Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

, - , .C. 
■ L' . ' : Ş 
- 
' i . 
Nrrnen. Spiel unö Sport 
Jahrgang 129. ^ Nr. 88 
Sportbeilage der Schleswig-Holste'nischen Landeszeitung (Rendsburger Tageblatt) 
Mittwoch, den 15. April 1936 
ŅBB. gewinnt im Handball, verliert im Fireball 
Berliner Gäste an der Nobiskräger Alles 
Der Besuch des Sportvereins Siemens-Berlin beim 
RBV. am zweiten Ostertag brachte das sportlich inter- 
kssicrte Rendsburg wieder einmal auf die Beine. Vor 
mittags spielten die von Flensburg kommenden Gäste. 
Mo sie am 1. Feiertag bei 08 weilten, mit ihrer Hand 
ballmannschaft gegen die Handballer des RBV., nachmit 
tags standen standen sich die ersten Fuhballmannschasten 
ber beiden Vereine gegenüber. Zu beiden Spielen hatten 
şich zahlreiche Zuschauer eingefnnden. Beide Spiele waren 
äußerst interessant, und in beiden Fällen stand der Sie 
ber erst mit dem Schlußpfiff endgültig fest. Die sympa 
thischen Gäste aus der Rcichshauptstadt verließen Rends 
burg schon am frühen Nachmittag des 2, Feiertages. Man 
hatte den Eindruck, daß es ihnen hier bei uns in der 
Nordmark gefallen hat. Auch mit der sportlichen Ausbeute 
können sie durchaus zufrieden sein (je ein Fußballsieg 
tt»d eine Handballniederlage in Flensburg und Rends 
burgs, zumal sie beim Rendsburger Fußballspiel mit viel 
Ģliick an einer Niederlage vorbeikämen. Ueber den Ver 
kauf der beiden Spiele ist folgendes zu berichten: 
Handball: 
RBB. gegen Siemens-Berlin 8:7 (4:4). 
, Die Hiesigen mußten mit einigem Ersatz antreten, der 
şich im Verlauf des Spieles doch etwas bemerkbar machte. 
Bon Anfang an entwickelte sich ein spannendes Spiel, in 
öcm es keiner der Mannschaften gelang, mit mehr als 
iincm Tor Vorsprung davonzugehen, außer am Schluß, 
als es den Hiesigen glückte, den Vorsprung von 7:8 auf 
auszubauen. So stand der Ansgang — zur Freude 
bei Zuschauer, die an dem wechselvollen Spiel lebhaften 
Anteil nahmen — bis zum Schlüsse auf des Messers 
Schneide. Daß dann die Rendsburger am Ende doch das 
bessere Ende für sich hatten, war eine Folge der besseren 
kechnischcn Durchbildung im Zusammenspiel und der stär 
keren Wurfkraft unserer Stürmer. Im Einzelspiel waren 
öie Berliner ohne Zweifel schneller und gewandter. 
RBV. gegen 
Fußball: 
-iemens-Berlin 1:2 (0:2). 
Auch hier fehlten bei den Hiesigen einige Spieler der 
Ļiga. Mohr trat erst nach der Pause mit ein. Das kostete 
den Sieg. 
Das Spiel beginnt mit ungestümen Angriffen der Gäste, 
öie am Vortage in Flensburg mit einem 4:1-Sieg gegen 
08 ihre Spielstarke unter Beweis gestellt haben. Es sind 
noch keine 5 Minuten vergangen, als in der hiesigen 
Verteidigung Hand gemacht und ein Elfmeter verhängt 
wird, den die Gäste zur Führung ausnutzen. Dann rettet 
Bötel ein paar Mal hervorragend,- aber bei einem präch 
tigen Angriff, den der gegnerische Rechtsaußen mit einer 
Prachtflanke, der Mittelstürmer mit einer ebenso seinen 
direkten Verwandlung abschließt, ist Bötel das zweite 
Mal geschlagen. Es sieht jetzt zunächst nach einer Kata 
strophe aus,' aber überraschend schnell macht sich dann der 
RBB. frei, und daß zählbare Erfolge auf sich warten 
lassen, kommt lediglich — leider muß das wieder einmal 
gesagt werden — auf das Konto der Unbeweglichkeit der 
hiesigen Vorderreihe. 
