Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Ab 
1 
Iļîïilî Der neue 
Zur Durchführungsverordnung 
Das Gesetz Wer den Güterfernverkehr mit Kraft 
fahrzeugen vom 26. Juni 1935, die Lösung des 
Eisenbahn-Kraftwagenproblems, ist vom RcichS- 
verkehrsminister durch den Erlaß einer Durchfüh 
rungsverordnung und durch die Genehmigung des 
von dem Reichs-Kraftwagen-Betriebsverband ge 
meinsam mit der Reichsbahn vorgelegten Reichs- 
kraftmagentarifs in wichtigen Teilen ergänzt. Das 
gesamte Gesetzgebungswerk tritt am 1. April d. I. 
in Kraft. 
Wir stehen vor einem verkehrspolitisch bedeuten 
den Ergebnis: Eisenbahn und Kraftwagen haben 
sich auf ein gemeinsames Tarifschema geeinigt. Auf 
gabe des Reichskraftwagen-Betriebsverbandes wird 
es sein, den Kraftwagen im Güterfernverkehr zu 
entwickeln und stärker einzusetzen. Die Bindung 
des Kraftwagens an die sozialistischen Gedanken der 
Eisenbahn ist nicht geschaffen, um den Kraftwagen in 
seiner Entwicklung zurückzuhalten oder gar abzutö 
ten. Das Gesetz über den Güterfernverkehr hat im 
Gegenteil die Absicht, die Motorisierung der Land 
straße zu fördern: es will aber verhindern, daß 
ein privatwirtschaftlich geleiteter Güterfernverkehr 
mit Kraftfahrzeugen das sozialistische Gefüge der 
Deutschen Reichsbahn erschüttert. 
Die praktische Arbeit wird zeigen, ob das als 
„deutsche Lösung" bezeichnete Gcsetzgebungswerk 
wirklich zu dem erstrebten Ziele führt. Man hat 
die neue Regelung dahin gekennzeichnet, daß sie den 
Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen aus der pri 
vatwirtschaftlichen Sphäre herausgenommen habe. 
Trotzdem bleibt die Richtigkeit der Feststellung des 
Präsidenten des RKB., Dr. Scholz, bestehen: „Dem 
öffentlichen Charakter, den bei unS die Eisenbahn 
ihrem Aufbau und ihrer Führung nach als Staats 
bahnen aufweisen, wird im Güterfernverkehr mit 
Kraftfahrzeugen ein privatwirtschaftliches Gebilde 
gegenübergestellt. Durch die Form der Organisa 
tion des RKB. ist diejenige Stufe staatlicher Rege 
lung geschaffen ivorden, welche aus dem rein privat- 
wirtschaftlichen Charakter des Einzelunternehmers 
den eines unter staatlicher Lenkung arbeitenden Un 
ternehmers mit individueller Einsatzmöglichkeit 
macht." 
Aus der Durchsührungsverordnung sind erwäh 
nenswert: Die Abgrenzung der genehmigungs- 
freien Nahzone und des Werkverkehrs, die Ver 
pflichtung aller Unternehmer von Güterfern- und 
Nahverkehr, ihre Kraftfahrzeuge für einen bestimm 
ten Standort anzumelden und äußerlich zu kenn- 
zeichen, die rechtliche Trennung des Güterfernver 
kehrs von dem sonstigen Gewerbebetrieb des Un 
ternehmers. die Ermächtigung für die Genehmi 
gungsbehörden, außer Genehmigungen für das 
ganze Reich auch solche für bestimmte Verkehrs 
beziehungen und Güterarten zu erteilen und die 
erleichternden Uebergangsbestimmungen für Alt- 
unternehmer, die auf Grund des bisherigen Rechts 
vor dem 1. Juli 1988 eine Genehmigung erhalten 
ĶsichsêrKstWKgentarif 
des Güterfernverkehrsgesetzes. 
