Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

9lc. 15 > 17. Jahrgang 
Unterhaltungsbeilage zur „Schleswig.Holsteinischen Landeszeitung, Rendsburgec Tageblatt" 
Rendsburg, den 17. April 1936 
Dat errfte griefe Haar 
Wat is denn dat bor an min Dünn, 
Wat warr ick dar gewahr? 
Fangt at to sacken an min Sünn? 
„Tat cerste griese Haar!" 
Wo Vogels fund, fleegt Vogels to, 
Wo een is. kommt bald mehr. 
Un wenn ick mi ok wehren do, 
Se kommt vun sölm öorher. 
Tat Leben is so as'n Dag, 
Mal kort un vk mal lang,- 
Blot een gisst, de't woll weetcn mag, 
Wie lang noch öurt min Gang. 
De Eene froh, de Annex lat 
De letzte Reis tredt an,- 
Te Hauptsak, dat man summer prat, 
Wenn kummt de Knakenmann. 
Un kloppt he bi di an de Dör, 
Un büst du doll verfehrt: 
Tchnv liekers ni de Warwel vör, 
Tat hett jo doch keen Wert. 
Tin Lebensklock de löppt so lang, 
As uns Herrgott dat will. 
Een Minsch kriggt se ni werr to Gang, 
Wenn's afflvptt is, steiht's still! 
H. Carstens. 
w- 
NordschlrsWlgs Volksmund 
Das gelbe Zimmer auf Haistruphof. 
Auf Haistruphof gab es früher ein „gelbes 
Zimmer". Dort war es nachts nicht geheuer, 
ein Geist sollte dort umgehen,- niemand wagte 
drin zu schlafen. 
Als nun der Besitzer, der auch Pferdehänd 
ler war, in Hamburg zum Markt war, mietete 
er dort einen Pferdeknecht aus der holsteini 
schen Gegend. Auf Haistruphof wieder ange 
langt, wies er ihm das „gelbe Zimmer" als 
Kammer an und dachte bei sich: Nun werde ich 
doch endlich erfahren, ob es stimmt, daß es 
hier spukt. 
Am nächsten Morgen, wie die ersten Leute 
wach wurden und auf den Hof kamen, fanden 
sie den neuen Knecht schon dort sitzen, toten 
blaß und an allen Gliedern zitternd. Er 
wolle den Herrn sprechen, sagte er, und ivie 
er vor ihm stand, verlangte er eine andere 
Kammer,- solle er noch einmal da schlafen, so 
reise er nach Hanse. Und dann erzählte er, wie 
er gut geschlafen habe, auf einmal aber wach 
geworden sei von einem lauten Türzuschlagen. 
Ein Mann war in die Stube gekommen, hatte 
sich an den Tisch gesetzt und viel Geld gezählt. 
Wie er damit fertig war, kam er zum Bett 
und legte sich hinein. Eiskalt war er gewesen, 
und dem Knecht fror das Blut in den Adern 
vor Grauen und Entsetzen. Er wollte schreien, 
konnte es aber nicht. Und auf einmal ging die 
Tür wieder auf, ein zweiter Mann kam her 
ein, setzte sich auch an den Tisch und zählte 
das Geld. Kaum sah das der Andere im Bett, 
sprang er fluchend auf und fing an, sich mit 
dem Zweiten zu prügeln. In wilder Wut 
schlugen sie aufeinander ein, als sollte kein 
Knochen an ihnen heil bleiben. Der Knecht 
verkroch sich zitternd und bebend vor Angst 
unter die Bettdecke und hörte nur den furcht 
baren Radau. Bis in der Stube daneben die 
Uhr eins schlug. Da war es plötzlich toten 
still, kein Laut mehr zu hören. Nach einiger 
Zeit wagte der Knecht unter der Decke vorzu 
gucken,- die Stube war leer. Er aber sprang 
aus dem Bett und lief hinaus. 
Seitdem wagte niemand mehr in dem „gel 
ben Zimmer" zu schlafen. 
* 
Entstehung von Namen. 
