Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Erniedrigung 
der Ausfuhrpreise 
«Die Notwendigkeit eines ganz energischen 
Eingriffes in das Preisgefüge der markt 
beherrschenden Monopoluntcrnehmen." 
Der „Deutsche Volkswirt" brachte in einer vor- 
ņ>ochigen Ausgabe lNr. 27) einen bemerkenswerten 
Beitrag zum heutigen Währungsproblem. Ausführ 
lich wurde begründet, warum „auch heute weder an 
eine Durchlöcherung der Grundlinien des Neuen 
Plans noch an eine Devalvation gedacht werden" 
könne. 
Ein Privatclearing (als Gegenvorschlag anstelle 
^es völlig verbürokratisierend wirkenden Neuen 
Plans) würde in unmittelbarer Folgewirkung — so 
1D Uïôe entkräftigend betont — bei dem starken, bis- 
durch die Regulierung der Einfuhr in Schran 
kn gehaltenen Hunger nach Auslandswaren ein 
starkes Aufgeld und damit die Bevorzugung der 
Einfuhr solcher Waren sein, die das Aufgeld am 
dichtesten zu tragen bereit sind,' dieses sind weniger 
^e unentbehrlichen Rohstoffe, sondern vor allem 
Eenuß- und Lebensmittel und bestimmte Luxus- 
waren. — Bei der Abwertung um einen gewissen 
Prozentsatz stünde dahin, ob in nennenswertem 
Ataße eine Steigerung der deutschen Ausfuhr ein 
träte, solange die Welt nicht grundsätzlich zu einer 
wesentlichen Ausweitung des internationalen Han 
dels bereit ist. 
Der „Deutsche Volkswirt" leugnet nicht, daß das 
Zutsche Preisniveau gegenüber dem Ausland in 
Ordnung gebracht werden müsse. Wir befänden uns 
^ber in einer Uebergangszeit, welche Maßnahmen 
endgültig ergriffen werden, so sind sie eine Frage 
öes Ausmaßes und der politischen Kraft. 
Wir schälen den Kern dieses Artikels, der bereits 
Ende voriger Woche gebracht wurde, nachmals her 
aus als Plattform des Verständnisses für die un 
ausbleibliche 
Rückantwort, 
öie wir jetzt in dem 2. Aprilheft der „Deutschen 
Volkswirtschaft" lNr. 11, 1836) finden. 
Nach einführenden Worten über das Wesen der 
Abwertung wird zunächst das wichtige Zugeständ 
nis gemacht, daß die innere Lage in Deutschland 
nicht den Voraussetzungen für eine künstliche Ab 
wertung der Reichsmark entspreche, <da wegen der 
Devisenknappheit der Bedarf einer Reihe von Wa- 
^en größer sei als das Angebot und die Erzeugung 
deutscher Neustoffe teurer zu stehen komme als der 
ausländische Rohstoff, somit also die wichtige Vor 
aussetzung sinkender bzw. gleichbleibender Preislage 
uicht gegeben sei. Diese aTtsache sei aber nicht das 
Wesentliche. 
