Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Srtzleswitz-Hollîeinische 
129. Jahrgang. / Nr. 87. / Zweites Blatt. 
Landeszeitung 
Lìcndsburger LLgebüUt 
Dienstags den 11. April 1936. 
Wechsel in der Leitung des 
Forstamtes 
Feierlich gestaltete sich die Verabschiedung 
des bisherigen Leiters des Forstamtes Rends 
burg, des Preußischen Forstmeisters Hugo 
Johannsen, der infolge Erreichung der 
Altersgrenze in den Ruhestand tritt. Neben 
dem Preußischen Landforstmeister Rave vom 
Regierungsforstamt Schleswig und dem neuen 
Dienststellenleiter waren sämtliche Beamten 
und Angestellten erschienen. Nach anerken 
nenden Worten für die seit 16 Jahren im 
Forstamt Rendsburg geleistete Arbeit über 
reichte der Landforstmeister dem scheidenden 
Forstmeister die Abschiedsurkunde. Diese ist 
vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler 
persönlich unterschrieben und vom Reichs- und 
Preußischen Landesforstmeister, Minister 
präsident Goring, gegengezeichnet. Namens 
der Beamten und Angestellten sprach Preuß. 
Nevierförster Otto Lange aus Elsdorf den 
Dank für das vorbildliche Zusammenwirken 
innerhalb des Forstamtes aus. Als äußeres 
Zeichen der Anerkennung übergab er ein Bild 
des Führers mit Widmung. Forstmeister 
Johannsen war tief ergriffen,' ihm ging der 
Abschied aus dem ihm lieben Dienst und von 
den Mitarbeitern sehr nahe. Dem neuen 
Dienststellenleiter, Forstassessor Müller, 
wurden vom Landforstmeister die Dienst 
geschäfte übergeben und die Beamten und An 
gestellten zu treuer Pflichterfüllung und Mit 
arbeit in der bisherigen Weise durch Hand 
schlag verpflichtet. Müller ist seit 1930 beim 
Regierungsforstamt in Schleswig als Assessor 
tätig gewesen. Ihm find die Verhältnisse in 
Rendsburg somit nicht unbekannt. Forst 
meister Johannsen verzieht nach Plön. Er 
lebt dann in der Nähe seiner Geburtsstätte 
Sophienhos bei Preetz. 
Ostern 1936. 
Das Osterwetter konnte Kummer bereiten. 
Am Vorabend: Regen gefällig? Da war er 
schon! Hagel —'Graupeln — Schnee? Ebenso! 
Und als wir am ersten Feiertag morgens 
durchs Fenster schauten, bot sich den Blicken 
eine weihnachtlich-winterliche Welt, in der 
die Blumen und Blüten froren. Im Laufe des 
Bormittags löste sich das winterliche Bild auf. 
Am zweiten Festtag benahm sich das Wetter 
besser. Kühl aber, um nicht zu sagen kalt, war 
es die beiden Ostertage. 
In den Kirchen erging wieder die großen und 
ewigen Trost verheißende Osterbotschaft. Eine 
Andacht fand am Ostersonntag nachmittags 
um 4 Uhr auf dem Neuwerker Friedhof statt. 
Wegen der ungünstigen Witterung war sie in 
die Kapelle verlegt. Vor Beginn spielte der 
kirchliche Posaunenchor unter Leitung seines 
Dirigenten Bergmann auf dem Friedhof ei 
nige Choräle und Motetten. Nach dem Gesang 
des Chorals „Ich sage es jedem, daß er lebt 
und auferstanden ist" verlas Propst Abraham 
das Osterevangelium aus dem Markus-Evan 
gelium im Kap. 16. Dann hielt er eine An 
sprache. Die Andacht klang aus mit dem Cho 
ral „Jesus lebt, mit ihm auch ich!" 
Festtäglicher Besuch ist meist wieder abge 
reist. Der Alltag tritt für Familie und Arbeit 
wieder in sein Recht — und hoffentlich nun 
auch der Frühling. 
* * * 
* Die Einschulung der schulpflichtigen Kin 
der findet nicht am morgigen Mittwoch, son 
dern erst am Donnerstag, dem 16. April, vor 
mittags von 9 Uhr an, in den einzelnen 
Volksschulen statt, wie aus einer Bekannt 
machung hervorgeht. Das hängt zusammen 
mit der Eröffnung der Grundschulklassen in 
der Adolf-Hitler-Schule. 