haben. Um die Tarifgebundenheit auch der Spe 
diteure zu sichern, kann der Leiter der Reichsver- 
kchrsgruppe Spedition und Lagerei ermächtigt wer 
den, die Knndensätze der Spediteure im Sammel 
ladungsverkehr verbindlich zu bestimmen. Von die 
ser Ermächtigung ist für die Zeit vom 1. April bis 
30. Juni Gebrauch gemacht worden. 
Der Reichskraftmagentaris umfaßt die Klassen 
A—D des Regeltarifs der Reichsbahn und sieht dar 
über hinaus vor, daß nach entsprechenden, im Ein 
vernehmen mit der Reichsbahn getroffenen Anord 
nungen des Retchs-Kraftwagen-Betriebsverbandes 
auch Güter, die unter die niedrigeren Klassen des 
Regeltarifs oder unter Ausnahmetarife der Reichs 
bahn fallen, im Güterfernverkehr zu den bei der 
Reichsbahn geltenden Frachtsätzen befördert werden 
können. Diese Regelung ist im Hinblick auf das 
Problem einer genügenden Auslastung der Fahr 
zeuge von erheblicher Bedeutung. Die im Haus- 
Verkehr von Wagenladungen vorgesehenen Zu 
schläge fließen dem Reichs-Kraftwagcn-Vetriebs- 
verband zur Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Auf 
gaben zu. Der Reichskraftwagentarif enthält ferner 
einen Ausnahmetarif für Sammelgut, der mit ent 
sprechenden Anwendungsbedingungen auch für den 
Sammelgutverkehr der Schiene gilt. Dieser Aus 
nahmetarif bezweckt im Interesse der verladenden 
Wirtschaft die Aufrechterhaltung eines leistungs 
fähigen und vielseitigen Sammelgutverkehrs. Es 
ist in diesem Zusammenhang vielleicht von Inter 
esse, darauf hinzuweisen, daß der Leiter der Ver 
kehrs- und Tarifabtcilung der Reichsbahn, Direk 
tor Treibe, sich kürzlich zu der Aufgabe des Spe 
diteurs äußerte und sagte: „Ein besonderes Maß 
von Verantwortung fällt den Kraftwagenspediteuren 
zu, die berufen sein sollen, die Abfertigungsstelle 
des RKB. zu sein. Ihnen liegt die richtige Tari 
fizierung und Frachtberechnung ob. Von ihrer Loy 
alität hängt das Gelingen der neuen Regelung in 
allerhöchstem Maße ab." 
Den Abschluß des Reichskraftwagentarifs bildet 
die „Kraftverkehrsordnung" iKVO.j. Sie enthält 
das Frachtrecht des Güterfernverkehrs, das in An 
lehnung an das Eisenbahnfrachtrecht unter Berück 
sichtigung der Eigenart des Kraftfahrzeugverkehrs 
gestaltet ist. 
Die Preise am Wesw.-holstein. RMdholzmarkt 
ie „Verordnung vom 23. 1. 1936 zur Regelung 
läge und sonstige besondere Umstände durch Zu 
schlüge zu berücksichtigen sind. Nichtstaatliche Forst 
verwaltungen haben bei Einreichung von Anträgen 
zu versichern, daß die vorgeschlagenen, von der Ver 
ordnung abweichenden Preise sich im Rahmen der 
bisher erzielten Erlöse sauf der Grundlage der vor 
jährigen Durchschnittspreise) halten, 
des Rundholzmarktes, des Absatzes, der Preise und 
Preisspannen für Rundholz während des Forst- 
wirtschaftsjahres 1936-86 jbis 30 September 1936)" 
kann in begründeten Ausnahmefällen bezüglich der 
festgesetzten Niedrigst- und Höchstpreise für Buchen- 
und Fichtenrundhölzer insofern auf Antrag eine 
Abänderung erfahren, als diese Preise durch den 
Preuß. Landforstmeister, Regierungsforstamt Schles 
wig, erhöht werden können. Die für den Rcg.- 
Bez. Schleswig festgesetzten Preise lje Homaklasse) 
sind folgende (N — niedrigste, M = gewogener 
Durchschnittspreis. H --- Höchstpreis): 
1. Fichte: 
2a N 12,70 M 13,80 H 14,90 
2b N 14,— M 15,30 H 16,10 
3a N 15,10 M 16,90 H 18,20 
3b N 17,10 M 18,40 H 21,20 
4a N 18,50 M 20,60 H 22,70 
2. Buche: 
2 N 9,— M 11,80 H 11,80 
3 N 10,70 M 13,40 H 16,10 
4 N 12,60 M 15,70 H 18,80 
^Der Preuß. Landsorstmcister, Regierungsforstamt 
Schleswig, ivird auf Antrag die Genehmigung zur 
Abweichung von den in der Verordnung vom 23.1. 
