Erniedrigung
der Ausfuhrpreise
«Die Notwendigkeit eines ganz energischen
Eingriffes in das Preisgefüge der markt
beherrschenden Monopoluntcrnehmen."
Der „Deutsche Volkswirt" brachte in einer vor-
ņ>ochigen Ausgabe lNr. 27) einen bemerkenswerten
Beitrag zum heutigen Währungsproblem. Ausführ
lich wurde begründet, warum „auch heute weder an
eine Durchlöcherung der Grundlinien des Neuen
Plans noch an eine Devalvation gedacht werden"
könne.
Ein Privatclearing (als Gegenvorschlag anstelle
^es völlig verbürokratisierend wirkenden Neuen
Plans) würde in unmittelbarer Folgewirkung — so
1D Uïôe entkräftigend betont — bei dem starken, bis-
durch die Regulierung der Einfuhr in Schran
kn gehaltenen Hunger nach Auslandswaren ein
starkes Aufgeld und damit die Bevorzugung der
Einfuhr solcher Waren sein, die das Aufgeld am
dichtesten zu tragen bereit sind,' dieses sind weniger
^e unentbehrlichen Rohstoffe, sondern vor allem
Eenuß- und Lebensmittel und bestimmte Luxus-
waren. — Bei der Abwertung um einen gewissen
Prozentsatz stünde dahin, ob in nennenswertem
Ataße eine Steigerung der deutschen Ausfuhr ein
träte, solange die Welt nicht grundsätzlich zu einer
wesentlichen Ausweitung des internationalen Han
dels bereit ist.
Der „Deutsche Volkswirt" leugnet nicht, daß das
Zutsche Preisniveau gegenüber dem Ausland in
Ordnung gebracht werden müsse. Wir befänden uns
^ber in einer Uebergangszeit, welche Maßnahmen
endgültig ergriffen werden, so sind sie eine Frage
öes Ausmaßes und der politischen Kraft.
Wir schälen den Kern dieses Artikels, der bereits
Ende voriger Woche gebracht wurde, nachmals her
aus als Plattform des Verständnisses für die un
ausbleibliche
Rückantwort,
öie wir jetzt in dem 2. Aprilheft der „Deutschen
Volkswirtschaft" lNr. 11, 1836) finden.
Nach einführenden Worten über das Wesen der
Abwertung wird zunächst das wichtige Zugeständ
nis gemacht, daß die innere Lage in Deutschland
nicht den Voraussetzungen für eine künstliche Ab
wertung der Reichsmark entspreche, <da wegen der
Devisenknappheit der Bedarf einer Reihe von Wa-
^en größer sei als das Angebot und die Erzeugung
deutscher Neustoffe teurer zu stehen komme als der
ausländische Rohstoff, somit also die wichtige Vor
aussetzung sinkender bzw. gleichbleibender Preislage
uicht gegeben sei. Diese aTtsache sei aber nicht das
Wesentliche.
Die Kernfrage des Problems jedoch ist die der
Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer so spürbaren
Steigerung der deutschen Ausfuhr, daß der Devisen-
^ņd Goldstock der Reichsbank wieder anwächst. Um
uut der Entwertung unserer Hauptkonkurrenten in
Jnduftrieerzeugnisausfuhr Schritt halten zu
können, gibt es den Weg der Gewährung von Ex-
störtbeihilfen oder den der Devalvation. Das An
wachsen der Ausfuhrmengen in 1938 hat bewiesen,
daß eine Herabsetzung des Goldwertes unserer Aus-
şuhrpreise durch Beihilfen dieses Anwachsen maß-
üblich beeinflußt hat. Damit, daß man sagt, daß
das deutsche Preisniveau dem Ausland gegenüber
»irgendwie" und irgendwann einmal in Ordnung
^bracht werden müsse, ist gar nichts getan. Die Ab
wertung des Goldwertes des englischen Pfundes,
drs Dollars, usw., also der Länder, die in der Jn-
dustriewarenausfuhr unsere Hauptkonkurrenten
stud, sind eben Tatsachen, denen Rechnung getragen
werden muß. Eine Abwertung der deutschen Mark
statte natürlich die Folge der Verteuerung der Roh
stoffe, was fstr den Konsum besonders im Hinblick
auf die Textilpreise fühlbar würde. Es ist aber sehr
die Frage, ob eine ausreichende Versorgung des
Marktes, wenn unsere Devisenlage besser wäre,
selbst bei einer Abwertung die Preise noch weiter
steigen würde. Die Behauptung aber, daß das
ganze inländische Preisgefüge und die Löhne bei
einer Abwertung in Bewegung geraten würden, ist
im Hinblick auf die Ausmaße übertrieben, und die
Benutzung des Ausdruckes „gefährliches, psychologi
sches Moment" ist Panikmacherei. Aber gleichgültig,
ob das System der Beihilfen oder der Abwertung
angewandt wird, so liegt die Entscheidung nicht al
lein in diesem oder jenem Entschluß.