Rach dtzr Pause wendet sich das Blatt vollkommen, als 
Mohr für Hopp eintritt, der als Alter Herr durchaus 
Achtbares zeigte. Daß gerade er eine der besten Tor 
chancen der ersten Halbzeit verpaßte, war schabe. Vom 
Wiederanstoß an erzwingen die Rendsburger im Feld- 
spiel ein geringes Uebergcwicht, das am Schluß zu einer 
starken, fast einseitigen Belagerung des Gästetores führt. 
Vorerst aber sind alle Angriffe umsonst. Endlich gelingt 
es Braafch Mitte der zweiten Hälfte, einen Ball ans kur 
zer Entfernung über den Torwart ins Netz zu heben. 
Der Abstand ist auf 1:2 verringert. Immer wieder rollt 
der Rendsburger Angriff aufs Gästetor: aber die ge 
ringe Beweglichkeit der Stürmer und das blitzschnelle 
Dazwischenfahren der aufmerksamen Berliner Deckung 
und schließlich auch ein wenig Pech machen alle Bemühun 
gen zuschanden. Zweimal klatscht der Ball an den Tor 
pfosten. In den drei Schlußminute» erzwingen die Hie 
sigen nicht weniger als 4 Ecken — was für das zuletzt 
fast einseitige Bercnnen des Gästetores spricht — aber 
auch sie bringen nichts Zählbares. Als der Schlußpfiff 
ertönt, haben die Berliner auch das zweite Spiel ihrer 
Nordmarkreise zu einem Sieg gestaltet, der — gemessen 
am Fcldspiel der zweite» Halbzeit — zumindest als glück 
lich zu bezeichnen ist. — Technisch waren die Gäste vor 
züglich und den Hiesigen überlegen. Nach der Panse mach 
ten sich dann aber wohl doch die Anstrengungen des 
Spiels am Vortage bemerkbar, so daß der RBV. sich 
eine unbestreitbare Feldüberlegenheit erarbeitete. 
Die Berliner in Flensburg. 
Der SV. Siemens-Berlin weilte am 1. Ostertag bei 
08 in Flensburg. Auch hier spielten die 1. Handball- und 
die 1. Fußballmannschaft gegen die entsprechenden 
Mannschaften von 08. Im Fußball demonstrierten die 
Gäste ausgezeichnete Berliner Bezirksklasse und schlugen 
die ersatzgeschwächten Flensburger nicht ganz erwartet 
klar mit 1:1 aufs Haupt. Die Grenzstädtcr konnten zwar 
in Führung gehen: aber bei Halbzeit hatten sie schon 1:3 
das Nachsehen. 
Die Handballer konnten sich gegen die bisherige» 
Flensburger Gauligisten nicht durchsetzen. Nach einem 
Halbzeitstand von 1:2 ging Flensburg nach der Pause 
aus sich heraus und siegte verdient mit 8:3. 
Osterfußball in Schleswig-Holstein. 
Da Holstein-Kiel in Polen weilte, gab es in unserer 
Provinz nur Bezirks-Osterfutzball, diese» allerdings in 
Hülle und Fülle. Zum Teil waren ausländische Mann 
schaften verpflichtet, so daß die Qualität der Quantität 
in nichts nachstand. Die Ergebnisse bringen wir nach 
stehend: 
VfB. Kiel gegen Sperber-Hamburg (Gauligaj 1:7. 
Kilia gegen Horsens iDänemark) 2:2. 
NT. gegen VfB. Bordesholm 5:1. 
Conrct-Kiel gegen Eckernförser SV. iKreisligaj 0:0 (!). 
Boldklnbbc» Toudern gegen Heider SV. 10:2. 
Borussia gegen Kilia 1:0. 
