Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Botschafter von Hoeschs 
Heimkehr 
Trauerparade der Kriegsmarine in 
Wilhelmshaven. 
DNB. Wilhelmshaven, 16. April. Am Don 
nerstag gegen K’3 Uhr nachmittags traf der 
englische Zerstörer „Scout" mit der sterblichen 
Hülle der Botschafters von Hoesch an Bord in 
Wilhelmshaven ein. Der Zerstörer, der die 
deutsche Hakenkreuzflagge im Topp führte, 
machte an der Gazellenbrücke fest, wo die Ad 
miralität, das gesamte Offizierkorps des Ma- 
rinestanöortes und zahlreiche Persönlichkeiten, 
unter ihnen auch der englische Marineattache 
Kapitän Muirhead-Gould, die Ankunft des 
Schiffes erwarteten. Am Kai waren 3 Ehren 
kompagnien angetreten. 
Nachdem der Zerstörer festgemacht hatte, be 
gab sich der Kommandierende Admiral der 
Nordsee, Vizeadmiral S ch u l tz e, auf das Ach 
terdeck des Schiffes, wo der mit der Haken- 
kreuzfahne bedeckte Sarg auf der Geschützba- 
bette aufgebahrt war. Vizeadmiral Schultze 
legte Kränze des Oberbefehlshabers der 
Kriegsmarine und der Marinestation der 
Nordsee am Sarg des toten Botschafters nie 
der. Vizeadmiral Schultze verließ den Zerstörer 
und auf ein militärisches Trompetensignal ho 
ben acht englische Matrosen den Sarg und 
trugen ihn, während die Ehrenkompagnien das 
Gewehr präsentierten, auf ihren Schultern an 
Land. Unter den Klängen eines Chorals wurde 
er auf eine Geschützlafette gehoben, und der 
Trauerzug setzte sich in Bewegung. Voran 
schritt eine Unteroffiziersabordnung der 
Kriegsmarine, die die vielen Kränze trug. Ihr 
folgte eine Abordnung des Zerstörers „Scout" 
mit den Kränzen der englischen Regierung und 
der englischen Freunde des Botschafters. Das 
Trauergeleit, das sich an die Lafette mit dem 
Sarg anschloß, wurde von dem evangelischen 
Marinepfarrer eröffnet, hinter dem die Ange- 
hörigen des verstorbenen Botschafters, geleitet 
von dem Kommandierenden Admiral der Nord 
see, dem englischen Marineattachê und Mini 
sterialdirektor Dieckhoff, schritten. Dann folg 
ten die Abordnungen der Partei und die Ver 
treter der Behörden. Der lange Trauerzug, der 
sich durch die von Menschenmassen umsäumten 
Straßen Wilhelmshavens zum Bahnhof be 
wegte, wurde durch das Offizierkorps der Ma 
rinegarnison abgeschlossen. Als sich der Zug 
dem Bahnhof näherte, ließ der 2. Admiral der 
Nordsee das Gewehr präsentieren, und an den 
drei Ehrenkompagnien vorbei wurde der Sarg 
auf der Lafette bis zum Zug gefahren. 
Während 10 Marineoffiziere den Sarg in 
das Abteil hoben, rollten drei Ehrensalven 
über den Bahnhof. Dann trat der Komman 
dierende Admiral mit den nächsten Angehöri 
gen noch einmal an den Sarg, um Abschied von 
dem Toten zu nehmen. 
Der englische Zerstörer „Scout" wird noch 
am Donnerstag Wilhelmshaven wieder ver 
lassen. 
* * * 
Abschluß der Londoner Generalstabs- 
besprechungcn. 
DNB. London, 16. April. Die am Mittwoch 
in London begonnenen Generalstabsbesprechun 
gen zwischen England, Frankreich und Belgien 
wurden am Donnerstagabend abgeschlossen. 
Am Nachmittag hatte eine gemeinsame Sitzung 
der Vertreter der drei Waffengattungen im 
Gebäude der Admiralität stattgefunden, die 
etwa eine Stunde dauerte. 
Der diplomatische Mitarbeiter des „Evening 
Standard" weiß zu melden, daß es beabsichtigt 
sei, die Vorschläge der drei Waffengattungen 
zu einem Generalplan zusammenzufassen, der 
alsdann den Regierungen Englands, Frank 
reichs und Belgiens unterbreitet werden solle. 
Möglicherweise sei diese Absicht schon in der 
abschließenden Sitzung am Donnerstag durch 
geführt worden. 