Wir haben fortgesetzt die Notwendigkeit eines
ganz energischen Eingriffes in das
Preisgefüge der marktbeherrschenden Mono
polunternehmen
gefordert. Die Bilanzen für 1938 zeigen mit gera
dezu erschreckender Deutlichkeit, daß unsere gesamte
Argumentation nur allzu berechtigt war. Die hin
ter dem Schutze von Syndikats- und Kartellmauern
erzielten Ueberpreise sind noch größer, als man ver
muten konnte. Die Gewinnausschüttungen, die stil
len und offenen Reserven, die großen Konzernpa
kettransaktionen beweisen, daß die Mittel der be
teiligten Kreise, nachdem sie 1933 noch Stein und
Bein gejammert hatten, wieder sehr groß gewor
den sind, nachdem die Arbeitsbeschaffung ihnen Ge
winnchancen ohne eigenes Zutun zuführte. In der
Lage, in der Deutschland heute ist, sind aber weder
hohe Reserven noch hohe Dividenden noch hohe
Preise — auch nicht zum Zwecke der Selbstfinan
zierung — gerechtfertigt, sondern sowohl die Löhne
und Gehälter als auch die Einkommen und Gewinne
aus gewerblicher und industrieller Tätigkeit müs
sen auf das niedrigste nur denkbare Matz beschränkt
bleiben,' vielleicht wäre es besser, wenn die publi
zistischen Mitläufer der „Wirtschaft" sich damit be
fassen wollten. Man muß schon an die Quellen und
den Ursprung der Preisgestaltung überhaupt zu
rückgehen. Das ist die Lösung des „irgendwie", das
in Ordnung gebracht werden muß. Die Entwicklung
der Dinge in Deutschland geht deshalb — ob die
Betroffenen es wollen oder nicht — mit eiserner
Konsequenz auf den energischen staatlichen Eingriff
in die gebundenen Preise los. Die verarbeitende
Industrie wartet nur darauf, und gerade sie bestrei
tet den Großteil unserer Ausfuhr. Und diese Lösung
der Frage der inneren Preisgestaltung ist augen
blicklich viel wichtiger als die ganze Währungsfrage,
denn erst, wenn die Syndikats- und Kartellpreise
bas unterste erreichbare Niveau erreicht haben, wird
sich zeigen, wie groß die Spanne unseres Gesamt
preisniveaus im einzelnen gegenüber dem Ausland
noch ist und wieweit ein Ausgleich durch diese oder
jene Maßnahme noch notwendig sein wird. Ob
Neuer Plan oder Privatclearing ist nicht entschei
dend. Elementares Gesetz unserer gegenwärtigen
Lage ist, daß die Devisenlage durch Erhöhung der
Ausfuhr verbessert werden muß, und die Kardinal
frage ist, wieweit und wodurch die Gestaltung unse
rer Ausfuhrpreise dazu beitragen kann. Daß die
Kontrolle über Einfuhr und Kapitalausfuhr bei
behalten werden muß, solange die Reichsöank nicht
ihre devisenpolitische Freiheit wiedererlangt hat,
ist klar.
Die Auftraggeber in der BaruoirLschaft
Tiefbau vorherrschend, Wohnungsbau im Hintergrund. — Reichsarbeitsbeschassung im Auslaufe».