UT. gegen Preußen-Germania 3:1. 
Schleswig 08 gegen Horsens 1:3. 
Preußen-Itzehoe gegen Boldklubbcn Tonüern 8:0. 
Oftersußball im Reich. 
Auch im Reich herrschte auf allen Plätzen reger Fuß 
ballbetrieb. Nach de» beendigten Meisterschaftsspielen 
boten diese Freundschafiskämpfe eine gute Vergleichs 
möglichkeit über die Spielstärke der einzelnen Gaue. 
Berlin sah ein Turnier, an dem Hertha BSC., Miner 
va 03, Fortuna-Düsseldorf und Waldhof-Mannheim tcil- 
Dcutscher Sieg in Monaco. 
Das erste internationale Autorennen der Saison um den großen 
Preis von Monaco endete mit einem überlegenen deutschen Siege. 
Unser Bild wurde während des Trainings in den Straßen von 
Monte Carlo aufgenommen. Es zeigt einen Mercedes-Benz in 
Fahrt, gefolgt von einem Auto-Union. (Weltbild, K.) 
Ein Sang von Treue nnd Liebe 
Roman von Leontine v. Winterfeld-Platen 
Nachdruck verboten. 
„Du hast noch nichts gegessen zur Nacht, 
Sigrun. Soll ich dir einen Imbiß holen?" 
„Ich mag nicht, Eike. Mir ist der Kopf so weh 
und schwer von vielen seltsamen Gedanken. 
Ich habe heute so sonderbare Mär erfahren, 
öas drückt mein Hirn." 
Eike, die viel älter war und immer etwas 
Mütterliches hatte für das einsame Mägdlein, 
Jat liebevoll auf sie zu und schlang den Arm 
urn ihre Schultern. 
„Laß gut sein, Sigrun, und grüble nimmer 
so viel. Du bist noch jung, und morgen scheint 
öie Sonne wieder." 
Ja, die Sonne schien endlich wieder! Wie 
öas graue, düstere Land da anders aussah als 
an nebligen Wintertagen! Es war richtige, 
goldene Frühlingssonne, die den Schnee 
schmolz in den Bergen und das Eis splittern 
ließ im Fjord — die die Hänge überspann mit 
gelben und blauen Blumenschleiern, und die 
Wasserfälle und Stnrzbäche gewaltiger nieüer- 
örausen ließ in die dunkelgrünen Tiefen, daß 
öer schneeweiße Schaum aufstäubte wie matte 
Perlen der Wasserelfen. 
O, der Lenz war so traumschön im Heimat 
sand der Nordmänner! Und eine wilde Un 
rast und heiße Wanderlust goß die Lenzsonne 
alljährlich in die Adern und Herzen dieser 
Rauhen, wetterharten Söhne des Nordens, daß 
sie keine Ruhe mehr hatten in ihren ernsten, 
grauen Felsennestern am Meeresufer — son 
dern sich fortsehnten zu Krieg und Kampf, zu 
Tat und Tod. 
Auf Biörn Glutanges Drachenschiff häm 
merten die Mannen, daß es klingend hinaus 
schallte in den helleuchtenden Morgen. Schad 
haftes Holz ward durch frische Bohlen ersetzt, 
gewaltige Segel in der Sonne getrocknet nnd 
ausgebessert. Biörn Glutange war überall 
Und spornte zur Eile. Mit leuchtenden Augen 
stand Jung Olaf auf den hölzernen Planken 
Und sah sehnsüchtig über die weiten, blauen 
Wasser, die sich im Sonnenlichte dehnten. Es 
Mar ja das erste Mal, daß er mit hinaus durfte 
Sur Wikingerfahrt. Sigruns Frauen bleichten 
Linnen auf den Felshängen und lachten und 
sangen dabei. 
Da kam Helge vorübergegangen, Fischer- 
gerät auf den Schultern. Er wandte den Kopf 
nicht um nach den Frauen und grüßte auch 
nicht. Aber Sigrun hatte ihn gesehen und ging 
ihm nach. 
