Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Die Vorbereitung des Rindviehs für dev Weidegang 
Von Diplonrlandrvirt H. CaUfen-Kiel 
Das beste KsrtoffelschWS?« in Köln 
aus SchlesWig-Hslftein 
Ueber die Reichs - Mastvieh - Ausstellung Köln 
Der KLeegrasbsu mr Bezirk Hohne« Haröe 
Anregungen zu neuen Wegen / Bon Dr. Schade 
der Milchmenge aus den einzelnen Weidestücken 
eine Verminderung des Fettgehaltes oder eine 
Schwankung desselben in allen Jahren auf den 
Stickstoffparzellen nicht feststellen können. 
Erfahrene Wcidewirtc geben stets ihren Weiden 
den größten Teil des Stickstoffes im Frühjahr. 
Durch die zeitige Gabe nutzen wir das natürliche 
Wachstum der Gräser und der Kleearten, das im 
Laufe der Wachstumsperiode abnimmt, am besten 
aus. Der Nutzeffekt der Stickstofföüngnng ist bei 
der Frühjahrsgabe am grüßten. Größere Grünfut- 
termassen, die man auf den Milch- oder Jungvieh- 
weiden erübrigt hat, da das Gras bei günstiger 
Witterung im Frühjahr zu schnell wächst und hart 
wird, kann man mit großem Erfolge in die vor 
handenen Gärfutterbehälter einbringen, um auf 
jeden Fall eiweißreiches Leistungsfutter für den 
Winter zur Verfügung zu haben bzw. um futter- 
knappe Zeiten während öeS Sommers besser über 
stehen zu können. Andere Betriebe wieder machen 
das übergesparte Weidefuttcr zu Heu und sorgen 
somit für die ausreichende Heuversorgung des 
Viehs im Winter. Nicht unerwähnt darf bleiben, 
daß durch die Einführung der neuzeitlichen Weide- 
bewirtschaftung — Durchteilung und Unterteilung 
der Weiden, Humusversorgung, Pflege und Dün 
gung — die Stickstoffdüngung bei richtiger Hand 
habung der Beweidung am besten ausgenutzt wird 
und infolge der gleichmäßig fließenden Milchmenge 
die Kosten für die Düngung am schnellsten wieder 
hereinkommen. 
Schlachtwettbewerb dar. Dieser gibt Aufschluß über 
Fleischleistung und Schlachtausbeute des Schlacht 
tieres. Daß die hohen Anforderungen auf Qualität 
in Köln befriedigte, zeigt, daß von den für die Aus 
schlachtung gemeldeten Tieren zwei Drittel prä 
miiert werden konnten. 
Sowohl bei dem Schlachtwettbewerb, als auch bei 
dem Verkauf der Ausstellungstiere, die wohl rest 
los zu Ueberpreisen abgesetzt wurden, hatte das 
gut ausgemästete, aber nicht übermästete Tier den 
Vorzug. 
Der Beweis von dem Wert der Kölner Ausstel 
lung dürfte in allen Teilen erbracht sein. 
Vom Verband Schleswig-Holsteinischer Schweine 
züchter war eine Sammlung von 28 Tieren ausge 
stellt. 
Ausschlachtung: Klasse 21. 1. LoS — 3 weibliche 
Edelschweine, 1a-Preis. Bes.: Bauer Herm. Hell- 
Kurzenmoor. 
Lebendweitbewcrb: Klasse 22. Für Frischverkauf 
und Herstellung feiner Wurstwaren: 1. Preis 3 
weibliche Edelschweine. Besitzer: Bauer Ni. Lütt, 
Bentfeld b. Gr.-Schlamin. (In der Ausschlachtung 
eine Anerkennung.) — 2. Pr.: 3 weibliche Edel 
schweine. Besitzer: D. Thomsen-Winnert, Husum 
Land. ... ■ , . • 
Klasse 23. Für Fleischdauerwaren und Fettcrzeu- 
gung: lc-Preis 8 weibliche Edelschweine. Besitzer: 
Bauer F. Strenge-Krempdors. 
Klasse 24. Für Fleischdauerwaren und Fetterzeu- 
gung: 1. Preis 8 münnl. Edelschweine. Besitzer: H. 
Jordc Jordt, Barg bei Sörup. (Derselbe Besitzer 
erzielte auf Katalog-Nr. 1281 eiue» 2. Preis, im 
Ausschlachtungswettbewerb einen 3. Preis. Auf Ka- 
talog-Nr. 1262 Kl. 28 a einen 2. Preis.) 
