»--«»-> T»-»M / Spaziergang am OsLerabenZ
»Es wird Zeit", mahnte der Vater.
»Ein paar noch", bettelte Gustel. Blau leuch
tete es im Rasen von Veilchen, und der Junge
sammelte eifrig.
Lächelnd ließ ihn der Vater gewähren. Bald
aber rief er: „Nun ist's genug! Sonst reicht's
nicht für unseren Osterspaziergang.
Schnell raffte Gustel noch ein paar Veilchen
auf und kam dann über den Rasen her ange
sprungen. Mit glühenden Wangen und leuch
tenden Augen und hielt dem Vater das Körb
chen unter die Nase. „Da, riech mal, fein —
was?"
Bring sie der Mutter, wasch dir die Hände
und hol deine Mütze! Gustel eilte hinein. Der
Vater blickte im Garten umher, der sorgfältig
gepflegt, im ersten Sprossen stand, dann trat
er zu einem Beet, auf dem Osterlilien schlank
und golden sich ins Licht reckten. Eine hing ein
wenig das Köpfchen, der Stil war zarter als
die der anderen und nah vorm Knicken. Nasch
nahm er ein Stückchen aus dem Rosenbeet,
steckte es in die Erde und band es sorgfältig
mit ein wenig Vast fest.
Als er noch sinnend darauf niedersah, um
faßten ihn von links und rechts her zwei
Arme. Mit dem Jungen war auch seine Frau
herausgekommen. Leise schlichen sie heran, ihn
Au überaschen. Er wandte sich um und sah in
frohe, lachende Gesichter. Einen Augenblick
vergaß er sein Vorhaben und gab sich der
Freude des Beieinanderseins hin.
„Wie ähnlich ihr euch seht", sagte er, „das ist
mir früher nie so aufgefallen." Das blonde
Haar, die helle Gesichtsfarbe, — und auch von
ihrer Lieblichkeit hatte der Junge sein Teil
mitbekommen. „Zu weich für einen Knaben",
dachte er, „da muß Eisen ins Bluk."
Ihm fiel etwas ein. „Du hast doch meinen
Auftrag richtig ausgeführt?" „Ja, Vater."
»Es ist sehr wichtig, aber ich brauche wohl nicht
nachzufragen. — Ich vertraue dir."
Gustel wich seinem Blick aus. Es schien dem
Vater, als wäre er leicht erblaßt. Was bedeu
tete das?
Er drängte zur Eile. Bald ließen sie die
Stadt hinter sich und schritten aufwärts. Im
mer zwischen Knicks dahin, die von einem zar
ten, grünen Schleier übersponnen waren, der
im Licht glänzte. Es hatte früh geregnet und
eine köstliche Frische lag über dem stillen
Land, der sich ein kräftiger Erdgcruch von den
Aeckern her zugesellte. Im ersten Grün stan
den die Wiesen, von zarten Frühlingsblumen
übersäet.
Sie horchten auf den Vogelfang. Von jeher
waren ihre Wanderungen reich an Beob
achtung und Erleben gewesen, heute aber wa-
Ņ ihre Herzen gehalten. Ueber dem Spazier-
àg am Osterabend lag schon etwas von der
"^ihe des hohen Festes.
Sie bogen vor dem Walde ab und gingen
weiter ins Land hinein, immer auf Feld- oder
Landwegen. Als sie auf der Höhe angekom
men, fingen die Glocken an zu läuten. — Sie
blieben stehen und sahen nach der Stadt hin
unter, die, fast verborgen, hinter den Hügeln
ļag, sahen einen Ausschnitt der hell schim
mernden Förde und darüber den hochauf-
îagenden Kirchturm. Von ihm ging die
»— — —
botschaft hinaus, deren Klängen sie hingegeben
lauschten.
„Verstehst du auch, was Ostern bedeutet",
fragte der Vater.
„Ja", kam zögernd die Antwort. — Freilich,
so recht nicht.
