Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

italienische Auseinandersetzung zu vermeiden, 
indem die Stellungnahme Frankreichs unge 
wiß sei. 
Der Genfer Berichterstatter der Times 
schreibt, man habe gegenwärtig nicht den 
Wunsch, eine bereits schwierige Lage durch die 
Auferlegung neuer Sanktionen noch zu er 
schweren. Einer der Gründe sei der, daß irgend 
welche neuen Sanktionen und besonders eine 
Oelsperre keinerlei Wirkung auf die Krieg 
führung während der nächsten Wochen aus 
üben werde. Es sei im übrigen unwahrschein 
lich, daß der Sanktionsausschuß vor der Rats 
sitzung am 11. Mai zusammentreten werde. 
Daily Telegraph schreibt, Kollektivität sei 
immer das Wichtigste in der Behandlung des 
italienisch-abessinischen Streitfalles gewesen. 
Der wichtigste Teil dieser Kollektivität' sei eine 
ehrliche Einmütigkeit Englands und Frank 
reichs. (Die nicht mehr vorhanden ist. Schriftl.) 
Wenn es dem Völkerbund auch nicht gelungen 
sei, den Krieg zu beendigen, so könne es ihm 
doch gelingen, die Fricdensbedingungen Mus 
solinis zu beeinflussen. 
Pertinax meldet dem Echo de Paris aus 
Genf, Paul-Boncour habe den englischen 
Außenminister daran erinnert, daß die von 
England nach dem 7. März an den Tag gelegte 
„Schwäche" den Eifer der Franzosen für die 
kollektive Sicherheit notwendigerweise entmu 
tigt habe. Darauf soll Eden geantwortet haben: 
„Ich bin nicht allein." 
Nach den übereinstimmenden Berichten soll 
Paul-Boncour dem englischen Außenminister 
erklärt haben, daß die französische Öffentlich 
keit in ihrer großen Mehrheit gegen eine Ver 
schärfung der Sanktionen gegen Italien sei. 
Außerdem könne die Regierung wegen der 
Wahlen höchstens auf der früher eingenomme 
nen Haltung beharren. Eden hingegen habe 
erklärt, daß die englische Öffentlichkeit gegen 
eine Aufhebung der Sanktionen sei, daß sie 
aber nicht allein vorgehen wolle, und daß es 
angesichts der französischen Wahlen daher vor 
teilhaft sei, eine mittlere Lösung zu finden, die 
der Zukunft nicht vorgreife. 
Der Genfer Berichterstatter des „Jour" 
schreibt, die Erklärungen Paul-Boncours hät 
ten auf Eden tiefen Eindruck gemacht. Im übri 
gen glaubt das Blatt, daß die eigentlichen Ver 
handlungen erst beginnen würden, wenn in 
einigen Tagen ein weiteres Vorgehen der ita 
lienischen Truppen gemeldet sei. Diese Ver 
handlungen würden zwischen den 3 Unter 
zeichnern des Vertrages von 1906 stattfinden, 
nämlich zwischen England, Frankreich und 
Italien. 
Das Oeuvre stellt mit Befriedigung fest, daß 
Paul-Boncour das gelungen sei, was die 
Außenminister nicht erreicht Hütten, nämlich 
dem englischen Außenminister die tatsächliche 
Lage Frankreichs verständlich zu machen, so 
weit die Sanktionen gegen Italien in Frage 
kämen, und ihm darzulegen, inwiefern die Zu 
rückhaltung Englands in der Rheinfrage 
Frankreich die Durchführung neuer Sanktionen 
unmöglich mache. Oeuvre hält eine Dreierkon 
ferenz Italien, Frankreich, England für wahr 
scheinlich. 
Daily Herald meldet, es sei keine Gewähr 
dafür vorhanden, daß die neue französische Re 
gierung nach den Wahlen eine größere Bereit 
schaft an den Tag legen werde,' weitere Sank 
tionen zu unterstützen. Wahrscheinlich sei es, 
daß Frankreich erneut einen Kuhhandel zwi 
schen der Rheinlandfrage und dem abessinischen 
Streitfall anbahnen wolle. 
