 87 
157.C0 
143.00 
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103 Ov 
125.00 
139 50 
186 25 
138.00 
llP.75 
165 50 
19 00 
107 00 
36 25 
1561 0 
11150 
103.50 
102 00 
125.00 
139.25 
184.50 
137.50 
117 50 
166 00 
19.00 
107.00 
Rendsburger Ferkelmarkt vom 9. April 
Zufuhr: 381 Stück. Handel gut, Markt geräumt. 
Preise: schwere 65—69, niittelschwere 68—62, leichte 
70—76 Pfg. Ausnahmcticre-über Notiz. 
Lübecker Viehmarkt vom 7. April. 
Die Zufuhren betrugen 1210 Schweine, 309 Käl 
ber, 102 Schafe. Bei ungefähr gleichbleibender Be 
schaffenheit lag der Auftrieb an Schweinen um etwa 
250 Tiere niedriger als in der Vorwoche. Es wurde 
zugeteilt. Die Beschaffenheit der aufgctriebencu 
Kälber konnte durchweg als gut angesprochen 
werden. Der Bedarf konnte glatt gedeckt werden: 
bei ungefähr gleichbleibenden Preisen und mittle 
rem Marktverlauf wurde ausverkauft. Die zum 
Verkauf gestellten Schafe waren qualitativ durch 
schnittlich gut. Die Zufuhren lagen um 80 Tiere 
höher als in der Vorwoche und waren für den 
Bedarf reichlich. Die Preise konnten sich im allge 
meinen behaupten. Bei mittlerem Verlauf wurde 
der Markt geräumt. 
Hmrdel «d W«Lel 
Segebcrger Ferkelmarkt vom 8. April 
Austrieb: 192. Preise: 5—6 Wochen alte 15—17 
6—8 W. 17-20 MJl, 8—13 W. 20—25 Ml. 
Handel ruhig, Markt nicht geräumt. 
Husumer Ferkelmarkt vom 9. April 
Auftrieb: 385, Handel gut. Markt geräumt. 
Preise: 6wöchige 19—21, 6—8wöchige 21—23, 8—10= 
wöchige 24—27 31M, 
Flensburger Mittclmarkt vom 8. April 
Auftrieb 1408 Tiere (1168 Schweine, 190 Kälber 
und 50 Mastlümmer). Qualität der Schweine gut, 
die der Kälber mittel. Schweine zugeteilt, Handel 
bei den Kälbern flott. Preise zogen weiterhin, bes. 
in den mittleren Klassen, etwas an Notierung: 
Schweine: a> 54, bl) 53, b2> 52, c) 50, d) 48, Sauen: 
gl) 52, g2> 48. Kälber (Doppellender) 75-80, an 
dere Kälber a) 58—66, bi 46—55, c) 35—45, d) 30 
bis 34. 
Kieler Viehmarkt vom 8. April 
Die aus dem gestrigen Markt zum Verkauf ge 
stellten 1466 Schweine wurden zu Festpreisen ab 
gesetzt. Die Qualität der zum heutigen Markt ge 
kommenen 127 Rinder konnte als mittel angespro 
chen werden. Der Verlauf ivar sehr flott. Die Tiere 
wurden verteilt und zu Höchstpreisen verkauft. 
Kälber standen 431 zum Markt, die bei flottem Ver 
laus zu kaum veränderten Preisen raschen Absatz 
fanden. Die Qualität der zum Verkauf gestellten 
Tiere war zufriedenstellend. Der Schafmarkt war 
belanglos. 
Hamburger Rinder- und Schafmarkt 
835 Rinder plus 118 Bcobachtiingstiere. Beschaf 
fenheit etwas geringer. Es waren heute prozentual 
mehr Kühe zugetrieben Ochsen, Färsen, Bullen 
und Kühe der Klasse A wurden zugeteilt. Der Han 
del mit abfallenden Kühen war sehr flott, so daß 
die Höchstpreisgrenze für die jeweiligen Schlacht 
wertklassen bezahlt wurden. Markt frühzeitig ge 
räumt. — Auch der Schafmarkt verlief angesichts 
der geringen Beschickung sehr flott. Die Preise 
zogen auf der ganzen Linie um 4—6 Pfg. an. 
