Ab
1
Iļîïilî Der neue
Zur Durchführungsverordnung
Das Gesetz Wer den Güterfernverkehr mit Kraft
fahrzeugen vom 26. Juni 1935, die Lösung des
Eisenbahn-Kraftwagenproblems, ist vom RcichS-
verkehrsminister durch den Erlaß einer Durchfüh
rungsverordnung und durch die Genehmigung des
von dem Reichs-Kraftwagen-Betriebsverband ge
meinsam mit der Reichsbahn vorgelegten Reichs-
kraftmagentarifs in wichtigen Teilen ergänzt. Das
gesamte Gesetzgebungswerk tritt am 1. April d. I.
in Kraft.
Wir stehen vor einem verkehrspolitisch bedeuten
den Ergebnis: Eisenbahn und Kraftwagen haben
sich auf ein gemeinsames Tarifschema geeinigt. Auf
gabe des Reichskraftwagen-Betriebsverbandes wird
es sein, den Kraftwagen im Güterfernverkehr zu
entwickeln und stärker einzusetzen. Die Bindung
des Kraftwagens an die sozialistischen Gedanken der
Eisenbahn ist nicht geschaffen, um den Kraftwagen in
seiner Entwicklung zurückzuhalten oder gar abzutö
ten. Das Gesetz über den Güterfernverkehr hat im
Gegenteil die Absicht, die Motorisierung der Land
straße zu fördern: es will aber verhindern, daß
ein privatwirtschaftlich geleiteter Güterfernverkehr
mit Kraftfahrzeugen das sozialistische Gefüge der
Deutschen Reichsbahn erschüttert.
Die praktische Arbeit wird zeigen, ob das als
„deutsche Lösung" bezeichnete Gcsetzgebungswerk
wirklich zu dem erstrebten Ziele führt. Man hat
die neue Regelung dahin gekennzeichnet, daß sie den
Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen aus der pri
vatwirtschaftlichen Sphäre herausgenommen habe.
Trotzdem bleibt die Richtigkeit der Feststellung des
Präsidenten des RKB., Dr. Scholz, bestehen: „Dem
öffentlichen Charakter, den bei unS die Eisenbahn
ihrem Aufbau und ihrer Führung nach als Staats
bahnen aufweisen, wird im Güterfernverkehr mit
Kraftfahrzeugen ein privatwirtschaftliches Gebilde
gegenübergestellt. Durch die Form der Organisa
tion des RKB. ist diejenige Stufe staatlicher Rege
lung geschaffen ivorden, welche aus dem rein privat-
wirtschaftlichen Charakter des Einzelunternehmers
den eines unter staatlicher Lenkung arbeitenden Un
ternehmers mit individueller Einsatzmöglichkeit
macht."
Aus der Durchsührungsverordnung sind erwäh
nenswert: Die Abgrenzung der genehmigungs-
freien Nahzone und des Werkverkehrs, die Ver
pflichtung aller Unternehmer von Güterfern- und
Nahverkehr, ihre Kraftfahrzeuge für einen bestimm
ten Standort anzumelden und äußerlich zu kenn-
zeichen, die rechtliche Trennung des Güterfernver
kehrs von dem sonstigen Gewerbebetrieb des Un
ternehmers. die Ermächtigung für die Genehmi
gungsbehörden, außer Genehmigungen für das
ganze Reich auch solche für bestimmte Verkehrs
beziehungen und Güterarten zu erteilen und die
erleichternden Uebergangsbestimmungen für Alt-
unternehmer, die auf Grund des bisherigen Rechts
vor dem 1. Juli 1988 eine Genehmigung erhalten
ĶsichsêrKstWKgentarif
des Güterfernverkehrsgesetzes.