Italien mach! sich über Gens lustig! 
TRB. Mailand, 18. April. (Eig. Funkm.) 
„Gazeta del Popolo" berichtet, daß die Front 
der Sanktionisten im Zusammenbruch begrif 
fen sei, da sich die Last der Sühnemaßnahmen 
in den Sanktionslänöern viel schwerer fühl 
bar gemacht habe, als in Italien selbst. Nomi 
nell gebe es 52 Sanktionsstaaten, praktisch sei 
deren Zahl aber geringer. Mit dem Verfall 
der Sanktionsfront werde nach und nach der 
Völkerbund immer mehr zerrüttet. 
Vor den Augen der ganzen enttäuschten 
Welt sei das ans Licht gebracht, was ein Ge 
heimnis hätte bleiben sollen: Die Abhängig 
keit des Völkerbundes von England und von 
Frankreich. Militärisch bestehe für Italien die 
Aussicht auf einen vollständigen Sieg, der in 
wenigen Wochen durch die Einnahme von Ad 
dis Abeba seine Krönung finden werde. 
Schmuggel in Dänemark aufgedeckt. 
Ein Kopenhagener Geschäftsmann, der mit 
Uhren handelt, hat seit einem Jahre durch 
einen Steward auf einem der Oerfunddamp- 
fer täglich Taschenuhren ans Schweden nach 
Dänemark schmuggeln lassen. Auf diesem Wege 
war es ihm möglich, sein Geschäft aufrecht zu 
erhalten, nachdem ihm die Valutazentrale 
keine Devisen mehr für die Einfuhr aus an 
dern Ländern bewilligte. Insgesamt sind für 
30 000 Kr. Uhren unerlaubt eingeführt wor 
den. 
Die Kopenhagener Polizei hob eine achtköp 
fige Schmugglerbande aus, die Luxuskonser- 
vcn, wie Lachs, Kaviar usw., aus Schweden 
eingeschmuggelt hatte unter Fälschung von 
Einfuhrscheinen. Die Waren wurden zum Teil 
vom Kopenhagener Freihafen als Passagier 
gut mit der Bahn nach Roskilde geleitet und 
dann nach Kopenhagen zurückgebracht, wo sie 
in einer der größten Feinkosthandlungen lan 
deten. Deren Inhaber gilt als Hauptschul 
diger. 
Spanien 
auf dem Wege zur SowjetrepuMk 
DNB. Madrid, 17. April. Der monarchistische 
Abgeordnete Calvo Sotelo gab in seiner Rede 
vor dem Landtag eine erschütternde Liste der 
Anschläge und Brandstiftungen bekannt, die 
sich in der Zeit vom 16. Februar bis 2. April 
d. I. in Spanien ereignet haben. Danach wur 
den in diesen sechs Wochen insgesamt 199 
Ucberfälle ausgeführt, und zwar 58 auf Par 
teibüros, 72 auf öffentliche und private Ge 
schäftshäuser, 33 auf Privatwohnungen und 36 
auf Kirchen, wobei jeweils die Inneneinrich 
tungen zerstört wurden. Von den Linksradi 
kalen wurden ferner insgesamt 178 Brandstif 
tungen begangen, denen 12 Parteilokale, 45 
öffentliche und private Geschäftshäuser, 15 Pri 
vatwohnungen und 106 Kirchen zum Opfer 
fieleu. Vou den letzteren brannten 56 bis auf 
die Grundmauern nieder. Im übrigen fanden 
in den sechs Wochen elf Generalstreiks, 169 
Aufstünde kleineren und größeren Umfanges, 
39 Schießereien, 85 Feuerangriffe auf einzelne 
Personen und 24 Bombenanschläge statt, wobei 
insgesamt 345 Personen schwere und leichtere 
Verletzungen davontrugen und 74 Menschen 
getötet worden sind. Zu berücksichtigen ist, daß 
sich dieses Sündenregister des spanischen 
Marxismus seit dem 3. April bis heute noch 
ganz erheblich erweitert hat. 
