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nach Addis Abeba
Der Tag In Wart unö Vilö
Der Ausbau des Seedienstes nach Ostpreußen
Die Wochenfahrten von «nd nach Kiel
Die Notwendigkeit, den einen gewissen
Durchschnitt übersteigenden Personenverkehr
mit Ostpreußen völlig über See zu leiten, hat
den Seedienst Ostpreußen veranlaßt, sich den
Dampfer „Kaiser" als viertes Schiff zu sichern
und außerdem zeitweilig einen der Dampfer
„Odin" oder „Herta" sowie ein großes weiteres
Schiff zu chartern. Mit diesem Schiffspark
wird vom 28. Mai (Donnerstag vor Pfingsten)
bis 16. September ein täglicher Dienst zwischen
Swinemünde—Zoppot—Pillau betrieben wer
den. Daneben bleibt wöchentlich einmal der
Finnland—Ostpreußenöienst der „Preußen"
bestehen.
Die wöchentlich einmaligen Fahrten der
„Tannenberg" von und nach Kiel finden vom
8. Mai bis Ende Oktober statt. Von Pfingsten
bis Ende September wird Travemünde ein-
bis zweimal wöchentlich angelaufen. Vom Ber
liner Ferienbeginn ab (20. Juni) werden die
wichtigsten Fahrtage von zwei bis drei Schiffen
bedient, um ohne Ueberfüllung den Reise
strom zu bewältigen. Zur Förderung des Fe
rienverkehrs werden vom 20. Juni bis Ende
August wöchentlich„Ostpreußen-Secsonderzüge"
(OSS.) mit 60 v. H. Ermäßigung in beiden
Richtungen gefahren werden. Daneben wird,
wie üblich, ein starker Feriensonderzugverkehr
nach sorgsam ausgearbeiteten Plänen über
See betrieben. Zum Hamburger und zum
rheinischen Ferienbeginn finden Sonderfahr
ten über Travemünde statt, um für Nord-
w e st d e u t s ch l a n d Ostpreußen mehr und
mehr als Reisegebiet auszuschließen. Zur
Olympiade wird eine Sonderfahrt von Hel
singfors nach Zoppot (Anschluß nach Berlin)
ausgeführt, ferner wird Kiel während der
Segel-Olympiade wöchentlich dreimal aufge
sucht. Memel wird in der Hauptreisezeit
wöchentlich, darunter einmal vom Dampfer
„Tannenberg", angelaufen. Auch die regel
mäßige Verbindung Swinemünde—Memel ist
nunmehr gesichert.
In angestrengter Arbeit werden die Reede
reien, der Norddeutsche Lloyd, die Hapag und
Bräunlich sowie die Seedienstmeldcstelle Ju
lius Müller-Swinemünde, zusammenwirken,
um der großen Aufgabe gerecht zu werden,
auch in diesem Jahre den ostprcutzischen Frem
denverkehr befriedigend zu bedienen. Wer Lust
zur Seefahrt und Liebe zum deutschen Osten
hat, kann in diesem Jahre besser denn je zu
den Schönheiten unseres Ostpreußens und der
herrlichen Stadt Danzig gelangen.
Die BÄ Ver den Belt zu niedrig!
DNB. Hadersleben, 14. April. Wie der
Lotsenkommandeur in Fredericia in einem
dänischen Blatt schreibt, hat sich die Kleine-
Belt-Brücke, die im vorigen Jahre eingeweiht
wurde, bereits als zu niedrig erwiesen. Fahr
zeuge, deren Masten höher sind als 32 Meter,
können sie nicht passieren. So müssen z. B.
Schiffe, die vom Norden kommen und nach
Kolding wollen und deren Masten jenes Matz
überschreiten, bereits in Fredericia löschen,
wo dann die Umladung in kleinere Fahrzeuge
erfolgt oder von wo die Ware auf dem Land
wege nach Kolding weiterbesördert wird.
*
Die Kanalhochbrücke bei R e n d s b u r g, die
bekanntlich Schiffs- und Eisenbahnverkehr
voneinander unabhängig macht, ist mit 42 Me
ter Höhe, gemessen vom Wasserspiegel bis zum
unteren Rand des Brücken- und Bahnkör
pers, allen Ansprüchen gewachsen. Das umleg
bare Ende ungewöhnlich hoher Masten
wird beim Passieren der Brücke umgelegt.
