Die Vorbereitung des Rindviehs für dev Weidegang
Von Diplonrlandrvirt H. CaUfen-Kiel
Das beste KsrtoffelschWS?« in Köln
aus SchlesWig-Hslftein
Ueber die Reichs - Mastvieh - Ausstellung Köln
Der KLeegrasbsu mr Bezirk Hohne« Haröe
Anregungen zu neuen Wegen / Bon Dr. Schade
der Milchmenge aus den einzelnen Weidestücken
eine Verminderung des Fettgehaltes oder eine
Schwankung desselben in allen Jahren auf den
Stickstoffparzellen nicht feststellen können.
Erfahrene Wcidewirtc geben stets ihren Weiden
den größten Teil des Stickstoffes im Frühjahr.
Durch die zeitige Gabe nutzen wir das natürliche
Wachstum der Gräser und der Kleearten, das im
Laufe der Wachstumsperiode abnimmt, am besten
aus. Der Nutzeffekt der Stickstofföüngnng ist bei
der Frühjahrsgabe am grüßten. Größere Grünfut-
termassen, die man auf den Milch- oder Jungvieh-
weiden erübrigt hat, da das Gras bei günstiger
Witterung im Frühjahr zu schnell wächst und hart
wird, kann man mit großem Erfolge in die vor
handenen Gärfutterbehälter einbringen, um auf
jeden Fall eiweißreiches Leistungsfutter für den
Winter zur Verfügung zu haben bzw. um futter-
knappe Zeiten während öeS Sommers besser über
stehen zu können. Andere Betriebe wieder machen
das übergesparte Weidefuttcr zu Heu und sorgen
somit für die ausreichende Heuversorgung des
Viehs im Winter. Nicht unerwähnt darf bleiben,
daß durch die Einführung der neuzeitlichen Weide-
bewirtschaftung — Durchteilung und Unterteilung
der Weiden, Humusversorgung, Pflege und Dün
gung — die Stickstoffdüngung bei richtiger Hand
habung der Beweidung am besten ausgenutzt wird
und infolge der gleichmäßig fließenden Milchmenge
die Kosten für die Düngung am schnellsten wieder
hereinkommen.
Schlachtwettbewerb dar. Dieser gibt Aufschluß über
Fleischleistung und Schlachtausbeute des Schlacht
tieres. Daß die hohen Anforderungen auf Qualität
in Köln befriedigte, zeigt, daß von den für die Aus
schlachtung gemeldeten Tieren zwei Drittel prä
miiert werden konnten.
Sowohl bei dem Schlachtwettbewerb, als auch bei
dem Verkauf der Ausstellungstiere, die wohl rest
los zu Ueberpreisen abgesetzt wurden, hatte das
gut ausgemästete, aber nicht übermästete Tier den
Vorzug.
Der Beweis von dem Wert der Kölner Ausstel
lung dürfte in allen Teilen erbracht sein.
Vom Verband Schleswig-Holsteinischer Schweine
züchter war eine Sammlung von 28 Tieren ausge
stellt.
Ausschlachtung: Klasse 21. 1. LoS — 3 weibliche
Edelschweine, 1a-Preis. Bes.: Bauer Herm. Hell-
Kurzenmoor.
Lebendweitbewcrb: Klasse 22. Für Frischverkauf
und Herstellung feiner Wurstwaren: 1. Preis 3
weibliche Edelschweine. Besitzer: Bauer Ni. Lütt,
Bentfeld b. Gr.-Schlamin. (In der Ausschlachtung
eine Anerkennung.) — 2. Pr.: 3 weibliche Edel
schweine. Besitzer: D. Thomsen-Winnert, Husum
Land. ... ■ , . •
Klasse 23. Für Fleischdauerwaren und Fettcrzeu-
gung: lc-Preis 8 weibliche Edelschweine. Besitzer:
Bauer F. Strenge-Krempdors.
Klasse 24. Für Fleischdauerwaren und Fetterzeu-
gung: 1. Preis 8 münnl. Edelschweine. Besitzer: H.
Jordc Jordt, Barg bei Sörup. (Derselbe Besitzer
erzielte auf Katalog-Nr. 1281 eiue» 2. Preis, im
Ausschlachtungswettbewerb einen 3. Preis. Auf Ka-
talog-Nr. 1262 Kl. 28 a einen 2. Preis.)