Der Mte GEsr MKhezahL 
Roman von Anton Schwab 
Copyright by: Rvmanverl. Greiser. Karlsruhe. 
36) Nachdruck verboten. 
Plötzlich hatte sie das Gefühl, daß sie nicht 
mehr allein sei. Ihr Kopf flog herum, und 
jetzt erkannte fie, daß am Zaun ein Mann 
stand. 
Es war Frank von Prinxheim. 
„Guten Tag, Fräulein Jorinde!" grüßte 
Frank und seine Augen flackerten unruhiger 
als sonst. „Darf man ein wenig zu Ihnen 
herüberkommen?" 
Ohne die Antwort abzuwarten, hatte er sich 
über den niedrigen Zaun geschwungen und 
stand vor ihr. 
„Ich bitte um Verzeihung, daß ich Sic so 
formlos überfalle" sagte Frank gepreßt, „aber 
ich mußte Sie einmal sprechen!" 
Jorinde sah ihn an. „Ja, was haben Sie 
mir zu sagen, Herr von Prinxheim?" 
„Ich habe gehört, daß Sie... daß Sie mit 
Ihrem Onkel zusammen jetzt Kollmenbergen 
verlassen wollen, Jorinde! Und ich wollte nicht, 
daß Sie fortgehen, che ich Ihnen gesagt habe 
... daß... daß ich Sie liebe... daß ich nichts 
mehr ersehne, als Sie heimzuführen." 
Jorinde fand vor Ueberraschung zunächst 
kein Wort der Entgegnung. Aber dann raffte 
sie sich schnell auf und sagte einfach: „Ich danke 
Ihnen für Ihren Antrag, Herr von Prinx 
heim, und ich will gleich offen sprechen, wie 
Sie. Ich kann Ihre Frau nicht werden, denn 
... ich liebe sie nicht!" 
„Sie würden mich lieben lernen, Jorinde!" 
stieß Frank heftig hervor. „Ich würde alles 
tun, um Ihnen das Leben so lebenswert als 
möglich zu machen. Oder... oder lieben Sie 
diesen obskuren Doktor?" 
Haß flammte jetzt in seinen Augen auf, daß 
sie unwillkürlich zurückwich. 
„Zu dieser Frage haben Sie kein Recht!" ent- 
gegnete das Mädchen stolz. „Das ist nur meine 
Angelegenheit!" 
„Den Doktor", höhnte Frank, „den bettel 
armen Teufel, den Doktor Rübezahl... den 
wollen Sie mir vorziehen!" 
„Schweigen Sie!" herrschte ihn Jorinde an, 
und ihre Hände ballten sich vor Zorn zu -klei 
nen Fäusten. 
* 
Ein Schrei klang aus dem Garten, und Kate, 
die eben die beiden Madel badete, hörte ihn. 
Aber auch die drei Männer im Studierzim 
mer hörten den Schrei, und Doktor Feldham 
mer stürzte aus dem Hause. 
Das Blut kochte in ihm, als er jetzt erkannte, 
was sich im Garten abspielte. 
Jorinde wehrte sich mit allen Kräften gegen 
einen Mann, der auf sie eindrang. 
Mit ein paar Sätzen war Helmer bei dem 
ringenden Paare und erkannte Frank. Wie 
mächtige Greifer packten seine Hände zu, mit 
einem gewaltigen Ruck faßte er den Elenden. 
Und dann flog er mit gewaltigem Schwünge 
über den Zaun in die Sträucher des Nachbar 
gartens. 
Mühsam richtete sich Frank auf und drohte 
mit beiden Fäusten. 
„Sie sollen mich kennen lernen, Doktor 
Rübezahl!" schrie er außer sich vor Wut. Der 
letzte Nest der Kulturtünche war von ihm ab 
gefallen. 
„Danke, es hat mir genügt!" 
Schwer atmend stand der Arzt da, und seine 
Angen verfolgten Frank, bis er verschwunden 
war. Dann wandte er sich an Jorinde, die 
bleich auf der Bank saß. 
„Dieser... Schuft!" stieß Helmer hervor. 
„Hat er Ihnen wehgetan?" 
