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133. Jahrgang
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lung de« Bezugspreise«. Für unverlangt eingehende Beiträge übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr.
Nr. 44
Wmch. öen 21. Februar
1340
Englands Krieg gegen die Rentralen
Wir wissen, daß unser Führer von Be
ginn des uns von England aufgezwungenen
Krieges an bemüht gewesen ist, eine Aus
weitung dieses Krieges zu verhindern, um
anderen Völkern und Ländern die Geisel
des Krieges zu ersparen und wenigstens in
einem Teil der Welt den Frieden zu erhal
ten. Aus diesem Grunde wurde sogar dar
aus verzichtet, militärische Unterstützung
des uns verbündeten Italiens anzufordern.
So bleibt dieser Krieg auf die beiden
Staaten beschränkt, die ihn gewollt haben,
England und Frankreich, und auf den
Staat, öen man vernichten wollte, nämlich
Großdeutschland. Polen war in diesem
Ringen nur eine Episode, die aber zu
gleich die Stärke des Großöeutschen Reiches
offenbarte. Der unbezwingbare Westwall,
der die Feindmächte von jedem Angriff zu
rückgehalten hat, die starke Wirtschaftskraft
Deutschlands, die öen englischen Aushunge
rungskrieg schon in seinem Beginn zu
nichte machte, zwingt die Kriegshetzer dazu,
den alten Plan der Einkreisung Deutsch
lands immer wieder aufzugreifen. Unser
diplomatischer Mitarbeiter bringt an ande
rer Stelle Einzelheiten über diesen Plan.
Nach dem „Cossack"-Zwischenfall ist nun
mehr Norwegen von öen Engländern ge
zwungen worden, ein klares Bekenntnis
zu seiner Neutralität abzugeben, wie es
Schweden bereits in der Erklärung des
Königs getan hat. In Schweden waren die
Umtriebe der englisch-französischen Diplo
matie besonders stark, man wollte durch die
Kräfte im Lande, auf die man Einfluß hat
(den früheren Außenminister Sandler u. a.),
Schweden zwingen, in den finnischen Kon
flikt aktiv einzugreifen und den Durchzug
militärischer Unterstützung durch die West
mächte zu gestatten. Das heißt, erstmal ging
es darum, daß die Schweden aktiv wurden.
Ob dann, wenn diese sich verblutet hätten,
englisch-französische Unterstützung ein
getroffen wäre, muß man nach dem Bei
spiel Polen, Tschechoslowakei, Abessinien
bezweifeln. Bei Norwegen hat man nun
mehr ganz grobes Geschütz aufgefahren.
Unter Verletzung jeglichen Völkerrechts ist
man in norwegische Hoheitsgewässer einge
brochen und hat hier Kampfhandlungen be
gangen. Nicht genug damit, beschuldigt man
die norwegische Negierung der' Neutrali-
tätsverletznng. Der Erfolg allerdings ist
nicht der erwartete. Abgesehen von einigen
neutralen Zeitungen, die mit englischem
Geld gespeist werden, oder sich in jüdischen
Händen befinden, ist die Empörung einheit
lich außerordentlich stark. Bei diesen weni
gen Zeitungen aber muß man an die Re
gierungen der betreffenden Länder die
Frage richten, ob es mit der von ihnen ver
tretenen Neutralität zu vereinbaren ist,
daß solche hetzerischen und vollkommen un
sachlichen Ausfälle gegen Deutschland ge
duldet werden. Neben einigen holländischen,
belgischen Zeitungen sind es leider auch
Zeitungen unseres Nachbarlandes Däne
mark, wie z. B. „Jyllands Posten", die kein
Wort des Abscheues und der Verurteilung
finden und in ihrer Aufmachung noch dazu
den englischen Meldungen öen Vorrang
geben. Wir haben früher schon „Jyllands
siosten" als eine Zeitung angeprangert, die
vollkommen unter englischem Einfluß steht,
sehr wahrscheinlich, weil englisches Be
stechungsgeld in die Redaktion der Zeitung
geflossen ist. Diese Haltung deckt sich mit der
des dänischen Kapitäns, der sich in eng
lischen Zeitungen damit brüstet, den Ver
such unternommen zu haben, ein deutsches
„Nazi-U-Boot" zu rammen, als dieses die
prisenrechtliche Untersuchung des Schiffes
auf Bannware vornehmen wollte. Gott sei
Dank sind dies Einzelfälle. Aber gerade
durch solche Einzelfälle wird die Neutrali
tät in Gefahr gebracht. Die dänische Regie
rung, das müssen wir feststellen, bewahrt
eine vollkommen sachliche und neutrale
Haltung. Sie wird sich überlegen müssen,
wie weit sie diese auch auf die gesamte
Presse ihres Landes übertragen kann.