Klasse 25a. Für Fleischdauermaren und Fett
erzeugung. Einzclticre: 1 weibl. Edelschmein Sie
gerpreis. Besitzer: Bauer I. Carsteusen-Schwesing.
Klasse 23b. Altschneider: 1. Preis. Besitzer: Bauer
P. Klinker, Brekling bei Schleswig,' Züchter: Bauer
E. Kühl, Neuenbrook bei Krempe.
Außerdem erhielten in der Klasse 26c: 3 veredelte
Landschweine, Sauen, einen Siegerpreis und zwei
1. Preise. Aussteller: Schröder und Maak, Bargen-
stedt, Schleswig-Holstein.
Klasse 25a: 1 männl. veredeltes Landschwein,
1. Preis. Aussteller: Ruö. Maak, Friedrichsgabe
koog.
Klasse 23: 3 weibl. Edelschweinkreuzungen 2b-
Preis. Aussteller: Bauer T. I. Thomsen, Winnert,
Husum Land.
Die Preußische Forschungsanstalt für Milchwirt
schaft in Kiel-Lentförden erhielt auf 7 ausgestellte
Lose von Fettschweinen 1 Sieger-, 1 Ehren-, 4 erste
und 2 zweite Preise.
In wenigen Wochen beginnt für das Rindvieh
öer Weideaustrieb. Mancher Bauer begrüßt und
erwartet — zumal hier und dort die Heu- und
Rübenvorräte sehr stark auf die Neige gehen —
wit Ungeduld den Hinaustrieb des Viehs. Die
Zeit des Verfüttern» von zugekauften Oclkuchen,
i>ie in diesem Winter besonders knapp waren, hört
damit auf. Die Müllerrechnungen werden kleiner
und vom Milchgeld sind keine Schrotrechnungen
Mehr zu begleichen. Im Sommer merkt man erst
so richtig, daß aus der Milch für den Betrieb eine
schöne laufende Vareinnahme fließt, die je nach
der Größe der Milchvtehhaltung den größten Teil
der sommerlichen Bargelöausgaben zu decken ver
mag.
Ist nun das Rindvieh für den Weideaustrieb
richtig vorbereitet?
Als erste kommen die Jungrinder heraus. In
vielen Gegenden sah man in diesem Jahre infolge
des frühen Graswuchses Anfang April schon viele
1—2jährige Rinder auf der Weide laufen. Die beste
Vorbereitung für den so frühen Austrieb des
Jungviehes ist das Halten in einem kalten Win-
terstall, der — wenn möglich — mit freiem Aus
lauf versehen sein sollte. Auch die Unterbringung
des Viehs während des Winters in einem leeren
Scheunenfach ist zweckmäßig. So gehaltene Tiere
sehen zwar nicht glatt und fein aus, sind aber mit
einem dichten wolligen Haarkleid umgeben.
Der Temperatur- wie auch der krasse Futter-
wechsel wirken sich immer sehr nachteilig beim Vieh,
wie ja auch beim Menschen aus. In warmen
Ställen gehaltene Tiere — noch dazu mit Schrot
stark getrieben — nehmen in den ersten Wochen
auf der Weide erheblich an Gewicht ab, während
richtig vorbereitete auf der Weide auch in den
ersten Wochen bald zunehmen.
Bei den Milchkühe», die je nach der Jahres-
witterung und der Wüchsigkeit des Grases in der
letzten April- oder ersten Maiwoche ausgetrieben
werden, muß die Vorbereitung für den Weideaus
trieb sehr sorgfältig durchgeführt werden. Bei gu
tem Wetter muß die Lüftung des Viehstalles regel
mäßig und gut besorgt werden. Man vermeide
aber unbedingt Zugluft im Kuhstall. In jedem
Kühstalle ist zweckmäßig ein Thermometer anzu
bringen, um die Temperaturen vor dem Austrieb
genau kontrollieren zu können. Zur Gewöhnung
der Kühe an die Außentemperaturen ist es ange
bracht, diese in der Uebergangszeit am besten bei
gutem Wetter auf die Hausweiden zu bringen. In
kleinbäuerlichen Betrieben bringt man die Kühe
nicht nur in der Uebergangszeit, sondern während
des ganzen Sommers nachts in den Stall. Neben
der besseren Gewöhnung an die rauhe Witterung,
der Ersparnis an Grünlandsläche, gewinnt man vor
allem bei dieser Art der Haltung auch im Sommer
viel Stallmist.