Im Ministerrat hat die Negierung die Par 
tei „Spanische Phalanx" und alle ähnlichen 
faschistischen Verbände als illegal erklärt und 
den pensionierten Offizieren, die 1931 des Ne- 
gimewechsels wegen ihren Abschied genommen 
haben, den Entzug ihrer Pensionen angedroht, 
wenn sie bei Manifestationen betroffen wer 
den, die gegen die Republik gerichtet sind. 
Die Times melden: „Spanien ist sichtbar auf 
dem Wege zur dritten Revolution. In den 
Fabriken in Madrid, Santiago, Barcelona wird 
seit den letzten Wahlen so gut wie nicht mehr 
gearbeitet, wo sich die Besitzer weigern, die 
Löhne weiterzuzahlen, wird ihnen Wohnung 
und Fabrik angezündet. Für den, der in Spa 
nien die jetzige letzte Phase miterlebt, besteht 
kein Zweifel, daß die nächste Sowjetrepublik 
Spanien sein wird." 
Die Türkei wieder an den Dardanellen 
ts. London, 17. April. Die britische Regie 
rung hat sich bereit erklärt, in Verhandlungen 
über die Dardanellenfrage einzutreten. Das 
ist in einer Note an die türkische Regierung 
geschehen, die um Revision der Bestimmungen 
des Vertrages von Lausanne über die Befesti 
gungen der Meerenge gebeten hatte. 
Die Zustimmung Englands läßt die Auf 
hebung der Entfestigungs-Bestimmungen 
schon als gesichert erscheinen. Die Türkei wird 
also wieder wie vor 18 Jahren voller Herr 
der großen Wasserstraße, die das Schwarze 
Meer mit der Außenwelt verbindet. Eine be 
merkenswerte Entwicklung, wenn man daran 
erinnert, welche Ströme von Blut England 
es sich im Weltkrieg hat kosten lassen, um die 
Dardanellen und damit den Schlüssel zum 
Schwarzen Meer in seine Hände zu bekommen. 
Auch der zweite große Wettbewerber um den 
Schlüssel zum Schwarzen Meer, Rußland, 
steht im Gegensatz zu früher in freundlichen 
Beziehungen zur Türkei. Die Sowjetdiploma- 
tie hat sich eifrig für die Frage der Meer 
engen eingesetzt. Sie hofft, daß die neuen 
türkischen Festungen, die einst der „Goeben" 
und der „Breslau" die sichere Basis für ihre 
Kreuzfahrten an die russische Südküste boten, 
künftig jeder fremden Flotte den Weg ins 
russisch-türkische Meer verschlagen werden. 
Abessinien om Ende seiner Kraft. 
DNB. Addis Abeba, 18. April. (Eig. Funkm.) 
Die Besetzung Dessies durch die Italiener hat 
die abessinische Bevölkerung mit einiger Fas 
sung hingenommen, da man immer noch auf 
Hilfe aus Genf rechnet, was auch in dem 
Telegramm des Kaisers an den Völkerbund 
stark zum Ausdruck kommt. Die Abessinier, 
die das Recht auf ihrer Seite fühlen, sind der 
Meinung, daß sie sich gegen einen technisch un 
geheuer überlegenen Gegner mit den ihnen 
zur Verfügung stehenden schwachen Mitteln 
bisher tapfer verteidigt haben, und daß daher 
die Verschleppungstaktik Genfs sofort auf 
hören müsse, wenn der Völkerbund, auf den 
Abessinien immer gezählt habe, nicht jegliches 
Ansehen verlieren solle. Im übrigen hofft 
man hier noch auf England. 
Ohne Hilfe von außen ist Abessinien kaum 
noch in der Lage, den italienischen KriegS- 
mitteln militärisch standzuhalten. Mit der 
Besetzung Dessies tritt das Schicksal Addis 
Abebas in den Vordergrund, da den Italie 
nern bei einem Vormarsch auf die Hauptstadt 
kaum noch größere Heeresverbände nördlich 
von Addis Abeba entgegengesetzt werden 
können. 
Die italienischen Bamhenflugzeuge 
über Addis Abeba. 