„Es... ist... schon wieder gut, Herr... Dok 
tor! Sie haben schnell zugepackt!" 
Jetzt mußte der Arzt lachen und sagte grim 
mig: „Ist doch gut, wenn man Kräfte hat, 
Jorinde! Nicht wahr?" 
„Oh, ja! Sie sind ja so stark, Herr Doktor!" 
„Es langt aus! Und nun Schluß, jetzt strei 
chen Sie diesen Frank von Prinxheim aus 
ihren Erinnerungen Das müssen Sie restlos 
tun, denn... er ist ein Mörder! Der Mörder 
Gregors und der Mann, der mich zur Hölle 
schicken wollte! Aber, haben Sie keine Sor 
gen! Jetzt wird abgerechnet!" 
Jorinde begriff es nicht gleich. 
„Frank... ist der Mörder? Ist denn das 
möglich? Arme Ossi!" 
„Um die Ossi machen Sie sich keine Gedanken, 
Jorinde, die... liebt ihn nicht und die ist un 
terrichtet! Ossi ist mit im Spiel, wenn cs gilt, 
dem Mörder die Maske vom Gesicht zu reißen." 
* 
Als sie ins Haus zurückkamen, stießen sie 
auf den ganz aufgeregten Onkel Klaas. 
„Was war denn los? Hast du geschrien?" 
fragte er aufgeregt seine Nichte. 
1086 festgesetzten Preisen und Preisspannen für die 
gesamte noch zu verwertende Nundholzmenge aus 
dem lfd. Wirtschaftsjahr erteilen. Etwaige Anträge 
sind eingehend zu begründen. Dabei ist die Höhe der 
vorgesehenen Abweichung und die ungefähre Menge 
der Restbestänöe an Runöhvlz der von der Preis- 
verordnung erfaßten Sortimente anzugeben. Als 
Preisgrundlage gelten die Durchschnittspreise des 
Vorjahres mit der Maßgabe, daß Holzgüte, Abfuhr- 
Lehrgänge „Dienst am Pferde" 
durch Wanderlehrer Wesemann, Kiel, im 2. Viertel 
jahr 1986: 5.—7. 5. auf Noröstrand, 11.—13. 5. in 
Grnmby, 26.-28. 5. in Tellingstedt. 9,—11. 6. in 
Ha de Marschen. 23.-25. 6. auf Pellworm. Nähere 
Auskunft gibt der zuständige Bezirksbauernführer. 
Die Teilnehmergebühr beträgt ab 1. 4. 1986 MM 1,— 
je Lehrgang, bei geschlossener Teilnahme der Klasse 
einer Bäuerlichen Werkschule MM 0,50 pro Per 
son. Anträge auf Abhaltung von Lehrgängen nach 
dem 1. 7. 1986 sind durch den zuständlgen KreiS- 
bauernführer einzureichen. 
Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten 
stellt sich für den März 1936 auf 124,2 <1913-14 = 
100, Vormonat - 124,3). Die Nichtzahl für Ernäh 
rung hat sich um 0,1 vH. auf 122,2 ermäßigt. Ein 
Rückgang der Preise für Eier ist durch eine Erhö 
hung der Preise für Gemüse zum Teil ausgeglichen 
worden. Die Richtzahlen für die übrigen Bedarfs 
gruppen waren nahezu oder ganz unverändert: sie 
betrugen: für Bekleidung 118,7 lplus 0.1 vH.), Woh 
nung 121,8 iunverändert), Heizung und Beleuchtung 
127,1 iunverändert) und für „Verschiedenes" 141,3 
iunverändert). 
... überfiel mich! 
Dieser... Frank...!" 
Onkel Klaas war außer sich, und am liebsten 
tväre er jetzt dem Manne nachgelaufen, um 
seine mächtigen Fäuste zu gebrauchen. 
„Sei doch still, Onkel", bat Jorinde. „Doktor 
Feldhammer hat's ihm gegeben. Er hat ihn 
gepackt und glatt über den Zaun geworfen." 
Da strahlte das dicke Gesicht des Holländers 
auf. 
„Doktor, das haben Sie getan?" 
„Ja, er flog in die Stachelbeerbüsche! Er 
wird Jorinde in Ruhe lassen!" 