„Es ist wohl noch zu schwer für deine elf
Jahre. Wir erleben aber doch schon hier auf
Erden eine Auferstehung. In jedem Jahre/
„Du meinst in der Natur", erwiderte Gustel.
„Im Frühling".
„Gewiß. Weißt du noch, wie die Hecke im
Winter aussah? Schwarz und dürr. Nun
sprießt an ihr zartes Grün. — Und gar der
Wald! Wie abgestorben lag er da, düster und
schwermütig. Nicht lange, und er wird in
neuer Herrlichkeit erstehen. Wir glauben —
Gustel hörte nichts mehr. Er biß herzhaft in
einen großen Apfel, den die Mutter ihm als
Neisezehrung in die Tasche gesteckt, und seine
Gedanken liefen zu ihr zurück. Ob sie schon bei
den Vorbereitungen für den Abend war? Im
vorigen Jahr war es fein gewesen, — was sie
sich diesmal wohl ausdenken würde?
Nach kurzem Stillschweigen fing der Vater
wieder an, Gustel wurde aufmerksam: „Meinst
du Fritz Bartel, Vater, der im Gefängnis
sitzt?"
„Ja. Seine Zeit ist um. In diesem Falle
könnte man auch von Auferstehung sprechen.
Der Gefängnisgeistliche hat geschrieben, daß er
ein anderer geworden, und die Eltern möchten
gut mit ihm sein. — Man erlebt das so sel
ten."
Sie hatten den Rückweg angetreten und gin
gen auf anderen Pfaden als vorhin. — Gustel
dachte eben darüber nach, ob Fritz Bartel auch
einen netten Osterabend haben würde. Die
Mutter, die so oft andern eine Freude berei
tete, könnte ihm ja auch etwas schicken. Viel-
t
leicht ein paar gefärbte Eier, das würde khn
doch freuen. Da sagte der Vater aus seinen
Gedanken heraus, an denen er weiter gespon
nen:
„Er hat erst nicht bekennen wollen. So lange
sich aber ein Mensch in seinem Unrecht ver
stockt, so lange wird er keine Ruhe finden."
Gustel blieb zurück und machte sich an sei
nen Schuhbändern zu schassen.
Der Vater blieb nach einigen Schritten auch
stehen, um auf ihn zu warten. Als der Junge
sich langsam aufrichtete, fiel dem Vater sein
verstörtes Aussehen auf. „Fehlt dir etwas?"
fragte er. Gustel sah verlegen zur Seite und
antwortete nicht. Dem Vater kam das auf
fällig vor. Wo war die zutrauliche, offene
Art des Kindes geblieben? Alle Liebe und
Sorgfalt der Eltern vereinigte sich auf Gustel.
Der Vater nahm den regsten Anteil an Spiel
und Arbeit, er glaubte, sein volles Vertrauen
zu besitzen.
Im Weitergehen fiel ihm eine Sache ein, die
sich im Frühherbst zugetragen. Seinem Nach
bar Madsen wurde ein häuslicher Streich ge
spielt. An einem dunklen Abend war sein
ganzes, wertvolles Birnenspalier nicht nur
geplündert, sondern auch heruntergerissen und
verdorben. Beim Flüchten — die Fußstapfen
waren deutlich erkennbar — hatten die Täter
auch hohe, gepflegte Rosenstöcke niedergebro
chen. Zwei Knaben waren gefaßt. Sie hatten
ausgesagt, daß Gustel dabei gewesen, er aber
hatte es heftig in Abrede gestellt. Man hatte
ihm geglaubt. Sollte doch etwas daran sein?
Die festliche Stimmung war verflogen. Der
Junge war gedrückt, der Vater beunruhigt,
doch wollte er nicht am heutigen Tage die Sache
zur Sprache bringen. Dazu fand sich wohl eine
geeignetere Stunde.
Sie kamen durch neue Anlagen. Den Vater
hatte eine starke Müdigkeit befallen, er nahm
auf einer Bank Platz, die etwas verborgen
hinter Gebüsch stand. Gustel sah dem Gärtner
Ostersonntag im Elztal/Schwarzwald.
