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fe. Koldenbttttel, 17. April. Der Kolden-
biittler Vaterländische Frauenverein vom
Ģşen Kreuz hielt in der Gastwirtschaft von
Ķusch die diesjährige Hauptversammlung ab.
^-ie^ langjährige Vorsitzende, Frau Petersen,
Mußte aus Gesundheitsrücksichten ihr Amt
niederlegen, Frau Schmidt-Tychsen führt nun
oen Vorsitz. Die Mitgliederzahl ist auf der
selben Höhe wie im Vorjahr geblieben. Es
wurde 56mal für Wöchnerinnen und 27mal
sür Kranke in der Gemeinde gekocht. Die Aus
gaben des Jahres betrugen 334 JUl. Am
Roten-Kreuz-Tag wurde eine Sammlung ver
anstaltet, die 44,20 JUl ergab. Den Mitglie
dern wurden Mitgliedskarten ausgehändigt.
Die Zusammenarbeit mit der NS.-Frauen-
schaft Koldenbüttel war außerordentlich rege
nud freundlich. Zn Weihnachten wurde eine
Altenfeier veranstaltet, an der 40 „Alte" der
Gemeinde über 65 Jahre teilnahmen. Auf der
Hauptversammlung gelangte der Note-Kreuz-
Film über die Krankenpflege zur Vorführung,
weiter wurden ein hauswirtschaftlicher Film
Und ein Film über die Porzellan-Herstellung
gezeigt.
Aus Plaedfdestand
Niebüll, 16. April. Endgültige Ernennung
des Kreisschnlrats sür Südtondern. Der kom
missarische Kreisschulrat Reimers in Niebüll
ist, wie der Regierungspräsident in Schleswig
mitteilt, endgültig zum Kreisschulrat ernannt
und mit der Verwaltung des Schulaufsichts
kreises Südtondern unter Anweisung seines
Amtssitzes in Niebüll endgültig betraut wor
den.
mo. Westerland, 16. April. Kein Bade
kommissar. Das Nordseebad Westerland wird
aus der Erfahrung heraus zur kommenden
Saison keinen Badekommissar anstellen, wie es
bisher der Fall war. Es soll vielmehr ver
suchsweise ein „Festleitcr" geworben werden,
der alle mit dem Badebetrieb in Verbindung
stehenden Feste aufzubauen und nett auszu
gestalten hat. Die übrigen Aufgaben bleiben
in Händen des Bürgermeisters als Bade
direktor und des Badesekretürs. — Sport und
Gymnastik sollen in der kommenden Saison
am Colter Strand noch bessere Pflege erfahren.
Der Sportlehrer Koop, der 1936 mit seiner
Arbeitsweise dieser Sache viel neue Freunde
geworben hat, wird ivieder die Leitung über
nehmen und von einer Gymnastiklehrerin
unterstützt werden.
Neuer Lehrer. Mit Beginn des neuen Schul
jahres wurde au der Adolf-Hitler-Schule in
Brcdstcdt mit Rücksicht ans die stark angewach
sene Schülerzahl der wissenschaftliche Hilfs
lehrer Burisch angestellt, lsz.j
An die Bäuerliche Werkschule in Bredstedt
wurde Landwirtschaftslchrer Grage aus Burg
in D. berufen, (sz.)
\/&m Müddicken
Eine Hexengeschichte vor dem Amtsgericht.
eg. Eggebekfeld, 16. April. Bor einiger Zeit
starben in der hiesigen Gegend einige Stück
Bieh, ohne daß man die Todesursache näher
erklären konnte. Ein zugereister Händler er
fühlte nach Zigeunerart, daß vielleicht eine
böse Frau in dem Stalle gewesen und an dem
Ņiehsterben nicht unbeteiligt sei. Das Gerücht
gelangte auch in die Barbierstube des Ortes
und von hier aus machte es seinen Weg weiter.
Besonders wurde es unter den Frauen kol
portiert und die beschuldigte Frau, die auch
Mit Namen genannt wurde, hat schwer dar
unter' gelitten und Strafanzeige gegen zwei
Frauen aus Eggebekfeld erstattet, die sich
wegen Beleidigung vor dem Flensburger
Amtsgericht zu verantworten hatten. Vor Ge
richt sind nicht nur die Angeklagten, sondern
auch die Zeugen teilweise sehr zurückhaltend
in ihren Angaben und wollen nichts erzählt
Und nichts gehört haben. Der einen der An
geklagten kann man aber nachweisen, daß sie
bas unwahre Gerücht weiterverbreitet hat. Sie
wurde zu einer Geldstrafe von 20 JUl ver
urteilt. Gleichzeitig wurden die übrigen Be
wohner, von denen ein Dutzend im Zuhörer
raum sich für den Ausgang der Verhandlung
interessierten, ermahnt, unwahre Gerüchte
nicht weiter zu erzählen.
