Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

neuen italienischen Einberufungen, die in 
London durch die Konsulate Italiens seit 
Tagen ausgegeben würden, wiesen auf Musso 
linis festen Entschluß, wie er wiederholt an 
gekündigt habe, Abessinien von der Landkarte 
„wegzuwischen". In dem Näherrücken der 
italienischen Truppen an die Sudangrenze er 
höben sich aber Gefahren. Das britische 
Kabinett werde in diesen Tagen wichtige Ent 
scheidungen zu fassen haben, sobald die nach 
Rom gegangenen Rückfragen beantwortet 
seien. 
Unter dem Titel „Entgleisungen" wendet sich 
das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" in einer 
kurzen Notiz auf der ersten Seite scharf gegen 
eine Erklärung des „Daily Expreß", in der 
es hieß, daß „der Tana-See bis jetzt als ein 
englischer See betrachtet worden sei und immer 
ein solcher bleiben werde". 
Hierauf erwidert das „Giornale d'Jtalia", 
der Tana-See sei, oder um genauer zu sein, 
war ein abessinischer See, der sich jetzt in der 
Hand der italienischen Soldaten befinde. Dies 
sei die augenblickliche unbestreitbare Tat 
sachenlage. Daß er als englisch angesehen 
werde, könne ein Wunsch oder allenfalls ein 
„Hintertreppengeschwätz" sei». Es sei kaum 
zu begreifen, so schreibt das italienische Blatt 
weiter, wie der „Daily Expreß" einen solchen 
Irrtum habe aussprechen können. 
Aus den von der englischen Zeitung zwischen 
der Lage am Tana-See und dem Suez-Kanal 
gezogenen Vergleich entgegnet das „Giornale 
d'Jtalia" abschließend: 
„Lassen wir diesen Vergleich ruhig beiseite. 
Ein Vergleich muß, um genau zu sein, homo 
gene Begriffe enthalten, aber die italienischen 
Soldaten würden gegebenenfalls bereit sein, 
jeder Drohung den Gegenschlag zu versetzen." 
Der italienische „Teuere" stellt in einem sehr 
stark polemischen Leitartikel fest, daß England 
nur die Wahl zwischen zwei gleich katastropha 
len Lösungen übrig bleibe, entweder militäri 
sche Maßnahmen gegen Italien und damit den 
Krieg, oder Abessinien seinem Schicksal zu 
überlassen und damit den Zusammenbruch des 
Völkerbundes. Falls England Italien um 
seine Ansicht fragen sollte, würde es für die 
zweite Lösung, den Zusammenbruch des Völ 
kerbundes stimmen. Die Schließung der 
Genfer Schalter würde eine große Erleichte 
rung auch für die Engländer bedeuten. Genf 
bedeute heute Diskussionen, Prüfungen und 
Kontrollen. Es wäre für England durchaus 
zweckmäßig, die Genfer Bürokratie in die 
Ferien zu schicken, da die Frage der Verwal 
tung einiger Mandate, die heute etwas ins 
Dunkel geschoben wäre, immer Gegenstand der 
Prüfung für einen neugierigen Völkerbund 
sein könnte. Der Zusammenbruch des Völker 
bundes wäre auch eine gute Lösung für Eng 
land, weil sonst eines schönen Tages Vertreter 
Indiens das Wort ergreifen könnten, um „die 
schönsten Seiten des gegenwärtigen englischen 
Regierungssystems" bekanntzugeben. 
* 
Die Morningpost meldet aus KairoNach 
hier eingegangenen Berichten aus dem Sudan 
herrscht dort größte Erregung, weil die Grenz 
distrikte säst Tag für Tag von italienischen 
Fliegern überflogen werden. Die Verstärkung 
der englischen Flotte vor Alexandrien wird 
umsomehr beachtet, als vor wenigen Wochen 
ein Teil der englischen Schisse in den Atlanti 
schen Ozean gefahren war. Das italienische 
Generalkonsulat in Kairo hat in letzter Woche 
fast 1100 Pässe an in Aegypten wohnende Ita 
liener ausgestellt, die in ihre Heimat zurück 
reisen. 
