Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst
Blüte und Abstieg
der älteren, für den Rendsburger
Bezirk typischen Gewerbezweige
Obgleich Rendsburg nie „Gewerbestadt" im
eigentlichen Sinne gewesen ist und seine Wirtschaft
vorwiegend vom Handel und von dem starken
Anteil der Konsumentenbevölkerung abhängig war,
gab es neben den in jeder Stadt vertretenen Hand
werksbetrieben, welche die innerstädtischen Bedürf
nisse befriedigen, immer eine Reihe von Gewerbe-
zweigen, die für einen großen, überörtlichen Markt
arbeiteten und daher als für Rendsburg typisch
galten.
1. Die Schiffszimmerei in Nübbel «nd Rendsburg.
Bevor selbst im Kleinschisfbau das Eisen der wich
tigste Werkstoff wurde, war der Holzschiffbau in
vielen kleinen Betrieben über ganz Schleswig-
Holstein verstreut (1855: 185 Wersten). Ein bedeut
samer Standort dieses Gewerbes war das Dorf
Nübbel. Die Werften wurden dort angelegt, wo
Wald in der Nähe eines WasserlaufeS vorhanden
war. Nübbel ist der einzige Ort am westlichen
Eiöerlauf, wo ein Nest der einstigen großen Wälder
(das Elsdorfer Gehege) bis auf wenige Kilometer
an den Fluß herantritt. Das hier geschlagene
Eichenholz bildete das Rohmaterial für die Nübbe-
ler Wersten.
Die sehr rege „kleine Frachtschisfahrt" auf der
Eider und ihren Nebenflüssen bis hinauf in die
kleinsten Auen ging um die Jahrhundertwende
ganz zurück, weil die Transportmöglichkeiten ver
schwanden (Torf wurde durch Kohle ersetzt u. a.).
Daneben bewies aber auch der Eisenschiffbau seine
kostenmäßige Ucberlegenheit. Hier ivar die hol
ländische Konkurrenz sehr groß, holländische Werf
ten lieferten nun etwa die Hülste aller auf der
Eider fahrender Schiffe. Tie 1914 noch vorhandenen
25—30 Holzfrachtschiffe wurden für Pontons be
schlagnahmt und zugerichtet, womit diese Fahrzeuge
endgültig aus der Eiderschiffahrt verschwanden.
Nübbel besaß 1870 noch sieben Werften, 1890 gab
es nur noch drei, 1900 schlossen die beiden letzten,
die in diesem Jahr noch sechs Schiffe (zu 130 To.)
gebaut hatten.
In Rendsburg selbst wurde noch im Jahre 1892
der Holzschissbau wiederaufgenommen, als die alte
Werft der Carlshütte nach 17jührigem Stilliegen an
euren Schiffszimmermeister verkauft wurde. Das
letzte hölzerne Segelschiff (115 To.) wurde auch hier
bereits 1901 gebaut. Dann wurde die Produktion
umgestellt auf Schuten, Kähne, Bootbauerei und
Reparatur, die besonders nach Fertigstellung des
Kanals wichtig wurde, da viele Havarien vorka
men. Nach dem Kriege wurden zahlreiche Krabben
fischkutter nach Tönning geliefert.
Das Eichenholz kam aus der Umgebung bis
hint.er Wittensee und Barlohe, was einen ziemlich
weiten Transport bedeutete. Es wurden durch
schnittlich vier Gesellen und vier Lehrlinge beschäf
tigt, deren Zahl sich gelegentlich verdoppeln konnte.
Endgültig eingestellt wurde der Betrieb erst 1933,
als der Inhaber sich zur Ruhe setzte. Nur die
Bootsbauerei wird in kleinem Umfang weiter
betrieben.
2. Kalkbrennereien, Ziegeleien «nd Glashütten.
Die im Rendsburger Bezirk früher zahlreich vor
handenen Kalkbrennereien (1864: 6) bezogen den
Kalk von Faxö (Dänemark) aus dem Wasserwege,
standortbestimmend war die Nähe des Brennstoffes,
der in dem Torf der Eidermoore bestand. Die Kon
kurrenz des deutschen gebrannten Kalkes, der sich
von der Jahrhundertwende ab in Schleswig-Holstein
immer billiger stellte, brachte diese Betriebe zum
Erliegen.