Ebenfalls wurden die zugeführten zirka 300 Oster 
lämmer schnell abgesetzt. Der Markt war früh ge 
räumt. Auftrieb: 659 Schafe. 
Butterwochenbcricht 
Am Buttermarkt eine regere Nachfrage zum 
Osterfest bemerkbar. Da andererseits auch genügend 
Ware zur Verfügung stand, ergaben sich nirgends 
Schivierigkeiten, den wesentlich flotteren Konsum zu 
decken. Die Produktion selbst hielt sich auf ungefähr 
g(eicher Höhe der letzten Woche, jedoch konnte all 
gemein ein starker Verbrauch auf dem Lande fest 
gestellt werden. 
An den ausländischen Plätzen war das Ostcr- 
qeschäst noch einigermaßen zusrieöenstellenö. Die 
Kopcnhagencr Notierung ging heute erwartungs 
gemäß um 6 Kronen aus 180 Kronen herunter, 
ivährend die staatliche Abgabe nach dieser Ermäßi 
gung nur noch 6 Kronen lautet. Gleichzeitig wurde 
bekannt gegeben, daß für die Aprillieferungen auf 
vorwöchiger Basis eine Vergütung von 15 Kronen 
per 100 Kg. eingeräumt wird. 
Der letzte diesjährige 
Flensburger Frühjahrs-Pferdemarkt 
Bon zirka 20 Pferden wurde ein Teil verkauft. 
Markt um 10 Uhr wegen Mangel an Käufern ge 
räumt. Wegen des schwachen Austriebs keine No 
tierung. In Zukunst muß die Festlegung der 
Märkte in Husum und Flensburg im Interesse der 
Käufer und Händler etwas besser geregelt werden. 
Aus derKreishundWsrêerschaşi Rends 
burg und den angeschļoff. Innungen 
Die handwerkerliche Aufbau- und Klürungsarbeit 
auch im Kreise Rendsburg schreitet rüstig vorwärts. 
Bevor wir über die neue Entwicklung im Jnnungs- 
leben und über wichtige Ereignisie des Handwerks 
berichten, wollen wir zunächst noch eine kurze 
Uebersicht über die seit unserem letzten Bericht voll 
zogene Versammlungstätigkeit geben. 
Stellmacher-Innung. Am Sonnabend, dem 21. 3.» 
hielt im Germania-Saal die Stellmacher-Innung 
ihre GV ab, die dadurch ein besonderes Gepräge 
erhielt, als sich dort der neue Bezirksinnungsmei 
ster der Bezirksstelle Nordmark des Stellmacher- 
Handwerks, Stellmachermeister Detl. Reimer, Hom 
feld, vorstellte. Es wurde begrüßt, daß auch der Be 
zirksinnungsmeister für das Stellmacherhandwerk 
aus dem Kreise Rendsburg berufen ist, so daß nun 
mehr zusammen mit dem Bezirksinnungsmeister für 
das Müllerhandwerk, Müllerobermeister Fr. Bur 
meister, zwei Bezirksinnungsmeister im Kreise 
ihren Sitz haben. Kreisgeschüstssührer Dr. Fedder- 
scn gab aus eine ganze Reihe von Fragen Aus 
kunft, die sich insbesondere immer noch um Aus 
wirkungen in der neuen Handwerker-Gesetzgebung 
drehen. Die durch den stellvertr. Kreishandwerks- 
meister Lohmeyer durchgeführte Vertrauensfrage 
brachte dem Obermeister das Vertrauen. 
Wäscherei- nnd Plätterei-Innung. Auch diese 
Innung hatte eine Generalversammlung am Sonn 
tag, dem 22. März 1986, in das Haus des Handwerks 
einberufen. Die Führung gerade dieser Innung ist 
besonders schwer, weil das Wäscherei- und Plätte 
rei-Gewerbe erst im vorigen Jahre zum Handwerk 
erklärt ist und somit die traditionellen Voraus 
setzungen völlig fehlen. Trotzdem konnte der Ober 
meister Mohr in seinem Geschäftsbericht auf eine 
erfreuliche Entwicklung Hinweisen. Seine Ausfüh 
rungen wurden unterstrichen durch ein Referat 
des aus Hamburg anwesenden Bezirksinnungsmei 
sters. Auch in dieser jungen Innung wurde erst 
malig durch den stellvertr. Kreishandwerksmeister 
Lohmeyer die Vertrauensfrage durchgeführt und 
festgestellt, daß der Obermeister Mohr trotz schivie- 
riger Verhältnisse von dem Vertrauen seiner Jn- 
nungsgefolgschast getragen wird. Dr. Feddersen be 
handelte eine Reihe wichtiger Fragen. 