* 
Die Besetzung der Halbinsel Gorgora 
im Tana-See. 
DNB. Asmara, 14. April. (Funkspruch des 
Kriegsberichterstatters des DNB.) Die von den 
italienischen Truppen besetzte Halbinsel Gor 
gora im Tana-See liegt im nördlichsten Teil 
des Sees. Als die italienischen Abteilungen 
nach einem 50 Kilometer langen Marsch ein 
trafen, zogen ihnen sämtliche Dorfältesten ent 
gegen und nahmen an der Hissung der italieni 
schen Flagge teil. Mit der Besetzung der Halb 
insel, die äußerst fruchtbar ist, beherrschen die 
Italiener das ganze Tanasee-Gebiet und die 
Verbindung zwischen dem Sudan und Nord- 
Abessinien. 
Die Aushebung der Sklaverei in den besetzten 
Gebieten. 
DNB. Genf, 14. April. Der italienische Un- 
terstaatssekretär Suvich hat dem Generalsekre 
tär des Völkerbundes ein Schreiben über die 
Aufhebung der Sklaverei in den von italieni 
schen Truppen besetzten Gebieten Abessiniens 
zugehen lassen mit der Bitte, es allen Völker 
bundsmitgliedern sowie den Mitgliedern des 
Dreizehnerausschusses und des Sklavereiaus 
schusses bekanntzugeben. 
» « Ģ 
Um die DardanelleN'Feslungen. 
Die Wiener „Reichspost" meldet aus Jstam- 
bul, daß die Türkei bereits vor Erledigung 
ihres Antrags in Genf Vermessungsarbeiten 
für die Fortifikationen der Dardanellen vor 
genommen habe. Eine Generalstabskommission 
weile aus der türkischen Hauptstadt seit letzten 
Freitag in Jstambul. Die Jstambuler Zeitun 
gen schreiben frei, daß die Fortifikationsarbei- 
ten unbedingt schon Anfang Mai beginnen 
würden und die Anfrage nach Genf stelle nur 
einen Akt der Loyalität, aber nur der formel 
le» Losalität gegenüber dem VMerbmid dar. 
Die Bolschewiken kommen 
Aufregende Stunden in der Hauptstadt der Provinz Yuennan 
Schanghai, 14. April. Nordchina wird seit 
Monaten von bolschewistischen Horden heimge 
sucht. Was dabei die Bevölkerung und beson 
ders die Ausländer an Angst und Schrecken 
auszustehen haben, das zeigt anschaulich ein 
Funkbericht des Sonderberichterstatters des 
Asien-Osteuropa-Dienstes, der die Ruhe der 
Osterfeiertage zu einem Besuch bei Bekannten 
in Kunming, der Hauptstadt der Provinz 
Anennan, benutzt hatte. Es war Karfreitag und 
wir saßen, so berichtet er, nach des Tages Last 
und Mühe bei einem Plauderstündchen zusam 
men, als plötzlich der französische Vizekonsul 
aufgeregt in die Wohnung gestürzt kam mit 
der Schrcckenskunde, daß nur 15 Kilometer vor 
der Stadt kommunistische Banden im Anzug 
ans die Stadt seien. Kaum, daß wir den Sinn 
seiner Worte verstanden hätten, stürzte er wei 
ter, um auch die übrigen Ausländer in der 
Stadt zu warnen. Und wie bei uns hub allent 
halben ein emsiges Packen an. Die wertvollen 
Gegenstände und die notwendigen Dinge wur 
den hastig zusammengerafft und dann floh 
alles zum Bahnhof. 
