italienische Auseinandersetzung zu vermeiden,
indem die Stellungnahme Frankreichs unge
wiß sei.
Der Genfer Berichterstatter der Times
schreibt, man habe gegenwärtig nicht den
Wunsch, eine bereits schwierige Lage durch die
Auferlegung neuer Sanktionen noch zu er
schweren. Einer der Gründe sei der, daß irgend
welche neuen Sanktionen und besonders eine
Oelsperre keinerlei Wirkung auf die Krieg
führung während der nächsten Wochen aus
üben werde. Es sei im übrigen unwahrschein
lich, daß der Sanktionsausschuß vor der Rats
sitzung am 11. Mai zusammentreten werde.
Daily Telegraph schreibt, Kollektivität sei
immer das Wichtigste in der Behandlung des
italienisch-abessinischen Streitfalles gewesen.
Der wichtigste Teil dieser Kollektivität' sei eine
ehrliche Einmütigkeit Englands und Frank
reichs. (Die nicht mehr vorhanden ist. Schriftl.)
Wenn es dem Völkerbund auch nicht gelungen
sei, den Krieg zu beendigen, so könne es ihm
doch gelingen, die Fricdensbedingungen Mus
solinis zu beeinflussen.
Pertinax meldet dem Echo de Paris aus
Genf, Paul-Boncour habe den englischen
Außenminister daran erinnert, daß die von
England nach dem 7. März an den Tag gelegte
„Schwäche" den Eifer der Franzosen für die
kollektive Sicherheit notwendigerweise entmu
tigt habe. Darauf soll Eden geantwortet haben:
„Ich bin nicht allein."
Nach den übereinstimmenden Berichten soll
Paul-Boncour dem englischen Außenminister
erklärt haben, daß die französische Öffentlich
keit in ihrer großen Mehrheit gegen eine Ver
schärfung der Sanktionen gegen Italien sei.
Außerdem könne die Regierung wegen der
Wahlen höchstens auf der früher eingenomme
nen Haltung beharren. Eden hingegen habe
erklärt, daß die englische Öffentlichkeit gegen
eine Aufhebung der Sanktionen sei, daß sie
aber nicht allein vorgehen wolle, und daß es
angesichts der französischen Wahlen daher vor
teilhaft sei, eine mittlere Lösung zu finden, die
der Zukunft nicht vorgreife.
Der Genfer Berichterstatter des „Jour"
schreibt, die Erklärungen Paul-Boncours hät
ten auf Eden tiefen Eindruck gemacht. Im übri
gen glaubt das Blatt, daß die eigentlichen Ver
handlungen erst beginnen würden, wenn in
einigen Tagen ein weiteres Vorgehen der ita
lienischen Truppen gemeldet sei. Diese Ver
handlungen würden zwischen den 3 Unter
zeichnern des Vertrages von 1906 stattfinden,
nämlich zwischen England, Frankreich und
Italien.
Das Oeuvre stellt mit Befriedigung fest, daß
Paul-Boncour das gelungen sei, was die
Außenminister nicht erreicht Hütten, nämlich
dem englischen Außenminister die tatsächliche
Lage Frankreichs verständlich zu machen, so
weit die Sanktionen gegen Italien in Frage
kämen, und ihm darzulegen, inwiefern die Zu
rückhaltung Englands in der Rheinfrage
Frankreich die Durchführung neuer Sanktionen
unmöglich mache. Oeuvre hält eine Dreierkon
ferenz Italien, Frankreich, England für wahr
scheinlich.
Daily Herald meldet, es sei keine Gewähr
dafür vorhanden, daß die neue französische Re
gierung nach den Wahlen eine größere Bereit
schaft an den Tag legen werde,' weitere Sank
tionen zu unterstützen. Wahrscheinlich sei es,
daß Frankreich erneut einen Kuhhandel zwi
schen der Rheinlandfrage und dem abessinischen
Streitfall anbahnen wolle.
Italien mach! sich über Gens lustig!
TRB. Mailand, 18. April. (Eig. Funkm.)
„Gazeta del Popolo" berichtet, daß die Front
der Sanktionisten im Zusammenbruch begrif
fen sei, da sich die Last der Sühnemaßnahmen
in den Sanktionslänöern viel schwerer fühl
bar gemacht habe, als in Italien selbst. Nomi
nell gebe es 52 Sanktionsstaaten, praktisch sei
deren Zahl aber geringer. Mit dem Verfall
der Sanktionsfront werde nach und nach der
Völkerbund immer mehr zerrüttet.
