neuen italienischen Einberufungen, die in
London durch die Konsulate Italiens seit
Tagen ausgegeben würden, wiesen auf Musso
linis festen Entschluß, wie er wiederholt an
gekündigt habe, Abessinien von der Landkarte
„wegzuwischen". In dem Näherrücken der
italienischen Truppen an die Sudangrenze er
höben sich aber Gefahren. Das britische
Kabinett werde in diesen Tagen wichtige Ent
scheidungen zu fassen haben, sobald die nach
Rom gegangenen Rückfragen beantwortet
seien.
Unter dem Titel „Entgleisungen" wendet sich
das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" in einer
kurzen Notiz auf der ersten Seite scharf gegen
eine Erklärung des „Daily Expreß", in der
es hieß, daß „der Tana-See bis jetzt als ein
englischer See betrachtet worden sei und immer
ein solcher bleiben werde".
Hierauf erwidert das „Giornale d'Jtalia",
der Tana-See sei, oder um genauer zu sein,
war ein abessinischer See, der sich jetzt in der
Hand der italienischen Soldaten befinde. Dies
sei die augenblickliche unbestreitbare Tat
sachenlage. Daß er als englisch angesehen
werde, könne ein Wunsch oder allenfalls ein
„Hintertreppengeschwätz" sei». Es sei kaum
zu begreifen, so schreibt das italienische Blatt
weiter, wie der „Daily Expreß" einen solchen
Irrtum habe aussprechen können.
Aus den von der englischen Zeitung zwischen
der Lage am Tana-See und dem Suez-Kanal
gezogenen Vergleich entgegnet das „Giornale
d'Jtalia" abschließend:
„Lassen wir diesen Vergleich ruhig beiseite.
Ein Vergleich muß, um genau zu sein, homo
gene Begriffe enthalten, aber die italienischen
Soldaten würden gegebenenfalls bereit sein,
jeder Drohung den Gegenschlag zu versetzen."
Der italienische „Teuere" stellt in einem sehr
stark polemischen Leitartikel fest, daß England
nur die Wahl zwischen zwei gleich katastropha
len Lösungen übrig bleibe, entweder militäri
sche Maßnahmen gegen Italien und damit den
Krieg, oder Abessinien seinem Schicksal zu
überlassen und damit den Zusammenbruch des
Völkerbundes. Falls England Italien um
seine Ansicht fragen sollte, würde es für die
zweite Lösung, den Zusammenbruch des Völ
kerbundes stimmen. Die Schließung der
Genfer Schalter würde eine große Erleichte
rung auch für die Engländer bedeuten. Genf
bedeute heute Diskussionen, Prüfungen und
Kontrollen. Es wäre für England durchaus
zweckmäßig, die Genfer Bürokratie in die
Ferien zu schicken, da die Frage der Verwal
tung einiger Mandate, die heute etwas ins
Dunkel geschoben wäre, immer Gegenstand der
Prüfung für einen neugierigen Völkerbund
sein könnte. Der Zusammenbruch des Völker
bundes wäre auch eine gute Lösung für Eng
land, weil sonst eines schönen Tages Vertreter
Indiens das Wort ergreifen könnten, um „die
schönsten Seiten des gegenwärtigen englischen
Regierungssystems" bekanntzugeben.
*
Die Morningpost meldet aus KairoNach
hier eingegangenen Berichten aus dem Sudan
herrscht dort größte Erregung, weil die Grenz
distrikte säst Tag für Tag von italienischen
Fliegern überflogen werden. Die Verstärkung
der englischen Flotte vor Alexandrien wird
umsomehr beachtet, als vor wenigen Wochen
ein Teil der englischen Schisse in den Atlanti
schen Ozean gefahren war. Das italienische
Generalkonsulat in Kairo hat in letzter Woche
fast 1100 Pässe an in Aegypten wohnende Ita
liener ausgestellt, die in ihre Heimat zurück
reisen.
*
Die Besetzung der Halbinsel Gorgora
im Tana-See.
DNB. Asmara, 14. April. (Funkspruch des
Kriegsberichterstatters des DNB.) Die von den
italienischen Truppen besetzte Halbinsel Gor
gora im Tana-See liegt im nördlichsten Teil
des Sees. Als die italienischen Abteilungen
nach einem 50 Kilometer langen Marsch ein
trafen, zogen ihnen sämtliche Dorfältesten ent
gegen und nahmen an der Hissung der italieni
schen Flagge teil. Mit der Besetzung der Halb
insel, die äußerst fruchtbar ist, beherrschen die
Italiener das ganze Tanasee-Gebiet und die
Verbindung zwischen dem Sudan und Nord-
Abessinien.
