Don, Dr. Leopold von Hoesch, einem Herzschläge
erlegen. Das Deutsche Reich verliert in ihm
einen seiner befähigsten Diplomaten, der bei
allen großen außenpolitischen Entscheidungen
der Nachkriegszeit an hervorragender Stelle
als Botschafter in Paris und später in London
beteiligt war.
Botschafter von Hoesch trat im Jahre 1907 in
den auswärtigen Dienst ein und war an den
deutschen diplomatischen Vertretungen in Pe
king, Paris und London tätig. Bei Ausbruch
des Weltkrieges stellte er sich als Reserveoffi
zier seinem Regiment zur Verfügung. Von
1918 ab wurde er wieder für üendiplomatischen
Dienst angefordert und der Gesandtschaft in
Sofia, später der Botschaft in Konstantinopel
zugeteilt- Ende 1918 kam er als Legationsrat
nach Oslo und im Jahre 1920 nach Madrid.
Im Jahre 1921 wurde er als Botschaftsrat an
die Botschaft in Paris versetzt, wo er bis zum
Jahre 1932 blieb, von 1924 ab als deutscher
Botschafter. Seit September 1932 war Herr von
Hoesch Botschafter in London.
Die letzte Stunde.
Noch Donnerstag nachmittag war der deut
sche Botschafter gesund und munter auf dem
Flugplatz von Croydon, um sich vom Sonder
botschafter des Führers, Herrn von Ribben-
trop, zu verabschieden. Auf unsere Frage nach
seinen Osterplänen antwortete Herr v. Hoesch,
daß er es nicht für zweckmäßig halte, seinen
Posten jetzt auch nur für einige Tage zu ver
lassen, um das Fest in Deutschland zu ver
leben. Er werde aber die Feiertage in Süd-
england bei Freunden auf dem Lande ver
bringen. Die englischen Abendblätter brachten
noch gestern Aufnahmen v. Hoeschs, wie er sich
draußen in Croydon mit Ribbentrop zusam
men mit einigen deutschen Jungen unterhielt.
Heute morgen klingelte der Botschafter, der
bereits aufgestanden war und gefrühstückt
hatte, kurz vor 9.30 Uhr nach seinem Diener,
und als dieser ins Zimmer trat, flüsterte
Hoesch ihm zu, daß er soeben einen Herz
krampf gehabt habe, den er wohl nicht über
stehen werde. Wenige Augenblicke später hatte
der Leidende einen neuen Anfall. Als sein per
sönlicher Attache, Herr v. Fries, ans Bett trat,
lag der Botschafter bereits in den letzten Zü
gen. Dr. Rast vom deutschen Krankenhaus in
London, der gegen 10 Uhr eintraf, versuchte
noch einige ärztliche Hilfen, die aber das trau
rige Ereignis nicht mehr zu wenden vermoch
ten. Die nächsten Freunde des Toten wußten,
daß Herr v. Hoesch ein Herzleiden auf rheuma
tischer Grundlage hatte, das schon im vergan
genen Jahr einen Anfall verursacht hatte.
*
London und Vans
zum Tode Botschafter von Hoeschs
DNB. London, 11. April (Eig. Funkmeldg.)
Der Tod des deutschen Botschafters in London,
v. Hoesch, wird von sämtlichen Morgenblättern
in großer Aufmachung gemeldet. Die Blätter
enthalten ohne Ausnahme freundliche und in
herzlichen Worten gehaltene Nachrufe auf
ihren Hauptseiten und geben ihrer Sympathie
für den verstorbenen deutschen Botschafter
Ausdruck.
In ihrem Nachruf weisen die „Times" dar
auf hin, daß der Verstorbene viel für die För
derung engerer Beziehungen zwischen Deutsch
land, England und Frankreich getan habe.
Durch seine Aufrichtigkeit und seinen persön
lichen Charme habe sich Herr v. Hoesch viele
Freunde in England erworben.
„Daily Telegraph" schreibt, Herr v. Hoesch
sei ein Diplomat mit einem besonderen Pflicht
gefühl gewesen und habe nie versäumt, auf
den deutschen Friedenswillen hinzuweisen. Er
sei ein aufrichtiger Freund Englands gewesen
und habe für die deutsch-englische Freundschaft
gearbeitet.
Die „Morningpost" hebt hervor, daß Herr
v. Hoesch ein Diplomat von außerordentlichen
Fähigkeiten gewesen und als kluger und weit
sichtiger Beurteiler allgemein geschätzt worden
sei. In ähnlichem Sinne äußern sich auch die
übrigen Blätter.