* 
Ueber die Londoner Generalstabsbesprechun 
gen erfährt die Morningpost, daß ein franzö 
sischer Antrag, einen gemeinsamen Aufmarsch 
plan im Falle eines Angriffs festzulegen, sich 
nicht durchgesetzt habe. Der englische Stand 
punkt, daß die Generalstabsbesprechungen le 
diglich der Information dienen sollen und daß 
man weitere Entschlüsse ausdrücklich für später 
vorbehalte, habe Belgiens Unterstützung ge 
funden. Man müsse in den jetzt stattfindenden 
Generalstabsbesprechungen nur den Vorläufer 
einer militärischen Konferenz der Locarno 
mächte sehen, deren Zusammentritt von der 
weiteren Gestaltung der Lage abhänge. 
Rudolf Heß an Exzellenz von Trotha. 
DNB. München, 16. April. Der Stellvertre 
ter des Führers, Rudolf Heß, hat an Exzellenz 
von Trotha folgendes Telegramm gesandt: 
„Seine Exzellenz, Admiral Adolf von Tro 
tha, Berlin. Am Tage, da Sie auf Ihr 50- 
jühriges Wirken für deutsche Seegeltung zu 
rückblicken, gedenke ich Ihrer, insbesondere als 
des verdienstvollen Chefs des Stabes der deut 
schen Hochseeflotte am Skagerrak, in aufrich 
tiger Verehrung, verbunden mit den Wünschen, 
daß Sie noch lange und bei guter Gesundheit 
Deutschland Ihre Kräfte zur Verfügung stel 
len können. Rudolf Heß." 
Italiens Forderrrrrgen 
Verlegenheit i» Genf 
DNB. Genf, 16. April. Zwischen Aloisi 
und dem Vorsitzenden des Dreizehner-Aus- 
schusses, de Madariaga, hat Donnerstag in 
Anwesenheit des Generalsekretärs des Völker 
bundes eine neue Unterredung stattgefunden, 
die 20 Minuten dauerte. Der italienische Ver 
treter legte den Standpunkt seiner Regierung 
dar, worüber Madariaga dem Dreizehncr- 
Ausschuß Bericht erstatten wird. Wie verlau 
tet, haben sich dabei Verhandlungsanssichten 
im italienisch-abessinischen Streitfall nicht er 
geben. 
Eine amtliche Mitteilung soll am Nachmit 
tag veröffentlicht werden. 
In seiner Unterredung mit Madariaga hat 
Aloisi, wie man hört, die Bedingungen Ita 
liens über die Aufnahme von Waffenstill 
stands- und Friedensverhandlungen folgen 
dermaßen zusammengefaßt: 
1. Die Friedcnsvcrhandlungen müsse» 
außerhalb von Genf stattfinden (man spricht 
von Ouchy bei Lausanne); 
2. die Verhandlungen finden nur zwischen 
den beiden Beteiligten statt. Der Völkerbund 
wird jedoch über ihren Verlauf unterrichtet; 
3. die Herbeiführung eines Waffenstillstan 
des ist eine militärische Frage und daher zwi 
schen dem italienischen Oberbefehlshaber und 
dem Negns direkt zu regeln. 
Aloisi soll erklärt haben, daß Italien über 
dieses Programm nicht weiter verhandeln 
wolle, sondern es dem Dreizehnerausschuß 
überlasse, die Vorschlüge entweder abzulehnen 
oder anzunehmen. Die Haltung Italiens hat 
hier große Verlegenheit hervorgerufen. Die 
Sitzung des Dreizehnerausschusses, die um 16 
Uhr beginnen soll, ist auf 18 Uhr verschoben 
worden, damit die einzelnen Vertreter sich 
telephonisch mit ihren Regierungen in Ver 
bindung setzen können. 
SmzchiMüusschch verlagt. 
Der Dreizehnerausschuß >at sich nach zwei 
stündigen Beratungen auf Freitagnachmittag 
16 Uhr vertagt. Beschlüsse sind am Donnerstag 
nicht gefaßt worden. 
Die Londoner Blätter zur Lage in Genf. 
DNB. London, 17. April. (Eig. Funkmeld.) 
In ihren Berichten über die neue Entwicklung 
in Genf zeigen sich die Morgenblätter sehr 
zurückhaltend. Nach allgemeiner Ansicht sind 
die Aussöhnungsbemühungen des Schlich 
tungsausschusses sehr wahrscheinlich als ge 
scheitert zu betrachten. Ueber das weitere Ver 
fahren in Genf und die zukünftige Stellung 
nahme Englands sind die Blätter noch sehr im 
Unklaren. Zwischen den Zeilen wird zum 
Ausdruck gebracht, daß in amtlichen englischen 
Kreisen keine große Neigung bestehe, die 
Sühnemaßnahmen gegen Italien weiter auf 
recht zu erhalten. 