Nacheinander trafen auf dem Bahnhof atem 
los Engländer, Franzosen, Amerikaner, Grie 
chen, Japaner und Deutsche, darunter 27 
Frauen, meistens Schwestern und Missionare, 
ein. Auch viele Kinder sah man auf dem Bahn 
hof, zum Teil waren sie sogar aus dem ersten 
Schlaf geholt worden, und gelegentlich hatte 
man sich nicht einmal die Zeit genommen, sie 
völlig anzuziehen. Um ein Uhr nachts waren 
die ersten Schüsse zu vernehmen. Als die Nach 
richten immer ernster wurden, wurden die 
Frauen in den Zug gebracht. Im letzten Au 
genblick trafen sogar auf Krankenwagen zwei 
Wöchnerinnen mit einem eintägigen bezw. 
einem sechs Stunden alten Kinde ein. 
Während so auf dem Bahnhof alle Vorberei 
tungen für die Abfahrt getroffen wurden, ver 
barrikadierte das Militär die Stadttore. An 
besonders geeigneten Plätzen wurden Geschütze 
aufgefahren. Die wildesten Gerüchte durchliefen 
die Stadt und steigerten die Spannung ins 
Unermeßliche. Erst gegen Morgen kamen Nach 
richten, die von einem Zurückweichen der Kom 
munisten nach Norden sprachen. Eine Rückkehr 
in die Wohnungen war aber, um bei der Dun 
kelheit und allgemeinen Nervosität leicht ver 
ständliche etwaige Zwischenfälle und Zusam 
menstöße mit dem Militär und der bewaffneten 
Polizei zu vermeiden, noch nicht möglich. Dies 
geschah erst lange nach dem Morgengrauen. 
Aber noch während des ganzen Vormittags 
war die Polizei mit Haussuchungen in der In 
nenstadt beschäftigt. 
Der französische und der annamitische Vize 
konsul wurden am Morgen vermißt und es 
steht zu befürchten, daß sie entführt worden 
sind. Die Vorsichtsmaßnahmen des Konsular 
korps werden allseitig anerkannt, besonders 
aber des Siemensvertreters, der die Deutschen 
mustergültig betreute. 
Reichstreffen aller Kreisļeîèer der NSDAP. 
Politische Akademie des deutschen Volkes 
Tagung in der Schulungsburg Erössin-See vom IS. bis 24. April 
NSK. Berlin, 14. April. In der Zeit vom 
15. bis 24. April wird in der Ordensburg 
Crössin-See in Pommern, der neuen 
großen Schulungsstätte der Partei, eine Ta 
gung der Kreisleiter der NSDAP, aus dem 
gesamten Reichsgebiet abgehalten. Zum ersten 
Male wird in dieser Form die gesamte Füh 
rerschaft der nationalsozialistischen Bewegung 
zu einer großen Schulungstagung zusammen 
gefaßt. Das Treffen in der Ordensburg 
Crössin-See hat für die gesamte zukünftige 
Schulungs- und Auslesearbeit der Partei rich 
tungweisende Bedeutung, sind hier doch zum 
ersten Male diejenigen Männer zu einer ein 
heitlichen Ausrichtung, zu einer Art politischen 
Akademie des deutsche» Volkes zusammenge 
rufen worden, die die politische Verantwor 
tung für die örtliche Arbeit der national 
sozialistischen Bewegung tragen. 
Das Programm der Tagung sieht im einzel 
nen grundsätzliche Reden der führenden Män 
ner der Partei und des Staates vor. Mittwoch, 
den 15. April, erfolgt um 9 Uhr die Eröffnung 
durch den stellvertretenden Organisationsleiter 
der NSDAP., Pg. Schmeer, daran an 
schließend an diesen ersten Tag Vorträge von 
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichs 
kriegsminister v. Blomberg und dem Lei 
ter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., 
Dr. Groß. 