* * *
Bergwerksungliiü in Japan
Förderkorb 650 m tief abgestürzt
DNB. London, 13. April (Eig. Funk
meldung.) Wie aus Fukuoka in Japan gemel
det wird, stürzte im Kohlenbergwerk Tarahi-
ma ein Förderkorb mit 82 Bergleuten über
650 Meter tief in einen Schacht hinunter. Bis
her wurden die Leichen von 49 Bergarbei
tern geborgen. 20 weitere sind schwer verletzt.
* * »
Der Wassereinbruch
im braunschweigischen Kalischacht.
Anersälllicher Trichlerschlund.
DNB. Wolfenbüttel, 15. April. (Eig. Funk
meldung.) Der Wassereinbruch auf dem Kali
schacht Hedwigsburg hat seit Sonnabend im
mer größere Ausmaße angenommen, so daß
der Trichter inzwischen einen Durchmesser von
etwa 160 Meter angenommen hat. In seinen
unersättlichen Schlund hatte er bis zum Sonn
abendmittag die letzte Mauer eines dreistöcki
gen ehemaligen Fabrikgebäudes hinabgezogen.
Nunmehr ist auch der 50 Meter hohe Schorn-
tzeiu dem Kraterrand so nahe gekommen, daß
nur noch die starke Untermauerung ihn bisher
vor dem Sturz bewahrt hat. Auf der anderen
Seite des Trichters wurde inzwischen ein Teil
der Schmiede in den Schlund hinabgerissen.
In etwa 30 Meter Tiefe schwimmen aus der
Oberfläche des Kratersees, die ununterbrochen
in Bewegung ist, Hunderte von Balken sowie
Holzteile aus den verschwundenen Gebäuden.
Seit Dienstagmorgen ist eine gewisse Beruhi
gung an der Einbruchstelle festzustellen. Die
Häuser, die vorsichtshalber geräumt wurden,
dürfen nicht wieder bezogen werden. Es müssen
daher für die betroffenen Volksgenossen neue
Wohnmöglichkeiten geschaffen werden.
„Gcss Zeppelin" über dem Szean.
DNB. Hamburg, 14. April. Das Luftschiff
„Graf Zeppelin" stand nach Mitteilung der
Deutschen Seewarte um 18 Uhr etwa 400 Km.
westlich von Lissabon. Während des ganzen
Tages war es über der Biscaya und vor der
portugiesischen Küste von Rückenwinden be
günstigt.
„Graf Zeppelin" begegnete auf seiner Süd
amerikafahrt am Dienstagvormittag um 9.30
Uhr in der Süd-Biscaya auf 44,56 Grad nörd
licher Breite und 8,8 Grad westlicher Länge
dem KdF.-Schifs „St. Louis". Etwa eine halbe
Stunde später überflog das Luftschiff die bei
den anderen KdF.-Schiffe. Seit 6 Uhr morgens
stand „Graf Zeppelin" mit der Funkstation
der „St. Louis" in Verbindung. Er steuerte die
KdF.-Flotte an. Die Begegnung, bei der das
Luftschiff bei schönstem Sonnenschein in etwa
100 Meter Höhe die Schiffe der Madeirafahrer
überflog, rief bei allen KdF.-Urlaubern stür
mische Begeisterung hervor.
„Graf Zeppelin" südlich von Las Palmas.
DNB. Hamburg, 15. April. (Eig. Funkm.)
Nach Mitteilung der Deutschen Seewarte
stand „Graf Zeppelin" heute um 8 Uhr vor
mittags etwa 160 Km. südlich von Las Pal
mas.
" 4- *
Dampfer mil Kunstschätzen in Gefahr.
DNB. London, 14. April. Aus Gibraltar
kommt die aufsehenerregende Nachricht, daß
der 16 700 Tonnen große englische Ostasien-
öampfer „Ranpura", in dessen Laderäumen
sich der größte Teil unschätzbarer Werte einer
chinesischen Kunstausstellung befindet, die vor
kurzem in London ihre Tore schloß, auf der
Höhe von Mallorca auf einen Felsen aufge
laufen ist. Die „Ranpura" soll die Gegenstän
de der Kunstausstellung, die die chinesische Re
gierung leihweise zur Verfügung gestellt hat,
nach China zurückbringen. Die wertvolle La
dung ist unversichert. Obwohl der Dampfer
nicht in unmittelbarer Gefahr schwebt, sind
zwei Schlepper der englischen Admiralität zur
Hilfeleistung abgegangen.