Die Aushebung der Sklaverei in den besetzten
Gebieten.
DNB. Genf, 14. April. Der italienische Un-
terstaatssekretär Suvich hat dem Generalsekre
tär des Völkerbundes ein Schreiben über die
Aufhebung der Sklaverei in den von italieni
schen Truppen besetzten Gebieten Abessiniens
zugehen lassen mit der Bitte, es allen Völker
bundsmitgliedern sowie den Mitgliedern des
Dreizehnerausschusses und des Sklavereiaus
schusses bekanntzugeben.
» « Ģ
Um die DardanelleN'Feslungen.
Die Wiener „Reichspost" meldet aus Jstam-
bul, daß die Türkei bereits vor Erledigung
ihres Antrags in Genf Vermessungsarbeiten
für die Fortifikationen der Dardanellen vor
genommen habe. Eine Generalstabskommission
weile aus der türkischen Hauptstadt seit letzten
Freitag in Jstambul. Die Jstambuler Zeitun
gen schreiben frei, daß die Fortifikationsarbei-
ten unbedingt schon Anfang Mai beginnen
würden und die Anfrage nach Genf stelle nur
einen Akt der Loyalität, aber nur der formel
le» Losalität gegenüber dem VMerbmid dar.
Die Bolschewiken kommen
Aufregende Stunden in der Hauptstadt der Provinz Yuennan
Schanghai, 14. April. Nordchina wird seit
Monaten von bolschewistischen Horden heimge
sucht. Was dabei die Bevölkerung und beson
ders die Ausländer an Angst und Schrecken
auszustehen haben, das zeigt anschaulich ein
Funkbericht des Sonderberichterstatters des
Asien-Osteuropa-Dienstes, der die Ruhe der
Osterfeiertage zu einem Besuch bei Bekannten
in Kunming, der Hauptstadt der Provinz
Anennan, benutzt hatte. Es war Karfreitag und
wir saßen, so berichtet er, nach des Tages Last
und Mühe bei einem Plauderstündchen zusam
men, als plötzlich der französische Vizekonsul
aufgeregt in die Wohnung gestürzt kam mit
der Schrcckenskunde, daß nur 15 Kilometer vor
der Stadt kommunistische Banden im Anzug
ans die Stadt seien. Kaum, daß wir den Sinn
seiner Worte verstanden hätten, stürzte er wei
ter, um auch die übrigen Ausländer in der
Stadt zu warnen. Und wie bei uns hub allent
halben ein emsiges Packen an. Die wertvollen
Gegenstände und die notwendigen Dinge wur
den hastig zusammengerafft und dann floh
alles zum Bahnhof.
Nacheinander trafen auf dem Bahnhof atem
los Engländer, Franzosen, Amerikaner, Grie
chen, Japaner und Deutsche, darunter 27
Frauen, meistens Schwestern und Missionare,
ein. Auch viele Kinder sah man auf dem Bahn
hof, zum Teil waren sie sogar aus dem ersten
Schlaf geholt worden, und gelegentlich hatte
man sich nicht einmal die Zeit genommen, sie
völlig anzuziehen. Um ein Uhr nachts waren
die ersten Schüsse zu vernehmen. Als die Nach
richten immer ernster wurden, wurden die
Frauen in den Zug gebracht. Im letzten Au
genblick trafen sogar auf Krankenwagen zwei
Wöchnerinnen mit einem eintägigen bezw.
einem sechs Stunden alten Kinde ein.
Während so auf dem Bahnhof alle Vorberei
tungen für die Abfahrt getroffen wurden, ver
barrikadierte das Militär die Stadttore. An
besonders geeigneten Plätzen wurden Geschütze
aufgefahren. Die wildesten Gerüchte durchliefen
die Stadt und steigerten die Spannung ins
Unermeßliche. Erst gegen Morgen kamen Nach
richten, die von einem Zurückweichen der Kom
munisten nach Norden sprachen. Eine Rückkehr
in die Wohnungen war aber, um bei der Dun
kelheit und allgemeinen Nervosität leicht ver
ständliche etwaige Zwischenfälle und Zusam
menstöße mit dem Militär und der bewaffneten
Polizei zu vermeiden, noch nicht möglich. Dies
geschah erst lange nach dem Morgengrauen.