DNB. Genf, 17. April. Der abessinische 
Außenminister hat ein Telegramm an den 
Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet, 
in dem es heißt, am Freitagfrüh um 8 Uhr 
hätten zwei italienische Bombenflugzeuge die 
offene Stadt Addis Abeba lange überflogen 
und sie mit Maschinengewehren und Raketen 
beschossen. Die abessinische Regierung erkläre, 
daß bei diesem Angriff auch nicht ein Schuß 
gegen die Flugzeuge abgegeben worden sei. 
Japan und die Entwicklung 
in Abessinien. 
DNB. Tokio, 17. April. (Ostasiendienst des 
DNB.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes 
antwortete auf eine Frage, welche Haltung 
Japan im Falle der Unterwerfung Abessiniens 
durch Italien einnehmen werde, u. a.: Japan 
wird unabhängig von der Einstellung anderer 
Mächte über seine Haltung beschließen, falls 
die Lage Abessiniens sich ändere, wie z. B. im 
Falle eines Protektorats Italiens. Dann wür 
de Japan seine Interessen wahren, da zwischen 
beiden Ländern ein Freunöschafts- und Han 
delsabkommen besteht und der Handel zwischen 
beiden Ländern wächst. Zurzeit ist es aber ver 
früht, irgend eine Stellungnahme bekanntzu 
geben, da die Lage völlig ungeklärt ist. 
Mihanowitsch' ein, wo sie sechs bei ihm zu Gast 
weilende Studenten töteten. Der ehemalige 
Banus selbst wurde schwer verletzt, während 
seine Tochter, die Gattin des jetzigen jugosla 
wischen Hofministers Antitsch, von den Bauern 
mißhandelt worden sein soll. 
Anlaß zu diesen Ausschreitungen gab das 
Erscheinen von Agramer Studenten im Dorfe, 
die als Anhänger der Regierungspartei zu 
Mihanowitsch gekommen waren, um mit ihm 
als Vorsitzenden der Organisation der Regie 
rungspartei für Kroatien Parteifragen zu be 
sprechen. Auf das Erscheinen der Studenten 
hin entstand im Dorf das Gerücht, es handele 
sich um Mitglieder der Organisation der ehe 
maligen macedonischen Freischärler, über die 
in den letzten Tagen in Kroatien große Em 
pörung herrschte, weil der Mörder des Abge 
ordneten der kroatischen Bauernpartei Brklja- 
citsch, der in der Osterwoche einem Mordan 
schlag zum Opfer gefallen war, dieser Organi 
sation angehört haben soll. Infolge des Ge 
rüchtes rotteten sich die Bauern zusammen. 
Als Mihanowitsch ans dem Hause kam, um sie 
zu beruhigen und aufzuklären, wurde er von 
ihnen schwer mißhandelt. Die Bauern drangen 
dann in das Haus ein, wo sie die Mordtaten 
verübten. 
Schwere politische Ausschreitungen 
in Agram. 
DNB. Belgrad, 17. April. Meldungen aus 
Agram zufolge ist es Donnerstagnacht im Dorf 
Remete bei Agram zu blutigen Ausschreitun 
gen der dortigen Dorfbewohner gekommen. 
Zwei- bis dreihundert Bauern, die sich vor 
dem Landsitz des früheren Banus Mihanowitsch 
zusammengerottet hatten, drangen in das Haus 
In einem Nachbardorf töteten Bauern einen 
Anhänger der Regierungspartei, zündeten sein 
Haus an, so daß seine Frau und sein Kind in 
den Flammen umkamen. 
Ne deutsche Strasrechtspslege seit 1333 
in Zahlen. 
DNB. Berlin, 17. April. In der „Deutschen 
Justiz" veröffentlicht der Neichsminister der 
Justiz aus Anlaß des Erscheinens der Krimi 
nalstatistik für das Jahr 1933 einige bedeut 
same Zahlen über die statistischen Auswirkun 
gen der Verbrechensbekämpfung im Dritten 
Reich und die Entwicklung der'Kriminalität in 
Deutschland seit 1933, denen wir folgendes 
entnehmen: 
Wegen Verbrechen und Vergehen gegen 
Reichsgesetze wurden im Jahre 1933 489 090 
Personen rechtskräftig verurteilt gegenüber 
664 479 im Jahre 1932. Danach ist die Zahl der 
Verurteilten um 13,4 v. H. zurückgegangen. 