Die Kernfrage des Problems jedoch ist die der 
Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer so spürbaren 
Steigerung der deutschen Ausfuhr, daß der Devisen- 
^ņd Goldstock der Reichsbank wieder anwächst. Um 
uut der Entwertung unserer Hauptkonkurrenten in 
Jnduftrieerzeugnisausfuhr Schritt halten zu 
können, gibt es den Weg der Gewährung von Ex- 
störtbeihilfen oder den der Devalvation. Das An 
wachsen der Ausfuhrmengen in 1938 hat bewiesen, 
daß eine Herabsetzung des Goldwertes unserer Aus- 
şuhrpreise durch Beihilfen dieses Anwachsen maß- 
üblich beeinflußt hat. Damit, daß man sagt, daß 
das deutsche Preisniveau dem Ausland gegenüber 
»irgendwie" und irgendwann einmal in Ordnung 
^bracht werden müsse, ist gar nichts getan. Die Ab 
wertung des Goldwertes des englischen Pfundes, 
drs Dollars, usw., also der Länder, die in der Jn- 
dustriewarenausfuhr unsere Hauptkonkurrenten 
stud, sind eben Tatsachen, denen Rechnung getragen 
werden muß. Eine Abwertung der deutschen Mark 
statte natürlich die Folge der Verteuerung der Roh 
stoffe, was fstr den Konsum besonders im Hinblick 
auf die Textilpreise fühlbar würde. Es ist aber sehr 
die Frage, ob eine ausreichende Versorgung des 
Marktes, wenn unsere Devisenlage besser wäre, 
selbst bei einer Abwertung die Preise noch weiter 
steigen würde. Die Behauptung aber, daß das 
ganze inländische Preisgefüge und die Löhne bei 
einer Abwertung in Bewegung geraten würden, ist 
im Hinblick auf die Ausmaße übertrieben, und die 
Benutzung des Ausdruckes „gefährliches, psychologi 
sches Moment" ist Panikmacherei. Aber gleichgültig, 
ob das System der Beihilfen oder der Abwertung 
angewandt wird, so liegt die Entscheidung nicht al 
lein in diesem oder jenem Entschluß. 
Wir haben fortgesetzt die Notwendigkeit eines 
ganz energischen Eingriffes in das 
Preisgefüge der marktbeherrschenden Mono 
polunternehmen 
gefordert. Die Bilanzen für 1938 zeigen mit gera 
dezu erschreckender Deutlichkeit, daß unsere gesamte 
Argumentation nur allzu berechtigt war. Die hin 
ter dem Schutze von Syndikats- und Kartellmauern 
erzielten Ueberpreise sind noch größer, als man ver 
muten konnte. Die Gewinnausschüttungen, die stil 
len und offenen Reserven, die großen Konzernpa 
kettransaktionen beweisen, daß die Mittel der be 
teiligten Kreise, nachdem sie 1933 noch Stein und 
Bein gejammert hatten, wieder sehr groß gewor 
den sind, nachdem die Arbeitsbeschaffung ihnen Ge 
winnchancen ohne eigenes Zutun zuführte. In der 
Lage, in der Deutschland heute ist, sind aber weder 
hohe Reserven noch hohe Dividenden noch hohe 
Preise — auch nicht zum Zwecke der Selbstfinan 
zierung — gerechtfertigt, sondern sowohl die Löhne 
und Gehälter als auch die Einkommen und Gewinne 
aus gewerblicher und industrieller Tätigkeit müs 
sen auf das niedrigste nur denkbare Matz beschränkt 
bleiben,' vielleicht wäre es besser, wenn die publi 
zistischen Mitläufer der „Wirtschaft" sich damit be 
fassen wollten. Man muß schon an die Quellen und 
den Ursprung der Preisgestaltung überhaupt zu 
rückgehen. Das ist die Lösung des „irgendwie", das 
in Ordnung gebracht werden muß. Die Entwicklung 
der Dinge in Deutschland geht deshalb — ob die 
Betroffenen es wollen oder nicht — mit eiserner 
Konsequenz auf den energischen staatlichen Eingriff 
in die gebundenen Preise los. Die verarbeitende 
Industrie wartet nur darauf, und gerade sie bestrei 
tet den Großteil unserer Ausfuhr. Und diese Lösung 
der Frage der inneren Preisgestaltung ist augen 
blicklich viel wichtiger als die ganze Währungsfrage, 
denn erst, wenn die Syndikats- und Kartellpreise 
bas unterste erreichbare Niveau erreicht haben, wird 
sich zeigen, wie groß die Spanne unseres Gesamt 
preisniveaus im einzelnen gegenüber dem Ausland 
noch ist und wieweit ein Ausgleich durch diese oder 
jene Maßnahme noch notwendig sein wird. Ob 
Neuer Plan oder Privatclearing ist nicht entschei 
dend. Elementares Gesetz unserer gegenwärtigen 
Lage ist, daß die Devisenlage durch Erhöhung der 
Ausfuhr verbessert werden muß, und die Kardinal 
frage ist, wieweit und wodurch die Gestaltung unse 
rer Ausfuhrpreise dazu beitragen kann. Daß die 
Kontrolle über Einfuhr und Kapitalausfuhr bei 
behalten werden muß, solange die Reichsöank nicht 
ihre devisenpolitische Freiheit wiedererlangt hat, 
ist klar. 