Nach dem üblichen Jahresüberblick der Bau- und
Bodenbank hat die Bauproduktion 1933 die vorjäh
rige wert- und mengenmäßig um ein Drittel über
holt, mengenmäßig den Stand der Hochkonjunktur
erreicht. Indessen bleibt ihr Wert von ca. 6,90 bis
7,66 Mdn. hinter dem von 1929 noch um 13 Proz.
zurück. Der Anteil am Gesamtwert der Jnöustrie-
bruttoerzeugung von MM 56—68 (50—53) Mdn. stieg
1935 auf 13 (10) Proz. — Der öffentliche Vau, der
vornehmlich den Tiefbau einschließt und gegen 1934
um 50 Proz. auf 4)4—5 Mdn. stieg, hat seinen An
teil an der Bauproduktion auf 66 (60) Proz. gestei
gert, während auf den Wohnungsbau nur noch 22
(27) Proz. und auf den gewerblichen Bau 12 (13)
Proz. entfielen. In der letzten Hochkonjunktur wa
ren die drei Zweige dagegen ungefähr gleichbe
rechtigt.
Im öffentlichen Tiefbau spielte der allgemeine
Straßen- und Wegebau doch noch eine größere
Rolle als der Krastsahrbahncn-Ausbau, der indessen
als Hauptpunkt des Vauprogramms 1936 (Fertig
stellung von 1000 Klm., 600 Mill. Investitionen) an
gesprochen wird. Kanal-, Staubecken-, Brückenbau
ten usw. nahmen ihren Fortgang. Auch hier dürfte
das neue Jahr Erweiterungen bringen. Großen
Anteil habe der Bau von Kasernen und Verwal
tungsgebäuden der Wehrmacht gehabt. Den gewerb
lichen Bau rechten die Verbreiterung der heimischen
Rohstoffbasis (Treibstoff- und Zellwolle-Erzeugung,
Magdeburger Zinkanlage) und Jndustrieverlage-
rungen (z. B. Brandenburger Opelwerke) an. und
bis zu einem gewissen Grade auch die bessere Er
tragslage. Rund die Hälfte der industriellen Bau
tätigkeit sei auf die chemische, die Maschinenindustrie
und den Kohlenbergbau entfallen, einiges auch auf
den landwirtschaftlichen Silobau. Mit Ersatzinvesti-
tionen sei freilich die Wirtschaft im Rückstand ge
stalt. Ausgezahlt waren bis Ende 1935 MM 4718
Mill., davon in 1935 nur noch rö. 705 Mill., wäh
rend die Auszahlung 1934 fast 2,5 Mdn. und 1935
etwa 1,5 Mdn. betrug. Der Ziffernvergleich zeigt
unverkennbar, daß die Arbeitsbeschassung dieses
Typs sich in 1935 im Auslaufen befand. Von der
Gesamtsumme von mehr als 5 Mdn. wurden 1888
Mill, im Wege der Wechselvorfinanzierung beschafft,
davon 1257 Mill, über die Oeffa, 338 Mill, über die
Rentenbank-Kreditanstalt. 220 Mill, über die Bau-
uud Bodenbank, 63 Mill. MM über die Siedlungs
bank und 20 Mill, über sonstige Kreditinstitute.
Ausgezahlt waren hiervon bis Ende 1935 rd. 1764
Mill. Für Auszahlungen im lfd. Jahr wären da
nach rechnerisch noch 128 Mill, verfügbar und fer
ner 259 Mill, aus Haushaltsmittel, also insgesamt
883 Mill. Jedoch sind 220 Mill, zur Einlösung der
Zinsvergütungsscheine, die mit einem Viertel in
zwischen bereits erfolgte, abzusondern, ferner grö
ßere Beträge, bei denen sich nur noch die Endab
rechnung bis ins laufende Jahr hineinzog. Der tat
sächliche Arbeitsvorrat hat infolgedessen Ende 1935
nur noch ungefähr 60 Mill, betragen. Während des
Auslanssjahres hat in stärkerem Umsang schon die
Einlösung der Wechsel begonnen, und zwar mit
über 700 Mill, bis Ende 1935, davon 491 Mill, auf
den Oeffa-Anteil, bei der damit 42 Proz. der Ge
samtfinanzierungssumme eingelöst sind.
blieben, eine stärkere Steigerung der gewerblichen
Neubautätigkeit sei vorerst nicht zu erwarten.