„Helge", rief sie leise, und dann lauter, als 
er nicht hörte: 
„Helge!" 
Da blieb er stehen und wandte unwillig den 
Kopf. 
„Was soll ich? Hab' heute keine Zeit zu ver 
lieren." 
Sie war ein wenig verschüchtert worden 
durch seinen rauhen Ton. Aber sie zwang sich 
und legte die Hände bittend ineinander. 
„Mach' nicht solch böses Gesicht, Helge. Ich 
habe dir doch nichts zu Leide getan? Sieh, ich 
wollte dich nur fragen, ob du dich nicht freust, 
daß du nun auch mit dem Drachenschiff gen 
Süden fährst? Du hast es dir doch schon so 
lange gewünscht?" 
Er lächelte ein wenig spöttisch. 
„Und wem habe ich dies große Glück nun zu 
verdanken? Hast du etwa für mich gebeten, 
Frau Sigrun?" 
Sie schüttelte den Kopf und wurde rot. 
„Sag' nimmer Frau Sigrun zu mir, Helge. 
Wo wir doch als Kinder zusammen gespielt 
haben." 
Als er nicht antwortete, sah sie ihn weich an, 
und eine große Zärtlichkeit lag in ihrem fei 
nen Gesichtchen. 
„Für dich bleibe ich immer das Sigrunkind 
von damals, Helge. Das können auch die 
Jahre nicht ändern." 
Er sah an ihr vorüber auf die Schneegipfel 
der fernen Bergkette. In seinen dunklen Au 
gen mar eine große Traurigkeit. 
„Doch ändern sie alles, Frau Sigrun. Denn 
mir sind nun keine Kinder mehr. Und immer 
fremder müssen wir einander werden — im 
mer ferner. Weil du ein Königskind bist und 
ich nur ein armer Fischer." 
Sie legte ihm weich die Hand ans den Arm. 
„Wie du wieder schwätzt, Helge. Du weißt 
doch, Olaf, dich und mich bindet ewige Freunir 
schaft, das haben wir uns geschivoren bei den 
Sternen und Göttern. Und daran ändern 
auch die Jahre nichts. Aber nun gib mir end 
lich Antwort auf meine Frage: Ist nicht eine 
helle Freude in dir über die kommende See 
fahrt? Olaf hat gebeten für dich bei Biörn 
Glutauge." 
Der Jüngling fuhr auf. Sein braunes Ge 
sicht wurde hart und ehern. Er biß sich auf die 
Lippe. 
„So habe ich's mir gleich gedacht! Ja, ja, er 
ist nicht dumm, der sonnenscheinige Königs 
sohn!" 
Aengstlich sah Sigrun zu ihm auf. 
„Was hast du nur, Helge?" 
„O, nichts, Frau Sigrun. Ich hätte es an 
Olafs Stelle auch nicht gerne gesehen, daß 
Helge daheim bleibt bei Frau Sigrun, indes 
Olaf Sonnenschein in die Ferne zieht." 
Sigrun schüttelte den Kopf, still und ver 
wundert— so, als verstünde sie ihn nicht. 
„Ich weiß nicht, was du redest, Helge. Du 
bist so sonderbar heute. Aber ich muß nun 
zurück zu meinen Frauen und ihnen helfen, 
das Leinen zu wenden. Leb' wohl, Helge." 
Sie streckte ihm die Hand hin und sah ihm 
voll großer Freundlichkeit in das herbe, kan 
tige Gesicht. Es war fast etwas Forschendes, 
was ihre Augen dabei hatten. So, als suche sie 
etwas in seinen Zügen. 
Er hielt ihre Hand mit eisernem Druck. 
Seine Lippen zitterten. 
„Wenn ich dich nicht mehr sehen werde, 
Sigrun, ich weiß nicht, was dann aus mir 
wird. Ein Wilder bin ich schon. Ich glaube, 
dann werd' ich ein Böser." 