Vor den Augen der ganzen enttäuschten
Welt sei das ans Licht gebracht, was ein Ge
heimnis hätte bleiben sollen: Die Abhängig
keit des Völkerbundes von England und von
Frankreich. Militärisch bestehe für Italien die
Aussicht auf einen vollständigen Sieg, der in
wenigen Wochen durch die Einnahme von Ad
dis Abeba seine Krönung finden werde.
Schmuggel in Dänemark aufgedeckt.
Ein Kopenhagener Geschäftsmann, der mit
Uhren handelt, hat seit einem Jahre durch
einen Steward auf einem der Oerfunddamp-
fer täglich Taschenuhren ans Schweden nach
Dänemark schmuggeln lassen. Auf diesem Wege
war es ihm möglich, sein Geschäft aufrecht zu
erhalten, nachdem ihm die Valutazentrale
keine Devisen mehr für die Einfuhr aus an
dern Ländern bewilligte. Insgesamt sind für
30 000 Kr. Uhren unerlaubt eingeführt wor
den.
Die Kopenhagener Polizei hob eine achtköp
fige Schmugglerbande aus, die Luxuskonser-
vcn, wie Lachs, Kaviar usw., aus Schweden
eingeschmuggelt hatte unter Fälschung von
Einfuhrscheinen. Die Waren wurden zum Teil
vom Kopenhagener Freihafen als Passagier
gut mit der Bahn nach Roskilde geleitet und
dann nach Kopenhagen zurückgebracht, wo sie
in einer der größten Feinkosthandlungen lan
deten. Deren Inhaber gilt als Hauptschul
diger.
Spanien
auf dem Wege zur SowjetrepuMk
DNB. Madrid, 17. April. Der monarchistische
Abgeordnete Calvo Sotelo gab in seiner Rede
vor dem Landtag eine erschütternde Liste der
Anschläge und Brandstiftungen bekannt, die
sich in der Zeit vom 16. Februar bis 2. April
d. I. in Spanien ereignet haben. Danach wur
den in diesen sechs Wochen insgesamt 199
Ucberfälle ausgeführt, und zwar 58 auf Par
teibüros, 72 auf öffentliche und private Ge
schäftshäuser, 33 auf Privatwohnungen und 36
auf Kirchen, wobei jeweils die Inneneinrich
tungen zerstört wurden. Von den Linksradi
kalen wurden ferner insgesamt 178 Brandstif
tungen begangen, denen 12 Parteilokale, 45
öffentliche und private Geschäftshäuser, 15 Pri
vatwohnungen und 106 Kirchen zum Opfer
fieleu. Vou den letzteren brannten 56 bis auf
die Grundmauern nieder. Im übrigen fanden
in den sechs Wochen elf Generalstreiks, 169
Aufstünde kleineren und größeren Umfanges,
39 Schießereien, 85 Feuerangriffe auf einzelne
Personen und 24 Bombenanschläge statt, wobei
insgesamt 345 Personen schwere und leichtere
Verletzungen davontrugen und 74 Menschen
getötet worden sind. Zu berücksichtigen ist, daß
sich dieses Sündenregister des spanischen
Marxismus seit dem 3. April bis heute noch
ganz erheblich erweitert hat.
Im Ministerrat hat die Negierung die Par
tei „Spanische Phalanx" und alle ähnlichen
faschistischen Verbände als illegal erklärt und
den pensionierten Offizieren, die 1931 des Ne-
gimewechsels wegen ihren Abschied genommen
haben, den Entzug ihrer Pensionen angedroht,
wenn sie bei Manifestationen betroffen wer
den, die gegen die Republik gerichtet sind.
Die Times melden: „Spanien ist sichtbar auf
dem Wege zur dritten Revolution. In den
Fabriken in Madrid, Santiago, Barcelona wird
seit den letzten Wahlen so gut wie nicht mehr
gearbeitet, wo sich die Besitzer weigern, die
Löhne weiterzuzahlen, wird ihnen Wohnung
und Fabrik angezündet. Für den, der in Spa
nien die jetzige letzte Phase miterlebt, besteht
kein Zweifel, daß die nächste Sowjetrepublik
Spanien sein wird."
Die Türkei wieder an den Dardanellen
ts. London, 17. April. Die britische Regie
rung hat sich bereit erklärt, in Verhandlungen
über die Dardanellenfrage einzutreten. Das
ist in einer Note an die türkische Regierung
geschehen, die um Revision der Bestimmungen
des Vertrages von Lausanne über die Befesti
gungen der Meerenge gebeten hatte.