Das plötzliche Ableben des deutschen Bot
schafters, der 8 Jahre lang das Deutsche Reich
in Paris vertreten hatte, findet in der fran
zösischen Presse Anteilnahme. Die Zeitungen
bringen übereinstimmend die Londoner Mel
dungen über den Tod des Botschafters, einen
lleberblick über seinen Lebenslauf und seine
diplomatische Laufbahn. Sie berichten über
den Eindruck, den der Verlust in Berlin ge
macht habe und erwähnen, daß Herr v. Hoesch
Zn London mit Erfolg für die deutsch-englische
Annäherung gearbeitet habe, so wie er in
Paris früher für die deutsch-französische Ver
ständigung gewirkt hatte.
* * *
Der Reichskriegsminister beglückwünscht
Ludendorff.
DNB. Berlin, 9. April. Der Reichskriegsmi
nister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht,
Generaloberst von Blomberg, hat General
Ludcndorff folgendes Telegramm gesandt:
„Euer Exzellenz übermittle ich zum Geburts
tag meine aufrichtigsten Glückwünsche. Mit mir
gedenkt die deutsche Wehrmacht am heutigen
Tage in Treue und Dankbarkeit des vorbild
lichen Soldaten und des großen Feldherrn im
Weltkriege."
Reichsminister Dr. Frank hat an Mussolini
ein Danktelegramm gesandt.
Weiterverhandlung mit Deutschland
DNB. Genf, 10. April. Die Nestlocarno
mächte haben, wie verlautet, entsprechend der
englischen Anffasiung beschlosien, daß die
Schlichtungsverhandlungen fortgesetzt werden
sollen. Der englische Außenminister wurde be
auftragt, wiederum mit der deutschen Regie
rung in Verbindung zu treten, nm die Klar
stellung einiger Punkte des deutschen Planes
herbeizuführen. Eine neue Zusammenkunft
der Locarnomächte wurde für Mitte Mai an
läßlich der ordentlichen Tagung des Bölkcr-
bundsrates vorgesehen.
Eine für Freitag abend anberaumte Sitzung
diente lediglich der Ausarbeitung einer ge
meinsamen Mitteilung über die heutigen Be
schlüsse.
Ueber die Besprechungen der Locarnomächte
wurde am Freitagabend nach 11 Uhr folgende
gemeinsame amtliche Verlautbarung ausge
geben:
Die Vertreter Belgiens, Frankreichs, Eng
lands und Italiens sind am 10. April 1936 in
Genf zu einem Meinungsaustausch zusammen
getreten. Sie nahmen Kenntnis von der Ab
sicht, die die deutsche Regierung in Punkt 3, 4,
5, 6 und 7 ihres Memorandums vom 81. März
1936 zum Ausdruck gebracht hat.
Sie stellten fest, daß die deutsche Regierung
des für die Verhandlungen über neue Ver
träge unerläßlichen Vertrauens keinen Bei
trag geliefert hat, der sofortige allgemeine Ver
handlungen und die Anwendung von Artikel 7
der sogenannten Londoner Vorschläge vom 19.
März ermöglicht hätte.
Sie sind jedoch der Auffassung, daß es er
wünscht ist, alle Schlichtungsgelegenheiten völ
lig auszuschöpfen,' zu diesem Zweck ist die Auf
klärung einer Anzahl von Punkten des deut
schen Memorandums in erster Linie notwen
dig, insbesondere derjenigen, die im französi
schen Memorandum erwähnt sind. Die Ver
treter Englands werden zu diesem Zweck mit
der deutschen Regierung in Fühlung treten.
Insbesondere werden sie sich erkundigen, wel
che Bedeutung die deutsche Regierung den von
ihr vorgeschlagenen zweiseitigen Verträgen
gibt und wie diese Verträge sich im Rahmen
der kollektiven Sicherheit oder des gegenseiti
gen Beistandes, wie er in der Völkerbunds
satzung vorgesehen ist, einfügen würden.