haben. Um die Tarifgebundenheit auch der Spe
diteure zu sichern, kann der Leiter der Reichsver-
kchrsgruppe Spedition und Lagerei ermächtigt wer
den, die Knndensätze der Spediteure im Sammel
ladungsverkehr verbindlich zu bestimmen. Von die
ser Ermächtigung ist für die Zeit vom 1. April bis
30. Juni Gebrauch gemacht worden.
Der Reichskraftmagentaris umfaßt die Klassen
A—D des Regeltarifs der Reichsbahn und sieht dar
über hinaus vor, daß nach entsprechenden, im Ein
vernehmen mit der Reichsbahn getroffenen Anord
nungen des Retchs-Kraftwagen-Betriebsverbandes
auch Güter, die unter die niedrigeren Klassen des
Regeltarifs oder unter Ausnahmetarife der Reichs
bahn fallen, im Güterfernverkehr zu den bei der
Reichsbahn geltenden Frachtsätzen befördert werden
können. Diese Regelung ist im Hinblick auf das
Problem einer genügenden Auslastung der Fahr
zeuge von erheblicher Bedeutung. Die im Haus-
Verkehr von Wagenladungen vorgesehenen Zu
schläge fließen dem Reichs-Kraftwagcn-Vetriebs-
verband zur Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Auf
gaben zu. Der Reichskraftwagentarif enthält ferner
einen Ausnahmetarif für Sammelgut, der mit ent
sprechenden Anwendungsbedingungen auch für den
Sammelgutverkehr der Schiene gilt. Dieser Aus
nahmetarif bezweckt im Interesse der verladenden
Wirtschaft die Aufrechterhaltung eines leistungs
fähigen und vielseitigen Sammelgutverkehrs. Es
ist in diesem Zusammenhang vielleicht von Inter
esse, darauf hinzuweisen, daß der Leiter der Ver
kehrs- und Tarifabtcilung der Reichsbahn, Direk
tor Treibe, sich kürzlich zu der Aufgabe des Spe
diteurs äußerte und sagte: „Ein besonderes Maß
von Verantwortung fällt den Kraftwagenspediteuren
zu, die berufen sein sollen, die Abfertigungsstelle
des RKB. zu sein. Ihnen liegt die richtige Tari
fizierung und Frachtberechnung ob. Von ihrer Loy
alität hängt das Gelingen der neuen Regelung in
allerhöchstem Maße ab."
Den Abschluß des Reichskraftwagentarifs bildet
die „Kraftverkehrsordnung" iKVO.j. Sie enthält
das Frachtrecht des Güterfernverkehrs, das in An
lehnung an das Eisenbahnfrachtrecht unter Berück
sichtigung der Eigenart des Kraftfahrzeugverkehrs
gestaltet ist.
Die Preise am Wesw.-holstein. RMdholzmarkt
ie „Verordnung vom 23. 1. 1936 zur Regelung
läge und sonstige besondere Umstände durch Zu
schlüge zu berücksichtigen sind. Nichtstaatliche Forst
verwaltungen haben bei Einreichung von Anträgen
zu versichern, daß die vorgeschlagenen, von der Ver
ordnung abweichenden Preise sich im Rahmen der
bisher erzielten Erlöse sauf der Grundlage der vor
jährigen Durchschnittspreise) halten,
des Rundholzmarktes, des Absatzes, der Preise und
Preisspannen für Rundholz während des Forst-
wirtschaftsjahres 1936-86 jbis 30 September 1936)"
kann in begründeten Ausnahmefällen bezüglich der
festgesetzten Niedrigst- und Höchstpreise für Buchen-
und Fichtenrundhölzer insofern auf Antrag eine
Abänderung erfahren, als diese Preise durch den
Preuß. Landforstmeister, Regierungsforstamt Schles
wig, erhöht werden können. Die für den Rcg.-
Bez. Schleswig festgesetzten Preise lje Homaklasse)
sind folgende (N — niedrigste, M = gewogener
Durchschnittspreis. H --- Höchstpreis):
1. Fichte:
2a N 12,70 M 13,80 H 14,90
2b N 14,— M 15,30 H 16,10
3a N 15,10 M 16,90 H 18,20
3b N 17,10 M 18,40 H 21,20
4a N 18,50 M 20,60 H 22,70
2. Buche:
2 N 9,— M 11,80 H 11,80
3 N 10,70 M 13,40 H 16,10
4 N 12,60 M 15,70 H 18,80
^Der Preuß. Landsorstmcister, Regierungsforstamt
Schleswig, ivird auf Antrag die Genehmigung zur
Abweichung von den in der Verordnung vom 23.1.