* Ein Fahrraddieb gefaßt. Am 28. März 
wurde am Rickerter Weg in Büdelsdorf ein 
fast neues Herrenfahrrad, Marke „Miele", ge 
stohlen. Als Täter konnte von der Büdels- 
dorfer Gendarmerie ein Lehrling ermittelt 
werden. Das Rad wurde in der Wohnung der 
Eltern des Täters in Rendsburg gefunden 
und beschlagnahmt. 
* Wieder zwei Fahrraddiebstähle. Erst am 
Sonnabend konnte von zwei Fahrraödiebstüh- 
len berichtet werden. Jetzt sind schon wieder 
Zwei Fahrräder in Rendsburg gestohlen. Am 
Freitagvormittag, zwischen 7 und 9 Uhr, wurde 
vom Flur eines Hauses der Königstraße ein 
Damenfahrraö, Marke „Tell / W. K. C.", ent 
wendet. Vor einigen Nächten zwischen 1 und 
3 Uhr kam vom Flur eines Wirtschaftsbetrie 
bes ein Herrenfahrrad, Marke „Tornado", ab 
handen. 
* Drei Autos zusammengestoßen. Am Sonn 
dbendnachrnittag gegen 5.15 Uhr ereignete sich 
Rendsburg, den 14. April 1936. 
in der Torstraße, in der Nähe des Schloß 
platzes, ein Verkehrsunfall. Ein Büdelsdorfer 
Personenauto hielt vor einem Hause. Ein 
hiesiges Kraftdreirad kam aus Richtung 
Schleuse, aus entgegengesetzter Richtung ein 
auswärtiges Personenauto, das angeblich 
einen Radfahrer überholte und deshalb zu 
weit nach links fuhr. Dabei stieß es mit dem 
Kraftdreiraö zusammen und dieses hinwieder 
um prallte gegen das haltende Auto. Alle drei 
Autos wurden leicht beschädigt. Personen 
kamen nicht zu Schaden. 
* Unfälle. Am Ostermontagvormittag wollte 
der landwirtschaftliche Gehilfe Martin F. in 
Klint bei Rendsburg ein junges Pferd von 
der Hofstelle in den Stall bringen. Dabei er 
hielt er von dem Pferd einen Hufschlag vor 
die Brust. Er erlitt Rippenbrüche mit Ver 
letzung der Lunge und wurde mit dem Rends- 
burger Sanitätsauto ins städtische Kranken 
haus gebracht. — Am Ostermontagnachmittag 
wurde der 6jährige Jürgen L. in der Nien- 
stadtstraße von einem Radfahrer angefahren 
und zu Fall gebracht. Der Junge erlitt da 
bei einen Bruch des rechten Unterschenkels. 
* Gcbnrtstagsständchen. Der Ww. Johanna 
Aufenbauer, wohnhaf Königstratze 1, die am 
Ostermontag 96 Jahre alt wurde, brachte ein 
Quartett des kirchlichen Posaunenchors am 
Geburtstage ein Morgenstündchen. 
* Büdelsdorf, 14. April. Seinen 80, Ge 
burtstag begeht am 16. April Christian Kirch 
hofs. Er war 35 Jahre bei der Firma Thor- 
mann & Ungnad. Kirchhofs, der in Büdels 
dorf, Branötstraße 26, gewohnt hat, wohnt jetzt 
in Hamburg-Langenhorn bei seinem Schwie 
gersohn. Seine Rüstigkeit ist erstaunlich. Die 
„Schleswig-Holsteinische Landeszeitung" ist 
seine Brücke zur alten Heimat. 
Büdelsdorf, 14. April. Die Gehilfenprüfung 
bestand vor dem Prüfungsausschuß der Uhr 
macherinnung in Schleswig der Uhrmacher 
lehrling Hans Schnack, Menzelstraße 12. Lehr 
herr war Uhrmachermeister Alfred Horst. 
schwerverletzten Frau und ein kleiner Junge, 
sowie die Insassen des anderen Kraftwagens 
blieben glücklicherweise unverletzt. Der Kraft- 
wagen, der beim Ausweichen vor dem verun 
glückten Wagen im Chausseegraben landete, 
kam ohne nennenswerten Schaden davon. 
Sittlichkeitsverbrecher festgenommen. 
Treia, 13. April. Von der Gendarmerie 
wurde ein hiesiger Einwohner wegen eines 
schweren Sittlichkeitsverbrechens festgenom 
men und dem Amtsgerichtsgefängnis in 
Schleswig zugeführt. Er hatte ein sechsjähri 
ges Mädchen in seine Wohnung gelockt und sich 
dann an dem Mädchen sittlich schwer vergan 
gen. Der Verhaftete ist geständig und hat die 
ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen 
zugegeben. 