„Kinder, Kinder, wenn mich nichts freut, 
aber das kann mich zum Ucbcrschnappen brin 
gen! Ueber den Zaun... in die Stachelbcer- 
büsche! Er hat Kraft, der Doktor!" 
„Ja", stimmte Jorinde ein, und ein zärtlicher 
Blick traf Helmer, „die Frau hat's gut, die der 
Doktor einmal heimführt, die ist in sicherem 
Schutze." 
Worauf Dr. Feldhammer vor Verlegenheit 
seinen Vvllbart strich. 
* 
Der kleine Toni kam ins Badezimmer und 
die beiden Mädel, die Nacktfrösche in der 
Wanne, kreischten auf und taten ganz scham 
haft. 
„Ruhe, Mädels", lachte Kate, „der Toni 
schaut euch nichts ab! Also, was willst du 
denn, mein Junge?" 
„Onkel... Onkel Helmer...!", sagte der 
Kleine ganz aufgeregt, „oh, der ist so stark... 
der hat jetzt einen großen Mann in den ande 
ren Garten geschmissen! Tante, das hättest du 
aber sehen müssen!" 
„Warum hat er denn das getan?" forschte 
Kate gespannt. 
„Weil er böse war zu Tante Jorinde! Ja, ich 
hob's ganz deutlich gesehen. Er wollte der 
Tante Jorinde einen Kuß geben... und die 
Tante wollte nicht! Und das hat sie recht getan! 
Das war ein ganz böser Mann! Und geflo 
gen ist er! Aetsch, ihr habt das nicht gesehen!" 
Und draußen war der Bengel. 
* 
Ernst von Prinxheim aß an diesem Abend 
mit Tochter und Neffen zusammen. Das Mahl 
wurde wie immer schweigend eingenommen. 
Frank war heute, im Gegensatz zu sonst, 
schweigsam und sagte kaum ein Wort. 
Nach Beendigung des Mahles fragte Prinx 
heim seinen Neffen: „Bist du mit der Siche 
rung von Gregors Nachlaß zu Ende?" 
„Noch nicht ganz. Ich muß noch den Schreib 
tisch hier in seinem Zimmer in der Billa dnrch- 
nehmen." 
Festsetzung Von Zwîebelhôchstpreîsen 
Die Anordnung betr. Regelung des Absatzes von 
Speisezwiebeln und betr. Kleinverkaufspreis für 
Speisezwiebeln zieht den Schlußstrich unter die Ver 
sorgung aus der knappen Zwiebelernte des Jahres 
1935. Die Kühlhausaktion, deren Verlauf man als 
gut gelungen bezeichnen mutz, findet damit ebenfalls 
ihren Abschluß. Die geringen Mengen noch lagern 
der Frischzwiebeln fallen nicht mehr ins Gewicht. 
Ihr Preis liegt unter Berücksichtigung der Lager 
verluste in gleicher Höhe mit dem der Kühlhaus 
ware. Eine besondere Bewertung der einzelnen 
Größen ist nicht mehr vorgenommen worden. Der 
Festpreis von 8,80 Reichsmark je 50 Kg. ist die ge 
rechte Bezahlung des Kühlzwiebel-Wertes unter 
Zuschlag der tatsächlichen Kühlhauskosten. Neu ist 
die Bindung des Verbraucherpreises nach oben mit 
0,14)4 MM je M Kg. Diese Höchstgrenze gilt sowohl 
für Speisezwiebeln deutscher als auch ausländischer 
Herkunft. 
Rcichs-MastviehaussteKung Köln 
Für die in Köln zur Ausstellung gelangenden 
2000 Masttiere sind auS dem Reichs- und dem preu 
ßischen Haushalt 12 500 MM für die Prämiierung 
bewilligt. Die HB. der Bichwirtschaft bewilligte 
8000 MM, Köln 5000 MM, der Reichsnährstand bzw. 
die Landesbauernschaft Rheinland 5000 MM, meh 
rere Fachvcrtretungen je 1000 MM, 
Kötner Ausstellung wird beschickt. Auf der Lade 
rampe des Bahnhofs Brcdftedt wurden durch R. 
Thomsen-Bredstedt zehn Rinder, aus hiesiger Ge 
gend stammend, sowie ein etwa drei Monate altes, 
460 Pfund schweres Doppellcnder-Kalb mit dem 
Bestimmungsort Köln verladen. Diese Tiere sol 
len der Kölner Mastvieh-Ausstellung zugeführt 
werden, (fa.) 