Am zweiten Tage des Treffens, Donners 
tag, den 16. April, werden Reichsbauernführer 
R. Walther D a r r ê und Reichsleiter Rosen 
berg das Wort ergreifen, während am Frei 
tag, dem 17. April, Stabschef Lutze, Reichs 
organisationsleiter Dr. Ley, Reichsjugend 
führer Baldur v. S ch i r a ch und Reichsjuri 
stenführer Dr. Frank sprechen werden. 
Sonnabend, den 18. April, werden Vortrüge 
von Hauptdienstleiter Staatssekretär Rein 
hardt und Reichsminister K e r r l gehalten. 
Sonntag, den 19. April, sprechen der Leiter 
der Kommission für Wirtschaftspolitik der NS 
DAP., Pg. Köhler, und der Oberste Par 
teirichter, Reichsleiter B u ch. 
Den Geburtstag des Führers am 20. April 
werden die Kreisleiter in einer gemeinsamen 
Feierstunde begehen. 
Dienstag, den 21. April, sprechen Korps- 
führer Hühnlein, Reichsminister Dr. 
Goebbels und Reichsarbeitsführer H i e r l. 
Mittwoch, den 22. April, ergreifen Reichsfüh 
rer SS. Himmler und Ministerpräsident 
Göring das Wort. Donnerstag, den 23. 
April, sprechen Reichsschatzmeister Schwarz, 
Reichsleiter Fiehler und Reichsleiter Ro 
senberg. 
Die Tagung findet ihren Abschluß am Frei 
tag, dem 24. April, durch die Ucbergabe der 
I Ordensburg in einem großen feierlichen Akt. 
Lchèêr Fmk 
Die Lage nach dem Feste 
(Bon unserer Berliner Schriftleitung) 
Die Genfer Beschlüsse haben in keiner Weise 
eine Entspannung der Gcsamtlage gebracht. 
Nachdem der großzügige Friedensplan des 
Führers von den Mächten schon vier Wochen 
lang erörtert wird, ohne daß sich Verständi 
gung, geschweige denn Annäherung dafür 
zeigt, liegt auf deutscher Seite keine Veran 
lassung vor, der Entspannungsaktion von neu 
em nachzuhelfen. Die englischen Rückfragen 
werden beantwortet werden, ohne daß ein Zu 
sammentritt des Kabinetts nötig wird. 
Noch kann niemand die Rückwirkungen er 
messen, die aus dem Verlauf der jetzigen eu 
ropäischen Konflikte entstehen können. (Zu 
den bisherigen ist der neue hinzugetreten, die 
Forderung der Türkei nach ihrem Recht auf 
Befestigung der Dardarnellen). Nur in ei 
ne m Punkte herrscht Uebereinstimmung bei 
Freund u. Feind des neuen Deutschlands: die 
Stellung Deutschlands ist heute unendlich 
stärker und gesicherter als jemals vorher . . . 
Die Entwicklung der Lage kann noch viele 
Wochen, vielleicht auch Monate in Anschruch 
nehmen. Das ist die Meinung der maßgeben 
den deutschen Instanzen. Die Entwicklung zur 
neuen Sicherheit Europas wird stark verlang 
samt durch die nun einmal feststehende Tat 
sache, daß Englands Einfluß auf die politi 
schen Geschehnisse durch den Verlauf der letz 
ten acht Tage schwere Schläge erlitten hat und 
daß der nahe Ausgang des abessinischen Kon 
fliktes Erschütterungen dem Völkerbund brin 
gen muß. 
Die Auseinandersetzungen in Genf, die ent 
schlossenen Reden der italienischen Staats 
männer, die Schärfe der Gegensätze zwischen 
England, Frankreich und Italien — sie lassen 
einen weiten, sehr weiten Weg vorausahnen, 
bis das Ziel gefunden ist, das der deutsche 
Führer mit seinem 25-Jahres-Friedensplan 
der Welt vorgezeichnet. hat. 