Die Kühe müssen nun nicht nur auf die Witte-
rungsverhältnisse im Freien, sondern auch auf daS
junge saftige Weidefutter vorbereitet werden. Lei
der steht uns zur Zeit des Austriebes in unseren
Betrieben auf dem Felde kein Grünfuttcr, das wir
schneiden und dem Vieh reichen könnten, zur Ver
fügung. Das junge Gras ist bekanntlich sehr
eiweißreich und enthält die Eiweißstoffe in einer
ganz anderen Zusammensetzung als das Winter-
Stallfutter. Jede einseitige Kraftfuttermischung,
z. B. die alleinige Verabreichung von Palmkern
kuchen zur Erhöhung des Fettgehaltes, wirkt sich
bei der späteren Weide sowohl in bezug auf das
Absinken des Fettgehaltes, als auch auf Verminde
rung der Milchmenge, ungünstig aus.
Zur Vermeidung von Störungen sollten die Rü
ben in allen Betrieben bis zum Austrieb und dar
über hinaus noch zur Verfütterung zur Verfügung
stehen. Sehr gut hat sich die Verabreichung von
Gärfutter in den letzten Stallwochen für die Kühe
erwiesen.
Das junge Weidefuttcr ist bekanntlich sehr
eiweißreich, aber ballastarm und hat ein verhält
nismäßig enges Eiweiß-Stärkewertverhältnis.
Wir wissen, daß die Tiere außer den notwendigen
Nährstoffen auch ausreichend Ballastfuttcr haben
Müssen, um so das Gefühl der Sättigung zu bekom
men. Vielfach ist die Unruhe, die die Kühe in der
Ersten Weidezeit zeigen, auf die Tatsache zurückzu
führen, daß die Tiere nicht satt werden. Stehen
weder Gärfutter noch Heu noch Rüben zur Verfü
gung, so ivirkt sich die Zufütterung von Futter-
Üroh sehr vorteilhaft aus. Das Stroh wird von
den Tieren meist gierig aufgenommen, ein Zeichen,
daß ein Bedürfnis dafür vorliegt.
Besonders in Jahren mit nassem, trübem, son-
üenarmcm und kaltem Frühjahrswetter,ķsNe z. B.
1928 und 1929, ist der Fettgehalt der Milch nach
dem Austrieb meist bei bestimmten Kühen, aber
auch in ganzen Herden, starken Schwankungen un
terworfen. Nach einem gewissen Anstieg in den
ersten 3—4 Tagen nach dem Austrieb senkt er sich
tu der dritten Weiüewoche auf einen Tiefpunkt her
unter, der manchmal erheblich unter dem sonstigen
Rormalfettgehalt liegt. Nach den umfangreichen
Arbeiten von Professor Btinger, Kiel, wird das
Auftreten dieser Fettgehalts-Minderung gemildert
durch allmähliche Gewöhnung der Tiere an den
Weidcgang. Dies bedeutet, daß man bis zum Aus
trieb als Stallfutter vor allem Saftsuttcr, nament-
tich Rübe«, gibt und die Rübensütternug — wie in
Rordschleswig — wenn möglich auch einige Zeit
»ns der Weide noch fortsetzt: daß man ferner die
stark treibende Wirkung des jungen eiweißreichen
Grases durch Zugabe von Ranhsutter (Heu, Stroh)
Mildert.
Eine weitere Ursache für die Erkrankung beim
ersten Weidegang kann auch eine Störung des
Miueral-Stosswechsels der Tiere sein. Mr kennen
diese bekannte Erscheinung unter dem Namen
„Weideseuche", die besonders in den Marschen bei
Mastrindern und Pferden auftritt. Die Ursachen
der Weiöeseuchc sind bisher noch nicht vollkommen
aufgeklärt. Es steht aber fest, daß die Tiere oft in
folge nicht genügender Mineralstoff-Versorgung
erkranken. Bei rechtzeitigem Erkennen der Weide
seuche sind die Tiere bekanntlich durch Calcium-
Einspritzungen durch den behandelnden Haus-
Tierarzt zu retten.