Westlich von Tonöern liegt ein Hof, der 
heißt „Gute Hoffnung". Er liegt an der Land 
straße, die in die Marsch führt, wo die Wege 
oft so schmutzig und unergründlich sind, daß 
man den Mut verlieren kann, ob man über 
haupt noch weiter kommen wird. Den Post 
boten aus Tonöern, die in die Gegend mußten, 
ging es ebenso, mit vielen Mühen machten sie 
ihre Runde jeden Tag. Aber wenn sie auf dem 
Rückweg an dies Gehöft kamen, dann leuchtete 
ihr Blick auf: „Nun haben wir gute Hoffnung, 
doch endlich nach Hause zu kommen", sagten 
sie, denn Tonöern war nicht mehr weit. Der 
Hof aber behielt den Namen „Gute Hoffnung". 
Im Kirchspiel Buhrkall liegt hart an der 
jetzigen Grenze ein schöner alter Hof: Alt- 
Pebersmark. Er hat nicht immer da gestanden. 
Früher ivar dort alles schlechtes, unkultivier 
tes Bruchland, kein Mensch siedelte sich dort 
an. Aber dann kam doch einmal einer, der es 
wagen wollte, wenn auch die andern Leute 
noch so sehr den Kopf schüttelten. Ein kleines 
Stück Land, das etwas sich erhob aus der Nie 
derung, bearbeitete er zuerst, und es gedieh 
gut darauf. Als er tiach Ladelund zur Kirche 
kam, fragten die Leute mitleidig spottend, 
ivieviel Land er denn schon hätte. „Ach," sagte 
er ruhig, „ich habe soviel, daß ich eine Hand 
voll Pfeffer drauf säen kann." Da nannten 
sie seinen Besitz Pebersmark. Pebersmark aber 
wurde'größer und größer, der Besitzer ge 
wann immer mehr Land dazu, auch in der 
Marsch einen Hof. Auf diesem Hos soll noch ein 
Bild hängen, das die Begebenheit darstellt, die 
dem Stammbesitz den Namen gab. Pebers 
mark selbst ist in zwei Besitzungen geteilt, Alt- 
Pebersmark und Neu-Pebersmark, zwei statt 
liche Höfe nahe beieinander. Jetzt sind sie 
durch die Grenze voneinander getrennt. 
* 
Gattenmord. 
Eine Notiz des Ensteöter Kirchenbuches er 
zählt, daß einst Hunde des ehemaligen Har 
desvogts Billads Thäpsen von Stübbek auf 
der Jagd in einem Sumpf die Hand eines 
Menschen fanden. Bei den Nachforschungen 
kam ein weiblicher Leichnam ohne Kopf zu 
tage. Hiermit hat es nach dem Volksmunde 
folgende Bewandtnis: 
Der Hufner Chr. Jwersen aus Stübbek 
harkte mit seiner Frau und seinen Leuten auf 
einer Koppel in der Nähe der heutigen Lachs- 
mühle Heu. Die Frau des gräflichen Försters 
von Seegard, der auf der Gemarkung Süder- 
Hostrup wohnte, gesellte sich zu ihnen und 
blieb zur Verwunderung der Leute unter 
sichtbarer innerer Unruhe den ganzen Nach 
mittag dort. Auf Befragen des Bauern nach 
ihrem ungewöhnlichen Gebaren erzählte die 
Frau, sie hätte in ihrem Garten einen Lei 
chenkohl gefunden, iKohlpflanze mit einem 
oder mehreren weißen Blätterns, und die 
trübe Ahnung erfüllte sie, in ihrem Hause 
werde bald eine Leiche sein. Der Bauer for 
derte sie auf, sich um ihren Mann und ihre 
Kinder zu kümmern und nicht solchen Grü 
beleien nachzuhängen,- was jedoch nichts 
nützte. Als die Leute abends nach Hause gin 
gen, mußte sie mit Gewalt zu ihren Kindern 
gebracht werden. 
Der Förster kam bald darauf nach Hause. 
Nach einem Wortwechsel mit seiner Frau er 
schlug er sie. Den Kopf trennte er vom Rumpf 
und vergrub ihn unter der Türschwelle, damit 
die Frau nicht „umgehen" sollte, den Körper 
ivarf er in das sumpfige Loch, das in meiner 
Kindheit noch danach hieß. 
Das Strafverfahren gegen den Mörder 
wurde von dem Grafen auf Seegaard nieder 
geschlagen. Der Förster war von ihm gekauft, 
die Frau zu heiraten. 
Der Förster heiratete nachher wieder,- doch 
konnte der Wagen auf dem Wege zur Kirche 
kaum vorwärts kommen. Ein Reh sprang vor 
den Pferden hin und her und ließ sie nicht 
ausschreiten. Als die Brautleute doch an Ort 
ilnd Stelle kamen, erloschen die Altarlichte, so- 
daß die Trauung im Dunkeln stattfinden 
mußte. 