Die Vertreter Frankreichs machten alle Vor
behalte für den Fall des Eintritts irgend wel
cher materieller Veränderungen in der Lage
der Rheinzone während der in Frage stehen
den Erörterungen. Für den Fall irgend wel
cher derartigen Veränderungen beschlossen die
Vertreter der vier Regierungen, sich sofort zu
versammeln. Sie nahmen Kenntnis von der
Tatsache, daß die Fühlungnahme zwischen den
Generalstäben, wie sie im Abschnitt 3 der Lon
doner Vorschläge vorgesehen ist, am 18. April
beginnen soll. Sie beschlossen, dem Völkerbund
den französischen Friedensplan für eine ein
gehende Prüfung vorzulegen. Die Zustimmung
der deutschen Regierung soll eingeholt werden
für eine gleiche Vorlegung des deutschen Me
morandums an den Völkerbundsrat, vorbe
haltlich der Bemerkungen in Absatz 3 oben. Sie
werden auf jeden Fall wieder in Genf während
der nächsten Tagung des Völkerbundsrates zu
sammentreten. Der Vertreter Italiens hat
seine Stellungnahme namens seiner Regierung
vorbehalten.
*
DNB. London, 12. April. (Eig. Funkmeldg.)
Die Ergebnisse der Genfer Besprechungen wer
den in der gesamten englischen Presse in
großer Aufmachung und ohne Ausnahme mit
Befriedigung verzeichnet. Besonders gilt dies
für das Ergebnis der Beratungen der Locar
nomächte, bei denen allgemein hervorgehoben
wird, daß es Englands Vertretern gelungen
DNB. Addis Abeba, 9. April. Die Haupt
stadt ist seit Tagen weiterhin ohne genaue
Meldungen über die Lage an der Nordfront.
Dies hängt wahrscheinlich mit dem ständigen
Wechsel des Hauptquartiers zusammen. Daß
die Heere des Ras Kassa und Ras Seyoum
sowie die vom Kaiser befehligte Heeresgruppe
unter ständigen schweren Kämpfen neue Ver-
teidigungsstctten beziehen, wird nicht bestrit
ten. Diese Stellungswechsel erfolgen unter
dem ungeheuren Druck der modernen italieni
schen Kampfmittel, und zwar wie es in der
abessinischen Darstellung weiter heißt, insbe
sondere durch die Vergasung fast der gesamten
Nordfront, dem die abessinischen Truppen
mangels an Gasschutzmitteln nur durch Aus
weichen begegnen konnten. Die Einnahme von
Godar durch die Italiener ist hier noch nicht
bestätigt worden. Die Verluste der abessinischen
Truppen an der Nordfront sollen nach abessi
nischen Meldungen infolge der Verwendung
von Gasbomben und durch Gasablassen bedeu
tend höher sein als die Verluste bei offenen
Gefechtshandlungen. Die Beschießung eines
italienischen Verbandsplatzes durch abessinische
Artillerie wird von hiesiger Seite in das
Fabelreich verwiesen, da keine weitreichende
Artillerie vorhanden fei.
sei, ein weiteres Aussöhnungsvcrfahren durch
zusetzen, im Gegensatz zu andersgearteten
französischen Vorschlägen. Allgemein begrüßt
wird ferner, daß die Verhandlungen voraus
sichtlich erst Mitte Mai wieder aufgenommen
werden sollen.
Der „Daily Telegraph" wendet sich in sei
nem Leitaufsatz noch einmal scharf gegen die
französische Note. Die britische Negierung, so
schreibt das Blatt, habe durch ihre Zustim
mung zu den Generalstabsbesprcchungen Bel
gien und Frankreich Zusicherungen gegeben,
daß jede von England eingegangene Verpflich
tung eingehalten werde. England habe aber
damit weder das Recht aufgegeben, selbst zu
beurteilen, was für eine Politik verfolgt wer
den solle, noch seine Ueberzeugung, daß der
Frieden in Europa besser gesichert sein würde,
wenn man Deutschland in den Kreis der Na
tionen zurückbringe. Man müsse auf dieser
Absicht umso mehr bestehen, als in der fran
zösischen Presse eine merkwürdige Sprache ge
führt werde. Frankreich verlange für die Er
füllung seiner Völkerbundsverpflichtungen
von Großbritannien, daß es jeder Aktion ge
gen Deutschland zuzustimmen habe.
Der Genfer Berichterstatter der „Times"
weist darauf hin, daß jeder Gedanke an eine
gemeinsame Demarche in Berlin aufgegeben
worden sei. Die französische Abordnung habe
Sanktionen verlangt, ohne hierfür aber Unter
stützung zu finden. Während der gesamten Be
sprechungen hätten sich die belgischen Vertre
ter an der Seite Großbritanniens befunden.
Der Beschluß, die Verhandlungen fortzusetzen,
werde als Sieg der englischen Auffassung be
trachtet.
*
Paris zu den Genfer Besprechungen.
DNB. Paris, 11. April. (Eig. Funkmeldg.)