Im Wohnungs- und Siedlnngsba« bewahrte der
Kleinhausbau das Uebergewicht, aber der Anteil
der Kleinhäuser an sämtlichen neuen Wohngebäu
den ging doch auf 75 (79) Proz. zurück, u. a. viel
leicht, weil die Kleinsiedlung wohl infolge einer ge
wissen Ueberbelastung mit „Jnstanzenzügen" nicht
im erhofften Tempo vorankam. Der Bau großer
Mietblocks sei wenig umfangreich gewesen, entspre
chend dem geförderten Uebergang zu aufgelockerter
Bauweise. Die Wohnungsbaufinanzierung erfor
derte insges. 1600 (1500) Mill., davon brachte rd.
600 (400) Mill, der organisierte Realkredit auf, 200
bis 220 (275) Mill, die öffentliche Hand und rd. 800
(850) Mill, standen als Privathypotheken, Eigenka
pital, Stundungen, Zwischenkredite usw. zur Ver
fügung. Der unkündbaren Tilgungshypothek wird
das Wort geredet. Bei einer Beschränkung der Kre
ditgewährung aus zweite Hypotheken könnten die
Bausparkassen für den Vau von Eigenheimen und
Kleinhäusern eine wichtige Aufgabe erfüllen. Bei
der Krisenfestigkeit dieser Objekte sei hierin eine ge
fährliche Risikocrhöhung nicht zu erblicken. Bei Ge
schoßbauten sei allerdings das höhere Risiko nach
stelliger Hypotheken nicht zu verkennen. Für die
neue Bausaison stehen an öffentlichen Mitteln noch
rd. 160 Mill, zu Auszahlungen und ferner rd. 140
Mill, sür Bewilligungen zur Verfügung.
Die Durchführung der Arbeitsbeschassung.
Bis Ende 1934 waren die bereitgestellten Mittel
bekanntlich bereits größtenteils für bestimmte Vor
haben belegt, so daß für 1935 nur noch ein relativ
geringer Spielraum zur Verfügung stand. Diese
Mittel sind in Jahresfrist um MM 43 auf 5093 Mill,
leicht gestiegen, und zwar durch weitere Grundför
derungsbeiträge der Arbeitslosenverstcherungsan-
Bierflaschsuuormuug
Sämtliche Flaschen, die vom 1. Aprtl 1936 an neu
hergestellt werden, müssen mit einer Bezeichnung
des Raumgehalts versehen sein, die sie entweder
außen am Flaschenboden oder auf dem Zylinder
mantel tragen. Künftig dürfen überhaupt nur noch
drei Bierflaschengrötzen hergestellt werden. Von die
sen hat die Flaschengröße von 0,7 Liter in der Nord
mark eine verhältnismäßig geringe Bedeutung, so
daß praktisch nur zwei Flaschengrößen, und zwar
von 0,5 und 0,33 Liter in Frage kommen. Auch die
Schankgefäße für Bier werden auf bestimmte Grö
ßen beschränkt. Soweit Schankgefäße unter 1 Liter
in Frage kommen, sind in Zukunft nur solche mit
einem Inhalt von 0,2, 0,25, 0,3, 0,4 und 0,5 Liter ge
stattet. Diese Bestimmung bringt eine Reihe von
heute üblichen Schankgefäßen zum Verschwinden.
Waggonweiser Vrennstofsbezug
Vom Reichskohlenrat ist bestimmt: Ein Brenn
stoffverbraucher, der mindestens eine Wagenladung
von 15 To. Brennstoffen ab Werk, Umschlageplatz
oder Stapelplatz abnimmt, kann diese Brennstoffe
von jetzt ab bis auf weiteres mit folgender Maß
gabe beziehen: Die Bestellung ist bei einem Syn
dikat einzureichen. Das Syndikat bestimmt den
Lieferer unter möglichster Wahrung des seitherigen
Anteils an den Bezügen des Liesergebiets. Bezüge,
bei denen es sich nicht um innerhalb des Jahres
regelmäßig wiederkehrende Lieferungen handelt,
sind auf die Zeit bis 31. August 1936 beschränkt.
Die Bestellungen für solche Bezüge sind spätestens
am 30. Juni 1936 einzureichen. Der Kaufpreis ist
vor Lieferung der Brennstoffe zu entrichten.