Klasse 25a. Für Fleischdauermaren und Fett 
erzeugung. Einzclticre: 1 weibl. Edelschmein Sie 
gerpreis. Besitzer: Bauer I. Carsteusen-Schwesing. 
Klasse 23b. Altschneider: 1. Preis. Besitzer: Bauer 
P. Klinker, Brekling bei Schleswig,' Züchter: Bauer 
E. Kühl, Neuenbrook bei Krempe. 
Außerdem erhielten in der Klasse 26c: 3 veredelte 
Landschweine, Sauen, einen Siegerpreis und zwei 
1. Preise. Aussteller: Schröder und Maak, Bargen- 
stedt, Schleswig-Holstein. 
Klasse 25a: 1 männl. veredeltes Landschwein, 
1. Preis. Aussteller: Ruö. Maak, Friedrichsgabe 
koog. 
Klasse 23: 3 weibl. Edelschweinkreuzungen 2b- 
Preis. Aussteller: Bauer T. I. Thomsen, Winnert, 
Husum Land. 
Die Preußische Forschungsanstalt für Milchwirt 
schaft in Kiel-Lentförden erhielt auf 7 ausgestellte 
Lose von Fettschweinen 1 Sieger-, 1 Ehren-, 4 erste 
und 2 zweite Preise. 
In wenigen Wochen beginnt für das Rindvieh 
öer Weideaustrieb. Mancher Bauer begrüßt und 
erwartet — zumal hier und dort die Heu- und 
Rübenvorräte sehr stark auf die Neige gehen — 
wit Ungeduld den Hinaustrieb des Viehs. Die 
Zeit des Verfüttern» von zugekauften Oclkuchen, 
i>ie in diesem Winter besonders knapp waren, hört 
damit auf. Die Müllerrechnungen werden kleiner 
und vom Milchgeld sind keine Schrotrechnungen 
Mehr zu begleichen. Im Sommer merkt man erst 
so richtig, daß aus der Milch für den Betrieb eine 
schöne laufende Vareinnahme fließt, die je nach 
der Größe der Milchvtehhaltung den größten Teil 
der sommerlichen Bargelöausgaben zu decken ver 
mag. 
Ist nun das Rindvieh für den Weideaustrieb 
richtig vorbereitet? 
Als erste kommen die Jungrinder heraus. In 
vielen Gegenden sah man in diesem Jahre infolge 
des frühen Graswuchses Anfang April schon viele 
1—2jährige Rinder auf der Weide laufen. Die beste 
Vorbereitung für den so frühen Austrieb des 
Jungviehes ist das Halten in einem kalten Win- 
terstall, der — wenn möglich — mit freiem Aus 
lauf versehen sein sollte. Auch die Unterbringung 
des Viehs während des Winters in einem leeren 
Scheunenfach ist zweckmäßig. So gehaltene Tiere 
sehen zwar nicht glatt und fein aus, sind aber mit 
einem dichten wolligen Haarkleid umgeben. 
Der Temperatur- wie auch der krasse Futter- 
wechsel wirken sich immer sehr nachteilig beim Vieh, 
wie ja auch beim Menschen aus. In warmen 
Ställen gehaltene Tiere — noch dazu mit Schrot 
stark getrieben — nehmen in den ersten Wochen 
auf der Weide erheblich an Gewicht ab, während 
richtig vorbereitete auf der Weide auch in den 
ersten Wochen bald zunehmen. 
Bei den Milchkühe», die je nach der Jahres- 
witterung und der Wüchsigkeit des Grases in der 
letzten April- oder ersten Maiwoche ausgetrieben 
werden, muß die Vorbereitung für den Weideaus 
trieb sehr sorgfältig durchgeführt werden. Bei gu 
tem Wetter muß die Lüftung des Viehstalles regel 
mäßig und gut besorgt werden. Man vermeide 
aber unbedingt Zugluft im Kuhstall. In jedem 
Kühstalle ist zweckmäßig ein Thermometer anzu 
bringen, um die Temperaturen vor dem Austrieb 
genau kontrollieren zu können. Zur Gewöhnung 
der Kühe an die Außentemperaturen ist es ange 
bracht, diese in der Uebergangszeit am besten bei 
gutem Wetter auf die Hausweiden zu bringen. In 
kleinbäuerlichen Betrieben bringt man die Kühe 
nicht nur in der Uebergangszeit, sondern während 
des ganzen Sommers nachts in den Stall. Neben 
der besseren Gewöhnung an die rauhe Witterung, 
der Ersparnis an Grünlandsläche, gewinnt man vor 
allem bei dieser Art der Haltung auch im Sommer 
viel Stallmist. 
