Full text: Newspaper volume (1938, Bd. 3)

Dis Rechenschaftsberichte anf 
dem ParLsMrrgreß ' 
DNB. Nürnberg, 8. Sept. Der Kongreß des 
Parteitages Großdeutschlands nahm in Anwe 
senheit des Führers am Donnerstag seinen 
Fortgang. Ein Sturm des Jubels grüßt den 
Ķhrer, als er die Halle betritt. Nach dem Ein 
marsch her Feldzeichen der Bewegung er 
jagen die feierlichen Klänge der Coüi'olan- 
^uvertüre von Beethoven, gespielt vom NS.- 
'nerchssymphonieorchester. Der Stellvertreter 
aes Führers erteilt zunächst 
Reichsleiter Dr. Frank 
öas Wort. Dr. Frank gab einen ungemein in 
teressanten Uebcrblick über die Aufbauarbeit 
ves nationalsozialistischen Staates auf dem 
Gebiete des Rechtswesens. Am stärksten kom 
men die Erfolge der nationalsozialistischen 
'uechtspolitik im Rückgang der Kriminalität 
Zum Ausdruck: Die Gesamtzahl der rechtskräf- 
"g Verurteilten ist von über 664 000 im Jahre 
1932 auf unter 380 000 im Jahre 1937 zurück 
gegangen, eine Ziffer, deren Tragweite man 
^rst richtig ermessen kann, wenn man die von 
Z?’ Frank im anderen Zusammenhang er 
wähnte Tatsache gegenüberstellt, daß nach 
ernem Memorandum des Sonderausschusses 
ves Senats der Vereinigten Staaten von 
Nordamerika das amerikanische Volk an die 
Verbrecherwelt einen Tribut in Gesamthöhe 
^on 13 Milliarden Dollar (!) entrichten muß, 
ungerechnet der Schädigung der amerikanischen 
-Wirtschaft durch verbrecherische Erpressungen 
und brutalen Terror der unter kommunisti 
scher Kontrolle stehenden Gewerkschaften. 
Aus den nüchternen Zahlen der österreichi 
schen Justizberichte, die Dr. Frank erwähnt, 
steht das furchtbare Leid, das die nationalsozi- 
unstischen Vorkämpfer in der Ostmark erdulden 
wußten: 19 Todesurteile gegen nationalsozia- 
tlstrsche Kämpfer, davon 13 durch den Strang 
vollstreckt: 86 Verurteilungen zu lebcnsläng- 
«chem Kerker, 7000 zu zum Teil jahrzehnte- 
tangeu Kerkerstrafen, Vermögensbeschlagnah- 
wen in Höhe von 3 800 000 Schilling, die Ver 
richtung von Tausenden von Existenzen. 
Der Rechtssicherheit des deutschen Volkes 
stellte Dr. Frank zum Schluß den Zusammen- 
vruch der Rechtsordnung in Somjetrußland 
gegenüber. Allein in der Zeit zwischen dem 
1. Oktober 1937 und dem 1. Februar 1938 
wurden nach einwandfreien Mitteilungen in 
Sowjetrußlanö durch tschekistische „Liquidie 
rungen" über 16 000 Menschen getötet, über 
85 000 Menschen znr Zwangsarbeit verurteilt 
und damit einem grauenhaften Schicksal über 
liefert, unter dem nach den amtlichen Zahlen 
der Komintern 7,5 Mill. Menschen schmachten. 
Die planmäßige Durchführung des größten 
Bauvorhabens, das jemals angepackt wurde, 
spiegelt sich in den Ziffern wieder, die 
Dr. Todt 
in seinem heutigen Rechenschaftsbericht gab. 
Er betonte, daß bei den Zahlenangaben den 
Laien schwindelig werden kann: die bisher be 
förderten Erdmassen haben den Umfang von 
300 Millionen Kubikmeter erreicht. Von den 
verarbeiteten Betonmengen von 14,6 Millio 
nen Kubikmeter gewinnt man erst eine rich 
tige Vorstellung durch den Vergleich, daß sechs 
Cheopspyramiden aus diesem Material er 
baut werden könnten. Der hierzu verarbeitete 
Zement könnte 300 000 Eisenbahnwaggons fül 
len, ein Zementzug, der vom Nordkap bis nach 
Venedig reichen würde. 