Auf dem Torf der Moorgegenden beruhte auch
die ältere Glaswarenherstellung, die einen außer
ordentlich starken Brennstoffverbrauch hatte. In
dem westlich Rendsburgs gelegenen Prinzenmoor
arbeiteten bis etwa 1885 drei Glasfabriken,' hier
war es die Umstellung auf Kohle, die eine völlige
Standortverlegung brachte. Die schleswig-holsteini
sche Glasindustrie ging daraufhin nach Flensburg
und Ottensen.
Die Ungleichheit der Rohstoffverhältniffe und die
günstigen Transportmöglichkeiten bewirkten, daß
die schleswig-holsteinischen Ziegeleien sich an ge
wissen Zentren „zusammenballten". Dazu gehörte
neben der Flensburger Förde und anderen vorwie
gend ostholsteinischen (Lehmboden!) Gebieten auch
der Eiderlauf. Im Gegensatz zu Ostholstein war der
Rohstoff hier nur beschränkt vorhanden, so daß mit
dem fortschreitenden Abbau der einzelnen Lehm
vorkommen die Tätigkeit eingestellt werden mußte.
In Rendsburgs Nähe gab es noch 1864 20 Ziege
leien, die fast alle wegen Erschöpfung der Lager
wieder verschwanden. Die letzten, recht bedeutenden
Ziegeleien an der Uutereiöer (Pahlhude) mußten im
Kriege stillgelegt werden. Zu dem Rohstoffmangel
trat hier die veraltete handwerkliche Produktions
weise, die eine Konkurrenz erschwerte. Das Eider
gebiet wurde nun von den modernen Ziegeleien
der Unterelbe auf dem günstigen Binnenwasserwege
über Brunsbüttel und Rendsburg versorgt.
3. Reepschlägercien.
Die handwerkliche Herstellung von Tauwerk aus
russischem Hanf begann bereits um 1880 zu krän
keln. Sie führte dann noch durch Jahrzehnte einen
aussichtslosen Kampf gegen die Verdrängung durch
Sisalhanf, Manilahanf, Kokosfaser u. a., auch durch
Drahtseile. Um 1900 gab es in Rendsburg fünf
Reepschlägercien mit je etwa zwei Gesellen und
zwei Lehrlingen. Der Hauptteil der Produktion
ging einmal als Schissstauwerk an die Werften in
Rendsburg und Nübbel, zum anderen als Ernte-
Bindegarn an die Bauern und Güter der weiteren
Umgebung. Hier trat immer mehr das billige Siial-
garn an die Stelle, während für Schiffstauwerk in
steigendem Maße Manilahanf und die zu äußerster
Geschmeidigkeit vervollkommneten Drahtseile bevor
zugt wurden. Im Jahre 1927 mußte in Rendsburg
die letzte Reeperbahn stillgelegt werden.
4. Glockengießerei «nd Klavicrfabrikation.
Kaum noch in die von uns zu betrachtende Zeit
hinein ragt die Glockengießerei von Bcscler, die bei
ihrer Gründung 1757 ein Privileg für Holstein er
hielt, das 1760 auf Schleswig ausgedehnt wurde.
Sie war lange die einzige Glockengießerei in den
Herzogtümern. Als die Produktion 1871 eingestellt
wurde, waren insgesamt rd. 400 Glocken hergestellt
worden. Daß dieses Werk gerade in Rendsburg
arbeitete, war vom wirtschaftlichen Standpunkt
reiner Zufall, ebenso wie Blüte und Ausgang we
sentlich durch persönliche Faktoren innerhalb der
Familie Beseler bestimmt wurden.
Die handwerkliche Tradition im Klavierban ist
in Rendsburg sehr alt. Bereits 1885 wird ein Be
trieb genannt, der Orgeln und Klaviere herstellt
und sechs Fachkräfte beschäftigte. 1864 gab es 'zwei
„Klavierfabriken" in Rendsburg, deren eine 1869
von den Klavierbauern Bock und Hinrichsen über
nommen und unter dieser Firma zu großem An
sehen in Schleswig-Holstein und weit darüber
hinaus gebracht wurde. Das qualitativ hochstehende
Erzeugnis erlangte einen guten Ruf und wurde
in großem Umfange selbst in Süd- und Mittel
deutschland, wo der Klavierbau zuhause war. abge
setzt. Norddeutschland und besonders Schleswig-
Holstein, in dem es kein weiteres derartiges Werk
gab, waren natürlich das wichtigste Absatzgebiet. Da
besonders Wert darauf gelegt wurde, ein gegen
Feuchtigkeit unempfindliches Instrument zu erzie
len, konnte auch in größerem Umfange nach Ueber-
see exportiert werden.