Ati-HcMÜddemig.
Enthüllungen aus dänischen Akten.
r Zu dem im Jahre 1920 durch den augusten-
bnrgischen Herzog Ernst Günther erfolgten
Verkauf der nordschleswigschen Liegenschaften
bes Herzogshauses macht „Der Schleswig-
Holsteiner" im Aprilheft Mitteilungen aus
bem dänischen Gutachten über die Rechtslage
ber Güter nach dem Weltkrieg. H. P. Hanssens
Volk fingt und spielt!
Es ist eine bedeutsame Tatsache, daß nach der
Machtergreifung der neue Kulturwille in der
nationalsozialistischen Weltanschauung beson
ders in den breitesten Volksschichten Verständ
nis gefunden und zur Besinnung auf die ur
sprünglichen artbedingten Kräfte geführt hat.
Während früher kulturelle Dinge zumeist von
intellektuellen ltberalistischen Kreisen maßge
bend beeinflußt oder gestaltet und gewertet
wurden, ist heute auch dem Volke die Möglich
keit zur Eigengestaltung der in ihm wohnen
den Kräfte gegeben, ohne daß es Gefahr läuft,
von einer gewissen Sorte überheblicher Kriti
ker als „primitiv" abgetan zu werde».
Wer die Fest- und Feiergestaltung im Ar
beitsdienst, in der HI. und auch in einzelnen
Organisationen der Arbeitsfront kennt, der
weiß, daß aus den Urgründen unserer rassi
schen Eigenart Quellen aufstotzen, die kraftvoll
nach Entfaltung und Gestaltung drängen. Das
Gemeinschaftserlebnis der im Neuland rin
genden Arbcitsdienstmänner, die artbedingte
kämpferische Geisteshaltung der Hitlerjugend,
die einer tiefinneren Wahrhaftigkeit entspricht,
und die Erlebnisgestaltung der jungen Ar
beiterkameraden in Fabriken und Werkstätten
sind so ursprünglich, daß man in dem Ringen
dieser jungen Kräfte bereits die Konturen
einer neuen seelischen Ausdrucksform erkennt.
Der Weg bis zur Neugestaltung unseres ge
samten kulturellen Lebens im Sinne dieses
aus den besten Kräften unseres rassischen und
volkhaften Wesensbedingungen gezeugten Um
bruchs ist hart und steinig — aber er wird
eines Tages zu einer neuen Kultur führen,
die der letzte Ausdruck der großen deutschen
Zeitwende sein wird. In der Fest- und Feier
gestaltung im Arbeitsdienst und in der HI. ist
bereits soviel Wertvolles und grundlegend
Neues geschaffen worden, daß man hoffnungs
voll der Weiterentwicklung dieser Arbeit unse
rer Jungen entgegensieht. In letzter Zeit ist
aber auch eine dritte Gruppe hinzugetreten,
die von sich aus — allerdings unter anderen
Gestaltungsmöglichkeiten — demselben Ziele
zustrebt. Es sind die Werkspielgemeinschaften
in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Sie haben sich zur Aufgabe gestellt, alle werk
tätigen Volksgenossen der Stirn und der
Faust nach Feierabend zu einer volkstüm
lichen, volksverwurzelten Kulturarbeit zu
sammeln. Sie wollen aus dem Erlebnis ihrer
Arbeit und aus den tiefen Quellen ihres
artgebundenen Volkstums in Feierabend-Ge
meinschaften die innere Haltung und den We
sensausdruck der schaffenden deutschen Men
schen herausstellen und gestalten. Die ersten
Anfänge in dieser Richtung haben gezeigt, wie
wertvoll diese Arbeit ist und wie unendlich
viel wir auf kulturellem Gebiet aus dieser
Gemeinschaft erwarten können. Es sind die
ersten Gehversuche, die gemacht wurden, und
manches Fehlerhafte hat sich — wie bei allen
ersten Versuchen — gezeigt, aber wer tiefer zu
sehen versteht, der weiß, daß diese dynami
schen, ursprünglichen Volkskräfte in ihrer un
verbildeten art- und wesensgebundenen Aus
drucksmöglichkeit einmal ein gewichtiges Wort
im Neuaufbau unseres Kulturlebens mitspre
chen werden. Daß sie sich auf der gleichen
Grundlage wie Arbeitsdienst und HI. bewe
gen, gibt den erneuten Beweis von der Sieg-
haftigkeit des einfachen, schlichten Volkstums,
ohne intellektuelle Bindungen.