Die wachsende Bedeutung der Reichsauto 
bahnen wird durch eine andere Ziffer erhellt: 
rund eine halbe Million Fahrzeuge sind zu 
Pfingsten über die Autobahnen gefahren - 
und dabei ereignete sich nur ein einziger schwe 
rer Verkehrsunfall durch ungeschicktes Fahren. 
Die Straßen des Führers sind also nicht nur 
die leistungsfähigsten, sondern gleichzeitig auch 
die verkehrsichersten Straßen der Welt. 
Interessant war besonders die von Dr. Todt 
festgestellte Tatsache, daß das gewaltige Stra 
ßenbauprogramm Schrittmacher für das ge 
samte Bauwesen geworden ist, so daß heute 
zum Beispiel die Zahl der im Baugewerbe 
Beschäftigten von 500 000 auf 2,5 Millionen ge 
stiegen ist. 
Den Abschluß des -heutigen Kongreßtages 
bildete die großangelegte Rede des Neichs- 
presscchefs Dr. Dietrich über die Presselüge. 
Wir berichten darüber an anderer Stelle des 
Blattes. 
AASfteķlulîg „Europas SchiSfalskaMpf im Osten" 
Am Dienstagnachmittag wurde in der Noris- 
Mlle zu Nürnberg die Ausstellung „Europas 
^chicksalskampf im Osten" nach Ansprachen 
Dr. Leys und Alfred Rosenbergs durch 
rhren Schirmherr« Rudolf Heß feierlich eröff 
net. Die Schau gibt an Hand eines umfang 
reichen Bild- und Zahlenmaterials sowie zahl 
reicher Schriften, Gegenstände und Dokumente 
Einen umfassenden, lehrreichen Ueberblick über 
das Wesen und historische Wirken der Kräfte, 
die seit Beginn der abendländischen Geschichte 
Um die innere und äußere Gestaltung Euro 
pas gerungen haben. Die in etwa 30 Räumen 
Untergebrachte Schau ist von der Dienststelle 
des Reichsleiters Rosenberg unter Mitwir 
kung des Amtes „Schönheit der Arbeit" in 
der DAF. aufgebaut worden. 
Dr. Ley wies darauf hin, daß es ein glück 
licher Gedanke gewesen sei, das Thema dieser 
Ausstellung in Verbindung mit einer Würdi 
gung der Begriffe „Schönheit der Arbeit" und 
"Kraft durch Freude" zu behandeln. Reichs 
leiter Rosenberg sagte u. a.: 
Dreimal sind auf den Kongressen des Reichs- 
Parteitages die Gaue Deutschlands und darü 
der hinaus die ganze Welt auf die Gefahren 
^Ul Osten und aus das Zusammenwirken des 
Judentums mit dem Bolschewismus hinge 
wiesen worden. Auch wenn manche Politiker 
die ganze Größe dieser Bedrohung nicht zuge 
ben wollen, so ist doch das Bewußtsein der 
schwere« Gefährdung der europäischen Kultur 
vürch de« Bolschewismus dank der Tätigkeit 
des Nationalsozialismus schon bedeutend le 
bendiger geworden als früher. Diese bolsche 
wistische Welle ist in unseren Augen aber 
Mt nur eine plötzliche in unserer Zeit hoch- 
kvnrmende Erscheinung, sondern geht zurück 
tttt f sehr viele geschichtliche Ursachen und Ge 
genwartsbedingungen. Wir wollen uns des- 
Ņlh bemühen, nicht nur eine Erscheinung der 
^genwart darin zu sehen, sondern diese Er 
scheinung auch in die Geschichte und damit in 
° te Zukunft einzufügen. Dieses Bestreben hat 
à der heute zu eröffnenden Ausstellung ge 
lehrt. Sie soll dem Auge eine schaubare Be 
lästigung alles dessen darbieten, was wir 
gpch das Wort auf den Reichsparteitagen 
Ausgesprochen haben und insofern eine posi- 
geschichtliche Abrundung für das Begrei- 
der großen geschichtlichen Kämpfe im Osten 
^Uropas abgeben." 