Der Mte GEsr MKhezahL
Roman von Anton Schwab
Copyright by: Rvmanverl. Greiser. Karlsruhe.
36) Nachdruck verboten.
Plötzlich hatte sie das Gefühl, daß sie nicht
mehr allein sei. Ihr Kopf flog herum, und
jetzt erkannte fie, daß am Zaun ein Mann
stand.
Es war Frank von Prinxheim.
„Guten Tag, Fräulein Jorinde!" grüßte
Frank und seine Augen flackerten unruhiger
als sonst. „Darf man ein wenig zu Ihnen
herüberkommen?"
Ohne die Antwort abzuwarten, hatte er sich
über den niedrigen Zaun geschwungen und
stand vor ihr.
„Ich bitte um Verzeihung, daß ich Sic so
formlos überfalle" sagte Frank gepreßt, „aber
ich mußte Sie einmal sprechen!"
Jorinde sah ihn an. „Ja, was haben Sie
mir zu sagen, Herr von Prinxheim?"
„Ich habe gehört, daß Sie... daß Sie mit
Ihrem Onkel zusammen jetzt Kollmenbergen
verlassen wollen, Jorinde! Und ich wollte nicht,
daß Sie fortgehen, che ich Ihnen gesagt habe
... daß... daß ich Sie liebe... daß ich nichts
mehr ersehne, als Sie heimzuführen."
Jorinde fand vor Ueberraschung zunächst
kein Wort der Entgegnung. Aber dann raffte
sie sich schnell auf und sagte einfach: „Ich danke
Ihnen für Ihren Antrag, Herr von Prinx
heim, und ich will gleich offen sprechen, wie
Sie. Ich kann Ihre Frau nicht werden, denn
... ich liebe sie nicht!"
„Sie würden mich lieben lernen, Jorinde!"
stieß Frank heftig hervor. „Ich würde alles
tun, um Ihnen das Leben so lebenswert als
möglich zu machen. Oder... oder lieben Sie
diesen obskuren Doktor?"
Haß flammte jetzt in seinen Augen auf, daß
sie unwillkürlich zurückwich.
„Zu dieser Frage haben Sie kein Recht!" ent-
gegnete das Mädchen stolz. „Das ist nur meine
Angelegenheit!"
„Den Doktor", höhnte Frank, „den bettel
armen Teufel, den Doktor Rübezahl... den
wollen Sie mir vorziehen!"
„Schweigen Sie!" herrschte ihn Jorinde an,
und ihre Hände ballten sich vor Zorn zu -klei
nen Fäusten.
*
Ein Schrei klang aus dem Garten, und Kate,
die eben die beiden Madel badete, hörte ihn.
Aber auch die drei Männer im Studierzim
mer hörten den Schrei, und Doktor Feldham
mer stürzte aus dem Hause.
Das Blut kochte in ihm, als er jetzt erkannte,
was sich im Garten abspielte.
Jorinde wehrte sich mit allen Kräften gegen
einen Mann, der auf sie eindrang.
Mit ein paar Sätzen war Helmer bei dem
ringenden Paare und erkannte Frank. Wie
mächtige Greifer packten seine Hände zu, mit
einem gewaltigen Ruck faßte er den Elenden.
Und dann flog er mit gewaltigem Schwünge
über den Zaun in die Sträucher des Nachbar
gartens.
Mühsam richtete sich Frank auf und drohte
mit beiden Fäusten.
„Sie sollen mich kennen lernen, Doktor
Rübezahl!" schrie er außer sich vor Wut. Der
letzte Nest der Kulturtünche war von ihm ab
gefallen.
„Danke, es hat mir genügt!"
Schwer atmend stand der Arzt da, und seine
Angen verfolgten Frank, bis er verschwunden
war. Dann wandte er sich an Jorinde, die
bleich auf der Bank saß.
„Dieser... Schuft!" stieß Helmer hervor.
„Hat er Ihnen wehgetan?"