Eindeutig ist die Haltung des amtlichen
Norwegens in der Angelegenheit des briti
schen Piratenstreiches. Außenminister Koht
hat in seiner Erklärung vor dem Storting
unterstrichen, daß sich die englischen Kriegs
schiffe einer groben Verletzung der norwegi
schen Hoheitsgewässer, der norwegischen
Neutralität und Souveränität schuldig ge
macht hätten. Zu den Berteiöigungsversu-
chen des englischen Gesandten stellte er ein
deutig fest, daß das deutsche Schiff in jedem
Falle das Recht hatte, norwegisches Gebiet
zu passieren. Es gäbe überhaupt kein Völ
kerrechtsgesetz, welches einer kriegführenden
Macht verbiete, Gefangene durch neutrales
Gebiet zu führen. Hinsichtlich der lügneri
schen Unterstellung des englischen Gesand
ten, daß Norwegen deutsche U-Boote auf
norwegischem Gebiet hätte operieren lassen,
verwies der Außenminister auf seine Er
klärung vom 19. Januar, wonach nicht der
geringste Beweis dafür bestehe, daß irgend
ein Schiff innerhalb der norwegischen Ho
heitsgewässer torpediert worden sei. Die
seitens Norwegen von der englischen Regie
rung erbetenen angeblichen Beweise seien
bis heute nicht zu erhalten gewesen. Die
englische Regierung glaube offenbar, so
schloß Koht, sich wohl über die Rücksichten
auf einen kleinen Staat hinwegsetzen zu
können, was im offenen Widerspruch zu den
Prinzipien stehe, die gerade England so oft
feierlich verkündet habe.
Bei der Beisetzung der Opfer des eng
lischen Piratenstückes erklärte der Kom
mandeur des Küstenabschnittes der norwe
gischen Kriegsmarine, daß die schwere eng
lische Neutralitätsverletzung im norwegi
schen Volk große Empörung und Entrüstung
hervorgerufen habe. Er teilte mit, daß die
Gemeinde Sogndal sich bereit erklärt habe,
die Grabstätten der ermordeten deutschen
Seeleute zu pflegen und zu schützen. Der
norwegische Gesandte in Lissabon wandte
sich gegen eine englische Veröffentlichung
in der dortigen Presse und teilte mit, daß
nach gründlicher Untersuchung nicht der ge
ringste Beweis für eine Verletzung des
norwegischen Hoheitsrechtes durch Deutsch
land weder jetzt noch in früheren Fällen
vorläge.
Wenn in englischen Verlautbarungen
darauf hingewiesen wird, daß es mit der
Neutralität unvereinbar sei, daß britische
Gefangene durch norwegische Gewässer ge
führt würden, so kann man auf einen ande
ren Fall hinweisen, der sich Mitte Dezem
ber ereignete. Damals wurde der deutsche
Frachter „Düsseldorf" innerhalb der ameri
kanischen Neutralitätszone durch einen bri
tischen Kreuzer aufgebracht. Dennoch gestat
tete der amerikanische Kommandant die
Durchfahrt der unter einem bewaffneten
britischen Prisenkommando stehenden „Düs
seldorf" durch die neutralen Gewässer des
Panama-Kanals, und zwar unter der briti
schen Kriegsflagge. Die deutsche Mannschaft
befand sich gefangen an Bord des Schiffes.
Wie sagen die Engländer? Recht ist nur,
was dem englischen Vorteil dient. Eng
lisches Recht ist es danach, aus waffenlose
Deutsche z« schießen, wie im Falle der „Alt
mark", wie bei der „Wakama" und der
„Watufsi", wo sogar auf Rettungsboote noch
geschossen wurde, in denen sich wehrlose
Deutsche befanden, ja, im letzten Falle sogar
wehrlose Frauen und Kinder. Der Meuchel
mord im Jössing-Fjord, der in der chileni
schen Presse die Erinnerung an den Ueber-
fall auf den Kreuzer „Dresden" während
des Weltkrieges wachruft, ist, wie eine
jugoslawische Zeitung feststellt, ein Schlag
gegen alle Neutralen. Er zeigt, daß die
Grundlagen der sogenannten britischen
Seeherrschaft wie einst so auch heute nicht
auf den Gesetzen des Völkerrechts, sondern
au? frivolster und frechster Willkür beruhen.