Vernon Bartlett meldet der „News Chro 
nicle" aus Genf, daß dse italienischen Bedin 
gungen von der Mehrheit der Ratsmitglieder 
als ganz und gar unannehmbar betrachtet 
würden. Einige Mitglieder seien für neue 
Druckmaßnahmen, von denen eine Sperre der 
Oelausfuhr und -beförderung die am wenig 
sten drastische wäre. Eine andere von den 
Franzosen geführte Gruppe habe erklärt, daß 
bis nach den französischen Wahlen nichts getan 
werden könne. In britischen Kreisen sei man 
zu der Auffassung geneigt, daß Italien so 
schwer unter den bestehenden Sühnemaßnah 
men leide, daß es kaum etwas ausmachen 
würde, wenn keine weiteren Maßnahmen er 
griffen werden, selbst wenn Addis Abeba von 
den Italienern erobert werden sollte. 
Das Rothermere-Blatt „Daily Mail" meint, 
die englische Außenpolitik im Abessinienkon 
flikt habe einen vollständigen Bankrott erlit 
ten. Wenn die englische Regierung seinerzeit 
den Hoyre-Laval-Plan angenommen hätte, 
dann wäre der Frieden schon vor 4 Monaten 
zustande gekommen und der Negus hätte ein 
Gebiet von der dreifachen Größe Englands 
behalten. 
Rom hLKMlisrļ o!Ie Gemchļe 
Wer Schlichtungspläne. 
Zu den in Genf aufgenommenen Besprechun 
gen mit dem italienischen Beauftragten Aloisi 
wurde am Donnerstagabend von amtlicher 
italienischer Seite folgende formulierte Erklä 
rung abgegeben: 
„Die Besprechungen drehen sich um das Ver- 
fahren und haben präliminaren Charakter. 
Alle Beteiligten haben sich zur stärksten Zurück 
haltung verpflichtet. Nichts ist bis jetzt durch 
gesickert. Die umlaufenden Gerüchte über um 
fassendere Reorganisations- und Schlichtungs 
pläne, die mit der allgemeinen politischen Lage 
in Beziehung stünden, sind ein reines Produkt 
der Phantasie und werden ohne weiteres de 
mentiert. 
Im Zusammenhang mit dieser Erklärung, 
über deren nähere Bedeutung von zuständiger 
Seite jede weitere Auskunft abgelehnt wurde, 
sind gleichzeitig amtlich die Gerüchte über wich 
tige Besprechungen zwischen Rom und Loudon 
dementiert worden. Auch die weitere Meldung, 
daß der italienische Regierungschef von der 
englischen Regierung als ersten Schritt für 
eine Beilegung des Konfliktes die Zurück 
ziehung der englischen Flotte aus dem Mittel 
meer verlangt habe, wird mit Bestimmtheit in 
Abrede gestellt. 
Italienische Blätter gegen die Behauptungen 
von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch. 
Die römische Abendpresse weist übereinstim 
mend die Behauptung englischer Blätter zu 
rück, daß Italien zwar mit den Waffen sieg 
reich, dafür aber finanziell und wirtschaftlich 
vollkommen am Ende sei. Auch dieser neueste 
Propagandavorstoß werde sich als vollkommen 
nutzlos erweisen. 
„Giornale d'Jtalia" und „Lavoro fascista" 
erinnern bei dieser Gelegenheit an die Stati 
stik des Achtzehnerausschusses, die zeige, daß 
Italien auch finanziell und wirtschaftlich stark 
genug sei, um den Sanktionen standzuhalten. 
Nach Meldungen des Schweiz. Pressetelegra 
phen aus Rom stehen am 1. Mai 1300 006 
Mann italienische Truppen unter Waffen. 
800 000 seien in Ostafrika oder in Vorbereitung 
zur Ueberführung nach Ostafrika. Diese Ueber- 
macht werde weder durch die kaum noch 60 000 
Mann starke Negusarmee noch durch die Re 
genperiode sich in ihrem Siegeswillen aufhal 
ten lassen, wenn die jetzige Tagung der drei 
zehn Mächte in Genf Mussolini nicht die Er 
füllung seiner Forderungen bringe. 