* 
„ ®iï betreten die Ausstellung durch einen 
Ķsstraum, der der weißen Rasse gewidmet ist. 
^ Ausspruch des Führers, Sprüche aus der 
ŗ oa und eine Nachbildung des ersten Haken- 
tz ^Uzfundes schmücken den Raum. Die Wan- 
lrzüge der Jndogermanen, die aus ihrer Hei- 
3t'a î" Mittel- und Nordeuropa in einer 
erhe von großen Zügen nach dem Süden und 
- u vordrangen und ihre Kultur über ganz 
Europa verbreiteten, werden durch reiche 
Funde belegt. 
Bereiche nordisch-indogermanischer Kultur 
und Einbrüche des Judentums. 
Große Weltreiche entstanden unter der Füh 
rung nordisch-indogermanischer Völker.. Drei 
mal in der Geschichte des Altertums sind der 
artige aus dem Geiste einer geschlossenen 
Kulturgemeinschaft gestaltete Staaten entstan 
den: das Reich der Perser, der Staat der 
Griechen und das Imperium der Römer. Den 
Kulturleistungen der Griechen, den Trägern 
des olympischen Schönheitsideals, ist ein Raum 
gewidmet. Das Löwentor zu Mykenü und 
Skulpturen vom Parthenonfries auf der 
Akropolis zu Athen führen ein in die Aus 
stellung griechischer Kunstwerke, Plastiken, Va 
sen, Trinkschalen und Münzen, wobei beson 
ders der Knabe mit der Siegerbinde und der 
Diskuswerfer von Myron genannt seien. Von 
hier führt uns der Triumphbogen des Augu 
stus in Aosta als Zeitbrücke hinüber in die 
Darstellung der Kulturwerte des ersten römi 
schen Imperiums. Mit dem Einsatz ihrer kul 
turellen Ueberlegenheit hatten sich die Grie 
chen in ihrer klassischen Zeit gegen die fremden 
Einflüsse der Mittelmeerkulturen behauptet, 
mit dem Einsatz des Schwertes verteidigte 
Rom seine Kultur gegen die Vormachtansprü 
che des Orients. 
Die von den nordisch-indogermanischen Völ 
kern errichteten Reiche der antiken Welt haben 
die meisten altorientalischen Staaten zerschla 
gen, sie haben aber die kulturelle Entfaltung 
der semitisch-orientalischen Völker nicht ver 
nichten können. Die Durchsetzung europäischer 
Völker mit dem Geist und Blut des Juden 
tums ist somit im Laufe der Jahrhunderte 
der wirkungsvollste und gefährlichste Einbruch 
des Orients gewesen. 
Das Erste Reich der Deutschen. 
Das Grabmal Theodorichs in Ravenna, 
lebendiges Zeugnis des tragischen Schicksals 
der von Byzanz zerstörten gotischen Reichs 
gründung, leitet über in den Raum „Das 
Erste Reich der Deutschen". Die Entwicklung 
des fränkischen Reichs, des Reiches der Otto- 
nen und Salier gegen den Einbruch des 
Ostens, gegen Hunnen, Tataren usw. 
Träger überlegener Kultur. 
Ein Wikingerschiff als Zeitbrttcke führt hin 
über in die Darstellung der großen Norman 
nenzüge, die den Raum Europas mit nordi 
schem Kulturgut durchsetzten. Die Wikinger 
züge als erste große Ostbewegung mitteleuro 
päischer Völker werden durch die Siedlungs 
politik des Deutschen Ordens, der deutschen 
Fürsten und durch die Gründung der Hansa 
abgelöst. Nicht kriegerische Eroberer, sondern 
Siedler und Handwerker mit überlegener 
Kultur haben den nördlichen Teil des Ost- 
raumes für Europa erobert. An diesem Boll 
werk Europas zerbricht auch die letzte gefahr 
volle Völkerwelle, der Einbruch der Osmanen. 