Augen, die so seltsam aufblitzen konnten — das
Şes hatte er schon einmal, gesehen, aber wo?
Als der Ingenieur in das Büro kam, ließ
er sich die Papiere des Joseph Schmitz heraus
suchen. Kopfschüttelnd gab er sie zurück. Ganz
plötzlich trat scharfumrissen die untersetzte Ge
stalt seines früheren Brotherrn vor sein in
neres Auge. Eine seltsame Aehnlichkeit, zwei
fellos, oder mehr?
Seit Joseph Schmitz mit der Möglichkeit zu
Rechnen hatte, daß die Arbeiten hier vielleicht
schon bald, vielleicht in Monaten ruhen wür
den, wurde das Drängen seines Herzens hef
tiger,' einmal wollte er Mathildental auf
suchen. Wenn er Sonntagnachmittags hier
aufbrach, daß er um die Dämmerung aus dem
Wal'de über Segenhaus trat, dann sah er das
Elternhaus vor sich liegen, konnte bleiben, bis
vie Schleier der Nacht es einhüllten, und nur
Uoch der rauschende Fluß tief unter ihm sein
Ļied sang. Immer leidenschaftlicher spann er
u« diesem Plan,' wenn er die Augen schloß,
konnte er die malerischen Hügel zum Greifen
deutlich vor sich liegen sehen.
Heute wollte er es tun! Mit diesem Vorsatz
tvachte er eines Sonntags auf. Er begriff sich
selbst kaum, daß er so lange gezögert hatte. Es
U>ar doch kein Wagnis dabei, er kannte Weg
Und Steg und konnte die breite Straße mei
den, auf verschwiegenen Waldwegen sich ganz
Uahe heranpirschen. Das Grab der Mutter
wollte er erst abends auf dem Rückweg be
suchen, denn der Weg zum Kirchhof führte mit
ten durch das Dorf.
Joseph Schmitz saß beim Mittagessen, als
seine Wirtin hereingestürzt kam. Eine Kutsche
sei vorgefahren, der Herr Ingenieur lasse ihn
mitten, herauszukommen. Die tiefe, senkrechte
Falte grub sich über die Nasenwurzel des Ar
beiters. Was wollte der Ingenieur am Sonn
ig? Er stand auf und ging die Treppe hinun
ter, ohne besondere Eile. In der Haustür
sprang der Hund seiner Wirtin an ihm empor,
kr wehrte ihn lachend ab und — stand vor dem
Water. Leidenschaftlich bohrten sich die beiden
Augenpaare, die sich so ähnlich sahen, inein
ander, als wollten sie sich nie wieder loslassen.
Wie davon angezogen, wie im Traum machte
Joseph die paar Schritte bis zum Wagen. Er
wollte etwas sagen und brachte kein Wort über
die Lippen. Seine Hand griff nach dem Wagen
schlag wie nach einem Halt — sein Vater fing
sie auf und hielt sie fest. „Joseph — du bist
es wirklich —?"
„Wußtest du denn, Vater —?"
„Der Ingenieur kam heute in aller Frühe.
Er war über zwei Jahre bei mir in der Fa
brik. Die Aehnlichkeit, sagte er —", dem alten
Manne versagte plötzlich die Stimme. „Ich
komme dich holen, Joseph, oder magst du nicht
mitkommen?"
„Du — mich? Ja, hast du denn nicht gehört,
wie weit ich es gebracht habe, Vater?"
Da gewann die brüchige Stimme des alten
Mannes etwas von der ehernen Kraft frühe
rer Jahre. „Daß du ein fleißiger Arbeiter bist,
habe ich gehört. Konnte mir Lieberes ge
schehen? War nicht das einzige, das zwischen
uns stand, daß du die Früchte der Arbeit ern
ten wolltest, ohne den Schweiß und die Mühe
kennen gelernt zu haben?"
Wie ein Blitz schlug das Wort in Josephs
Herz: War nicht alles, was er in diesen Mo
naten dunkel empfunden hatte, damit in Worte
gefaßt? Er drückte die Hand des alten Man
nes in tiefer Bewegung. Wieder tauchten ihre
Blicke ineinander.