„Es... ist... schon wieder gut, Herr... Dok
tor! Sie haben schnell zugepackt!"
Jetzt mußte der Arzt lachen und sagte grim
mig: „Ist doch gut, wenn man Kräfte hat,
Jorinde! Nicht wahr?"
„Oh, ja! Sie sind ja so stark, Herr Doktor!"
„Es langt aus! Und nun Schluß, jetzt strei
chen Sie diesen Frank von Prinxheim aus
ihren Erinnerungen Das müssen Sie restlos
tun, denn... er ist ein Mörder! Der Mörder
Gregors und der Mann, der mich zur Hölle
schicken wollte! Aber, haben Sie keine Sor
gen! Jetzt wird abgerechnet!"
Jorinde begriff es nicht gleich.
„Frank... ist der Mörder? Ist denn das
möglich? Arme Ossi!"
„Um die Ossi machen Sie sich keine Gedanken,
Jorinde, die... liebt ihn nicht und die ist un
terrichtet! Ossi ist mit im Spiel, wenn cs gilt,
dem Mörder die Maske vom Gesicht zu reißen."
*
Als sie ins Haus zurückkamen, stießen sie
auf den ganz aufgeregten Onkel Klaas.
„Was war denn los? Hast du geschrien?"
fragte er aufgeregt seine Nichte.
1086 festgesetzten Preisen und Preisspannen für die
gesamte noch zu verwertende Nundholzmenge aus
dem lfd. Wirtschaftsjahr erteilen. Etwaige Anträge
sind eingehend zu begründen. Dabei ist die Höhe der
vorgesehenen Abweichung und die ungefähre Menge
der Restbestänöe an Runöhvlz der von der Preis-
verordnung erfaßten Sortimente anzugeben. Als
Preisgrundlage gelten die Durchschnittspreise des
Vorjahres mit der Maßgabe, daß Holzgüte, Abfuhr-
Lehrgänge „Dienst am Pferde"
durch Wanderlehrer Wesemann, Kiel, im 2. Viertel
jahr 1986: 5.—7. 5. auf Noröstrand, 11.—13. 5. in
Grnmby, 26.-28. 5. in Tellingstedt. 9,—11. 6. in
Ha de Marschen. 23.-25. 6. auf Pellworm. Nähere
Auskunft gibt der zuständige Bezirksbauernführer.
Die Teilnehmergebühr beträgt ab 1. 4. 1986 MM 1,—
je Lehrgang, bei geschlossener Teilnahme der Klasse
einer Bäuerlichen Werkschule MM 0,50 pro Per
son. Anträge auf Abhaltung von Lehrgängen nach
dem 1. 7. 1986 sind durch den zuständlgen KreiS-
bauernführer einzureichen.
Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten
stellt sich für den März 1936 auf 124,2 <1913-14 =
100, Vormonat - 124,3). Die Nichtzahl für Ernäh
rung hat sich um 0,1 vH. auf 122,2 ermäßigt. Ein
Rückgang der Preise für Eier ist durch eine Erhö
hung der Preise für Gemüse zum Teil ausgeglichen
worden. Die Richtzahlen für die übrigen Bedarfs
gruppen waren nahezu oder ganz unverändert: sie
betrugen: für Bekleidung 118,7 lplus 0.1 vH.), Woh
nung 121,8 iunverändert), Heizung und Beleuchtung
127,1 iunverändert) und für „Verschiedenes" 141,3
iunverändert).
... überfiel mich!
Dieser... Frank...!"
Onkel Klaas war außer sich, und am liebsten
tväre er jetzt dem Manne nachgelaufen, um
seine mächtigen Fäuste zu gebrauchen.
„Sei doch still, Onkel", bat Jorinde. „Doktor
Feldhammer hat's ihm gegeben. Er hat ihn
gepackt und glatt über den Zaun geworfen."
Da strahlte das dicke Gesicht des Holländers
auf.
„Doktor, das haben Sie getan?"
„Ja, er flog in die Stachelbeerbüsche! Er
wird Jorinde in Ruhe lassen!"