Aus StopelUofon 
sa. Wohlde, 14. April. Beim Kükenbrüten 
hatte ein hiesiger Einwohner ganz besonderes 
Pech. Von unberufener Hand wurde an der 
elektrischen Brutmaschine gedreht, so daß alle 
1200 Eier, die sich darin befanden, verbrüht 
wurden. 
Itcds itmds&uzfy 
ar. Osterrönfeld, 13. April. Als Abschluß 
seiner Winterarbeit veranstaltete der Turn- 
und Spielverein am Ostersonntage ein öffent 
liches Schauturnen bei Bielfeldt. Zur Haupt 
sache führten die Knaben- und Mädchenriege 
ihre Fertigkeiten im Turnen vor. Es war eine 
Freude zu sehen, wie die Kinder unter der ge 
schickten Leitung unseres Turnlehrers Preetzer 
scheinbar durch Spielen Gewandtheit und Ge 
schicklichkeit in der Beherrschung ihres Körpers 
erlangt haben. Am Abend fand für die Er 
wachsenen ein Vereinsvergnügen statt, aus 
welchem von Mitgliedern die zweiaktige platt 
deutsche Komödie „Dat .bessere Mädchen'" von 
I. Borcherdt unter großem Beifall aufgeführt 
wurde. Der Besuch war sehr gut. Das Turnen 
der Männer ruht augenblicklich, da dieselben 
sich mehr dem Fußballsport widmen. 
ar. Ostenfeld, 13. April. Gründung einer 
Freiwilligen Feuerwehr. Am Donnerstag 
wurde hier eine Freiwillige Feuerwehr ge 
gründet, der sofort 23 Mann beitraten. Der 
Versammlung wohnten der Kreiswehrführer 
Hansen und der Wehrführer Urban bei. Zum 
Brandmeister wurde Gastwirt Tank und zum 
Löschmeister M. Bahr ernannt. Die Frei 
willige Feuerwehr des Amtsbezirks Osterrön 
feld besteht somit aus sechs Löschzügen. 
R. Nortorf, 12. April. Das Landjahrheim 
Waldheim am Brahmsee wird in diesem 
Jahre wieder mit 60 Jungens belegt werden. 
Voraussichtlich kommt die Belegschaft aus dem 
Rheinland, und zwar aus dem Kölner, Wies 
badener und Koblenzer Gebiet. 
kraftwagen überholen. Der Kraftwagen kam 
dabei ins Rutschen, überrannte einen Kilo 
meterstein und fuhr in voller Fahrt gegen 
einen Baum. Bei dem schweren Anprall wurde 
der Wagen so stark beschädigt, daß er abge 
schleppt werden mußte. Der Lenker des Kraft- 
wagens, Bankdirektor M. aus Schleswig, eine 
in den mittleren Jahren stehende Einwohnerin 
aus Kiel und deren etwa sechsjähriges Töchter- 
chen erlitten mehrere schwere Verletzungen. 
Sämtliche Verletzten wurden sofort dem städti 
schen Krankenhause in Schleswig zugeführt. 
Die übrigen Mitfahrer, der Ehemann der 
Neuer Lehrer. Lehrer Helmers-Drage, wel 
cher einige Jahre die erste Klasse verwaltete, 
wurde als Hauptlehrer und Organist an die 
Schule zu Lassahn ü. Ratzeburg berufen. Hel 
mers hat bereits seine neue Stelle angetreten. 
An seine Stelle in Drage tritt zum Schulbe 
ginn der Lehrer und Organist Stuhr Reinicke, 
Süderstapel. Reinicke war vor ein paar Jahren 
schon einmal in Drage als 2. Lehrer. Die 
Ilmira Einlttmf % Das hat wohl schon jeder 
* 1 aigiM „ rinmal von uns gehabt. Es 
•“ 8 ™ ,8Äfla ™ E ®* ä “ aïìS ™^^ gibt ja auch so viele Dinge, 
über deren Qualität man sich beim Einkauf kein richtiges Urteil 
bilden taun, weil alle Anhaltspunkte fehlen. Man braucht nur ein 
mal an Schokolade, Kaffee oder — Zahnpaste zu denken. Sie alle 
müßte man eigentlich vor dem Einkauf ausprobieren: Hier aber gibt 
es eine Sicherheit: den guten Ruf, den eine Marke hat. Und Chloro- 
doni hat diesen guten Ruf nun schon seit 29Jahren- Zur Qualität 
von Cblorodont kann man deshalb getrost Vertrauen haben. 