Billads Thäpsen und Chr. Jwersen lebten 
wie aus einem alten Abgabenverzeichnis her 
vorgeht, um 1680. Joh. Lorenzen. 
* 
Der gefesselte Tod. 
Es war einmal ein Nordschleswiger, der 
sehr gerne lebte, denn er hatte viel Spaß am 
Leben, auch da, wo es andern nur grau und 
häßlich erschien. War es ein Wunder, daß er 
nicht sterben wollte? Eines Tages kam der 
Tod aber doch zu ihm und wollte ihn haben. 
Der Mann kriegte einen großen Schreck, faßte 
sich aber gleich wieder und sagte zum Tod: 
„Kannst du einen Augenblick warten? Ich 
möchte gern noch einige Kleinigkeiten ordnen. 
Bitte, setz dich!" Sagte es und schob ihm einen 
Stuhl hin, und der Tod setzte sich. Der Mann 
kam wieder herein in die Stube, trat von hin 
ten an den Stuhl des Todes, warf plötzlich 
einen Strick über ihn und band ihn fest, ganz 
fest an den Stuhl, so daß der Tod sich nicht 
rühren konnte. Dann sprang er vor Vergnü 
gen in der Stube herum, freute sich, daß er 
leben konnte. 
Aber es war doch eine eigene Sache, daß 
der Tod gefesselt war. Keinen Menschen konnte 
er mehr holen, aber auch kein Tier konnte 
sterben. Die Fliegen im Hause vermehrten sich 
von Tag zu Tag, der Mann konnte sich nicht 
retten vor ihnen. Wild schlug er mit der Flie 
genklatsche nach ihnen, aber sie lebten weiter. 
Ging er hinaus in den Garten, um sich zu er 
frischen, so war es da dasselbe mit den Mücken. 
Und dann eines Tages — er wollte Tauben 
essen. Die Tauben wurden gegriffen und der 
Kopf ihnen abgeschlagen. Aber gleich wuchs er 
ihnen wieder an, und sie flogen davon. 
Da ist der Mann hineingegangen in die 
Stube, wo der Tod saß, und hat stillschweigend 
die Stricke gelöst. Der Tod aber ist aufge 
sprungen u. hat als ersten ihn mitgenommen. 
* 
„Zwischenhandel". 
Jes Hansen hieß ein Mann in Nordschles 
wig, der davon lebte, daß er Fische kaufte und 
damit über Land fuhr, um sie wieder zu ver 
kaufen. Er kam auch öfters zu einem Pastor, 
der aber eines Tages, als er wieder erschien, 
fand, daß die Fische zu teuer seien. — „Nein, 
Jes, deine Fische werden auch immer teurer, 
das geht garnicht mehr an." — „Soo", meinte 
Jes. — „Ja, das ist der Zwischenhandel, der 
will verdienen,- abgeschafft muß er werden, 
bei den Fischern selbst will ich jetzt kaufen." — 
So der Pastor, darauf Jes: „Ja, Herr Pastor, 
dann wollen wir man lieber auch Gottes Wort 
gleich vom Himmel herunter uns sagen lassen, 
dann brauchen wir die Pastoren nicht mehr zu 
bezahlen." L. W. 
Ams ĢTSßVÄters 3§rt 
In einem mecklenburgischen Städtchen langt 
ein Brief an für einen auf dem Lande woh 
nenden Pastor, und der Postmeister läßt ihn 
gelegentlich davon benachrichtigen. Des Pa 
stors Johann wird zu Pferde abgesandt, den 
Brief zu holen, kommt jedoch mit leeren Hän 
den zurück und berichtet: „Nee — Herr Pa- 
stur — de Breif füll twintig Schilling kosten 
un mir man so grot —" (er zeigt auf der 
Handfläche einen unbedeutenden Umfang) 
„den' herum ick em dorlaten." Pastor: „Un 
fug! Du kannst nicht wissen, wie wichtig er ist. 