„Kinder, Kinder, wenn mich nichts freut,
aber das kann mich zum Ucbcrschnappen brin
gen! Ueber den Zaun... in die Stachelbcer-
büsche! Er hat Kraft, der Doktor!"
„Ja", stimmte Jorinde ein, und ein zärtlicher
Blick traf Helmer, „die Frau hat's gut, die der
Doktor einmal heimführt, die ist in sicherem
Schutze."
Worauf Dr. Feldhammer vor Verlegenheit
seinen Vvllbart strich.
*
Der kleine Toni kam ins Badezimmer und
die beiden Mädel, die Nacktfrösche in der
Wanne, kreischten auf und taten ganz scham
haft.
„Ruhe, Mädels", lachte Kate, „der Toni
schaut euch nichts ab! Also, was willst du
denn, mein Junge?"
„Onkel... Onkel Helmer...!", sagte der
Kleine ganz aufgeregt, „oh, der ist so stark...
der hat jetzt einen großen Mann in den ande
ren Garten geschmissen! Tante, das hättest du
aber sehen müssen!"
„Warum hat er denn das getan?" forschte
Kate gespannt.
„Weil er böse war zu Tante Jorinde! Ja, ich
hob's ganz deutlich gesehen. Er wollte der
Tante Jorinde einen Kuß geben... und die
Tante wollte nicht! Und das hat sie recht getan!
Das war ein ganz böser Mann! Und geflo
gen ist er! Aetsch, ihr habt das nicht gesehen!"
Und draußen war der Bengel.
*
Ernst von Prinxheim aß an diesem Abend
mit Tochter und Neffen zusammen. Das Mahl
wurde wie immer schweigend eingenommen.
Frank war heute, im Gegensatz zu sonst,
schweigsam und sagte kaum ein Wort.
Nach Beendigung des Mahles fragte Prinx
heim seinen Neffen: „Bist du mit der Siche
rung von Gregors Nachlaß zu Ende?"
„Noch nicht ganz. Ich muß noch den Schreib
tisch hier in seinem Zimmer in der Billa dnrch-
nehmen."
Festsetzung Von Zwîebelhôchstpreîsen
Die Anordnung betr. Regelung des Absatzes von
Speisezwiebeln und betr. Kleinverkaufspreis für
Speisezwiebeln zieht den Schlußstrich unter die Ver
sorgung aus der knappen Zwiebelernte des Jahres
1935. Die Kühlhausaktion, deren Verlauf man als
gut gelungen bezeichnen mutz, findet damit ebenfalls
ihren Abschluß. Die geringen Mengen noch lagern
der Frischzwiebeln fallen nicht mehr ins Gewicht.
Ihr Preis liegt unter Berücksichtigung der Lager
verluste in gleicher Höhe mit dem der Kühlhaus
ware. Eine besondere Bewertung der einzelnen
Größen ist nicht mehr vorgenommen worden. Der
Festpreis von 8,80 Reichsmark je 50 Kg. ist die ge
rechte Bezahlung des Kühlzwiebel-Wertes unter
Zuschlag der tatsächlichen Kühlhauskosten. Neu ist
die Bindung des Verbraucherpreises nach oben mit
0,14)4 MM je M Kg. Diese Höchstgrenze gilt sowohl
für Speisezwiebeln deutscher als auch ausländischer
Herkunft.
Rcichs-MastviehaussteKung Köln
Für die in Köln zur Ausstellung gelangenden
2000 Masttiere sind auS dem Reichs- und dem preu
ßischen Haushalt 12 500 MM für die Prämiierung
bewilligt. Die HB. der Bichwirtschaft bewilligte
8000 MM, Köln 5000 MM, der Reichsnährstand bzw.
die Landesbauernschaft Rheinland 5000 MM, meh
rere Fachvcrtretungen je 1000 MM,
Kötner Ausstellung wird beschickt. Auf der Lade
rampe des Bahnhofs Brcdftedt wurden durch R.
Thomsen-Bredstedt zehn Rinder, aus hiesiger Ge
gend stammend, sowie ein etwa drei Monate altes,
460 Pfund schweres Doppellcnder-Kalb mit dem
Bestimmungsort Köln verladen. Diese Tiere sol
len der Kölner Mastvieh-Ausstellung zugeführt
werden, (fa.)