Die Zustimmung Englands läßt die Auf
hebung der Entfestigungs-Bestimmungen
schon als gesichert erscheinen. Die Türkei wird
also wieder wie vor 18 Jahren voller Herr
der großen Wasserstraße, die das Schwarze
Meer mit der Außenwelt verbindet. Eine be
merkenswerte Entwicklung, wenn man daran
erinnert, welche Ströme von Blut England
es sich im Weltkrieg hat kosten lassen, um die
Dardanellen und damit den Schlüssel zum
Schwarzen Meer in seine Hände zu bekommen.
Auch der zweite große Wettbewerber um den
Schlüssel zum Schwarzen Meer, Rußland,
steht im Gegensatz zu früher in freundlichen
Beziehungen zur Türkei. Die Sowjetdiploma-
tie hat sich eifrig für die Frage der Meer
engen eingesetzt. Sie hofft, daß die neuen
türkischen Festungen, die einst der „Goeben"
und der „Breslau" die sichere Basis für ihre
Kreuzfahrten an die russische Südküste boten,
künftig jeder fremden Flotte den Weg ins
russisch-türkische Meer verschlagen werden.
Abessinien om Ende seiner Kraft.
DNB. Addis Abeba, 18. April. (Eig. Funkm.)
Die Besetzung Dessies durch die Italiener hat
die abessinische Bevölkerung mit einiger Fas
sung hingenommen, da man immer noch auf
Hilfe aus Genf rechnet, was auch in dem
Telegramm des Kaisers an den Völkerbund
stark zum Ausdruck kommt. Die Abessinier,
die das Recht auf ihrer Seite fühlen, sind der
Meinung, daß sie sich gegen einen technisch un
geheuer überlegenen Gegner mit den ihnen
zur Verfügung stehenden schwachen Mitteln
bisher tapfer verteidigt haben, und daß daher
die Verschleppungstaktik Genfs sofort auf
hören müsse, wenn der Völkerbund, auf den
Abessinien immer gezählt habe, nicht jegliches
Ansehen verlieren solle. Im übrigen hofft
man hier noch auf England.
Ohne Hilfe von außen ist Abessinien kaum
noch in der Lage, den italienischen KriegS-
mitteln militärisch standzuhalten. Mit der
Besetzung Dessies tritt das Schicksal Addis
Abebas in den Vordergrund, da den Italie
nern bei einem Vormarsch auf die Hauptstadt
kaum noch größere Heeresverbände nördlich
von Addis Abeba entgegengesetzt werden
können.
Die italienischen Bamhenflugzeuge
über Addis Abeba.
DNB. Genf, 17. April. Der abessinische
Außenminister hat ein Telegramm an den
Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet,
in dem es heißt, am Freitagfrüh um 8 Uhr
hätten zwei italienische Bombenflugzeuge die
offene Stadt Addis Abeba lange überflogen
und sie mit Maschinengewehren und Raketen
beschossen. Die abessinische Regierung erkläre,
daß bei diesem Angriff auch nicht ein Schuß
gegen die Flugzeuge abgegeben worden sei.
Japan und die Entwicklung
in Abessinien.
DNB. Tokio, 17. April. (Ostasiendienst des
DNB.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes
antwortete auf eine Frage, welche Haltung
Japan im Falle der Unterwerfung Abessiniens
durch Italien einnehmen werde, u. a.: Japan
wird unabhängig von der Einstellung anderer
Mächte über seine Haltung beschließen, falls
die Lage Abessiniens sich ändere, wie z. B. im
Falle eines Protektorats Italiens. Dann wür
de Japan seine Interessen wahren, da zwischen
beiden Ländern ein Freunöschafts- und Han
delsabkommen besteht und der Handel zwischen
beiden Ländern wächst. Zurzeit ist es aber ver
früht, irgend eine Stellungnahme bekanntzu
geben, da die Lage völlig ungeklärt ist.
Mihanowitsch' ein, wo sie sechs bei ihm zu Gast
weilende Studenten töteten. Der ehemalige
Banus selbst wurde schwer verletzt, während
seine Tochter, die Gattin des jetzigen jugosla
wischen Hofministers Antitsch, von den Bauern
mißhandelt worden sein soll.