Die Kühe müssen nun nicht nur auf die Witte- 
rungsverhältnisse im Freien, sondern auch auf daS 
junge saftige Weidefutter vorbereitet werden. Lei 
der steht uns zur Zeit des Austriebes in unseren 
Betrieben auf dem Felde kein Grünfuttcr, das wir 
schneiden und dem Vieh reichen könnten, zur Ver 
fügung. Das junge Gras ist bekanntlich sehr 
eiweißreich und enthält die Eiweißstoffe in einer 
ganz anderen Zusammensetzung als das Winter- 
Stallfutter. Jede einseitige Kraftfuttermischung, 
z. B. die alleinige Verabreichung von Palmkern 
kuchen zur Erhöhung des Fettgehaltes, wirkt sich 
bei der späteren Weide sowohl in bezug auf das 
Absinken des Fettgehaltes, als auch auf Verminde 
rung der Milchmenge, ungünstig aus. 
Zur Vermeidung von Störungen sollten die Rü 
ben in allen Betrieben bis zum Austrieb und dar 
über hinaus noch zur Verfütterung zur Verfügung 
stehen. Sehr gut hat sich die Verabreichung von 
Gärfutter in den letzten Stallwochen für die Kühe 
erwiesen. 
Das junge Weidefuttcr ist bekanntlich sehr 
eiweißreich, aber ballastarm und hat ein verhält 
nismäßig enges Eiweiß-Stärkewertverhältnis. 
Wir wissen, daß die Tiere außer den notwendigen 
Nährstoffen auch ausreichend Ballastfuttcr haben 
Müssen, um so das Gefühl der Sättigung zu bekom 
men. Vielfach ist die Unruhe, die die Kühe in der 
Ersten Weidezeit zeigen, auf die Tatsache zurückzu 
führen, daß die Tiere nicht satt werden. Stehen 
weder Gärfutter noch Heu noch Rüben zur Verfü 
gung, so ivirkt sich die Zufütterung von Futter- 
Üroh sehr vorteilhaft aus. Das Stroh wird von 
den Tieren meist gierig aufgenommen, ein Zeichen, 
daß ein Bedürfnis dafür vorliegt. 
Besonders in Jahren mit nassem, trübem, son- 
üenarmcm und kaltem Frühjahrswetter,ķsNe z. B. 
1928 und 1929, ist der Fettgehalt der Milch nach 
dem Austrieb meist bei bestimmten Kühen, aber 
auch in ganzen Herden, starken Schwankungen un 
terworfen. Nach einem gewissen Anstieg in den 
ersten 3—4 Tagen nach dem Austrieb senkt er sich 
tu der dritten Weiüewoche auf einen Tiefpunkt her 
unter, der manchmal erheblich unter dem sonstigen 
Rormalfettgehalt liegt. Nach den umfangreichen 
Arbeiten von Professor Btinger, Kiel, wird das 
Auftreten dieser Fettgehalts-Minderung gemildert 
durch allmähliche Gewöhnung der Tiere an den 
Weidcgang. Dies bedeutet, daß man bis zum Aus 
trieb als Stallfutter vor allem Saftsuttcr, nament- 
tich Rübe«, gibt und die Rübensütternug — wie in 
Rordschleswig — wenn möglich auch einige Zeit 
»ns der Weide noch fortsetzt: daß man ferner die 
stark treibende Wirkung des jungen eiweißreichen 
Grases durch Zugabe von Ranhsutter (Heu, Stroh) 
Mildert. 
Eine weitere Ursache für die Erkrankung beim 
ersten Weidegang kann auch eine Störung des 
Miueral-Stosswechsels der Tiere sein. Mr kennen 
diese bekannte Erscheinung unter dem Namen 
„Weideseuche", die besonders in den Marschen bei 
Mastrindern und Pferden auftritt. Die Ursachen 
der Weiöeseuchc sind bisher noch nicht vollkommen 
aufgeklärt. Es steht aber fest, daß die Tiere oft in 
folge nicht genügender Mineralstoff-Versorgung 
erkranken. Bei rechtzeitigem Erkennen der Weide 
seuche sind die Tiere bekanntlich durch Calcium- 
Einspritzungen durch den behandelnden Haus- 
Tierarzt zu retten. 