Neues Krankenversicherungsrecht
Der versicherungsrechtliche Ausschuß der Akade
mie für deutsches Recht, unter dem Vorsitz von Ge
neraldirektor Dr. Ullrich (Gotha), beschäftigt sich seit
einiger Zeit mit der gesetzlichen Regelung des pri
vaten Krankenversicherungsrechts. Dieses Rechtsge
biet ist bisher im Versicherungsvertragsgesetz vom
30. Mai 1908 nicht behandelt. Das neugeschaffene
Recht der Krankenversicherung ist als besonderer
Abschnitt in das Versicherungsvertragsgesetz einzu
bauen. Der Entwurf wird den zuständigen Reichs-
Ministerien zugeleitet werden.
^°ginn der Husumer Magerviehmärkte
Am Donnerstag, dem 16. April, beginnen in Hu-
şbin die Frühjahrs-Magerviehmärkte, die dann all
wöchentlich bis zum 18. Juni abgehalten werden.
s. Hademarschen, 11. April. Der Fcrkelmarkt
Md in dieser Woche nicht statt. — 80 Schweine mit
rnem Durchschnittsgewicht von 260 Pfund pro
^ück kamen in dieser Woche zum Versand.
^hehoer Fcrkelmarkt vom 14. April 1936
..Auftrieb 379. Handel mittel, Markt vorausstcht-
nch nicht geräumt. Preise: 1. 76—80, 2. 72—76,
a. 68—72, 4. 50—68.
Zieler Ferkelmarkt vom 11. April
Preise: pro Pfund Lebendgewicht 0,65—0,72 MM,
Stück 16.00—27.00 MM und darüber. Läufer-
şchweine pro Pfund 0,50 MM. Auftrieb: 71. Handel
waßig rege.
beider Marktbericht vom 11. April
-.Milchkühe 400—460 MM, Kalbkühe 400—500 MM,
Mbquien 350—450 MM, Fehrkühe 300—400 MM,
Ochsen 120-160 Mott, 1)4jähr. Ochsen 160 bis
3«, 2jähr. Ochsen 220-280 MM, Kälber 40-50
das Stück. Handel mäßig. — Winterweißkoyl
f , 5,— MM, Winterrotkohl 6—7 MM, Wirsing
kohl 8,50 MM.
®tttc neue Ausführungs-Anweisung zu der Ver
ordnung über Handelsbeschränkuuge« besagt, daß
mr die Untersagung des Handels mit Gegenständen
os täglichen Bedarfs und für die Schließung von
Geschäftsräumen der Landrat, in kreisfreien Städ-
ett der Oberbürgermeister zuständig ist. Gegen
ìe Untersagung des Handels und die Schließung
o«n Geschäftsräumen ist binnen zwei Wochen Be-
>Ģwerde an den Reg.-Präs. zulässig. Vor der Ent-
'cheidnng erster oder zweiter Instanz kann die In
dustrie- und Handelskammer und die der Markt
ordnung bienende zuständige Stelle des Reichs
nährstandes gehört werden.
Bauerràrîcht vorr btt Geest
An sich gehören im Frühjahr die Nachtfröste bei
uns zur Tagesordnung. Mit Ausnahme der Kar
toffel sind unsere heimisch gezüchteten Agrarpflan
zen so beschaffen, daß sie davon ein gewisses Maß
ohne wesentlichen Schaden überstehen. Wenn in
dessen, wie in den letzten Tagen, die Temperatur
unterschiede zwischen Tag und Nacht zu groß wer
den, das heißt wenn am Tage hohe Temperaturen
herrschen und nachts bis zu —4 Grad Bodenfrost
einsetzt, bann treten dennoch bedenkliche Schäden ein.
Die bis dahin gut entwickelten Gräser auf Weiden
und Wiesen zeigen bereits eine schwache Verfär
bung, und auch der Roggen zeigt in seiner Entwick
lung schon einigen Stillstand, stellenweise sogar of
fenbaren Rückgang. „Den verfrühten Frühling auf
der Geest soll der Deubel holen", sagt der Geest
bauer. — Dennoch veranlaßte das vorher gelinde
Wetter manchen Bauern dazu, die gekeimte Früh
kartoffel zu setzen. In einem Fall konnte festgestellt
werden, daß Frühkartoffeln schon aufgelaufen sind.
Um die Pflanzen vor weiterem Schaden zu bewah
ren, hat der Betreffende bas Stück mit einer star
ken Lage Pferdedung befahren. Hafer und Gemenge
sind zum weitaus größten Teil bestellt worden. Ein
Mangel an Rauhfutter besteht in diesem Frühjahr
nicht. Im Gegenteil, viele Bauern konnten sogar
noch größere Mengen an Wiesenheu, das im Vor
jahr überaus reichlich gewachsen war, verkaufen.
