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Aus iidecsUdl
Frühjahrsdeichschau
des III. Schleswigschen Deichbandes.
hc. Eiderftedt, 10. April. Am Dienstag und
Mittwoch dieser Woche fand die diesjährige
Frühjahrsdeichschau durch den III. Schleswig
schen Deichband statt. Der Bezirk des Deich
bandes umfaßt Eiderstedt und die Husumer
Südermarsch. Es nahmen u. a. teil: Landrat
und Kreisleiter Hamkens als Oberdeichgraf,
Deichgraf Vorüerbrügge, Garding, sowie die
Deichkommissierte Bürgermeister Peter Römer
Jens, St. Peter, Bürgermeister Jessen, Grot
husenkoog, Timon, Oldenswort. Die Deichschau
begann in der Nähe von Husum und führte
über Uelvesbüll, Tetenbüllspieker, Westerhe
ver, Hermann-Göring-Koog nach St. Peter.
Am Nachmittag des ersten Tages wurde der
Weg über St. Peter-Böhl, Ehsensiel-Schleuse
nach Vollerwiek fortgesetzt. Der zweite Tag
brachte für die Deichschauer besseres Wetter,
hatte doch am ersten Morgen noch Schnee gele
gen. An diesem Tage wurden die Deiche von
Bollerwiek über Katingsiel, Tönning, Rei
mersbude, bis nach Koldenbüttel - Friedrich
stadt besichtigt. Im allgemeinen konnte wieder
um der ordnungsmäßige und zuverlässige Zu
stand der Eiderstedter Deiche festgestellt wer
ben. Daneben nahmen die Teilnehmer noch
Gelegenheit, die in den beiden letzten Jahren
beschaffenen Deiche und Köge zu besehen, wie
bei Finkhaushallig, Uelvesbüll, Sophiensom
merkoog, Hermann-Göring-Koog sowie die
Eiderabdämmung bei Drage.
* * *
yy. Tönning, 10. April. Der Zrvcigvercin
Tönning des Vaterländischen Fraucnvereins
(Deutsches Rotes Kreuz) hatte die Mitglieder
und interessierten Volksgenossen zu einer Ge
neralversammlung nach dem „Hamburger
Hof" geladen. Nach dem erstatteten Jahres
bericht gehören 115 Mitglieder dem Verein an.
Die Jahresrechnung schließt ab ln der Ein
nahme mit 2016 NM., in der Ausgabe mit
1909 RM. und einem Kassenbcstand von 106
RM. Der Rote-Kreuz-Tag erbrachte 205 RM.,
bie Wohltätigkeitsveranstaltung einen Rein
ertrag von 470 RM. Tie Tätigkeit bestand ins
besondere in der Betreuung und Unterstützung
ber zahlreichen hochbetagten Volksgenossen im
Stadtgebiet. Daneben hat der über 60 Jahre
bestehende Verein in vielen Fällen an Kran
ke, Wöchnerinnen, Bedürftige und Konfir
manden Bekleidung, Wäsche und Lebensmit
tel aller Art verteilt. An dem Sanitätskursus
im Kreiskrankenhaus haben 25 Frauen und
junge Mädchen teilgenommen.
Aus U&tdfdcstcmd
Jnscl-Sängerscst auf Föhr.
Wyk auf Föhr, 10. April. Im Juni dieses
Jahres sollte in Wyk ein großes Sängertrcffen
stattfinden, zu dem sämtliche Vereine des
Gaues 5 Nordmark eingeladen werden soll
ten. Jetzt hat sich jedoch herausgestellt, daß die
Frist für eine so große Veranstaltung zu kurz
bemessen ist. Im Einvernehmen mit der Gau
führung des Sängerbundes ist das große Sän
gertreffen daher bis zum Sommer 1937 ver
schoben worden. Dafür findet aber in Wyk im
Juni dieses Jahres ein Jnsel-Sängerfest statt,
zu dem die Vereine des Festlandes in der
näheren Umgebung ebenfalls eingeladen
werden.
Auszeichnung von Vormännern
der Sylter Rettungsstationen.
Westerland (Sylt), 10. April. Die Deutsche
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat
ihren drei verdienstvollen Sylter Vormännern
Thomas Nissen von der Station Rantum,
Paul Lassen von der Station Westerland und
Jürgen Bleiken von der Station Kämpen in
dankbarer Anerkennung für geleistete treue
Dienste die kleine Silberne Medaille am Ban
de verliehen.