Wer kürzlich die Veranstaltungen der Werk-
spielgemeinschaften einer mittel-holsteinischen
Industriestadt miterlebt hat, wer diese erste
Willensdemonstration nationalsozialistischer
Arbeiter auf kulturellem Gebiet gesehen hat,
ohne durch die Brille eines literarisch hoch
gebildeten Kunstästheten zu schauen, der wird
mit tiefer Freude festgestellt haben, daß hier
aus den Reihen der werkschaffenden Menschen
ein Weg aufgezeigt ist, der zu den schönsten
Hoffnungen berechtigt. In den einzelnen Be
triebsgemeinschaften hatten sich Mandolinen-,
Bandonien- und Streichorchester gebildet, wa
ren Sprcch- und Volksliederchöre vereinigt.
Hier sang uuö spielte das Volk, wie es ihm
aus dem Herzen kam, Gedichte von Heimatdich
tern wurden vorgetragen und musikalisch un
termalt. Dichtungen aus dem eigenen Kreis
wurden gesprochen und gesungen. Nicht der
einzelne kam zur Geltung, aus dieser großen
Betriebsgemeinschaft heraus, die in ihrer
schlichten, sauberen Arbeitskleidung auf der
Bühne saß, reihte sich eine Darbietung an die
andere. An zwei Abenden mußte diese Abend-
feier wiederholt werden, der große Saal war
überfüllt, und an den leuchtenden Augen der
vielen Volksgenossen sah man, daß in ihnen
das innere Erleben mitschwang. Wie gesagt,
es war der Anfang, und aus dem Ablauf der
Veranstaltung ist manche Lehre bezüglich der
Regie und der Programmgestaltung gezogen
worden, aber die Grundhaltung dieser rich
tungweisenden Veranstaltung war so bedeut
sam, daß man nur wünschen kann, der Gedanke
der Feierabendgestaltung in den Betrieben
möge überall Fuß fassen.
Versuche, die mit dem Versailler Vertrag
einen für den dänischen Staat günstigen
Rechtszustand zür Beschränkung des herzog
lichen Eigentums schaffen wollten, erfahren
durch diese Veröffentlichung eine deutliche Ab
fuhr. Aus dänischen Akten geht hervor, daß
der Versuch einer Enteignung ans Grund des
Versailler Vertrages einen Rechtsbruch dar
gestellt hätte. Wenn aber trotzdem die deut
schen Besitzungen verkauft wurden, bleibt im
mer noch die Frage offen, auf welche Art und
Weise der „freiwillige Verkauf" an den däni
schen Staat zustande gekommen ist.
Zu Musenmsdirektor Lunds Abschied.
Während die dänische Presse über den Ab
schied von Museumsdirektor Lund in Haders-
lcben sonst fast gänzlich geschwiegen hat, schrieb
Fr. Rudbeck in „Modersmaalet" vom 2. April
einen warm empfundenen Artikel über den
„Hüter unserer Altertümer". „Mit Wehmut",
so schreibt er, „haben seine zahlreichen Freunde
im Herbst die Nachricht von seinem Gesuch um
Pensionierung empfangen. Wir konnten nicht
— und wir können eigentlich auch heute noch
nicht — das Museum uns denken ohne diesen
stets liebenswürdigen, hilfsbereiten und kun
digen Mann, der durch seine fleißige Erhal
tungsarbeit die Vergangenheit unserer Heimat
für uns lebendig gemacht hat."
Verbesserung des Zugverkehrs Deutschland —
Dänemark.
Haderslebcn, 16. April. Der am 15. Mai
einsetzende neue dänische Fahrplan sieht eine
beträchtliche Beschleunigung des Zugverkehrs
nach der deutschen Grenze vor. So werden
die Schnellzüge von Frederikshavn, die bisher
neun Stunden bis zur Grenze benötigten, in
Zukunft diese Strecke in sechs Stunden und
später sogar nur in fünf Stunden zurücklegen.
Abgesehen von dieser Verbesserung des deutsch-
dänischen Verkehrs erwartet man außerdem,
daß der Hauptverkehr von Göteborg in
Schweden ab 15. Mai über Frederikshavn nach
Deutschland durchgeführt wird.
Aus däkmacscken
Fischerboot im Büsumer Hasen gesunken.