Aber noch während des ganzen Vormittags
war die Polizei mit Haussuchungen in der In
nenstadt beschäftigt.
Der französische und der annamitische Vize
konsul wurden am Morgen vermißt und es
steht zu befürchten, daß sie entführt worden
sind. Die Vorsichtsmaßnahmen des Konsular
korps werden allseitig anerkannt, besonders
aber des Siemensvertreters, der die Deutschen
mustergültig betreute.
Reichstreffen aller Kreisļeîèer der NSDAP.
Politische Akademie des deutschen Volkes
Tagung in der Schulungsburg Erössin-See vom IS. bis 24. April
NSK. Berlin, 14. April. In der Zeit vom
15. bis 24. April wird in der Ordensburg
Crössin-See in Pommern, der neuen
großen Schulungsstätte der Partei, eine Ta
gung der Kreisleiter der NSDAP, aus dem
gesamten Reichsgebiet abgehalten. Zum ersten
Male wird in dieser Form die gesamte Füh
rerschaft der nationalsozialistischen Bewegung
zu einer großen Schulungstagung zusammen
gefaßt. Das Treffen in der Ordensburg
Crössin-See hat für die gesamte zukünftige
Schulungs- und Auslesearbeit der Partei rich
tungweisende Bedeutung, sind hier doch zum
ersten Male diejenigen Männer zu einer ein
heitlichen Ausrichtung, zu einer Art politischen
Akademie des deutsche» Volkes zusammenge
rufen worden, die die politische Verantwor
tung für die örtliche Arbeit der national
sozialistischen Bewegung tragen.
Das Programm der Tagung sieht im einzel
nen grundsätzliche Reden der führenden Män
ner der Partei und des Staates vor. Mittwoch,
den 15. April, erfolgt um 9 Uhr die Eröffnung
durch den stellvertretenden Organisationsleiter
der NSDAP., Pg. Schmeer, daran an
schließend an diesen ersten Tag Vorträge von
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichs
kriegsminister v. Blomberg und dem Lei
ter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP.,
Dr. Groß.
Am zweiten Tage des Treffens, Donners
tag, den 16. April, werden Reichsbauernführer
R. Walther D a r r ê und Reichsleiter Rosen
berg das Wort ergreifen, während am Frei
tag, dem 17. April, Stabschef Lutze, Reichs
organisationsleiter Dr. Ley, Reichsjugend
führer Baldur v. S ch i r a ch und Reichsjuri
stenführer Dr. Frank sprechen werden.
Sonnabend, den 18. April, werden Vortrüge
von Hauptdienstleiter Staatssekretär Rein
hardt und Reichsminister K e r r l gehalten.
Sonntag, den 19. April, sprechen der Leiter
der Kommission für Wirtschaftspolitik der NS
DAP., Pg. Köhler, und der Oberste Par
teirichter, Reichsleiter B u ch.
Den Geburtstag des Führers am 20. April
werden die Kreisleiter in einer gemeinsamen
Feierstunde begehen.
Dienstag, den 21. April, sprechen Korps-
führer Hühnlein, Reichsminister Dr.
Goebbels und Reichsarbeitsführer H i e r l.
Mittwoch, den 22. April, ergreifen Reichsfüh
rer SS. Himmler und Ministerpräsident
Göring das Wort. Donnerstag, den 23.
April, sprechen Reichsschatzmeister Schwarz,
Reichsleiter Fiehler und Reichsleiter Ro
senberg.
Die Tagung findet ihren Abschluß am Frei
tag, dem 24. April, durch die Ucbergabe der
I Ordensburg in einem großen feierlichen Akt.
Lchèêr Fmk
Die Lage nach dem Feste
(Bon unserer Berliner Schriftleitung)
Die Genfer Beschlüsse haben in keiner Weise
eine Entspannung der Gcsamtlage gebracht.
Nachdem der großzügige Friedensplan des
Führers von den Mächten schon vier Wochen
lang erörtert wird, ohne daß sich Verständi
gung, geschweige denn Annäherung dafür
zeigt, liegt auf deutscher Seite keine Veran
lassung vor, der Entspannungsaktion von neu
em nachzuhelfen. Die englischen Rückfragen
werden beantwortet werden, ohne daß ein Zu
sammentritt des Kabinetts nötig wird.