War es möglich — Joseph Schmitz fuhr auf
der Landstraße mit seinem Vater in einem
Landauer. Er hielt die Hand des alten Man
nes,' sie sprachen nicht, und waren doch inni
ger verbunden als durch alle Worte der Welt.
Erst als sie in das Städtchen einbogen, das
sie durchqueren mußten, riß Joseph seine
Augen von dem Landschaftsbild los.
„Vater," fragte er, „was ist aus Mariechen
geworden? Weißt du es?"
Da glomm zum erstenmal der Schein eines
Lächelns in den ernsten Augen des Alten auf,
„Beinahe eine alte Jungfer, Joseph, du
kommst noch gerade zur Zeit."
Ein Schluchzen drang aus der Brust des
Sohnes, das dem Vater die Augen feuchtete
Er umschlang den Alten und küßte ihn. Das
war nicht mehr geschehen seit — ja, seit wann?
Frrderierarra
Der in der Mitte.
Während seines Aufenthalts in Neiße 1766
besah der Alte Fritz eine damals neu errich
tete Irrenanstalt.
Bei der Führung durch die verschiedenen
Gebäude schritt der Direktor dem König auf
einer Wendeltreppe voran, die auf eine zum
Spaziergang der Kranken bestimmte Terrasse
emporführte. Hinter seinem königlichen Herrn
folgte ein Adjutant.
„Sag' Er doch," wandte sich der König an
den Direktor, „wie bekommt er die Narren
diese >engen Stiegen herauf?"
„Ein Führer geht voran, einer bildet den
Beschluß und der Narr geht in der Mitte."
„So, so ... ei, ei ... da wollen wir beim
Hinuntersteigen doch lieber die Plätze wech
seln," sagte der Alte Fritz zur größten Bestür
zung des Direktors.
Nach Verdienst.
Ein Kollegium erhielt einst vom Könige den
Auftrag, ihm eine Liste von allen denjenigen
Personen einzuschicken, die eine Pension be
kämen. In dieser Liste war eine Rubrik über
schrieben: „Was sie dafür tun?"
Unter den Pensionären befand sich ein Herr
von Calzabigi, der die Zahlenlotterie, durch
die der Preußische Staat damals große Ein
nahmen bezog, eingerichtet hatte
Das Kollegium schrieb nun bei diesem Herrn
in jene erwähnte Rubrik:
„Thut garnichts!"
Der Alte Fritz bemerkte am Rande kurz und
bündig: * V
-Hat schon gethaut
Ernst Fröhlich:
„Das Şrab îşi Lese —"
Es geht ein Beten durch die Welt:
Dank, Herr, für deine Güte,
Die segnend uns den Tag erhellt
Und Knospe neben Knospe stellt
Zu neuer Frühlingsblüte!
Groß Freuen ist in jeder Brust,
Die andachtsvoll sich weitet,
Indes der Fuß durch Glanz und Blust
Und Sonnengold und Liederlust
Vom Tod ins Leben schreitet.
„Das Grab ist leer der Held erwacht!"
Laut jubelt's allerwegen
Bei Glockenklang und Himmelspracht —
Vorüber sind jetzt Sturm und Nacht,
Nun geht's dem Licht entgegen!
zu, der Pflanzen einsetzte, doch bald schien er
dessen müde und setzte sich zum Vater.
Ein wenig weiterhin saßen zwei Männer.
Der Jüngere von ihnen fing an zu sprechen,
— stockend und abgebrochen kam es heraus:
„Wie der verlorene Sohn — bin ich heimge
kommen. — Ich hoffte — du würdest mich —
freundlich aufnehmen. Wie der Vater im
Gleichnis. — Mutter hat mir vergeben — aber
du — glaub mir doch," — seine Stimme erstickte
in Schluchzen — „wenn ich nur Arbeit bekom
me, so" —
„Wir wollen das Beste hoffen", erwiderte der
Alte, und seine Stimme zitterte. — Sie standen
auf und gingen weiter.