Bor dem Kriege wurden jährlich bis zu 100 Kla
viere abgesetzt, bei deren Herstellung 80 Klavier
bauer beschäftigt waren. Unterstützt wurde diese
Entwicklung dadurch, daß in immer weiteren
Kreisen der Besitz eines Klaviers zur Modesache
wurde.
Als die beiden Gründer sich infolge der Absatz
steigerung vor der Notwendigkeit sahen, eine völlige
Verlegung und Erweiterung der Fabrikationswerk-
stätten vorzunehmen, scheuten sie ihres hohen Alters
wegen davor zurück und entschlossen sich, die Fa
brikation in Rendsburg völlig einzustellen. Die
Herstellung der einzelnen Teile der Marke „Bock
und Hinrichsen" wurde verschiedenen deutschen Fir
men übertragen und nur eine reine Handelsfirma
in Rendsburg beibehalten, die unter .der alten
Firma neben Musikinstrumenten und deutschen
Markenklavieren auch das bekannte Erzeugnis
unter dem alten Namen vertreibt.
BiehMarêt-HZchftpseîse Mr Säuert
Tie HV der Deutschen Viehwirtschaft hat durch
die soeben veröffentlichte Anordnung Nr. 47 Höchst
preise für Schweine der Schlachtwertklassen gl und
g2 aus den Viehmärkten festgesetzt. Die Anordnung
lautet wie folgt:
8 1. In Abänderung des § 1 meiner Anordnung
Nr. 41 vom 24. Januar 1936 über die Unterteilung
der Schlachtwertklassen b bei Schweinen (NNVbl.
S. 47) erhält 8 4 Abs. 2 meiner Anordnung Nr. 19
vom 14. Oktober 1935 (NNVbl. S. 684) folgende
Fassung:
Ills Schlachtwcrtklaffcn gelten Schweine: a) über
800 Pfund, bl von 270—300 Pfund. 62) von 240—270
Pfund, c) von 200—240 Pfund, d—f) unter 200
Pfund, gl) fette Specksauen, g2) andere Sauen.
8 2. Für die Schlachtwertklassen gl und g2 werden
ayf den im 8 1 der Anordnung Nr. 82 vom 28. No
vember 1035 (NNVbl. S. 723) genannten Vieh-
märkten Höchstpreise festgesetzt.
Der Höchstpreis für die Schlachtwertklasse gl) ent
spricht dem auf dem jeweiligen Viehmarkt geltenden
Preis der Schlachtwertklasse bl).
Der Höchstpreis für die Schlachtwertklasse g2) ent
spricht dem auf dem jeweiligen Viehmarkt gelten
den Preis der Schlachtwertklasse c).
8 3. Auf Eber und Altschneider finden die von
mir für Schweine auf diesen Viehmärkten festge
setzten Preise keine Anwendung.
8 4. Verstöße gegen diese Anordnung können ge
mäß 8 8 Abs. 3 Nr. 3 der Satzung mit Ordnungs
strafen bis zu 10 000 Ml im Einzelfall bestraft
werden.
Zur Ausübung der Strafbefugnis bestelle ich die
Vorsitzenden der Schrachtviehverwertungsverbande
zu Beauslragterr der Hauptvereinigung , der Deut
schen Biehwirtschaft. V.
§ 5. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der
Verkündigung in Kraft.
^oîdcu von Den vScylücI)ttnGl)UGrit)crtunQ‘.5üGrLH'tn :s
den Preise für Sauen, Eber und Altschneider auf
den Viehgroß- und Mittclmärkten festgesetzt sind,
treten diese mit demselben Zeitpunkt außer Kraft.