Es wird z. T. die Ansicht vertreten, daß starke,
frühzeitig im März-April gegebene Stickstoffgabc»
auf Grasland die Möglichkeit des Auftretens der
Fettgehalts-Schwankungen der Milch und der
Grasseuche vermehren könnten. Unsere seit vielen
Jahren auf allen Böden — auf den guten Lehm
böden der Ostküste, auf den angeschlickten Marschen
und den leichteren humosen und sandigen Geest-
böden — laufenden Wcideversuche mit verschieden
hohen Stickstoffgaben erhalten stets 1» der beab
sichtigten Stickstoffmenge (bis zu 40 Kg. je Hektar
Reinstickstoff — 2 Dz. je Hektar Kalkammonsal
peter) vor dem Austrieb. Andere Teilstücke wieder
um bleiben in den Versuchen ohne Stickstoff und
erhalten nur als Grunddünger neben Stallmist
und Kompost Kali und Phosphorsäure. Wir haben
durch genaue Aufzeichnungen des Fettgehaltes und
schreibt P. Wree-Lutzhöft u. a.: Auf dem Haupt
schlachtviehhof zu Köln entwickelte sich vom 8. bis
5. April ein sehr reges Leben. Zirka 700 Rinder,
400 Schweine, 100 Schafe und 100 Kälber waren an
getrieben. Ferner waren sachliche Arbeiten ans
Fleischereibetrieben und Fleischerfachschulen aus
gestellt.
Die Ausstellung gliederte sich in 2 Teile: In der
großen Markthalle waren die Rinder und Kälber,
in der kleineren die Schweine und Schafe unterge
bracht. In allen Klassen und Viehgattungen wurde
eine große Zahl wirklicher Qualitätstiere gezeigt,
die schon äußerlich eine hervorragende Fleisch-
ergiebigkeit erkennen ließen.
Die Richtergruppen sind zusammengesetzt aus
eincmZüchter, einem Schlachter und einem Händ
ler. Während früher ausschließlich das Gewicht
maßgebend sür die Prämiierung war, hat man seit
einigen Jahren für die Beurteilung eine wirkliche
Leistungsprüfnng zugrunde gelegt. Bei der Lei
stungsbewertung wurde besonderes Gewicht auf
Zucht, Fütterung, Pflege, Mastzustand, Früh- und
Schlachtreife und Marktanforderungen gelegt. Das
eine steht schon heute fest: Alle an der Kölner Aus
stellung beteiligten Kreise haben von dieser Aus
stellung lernen können. Der Züchter wird vor allem
gelernt haben, welche Tiere sür solche Schau aus
zuwählen sind, und wie sie richtig gemästet werden
müssen.
Schwarzbunte und rotbunte Tieflandrinder aus
den nieder- und nordwestdeutschen Zucht- und Mast-
gebieten wurden neben Höhenvieh aus anderen
deutschen Zuchtgebieten gezeigt.
Starkes Interesse fanden die Ansstellungsabtei
lungen der staatlichen Versuchswirtschaften. Diese
sollen vor allem den Tierhaltern die wissenschaft
lich erprobten Methoden wirtschaftlicher Fütterung
vor Augen führen und die Nutzleistung der wirt-
ichaftseigenen Futtergrundlage zeigen. Die Preu
ßische Versuchs- und Forschnngsaustalt für Milch
wirtschaft in Kiel (Prof. Dr. Vünger) konnte z. B.
mit Lentföröener Schweinen in heißem Wettbewerb
den 600-,-?..«-Geldpreis sür das beste ausgestellte
Kartosselschwein erzielen, der vom Nordwestdeut-
schen Viehverwertungsverband gestiftet war.
Die eigentliche Leistungsprüfung stellt der
Bald soll das Kleegrasgemenge in den Boden!
Anläßlich der Besuche bei Bauern fiel mir in den
letzten Wochen besonders auf, daß oft falsche Gras-
saaten benutzt werden. Deshalb mögen folgende
Zeilen als Anregung dienen.
Welche Mischung soll cs sein?
Zwei Beispiele, wie es nicht sein soll, setze ich
voraus: Man wühlte auf rotklee-unsicherem Bo
den 10 Kg. Rotklee, aber nur 1 Kg. Weißklee! Aian
verwandte ganz eindeutige, als Unkraut zu bezeich
nende Gräser, wie Honiggras und Trespe, solche
die schnell vergehen, wie französisches Raygras usw.