Einem solchen Seeräuberstaat gegenüber
kann man es nicht bei papiernen Protesten
und freundschaftlichen „Unterhaltungen"
mit dem Ziel gütlicher Auseinandersetzung
bewenden lassen, sondern muß schon zu stär
keren Methoden greifen, die eine dauer
hafte Wirkung versprechen. Die Neutralen
müssen sich entscheiden, denn jede weitere
Nachgiebigkeit bedeutet Unterwerfung un
ter die Willkür und den schamlosen Terror
Englands.
, Unsere eigene Abrechnung mit England
' wird nicht auf sich warten lassen.
Deutsche Flieger iw Angriff.
Wieder errgļische Borpostenschiffe beschädigt und versenkt
postenschiff „Tartan" aus Grimsby, 20 Klm.
nordöstlich von dem Leuchtschiff „Cromer",
schwer beschädigt. >
Während der Angriffe kam es — immer
dem „Telegraaf" zufolge — zu zahlreichen
Gefechten mit englischen Jagdmaschinen. U.
a. wurde auf der Höhe von Scarborough
eine förmliche Luftschlacht geliefert, bei der
die deutschen Maschinen sich den niedrigen
Wolkenstand zunutze machen konnten. Deut
sche Verluste hat der „Telegraaf" nicht zu
melden. 25 Klm. südlich von Flamborough
Head wurde ein unbekanntes Schiss von
einer größeren Anzahl von Flugzeuge« an
gegriffen und erhielt mehrere Treffer.
Ebenso erging es mehreren anderen Schif
fen in der gleichen Gegend. Nachmittags
sandte auch ein unbekanntes Schiff in 20
Klm. Abstand von Northlongstone SOS.-
Rufe aus.
Englischer Tankn lorpedierî
DNB. Rom, 2g. Februar. Der britische
Petroleumdampser „Imperial Transport"
(8022 BRT.) ist torpediert worden. Das
Schiff wurde in zwei Teile gespalten. Die
Besatzung hatte auf dem rückwärtigen Teil
Zuflucht gesucht und wurde nach drei Tagen
von einem Kriegsschiff gerettet.
Das dänische Motorschiff „Tietgen" ist in
Aarhuus durch einen Brand zerstört wor
den.
Amsterdam, 20. Febr. In London wird
amtlich bestätigt, daß das Dazwischentreten
englischer Jagdflieger bei einem heutigen
Angriff der deutschen Verbände keine Ver
luste an deutschen Maschinen zur Folge
hatte. Die Angriffe entfalteten sich nach der
englischen Darstellung zwischen Northum
berland und Sussolk. Hilferufe von Schiffen
wurden u. a. vor der Küste von Norfolk und
aus einer Entfernung von 30 Meilen vor
der Noröseeküste aufgefangen.
Nach einer Darstellung des Amsterdamer
„Telegraaf" haben sich die deutschen Ueber-
fälle im Lause einer Stunde abgespielt. Das
Blatt beschreibt, wie kurz vor halb ein Uhr
(holländischer Zeit) deutsche Bombenflug
zeuge die Nordsee in der Richtung nach der
englischen Südostküste überquerten. Auf der
Höhe von Aork griffen sie das erste englische
Vorpostenschiff an, das von seinen „Abwehr
waffen" Gebrauch machte. Unweit von dem
Leuchtschiff „Nordhinder" sah ein englisches
Vorpostenschiff ein Geschwader von Bom-
benwerfern auf sich zufliegen und eröffnete
sofort das Feuer auf sie aus einem Geschütz
von kleinem Kaliber. Die deutschen Maschi
nen griffen nacheinander etwa sechs eng
lische Fahrzeuge dieser Art bei der Küste
von Jork und Norfolk an. Bald wurden
dann auch in Hull Notsignale eines Kutters
aufgefangen, der durch Bombensplitter ge
troffen war. Etwas später wurde das Vor-
Euglandsatzri bringt den Tod
DNB. Oslo, 21. Febr. Halbamtlich wird
mitgeteilt: Man nimmt an, daß der in Ber
gen beheimatete Dampfer „Hop" (1365
BRT.) mit der ganzen 17köpfigen Besatzung
verloren gegangen ist. Der Dampfer ver
ließ Bergen am 3. Februar mit dem Ziel
England.