Die Auftraggeber in der BaruoirLschaft 
Tiefbau vorherrschend, Wohnungsbau im Hintergrund. — Reichsarbeitsbeschassung im Auslaufe». 
Nach dem üblichen Jahresüberblick der Bau- und 
Bodenbank hat die Bauproduktion 1933 die vorjäh 
rige wert- und mengenmäßig um ein Drittel über 
holt, mengenmäßig den Stand der Hochkonjunktur 
erreicht. Indessen bleibt ihr Wert von ca. 6,90 bis 
7,66 Mdn. hinter dem von 1929 noch um 13 Proz. 
zurück. Der Anteil am Gesamtwert der Jnöustrie- 
bruttoerzeugung von MM 56—68 (50—53) Mdn. stieg 
1935 auf 13 (10) Proz. — Der öffentliche Vau, der 
vornehmlich den Tiefbau einschließt und gegen 1934 
um 50 Proz. auf 4)4—5 Mdn. stieg, hat seinen An 
teil an der Bauproduktion auf 66 (60) Proz. gestei 
gert, während auf den Wohnungsbau nur noch 22 
(27) Proz. und auf den gewerblichen Bau 12 (13) 
Proz. entfielen. In der letzten Hochkonjunktur wa 
ren die drei Zweige dagegen ungefähr gleichbe 
rechtigt. 
Im öffentlichen Tiefbau spielte der allgemeine 
Straßen- und Wegebau doch noch eine größere 
Rolle als der Krastsahrbahncn-Ausbau, der indessen 
als Hauptpunkt des Vauprogramms 1936 (Fertig 
stellung von 1000 Klm., 600 Mill. Investitionen) an 
gesprochen wird. Kanal-, Staubecken-, Brückenbau 
ten usw. nahmen ihren Fortgang. Auch hier dürfte 
das neue Jahr Erweiterungen bringen. Großen 
Anteil habe der Bau von Kasernen und Verwal 
tungsgebäuden der Wehrmacht gehabt. Den gewerb 
lichen Bau rechten die Verbreiterung der heimischen 
Rohstoffbasis (Treibstoff- und Zellwolle-Erzeugung, 
Magdeburger Zinkanlage) und Jndustrieverlage- 
rungen (z. B. Brandenburger Opelwerke) an. und 
bis zu einem gewissen Grade auch die bessere Er 
tragslage. Rund die Hälfte der industriellen Bau 
tätigkeit sei auf die chemische, die Maschinenindustrie 
und den Kohlenbergbau entfallen, einiges auch auf 
den landwirtschaftlichen Silobau. Mit Ersatzinvesti- 
tionen sei freilich die Wirtschaft im Rückstand ge 
stalt. Ausgezahlt waren bis Ende 1935 MM 4718 
Mill., davon in 1935 nur noch rö. 705 Mill., wäh 
rend die Auszahlung 1934 fast 2,5 Mdn. und 1935 
etwa 1,5 Mdn. betrug. Der Ziffernvergleich zeigt 
unverkennbar, daß die Arbeitsbeschassung dieses 
Typs sich in 1935 im Auslaufen befand. Von der 
Gesamtsumme von mehr als 5 Mdn. wurden 1888 
Mill, im Wege der Wechselvorfinanzierung beschafft, 
davon 1257 Mill, über die Oeffa, 338 Mill, über die 
Rentenbank-Kreditanstalt. 220 Mill, über die Bau- 
uud Bodenbank, 63 Mill. MM über die Siedlungs 
bank und 20 Mill, über sonstige Kreditinstitute. 