Er riß sich los. Aber sein Atem ging heiß 
und seine Glieder flogen. Die Felsstufen 
sprang er hinab zum Strande, daß die Stan 
gen klirrten auf seinem Rücken. 
* 
Sigrun sah ihm erschrocken nach. Sie ver 
stand ihn nicht. Warum war er denn nur im 
mer gleich so wild und wüst! Sie atmete schwer. 
Ach, wie Mutter Inges Geheimnis sie drückte! 
Und doch hatte sie Schweigen gelobt und durfte 
es niemals brechen. Sie stand noch regungs 
los ans derselben Stelle und starrte vor sich 
nieder ans den moosigen Felsboden, den ein 
feiner Schimmer erster Frühlingsblüten zu 
überziehen begann. 
nahmen. Die Ergebnisse waren folgende: Hertha BSC. 
gegen Fortuna-Düsseldorf 0:1, Minerva S3 gegen Wald 
hof-Mannheim 1:2, Fortuna-Düsseldorf gegen Minerva 
98 2:0. Hertha BSC. gegen Waldhof-Mannhcim 2:1. 
Der Nordmarkmeister Eimsbüttel verstand es nicht, den 
durch die Niederlage am Karfreitag gegen den sächsischen 
Bezirksligavcrein Tura-Leipzig entstandenen schlechten 
Eindruck wieder gut zu machen. Auch das Spiel gegen 
Dessau 08 ging 2:3 verloren. Victoria-Hamburg empfing 
die Stuttgarter Kickers und mußte eine 0:1-Niederlage 
einstecken. Auch der HSV. konnte nicht überragend ab 
schneiden, er spielte gegen Schwerin 03 nur unentschie 
den 3:3. Holstein kämpfte in Posen gegen Warta und 
ließ sich von den polnischen Gastgebern 2:3 besiegen. Im 
ganzen gesehen ist also die Ostcrbilanz des Nordmarkfutz- 
balls nicht gerade gut. 
Im nachbarlichen Niedcrsachsen siegte PSV. Chemnitz 
über Hannover 98 6:1 (3:1>. Die englische Amateurmann 
schaft, die Corinthians, konnte auch über Ostern keinen 
Sieg erringen, gegen Hannover 98 spielte sie unentschie 
den 2:2 und gegen Eintracht-Braunschweig verlor sic mit 
2:8. Polizei-Lübeck vertrat die Nordmark in Hildesheim 
recht gut. Sie gewann gegen Hildesheim 08 1:3 und 
trennte sich von Algermissen mit einem Unentschieden 2:2. 
Der deutsche Meister Schalke 01 mutzte schwer kämpsen, 
um über Bayern-München mit 8:4 zu siegen. 
Das Unterkreisfest der Turner in 
Neumünster. 
Vorbereitungen in Rendsburg. 
Am 6. und 7. Juni 1938 feiert der Unterkreis Ncnmün- 
ster sNeumünster, Rendsburg und Segcbcrgs in Neu 
münster das Unterkretsfest. Die Vorbereitungen sind ab 
geschlossen. Der gesamte Uebungsstoff ist im Druck. Turn 
bruder Schlothfeldt ans Neumünster kommt am 18. und 
19. April 1986 nach Rendsburg und will den gesamten 
Uebungsstoff durchmachen. Am Sonnabend, dem 18. April 
üben die Turner in der Turnhalle der Anfbauschnle ab 
19.30 Uhr pünktlich. Am Sonntag, dem 19. April, üben die 
Turnerinnen dortselbst pünktlich 8 Uhr. Die Tagung der 
Turnerinnen wird voraussichtlich den ganzen Tag dau 
ern. Jeder Verein (Verband, Formation) mutz mit min 
destens zwei Turnern bzw. 3—1 Turnerinnen vertrete» 
sein. 
Kegel-Gaumeisterschaften der Nordmark. 
in Kiel. 