Flottmachungsversuche bisher gescheitert.
DNB. London, 15. April. (Eig. Funkmlög.)
Wie aus Gibraltar gemeldet wird, ist es bisher
trotz aller Bemühungen nicht gelungen, den
Dampfer „Ranpura", auf dem sich der größte
Teil der auf der chinesischen Kunstausstellung
in London gezeigten Gegenstände befindet,
flottzumachen. Versuche der Marineschlepper,
das 17 000-Tonnen-Schiff aus seiner gefähr
lichen Lage zu befreien, scheiterten bisher.
Unter der ungeheuren Beanspruchung rissen
die Schlepptaue. Weitere Flottmachungsver
suche sollen heute vormittag unternommen
werden. Die Fahrgäste sind mit Zubringer
booten an Land gebrack)t. Der englische Damp
fer „Bearrabvvt", der sich auf d. Wege nach Au
stralien befindet und bereits Gibraltar pas
siert hatte, ist angewiesen worden, nach der
Unfallstelle zurückzukehren, um einen Teil der
Fahrgäste zu übernehmen. Die Ausladung der
chinesischen Kunstschätze wird vorläufig nicht
für nötig erachtet, da sich das Schis in keiner
unmittelbaren Gefahr befinden soll. Der
Wert der Gegenstände wird auf rund 200 Mil
lionen Mark geschützt.
Selbstmord eines Mdchenmörders.
Eine schwere Bluttat, die sich am Sonnabend
in Mahlsdorf-Süd bei Berlin zugetragen hat,
wo die 15jährige Schülerin Vera Müller in
ihrer elterlichen Wohnung in der Siedlung
„Eichenhof" erstochen aufgefunden wurde, hat
jetzt ihre Aufklärung gefunden. Der von vorn
herein in dringendem Verdacht stehende Täter,
der 19jährige Günther Ulrich aus Mahlsdorf,
hat gleich nach dem Verbrechen Selbstmord
verübt, indem er sich von einem Fernzug
überfahren ließ.
s % *
Demonstration in Lemberg.
Ein Arbeitsloser erschosten.
DNB. Warschau, 15. April. (Eig. Funkmeld.)
In Lemberg zertrümmerten am Dienstag Ar
beitslose die Schaufensterscheiben einer Reihe
von Geschäften. Anschließend versuchten sie ei
nen Demonstrationszug. Ein Polizeibeamter,
der eingrtff, mußte zu seinem persönlichen
Schutz von der Schußwaffe Gebrauch machen.
Dadurch wurde ein Arbeitsloser getötet und
ein zweiter verletzt Ein größeres Polizeiauf
gebot vertrieb die Demonstranten.
* & *
Die deutsche Amazonas-Expedition.
Joses Greiner im Arwalb gestorben.
DNB. Rio de Janeiro, 14. April. In Rio
ist von der deutschen Amazonas-Jary-Expedi-
tion die vom 27. Januar datierte Nachricht ein
getroffen, daß der deutsche Expeditionsteil
nehmer Josef Greiner im Urwald einem
schweren Fieberanfall erlegen ist. Josef
Greiner hatte sich in Rio aus Idealismus und
Begeisterung der Expedition angeschlossen, der
er als Transportleiter der Post- und Nach
schubboote wertvolle Dienste leistete. Gleich
zeitig mit dieser Nachricht teilte Schulz-Kampf
henkel mit, daß er mit seinem Kameraden Gerd
Kahle und der Eingeborenen-Mannschaft bei
den Aparai-Jndianern überwintern werde.
Durch die Regenzeit und die Hochwasser des
Jary wird die Expedition lange Zeit von der
Außenwelt abgeschnitten sein.
* * *
plan ernes neuen Themselunnels.
DNB. London, 15. April. (Eig. Funkmlö.)
Wie die „Morningpost" meldet, befaßt sich die
Londoner Verkehrsbehörde mit dem Plan,
einen Themsetunnel bei dem bekannten Ver
kehrsknotenpunkt Charing Croß zu bauen. Bis
her hatte man beabsichtigt, an dieser Stelle
eine große Brücke für Fahrzeuge und Fuß
gänger zu errichten. Durch die Regierungs
pläne für die Verteidigung Londons gegen
einen Luftangriff ist jedoch eine neue Lage
geschaffen. Man glaubt, daß ein Tunnel einer
Brücke, die allen Luftangriffen ausgesetzt
wäre, vorzuziehen sei.