Gleich reitest Du wieder hin und bringst ihn 
— hier sind 20 Schillinge!" Nach einer Stunde 
ist Johann zurück, reicht seinem Herrn den 
allerdings sehr kleinen Brief vom Pferde 
herab und zieht schlau lächelnd noch einen 
zweiten weit umfänglicheren aus der Brust 
tasche. „Herr Pastur — dissen heww ick den 
Postmeister tau wegmus't — de anner wir 
mi doch tau lütt für dat Geld —" Pastor er 
regt: „Du bist wohl nicht ganz —! Augenblick 
lich kehrst du um, gibst ihn wieder ab und bit 
test den Herrn Postmeister um Entschuldigung, 
daß du nicht klüger bist! Verstanden?!" Jo 
hann verlegen lächelnd und sich zierend: „Nee 
— Herr Pastur nee — dat wnll ick doch nich 
girn — nee — denn will ick em leiwerst min 
Mudding schicken, — de hett all lang' girn 'n 
Breif von mi hebben umist." — 
Die Làe tod *) 
Die Teufel ihm ist los :,: 
Die Unglück, sie sind groß :,: 
Die Oesterrig und Preuß, 
Sie kommen ßugereißd , 
Und haben fon den Dannewerk nag Düppel 
uns gesmeißd. 
Die arme stakkels Löwe, ach! ihm ist nun niks 
mehr ganß, 
Und wir behalt son Sleswig nag nur bloß die 
Löwe Swanß. 
O Satans Angst og Nöö! 
Tie Löwe ihm sind ööd!Z 
O weh! o weh! o weh! 
:,: Und unsere Kämpehoi -) :,: 
:,: Den reißd sie aug endßwei. 
Wir soll es niks mehr sjaun, 
Was Klewing 3 ) hat gehaun, 
Und was den tappre danske Folk in seine 
Stvlß erbaun. 
Den große Flensborg Kirkhof nun, sie bleiben 
so spaleert, 
Für daß den tüdske Röwerpack für garniks 
sig sjaneert. 
O Satans Angst og Nöd! 
Tie Löwe, ihm sind död! 
O weh! o iveh! o weh! 
:,: Hans Klewing') sidß und weint 
:,: Mit Duseberg 5 ) foreint :,: 
Die Folk, das Löw' gewagt, 
Die bleiben angst und swag 
Und ßiehen gern die Läppere ßu Dübbel- 
stilling °) nag. 
Die Löwe sie gereiset') hat ßu Tüösklanö Hohn 
und Sjand, 
Ihm muß nun selber reisen ab hin ßu die 
tüdske Land. 
O Satans Angst og Nöd! 
Die Löwe, ihm sind död! 
L weh! o weh! o weh! 
:,: Sie hat ihn ganß ßerstört. 
V Forsireklig rongeueert — 
Ihm hat ja nie gebeißt, 
Die Tüdske nigt gespeißt, 
Ihm hat nigt einen Preußer oder Oesterrig 
ßerreißt. 
Und dog hat sie ßerissen ganß die arme stakkels 
Leu 
Und für und magt Mcdaillcr aus, slagt sie ihm 
ganß entßwei. 
O Satans Angst og Nöd! 
Die Löwe, ihm sind död! 
O weh! o weh! v weh! 
:,: Ihm konnte nigt entfliehn, 
:,: Nigt hin ßu Dübbel ßiehn 
Wie sie ihm abgenomm', 
Da sterben ihm so fromm,- 
Sein todte Auge sagt: „Farwcll, ig niks mehr 
wiederkomm!" 
Hatt' ihm gefreßt die Preußerfolk und Oester- 
_ , c riger, ja 
*o stand die stakkels Löwe wist nog auf die 
Sokkel da. 
O Satans Angst og Nöd! 
Die Löwe, ihm sind död! 
O weh! o weh! o weh! 
Und sind nog lang die Krieg 
:,: Und bleibt wir aug besiegt, :,: 
Und sjißt sie mir aug tod, 
Das hat nog keinen Noth: 
In Himmel speiß ig Labskau dann und Birg- 
^ weidßgrüöß und Brod. 
Fon Himmel kommt kein Oesterrig und aug 
kein Preußer ein,' 
Da sidß die tappre Landsvldat als Löwe ganß 
allein. 
O Satans Angst og Nöd! 
Die Löwe, ihm sind död! 
O weh! o weh! o weh! 
Hat wir aug Släg' gekriegt 
:,: Daß sjaden uns dog nigt. :,: 
Muß wir aug retireern, 
Das mag uns niks sjaneern, 
Die Tüdske muß den Tapperkeit son danske 
Folk dog leern. 