Bei der Rekrutenvereidigüng in Rom am 
Mittwoch hielt Mussolini eine kurze An 
sprache, die mit den Worten schloß: „Für un 
sere siegreiche Armee gibt es jetzt nur eines, 
und zwar: Alles oder nichts!" 
Iàliche BmiMpng btt pMischen 
îtììti am idmcfsfag des Führers. 
DNB. München, 16. April. Wie in den ver 
gangenen Jahren, ist der Traditionsgau Mün 
chen-Oberbayern der NSDAP, auch in diesem 
Jahre beauftragt, eine feierliche Kundgebung 
anläßlich der Vereidigung der Politischen Lei 
ter, der HJ.-Führer und der Mitarbeiter und 
Mitarbeiterinnen der nationalsozialistischen 
Organisationen in der Hauptstadt der Bewe 
gung vorzubereiten. 
Die auf dem Königlichen Platz in München 
stattsindende Vereidigung wird auf das ge 
samte Reichsgebiet übertragen. 
In den Abendstunden werden die zu ver 
eidigenden Politischen Leiter und Angehörigen 
der Gliederungen überall aufmarschieren. 
Nach kurzen Ansprachen der Hoheitsträger 
der Partei wird der Stellvertreter des Füh 
rers, Rudolf Heß, sprechen und anschließend 
den Kämpfern und Kämpferinnen Adolf Hit 
lers die Eidesleistung abnehmen. 
* * * 
polilisches Mental in Vien. 
DNB. Wien, 16. April. Am Mittwochabend 
ereignete sich in Wien, wie amtlich mitgeteilt 
wird, ein Mordanschlag mit politischem Hinter 
grund. Der arbeitslose Fleischergehilfe Franz 
Mach feuerte auf den ehemaligen Hauptmann 
Johann Krocha mehrere Pistolenschüsse ab und 
verletzte ihn schwer. 
Mach, der verhaftet wurde, verweigerte bei 
seinem Verhör jede nähere Ausgabe über die 
Gründe des Anschlags. Er wies lediglich dar 
auf hin, daß er aus politischen Gründen ge 
schossen habe. Hauptmann Krocha, der dem Hei 
matschutz angehört, war Kommandant des 
Konzcutrationslagers Messendorf bei Graz. 
Dieses Konzentrationslager wurde Ende 1935 
aufgelassen, da bei einer Besichtigung schwere 
Mißstände aufgedeckt wurden. Die Polizeibe 
hörde nimmt an, daß Mach früher in diesem 
Konzentrationslager inhaftiert war, und daß 
sein Anschlag auf den ehemaligen Lagerkom 
mandanten mit den Zuständen in Messendorf 
in Zusammenhang steht. 
„Das gist's in keine« Lasd der Welt 
Drei Ausländer urteilen über die KdF.-MadeirufahrLeu 
iS 
NSK. An Bord des Urlauberschiffes „St. 
Louis" nahmen einige Auslandspressevertreter 
und ein Schweizer Filmregisseur als Gäste der 
NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" an der 
Madeirafahrt teil. Unser Mitarbeiter Hel 
mut Jahn hat sie nach ihrer Heimkehr über 
ihre Eindrücke befragt. Nach der Wiedergabe 
des Reiseverlaufs, der Erlebnisse unserer Ur 
lauber und der Aeußerungen der mitgefahre 
nen Künstler sind die Urteile der ausländi 
schen Gäste von besonderem Interesse, da sie 
sicherlich mit kritischen Augen das Erlebte 
prüften. 
Besuch von Volk zu Volk. 
Alberto Bacile, Italien: 
Ich habe sehr viele und starke Eindrücke auf 
dieser Reise nach Lissabon und Madeira erhal 
ten. Das größte Erlebnis war für mich d i e 
Kameradschaft an Bord. Die ganzen 
nationalsozialistischen Anschauungen standen 
auf diesem Schiff fast konzentriert da. Vor al 
lem hat die Kameradschaft im ganzen — ich 
meine das Zusammensein von Vetriebsfüh- 
rern, Künstlern, Dichtern und Arbeitern größ 
ten Eindruck auf mich gemacht. 
Diese Fahrten können nach meiner Ansicht 
große außenpolitische Auswirkungen haben. Es 
sind Besuche von Volk zu Volk. Von 
besonderem Wert war für mich die einzigartige 
Möglichkeit der Aussprache mit Angehörigen 
aller Berufe. Gern gestehe ich, daß diese Fahrt 
für mich ein großer Gewinn war! 
Richtigere Auffassung von Deutschland. 