*
Darnach werden für Sauen keine Festpreise, son
dern Höchstpreise aus den Bichmärkten festgesetzt
Sie betragen für die Schlachtwertklasse gl) (fette
Specksauen) den jeweils für Schlachtwertklasse bl)
geltenden Festpreis und für die Schlachtwertklasse
g2) (andere Sauen) den jeweils für die Schlacht
wertklasse c) geltenden Festpreis an dem betreffen
den Markt. Demgegenüber sind für Eber und Alt-
schneider keinerlei Preise an den Viehmärkten fest
gelegt.
Westholsteinische Bank, Altona und Heide i. H.
GV genehmigte 7 vH Gewinnanteil der Aktionäre
(wie im Vorjahr) und die sonstigen Anträge der
Verwaltung. — Die satzungsgemäß ausscheidenden
Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt.
Hamburger Börse
Amtliche Notierung in füi UM ■'Par Nennwert
Ohn» OWmbrt»
Sontra
Jtrutjsnant
DD.-Mont
StrsDn >6ant
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8chl.-H l'art
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Dtsch.-Oltalriko
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III 50 111.00
126.0. 123 00
69 50 69 87
90 00
34 00
14 75
26 00
16 00
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90 00
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25.00
16 00
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139 50
186 25
138.00
llP.75
165 50
19 00
107 00
36 25
1561 0
11150
103.50
102 00
125.00
139.25
184.50
137.50
117 50
166 00
19.00
107.00
Rendsburger Ferkelmarkt vom 9. April
Zufuhr: 381 Stück. Handel gut, Markt geräumt.
Preise: schwere 65—69, niittelschwere 68—62, leichte
70—76 Pfg. Ausnahmcticre-über Notiz.
Lübecker Viehmarkt vom 7. April.
Die Zufuhren betrugen 1210 Schweine, 309 Käl
ber, 102 Schafe. Bei ungefähr gleichbleibender Be
schaffenheit lag der Auftrieb an Schweinen um etwa
250 Tiere niedriger als in der Vorwoche. Es wurde
zugeteilt. Die Beschaffenheit der aufgctriebencu
Kälber konnte durchweg als gut angesprochen
werden. Der Bedarf konnte glatt gedeckt werden:
bei ungefähr gleichbleibenden Preisen und mittle
rem Marktverlauf wurde ausverkauft. Die zum
Verkauf gestellten Schafe waren qualitativ durch
schnittlich gut. Die Zufuhren lagen um 80 Tiere
höher als in der Vorwoche und waren für den
Bedarf reichlich. Die Preise konnten sich im allge
meinen behaupten. Bei mittlerem Verlauf wurde
der Markt geräumt.
Hmrdel «d W«Lel
Segebcrger Ferkelmarkt vom 8. April
Austrieb: 192. Preise: 5—6 Wochen alte 15—17
6—8 W. 17-20 MJl, 8—13 W. 20—25 Ml.
Handel ruhig, Markt nicht geräumt.
Husumer Ferkelmarkt vom 9. April
Auftrieb: 385, Handel gut. Markt geräumt.
Preise: 6wöchige 19—21, 6—8wöchige 21—23, 8—10=
wöchige 24—27 31M,
Flensburger Mittclmarkt vom 8. April
Auftrieb 1408 Tiere (1168 Schweine, 190 Kälber
und 50 Mastlümmer). Qualität der Schweine gut,
die der Kälber mittel. Schweine zugeteilt, Handel
bei den Kälbern flott. Preise zogen weiterhin, bes.
in den mittleren Klassen, etwas an Notierung:
Schweine: a> 54, bl) 53, b2> 52, c) 50, d) 48, Sauen:
gl) 52, g2> 48. Kälber (Doppellender) 75-80, an
dere Kälber a) 58—66, bi 46—55, c) 35—45, d) 30
bis 34.
Kieler Viehmarkt vom 8. April
Die aus dem gestrigen Markt zum Verkauf ge
stellten 1466 Schweine wurden zu Festpreisen ab
gesetzt. Die Qualität der zum heutigen Markt ge
kommenen 127 Rinder konnte als mittel angespro
chen werden. Der Verlauf ivar sehr flott. Die Tiere
wurden verteilt und zu Höchstpreisen verkauft.
Kälber standen 431 zum Markt, die bei flottem Ver
laus zu kaum veränderten Preisen raschen Absatz
fanden. Die Qualität der zum Verkauf gestellten
Tiere war zufriedenstellend. Der Schafmarkt war
belanglos.