Ausgezahlt waren hiervon bis Ende 1935 rd. 1764 
Mill. Für Auszahlungen im lfd. Jahr wären da 
nach rechnerisch noch 128 Mill, verfügbar und fer 
ner 259 Mill, aus Haushaltsmittel, also insgesamt 
883 Mill. Jedoch sind 220 Mill, zur Einlösung der 
Zinsvergütungsscheine, die mit einem Viertel in 
zwischen bereits erfolgte, abzusondern, ferner grö 
ßere Beträge, bei denen sich nur noch die Endab 
rechnung bis ins laufende Jahr hineinzog. Der tat 
sächliche Arbeitsvorrat hat infolgedessen Ende 1935 
nur noch ungefähr 60 Mill, betragen. Während des 
Auslanssjahres hat in stärkerem Umsang schon die 
Einlösung der Wechsel begonnen, und zwar mit 
über 700 Mill, bis Ende 1935, davon 491 Mill, auf 
den Oeffa-Anteil, bei der damit 42 Proz. der Ge 
samtfinanzierungssumme eingelöst sind. 
blieben, eine stärkere Steigerung der gewerblichen 
Neubautätigkeit sei vorerst nicht zu erwarten. 
Im Wohnungs- und Siedlnngsba« bewahrte der 
Kleinhausbau das Uebergewicht, aber der Anteil 
der Kleinhäuser an sämtlichen neuen Wohngebäu 
den ging doch auf 75 (79) Proz. zurück, u. a. viel 
leicht, weil die Kleinsiedlung wohl infolge einer ge 
wissen Ueberbelastung mit „Jnstanzenzügen" nicht 
im erhofften Tempo vorankam. Der Bau großer 
Mietblocks sei wenig umfangreich gewesen, entspre 
chend dem geförderten Uebergang zu aufgelockerter 
Bauweise. Die Wohnungsbaufinanzierung erfor 
derte insges. 1600 (1500) Mill., davon brachte rd. 
600 (400) Mill, der organisierte Realkredit auf, 200 
bis 220 (275) Mill, die öffentliche Hand und rd. 800 
(850) Mill, standen als Privathypotheken, Eigenka 
pital, Stundungen, Zwischenkredite usw. zur Ver 
fügung. Der unkündbaren Tilgungshypothek wird 
das Wort geredet. Bei einer Beschränkung der Kre 
ditgewährung aus zweite Hypotheken könnten die 
Bausparkassen für den Vau von Eigenheimen und 
Kleinhäusern eine wichtige Aufgabe erfüllen. Bei 
der Krisenfestigkeit dieser Objekte sei hierin eine ge 
fährliche Risikocrhöhung nicht zu erblicken. Bei Ge 
schoßbauten sei allerdings das höhere Risiko nach 
stelliger Hypotheken nicht zu verkennen. Für die 
neue Bausaison stehen an öffentlichen Mitteln noch 
rd. 160 Mill, zu Auszahlungen und ferner rd. 140 
Mill, sür Bewilligungen zur Verfügung. 
Die Durchführung der Arbeitsbeschassung. 