KaptenGösta Melin, Schweden: 
Für den deutschen Arbeiter war zweifellos 
die Fahrt nach Portugal und Madeira ein un 
geheures Erlebnis. Mein größtes Erlebnis je 
doch war der deutsche Arbeiter. Niemand kann 
von einem Volk einen vollkouunenen Begriff 
haben, wenn er nur mit den oberen Schichten 
in Berührung gekommen ist. Darum war es 
für mich nicht nur interessant, sondern unge 
heuer wertvoll, vierzehn Tage im Kreise schaf 
fender deutscher Menschen zu verbringen. 
Ich habe mich dort nicht nur wohlgefühlt, 
sondern ich bin aufrichtig enthusiasmiert. Die 
Herzlichkeit und natürliche Würde, welche die 
Menschen kennzeichnete, unter denen ich dank 
der Einladung der Deutschen Arbeitsfront Ur- 
laubskamerad sein durste, haben die Reise für 
mich zu einer Reihe von schönen Eindrücken 
gestaltet. 
Ich glaube, es wäre wünschenswert, daß die 
„Kraft-durch-Freude"-Fahrten in Zukunft auf 
möglichst viele Länder ausgedehnt würden. 
Nicht nur, damit der deutsche Arbeiter diese 
Länder kennenlernt, sondern damit auch der 
Ausländer ein wahres Bild von den Deutschen 
erhält. Damit, glaube ich, würde überall eine 
richtige Auffassung vom neuen Deutschland ge 
schaffen werden. 
Wenn ich mir einen Vorschlag erlauben darf, 
so möchte ich sagen, daß bei künftigen „KdF."- 
Neisen ins Ausland vielleicht ein kaufmänni 
sches Mitglied der besuchten Deutschen Kolonie 
den Arbeitern einen Vortrag über Handelsbe 
ziehungen halten sollte. Denn es erscheint mir 
wichtig, daß der Arbeiter die Produktion nicht 
nur von der eigenen Arbeit her kennt, sondern 
daß er auch über das Schicksal der von 
ihm geschaffenen Werte und Werke 
unterrichtet ist. Dadurch würde auch das 
Verständnis für die Aufgabe der Ausländs 
deutschen noch mehr gefördert werden. 
Alle waren eines Sinnes. 
Der Filmregisseur M a x P e l l e t, Schweiz: 
„Ich habe an der Fahrt teilgenommen, um 
einen „Kraft-öurch-Freude"-Fiim für das Aus 
land, insbesondere für Frankreich, zu drehen. 
Leiter hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. 
Trotzdem glaube ich, genügend gute Einstellun 
gen erzielt zu haben. 
Was meine persönlichen Eindrücke betrifft, 
so habe ich auf dieser Reise viel gesehen und 
beobachtet. Ich wollte einmal sehen, ob das, 
was über diese Einrichtung „Kraft durch Freu 
de" an Gutem und Wertvollem gesagt wird, 
auch wirklich wahr ist. Und ich kann sagen, daß 
der Eindruck zehnmal stärker und 
größer war, als ich es vorher geschildert 
hörte. 
Mein Beruf bringt mich täglich in den Film 
ateliers mit deutschen Arbeitern vieler Berufs 
gruppen zusammen. Diese Leute sind meine 
Freunde. Auch auf dem Schiff habe ich zwei 
Beleuchter getroffen, die als Urlauber die 
Fahrt mitmachten. Sie waren hell begeistert. 
Für mich waren ihre Worte der Freude und 
der Dankbarkeit die Stimme aller ihrer Ka 
meraden. Ich habe auf dem Schiff keinen Ar 
beiter getroffen, der den großen Herrn spielen 
wollte oder sich überheblich zeigte. Alle waren 
vollerDankbarkeitgegenüberdem 
Dritten Reich, das sie auf diese schöne 
Reise schickte. 
Es war eine so wunderbare Stimmung an 
Bord, eine herrliche Atmosphäre: alle waren 
eines Sinnes, es gab keine Klassenunterschiede! 
Und das fand ich fabelhaft! Sehr an 
genehm überrascht hat mich das Verhalten der 
Stewards die gewöhnt sind, reiche Leute zu be 
dienen. Sie behandelten den einfachen Mann 
mit derselben Liebenswürdigkeit wie einen 
Millionär. Daran habe ich den Geist der echten 
Kameradschaft zwischen den deutschen Arbei 
tern aus allen Ständen am stärksten erlebt. 
Es war ein wunderbares Erlebnis. So et 
was gibt es sonst in keinem Land des AE-ltz"
	        
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