Die Sondernsche Exportschlachterei hat in 1985
20 688 Schweine geschlachtet, 6,9 vH. weniger als 5
1934. Der Durchschnitt der Verminderung der
Schlachtungen für das ganze Land beträgt 11,8 vH.
Die Rechnung schließt mit 2,827 Mill. Kr. ab, weist
aber nur einen Ueberschuß von 5,651 Kr. auf, weil
notwendige Umbauten aus dem Lausenden be
stritten worden sind. Der Verkauf der Ware nach
England erbrachte 1,809 Mill. Kr. Die sog. Ab
fälle kaufte Deutschland.
Dänisches Schlachtvieh für Deutschland. Dem
Aalborgcr Exportmarkt ging die Mitteilung zu, daß
in der kommenden Woche für Deutschland 5000
Rinder angekauft werden sollen gegen 3300 in der
letzten Woche. Dagegen finden in der Stillen Woche
keine Aufkäufe statt.
IMàrW.
Wetteraussichten für Donnerstag, den 2. April 1988,
in Nordwestdcutschland.
Mäßige Winde aus südlichen Richtungen, molkig
bis bedeckt, zeitweise Niederschlüge, mild.
„Die Arbeit hast du nicht nötig, Frank",
entgegnete der alte Herr und sah seinen Nef
fen mit einem seltsamen Blick an. „Das habe
ich bereits getan. Und... ich bin da auf unan
genehme Dinge gestoßen!"
Frank wurde einen Schein blasser.
„Wie meinst du das, Onkel?"
„Ich habe dort Unterlagen gefunden, aus
denen hervorgeht, daß du im letzten Jahre...
über 60 000 Mark verspielt hast. Gregor hat
deine Wechsel eingelöst. Stimmt das?"
„Ja, aber...!"
„Stimmt das?"
Kalt sah ihn der Herr an und sagte dann
ruhig und leidenschaftlos, wie es seine Art
war: „Ich werde mir überlegen müssen, ob ich
dir die Hand meiner Tochter gebe. Vielleicht
bist du noch nicht der Richtige, der das große
Vermögen der Prinxheim richtig verwaltet."
„Aber Onkel, ich bitte dich! Ueber diese
Dummheiten bin ich hinaus! Ich habe seit
Monaten keine Karte mehr angerührt. Und ich
gebe dir mein Ehrenwort, daß ich fernerhin
keine Karte mehr anrühren werde!"
„Danke!" sagte Prinxheim ruhig und sah den
Neffen prüfend an. „Ich nehme deine Erklä
rung zur Kenntnis. Vor einem halben Jahre
wird die Verlobung nicht öffentlich bekannt
gegeben und eine Heirat kommt vor Ablauf
des Trauerjahres nicht in Frage. Du hast also
Zeit, mir zu beweisen, daß du es ernst meinst!"
„Ich werde es dir beweisen!" stieß Frank
hastig hervor. Dann wandte er sich an Ossi:
„Ach so... Ossi, bald hätte ich's vergessen, dir
die versprochene Bonbonniere zu geben. Wie
war die letzte?"
„Danke, recht gut!" entgegnete Ossi ruhig,
aber das Herz schlug ihr bis zum Halse heraus,
und es schlug noch schneller, als sic die neue
Bonbonniere, eine Pfundpackung, in den
Händen hielt.
„Die werde ich mir vor dem Schlafengehen
zu Gemüte führen", sagte sie leichthin, was ihr
nur schwer gelang. „Dann schlafe ich gut!"
„Sicher wirst du gut schlafen!" entgegnete
Frank ruhig und sah sie dabei an. Sie sah
mitten in seine Augen und erschauderte, denn
sie sah mitten in ein Meer von Grausamkeit.
Sie erhob sich, es war ihr kaum noch möglich,
ihre Fassung zu behalten.
„Ich will sie mir gleich mal ans Bett legen,
Frank! Nochmals vielen Dank! Verwöhn'
mich nicht zu sehr!"
(Fortsetzung folgt.)