* * *
sz. Bredstedt, 10. April. Aufgeklärter Wäsche-
dicbstahl. Kürzlich wurde bei Frau Lorenzen
im benachbarten Borsbüll Wüsche von der Lei
ne gestohlen .Durch Zufall bemerkte die Ge
schädigte in diesen Tagen bei einem Hause
Wäsche auf der Leine. Frau Lorenzen erkannte
diese als ihr Eigentum wieder und erstattete
Anzeige bei der Polizei. Die Polizei nahm so
gleich die Ermittlungen auf und vermutete den
Täter in dem fraglichen Hause. Die Vermutung
bestätigte sich auch, denn bei Erscheinen der
Polizei zog der Täter es vor, durch das Fen
ster das Haus fluchtartig zu verlassen. Die
sofort aufgenommene Verfolgung war von
Erfolg gekrönt. Im Bredstedter Koog konnte
man in der Nacht zum Freitag den Dieb, einen
Auswärtigen, stellen und dingfest machen. Die
Ueberführung in das Gerichtsgefängnis Hu
sum erfolgte am heutigen Freitag.
Neuer Knlturbauinspektor. An das Staat
liche Vorarbeitenamt Bongsiel in Bredstedt
versetzt wurde Kulturbauinspektor Batram,
bisher Marne, (sz.)
Am diiUtnamckeH
zp. Pahlen, 10. April. Standesamtliche Nach
richten. Die Ehe wollen miteinader eingehen
der Lanömann Hans Christopher Thode, Pah
len, und Anna Elisabeth Ohm, ohne Beruf,
aus Lendern.
rg. Büsum, 9. April. Die älteste Einwohnerin
Büsums gestorben. Im Alter von 93 Jahren
starb hier die älteste Einwohnerin des Ortes,
nämlich die Frau von Pvstel vom Ortsteil
Stinteck.
Verkanf. Der Arbeiter Max Johannsen in
Schalkholz kaufte den in Krim gelegenen
Landbesitz des Herrn Funk in Größe von ca.
10 Hektar (genannt Flachsberg) ohne Beschlag
für 15 000 RM. Der Antritt erfolgt zum
1. Mai. (zp.)
Aus Holdem.
Zwei Fördeschisfe vom Stapel gelaufen.
Kiel, 9. April. Auf der Germaniawerft in
Kiel liefen am Donnerstagmittag zwei für die
Weiße Linie der Hafenrundfahrt A.-G. be
stimmte Motorschiffe vom Stapel. Sie wurden
auf die Namen der Fördeorte Möltenort und
Kitzeberg getauft und sollen dem Ausflngsver-
kehr auf der Kieler Förde dienen. — Dem
Stapellauf wohnten die führenden Männer
der Kriegsmarinestadt Kiel bei, an ihrer Spitze
Oberbürgermeister Kreisleiter Behrens.
Neues UNterkunftsgebäude für die Post
kraftwagenfahrer.
Bad Segeberg, 8. April. Die Reichspostdirek
tion in Kiel läßt für den Kraftpoststützpnnkt in
Bad Segeüerg neben der Postkraftmagenhalle
an der Hamburger Straße ein neues Gebäude
errichten. Es wird dadurch in vorbildlicher
Weise für die Pvstkraftwagenfahrer und das
Hilfspersonal gesorgt. Der Bau war erforder
lich, da das Postkraftwagennetz um Bad Se-
geberg immer dichter und stärker geworden ist
und alle Wagen stets nach Segeberg zurückkeh
ren. Zur Zeit gibt es bereits sieben Postkraft
wagenlinien, die regelmäßig in die verschiede
nen Teile des Kreises sowie bis Hamburg und
Lübeck fahren, und dadurch wesentlich zur Aus
schließung des Kreisgebietes beitragen. Das
Gebäude ist bereits gerichtet. Es wird einen
Fahrradraum, Dusch- und WC.-Räume sowie
einen großen Tagesraum enthalten.
Geständnis des Altonaer Mörders.
Altona, 9. April. Zu dem Mord an dem
Revier-Oberwachtmeister Springer in Groß-
Flottbek ist nach Abschluß der Ermittlungen
der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums
Altona-Wandsbek noch nachzutragen.
Der Täter Franz Kokot hat unter der Last
des gegen ihn zusammengetragenen Beweis
materials ein umfassendes Geständnis abge
legt. Danach wollte er am 1. April kurz nach
20 Uhr einen Einbruchsdiebstahl in eine Billa
der Kaulbachstraße verüben. Er wurde jedoch
vom Hausbesitzer verscheucht und ist dann
durch verschiedene Grundstücke geflüchtet. Auf
Umwegen erreichte er sein Fahrrad und fuhr
dann den Sievekingsweg herunter. Dort wur
de er von dem Revieroberwachtmeister Sprin
ger getroffen. Dieser forderte den ihm ver
dächtig vorkommenden Radfahrer zum Halten
auf. Er führte ihn dann zur Revicrwache. Auf
dem Wege dorthin nahm Kokot, der als alter
Zuchthäusler seine Abführung in Sicherungs
verwahrung befürchtete, seine Pistole aus der
Tasche und gab zwei Schüsse auf den Polizei
beamten ab, der schwer getroffen zu Boden
sank. Trotz seiner Verletzungen gab Springer
noch einen Schuß aus seiner Dienstpistole auf
den flüchtenden Verbrecher ab, der jedoch sein
Ziel verfehlte.