Aus den Rends&uzgzz JCiMsfUettUcatecn. 
80 Jahre alt wurde in den Ostertagcn der 
Rentier August Gülke in Osterrönfeld. G. 
war viele Jahre Besitzer von „Green's Hotel" 
in Rendsburg. Seit Jahren schon wohnt er 
hier. Ein besonderes Verdienst hat er sich 
durch die Aufforstung großer Gebiete mit Tan 
nen erworben. Er ist geistig wie körperlich 
noch außerordentlich rüstig, lar.) 
Meisterprüfung zweier Brüder. Die Mei 
sterprüfung bestanden mit gutem Erfolg vor 
der Prüfungskommission der Handwerkskam 
mer zu Flensburg die beiden Söhne des Bau 
unternehmers Hermann Reese, Bordesholm. 
Der Sohn Werner legte die Prüfung für das 
Maurerhandwerk, der Sohn Günter für das 
Zimmerhandwerk ab. (es.) 
Kceis Schleswig 
Segelfahrten aus der Schlei. 
es. Schleswig, 11. April. Die diesjährigen 
Segelfahrten auf der Schlei werden am 3. Mai 
mit dem Ansegeln beginnen. Am 9. und 
10. Mai wird eine Geschwaderfahrt zur Ein 
weihung des neuen Bootshauses in Arnis 
stattfinden. Den Abschluß der Maiveranstal- 
tuugen wird eine gemeinsame Pfingstfahrt 
bilden. Für die weiteren Sommermonate sind 
außer der „Schleiwoche" eine Bereinsregatta 
und eine Reihe von Geschwaderfahrten in 
Aussicht genommen. 
Beim Uebcrholeu aus der Landstraße 
schwer verunglückt. 
cs. Schleswig, 14. April. Auf der Eckern- 
förder Landstraße ereignete sich am Ostersonn 
abend gegen 19 Uhr ein schweres Verkehrs 
unglück, bei dem mehrere Personen erheblich 
verletzt wurden. Kurz vor dem nach dem Dorfe 
Stexwig an der Schlei führenden Weg wollte 
ein vom Süden kommender Schleswiger Per 
sonenkraftwagen einen anderen Personen- 
Jn der Elektra: 
Henker, Frauen und Soldaten. 
Ein Titel, der viel verspricht. Für den Hen 
ker mutz ein grausamer Bolschewikenkomman 
deur Modell stehen, und zwar aus den Nach 
kriegsjahren, als eine dünne Kette deutscher 
Freiwilliger im Ostland kämpfte. In einer 
Schar von Frauen hebt sich Charlotte Susa her 
vor, deren Herz zwischen zwei Männern 
schwankt und zwischen ihren Schicksalen bebt. 
Soldaten, deutsche und russische, bilden das 
eigentlich handelnde Element des Films. 
Einen von dem Gang der Ereignisse — die 
mit dem Waffenstillstand einsetzten und durch 
die Teilrevolte beschleunigt wurden — ent 
täuschten deutschen Soldat, einen Offizier, ver 
körpert Hans Albers. Erst sieht man ihn 
als Flieger in Asien, dann, mit Ende 1918, eine 
Weile in ziviler Resignation und zuletzt als 
Freiwilligenführer im Osten. 
Es ist der Ankündigung gemäß ein Aben 
teurerfilm, der sich denn auch der Erlaubnis 
zur Ausschmückung bedient. Albers tritt in 
einer Doppelrolle auf, und gleich in einer ge 
gensätzlichen: als deutscher Freiwilligenführer 
und bolschewistischer Befehlshaber. Die beiden 
Personen sind Vettern, und eine Vetternähn 
lichkeit soll die Vorbedingung für die seltsame 
Doppelrolle ergeben. Eine natürliche Notwen 
digkeit sind Doppelrollen nicht und ebenso 
wenig eine künstlerische. Sie sind lediglich als 
Kunststück der Darstellung zu werten. 
Albers macht seine Sache nicht übel. Seine 
überragende Rolle, die des deutschen Offiziers, 
spielt er rauh und herzlich, wie man es von 
ihm kennt,' mit derber Männlichkeit und einem 
Stich ins Großjungenhafte, dem man nicht 
gram sein kann. 