Da die Sitzung der Vertreter der Rcstlocarno-
mächte in Genf am Freitag ziemlich spät
abends zu Ende ging, sind nur die großen Pa
riser Morgenblätter in der Lage, einige Mit
teilungen über den Ausgang dieser Beratun
gen zu bringen. Der Genfer Sonderbericht
erstatter des „Petit Parisien,, erklärt, die fran
zösischen Unterhändler hätten gewünscht, daß
bereits jetzt das „völlige Versagen" (!)
Deutschlands festgestellt worden wäre und man
infolgedessen zu einer ständigen militärischen
Verständigung der restlichen Locarnomächte
schreiten müsse. Die drei anderen Locarno
mächte hätten sich dagegen begnügt, die von
Flandin an Genf gerichteten Forderungen zur
Kenntnis zu nehmen. Wenn es den französi
schen Vertretern auch nicht gelungen sei, dem
französischen Standpunkt ganz Geltung zu
verschaffen, was schwierig gewesen wäre, so
hätten sie ihn doch mutig und entschieden ver
teidigt. Bei den Verhandlungen habe niemand
völlig gewinnen oder völlig verlieren können.
Der Genfer Berichterstatter des „Petit
Journal" schreibt, Frankreich habe in Genf
gehofft, die Feststellung zu erreichen, daß die
in London begonnene Ausgleichsbemühung
infolge der deutschen Haltung nicht zum Ziele
führen könne. Demgegenüber habe sich aber die
britische Auffassung durchgesetzt. Die Verhand
lungen würden unter englischer Leitung fort
gesetzt. In britischen Kreisen lasse man sogar
durchblicken, daß das Foreign Office für die
Zusammenkunft der Restlocarnomächte im
Mai die Anwesenheit eines deutschen Beobach
ters zu erreichen sich bemühen werde.
Der Genfer Sonderberichterstatter der
„JournL industrielle" berichtet, der französische
Sieg sei nicht gerade hervorragend, aber man
müsse sich mit dem mageren Ergebnis zufrie
den geben, denn die Angelegenheit hätte für
Frankreich noch schlechter ausgehen können.
Die französischen Vertreter hätten viel guten
Willen beweisen müssen, um noch größere
DNB. Asmara, 11. April. (Eig. Funkmeldg.)
(Funkspruch des Kriegsberichterstatters des
DNB.) Amtlich wird am Freitagabend die Be
setzung der Gegend von Kobbo, etwa 40 Klm.
südlich von Quoram, bestätigt. Die Flieger-
tätigkeit in der Gegend von Dessie ist wieder
sehr lebhaft. Feindliche Ansammlungen sind
nicht zu verzeichnen.
Asbo-Galla-Leute berichten interessante Ein
zelheiten über die Flucht des Negus nach der
Achangi-Schlacht. Danach soll sich der Negus
am 3. April noch im Kampfgebiet nördlich von
Quoram befunden haben. Nach Quoram selbst
soll er in der Nacht zum 4. April gekommen
sein, um 2 Stunden später auf einem Maul
tier in Begleitung von einigen Hundert Mann
seiner Garde südwärts wciterzureisen. Am
3. April sei er in der Frühe in Maraua süd
lich von Quoram gewesen. Am Morgen des
6. April hätten Asbo-Galla-Leute seine Spur
entdeckt, ihn des Nachts aber nicht mehr ge
funden. Der Negus soll sich den Bart haben
abnehmen lassen, um sich gegenüber der feind
lichen Bevölkerung unkenntlich zu machen.
Die Nachricht von der Vernichtung der Gar
de des Negus hat sich schnell verbreitet und
einen verheerenden Eindruck auf die Bevölke
rung hinterlassen,
Meinungsverschiedenheiten mit der britischen
Regierung zu vermeiden und trotz allem die
Fühlung aufrecht zu erhalten.
^ i *
Zer frühere mexiķàschZ Sisals-
Präsiden! ausgewiesen.
DNB. Mexiko, 10. April. Extrablätter
melden, daß der fühere mexikanisch« Staats
präsident Calles mit mehreren seiner Anhän
ger verhaftet und nach den Vereinigten Staa
ten abgeschoben worden sei.
Gegen Calles und seine Anhänger sind in
Zusammenhang mit der Untersuchung über
die Hintergründe des Eisenbahn-Attentats
von linksradikaler Seite scharfe Angriffe ge
richtet worden. Ueber das Ergebnis der Un
tersuchungen ist bisher Stillschweigen bewahrt
worden.