Schmiede-Innung. An demselben Tage hatte auch 
der Obermeister Wriedt seine Schmiede-Innung in 
den Germania-Saal eingeladen. Da es sich hier um 
eine der größten Innungen handelt, war es kein 
Wunder, daß der große Saal von den Mitgliedern 
fast gefüllt wurde. Obermeister Wriedt verstand 
es. zunächst in feierlicher Form seine Lehrlinge aus 
zuschreiben. Auch Obermeister Wriedt wird von dem 
Vertrauen seiner Jnnungsgefolgschaft getragen. Dr. 
Feddersen streifte u. a. die Möglichkeit, durch Qnall- 
tütsleistungen evtl, zu einem bedeutsamen Faktor 
der deutschen Exportwirtschast werden zu können. 
Tischler-Innung. Am Montag, dem 30. Mürz, 
hatte dann die Tischler-Innung zu einer ao. Jn- 
nungsversammlung eingeladen. Auch hier wurden 
zunächst die Lehrlinge losgesprochen und zwei 
Meisterbriefe überreicht. Bie der Vertrauensfrage 
konnte festgestellt werden, daß der Obermeister 
Böhrnsen restlos von dem Vertrauen seiner In 
nung getragen wird, um somit wirkungsvoll die 
Arbeit im neuen Geschäftsjahr fortzusetzen. Ober 
meister Böhrnsen hat sich besonders bemüht, weitest 
gehend für seine Jnnungsmitglieder Arbeit zu be- 
schasfen. 
Somit fand im Monat März auch im Kreise 
Rendsburg eine reichhaltige Arbeit der Kreishand- 
werkerschast ihren Abschluß, um dann zu Beginn 
des neuen Quartals mit außerordentlich wichtigen 
Arbeitstagungen der Handwerkskammer und wei 
teren Jnnungstagungcn fortgesetzt zu werden. 
Mark' 
^annovßp 
ßp slaii 
Fernen 
Deutsche Schlachtviehmärkte 
Kammernotierung Berlin am Markttage. Preise 
für 1 Pfd Lebendgewicht in 'Ohne Gewähr' 
8. April 1935 
1 Ochsen 
2. 
3. „ 
4 * 
1 Bullen. 
2- „ . 
1 Kühe.. 
2. .. .. 
1. Kälber. 
2. „ . 
1. Schafe. 
2. . - 
1 Schweine 
2. 
3. 
I Sauen ... 
43 
41 
37—40 
32—31 
65—/0 
55-64 
541/2 
5c 1/2 
511/2 
531/2 
42-43 
36—39 
33—34 
40—41 
36—3/ 
38 - 40 
33 — cö 
65—68 
56-65 
35—38 
25-30 
53 
51-52 
49 
47-52 
44 
40 
42 
37-38 
41 
34—37 
71—75 
64—70 
’-4'12 
5a'/2 
511/2 
521,2 
Kie! 
43 
41 
40 
36 
£5-75 
54—64 
541/2 
531/2 
b0>/2 
48-52 
Auftrieb und Handel auf den Märkten 
Ochs.Bu. Kü 
Kälber 
Schafe 
Schweine ... 
Ochs.Bu. Kü. 
Kälber 
Schafe 
Schweine .. 
311 
575 
79 
1506 
verteilt 
mittel 
mittel 
verteilt 
>21 
1425 
327 
4329 
verteilt 
mittel 
mittel 
verteilt 
195 
476 
225 
1476 
verteilt 
flott 
flott 
verteilt 
127 
431 
1466 
s. flott 
flott 
belanglos 
verteilt 
Eckernfördcr Ferkelmarkt vom 8. April 
Auftrieb: 15. Eine Notierung konnte wegen öek 
geringen Anlieferung nicht erfolgen.
	        
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