Filme mit Soldaten des Weltkrieges müssen 
sich aus naheliegenden Gründen davon hüten, 
ein über alles Lob erhabenes Heldentum allzu 
malerisch zu bieten. Darum hätte in diesem 
Falle auf die Apotheose des nach so vielen Ge 
fahren und so großer Bewährung vom Pferde 
sinkenden und sterbenden Helden wohl verzich 
tet werden können. Wenn er weiter tapfer in 
die Kampflinie sprengen und die Frage nach 
seinem Los offenbleiben würde, so wäre dies 
wahrscheinlich ein noch mehr befriedigender 
Schluß. 
Im Vorprogramm wird dem Naturfreund 
mit dem Film von Ameisen unter dem Ver 
größerungsglas eine ungewöhnliche Freude 
bereitet. Es klingt unglaublich, daß es im 
Ameisenhaufen auch eine Ameisenfeuerwehr 
gibt. Im Film sieht man die staunenerregende 
Fähigkeit der Ameise in dieser Hinsicht. # 
In der Schauburg: 
Liebeslied. 
Ein Film, der in vielem den beliebten 
Kiepura-Filmen ähnelt^ sowohl in der Hand 
lung als auch in der musikalischen und gesang 
lichen Anlage. Hauptdarsteller sind der Tenor 
der Mailänder Scala, Ziliani, Fita Benkhoff, 
Carola Höhn und Paul Hörbiger. Wer die 
Empfehlung der Mailänder Scala mitbringt, 
dem darf man schon überdurchschnittliche Ge 
sangsleistungen zutrauen. Zilianis strahlen 
der Tenor hat ausgiebig Gelegenheit, sich zu 
entfalten. Fita Benkhoff ist eine ausgezeich 
nete Partnerin, gleich anziehend in Stimme, 
Erscheinung und Spiel. Carola Höhn spielt 
eine Rolle, die für eine Ida Wüst geschrieben 
sein könnte, und die Feststellung, daß sie sie 
spielt, wie wohl auch die Wüst sie gespielt 
haben würde, sei gleichzeitig Würdigung und 
Note für ihre Darstellung. 
Rein schauspielerisch ist wohl Hörbiger die 
Glanznummer dieses Films. Er läßt alle 
Minen seiner Kunst springen. Die Handlung 
ist ein harmloses, aber erfolgreiches Bombar 
dement auf das Zwerchfell der Besucher, Ge 
sang und Musik sind Ohrenschmaus. 
Recht gut gefällt der Film von unsern Sing 
vögeln. 
* 
In den Tonhallen 
Mädchenräuber. 
Die Tonhallen-Lichtspiele sicherten sich für 
das Osterfest und die folgenden Tage mit dem 
Lustspielschlager „Mädchenräuber" ein aus 
verkauftes Haus. Pat und Patachon, das däni 
sche Komikerpaar, hat die Hauptrolle inue. 
Ein Lachsturm löste den anderen ab. Das ist 
weiter nicht verwunderlich, denn diese beiden 
sind geradezu vorbestimmt im Heraufbeschwö 
ren der urkomischsten Situationen. Was soll 
man weiter sagen? Es ist eben ein hundert 
prozentiger Pat-und-Patachon-Film, in dem 
diese volkstümlichen Komiker alle Register ih 
res Könnens ziehen. Wenn sie sich als „Auto- 
großschlachtereibesitzer" oder als Meister 
schütze, als Kunstreiter oder als „Mädchen- 
räuber" betätigen, dann kennt die Heiterkeit 
keine Grenzen. Jeder Filmbesucher, ob er 
wollte oder nicht, ging mit vergnügten Mie 
nen aus dem Theater. 
Von den übrigen Darstellern sind besonders 
Gertrud Voll, Eugen Rex, Paul Westermeyer 
und Trude Hesterberg zu nennen, die dem 
Film einen guten Rahmen geben. 
Aus dem Vorprogramm ist ein Kulturfilm 
„Die Menschen ändern sich" als sehr wertvoll 
zu bezeichnen. Dieser Bildstreifen, in dem 
übrigens Originalaufnahmen aus den Jahren 
1900—1928 verwertet wurden, führt die Gegen 
sätze der früheren Jahre zur Jetztzeit vor Au 
gen. Man kann nicht umhin, über die Moden 
und das Gehabe der damaligen Zeit zu 
lächeln und über die vernünftige Lebens 
weise und Kleidung der jetzigen Genera 
tion zu freuen. Alles in allem: Ein Ostcrpro- 
gramm, das im Zeichen des Lachens steht. 
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