Büsttin, 16. April. Das Boot des Fischers
Dreesen stieß im Hafen von Büsum mit einem
Schollenbehälter zusammen. Es wurde dabei
schwer beschädigt. Durch ein großes Leck drang
soviel Wasser ein, daß das Fahrzeug sank. Da
die Wassertiefc an der Unfallstelle nur gering
ist, konnte das Boot bei Ebbezeit ausgeschöpft
und abgedichtet werden.
Eine Reichsstraße wird fertig.
mr. Brnnsbüttelkvog, 16. April. Die als
erstklassiger Verkehrsweg ausgebaute Reichs
straße Wilster-Brunsbüttelkoog geht ihrer
endgültigen Vollendung entgegen. Die Haufen
von Baustoffen, sonst üblich an den Land
straßen, kehren nicht wieder. Auf der Strecke
Wilster—St. Margarethen wurden dafür
gegen 35 besondere Lagerplätze angelegt. Zwi
schen Wilster icnd St. Margarethen mußte auch
mancher Baum verschwinden, ebenso hinter
Büttel, wo die südliche Hälfte der prachtvollen
Allee abgeholzt wurde. Zwischen Wilster und
St. Margarethen wurden als Ersatz hunderte
von Pappeln angepflanzt. Auszubauen sind
noch Begradigungen in Büttel, hinter Büttel
und in Brunsbüttelkoog.
Großer Heringsfang im Kanal.
nv. Hochdonn, 16. April. Es ziehen schon
wieder große Heringsschwärme in den Kanal
ein, und die hiesigen Fischer haben vollauf zu
tun, um die Heringe abzufangen. Obgleich der
Heringsfang erst im Anfang steht, konnten
schon riesige Mengen gefangen werden.
äs Holstein
Die Einweihungsfeier des Marine-Ehrenmals
in Laboe.
Kiel, 16. April. Der Oberbefehlshaber der
Kriegsmarine hat den Kommandierenden
Admiral der Marinestation der Ostsee mit der
Leitung der Feier anläßlich der Einweihung
des Marine-Ehrenmals in Laboe am 30. Mai
1936 beauftragt.
Die Durchführung ist einem „Leitungsstab
Marine-Ehrenmal" übertragen, der von dem
Festungskommandanten Kiel geleitet wird.
Ein weiteres Flugzeugschleuderschiff
für die Deutsche Lufthansa.
Kiel, 16. April. Die Deutsche Lufthansa hat
ein weiteres Flugzeugschleuderschiff für den
Nordatlantikdienst bei den Howalötswerken
in Kiel in Auftrag gegeben. Die Kiellegung
des Schiffes erfolgt in den nächsten Wochen.
Das Flugzeugschleuderschiff soll im März 1937
fertiggestellt sein.
Sachsens Marine-SA. fährt im Mai nach Kiel.
Kiel, 17. April. Die sächsische Marine-SA.
wird sich an der großen Skagerrak-Gedenkfeier
und der Einweihung des Marineehrenmals
in Laboe am 29. und 30. Mai mit einer Abord
nung von über 200 Mann beteiligen. Die
Fahrt auf der Elbe über Hamburg und den
Kaiser-Wilhelm-Kanal nach Kiel, die in 15
Kuttern ohne fremde Hilfe ausschließlich auf
dem Wasserwege erfolgt, soll allen deutschen
Volksgenossen vor Augen führen, wie gerade
auch im Binnenland praktische Arbeit für
Deutschlands Seegeltung geleistet wird.
Welche gewaltige Leistung unsere Marine-
SA.-Männer zu vollbringen haben, geht dar
aus hervor, daß in zwölf Tagen etwa 800
Kilometer Wasserweg gerudert werden müssen.
Sechs neue Kutter sind in den letzten Wochen
auf sächsischen Werften in Auftrag gegeben
worden, ihr Bau gibt zahlreichen Volksgenos
sen aus längere Zeit Arbeit und Brot. Ein
Sonderkommando wird die Boote auf dem
Landwege begleiten. Ein Lastauto mit dem
Proviantwagen, zwei Personenkraftwagen und
der Lazarettwagen der Standarte werden im
mer zur Stelle sein, wenn es die Kameraden
in den Booten zu betreuen gilt. Selbstver
ständlich fehlt auch die Gulaschkanone nicht.
Auch der Musikzug der Standarte stellt seine
Männer zur Verfügung.