Paris. Vor der Wiederaufnahme der Genfer 
Verhandlungen über den Abessinienstreitfall 
verstärkt die französische Presse ihre Bemühun 
gen, vor einer Verschärfung der Sühnemaß- 
nahmcn gegen Italien zu warnen. 
Die englischen Blätter beschäftigen sich vor 
der heute nachmitag erfolgenden Abreise des 
Außenministers Eden nach Genf noch einmal 
eingehend mit den Aussichten für eine Bei 
legung des abessinischen Streitfalles. Aus den 
Blättern geht hervor, daß Eden nicht mit neuen 
Anweisungen nach Genf reist, da man zu 
nächst die Entwickelung der Genfer Verhand 
lungen abwarten will. In ihren Kommen 
taren heben die Blätter wie auf ein Stichwort 
hin hervor, daß man die Stärke der italieni 
schen Verhandlungsstellung trotz der letzten 
militärischen Siege nicht überschätzen dürfe. 
Paris. Der „Jour" behauptet, daß Bucharin, 
der frühere Leiter der Komintern, nach Spa 
nien unterwegs sei, um eine kommunistische 
französisch-spanische Legion zu organisieren. 
Auf seiner Durchreise werde Bucharin in 
Straßburg und in Paris auch mit französischen 
Kommunistenführern verhandeln. 
In Spanien kam es im Anschluß an die Fei 
ern anläßlich des 5jährigen Bestehens der 
Republik zu mehreren blutigen Zwischen 
fällen. Dabei gab es wieder Tote und Ver 
wundete. 
Noch regiert im europäischen Mächtekvnzern 
Eris, die Göttin der Zwietracht, die Stunde. 
Der Gesamteindruck nach dem Feste aber 
läßt sich in die Worte zusammenfassen: 
„Im Kampf für Frieden und Verständigung 
— nichts Neues!" 
* * * 
Störung einer Parade in Madrid. 
DNB. Madrid, 14. April. Bei der militäri 
schen Parade, die am Dienstag aus Anlaß des 
fünfjährigen Bestehens der spanischen Repu 
blik auf der Castellana abgehalten wurde, wur 
den gegenüber der Präsidialtribüne und neben 
der Tribüne, auf der das Diplomatische Korps 
Platz genommen hatte, von unbekannten Tä 
tern Feuerwerkskörper entzündet. Da die Ex 
plosion der Feuerwerkskörper im ersten Augen 
blick für Pistolenschüsse gehalten wurden und 
man an einen kommunistischen Ueberfall 
glaubte, entstand unter den Zuschauern eine 
Panik, die sich jedoch bald legte. Die Parade 
wurde fortgesetzt. 
Die Kommunisten versuchten, sich mit ihren 
roten Fahnen der Parade anzuschließen, wur 
den jedoch von der Polizei daran gehindert. 
Kurz nach dem Zwischenfall wurden von Kom 
munisten Flugzettel verteilt und auch zu den 
Tribünen des Diplomatischen Korps hinaus 
geworfen. 
Nach Beendigung der Parade kam es zwischen 
Kommunisten und politischen Gegnern zu einer 
Schießerei, die ein Todesopfer und vier zum 
Teil Schwerverletzte forderte. 
BksMzung in Tokio 
über den Verrat der mongolischen Führer. 
DNB. Tokio, 14. April. Die Verhaftung des 
Gouverneurs der mongolischen Provinz Nord- 
Hsingan an der Nordwestgrenze Mandschukuos, 
Ling Sheng, und sechs anderer hoher mongoli 
scher Beamter, denen, wie gemeldet, landesver 
räterische Verbindungen mit der Sowjetunion 
und der äußeren Mongolei zum Vorwurf ge 
macht wird, hat in Tokio und Hsingking große 
Bestürzung hervorgerufen. Die Blätter be 
tonen, daß durch diesen Verrat die von Japan 
und Mandschukno betriebene mongolenfreund 
liche Politik schwer erschüttert worden sei. 