— In einem andern Falle wollte man zur Anlage
einer Dauerweide dieselbe Mischung verwenden,
die sür eine Wechselweide bestimmt war, wobei man
in die Mischung sehr viel Rotklee aufnahm, von
dem wir wissen, daß er auf dem in Frage stehen
den Boden sehr bald vergeht. Gewöhnlich schon
in einem Jahre!
Die Ansprüche der einzelnen Klee- und Gras-
arten an den Mindestgehalt an Sand-, Ton-, Mer
gel- und den Humusgehalt des Bodens sind zu
verschieden, als daß man derartige Vereinfachungen
beim Ankauf und der Aussaat vornehmen dürfte.
Bei einer Mischung sollen ferner die örtlichen
Wasser-, Regen-, und Frostvcrhältnisse, die Acker
krume und der Untergrund, deren Kalk- und Nähr
stoffgehalt, die beabsichtigte Pflege und Nutzung,
die Bor- und Nachfrncht berücksichtigt werden.
Wie stark soll die Mischung gewählt werden?
Ein immer wieder auftretender Fehler ist die
zu knappe Aussaatmenge. Statt 15—18 Pfund je
Yi Hektar, die vielfach angewandt werden, sollten
etwa 30 Pfund je '■% Hektar in den Boden! Wohl
wird es teurer, aber was nützt es, wenn der Be
stand nachher nichts oder viel zu wenig bringt?
Der Klee-Grasfutterbau wird erst teurer, wenn
der Bestand lttckig und dürftig bleibt. Jahrelang
hat man dann beim Beweiben mit den Kühen
Milchverluste, die täglich Geldauösälle in beträcht
licher Höhe bringen.
Wie lange soll der Kleegrasschlag liegen bleiben?
Auf leichten Böden möglichst kurz! Es ist ein
Irrtum zu glauben, das Land brauche die lückige
Kleegrasdecke zur Ruhe. Erstens liefern im zweiten,
dritten oder gar vierten Jahre die Schläge kläg
liche Erträge, zweitens verunkrauten sie gehörig,
und die Bodengare geht verloren. Jahrelang muß
dann der teure Kampf gegen die Wurzelunkräuter
einsetzen, und trotz guter Düngung lassen die Er
träge infolge mangelnder Bodengare zu wünschen
übrig.
Wie kann man vorteilhafter als bisher verfahren?
Bei uns auf den leichteren Böden passen nur
ganz bestimmte Klee- und Grasarten, die zweck
mäßig zusammengestellt werden müssen. Dazu ist
es falsch, bei dem Ankauf der Saat die billigen un
passenden Sorten den teureren, aber nahrhaftes
und reichliches Futter bringenden Saaten vorzu
ziehen.
Man möge die Schläge nicht mehrere Jahre liegen
lassen. Es wäre zu überlegen, ob man nicht auf zwei
Schlägen nur einjährig Futter baut. Der eine
Schlag diene der Hengewinnnng. Er kann folgende
Saaten gebrauchen (die je nach Boden abgeändert
werde» müssen): 18 Kg. Rotklee, 9 Kg. Welsches
Weidelgras, zusammen 27 Kg./Hektar,' auf Boden
mit s. guter Kultur genügen 14 Kg. Rotklee, 6 Kg.
Welsches Weidelgras, zus. 20 Kg./Hektar. Für den
zweiten, den Weideschlag, wäre folgende Mischung
denkbar: 6 Kg. Rotklee. 5 Kg. Schwedklee. 5 Kg.
Lieschgras, 7 Kg. Welsches Weidelgras, zus. 22 Kg.
Auf diese Art wird auf gleicher Fläche erheblich
mehr Futter als bislang erzielt und dazu verhält
nismäßig billiges Futter, weil es so wertvoll ist.