— Die Entdeckungen der außereuropäischen 
Kontinente führte dann zu einem Wettstreit 
der westeurpäischen Seemächte um den Besitz 
dieser Ländereien und bestimmte künftighin 
ihre europäische Politik. Damit aber wandten 
sie sich von der gemeinsamen europäischen 
Ausgabe, der Verteidigung des Kontinents 
gegen den Einbruch des Ostens, ab. Neben 
der Abwanderung von Kulturpionieren voll 
zieht sich auch ihre geistige Abwanderung durch 
die Aufklärung, die mit ihren Menschheits 
ideologien eine ungeheure Gefahr für den Be 
stand der europäischen Kultur heraufbeschwo 
ren hat. 
Zermürbung Europas von innen heraus. 
Die Darstellung des Innern eines Frei 
maurertempels als Zeitbrücke führt hinein 
in einen Raum, der den Einbruch des Juden 
tums in das europäische Kulturgefüge dar 
stellt. Zahlreiche Dokumente zeigen dem Be 
schauer eindringlich die große zersetzende Ge 
fahr, die seit der Aufklärung das Kulturgut 
Europas bedroht und schließlich in den Paro 
len des Marxismus und des Bolschewismus 
ihren Höhepunkt erreicht hat. Marxistische 
und kommunistische Plakate aus dem Welt 
krieg, vom Novemberumsturz und der sparta- 
kistischen Revolte und das Manifest der Kom 
munistischen Partei von Karl Marx sind neben 
den Schriften von Heine, Lassalle und Bildern 
führender Marxisten ansgestellt. 
Der letzte Raum ist dem Weltkrieg gewid 
met. Die Zersetzungstätigkeit der Marxisten 
während des Krieges wird durch Dokumente, 
Propagandazettel, Nachrichtenblätter, die in 
die kämpfenden Truppen eingeschmuggelt 
wurden, veranschaulicht. Damit findet die ge 
schichtliche Schau der Ausstellung ihren Ab 
schluß und leitet über in eine Gegenwarts 
schau „Europa baut auf". 
Ausbau durch Arbeit. 
Der Ausbauwille der gesunden Kräfte gegen 
das Vordringen des Bolschewismus und des 
Judentums wird durch Belege der technischen, 
künstlerischen und organisatorischen Leistun 
gen aus den verschiedensten Ländern, durch die 
Darstellung der Entwicklung der Arbeit und 
ihrer Neuwertung, gezeigt. Besonders die 
großen zwischenvölkischen Unternehmungen 
zur Verwirklichung sozialer Ziele, zur Förde 
rung der Schaffensfreude und Lebensfreude, 
werden durch dieWiedcrgaben derEntschließun- 
gen der Weltorganisation „Arbeit und 
Freude" eindringlich vor Augen geführt. Dar 
stellungen mustergültiger Arbeitsstätten und 
des neuen Aufbauwerkes in Deutschland und 
Italien sollen den Willen der europäischen 
Völker zur inneren Befriedung, Verständi 
gung und Zusammenarbeit zum Ausdruck 
bringen. Demgegenüber steht die jüdische 
Sowjetunion. Statistiken aus dem Sowjet 
paradies, über die Wühlarbeit der Komintern 
und den Kampf in Spanien belegen die zer 
setzende Tätigkeit der Weltinternationale. 