Die Sondernsche Exportschlachterei hat in 1985 
20 688 Schweine geschlachtet, 6,9 vH. weniger als 5 
1934. Der Durchschnitt der Verminderung der 
Schlachtungen für das ganze Land beträgt 11,8 vH. 
Die Rechnung schließt mit 2,827 Mill. Kr. ab, weist 
aber nur einen Ueberschuß von 5,651 Kr. auf, weil 
notwendige Umbauten aus dem Lausenden be 
stritten worden sind. Der Verkauf der Ware nach 
England erbrachte 1,809 Mill. Kr. Die sog. Ab 
fälle kaufte Deutschland. 
Dänisches Schlachtvieh für Deutschland. Dem 
Aalborgcr Exportmarkt ging die Mitteilung zu, daß 
in der kommenden Woche für Deutschland 5000 
Rinder angekauft werden sollen gegen 3300 in der 
letzten Woche. Dagegen finden in der Stillen Woche 
keine Aufkäufe statt. 
IMàrW. 
Wetteraussichten für Donnerstag, den 2. April 1988, 
in Nordwestdcutschland. 
Mäßige Winde aus südlichen Richtungen, molkig 
bis bedeckt, zeitweise Niederschlüge, mild. 
„Die Arbeit hast du nicht nötig, Frank", 
entgegnete der alte Herr und sah seinen Nef 
fen mit einem seltsamen Blick an. „Das habe 
ich bereits getan. Und... ich bin da auf unan 
genehme Dinge gestoßen!" 
Frank wurde einen Schein blasser. 
„Wie meinst du das, Onkel?" 
„Ich habe dort Unterlagen gefunden, aus 
denen hervorgeht, daß du im letzten Jahre... 
über 60 000 Mark verspielt hast. Gregor hat 
deine Wechsel eingelöst. Stimmt das?" 
„Ja, aber...!" 
„Stimmt das?" 
Kalt sah ihn der Herr an und sagte dann 
ruhig und leidenschaftlos, wie es seine Art 
war: „Ich werde mir überlegen müssen, ob ich 
dir die Hand meiner Tochter gebe. Vielleicht 
bist du noch nicht der Richtige, der das große 
Vermögen der Prinxheim richtig verwaltet." 
„Aber Onkel, ich bitte dich! Ueber diese 
Dummheiten bin ich hinaus! Ich habe seit 
Monaten keine Karte mehr angerührt. Und ich 
gebe dir mein Ehrenwort, daß ich fernerhin 
keine Karte mehr anrühren werde!" 
„Danke!" sagte Prinxheim ruhig und sah den 
Neffen prüfend an. „Ich nehme deine Erklä 
rung zur Kenntnis. Vor einem halben Jahre 
wird die Verlobung nicht öffentlich bekannt 
gegeben und eine Heirat kommt vor Ablauf 
des Trauerjahres nicht in Frage. Du hast also 
Zeit, mir zu beweisen, daß du es ernst meinst!" 
„Ich werde es dir beweisen!" stieß Frank 
hastig hervor. Dann wandte er sich an Ossi: 
„Ach so... Ossi, bald hätte ich's vergessen, dir 
die versprochene Bonbonniere zu geben. Wie 
war die letzte?" 
„Danke, recht gut!" entgegnete Ossi ruhig, 
aber das Herz schlug ihr bis zum Halse heraus, 
und es schlug noch schneller, als sic die neue 
Bonbonniere, eine Pfundpackung, in den 
Händen hielt. 
„Die werde ich mir vor dem Schlafengehen 
zu Gemüte führen", sagte sie leichthin, was ihr 
nur schwer gelang. „Dann schlafe ich gut!" 
„Sicher wirst du gut schlafen!" entgegnete 
Frank ruhig und sah sie dabei an. Sie sah 
mitten in seine Augen und erschauderte, denn 
sie sah mitten in ein Meer von Grausamkeit. 
Sie erhob sich, es war ihr kaum noch möglich, 
ihre Fassung zu behalten. 
„Ich will sie mir gleich mal ans Bett legen, 
Frank! Nochmals vielen Dank! Verwöhn' 
mich nicht zu sehr!" 
(Fortsetzung folgt.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.