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fallen, die anfallenden Abwassermengen nutz
bringend anzuwenden.
Eine Verlegung der einmal vorgesehenen
Regenzeiten wird sich nicht vermeiden lassen,
da selbstverständlich auf die Einwirkung der
natürlichen Niederschläge Rücksicht genommen
werden muß.
Auf Grund der in Ostpreußen gesammelten
Erfahrungen über die ungünstigen, Regenmen
gen haben wir für die einzelnen Fruchtarten
vorgesehen: für Roggen und Weizen 40 mm,
Hafer und Gemenge 60 mm, Wintergerste 70
mm, Sommergerste 80 mm, Wicken, Süßlupi
nen, Erbsen und Bohnen 100 mm, Kartoffeln
40 mm in der Blütezeit gegeben, Rüben, Kohl,
Futterkohl 120 und evtl. mehr. Das würde
einer Regenmenge von 74 000 cbm entsprechen.
Und nun zu dem, was den Landmann am
meisten interessiert, zu den zu erwartenden
Mehrerträgen.
Da von der hier gebauten Beregnungsanlage
naturgemäß noch keine Ergebnisse vorliegen
können, beziehen sich die angegebenen Zahlen
und Erfolge auf die langjährigen Versuche der
sechs in Ostpreußen vorhandenen Anlagen.
Der leichteren Uebersicht wegen gebe ich die
Mehrerträge in Doppelzentner je Hektar an:
Roggen 4, Hafer 5, Gerste 6, Lupinen 6, Klee 18,
Erbsen 10, IHshnen 10, Wicken 20, Kartoffeln
30, Kohl 180, Rüben 280.
Diese Mehrerträge sollen sich nach den Er
fahrungen in Ostpreußen unbedingt erreichen
taffen. Rechnet man den Mehrertrag für die
jeweilige Anbaufläche aus und bewertet ihn
mit den hier geltenden Preisen, dann ergibt
sich ein Gesamtwert aus dem Mehrertrag von
rd. 12000 MJl. Daraus ergibt sich ein
Nutzungswert für 4 cbm verregneten Abwas
sers von 18,8 Pfg. für die Vegetationszeit. Da
für die Winterverregnung durch die Anreiche
rung des Bodens mit Nährstoffen (Borrats-
düngung, Humusbildung) sich ein Wert von
rd. 4600 MjH errechnet, ergibt dies einen
Nutzungswert von 8,6 Psg. je cbm verregneten
Abwassers für den Winter. Auf die Jahres
menge umgerechnet, stellt sich der Nutzungs
wert von 1 cbm auf 14,03 Pfg.
Landesverräter zu lebenslänglichem Zucht
haus verurteilt.
Der Volksgerichtshof in Berlin hat den 42
Jahre alten Thomas Marasch und den 25
Jahre alten Karl Warsawa, beide aus Uschütz,
Kreis Rosenberg, wegen Landesverrats zu le
benslangem Zuchthaus verurteilt und beiden
Verurteilten außerdem die bürgerlichen Ehren
rechte auf Lebenszeit aberkannt.
Lier Kuyrer ver Geymmrat Mrdsrf
Adolf Hitler beglückwünscht den Wirtschaftssührer zn feinem 89. Geburtsagt
Mülheim (Ruhr), 8. April. Der Führer stat
tete am Mittwoch dem greisen Geheimrat Kir
dorf in seinem Hause in Mülheim an der Ruhr
einen Besuch ab, um ihm persönlich seine Glück
wünsche zum 89. Geburtstage anszusprechen.
Geheimrat Kirdorf ist einer der ersten deut
schen Wirtschaftsführer gewesen, der sich zu
Adolf Hitler und der nationalsozialistischen
Bewegung bekannte und Träger des goldenen
Ehrenzeichens der Partei ist.
Am Vormittag besichtigte der Führer einige
Jndustriewerke in Essen. Die Bevölkerung des
Industriegebietes, die am 29. 3. in so überwäl
tigender Weise ihr einmütiges Bekenntnis
zum Führer ablegte, bereitete ihm bei seiner
erneuten Anwesenheit im Ruhrgebiet einen
überaus herzlichen Empfang.
* * *
SA.'Ausuchmesperre ausgehoben.
SA. - Gruppenführer Meyer-Quade
machte gestern nachmittag auf einer Arbeits
tagung des Landesverbandes Schleswig-Hol
stein im Reichsverband der deutschen Presse
die Mitteilung, daß die Anfnahmesperre für die
SA., abgesehen von einigen Jahrgängen, auf
gehoben sei.
ÜBiilrn 7 Millionen Reichsmark
für Volkswohnungen.
Im Jahre 1935 hat der Reichs- und preußi
sche Arbeitsminister zur Förderung des Baues
von Volkswohnungen zunächst 35 Millionen
Mark aus Reichsmitteln bereitgestellt. Bei der
Mitteilung hierüber in der Tagespresse sind
seinerzeit auch die Bestimmungen über die
Bauweise dieser Wohnungen, über die Mieten
sowie über die Höhe des Reichsdarlehns und
die besonderen Vergünstigungen bei der Unter
bringung kinderreicher Familien veröffentlicht
worden. Da der Bedarf an solcher Volkswoh
nungen sehr groß ist, hat der Reichs- und
preuß. Arbeitsminister jetzt nochmals 7 Mill.