Hamburger Rinder- und Schafmarkt
835 Rinder plus 118 Bcobachtiingstiere. Beschaf
fenheit etwas geringer. Es waren heute prozentual
mehr Kühe zugetrieben Ochsen, Färsen, Bullen
und Kühe der Klasse A wurden zugeteilt. Der Han
del mit abfallenden Kühen war sehr flott, so daß
die Höchstpreisgrenze für die jeweiligen Schlacht
wertklassen bezahlt wurden. Markt frühzeitig ge
räumt. — Auch der Schafmarkt verlief angesichts
der geringen Beschickung sehr flott. Die Preise
zogen auf der ganzen Linie um 4—6 Pfg. an.
Ebenfalls wurden die zugeführten zirka 300 Oster
lämmer schnell abgesetzt. Der Markt war früh ge
räumt. Auftrieb: 659 Schafe.
Butterwochenbcricht
Am Buttermarkt eine regere Nachfrage zum
Osterfest bemerkbar. Da andererseits auch genügend
Ware zur Verfügung stand, ergaben sich nirgends
Schivierigkeiten, den wesentlich flotteren Konsum zu
decken. Die Produktion selbst hielt sich auf ungefähr
g(eicher Höhe der letzten Woche, jedoch konnte all
gemein ein starker Verbrauch auf dem Lande fest
gestellt werden.
An den ausländischen Plätzen war das Ostcr-
qeschäst noch einigermaßen zusrieöenstellenö. Die
Kopcnhagencr Notierung ging heute erwartungs
gemäß um 6 Kronen aus 180 Kronen herunter,
ivährend die staatliche Abgabe nach dieser Ermäßi
gung nur noch 6 Kronen lautet. Gleichzeitig wurde
bekannt gegeben, daß für die Aprillieferungen auf
vorwöchiger Basis eine Vergütung von 15 Kronen
per 100 Kg. eingeräumt wird.
Der letzte diesjährige
Flensburger Frühjahrs-Pferdemarkt
Bon zirka 20 Pferden wurde ein Teil verkauft.
Markt um 10 Uhr wegen Mangel an Käufern ge
räumt. Wegen des schwachen Austriebs keine No
tierung. In Zukunst muß die Festlegung der
Märkte in Husum und Flensburg im Interesse der
Käufer und Händler etwas besser geregelt werden.
Aus derKreishundWsrêerschaşi Rends
burg und den angeschļoff. Innungen
Die handwerkerliche Aufbau- und Klürungsarbeit
auch im Kreise Rendsburg schreitet rüstig vorwärts.
Bevor wir über die neue Entwicklung im Jnnungs-
leben und über wichtige Ereignisie des Handwerks
berichten, wollen wir zunächst noch eine kurze
Uebersicht über die seit unserem letzten Bericht voll
zogene Versammlungstätigkeit geben.
Stellmacher-Innung. Am Sonnabend, dem 21. 3.»
hielt im Germania-Saal die Stellmacher-Innung
ihre GV ab, die dadurch ein besonderes Gepräge
erhielt, als sich dort der neue Bezirksinnungsmei
ster der Bezirksstelle Nordmark des Stellmacher-
Handwerks, Stellmachermeister Detl. Reimer, Hom
feld, vorstellte. Es wurde begrüßt, daß auch der Be
zirksinnungsmeister für das Stellmacherhandwerk
aus dem Kreise Rendsburg berufen ist, so daß nun
mehr zusammen mit dem Bezirksinnungsmeister für
das Müllerhandwerk, Müllerobermeister Fr. Bur
meister, zwei Bezirksinnungsmeister im Kreise
ihren Sitz haben. Kreisgeschüstssührer Dr. Fedder-
scn gab aus eine ganze Reihe von Fragen Aus
kunft, die sich insbesondere immer noch um Aus
wirkungen in der neuen Handwerker-Gesetzgebung
drehen. Die durch den stellvertr. Kreishandwerks-
meister Lohmeyer durchgeführte Vertrauensfrage
brachte dem Obermeister das Vertrauen.