ķ * “
x. Neumünstcr, 16. April. Zum Reichs-
berufswettkamps nach Königsberg berufen
wurde der im Reichsbahnausbesserungswerk
beschäftigte Schlosserlehrling Kurt Ludwig auf
Grund seiner ausgezeichneten Leistungen im
Gauwettbewerb. Er nimmt nun am Reichs-
entschcid vom 23. bis 30. April in Königsberg
teil. — Ueber 30 Einbrüche begangen hat der
nunmehr in Haft genommene 24jährige W.
aus Fuhlendorf, der bei seinen Raubzügen in
der ländlichen Umgebung Nenmünsters mehr
als 4000 Mark bares Geld neben Schmuck-
sachen erbeutet hat.
Aus dm* ĢedcUtssacd
x. Neumünster, 15. April. Achtet die Land-
helfer! Einen unverständlichen Haß hegen die
jungen Leute in dem Dorfe Gönnebek gegen
die aus Westfalen und dem Rheinland kom
menden Landhelfer. Ein ans Gelsenkirchen
kommender Landhelfer mußte diese traurige
Erfahrung machen. Als er eines Tages beim
Skat 3 Mark gewonnen hatte, wurde ihm eine
tüchtige Tracht Prügel geschworen, die auch
nicht lange auf sich warten ließ und sehr blu
tig verlief. Außerdem wurde ihm Falschspie-
lerci und Sonstiges vorgeworfen. Fünf junge
Gönnebeker mußten sich nun vor dem Richter
verantworten, wo sie als begossene Pudel da
standen und zu je 26 RM. Geldstrafe verur
teilt wurden. Ein besonders rauher Geselle
scheint jedoch der Angeklagte Otto Krück zu
sein. Seine Gefühlsroheit drückt sich darin
auö, daß er sich nachts in die Kammer eines
Landhelfers aus Hamburg schlich und diesem
Pfeffer in die Augen streute. Der arme Land
helfer lief tagelang mit geschwollenen und
schmerzenden Augen herum. Kr. kam für diese
Roheit mit einer zusätzlichen Geldstrafe von
40 RM. noch verhältnismäßig glimpflich da
von.
Neue Bücher
Deutsche Kolonialzeitung. Zugleich Brücke zur Heimat.
Heft 4. Monatsschrift der Deutschen Kolonialgescllschaft.
Berlin W. 38, Am Karlsbad 11).
Dem Heft ist der Satz aus dem Memorandum des
Führers vom 7 März vorangestellt, in dem von der
Erwartung der Reichsregicrung die Rede ist, im Laufe
einer angemessenen Zeit auf dem Wege freundschaft
licher Verhandlungen die Frage der kolonialen Gleich
berechtigung zu klären. Darauf bauend wird ein Aufsatz
von Dr. Mai über die Zukunft der Kolonien vcröfscnt-
lichr, in der diese Frage eingehend behandelt wird. Bil
der äus Dentsch-Ostafrika und Dentsch-Südwestafrika
schmücken das Heft. Weitere Artikel behandeln die erste
feste deutsche Niederlassung in Ostafrika, Wildschutz- und
Schongebiete in Afrika, Tsingtau, die deutsche Stadt am
gelben Meer, Pfabsucher im schwarzen Erdteil, Afrika
nisches Lache» u. a. m. Auch technischen und wirtschaft
lichen Fragen ist Raum gegeben.
Otto Erich Kiesel, Verschollener Mensch, Roman. Ham
burg 1938. Verlagsbuchhandlung Broschcck & Co., Ham
burg 36. Ganzleinen 4,80 RM.
Dieser neue Roman Kiesels ist ein tiefinnerliches
Werk, das abseits von dem lauten Treiben des Werktags
gelesen werden will, das in einer feinen Sprache und
mit dichterischer Kraft geschaffen wurde. Der Roman
schildert den Lebensweg eines Abseitigen, eines jener
Menschen, die sich nicht einfügen können in das Gefüge
unseres Nebeneinanderlcbens, eines Menschen, der
Sehnsucht hat nach der Einsamkeit. Die Ursachen sind
tiefe Enttäuschungen, die er in einem nach außen erfolg
reich scheinenden Leben erfuhr. Sie sind der Anstoß, daß
er sich in eine selbstgcwählte Einsamkeit zurückzieht. In
dieser Einsamkeit treibt ihn das in seinem Blute
ruhende Erbgut dazu, dem Verlangen nach der Erde des
Bauern nachzugehen, und schließlich in der letzten Stunde
seines Lebens die Erde wiederzufinden, auf der seine
Vorfahren saßen.
G
Herz und Nerven schonen!
.. auf KAFFEE HAG umstellen!