Vom Ostersonnabend bis Ostermontag fanden in der 
Kegelsporthallc in Kiel die Kegler-Gaumeisterschasts- 
kämpfe der Nordmark statt. Diese hatten u. a. folgendes 
Ergebnis: 
Sechser-Vereins-Mannschastskamps ans Bohle 
(Manners: , 
1. Kiel mit 4329 Holz (Gaumeister), 2. Hamburg mit 
1178, 3. Flensburg mit 1189, 4. Schwerin mit 1162, 8. 
Lübeck mit 4188, 6. Ncnmünster mit 1111 Holz. Rends 
burg wurde 7. mit 1118 Holz. (Groth 728, Jungermann 
755, Wcycrshausen 727, Claussen 738, Harm 738, Steck 731 
Holz). 
\ Dreier-Klnbmeistcrschast sür Männer auf Bohle: 
1. Lindenblüte-Hamburg mit 2266 Holz, (Gaumeister)^ 
2. Germania-Kiel mit 2265, 3. Ahoi-Hambnrg mit 2261, 
1. Rostock mit 2251, 5. Sportfreunde-Kiel mit 2253, 6. 
Flensburg mit 2253 Holz. 
Einzelmeistcrschast aus Bohle sür Männer: 
1. K. Tams-Flensburg mit 1538 Holz (Gaumeister), 2. 
Gebhardt-Hamburg mit 1535 Holz, 3. Ernst-Hamburg mit 
1528, 1. Cornelius-Kiel mit 1527, 5. Möller-Preetz mit 
1525 Holz. Harm-Rendsburg erzielte 1492 nnd Sieck- 
Rendsburg 1489 Holz. 
Da hörte sie von der Burg her Rüdengekläff 
nnd einen starken frohen Schritt, der anders 
klang als der schwere flüchtige von Helge. Ein 
helles Leuchten trat in ihre blauen Augen und 
sie sah sich suchend ringsum. Durch öie knospen 
den Ginsterbüsche sprang Prinz Olaf, den 
schweren Jagdspeer in der Rechten. Mit we 
nigen Schritten stand er vor Sigrun und 
lachte sie an. 
„Was stehst du so sinnend auf einem Fleck 
und starrst vor dich nieder auf die grünende 
Erde, als habest du noch niemals den Lenz 
kommen sehen in unseren Landen?" 
Und er hob ihr mit der Linken das Kinn 
und sah ihr treuherzig in die Augen. 
„Du siehst bekümmert aus, Sigrun, und das 
ist doch sonst nicht deine Art. Und naß sind 
deine Wimpern wie von frischen Tränen. Wer 
ging da eben von dir, die Felsstufen hinab?" 
„Helge", sagte sie leise. „Und er war so son 
derbar, daß es mich bekümmerte." 
Olaf schlug mit der Hand durch die Luft. 
„Er ist schon die ganzen letzten Tage sonder 
bar. So, als trüge er einen geheimen Groll 
gegen mich. Und ich tat ihm doch nichts zuleide. 
So grämt's mich auch nicht." 
Er beugte sich herab zu ihr. 
„Und dich soll's auch nicht grämen, kleine 
Sigrun. Komm, es ist solch lachender Früh 
lingsmorgen, als habe Baldur selber seinen 
Einzug gehalten, da wollen wir noch einmal 
miteinander über die Berge gehen, wo die 
Birken winken mit ihren weißen Stämmen 
und lichtgrünen Schleiern. Wie wir's in jedem 
Lenz getan von Kinderzeit an." 
Sie sah schwankend hinüber zu den arbeiten 
den Frauen auf der Matte. 
„Ich muß fleißig sein, Olaf. Was soll dein 
Vater sonst denken?" 
Er lachte. 
„Biörn Glutauge ist unten auf seinem 
Drachenschiff und hetzt die Mannen zu schnel 
lerer Arbeit. Deine Frauen werden mit ihrem 
Leinen auch fertig ohne dich. Aber ich nicht, 
Sigrun. Weil es so viel schöner ist, wenn dir 
mit mir gehst. Und dann ist es vielleicht zum 
letzten Male heute, weil wir sehr bald in See 
stechen werden." 
(Fortletzung folgt.) 
&
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.