Unter Bedeckung von sieben mexikanischen
Offizieren traf der ehemalige mexikanische
Staatspräsident Calles mit drei seiner frühe
ren Kabinettsmitglieder, Morones, Leon und
Ortega, die am Freitag auf ihren Besitzungen
verhaftet worden waren, im Flugzeug in
Brownsville (Texas) ein.
Wie in Ergänzung zur Ausweisung Calles
und seiner Anhänger mitgeteilt wird, erfolgte
die Verhaftung unter größtem Stillschweigen.
Mehrere Armeeoffiziere und Polizeibeamte
umstellten kurz vor Mitternacht die Häuser
der betreffenden Politiker. Nach der Verhaf
tung wurden sie zum Flugplatz geschafft, von
wo aus sie mit einem Flugzeug nach Browns
ville befördert wurden.
Auf die Frage Calles, warum er verhaftet
werde, antwortete Navaro, die Bedingungen
des Landes erforderten dies. Die Verhaftung
hängt mit Gerüchten über die angebliche um-
stürzlerische Tätigkeit Calles und seiner
Anhänger zusammen.
Calles über seine Ausweisung.
Calles gab, nachdem sich die mexikanischen
Begleitoffiziere zurückgezogen hatten, eine Er
klärung ab, in der er auf die Hintergründe
seiner Ausweisung einging. Er erklärte u. a.,
der wahre Grund seiner Verbannung sei der
anarchische Zustand, in dem sich Mexiko be
finde. Die Regierung versuche, den Kommu
nismus einzuführen. Sie sei bestrebt, den Er
zeugungsapparat zu sozialisieren und in der
Landwirtschaft ein Kollektivsystem einzurich
ten, wie es in Sowjetrußland bestehe. Das
mexikanische Volk, so schloß Calles, lehne je
doch den Kommunismus ab und betrachte ihn
als ein System, das für Mexiko völlig unge
eignet sei.
» » Ş
Die 5ühs!üg§Me
m hu englischen Marine.
DNB. London, 11. April. (Eig. Funkmeldg.)
Der Geheimdienst in Plymouth ist damit be
auftragt worden, einen Sabotagefall zu unter
suchen, der sich aus dem Uboot L 54 zutrug.
Das Unterseeboot befand sich zur Reparatur
im Dock in Devonport, und bei der Prüfung
der Schiffsmotoren wurde entdeckt, daß ein
Mutterschlüssel sich in den Maschinen befand,
so daß es nicht möglich war, den Motor zu
starten.
Bei 6 Fällen von Maschinenschäden, die in
der vergangenen Zeit bei der englischen
Kriegsmarine festgestellt wurden, handelt es
sich nach offizieller Verlautbarung mindestens
in 4 Fällen um Sabotage, die sich ereigneten,
als die Schiffe im Dock lagen. 2 Fälle beziehen
sich auf den Schlachtkreuzer Repulse und das
Unterseeboot H. 28. Achnliche Vorkommnisse
wurden von dem Unterseeboot Oberon, dem
Schlachtschiff Royal Oak, dem Kreuzer Cum
berland und dem Zerstörer Velox in Chatham
gemeldet.
Obwohl in den letzten Wochen eine ganze
Reihe von ähnlichen Sabotageakten bekannt
geworden ist, wurden bisher, wie auf Anfra
gen im Parlament der Finanzsekretär der Ad
miralität mitteilte, keine Verhaftungen vor
genommen. Auch wurde niemand disziplina
risch bestraft.
Italien hat zu Beginn der Locarnobespre
chungen in einer Erklärung die Restlocarno
mächte vor die Frage gestellt, ob die Anwesen
heit Italiens und seine Mitarbeit am europäi
schen Wiederaufbau erwünscht sei. Andern
falls werde es sein Verhalten entsprechend
einstellen.
Wien. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat
als Führer der ostmärkischen Sturmscharen
deren Entmilitarisierung bekanntgegeben. Sie
bleiben als katholische Kulturorganisation be
stehen.
Tleda-Jicäutectce Th. 1
ist eine auserlesene Zusammenstellung von
wassertreibenden Kräutern und Wurzeln
zur Reinigung und Gesunderhaltung von
Mieren und Blase.
Tleda-JCtäutectee 7h. 2
ist besonders geeignet zur Verhütung von
Darmträgheit; zur Förderung der Ver
dauung und der Funktion des Darmes.
Beutel RM. -.50; Karton RM. 1.50.
Erhältlich to Apotheken, Drogofioiy
Vom àķfiuischen Kriegsschauplatz