Es wird z. T. die Ansicht vertreten, daß starke, 
frühzeitig im März-April gegebene Stickstoffgabc» 
auf Grasland die Möglichkeit des Auftretens der 
Fettgehalts-Schwankungen der Milch und der 
Grasseuche vermehren könnten. Unsere seit vielen 
Jahren auf allen Böden — auf den guten Lehm 
böden der Ostküste, auf den angeschlickten Marschen 
und den leichteren humosen und sandigen Geest- 
böden — laufenden Wcideversuche mit verschieden 
hohen Stickstoffgaben erhalten stets 1» der beab 
sichtigten Stickstoffmenge (bis zu 40 Kg. je Hektar 
Reinstickstoff — 2 Dz. je Hektar Kalkammonsal 
peter) vor dem Austrieb. Andere Teilstücke wieder 
um bleiben in den Versuchen ohne Stickstoff und 
erhalten nur als Grunddünger neben Stallmist 
und Kompost Kali und Phosphorsäure. Wir haben 
durch genaue Aufzeichnungen des Fettgehaltes und 
schreibt P. Wree-Lutzhöft u. a.: Auf dem Haupt 
schlachtviehhof zu Köln entwickelte sich vom 8. bis 
5. April ein sehr reges Leben. Zirka 700 Rinder, 
400 Schweine, 100 Schafe und 100 Kälber waren an 
getrieben. Ferner waren sachliche Arbeiten ans 
Fleischereibetrieben und Fleischerfachschulen aus 
gestellt. 
Die Ausstellung gliederte sich in 2 Teile: In der 
großen Markthalle waren die Rinder und Kälber, 
in der kleineren die Schweine und Schafe unterge 
bracht. In allen Klassen und Viehgattungen wurde 
eine große Zahl wirklicher Qualitätstiere gezeigt, 
die schon äußerlich eine hervorragende Fleisch- 
ergiebigkeit erkennen ließen. 
Die Richtergruppen sind zusammengesetzt aus 
eincmZüchter, einem Schlachter und einem Händ 
ler. Während früher ausschließlich das Gewicht 
maßgebend sür die Prämiierung war, hat man seit 
einigen Jahren für die Beurteilung eine wirkliche 
Leistungsprüfnng zugrunde gelegt. Bei der Lei 
stungsbewertung wurde besonderes Gewicht auf 
Zucht, Fütterung, Pflege, Mastzustand, Früh- und 
Schlachtreife und Marktanforderungen gelegt. Das 
eine steht schon heute fest: Alle an der Kölner Aus 
stellung beteiligten Kreise haben von dieser Aus 
stellung lernen können. Der Züchter wird vor allem 
gelernt haben, welche Tiere sür solche Schau aus 
zuwählen sind, und wie sie richtig gemästet werden 
müssen. 
Schwarzbunte und rotbunte Tieflandrinder aus 
den nieder- und nordwestdeutschen Zucht- und Mast- 
gebieten wurden neben Höhenvieh aus anderen 
deutschen Zuchtgebieten gezeigt. 
Starkes Interesse fanden die Ansstellungsabtei 
lungen der staatlichen Versuchswirtschaften. Diese 
sollen vor allem den Tierhaltern die wissenschaft 
lich erprobten Methoden wirtschaftlicher Fütterung 
vor Augen führen und die Nutzleistung der wirt- 
ichaftseigenen Futtergrundlage zeigen. Die Preu 
ßische Versuchs- und Forschnngsaustalt für Milch 
wirtschaft in Kiel (Prof. Dr. Vünger) konnte z. B. 
mit Lentföröener Schweinen in heißem Wettbewerb 
den 600-,-?..«-Geldpreis sür das beste ausgestellte 
Kartosselschwein erzielen, der vom Nordwestdeut- 
schen Viehverwertungsverband gestiftet war. 
Die eigentliche Leistungsprüfung stellt der 
Bald soll das Kleegrasgemenge in den Boden! 
Anläßlich der Besuche bei Bauern fiel mir in den 
letzten Wochen besonders auf, daß oft falsche Gras- 
saaten benutzt werden. Deshalb mögen folgende 
Zeilen als Anregung dienen. 
Welche Mischung soll cs sein? 
Zwei Beispiele, wie es nicht sein soll, setze ich 
voraus: Man wühlte auf rotklee-unsicherem Bo 
den 10 Kg. Rotklee, aber nur 1 Kg. Weißklee! Aian 
verwandte ganz eindeutige, als Unkraut zu bezeich 
nende Gräser, wie Honiggras und Trespe, solche 
die schnell vergehen, wie französisches Raygras usw. 