Noch kann niemand die Rückwirkungen er
messen, die aus dem Verlauf der jetzigen eu
ropäischen Konflikte entstehen können. (Zu
den bisherigen ist der neue hinzugetreten, die
Forderung der Türkei nach ihrem Recht auf
Befestigung der Dardarnellen). Nur in ei
ne m Punkte herrscht Uebereinstimmung bei
Freund u. Feind des neuen Deutschlands: die
Stellung Deutschlands ist heute unendlich
stärker und gesicherter als jemals vorher . . .
Die Entwicklung der Lage kann noch viele
Wochen, vielleicht auch Monate in Anschruch
nehmen. Das ist die Meinung der maßgeben
den deutschen Instanzen. Die Entwicklung zur
neuen Sicherheit Europas wird stark verlang
samt durch die nun einmal feststehende Tat
sache, daß Englands Einfluß auf die politi
schen Geschehnisse durch den Verlauf der letz
ten acht Tage schwere Schläge erlitten hat und
daß der nahe Ausgang des abessinischen Kon
fliktes Erschütterungen dem Völkerbund brin
gen muß.
Die Auseinandersetzungen in Genf, die ent
schlossenen Reden der italienischen Staats
männer, die Schärfe der Gegensätze zwischen
England, Frankreich und Italien — sie lassen
einen weiten, sehr weiten Weg vorausahnen,
bis das Ziel gefunden ist, das der deutsche
Führer mit seinem 25-Jahres-Friedensplan
der Welt vorgezeichnet. hat.
Paris. Vor der Wiederaufnahme der Genfer
Verhandlungen über den Abessinienstreitfall
verstärkt die französische Presse ihre Bemühun
gen, vor einer Verschärfung der Sühnemaß-
nahmcn gegen Italien zu warnen.
Die englischen Blätter beschäftigen sich vor
der heute nachmitag erfolgenden Abreise des
Außenministers Eden nach Genf noch einmal
eingehend mit den Aussichten für eine Bei
legung des abessinischen Streitfalles. Aus den
Blättern geht hervor, daß Eden nicht mit neuen
Anweisungen nach Genf reist, da man zu
nächst die Entwickelung der Genfer Verhand
lungen abwarten will. In ihren Kommen
taren heben die Blätter wie auf ein Stichwort
hin hervor, daß man die Stärke der italieni
schen Verhandlungsstellung trotz der letzten
militärischen Siege nicht überschätzen dürfe.
Paris. Der „Jour" behauptet, daß Bucharin,
der frühere Leiter der Komintern, nach Spa
nien unterwegs sei, um eine kommunistische
französisch-spanische Legion zu organisieren.
Auf seiner Durchreise werde Bucharin in
Straßburg und in Paris auch mit französischen
Kommunistenführern verhandeln.
In Spanien kam es im Anschluß an die Fei
ern anläßlich des 5jährigen Bestehens der
Republik zu mehreren blutigen Zwischen
fällen. Dabei gab es wieder Tote und Ver
wundete.
Noch regiert im europäischen Mächtekvnzern
Eris, die Göttin der Zwietracht, die Stunde.
Der Gesamteindruck nach dem Feste aber
läßt sich in die Worte zusammenfassen:
„Im Kampf für Frieden und Verständigung
— nichts Neues!"
* * *
Störung einer Parade in Madrid.
DNB. Madrid, 14. April. Bei der militäri
schen Parade, die am Dienstag aus Anlaß des
fünfjährigen Bestehens der spanischen Repu
blik auf der Castellana abgehalten wurde, wur
den gegenüber der Präsidialtribüne und neben
der Tribüne, auf der das Diplomatische Korps
Platz genommen hatte, von unbekannten Tä
tern Feuerwerkskörper entzündet. Da die Ex
plosion der Feuerwerkskörper im ersten Augen
blick für Pistolenschüsse gehalten wurden und
man an einen kommunistischen Ueberfall
glaubte, entstand unter den Zuschauern eine
Panik, die sich jedoch bald legte. Die Parade
wurde fortgesetzt.
Die Kommunisten versuchten, sich mit ihren
roten Fahnen der Parade anzuschließen, wur
den jedoch von der Polizei daran gehindert.
Kurz nach dem Zwischenfall wurden von Kom
munisten Flugzettel verteilt und auch zu den
Tribünen des Diplomatischen Korps hinaus
geworfen.
Nach Beendigung der Parade kam es zwischen
Kommunisten und politischen Gegnern zu einer
Schießerei, die ein Todesopfer und vier zum
Teil Schwerverletzte forderte.