In vielen Fällen war die Heeresverwaltung ein
guter Abnehmer. Sogar an Stroh war in diesem
Winter auch auf der Geest kein Mangel.
Durch Abschluß recht vieler Mastverträge hat sich
die Schweinemast auf der Geest zahlenmäßig wie
der etwas gehoben. Vereinzelt ist von einigen Be
trieben auch die Kartoffelmast mit gutem Erfolg
aufgenommen worden. Vom Anbau der Sützlupine
hört man noch wenig. Beim Anbau von Lands
berger Gemenge bevorzugt man auf der Geest, so
weit sie weniger kleefähigen Boden hat, die Unter
mengung mit Winterwicken. — Der Handel mit
Magervieh bewegt sich bisher in bescheidenen Gren
zen. Ob sich die Nachfrage darin aus eigenen Be
stünden sür die Marsch decken läßt, ist bisher noch
nicht zu übersehen. Die Rindviehbestände machen
im allgemeinen einen guten und gepflegten Ein
druck bei allen Jahresklassen. Die Nachfrage nach
Kälbern stockt, dagegen ist der Handel in Ferkeln
und Jungschweinen sehr lebhaft. — Die Gärten
sind zum weitaus größten Teil bestellt, Obstbäume
zeigen viele und früh entwickelte Fruchtknospen.
Im Anbau von Steckrüben gewinnt die Sorte von
Heinkenborstel mehr Interesse als bisher. In einem
Fall wurden zur Samengewinnung Markstamm
kohlstauden in größeren Mengen verpflanzt. Die
Geest will Regen haben, denn in der reichlichen
Menge von Niederschlägen im Winter und Früh
ling und im Mai jeden zweiten Tag besteht das
Geheimnis unserer Ertragfähigkeit.
Einfuhr dänischer Rinder
aus 4090 Stück wöchentlich erhöht
Während im Februar und März die Einfuhr dä
nischer Rinder nach Deutschland wöchentlich etwa
3300 Stück betrug, wird diese Ziffer für den Rest
des Aprils nach Ostern auf 4000 vermehrt werden.
Diese Kunde kommt den dänischen Landwirten sehr
gelegen,' denn sie sehen sich genötigt, alle überschüs
sigen Rinder abzustoßen, da der Vorrat an Futter
rüben infolge der Mißernte nur noch sehr gering ist.
Oie kìkelmârkte
in Zer Woche vom 6 bis 11 April 1936
Marktplätze
Gruppe »
Leck
Niebüll . ,
Bredstedt
Flensburg
Durchschnitt
Gruppe II
Husum
Schleswig
Rendsburg
Tckernfördk
Kiel .
Nortors .
Neumünster
Durchschnitt
1293
1136
Gruppe Ill
tzademarsch.
Heide .
Meldorl . .
Itzehoe. . .
Schnelsen .
Altona. . .
Wandsbek .
Durchschnitt
Dorw.
Gruppe IV
Bramstedt .
Kaltenkirch.
Segeberg .
Oldesloe . .
Ratzeburg
Mölln . . .
Schwärzend.
Durchschnitt
Prei, e
ui JLM ie Stück
4—6 |ö —81 üb. 8
W. W I W.
,6 1
15 18
19 21
14 18
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15-18
16-18
16-18
16 18
1« 1
18 21
2123
18 24
16-27
20 23
17 22
18 20
19-23
18-22
i ^ie V»kg
-eicht ichw
60-75
70 76
65-72
Marktverlau
Handel Räumung
60 75
65 69
65-72
72-/5 64 68
24-27
24-26
20 22
24 30
22-30
1051
1356
16-18
15 18
18 22
17-22
22 30
20-28
21 23
23-26
72-77
67-70
gut
r. langsam
geräumt
oeräumt
gut
lebhaft
gut
maß. rege
gut
Mittelmaß.
flott
schlepp.
ruhig
r. lebhaft
mittelmäß.
geräumt
zl. geräumt
geräumt
geräumt
geräumt
i geräumt
geräumt
n geräumt
n. geräumt
geräumt
geräumt