— In einem andern Falle wollte man zur Anlage 
einer Dauerweide dieselbe Mischung verwenden, 
die sür eine Wechselweide bestimmt war, wobei man 
in die Mischung sehr viel Rotklee aufnahm, von 
dem wir wissen, daß er auf dem in Frage stehen 
den Boden sehr bald vergeht. Gewöhnlich schon 
in einem Jahre! 
Die Ansprüche der einzelnen Klee- und Gras- 
arten an den Mindestgehalt an Sand-, Ton-, Mer 
gel- und den Humusgehalt des Bodens sind zu 
verschieden, als daß man derartige Vereinfachungen 
beim Ankauf und der Aussaat vornehmen dürfte. 
Bei einer Mischung sollen ferner die örtlichen 
Wasser-, Regen-, und Frostvcrhältnisse, die Acker 
krume und der Untergrund, deren Kalk- und Nähr 
stoffgehalt, die beabsichtigte Pflege und Nutzung, 
die Bor- und Nachfrncht berücksichtigt werden. 
Wie stark soll die Mischung gewählt werden? 
Ein immer wieder auftretender Fehler ist die 
zu knappe Aussaatmenge. Statt 15—18 Pfund je 
Yi Hektar, die vielfach angewandt werden, sollten 
etwa 30 Pfund je '■% Hektar in den Boden! Wohl 
wird es teurer, aber was nützt es, wenn der Be 
stand nachher nichts oder viel zu wenig bringt? 
Der Klee-Grasfutterbau wird erst teurer, wenn 
der Bestand lttckig und dürftig bleibt. Jahrelang 
hat man dann beim Beweiben mit den Kühen 
Milchverluste, die täglich Geldauösälle in beträcht 
licher Höhe bringen. 
Wie lange soll der Kleegrasschlag liegen bleiben? 
Auf leichten Böden möglichst kurz! Es ist ein 
Irrtum zu glauben, das Land brauche die lückige 
Kleegrasdecke zur Ruhe. Erstens liefern im zweiten, 
dritten oder gar vierten Jahre die Schläge kläg 
liche Erträge, zweitens verunkrauten sie gehörig, 
und die Bodengare geht verloren. Jahrelang muß 
dann der teure Kampf gegen die Wurzelunkräuter 
einsetzen, und trotz guter Düngung lassen die Er 
träge infolge mangelnder Bodengare zu wünschen 
übrig. 
Wie kann man vorteilhafter als bisher verfahren? 
Bei uns auf den leichteren Böden passen nur 
ganz bestimmte Klee- und Grasarten, die zweck 
mäßig zusammengestellt werden müssen. Dazu ist 
es falsch, bei dem Ankauf der Saat die billigen un 
passenden Sorten den teureren, aber nahrhaftes 
und reichliches Futter bringenden Saaten vorzu 
ziehen. 
Man möge die Schläge nicht mehrere Jahre liegen 
lassen. Es wäre zu überlegen, ob man nicht auf zwei 
Schlägen nur einjährig Futter baut. Der eine 
Schlag diene der Hengewinnnng. Er kann folgende 
Saaten gebrauchen (die je nach Boden abgeändert 
werde» müssen): 18 Kg. Rotklee, 9 Kg. Welsches 
Weidelgras, zusammen 27 Kg./Hektar,' auf Boden 
mit s. guter Kultur genügen 14 Kg. Rotklee, 6 Kg. 
Welsches Weidelgras, zus. 20 Kg./Hektar. Für den 
zweiten, den Weideschlag, wäre folgende Mischung 
denkbar: 6 Kg. Rotklee. 5 Kg. Schwedklee. 5 Kg. 
Lieschgras, 7 Kg. Welsches Weidelgras, zus. 22 Kg. 
Auf diese Art wird auf gleicher Fläche erheblich 
mehr Futter als bislang erzielt und dazu verhält 
nismäßig billiges Futter, weil es so wertvoll ist. 