BksMzung in Tokio
über den Verrat der mongolischen Führer.
DNB. Tokio, 14. April. Die Verhaftung des
Gouverneurs der mongolischen Provinz Nord-
Hsingan an der Nordwestgrenze Mandschukuos,
Ling Sheng, und sechs anderer hoher mongoli
scher Beamter, denen, wie gemeldet, landesver
räterische Verbindungen mit der Sowjetunion
und der äußeren Mongolei zum Vorwurf ge
macht wird, hat in Tokio und Hsingking große
Bestürzung hervorgerufen. Die Blätter be
tonen, daß durch diesen Verrat die von Japan
und Mandschukno betriebene mongolenfreund
liche Politik schwer erschüttert worden sei.
In Tokio und Hsingking habe man Ling
Sheng unbedingt vertraut und ihm als Vor
kämpfer des Mongolenstaates weitgehende Un
terstützung gewährt. Ling Sheng habe jedoch
als Vertreter von Mandschukuo bei den Ver
handlungen mit der äußeren Mongolei alle
Verständigungsversuche hintertrieben und alle
Einzelheiten über die militärische Grenzver
teidigung verraten. Der Verrat Ling Shengs
habe, wie weiter betont wird, die Gefahr des
Moskauer Einflusses aus die äußere Mongolei
deutlich gezeigt.
Mensàdliche kmhgàgen
in rlàmeà
Der Rotterdamsche Courant meldet aus
Newyork: In St. Louis demonstrierten am
ersten Feiertag die Farmer gegen die jüdischen
Getreidegroßhändler. An 20 000 Farmer waren
aufmarschiert. In Plakaten forderten sie die
Ausschaltung der Getreidespekulation. Vor den
Häusern mehrerer Getreidegroßhändler wur
den Lärmkonzerte veranstaltet. Die ausmar
schierte Polizei verhinderte Ausschreitungen.
In einer anschließenden Massenversammlung
wurde der Marsch der nordamerikanischcn
Farmer nach Washington für die erste Mai
woche angekündigt.
Gleiche Kundgebungen werden aus anderen
Städten Mittelamerikas gemeldet.
» . •
Die Oxfordbewcgung in Dänemark und
Nordschlcswig.
Die christliche Erweckungsbewegung, die von
Oxford ausgeht, hat vor nunmehr einem Jahre
ihren Einzug in Dänemark gehalten und hier
einen sehr fruchtbaren Boden gefunden. Das
gilt nicht zuletzt auch für Nordschleswig. Geist
liche und Laien, unter ihnen namentlich Pastor
Högsbro-Sonderbnrg und Oberstleut
nant Gras Moltke-Gravenstcin, ge
winnen der Oxfordbewegung immer neue An
hänger und erzielen mit ihrer Werbearbeit im
mer größere Erfolge. Hunderte von Teilneh
mern strömen zu jeder Versammlung in den
Städten, und auch auf dem Lande finden die
Veranstaltungen fast überall regen Besuch. Die
Arbeit der Bewegung bezweckt unter klarer
Festhaltung des christlichen Standpunktes von
Golgatha und Ostern christliches Leben in der
Praxis zu führen und zwar ausgehend vom
einzelnen Menschen.
In diesen Ostertagen fand in Ollerup auf
Fünen, und zwar in der Schule des bekann
ten Turnlehrers Niels Bukh, eine große Ta
gung der Bewegung für ganz Dänemark statt,
zu der der Gründer Dr. Frank Buchmann aus
Oxford sowie 500 Gäste aus aller Welt erschie
nen und an der außerdem etwa 60 000 Men
schen teilnahmen, die in mehreren größeren
Massenmeetings zusammengezogen wurden.
London. Ministerialdirektor Dieckhoff legte
am Dienstag im Namen des Führers an der
Bahre des verstorbenen Botschafters von Hoesch
einen Kranz nieder. Einen weiteren Kranz
legte er im Aufträge des Reichsaußenministers
nieder»
Verantwortlicher Hauptschriftlelter unv Herausgeber: Fer
dinand Möller.
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann«
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für de» Sri»
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregori; für den wirt
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielseldt: für den provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Anzergenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg.
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
Schleswig.Holfteinische Landeszeitung (Rendsburg«
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung / Die Lanbpost
Hanerau-Hademarfchen — Süderbraruper Tageblatt)«
D.-A. IH. LS 13868 Pl. Nr. 7