Wäscherei- nnd Plätterei-Innung. Auch diese
Innung hatte eine Generalversammlung am Sonn
tag, dem 22. März 1986, in das Haus des Handwerks
einberufen. Die Führung gerade dieser Innung ist
besonders schwer, weil das Wäscherei- und Plätte
rei-Gewerbe erst im vorigen Jahre zum Handwerk
erklärt ist und somit die traditionellen Voraus
setzungen völlig fehlen. Trotzdem konnte der Ober
meister Mohr in seinem Geschäftsbericht auf eine
erfreuliche Entwicklung Hinweisen. Seine Ausfüh
rungen wurden unterstrichen durch ein Referat
des aus Hamburg anwesenden Bezirksinnungsmei
sters. Auch in dieser jungen Innung wurde erst
malig durch den stellvertr. Kreishandwerksmeister
Lohmeyer die Vertrauensfrage durchgeführt und
festgestellt, daß der Obermeister Mohr trotz schivie-
riger Verhältnisse von dem Vertrauen seiner Jn-
nungsgefolgschast getragen wird. Dr. Feddersen be
handelte eine Reihe wichtiger Fragen.
Schmiede-Innung. An demselben Tage hatte auch
der Obermeister Wriedt seine Schmiede-Innung in
den Germania-Saal eingeladen. Da es sich hier um
eine der größten Innungen handelt, war es kein
Wunder, daß der große Saal von den Mitgliedern
fast gefüllt wurde. Obermeister Wriedt verstand
es. zunächst in feierlicher Form seine Lehrlinge aus
zuschreiben. Auch Obermeister Wriedt wird von dem
Vertrauen seiner Jnnungsgefolgschaft getragen. Dr.
Feddersen streifte u. a. die Möglichkeit, durch Qnall-
tütsleistungen evtl, zu einem bedeutsamen Faktor
der deutschen Exportwirtschast werden zu können.
Tischler-Innung. Am Montag, dem 30. Mürz,
hatte dann die Tischler-Innung zu einer ao. Jn-
nungsversammlung eingeladen. Auch hier wurden
zunächst die Lehrlinge losgesprochen und zwei
Meisterbriefe überreicht. Bie der Vertrauensfrage
konnte festgestellt werden, daß der Obermeister
Böhrnsen restlos von dem Vertrauen seiner In
nung getragen wird, um somit wirkungsvoll die
Arbeit im neuen Geschäftsjahr fortzusetzen. Ober
meister Böhrnsen hat sich besonders bemüht, weitest
gehend für seine Jnnungsmitglieder Arbeit zu be-
schasfen.
Somit fand im Monat März auch im Kreise
Rendsburg eine reichhaltige Arbeit der Kreishand-
werkerschast ihren Abschluß, um dann zu Beginn
des neuen Quartals mit außerordentlich wichtigen
Arbeitstagungen der Handwerkskammer und wei
teren Jnnungstagungcn fortgesetzt zu werden.
Mark'
^annovßp
ßp slaii
Fernen
Deutsche Schlachtviehmärkte
Kammernotierung Berlin am Markttage. Preise
für 1 Pfd Lebendgewicht in 'Ohne Gewähr'
8. April 1935
1 Ochsen
2.
3. „
4 *
1 Bullen.
2- „ .
1 Kühe..
2. .. ..
1. Kälber.
2. „ .
1. Schafe.
2. . -
1 Schweine
2.
3.
I Sauen ...
43
41
37—40
32—31
65—/0
55-64
541/2
5c 1/2
511/2
531/2
42-43
36—39
33—34
40—41
36—3/
38 - 40
33 — cö
65—68
56-65
35—38
25-30
53
51-52
49
47-52
44
40
42
37-38
41
34—37
71—75
64—70
’-4'12
5a'/2
511/2
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Kie!
43
41
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b0>/2
48-52
Auftrieb und Handel auf den Märkten
Ochs.Bu. Kü
Kälber
Schafe
Schweine ...
Ochs.Bu. Kü.
Kälber
Schafe
Schweine ..
311
575
79
1506
verteilt
mittel
mittel
verteilt
>21
1425
327
4329
verteilt
mittel
mittel
verteilt
195
476
225
1476
verteilt
flott
flott
verteilt
127
431
1466
s. flott
flott
belanglos
verteilt
Eckernfördcr Ferkelmarkt vom 8. April
Auftrieb: 15. Eine Notierung konnte wegen öek
geringen Anlieferung nicht erfolgen.