DNB. Amsterdam, 21. Febr. Wie die hol
ländische Schiffahrtszeitung „Scheepvaart"
berichtet, ist der norwegische Dampfer
„Start", der vor längerer Zeit einen eng
lischen Hafen verlassen hatte, immer noch
nicht^an seinem Bestimmungsort eingetrof
fen, so daß man Schiff und Besatzung als
verloren aufgegeben hat. Die ,,Start" war
1168 BRT. groß und gehörte einer Osloer
Reederei.
Die Schiffahrtszeitung berichtet weiter,
daß der 4291 BRT. große griechische Damp
fer „Pelinaion" Mitte Januar in der Nähe
der Bermuda auf Strand gelaufen und in
zwei Teile zerbrochen sei. Das Schiff ge
hörte einer Reederei auf Chios.
Der griechische Dampfer „Ellin" (4917
BRT.) ist 60 Seemeilen von Finisterre ent
fernt gesunken. Die 26 Mann starke Be
satzung wurde durch einen Fischdampfer ge
rettet.
Der Dampfer „Ellin" ist nicht mit dem
ebenfalls griechischen Dampfer „Elli" (1114
BRT.) zu verwechseln, von dem am 1. Fe
bruar gemeldet wurde daß er gescheitert ist.
Zer britische Schifssftieöhof
DNB. Athen, 21. Febr. In Piräus ein
getroffene griechische Seeleute teilten mit,
daß sie bei der Einfahrt nach London in
Gravesend allein 15 große völlig zerstörte
Dampfer gezählt hätten. Ebenso haben sie
gesehen» wie Neger, Mulatten usw. gefes
selt au Bord ihrer Schisse gebracht wurden,
die als Heizer Dienst tun.
Reuter meldet Untergang
von zwei großen neutralen Schiffen.
DNB. Amsterdam, 20. Febr. Reuter mel
det aus London: Unter den neutralen
Schiffen, die in der vergangenen Woche
sanken, befanden sich auch zwei Schiffe, de
ren Untergang bis jetzt nicht gemeldet wor- 1
den war, und zwar ein finnisches und ein
norwegisches Schiff. Bei dem finnischen
Schiff handelt es sich um den Dampfer
„Wilja" (6672 BRT.), der infolge einer
Explosion unterging. Die ganze Besatzung
wurde gerettet. Das norwegische Schiff
hatte den Namen „Sangstad" (4297 BRT.),
28 Mann der Besatzung und ein Passagier
wurden gerettet.
Der belgische Petroleumdampser „Laurent
Meeuse" (429 BRT.) ist bei Blissingen auf
Strand gelaufen,' ein Schlepper zur Hilfe
leistung ist unterwegs.
Der spanische Dampfer „Banderas", 2140
BRT., ging nach einer Explosion 10 Kilo
meter von Kap Villano entfernt unter.
Von den 29 Mann der Besatzung verloren
22 das Leben.
Der Kapitän der „Altmark" gab am
Dienstagabend der deutschen Oeffentlichkeit
durch den Rundfunk einen anschaulichen
Bericht über das schändliche Piratenstück
des englischen Zerstörers „Cossack".
Der belgische Verkehrsmiuister teilte mit,
daß sich Belgiens Handelsflotte infolge
Englands Krieg bisher um mehr als V»
verringert habe.
Die Eintreibung von Kriegsbeihilfen im
englischen Kolonialreich macht selbst vor öen
ärmsten Negervölkern nicht halt. So wur
den in Matabeland (Rhodesien) durch
Zwangsverkäufe der Rinder von den ein
geborenen Viehzüchtern 1100 Pfund erpreßt.
Oslo. Zu den Erklärungen des Königs
von Schweden schreibt „Dagbladet", der Kö
nig stelle sich damit völlig hinter die Neu
tralitätspolitik der schwedischen und nor
wegischen Regierungen und wende sich da
mit gleichzeitig gegen die von England ge
gen den Norden gerichtete Propaganda.