In Tokio und Hsingking habe man Ling 
Sheng unbedingt vertraut und ihm als Vor 
kämpfer des Mongolenstaates weitgehende Un 
terstützung gewährt. Ling Sheng habe jedoch 
als Vertreter von Mandschukuo bei den Ver 
handlungen mit der äußeren Mongolei alle 
Verständigungsversuche hintertrieben und alle 
Einzelheiten über die militärische Grenzver 
teidigung verraten. Der Verrat Ling Shengs 
habe, wie weiter betont wird, die Gefahr des 
Moskauer Einflusses aus die äußere Mongolei 
deutlich gezeigt. 
Mensàdliche kmhgàgen 
in rlàmeà 
Der Rotterdamsche Courant meldet aus 
Newyork: In St. Louis demonstrierten am 
ersten Feiertag die Farmer gegen die jüdischen 
Getreidegroßhändler. An 20 000 Farmer waren 
aufmarschiert. In Plakaten forderten sie die 
Ausschaltung der Getreidespekulation. Vor den 
Häusern mehrerer Getreidegroßhändler wur 
den Lärmkonzerte veranstaltet. Die ausmar 
schierte Polizei verhinderte Ausschreitungen. 
In einer anschließenden Massenversammlung 
wurde der Marsch der nordamerikanischcn 
Farmer nach Washington für die erste Mai 
woche angekündigt. 
Gleiche Kundgebungen werden aus anderen 
Städten Mittelamerikas gemeldet. 
» . • 
Die Oxfordbewcgung in Dänemark und 
Nordschlcswig. 
Die christliche Erweckungsbewegung, die von 
Oxford ausgeht, hat vor nunmehr einem Jahre 
ihren Einzug in Dänemark gehalten und hier 
einen sehr fruchtbaren Boden gefunden. Das 
gilt nicht zuletzt auch für Nordschleswig. Geist 
liche und Laien, unter ihnen namentlich Pastor 
Högsbro-Sonderbnrg und Oberstleut 
nant Gras Moltke-Gravenstcin, ge 
winnen der Oxfordbewegung immer neue An 
hänger und erzielen mit ihrer Werbearbeit im 
mer größere Erfolge. Hunderte von Teilneh 
mern strömen zu jeder Versammlung in den 
Städten, und auch auf dem Lande finden die 
Veranstaltungen fast überall regen Besuch. Die 
Arbeit der Bewegung bezweckt unter klarer 
Festhaltung des christlichen Standpunktes von 
Golgatha und Ostern christliches Leben in der 
Praxis zu führen und zwar ausgehend vom 
einzelnen Menschen. 
In diesen Ostertagen fand in Ollerup auf 
Fünen, und zwar in der Schule des bekann 
ten Turnlehrers Niels Bukh, eine große Ta 
gung der Bewegung für ganz Dänemark statt, 
zu der der Gründer Dr. Frank Buchmann aus 
Oxford sowie 500 Gäste aus aller Welt erschie 
nen und an der außerdem etwa 60 000 Men 
schen teilnahmen, die in mehreren größeren 
Massenmeetings zusammengezogen wurden. 
London. Ministerialdirektor Dieckhoff legte 
am Dienstag im Namen des Führers an der 
Bahre des verstorbenen Botschafters von Hoesch 
einen Kranz nieder. Einen weiteren Kranz 
legte er im Aufträge des Reichsaußenministers 
nieder» 
Verantwortlicher Hauptschriftlelter unv Herausgeber: Fer 
dinand Möller. 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann« 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für de» Sri» 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregori; für den wirt 
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielseldt: für den provin 
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Ressortleiter. 
Verantwortlicher Anzergenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
Schleswig.Holfteinische Landeszeitung (Rendsburg« 
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung / Die Lanbpost 
Hanerau-Hademarfchen — Süderbraruper Tageblatt)« 
D.-A. IH. LS 13868 Pl. Nr. 7
	        
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