Ein Ehrcnranm, den größten Männern, die 
Europas Kultur und Weltgeltung geschaffen 
haben, gewidmet, mit den Büsten der größten 
Staatsmänner und Bildern der größten 
Philosophen, Dichter, Musiker, Künstler, For 
scher und Erfinder, ruft noch einmal dem Be 
schauer die Größe der europäischen Kultur 
leistungen durch die Jahrtausende ins Ge 
dächtnis: 
Akàmiker solle« früher heiralen 
Unter Teilnahme des Stellvertreters des 
Führers Rudolf Heß und des Reichsministers 
für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, 
Rust, begann die diesjährige Sondertagung 
des NS.-Studenteubundes. Reichsstudenten 
führer Dr. Scheel wies auf die einheitliche 
Führung und Betreuung des Nachwuchses hin 
und wandte sich den Fragen der Berufsbera 
tung zu. Es solle in Zukunft keine Berufs- 
zweigc mehr geben, die nur den Söhnen wohl 
habender Eltern offenstehen. Ebenso dürfe der 
Jungakademiker nicht bis ins 30. Lebensjahr 
als Lehrling behandelt und bezahlt werden. 
Auch widerspreche es den Grundsätzen der Par 
tei, daß der Akademiker erst zwischen dem 29. 
und 30. Lebensjahr an die Gründung einer 
Familie denken könne. Daher sei das endgül 
tige Ziel nicht nur eine radikale Senkung der 
Gebühren, sondern das gebührenfreie Studi 
um überhaupt. 
* * * 
Die Iublläumsfeierlichkeilen 
in Amsterdam 
DNB. Amsterdam, 8. Sept. Im Rahmen 
der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde am Don 
nerstag auf dem N eine Flottenschau abgehal 
ten. Die Königin begab sich mit ihrer Beglei 
tung an Bord der historischen Königsschalup 
pe, die von 20 Matrosen gerudert wurde, auf 
den breiten Strom vor Amsterdam, wo aus 
den Kriegsschiffen die Mannschaften Parade 
aufstellung genommen hatten. Eine unab 
sehbare Menschenmenge umsäumte den mit 
Flaggen reich geschmückten Hafen und jubelte 
der Königin zu. 
Im Anschluß an die Flottenschau vollzog 
die Königin den Stapellauf des 20 000 Ton 
neu großen Ost-Jndien-Dampfers „Oranje", 
der für den Dienst Amsterdam—Batavia be 
stimmt ist. In den bei dieser Feier gehalte 
nen Reden wurde betont, daß das den Na 
men des holländischen Königshauses führende 
Schiff ein neues Band zwischen dem Mutter 
land und der Kolonie bilden werde. Am Vor 
mittag hatte die Königin das geschmückte Ar- « 
beiterviertel „Jordaan" besucht, wo sie freu 
dig begrüßt wurde. 
* * * 
Gemeinsame Beratung 
der verfolgte« Volksgruppen. 
DNB. Prag, 8. Sept. Am Donnerstag fand 
unter dem Vorsitz des Stellvertreters Konrad 
Henleins, Karl Hermann Frank, eine gemein 
same Sitzung des politischen Ausschusses der 
Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei mit 
den Vertretern der Slowakischen Volkspartei, 
der Vereinigten Ungarischen Parteien und des 
Polnischen Verständigungsausschusses statt. 
Ueber de» dringend notwendigen Staats 
umbau und die Regelung der Nationalitäten 
frage wurde volles Einvernehmen festgestellt. 
Es wurde beschlossen, die gemeinsamen Bera 
tungen auch nach Bedarf fortzusetzen. 
* » * 
Der Geist der Prager Vorschläge. 
DNB. London, 8. Sept. I« einer Prager 
Meldung weist Reuter darauf hin, daß die 
Vorschläge der tschechischen Regierung u. a. 
vorsähen, daß zehn Jahre znr Durchführung 
der Verteilung der Beamtenschaft entsprechend 
dem Verhältnis der verschiedenen Nationali 
täten in der Tschechoslowakei verwandt wer 
den sollen. 
Der Führer bei de« NS.-Ķampfşpieleņ 
DNB. Nürnberg, 8. September. Zu einem 
wahren Fest der Leibesübungen wurden am 
Nachmittag des Donnerstag die großen Ge- 
meinschastsvorführungen und Massenfrei- 
übungeu aller an den Kampfspielen beteiligten 
Formationen der Partei, die dem Tag den 
Namen „Tag der Gemeinschaft" gegeben hatten. 