„Fritz Bartel war es", sagte Gustel erregt.
Wenn der arme Mensch doch nur Arbeit be
kommt!"
„Ich will ihm helfen", sagte der Vater, der
eben darüber nachsann. „Er kann Sachen für
mich abschreiben, — er hat ja auf einem Büro
gearbeitet. Und dann will ich mich für ihn
verwenden. — Komm, wir wollen weiter
gehen."
„Wie gut der Vater ist", dachte Gustel. Er
kämpft mit sich, ob er ihm sein Herz ausschüt
ten sollte. Nachdem sie wieder eine Strecke
gegangen, faßte er den Vater am Arm und
sagte schüchtern: „Du — ich möchte — dir etwas
sagen." — Sie blieben stehen, der Vater sah
forschend seinen Jungen an.
„Ich habe auch etwas getan, etwas Unrechtes,
meine ich. Damals, du weißt — als Herrn
Madsen —*■ die Birnen" er hielt inne.
„Ich hätte es dir nicht zugetraut. Wie kamst
du dazu?"
„Es waren noch mehr aus unserer Klasse
dabei, die nicht gefaßt sind. Sie redeten mir
zu, — es sollte ein großer Spaß werden. Als
sie anfingen, sich zu raufen, habe ich mich da
vongemacht. Sie haben mich dafür nachträg
lich verprügelt."
„Weshalb hast du es nicht wenigstens ehrlich
eingestanden?" fragte der Vater streng.
„Weil ich mich doch so furchtbar geschämt
habe. Ich meine, weil so viel ruiniert war
dabei."
Dem Vater fuhr blitzschnell ein Gedanke
durch den Kopf. Mußte er sich nicht selbst
einen Teil der Schuld zuschreiben? Er hatte
wohl den Knaben seelisch zu sehr gespannt, ihm
zu wenig Spielraum gelassen, um seine Jun
gennatur auszutoben. Vielleicht hatte die
Verlockung so viel stärker gewirkt, weil er ihn
so strenge gehalten, — das mochte ihm auch
das Gestehen schwer gemacht haben.
„Wenn es dir leid ist, läßt es sich wieder gut
machen. — Du gehst — am besten gleich — zu
unserem Nachbar, bekennst und bittest ihn um
Verzeihung. — Ich werde ihm deinen Anteil
am Schaden vergüten."
Gustel sah vor sich nieder und scharrte mit
dem Fuß auf der Erde. Tränen liefen ihm
über die Backen.
„Fürchtest du dich, soll ich mit dir gehen?"
Gespannt sah der Vater seinem Kinde ins
Gesicht. Wenn es jetzt versagte —
Gustel schluckte ein wenig, dann sah er dem
Vater in die Augen: „Das wäre doch feige. Ich
geh lieber allein."
„Das ist brav. Feigheit hätte ich dir nie ver
ziehen." Er zog den weinenden Jungen an
sich. „Kann ich dir in Zukunft vertrauen?"
„Ja, Vater, flüsterte Gustel und schmiegte
sich an ihn.
„Wahrhaftigkeit adelt, merk dir's fürs Le
ven!"
Er ließ den Knaben aus dem Arm gleiten.
Bewegten Herzens gingen sie heimwärts.
Oesterlrche Wanderschaft
Zu österlicher Wanderschaft
Sucht mich das Herz zu lenken:
Die tiefste Wurzel saugt schon Kraft,
Den Knospenzweig zu tränken:
Dem Bach in lenzlich frohem Lauf
Ist jeder Pfad zu enge:
Nun wacht die ganze Jungwelt auf
Im Rausche der Gesänge.
Von Maiwuchs träumt der alte Wald,
Bereit, sich frisch zu schmücken:
Jubelnden Himmel will er bald
Mit Blütengruß beglücken:
Die Ostersonne tritt hervor
Zu Auferstehungsstunöen:
Da rollt der Stein vom Gräbertor:
Tod, du bist überwunden!
Max BittŞ