Der höhere Aussaatpreis wird wettgemacht. Bei
verschiedenartiger Nutzung der mehrjährigen Klee-
grasslächen — also im ersten Jahre ein Schnitt
zur Heugewinnung, im folgenden Weide — lassen
sich keine Höchsterträge erzielen, weil dann Saaten
auf demselben Land als Gemisch verwandt werden
müssen, die sowohl gutes, bestes, rechtzeitiges Heu,
und solche, die genügend Nachwuchs, also gute
Weide liefern sollen. Da beide Arten, die Heu-
Arten und die Weide-Arten, aber in ihren An
sprüchen an Pflege und Nutzung zu verschieden sind,
führt eine solche Mischung nie zu Höchsterträgen,
die erwünscht sind.
Innerhalb der Fruchtsolge müßte der Heuschlag
(womöglich kurze Nachweide auch angängig) vor
Wintergetreide, der Weideschlag vor Hackfrucht oder
Sommerung stehen, um möglichst die Weide lange
nutzen zu können. Ganz gleich, ob dieser Weg:
einjähriger Heuschlag und einjähriger Weiüeschlag
beschritten wird oder nicht, für die Wahl jeder Klee-
grasmischnng gelten folgende Grundsätze:
a) Man wähle die dem Boden angepaßte Mischung
solcher Saaten, die ein üppiges, nährstoffreiches
Futter bringen:
b) man säe genügende Mengen aus und wähle die
Saaten nach ihrem Wert als Futterpflanze und
nicht nach dem Preis aus:
c) man lasse die Kleegrasbestünüe nur kurze Zeit,
nämlich 1 bis 2 Jahre, liegen.
Auf leichteren Böden kann dem Ertragsrückgang
dadurch begegnet werden, daß man im Winter
schwache Stallmistgaben auffährt. Dadurch wird
der Boden vor dem Wind und dem Licht geschützt.
Beides Naturmächte, die das Bakterienleben un
günstig beinflussen. Diese schwache Dungmenge ist
in manchen Betrieben leicht über zu sparen, denn
es tut nicht nötig, so gewaltige Mengen auf ein
mal zu eicnr Frucht zu geben, wie es vielfach üblich
ist.
Zusammenfassend sei hervorgehoben: Der Vorteil
guter Kleegrasbestünde liegt darin, daß einmal un
gewöhnlich viel und milchtreibendes Futter gewon
nen wird, daß ferner der Boden in erstklassiger
Beschaffenheit der Nachfrucht übergeben wird. Die
erste und auch die folgende zweite Nachfrucht wird
also gut tragen, ohne daß eine besonders starke
Düngung nötig täte. Schließlich wird die Unkraut
bekämpfung, die nach lückigen Grasbeständen un
vermeidbar und sehr kostspielig ist, so gut wie hin
fällig.
Flensburger Walzenmühle, Flensburg
Die Ertragsrechnung für 1935 verzeichnet einen
Bruttogewinn von 0,88 (0,83) Mill. MM. Nach Ab
zug sämtlicher Unkosten, darunter Abschreibungen
mit 0,05 (0,03) Mill. MJt, verbleibt ein Reingewinn
einschl. Bortrag aus 1934 von 83 488 (85 715) MJt,
aus dem laut Beschluß der Generalversammlung
eine Dividende von wieder 8 vH zur Verteilung
kommt. Außerdem werden wieder 2 vH laut An
leihestockgesetz der Golddiskontbank überwiesen.
Dem VersügungssondS werden nneder 20 000 MJl
zugeführt, zum Vortrag verbleiben 12 435 (14 023)
Reichsmark.
Uebergangsfrist für den Verlcgcnhcitsverkehr
verlängert
Der Reichsverkehrsminister hat durch einen im
Reichsverkehrsblatt veröffentlichten Rnnöerlaß an
geordnet, Saß die Uebergangsfrist für Unternehmer
von Ausflugswagen-. Ueberlandwagen- und Mict-
wagenverkehr bis zum 31, Mai 1986 verlängert
wird. Diese Verlängerung gilt nicht sür Unter
nehmer, die bisher noch keinen Antrag aus Geneh
migung gestellt haben oder deren Antrag bis zum
l6. März 1936 endgültig abgelehnt worden ist. Mit
einer Verlängerung der Uebergangsfrist über den
31. Mai 1936 hinaus ist nicht zu rechnen.
Wetteraussichten für Sonnabend, den 18. April
1936, in Nordwestdeutschland: Mäßige Winde ans
westlichen Richtungen, vorwiegend bedeckt und
trocken, Temperaturen der Jahreszeit entsprechend.