Bis Ende 1934 waren die bereitgestellten Mittel 
bekanntlich bereits größtenteils für bestimmte Vor 
haben belegt, so daß für 1935 nur noch ein relativ 
geringer Spielraum zur Verfügung stand. Diese 
Mittel sind in Jahresfrist um MM 43 auf 5093 Mill, 
leicht gestiegen, und zwar durch weitere Grundför 
derungsbeiträge der Arbeitslosenverstcherungsan- 
Bierflaschsuuormuug 
Sämtliche Flaschen, die vom 1. Aprtl 1936 an neu 
hergestellt werden, müssen mit einer Bezeichnung 
des Raumgehalts versehen sein, die sie entweder 
außen am Flaschenboden oder auf dem Zylinder 
mantel tragen. Künftig dürfen überhaupt nur noch 
drei Bierflaschengrötzen hergestellt werden. Von die 
sen hat die Flaschengröße von 0,7 Liter in der Nord 
mark eine verhältnismäßig geringe Bedeutung, so 
daß praktisch nur zwei Flaschengrößen, und zwar 
von 0,5 und 0,33 Liter in Frage kommen. Auch die 
Schankgefäße für Bier werden auf bestimmte Grö 
ßen beschränkt. Soweit Schankgefäße unter 1 Liter 
in Frage kommen, sind in Zukunft nur solche mit 
einem Inhalt von 0,2, 0,25, 0,3, 0,4 und 0,5 Liter ge 
stattet. Diese Bestimmung bringt eine Reihe von 
heute üblichen Schankgefäßen zum Verschwinden. 
Waggonweiser Vrennstofsbezug 
Vom Reichskohlenrat ist bestimmt: Ein Brenn 
stoffverbraucher, der mindestens eine Wagenladung 
von 15 To. Brennstoffen ab Werk, Umschlageplatz 
oder Stapelplatz abnimmt, kann diese Brennstoffe 
von jetzt ab bis auf weiteres mit folgender Maß 
gabe beziehen: Die Bestellung ist bei einem Syn 
dikat einzureichen. Das Syndikat bestimmt den 
Lieferer unter möglichster Wahrung des seitherigen 
Anteils an den Bezügen des Liesergebiets. Bezüge, 
bei denen es sich nicht um innerhalb des Jahres 
regelmäßig wiederkehrende Lieferungen handelt, 
sind auf die Zeit bis 31. August 1936 beschränkt. 
Die Bestellungen für solche Bezüge sind spätestens 
am 30. Juni 1936 einzureichen. Der Kaufpreis ist 
vor Lieferung der Brennstoffe zu entrichten. 
Neues Krankenversicherungsrecht 
Der versicherungsrechtliche Ausschuß der Akade 
mie für deutsches Recht, unter dem Vorsitz von Ge 
neraldirektor Dr. Ullrich (Gotha), beschäftigt sich seit 
einiger Zeit mit der gesetzlichen Regelung des pri 
vaten Krankenversicherungsrechts. Dieses Rechtsge 
biet ist bisher im Versicherungsvertragsgesetz vom 
30. Mai 1908 nicht behandelt. Das neugeschaffene 
Recht der Krankenversicherung ist als besonderer 
Abschnitt in das Versicherungsvertragsgesetz einzu 
bauen. Der Entwurf wird den zuständigen Reichs- 
Ministerien zugeleitet werden. 
^°ginn der Husumer Magerviehmärkte 
Am Donnerstag, dem 16. April, beginnen in Hu- 
şbin die Frühjahrs-Magerviehmärkte, die dann all 
wöchentlich bis zum 18. Juni abgehalten werden. 
s. Hademarschen, 11. April. Der Fcrkelmarkt 
Md in dieser Woche nicht statt. — 80 Schweine mit 
rnem Durchschnittsgewicht von 260 Pfund pro 
^ück kamen in dieser Woche zum Versand. 
^hehoer Fcrkelmarkt vom 14. April 1936 
..Auftrieb 379. Handel mittel, Markt vorausstcht- 
nch nicht geräumt. Preise: 1. 76—80, 2. 72—76, 
a. 68—72, 4. 50—68. 