^ a *
x. Neumünster, 10. April. Neun Eiubrnchs-
diebftähle sind in den letzten Tagen in den
umliegenden Gemeinden Brachenfeld, Gade
land und Wittorf ausgeführt worden. In allen
Fällen dürfte es sich nach Ansicht der zustän
digen Genöarmeriestellen um ein und densel
ben Täter handeln, der sehr vorsichtig zu Wer
ke ging und fast überall Beute machte. In
Brachenfeld stahl er bei dem Bauern Rixen
zwei acht Wochen alte Ferkel, dem Bauern
Harms dreißig Eier, eine Wurst und einen
halben Käse, während er im Büro des Bür
germeisters nichts vorfand, das des Mitneh
mens wert war. Auch in Gadeland und Wit
torf ist der Dieb zur Nachtzeit erschienen und
hat sich durch Anbohren der Fenster Eingang
in die Wohnungen verschafft. Hier wurden
sämtliche Küchenschränke nach dem Wirtschafts
geld der Frauen durchgestöbert. Auf diese
Weise erbeutete der Einbrecher in Gadeland
bei einem Lehrer 12 Mark, bei einem Beam
ten 6 Mark und bei einem kleinen Angestell
ten 5 Mark. In Wittorf wurden drei neben
einander liegende Häuser in der Altonaer
Chaussee aufgesucht und auf die gleiche Weise
18 Mark, 6 Mark und 2,20 Mark entwendet.
Naturgemäß ist die Bevölkerung durch die
Einbrüche, die sämtlich erst bei Tage bemerkt
worden sind, sehr beunruhigt. Die zuständigen
Gendarmeriestellen arbeiten jedoch fieberhaft,
um des Einbrechers habhaft zu werden. —
Gründung der Soldatenkameradschast Neu
münster. Die Gründung der Soldatenkamerad
schaft Neumünster des Soldatenbundes wurde
in Anwesenheit des Verbanüsführers des Ver
bandes 1 des Soldatenbunöes, Generalleut
nant Pötter, vollzogen und der Reserveleut
nant d. Artl., Kaufmann Otto Delfs, zum Ka-
meradschaftsführer ernannt. Die größte Zahl
der Erschienenen traten dem Bund sofort bei.
Dem Gründungsappell wohnten auch der
Standortälteste Oberst Strack und der Wehr
bezirkskommandeur Oberstleutnant Löbbecke
bei, die der hiesigen Kameradschaft jegliche
Unterstützung zusagten. Erstmalig wird der
Soldatenbund anläßlich der am Geburtstag
des Führers stattfindenden Parade des In
fanterie-Regiments 46 auf dem Adolf-Hitler-
Platz in der Oeffentlichkeit auftreten. Sämt
liche Appelle finden in Zukunft im Kamerad
schaftsheim des hiesigen Regiments statt. —
Neue Nachbargroßgemeinde. Mit Wirkung
vom 1. April wurde die Gemeinde Broken
lande bei Neumünster in die Gemeinde Gro-
ßcnaspe eingemeindet. Die neue Kirchspiels
gemeinde zählt nunmehr 1350 Einwohner.
Zum Bürgermeister wurde mit Wirkung vom
gleichen Zeitpunkt der Amtsvorsteher und
Ortsgruppenleiter Pg. Johannes H o l t o r f,
Großenaspe, ernannt.
Kiel, 8. April. Zum Senator des deutschen
Braugewerbes ernannt. Der Direktor der
Brauerei „Zur Eiche", Carl Hutzfeldt, der am
11. Februar sein lOjähriges Dienstjubiläum
begehen konnte, ist zum Senator des deutschen
Braugewerbes ernannt worden.
Aus dem tyecUUtssaal
1 ü Jahre Zuchthaus
für einen Heiratsschwindler.
Altona, 7. April. Michael Dreeser, ein 33-
jähriger Mann aus Bonn, der schon 16mal
vorbestraft ist, war im April 1934 ans der
Strafhaft entlassen worden. Er wandte sich
nun nach Altona und fand hier auch Beschäf
tigung. Bald lernte er in einem Kaffeehaus
eine Hausangestellte kennen, der er sich als
Gewerbevertreter eines Zeitschriftenverlages
vorstellte. Zwischen den beiden entwickelte sich
allmählich ein intimer Verkehr, der Folgen
hatte. Dreeser, der den Mund immer recht voll
nahm, versprach dem Mädchen die Ehe und er
zählte prahlerisch von seinen großen Plänen.