Der höhere Aussaatpreis wird wettgemacht. Bei 
verschiedenartiger Nutzung der mehrjährigen Klee- 
grasslächen — also im ersten Jahre ein Schnitt 
zur Heugewinnung, im folgenden Weide — lassen 
sich keine Höchsterträge erzielen, weil dann Saaten 
auf demselben Land als Gemisch verwandt werden 
müssen, die sowohl gutes, bestes, rechtzeitiges Heu, 
und solche, die genügend Nachwuchs, also gute 
Weide liefern sollen. Da beide Arten, die Heu- 
Arten und die Weide-Arten, aber in ihren An 
sprüchen an Pflege und Nutzung zu verschieden sind, 
führt eine solche Mischung nie zu Höchsterträgen, 
die erwünscht sind. 
Innerhalb der Fruchtsolge müßte der Heuschlag 
(womöglich kurze Nachweide auch angängig) vor 
Wintergetreide, der Weideschlag vor Hackfrucht oder 
Sommerung stehen, um möglichst die Weide lange 
nutzen zu können. Ganz gleich, ob dieser Weg: 
einjähriger Heuschlag und einjähriger Weiüeschlag 
beschritten wird oder nicht, für die Wahl jeder Klee- 
grasmischnng gelten folgende Grundsätze: 
a) Man wähle die dem Boden angepaßte Mischung 
solcher Saaten, die ein üppiges, nährstoffreiches 
Futter bringen: 
b) man säe genügende Mengen aus und wähle die 
Saaten nach ihrem Wert als Futterpflanze und 
nicht nach dem Preis aus: 
c) man lasse die Kleegrasbestünüe nur kurze Zeit, 
nämlich 1 bis 2 Jahre, liegen. 
Auf leichteren Böden kann dem Ertragsrückgang 
dadurch begegnet werden, daß man im Winter 
schwache Stallmistgaben auffährt. Dadurch wird 
der Boden vor dem Wind und dem Licht geschützt. 
Beides Naturmächte, die das Bakterienleben un 
günstig beinflussen. Diese schwache Dungmenge ist 
in manchen Betrieben leicht über zu sparen, denn 
es tut nicht nötig, so gewaltige Mengen auf ein 
mal zu eicnr Frucht zu geben, wie es vielfach üblich 
ist. 
Zusammenfassend sei hervorgehoben: Der Vorteil 
guter Kleegrasbestünde liegt darin, daß einmal un 
gewöhnlich viel und milchtreibendes Futter gewon 
nen wird, daß ferner der Boden in erstklassiger 
Beschaffenheit der Nachfrucht übergeben wird. Die 
erste und auch die folgende zweite Nachfrucht wird 
also gut tragen, ohne daß eine besonders starke 
Düngung nötig täte. Schließlich wird die Unkraut 
bekämpfung, die nach lückigen Grasbeständen un 
vermeidbar und sehr kostspielig ist, so gut wie hin 
fällig. 
Flensburger Walzenmühle, Flensburg 
Die Ertragsrechnung für 1935 verzeichnet einen 
Bruttogewinn von 0,88 (0,83) Mill. MM. Nach Ab 
zug sämtlicher Unkosten, darunter Abschreibungen 
mit 0,05 (0,03) Mill. MJt, verbleibt ein Reingewinn 
einschl. Bortrag aus 1934 von 83 488 (85 715) MJt, 
aus dem laut Beschluß der Generalversammlung 
eine Dividende von wieder 8 vH zur Verteilung 
kommt. Außerdem werden wieder 2 vH laut An 
leihestockgesetz der Golddiskontbank überwiesen. 
Dem VersügungssondS werden nneder 20 000 MJl 
zugeführt, zum Vortrag verbleiben 12 435 (14 023) 
Reichsmark. 
Uebergangsfrist für den Verlcgcnhcitsverkehr 
verlängert 
Der Reichsverkehrsminister hat durch einen im 
Reichsverkehrsblatt veröffentlichten Rnnöerlaß an 
geordnet, Saß die Uebergangsfrist für Unternehmer 
von Ausflugswagen-. Ueberlandwagen- und Mict- 
wagenverkehr bis zum 31, Mai 1986 verlängert 
wird. Diese Verlängerung gilt nicht sür Unter 
nehmer, die bisher noch keinen Antrag aus Geneh 
migung gestellt haben oder deren Antrag bis zum 
l6. März 1936 endgültig abgelehnt worden ist. Mit 
einer Verlängerung der Uebergangsfrist über den 
31. Mai 1936 hinaus ist nicht zu rechnen. 
Wetteraussichten für Sonnabend, den 18. April 
1936, in Nordwestdeutschland: Mäßige Winde ans 
westlichen Richtungen, vorwiegend bedeckt und 
trocken, Temperaturen der Jahreszeit entsprechend.
	        
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