Zieler Ferkelmarkt vom 11. April 
Preise: pro Pfund Lebendgewicht 0,65—0,72 MM, 
Stück 16.00—27.00 MM und darüber. Läufer- 
şchweine pro Pfund 0,50 MM. Auftrieb: 71. Handel 
waßig rege. 
beider Marktbericht vom 11. April 
-.Milchkühe 400—460 MM, Kalbkühe 400—500 MM, 
Mbquien 350—450 MM, Fehrkühe 300—400 MM, 
Ochsen 120-160 Mott, 1)4jähr. Ochsen 160 bis 
3«, 2jähr. Ochsen 220-280 MM, Kälber 40-50 
das Stück. Handel mäßig. — Winterweißkoyl 
f , 5,— MM, Winterrotkohl 6—7 MM, Wirsing 
kohl 8,50 MM. 
®tttc neue Ausführungs-Anweisung zu der Ver 
ordnung über Handelsbeschränkuuge« besagt, daß 
mr die Untersagung des Handels mit Gegenständen 
os täglichen Bedarfs und für die Schließung von 
Geschäftsräumen der Landrat, in kreisfreien Städ- 
ett der Oberbürgermeister zuständig ist. Gegen 
ìe Untersagung des Handels und die Schließung 
o«n Geschäftsräumen ist binnen zwei Wochen Be- 
>Ģwerde an den Reg.-Präs. zulässig. Vor der Ent- 
'cheidnng erster oder zweiter Instanz kann die In 
dustrie- und Handelskammer und die der Markt 
ordnung bienende zuständige Stelle des Reichs 
nährstandes gehört werden. 
Bauerràrîcht vorr btt Geest 
An sich gehören im Frühjahr die Nachtfröste bei 
uns zur Tagesordnung. Mit Ausnahme der Kar 
toffel sind unsere heimisch gezüchteten Agrarpflan 
zen so beschaffen, daß sie davon ein gewisses Maß 
ohne wesentlichen Schaden überstehen. Wenn in 
dessen, wie in den letzten Tagen, die Temperatur 
unterschiede zwischen Tag und Nacht zu groß wer 
den, das heißt wenn am Tage hohe Temperaturen 
herrschen und nachts bis zu —4 Grad Bodenfrost 
einsetzt, bann treten dennoch bedenkliche Schäden ein. 
Die bis dahin gut entwickelten Gräser auf Weiden 
und Wiesen zeigen bereits eine schwache Verfär 
bung, und auch der Roggen zeigt in seiner Entwick 
lung schon einigen Stillstand, stellenweise sogar of 
fenbaren Rückgang. „Den verfrühten Frühling auf 
der Geest soll der Deubel holen", sagt der Geest 
bauer. — Dennoch veranlaßte das vorher gelinde 
Wetter manchen Bauern dazu, die gekeimte Früh 
kartoffel zu setzen. In einem Fall konnte festgestellt 
werden, daß Frühkartoffeln schon aufgelaufen sind. 
Um die Pflanzen vor weiterem Schaden zu bewah 
ren, hat der Betreffende bas Stück mit einer star 
ken Lage Pferdedung befahren. Hafer und Gemenge 
sind zum weitaus größten Teil bestellt worden. Ein 
Mangel an Rauhfutter besteht in diesem Frühjahr 
nicht. Im Gegenteil, viele Bauern konnten sogar 
noch größere Mengen an Wiesenheu, das im Vor 
jahr überaus reichlich gewachsen war, verkaufen. 
In vielen Fällen war die Heeresverwaltung ein 
guter Abnehmer. Sogar an Stroh war in diesem 
Winter auch auf der Geest kein Mangel. 