Das Mädchen glaubte ihm blindlings und gab
nach und nach etwa 60 MJl her, die Dreeser
für sich verbrauchte. Später kam die Hausan
gestellte hinter die Schliche des Schwindlers,
der schon früher einem anderen Mädchen den
Kopf verdreht und sich als begüterter Refe
rendar ausgegeben hatte. Während Dreeser
noch mit der Hausangestellten verkehrte, hatte
er schon Beziehungen zu einem zweiten Mäd-
I chen angeknüpft.
Das Gericht verurteilte Dreeser wegen Be
truges im Rückfall in zwei Fällen zu einer
Gesamtstrafe von einem Jahr sechs Monaten
Zuchthaus und 100 JUl Geldstrafe. Der Ange
klagte wurde sofort in Haft genommen.
Wer erzählt vom Geisterschiff und nächtlichen
Kirchhofgang?
Gruselige Geschichten voll von Unheimlichem
und Rätselhaftem haben von jeher die Men
schen zum Erzählen angeregt. Das Unwahr
scheinliche und Uebersinnliche hält Erzähler
und Hörer in Bann. In jeder Landschaft aber
werden neue Gestalten lebendig. Deshalb ist
die Sammlung solcher Erzählungen von gro
ßer volkskundlicher Bedeutung. Die NS.-Kul-
türgemeinde, die die Bearbeitung des Volks
kunde-Atlas für Schleswig-Holstein, Hamburg
und Lübeck durchführt, bittet daher um Beant
wortung nachstehender Fragen:
Wird berichtet, daß an verrufenen Stellen
oder auf Gräbern kein Gras wuchs? Was
wird als Ursache angegeben?
Wird die Lenorensage erzählt? (De Maand
de schient so hell, de Dod de ritt...). Wird er
zählt, daß ein Geisterschiff die klagende Braut
holte, als sie am Strande auf ihren mit dem
Schiff untergegangenen Bräutigam wartete?
Wird eine Geschichte vom Gottesdienst der
Toten erzählt, daß Leute nachts in die Kirche
oder nach dem Kirchhof gingen? Was erlebten
sie dabei?
Wird von „untilgbaren Blutflecken" erzählt?
Wie entstand der Blutfleck?
Auch gedruckte Mitteilungen sind erwünscht
(Ausschnitte aus Zeitungen und Zeitschriften
mit genauer Quellenangabe: Name, Erschei
nung, Ort und Datum der Zeitung). Alle Ein
sendungen werden an die Gaudienststelle der
NS.-Kulturgemeinde, Volkskundeatlas, Kiel,
Dänische Straße 43, erbeten.
Zeichenerklärung zur Wetterkarte
Kalter Wind
Warmer Wind
—rW Stärke 1.^NW2,
|'nJ.**N04 us.«
Q wolkenlos 9 wolkig
0 heiter 0 bedeckt
(V halbbedeckt
Front vordringender Kattluft
front vordringender Warmluft
riJk.n front mit Warmluft in der Höhe
lUlillliRegengebiekfpl Schneefaltgebiet
pVp Schauertätigkeit,EENebel,T5Gewitter
Wctteraussichten für den Sonntag» den 12. April»
in Nordwestdentschland: Mäßige nordwestliche
Winde, wechselnde Bewölkung, gelegentlich und
strichweise leichte Schauer, nur mäßig warm.
Geschäftliches.
Wie überall neues Leben sprießt und wach wird,
so hat auch das in Stadt und Land seit 13 Jahren
hestrenommierte Möbelhaus Steinhagen die Zei
chen der Zeit erkannt. Das alte Geschäftshaus
Stadtweg 35, in dem bas Erbe der vordem in Kiel
über 13 Jahre lang florierenden Firma Steinhagen
weiter ausgebaut wurde, ist von Grund auf neu
zeitlich umgebaut und eingerichtet ivorden und ent
spricht damit allen Anforderungen, die heute an ein
gntgeleitctes Möbelhaus gestellt werden können und
müssen. Von dieser Tatsache sich zu überzeugen, hat
jeder bei einer zwanglosen Besichtigung die beste
Möglichkeit.
Wenn Sie sich für die Einrichtung Ihres zu
künftigen Heimes interessieren,, fordern Sie
kostenlos unsere bebilderten Druckschriften
über neuzeitliche Wohnungskunst.
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