Anlaß zu diesen Ausschreitungen gab das
Erscheinen von Agramer Studenten im Dorfe,
die als Anhänger der Regierungspartei zu
Mihanowitsch gekommen waren, um mit ihm
als Vorsitzenden der Organisation der Regie
rungspartei für Kroatien Parteifragen zu be
sprechen. Auf das Erscheinen der Studenten
hin entstand im Dorf das Gerücht, es handele
sich um Mitglieder der Organisation der ehe
maligen macedonischen Freischärler, über die
in den letzten Tagen in Kroatien große Em
pörung herrschte, weil der Mörder des Abge
ordneten der kroatischen Bauernpartei Brklja-
citsch, der in der Osterwoche einem Mordan
schlag zum Opfer gefallen war, dieser Organi
sation angehört haben soll. Infolge des Ge
rüchtes rotteten sich die Bauern zusammen.
Als Mihanowitsch ans dem Hause kam, um sie
zu beruhigen und aufzuklären, wurde er von
ihnen schwer mißhandelt. Die Bauern drangen
dann in das Haus ein, wo sie die Mordtaten
verübten.
Schwere politische Ausschreitungen
in Agram.
DNB. Belgrad, 17. April. Meldungen aus
Agram zufolge ist es Donnerstagnacht im Dorf
Remete bei Agram zu blutigen Ausschreitun
gen der dortigen Dorfbewohner gekommen.
Zwei- bis dreihundert Bauern, die sich vor
dem Landsitz des früheren Banus Mihanowitsch
zusammengerottet hatten, drangen in das Haus
In einem Nachbardorf töteten Bauern einen
Anhänger der Regierungspartei, zündeten sein
Haus an, so daß seine Frau und sein Kind in
den Flammen umkamen.
Ne deutsche Strasrechtspslege seit 1333
in Zahlen.
DNB. Berlin, 17. April. In der „Deutschen
Justiz" veröffentlicht der Neichsminister der
Justiz aus Anlaß des Erscheinens der Krimi
nalstatistik für das Jahr 1933 einige bedeut
same Zahlen über die statistischen Auswirkun
gen der Verbrechensbekämpfung im Dritten
Reich und die Entwicklung der'Kriminalität in
Deutschland seit 1933, denen wir folgendes
entnehmen:
Wegen Verbrechen und Vergehen gegen
Reichsgesetze wurden im Jahre 1933 489 090
Personen rechtskräftig verurteilt gegenüber
664 479 im Jahre 1932. Danach ist die Zahl der
Verurteilten um 13,4 v. H. zurückgegangen.
Schon jetzt zeigt sich, wie günstig die Abkehr
von der Verweichlichung der Strafrechtspflege
der früheren Jahre und der Uebergang zu
wirksameren Methoden der Verbrechenbekämp
fung auf die Entwicklung der Kriminalität
einwirkt. Aus der Statistik über die Zahlen
der bei den preußischen Kriminalpolizeistellen
erstatteten Anzeigen ist zu entnehmen, daß
Anzeigen erstattet wurden:
wegen Mordes, Totschlags und Körperver
letzung mit tödlichem Ausgang 1932: 390,
1933: 357, 1934: 232, 1935: 236;
wegen Raub und räuberischer Erpressung 1932:
1971, 1933: 1428, 1934: 718, 1935: 698;
wegen Diebstahls insgesamt 1932: 364 539,
1933: 205 809, 1934: 165 067, 1936: 161310;
davon wegen schweren Diebstahls 1932: 80 275,
1933: 60176, 1934: 39 865, 1935: 37 872;
wegen Brandstiftung 1932: 888, 1933: 693, 1934:
864, 1935: 764;
wegen Betruges 1932: 104 697, 1933 : 95 431,
1934: 81100, 1935: 77 645.
Diese Zahlen beweisen, daß seit 1933 eine we
sentliche Besserung der Kriminalität eingetre
ten ist. Sie tun zugleich dar, wie unrecht aus
ländische Blätter haben, die behaupten, daß die
Kriminalität in Deutschland seit der Macht
übernahme durch den Nationalsozialismus er
heblich gestiegen sei.
* < *
Br. Gsàls zum Geburtstag
des Führers.
DNB. Berlin, 17. April. Reichsminister Dr.
Goebbels wird am Sonntag, dem 19. April, in
der Zeit von 22 bis 22.10 Uhr anläßlich des
Geburtstages des Führers am 20. April über
alle deutschen Sender sprechen. Die Ansprache
des Ministers wird eingeleitet durch den Hul-
öigungsmarsch von Richard Wagner und klingt
aus mit dem Vorspiel aus Richard Wagners
„Meistersinger".