Deutsche Kriegsbriefe gesucht.
Die NS.-Kriegsopferversorgung ist auf dev
Suche nach Briefen aus dem Weltkriege, die in
einem nationalsozialistischen Volksbuch „Der
Soldat — Deutsche Kriegsbriefe" gesammelt
werden sollen. Sie fordert in einem neuen
Aufruf alle Kameraden aus dem Weltkriege
zur Beteiligung an diesem Werke auf. Wenn
ein Brief ein echtes Erlebnis birgt, auch eine
Schilderung voll grimmigen Humors, wenn
ein junger Soldat in Sehnsucht an die Mut-
ter, ein Mann aus furchtbarem Kampfe her
aus schlichte Worte an seine Frau schreibt, so
ist der Brief etwas wert, und wenn er noch so
„falsch" geschrieben wäre. Vielleicht haben sich
auch einige Briefe aus den Kolonien in die
Heimat verirrt. Es kommen jedoch nur Briefe
oder Tagebuchblätter, keinesfalls Erinnerun
gen aus späterer Zeit in Frage. Neben den
Gefallenen sollen auch heute uoch unter uns
Lebende sprechen. Die Briefe mögen zunächst
in Abschrift eingesandt werden.
* * *
Eine Familie durch Gas vergiftet.
DNB. Halle, 14. April. Eine aus einem
Ehepaar, zwei Kindern und der Schwester der
Ehefrau bestehende Familie wurde hier am
Dienstagvormittag in ihrer Wohnung durch
Gas vergiftet tot aufgefunden. Wie die
Kriminalpolizei mitteilt, liegt ein Unglücks
fall vor. Aus noch nicht festgestellter Ursache
hatte sich der Schlauch der Gasleitung gelockert,
so daß das Gas ungehindert ausströmen
konnte.
KrrrZe Bost
Am Karfreitag wurde in der Camper Feld
mark bei Stade die Leiche einer Frau gefun
den, die in den Boden eingegraben war und
dort offenbar einige Zeit gelegen hatte. Ein
Einwohner wurde in Untersuchungshaft ge
nommen.
Hugo Fischer, stellvertretender Reichspropa
gandaleiter der NSDAP., hat zum ehrenamt
lichen Neichssachgruppenleiter der Verkehrs
werber den Oberregierungsrat im Reichs-
mintsterium für Volksaufklärung und Propa
ganda Dr. Fritz Mahlo, berufen.
Tic neue Lage an der Nordsront.
An der ganzen Nordsront setzt sich der italienische Vormarsch
unaufhaltsam fort. Auf ihrem äußersten rechten Flügel haben die
Italiener an der Sudangrenze Gallabat besetzt. Das Nordufer des
vielgenannten Tana-Sees befindet sich nunmehr fest in ihrer Hand.
Auf dem Vormarsch nach Dessie ist die Einnahme von Kobo gelun
gen, nach anderen Meldungen soll sogar schon Dessie besetzt sein.
Vom Tana-See und von Sokvta aus marschieren italienische Ko
lonnen konzentrisch auf Magdala, einem sehr wichtigen Platz, wäh
rend eine weitere Kolonne durch die Danakil-Wüste stößt. Immer
enger zieht sich nunmehr der stählerne Ring um das Herz Abessi
niens. (Selle-Eysler, K.)
Die Italiener am Tana-See.
Im italienisch-abessinischen Krieg ist jetzt ein neuer wichtiger Wendepunkt einge
treten. Eine Abteilung italienischer Truppen, die von Gondar aus vormarschiert
war, besetzte die Halbinsel Gorgora im Tana-See und hißte dort die italienische
Flagge. Der Tana-See speist bekanntlich den Blauen Nil, der für die Fruchtbarkeit
des englischen Baumwollparadieses Sudan und überhaupt ganz Aegyptens von
maßgebender Bedeutung ist. Wie erinnerlich, wurde vor Beginn des Krieges behaup
tet, daß eine Besetzung der Seeufer durch italienische Truppen einen offenen Kon
flikt mit England zur Folge haben müßte.
Unser Bild zeigt eine der zahlreichen Inseln dieses geheimnisvollen Bergsees, die
Klojterinsel Mitraha. Mteinlehner, K.j.