Und England helft uns sikkerlich, ihm sind ein 
großer Staat,- 
Ihm sjikt uns tzwar sein Flotte nigt, dog seine 
gutes Rath. 
O Satans Angst og Nöd! 
Die Löwe, ihm sind död! 
O weh! o weh! o weh! 
:,: In mig den Onde Z flöt' 
:,: Und Satan in mig kräht :,: 
Und Fanden “) slag und klopp 
Mein armen stakkels Kropp ") 
Und blidß und dvnner in mein Leib und meine 
danske Kopp. 
Und Trollen ") soll forßehren mig von Kopp 
bis hin ßu Fuß, 
Und reiß und brech und knikk' in mir bis ßu 
mig Teufel knuus!") 
O Satans Angst og Nöd! 
Die Löwe, ihm sind död! 
O weh! o weh! o weh! 
Theodor Rethwisch. 
*) tot, 2 ) Kämpferhügel, 3 ) ') 6 ) Werkzeuge 
der dänischen Propaganda in Schleswig, °) 
Düppelstellung, 7 ) erhoben, 8 ) 9 ) Teufel, 10 ) 
Körper, ") Zauberer, '-) zermalme. 
* 
Der „Schleswig-Holsteinische Heimatkalender 
1935" brachte die satyrische Ballade „Niels Sö- 
rensen und Sören Nielsen". Der Einsender, 
Rektor i. R. Dannmeyer, bemerkte in einer 
Fußnote, daß er diese Ballade 1872 von Leh 
rer Gonnesen in Garstedt, bei dem er damals 
Prüparand war, erhalten habe, den Namen des 
Verfassers aber nicht kenne. Darauf ist mir 
von mehreren Lesern iPastor Loreutzen-Kiel, 
Jakob Bödewadt-Kiel, Theodor Möller-Kiel, 
Generalarzt Dr. Schröder-Düsseldorf, Rechts 
anwalt Dr. Weiß-Flensburg und Lehrer Brix- 
Sachsenbaude. Ich danke diesen Herren für 
ihre Freundlichkeit!), mitgeteilt worden, daß 
der Verfasser Theodor Rethwisch sei, „einer der 
prächtigsten Menschen, die ich kennen gelernt 
habe", wie Herr Pastor Lorentzen schreibt. 
Hnem in der „Heimat" 1929 erschienenen 
Aussatz von Th. Stoltenberg entnehme ich, daß 
Theodor Rethwisch einer Probsteier Familie 
entstammt- seine beiden Brüder Karl und 
Ernst waren s. Zt. bekannte plattdeutsche Re 
zitatoren. Theodor Rethwisch wurde 1824 als 
Sohn eines Militärkapellmeisters in Rends 
burg geboren, ging ins Zollfach, kämpfte 1848 
bei Bau gegen die Dänen, geriet in Gefangen 
schaft und saß fünf Monate auf der „Dronning 
Marie" fest. Unter der dänischen Herrschaft 
durfte er nicht im Dienst bleiben. Die Entrü 
stung über die Knechtung seiner Volksgenossen 
durch die Dänen wie seine eigenen trüben Er 
fahrungen drückten ihm die Feder in die Hand, 
und er machte seinem Herzen in einer Reihe 
von Satyren und Spottgedichten auf die Dünen 
Luft. 1961 erschien die groteske Ballade „Niels 
Sörnsen Sören Nielsen". Von den wei 
teren ist ÄĢ nach der Melodie „Der tappre 
Landsoldat" zu singende Lied „Die Löwe tod", 
das wir heute abdrucken, das bekannteste. Die 
preußische Regierung berief R. wieder in den 
Zolldienst. Er amtierte auf Sylt, später in 
Hadersleben, trat 1894 als Steuerrat in den 
Ruhestand und starb 1904 in Flensburg. 
I. K. 
Briefkasten 
Ich habe in der letzten Nummer des „Kin 
derland" meinen kleinen Freunden geschrieben, 
daß Onkel Jakob am 20. April im Rundfunk 
allerlei spaßige Erlebnisse aus der Schule er 
zählen werde. Die Veranstaltung ist einen Tag 
hinausgeschoben worden, also auf Dienstag, 
21. April, 5.15 bis 6 Uhr. Da es fraglich ist, daß 
das nächste „Kinderland" bis dahin erscheint, 
möchte ich für alle Fülle an dieser Stelle aus 
die Aenderung hinweisen, A. Ķ. J
	        
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