Mark bereitgestellt.
Prof. Harrer legt die Leitung der Deutschen
Glaubensbewegung nieder
Nachdem kürzlich der zweite Vorsitzende der
Deutschen Glaubensbewegung, Graf E. Ne-
ventlow, seinen Austritt aus dieser Gemein
schaft vollzogen hat, legt nunmehr der erste
Vorsitzende, Führer und Begründer der Deut
schen Glaubensbewegung, Prof. W. Hauer,
mit nachfolgender Erklärung die Leitung nie
der:
Ich habe mich gezwungen gesehen, die Lei
tung der Deutschen Glaubensbewegung nie
derzulegen. Mein Werk und mein Leben ge
hört nach wie vor dem Kampf um die religiöse
Erneuerung unseres Volkes aus deutschem
Glauben. Heil Hitler! I. W. Hauer.
Graf E. R e v e n l o w gibt hierzu in der
morgen erscheinenden Nummer des „Ncichs-
wart" (Folge 16) folgende Ergänzung:
Zu dieser Erklärung Herrn Professor Hau
ers ist noch das folgende zu bemerken, das
zum Ausdruck zu bringen Herr Professor
Hauer mich bittet: Herr Professor Hauer
meint, daß die Tatsache, daß diese seine Erklä
rung später in die Oeffentlichkeit komme als
meine Ausführungen in der vorigen Nummer
des „Reichswart", hier und da so aufgefaßt
werden könnte, als ob die in meinem Aufsatz
der letzten Nummer dargelegten Auffassungen
und Anschauungen gegen Professor Hauer ge
richtet seien. Ich erkläre gern, daß dies nicht
der Fall ist, schon deshalb nicht, weil die natio
nalsozialistischen Gründe und religiösen Mo
tive, welche mich zum Ausscheiden aus der
Deutschen Glaubensbewegung bestimmt haben,
nicht im Verhalten und in grundsätzlicher
Stellung Herrn Professor Hauers zu suchen
sind. Diese nämlich wurden auch von Herrn
Professor Hauer vergeblich bekämpft. Zu mei
nem letzten Aufsatz im „Reichswart" schreibt
der Professor mir u. a>:
„Sie wissen nach unseren Unterhaltungen,
daß ich in dem Grundsätzlichen durchaus mit
Ihnen übereinstimme. Ueber gewisse Unter
schiede zwischen unseren religiösen Anschau
ungen sind wir uns stets klar gewesen. Schließ
lich sei bemerkt: Sollten in der Folge noch
Versuche gemacht werden, die Sachverhalte zu
verdunkeln, so bin ich gern bereit, deutlich da
zu Stellung zu nehmen, während ich sonst für
solche öffentlichen Auseinandersetzungen we-
nig Neigung habe. Ob diese öffentliche Erör
terung im Interesse der Deutschen Glaubens-
bewegung liegen würde, muß ich den jetzigen
Leitern überlassen."
Herr Professor Hauer hat vergeblich gegen
sie und gegen jene loeeegoüe gekämpft, die tu
der letzten Nummer des „Reichswarts" (näm
lich die herabsetzende Bekämpfung des Chri
stentums. Red.) gekennzeichnet wurde.
*
DNB. teilt mit: Auf einer Tagung der
Landesgemeinöeleiter der Deutschen Glau
bensbewegung in Berlin wurde der Rücktritt
des bisherigen Leiters der Deutschen Glau
bensbewegung, Prof. Dr. Wilhelm Hauer,
Tübingen, und der Austritt seines Stellver
treters Graf Ernst zu R e v e n l o w, Pots
dam, bekanntgegeben.
, *
Ergänzend hierzu erfahren wir, daß Prof.
Hauer voraussichtlich auch seinen Austritt aus
der Deutschen Glaubensbewegung vollziehen
wird.
Er übernimmt die Geschäfte des
spanischen Staatspräsidenten.
Nach dem von der Kammer erzwungenen
Rücktritt des spanischen Staatspräsidenten
Zamora hat der Landtagspräsident Martinez
Barrio interimistisch die Geschäfte des Staats
präsidenten übernommen.
sSelle-Eysler, K.)
Verantwortlicher Haupischrrftlelter uns Herausgeber: Fer
dinand Möiier.
Stellvertreter des Hruptschriftleiters: Herbert Puhlmann.
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört»
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregor!; für den wirt
schaftlichen Teil: Dr CI. Bielieldt: für den provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Anzelgenieiter: Karl Jacobsen, Rendsburg.
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D--A- Schleswig.Holftetnische Landeszeitung <Rendsburger
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung / Die Landpost
Hanerau-Hademarschen — Süderbraruper Tageblatt),
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