Aeichsparteilag 1838.
Der Reichsparteitag wird in diesem Jahr
vom 8. bis 14. September in Nürnberg statt
finden. Er wird in noch größerem Rahmen als
früher veranstaltet werden und noch höhere
Beteiligungszahlen aufweisen. Da er nach den
Olympischen Spielen stattfindet, rechnet man
auch mit zahlreichen ausländischen Gästen.
Gauleiter Streicher, der Leiter des Organi
sationskomitees, und der Oberbürgermeister
haben einen Aufruf an die Bevölkerung ge
richtet, alle verfügbaren Quartiere bis zum
15. Mai bereitzustellen.
Südtiroler bei Mussolini.
Der italienische Regierungschef hat am Frei
tag eine Reihe von deutschen Persönlichkeiten
aus Bozen zum Vortrag empfangen. Begleitet
vom Präfekten und Bürgermeister von Bozen
berichteten ihm die früheren Südtiroler Ab
geordneten Graf Friedrich Toggenburg, Dr.
Wilhelm von Walter, der Direktor der Zeitun
gen „Dolomiten" und „Volksbote", Dr. Rudolf
Posch, und der Industrielle Heinrich Amond
über einige Fragen, die die Provinz Bozen be
treffen.
Irr Werrigen ZetLerr
In Lemberg ist die Ruhe im ganzen wieder
hergestellt. Die nationalen Verbände haben
Ausrufe an die Bevölkerung erlassen, in de
nen vor der kommunistischen Hetze gewarnt
wird.
Mailand. Die Brennerftrecke wurde in der
Nacht zum Sonnabend durch eine riesige Stein
lawine auf etwa 60 Meter verschüttet.
Der am Donnerstag ansgebrochene Bäcker
streik in Mexko hat zu verschiedenen Zwischen
füllen geführt. Man befürchtet, daß es zu einem
Generalstreik kommt.
Eine Gruppe ausländischer Schüler geriet
auf einer Wanderung im Schauinslandgebiet
in Nebel und Schneesturm. 4 Knaben starben
infolge der Strapazen, während 2 weitere in
ernstem Zustande in die Freiburger Klinik
eingeliefert werden mußten.
Zur Verstärkung der schweizerischen Wehr
macht. Der schweizerische Bundesrat hat den
eidgenössischen Räten eine Vorlage unterbrei
tet, worin zur Verstärkung der Wehrmacht ein
Kredit von 235 Millionen Schweizer Franken
gefordert wird.
Ehrung einer Hundertjährigen. Der Führer
und Reichskanzler hat der Frau Friederike
Hafermann in Pinneberg aus Anlaß der Voll
endung ihres 100. Lebensjahres ein persön
liches Glückwunschschreiben und eine Ehren
gabe zugehen lassen.
ĶĶZe Post
Wegen Sittlichkeitsvcrbrechens verurteilt.
Die Große Strafkammer in Wesermünde-Lehe
verurteilte einen Wilhelm Graes aus Weser-
münde-Lehe wegen Sittlichkeitsverbrechens
zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Dem
Angeklagten war zur Last gelegt, in den Jah
ren 1927—1929 und 1935 bei ihm anvertrauten
Schülern und Zöglingen unzüchtige Handlun
gen vorgenommen zu haben. Das Gericht bil
ligte ihm mildernde Umstände zu. Nach dem
Gutachten der medizinischen Sachverständigen
mußte der 8 51 (verminderte Zurechnungs
fähigkeit) in Kraft treten.
Selbstmörder verbrennt seine Ersparnisse.
DD. Paris, 17. April. In Tarbes verübte
ein 40jühriger Mann Selbstmord. Um seine
Ersparnisse in Höhe von 25 000 Francs nicht
lachenden Erben zu hinterlassen, verbrannte er
alles vor seinem Tode in einem Petroleum-
ofen.
Perantwortlicher Hauptschriftleiter und Herausgever: Fer
dinand Möller.
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann.
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört.
lichen und allgemeinen Teil: Ädols Dregori; für den wirr,
schaftlichen Teil: Dr. El. Bielseldt: für den provin-
Stellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Ressortleiter.
-nerantwortlichei Änzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg.
Perlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D-*A- Echleswig.Hollteinische Landesseitung (Rendsburg«»
Tageblatt - Hohenwefledter Zeitung / Die Landpoy
Hanerau-Hademarschen — Eüderbraruper Tageblatt),
D.-A. 111. 38 13 888 Pl. Nr. 7