Im Dritten Reich ist die Leibesertüchtigung 
Dienst an der Gemeinschaft, und kein Staat 
der Welt hat die Ausbildung des Körpers in 
gleichem Maße in den Erziehungsplan seiner 
Jugend und des gesamten Volkes gestellt, wie 
das neue Deutschland. Die Vorführungen 
machten diese Zielsetzung in wirkungsvollster 
Weise deutlich. Bei schönstem Spätsommerwet 
ter gab die deutsche Jugend von den bis auf 
den letzten Platz besetzten Wällen und Tribü 
nen der Zeppelinwiese mit großen Gemein- 
chaftsvvrsührungen und Massenfreiübungen 
von über 15 000 Teilnehmern unter den Augen 
des Führers einen Eindruck in die deutsche 
Körperschulung. Unterstützt von einer eigens 
für die Vorführungen von dem Hamburger 
Komponisten E r d l e r 1 komponierten mit 
reißenden Musik wurden diese Darbietungen 
zu einer begeisterten Symphonie des Leibes. 
Den Beginn machte der Aufmarsch der Glie 
derungen. 
Die SA.-Münner zeigen bei ihren Gemein- 
chaftsvvrführungen die Partner- und Hand- 
geräteübungen, mit denen sie bereits bei den 
Wettkämpfen der SA. einen so außerordent 
lichen Erfolg erringen, während der Reichs 
arbeitsdienst neben der allgemeinen und der 
der Tätigkeit des Arbeitsdienstes entlehnten 
Körperschulung die charakteristischen Baum- 
tammübungen zeigt. Der Block der NSKK.- 
und NSFK.-Männer bringt eine vielfältige 
Kugelgymnastik, die Nebungsgruppen des 
Heeres, der Marine, der Luftwaffe, der SS. 
und der Polizei bringen neuartige Uebungen 
mit dem Medizinball. Die Gruppe der HI. 
(alle Gruppen bestehen aus je 720 Teilneh 
mern) wartet mit Uebungen aus der Körper 
schule der HI. auf. 
In überaus wirkungsvollem Gegensatz zu 
den Kraft, Gewandtheit, Mut und Einsatz 
bereitschaft verkörpernden Uebungen der Män 
ner standen die anmutigen Volkstänze der 
200 Kämpferinnen des BDM. Schon der Auf 
marsch der Mädchen in ihren weißen Kleidern 
mit den bunten Miedern bot einen zauberhaf 
ten Anblick. Bei den Dreitänzen, dem Doppel 
achter, dem Walzerkanon und dem Drehtanz 
glich der Rasen einem wogenden Blumenfeld. 
Dieses Schauspiel vollendeter Anmut fand eine 
nicht weniger dankbare Aufnahme als die Vor 
führungen der Männer. 
Damit waren die Gemeinschaftsvorführun 
gen beendet. Als der Führer die Tribüne ver 
ließ, bereiteten ihm die Hunderttausend auf 
den Rängen minutenlange Ovationen. 
Die japanisch-britischen Verhandlungen wur 
den gestern in Tokio wieder aufgenommen, 
ohne daß eine Einigung erzielt wurde. Alle 
schwebenden Fragen hinsichtlich der britischen 
Interessen in China wurden erörtert. In 
Tokio hält man die Besprechungen solange für 
zwecklos, als England der gegenwärtigen Lage 
nicht Rechnung trägt. 
Bei Gerone in Rotspanien stieß nach einer 
Havasmeldung ein französisches Brennstoff 
transportauto mit einem Personenzug zusam 
men, wobei 17 Personen getötet und 20 ver 
letzt worden sein sollen. Die ausfließenden 
Benzinmengen gerieten in Brand. Das Feuer 
griff auf den Zug und fünf Wohngebäude 
über. Die rotspanischen Behörden verweigern 
jede Auskunft über das Unglück.
	        
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