Durch Abschluß recht vieler Mastverträge hat sich 
die Schweinemast auf der Geest zahlenmäßig wie 
der etwas gehoben. Vereinzelt ist von einigen Be 
trieben auch die Kartoffelmast mit gutem Erfolg 
aufgenommen worden. Vom Anbau der Sützlupine 
hört man noch wenig. Beim Anbau von Lands 
berger Gemenge bevorzugt man auf der Geest, so 
weit sie weniger kleefähigen Boden hat, die Unter 
mengung mit Winterwicken. — Der Handel mit 
Magervieh bewegt sich bisher in bescheidenen Gren 
zen. Ob sich die Nachfrage darin aus eigenen Be 
stünden sür die Marsch decken läßt, ist bisher noch 
nicht zu übersehen. Die Rindviehbestände machen 
im allgemeinen einen guten und gepflegten Ein 
druck bei allen Jahresklassen. Die Nachfrage nach 
Kälbern stockt, dagegen ist der Handel in Ferkeln 
und Jungschweinen sehr lebhaft. — Die Gärten 
sind zum weitaus größten Teil bestellt, Obstbäume 
zeigen viele und früh entwickelte Fruchtknospen. 
Im Anbau von Steckrüben gewinnt die Sorte von 
Heinkenborstel mehr Interesse als bisher. In einem 
Fall wurden zur Samengewinnung Markstamm 
kohlstauden in größeren Mengen verpflanzt. Die 
Geest will Regen haben, denn in der reichlichen 
Menge von Niederschlägen im Winter und Früh 
ling und im Mai jeden zweiten Tag besteht das 
Geheimnis unserer Ertragfähigkeit. 
Einfuhr dänischer Rinder 
aus 4090 Stück wöchentlich erhöht 
Während im Februar und März die Einfuhr dä 
nischer Rinder nach Deutschland wöchentlich etwa 
3300 Stück betrug, wird diese Ziffer für den Rest 
des Aprils nach Ostern auf 4000 vermehrt werden. 
Diese Kunde kommt den dänischen Landwirten sehr 
gelegen,' denn sie sehen sich genötigt, alle überschüs 
sigen Rinder abzustoßen, da der Vorrat an Futter 
rüben infolge der Mißernte nur noch sehr gering ist. 
Oie kìkelmârkte 
in Zer Woche vom 6 bis 11 April 1936 
Marktplätze 
Gruppe » 
Leck 
Niebüll . , 
Bredstedt 
Flensburg 
Durchschnitt 
Gruppe II 
Husum 
Schleswig 
Rendsburg 
Tckernfördk 
Kiel . 
Nortors . 
Neumünster 
Durchschnitt 
1293 
1136 
Gruppe Ill 
tzademarsch. 
Heide . 
Meldorl . . 
Itzehoe. . . 
Schnelsen . 
Altona. . . 
Wandsbek . 
Durchschnitt 
Dorw. 
Gruppe IV 
Bramstedt . 
Kaltenkirch. 
Segeberg . 
Oldesloe . . 
Ratzeburg 
Mölln . . . 
Schwärzend. 
Durchschnitt 
Prei, e 
ui JLM ie Stück 
4—6 |ö —81 üb. 8 
W. W I W. 
,6 1 
15 18 
19 21 
14 18 
16 20 
15-18 
16-18 
16-18 
16 18 
1« 1 
18 21 
2123 
18 24 
16-27 
20 23 
17 22 
18 20 
19-23 
18-22 
i ^ie V»kg 
-eicht ichw 
60-75 
70 76 
65-72 
Marktverlau 
Handel Räumung 
60 75 
65 69 
65-72 
72-/5 64 68 
24-27 
24-26 
20 22 
24 30 
22-30 
1051 
1356 
16-18 
15 18 
18 22 
17-22 
22 30 
20-28 
21 23 
23-26 
72-77 
67-70 
gut 
r. langsam 
geräumt 
oeräumt 
gut 
lebhaft 
gut 
maß. rege 
gut 
Mittelmaß. 
flott 
schlepp. 
ruhig 
r. lebhaft 
mittelmäß. 
geräumt 
zl. geräumt 
geräumt 
geräumt 
geräumt 
i geräumt 
geräumt 
n geräumt 
n. geräumt 
geräumt 
geräumt
	        
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