Schon jetzt zeigt sich, wie günstig die Abkehr 
von der Verweichlichung der Strafrechtspflege 
der früheren Jahre und der Uebergang zu 
wirksameren Methoden der Verbrechenbekämp 
fung auf die Entwicklung der Kriminalität 
einwirkt. Aus der Statistik über die Zahlen 
der bei den preußischen Kriminalpolizeistellen 
erstatteten Anzeigen ist zu entnehmen, daß 
Anzeigen erstattet wurden: 
wegen Mordes, Totschlags und Körperver 
letzung mit tödlichem Ausgang 1932: 390, 
1933: 357, 1934: 232, 1935: 236; 
wegen Raub und räuberischer Erpressung 1932: 
1971, 1933: 1428, 1934: 718, 1935: 698; 
wegen Diebstahls insgesamt 1932: 364 539, 
1933: 205 809, 1934: 165 067, 1936: 161310; 
davon wegen schweren Diebstahls 1932: 80 275, 
1933: 60176, 1934: 39 865, 1935: 37 872; 
wegen Brandstiftung 1932: 888, 1933: 693, 1934: 
864, 1935: 764; 
wegen Betruges 1932: 104 697, 1933 : 95 431, 
1934: 81100, 1935: 77 645. 
Diese Zahlen beweisen, daß seit 1933 eine we 
sentliche Besserung der Kriminalität eingetre 
ten ist. Sie tun zugleich dar, wie unrecht aus 
ländische Blätter haben, die behaupten, daß die 
Kriminalität in Deutschland seit der Macht 
übernahme durch den Nationalsozialismus er 
heblich gestiegen sei. 
* < * 
Br. Gsàls zum Geburtstag 
des Führers. 
DNB. Berlin, 17. April. Reichsminister Dr. 
Goebbels wird am Sonntag, dem 19. April, in 
der Zeit von 22 bis 22.10 Uhr anläßlich des 
Geburtstages des Führers am 20. April über 
alle deutschen Sender sprechen. Die Ansprache 
des Ministers wird eingeleitet durch den Hul- 
öigungsmarsch von Richard Wagner und klingt 
aus mit dem Vorspiel aus Richard Wagners 
„Meistersinger". 
Aeichsparteilag 1838. 
Der Reichsparteitag wird in diesem Jahr 
vom 8. bis 14. September in Nürnberg statt 
finden. Er wird in noch größerem Rahmen als 
früher veranstaltet werden und noch höhere 
Beteiligungszahlen aufweisen. Da er nach den 
Olympischen Spielen stattfindet, rechnet man 
auch mit zahlreichen ausländischen Gästen. 
Gauleiter Streicher, der Leiter des Organi 
sationskomitees, und der Oberbürgermeister 
haben einen Aufruf an die Bevölkerung ge 
richtet, alle verfügbaren Quartiere bis zum 
15. Mai bereitzustellen. 
Südtiroler bei Mussolini. 
Der italienische Regierungschef hat am Frei 
tag eine Reihe von deutschen Persönlichkeiten 
aus Bozen zum Vortrag empfangen. Begleitet 
vom Präfekten und Bürgermeister von Bozen 
berichteten ihm die früheren Südtiroler Ab 
geordneten Graf Friedrich Toggenburg, Dr. 
Wilhelm von Walter, der Direktor der Zeitun 
gen „Dolomiten" und „Volksbote", Dr. Rudolf 
Posch, und der Industrielle Heinrich Amond 
über einige Fragen, die die Provinz Bozen be 
treffen. 
Irr Werrigen ZetLerr 
In Lemberg ist die Ruhe im ganzen wieder 
hergestellt. Die nationalen Verbände haben 
Ausrufe an die Bevölkerung erlassen, in de 
nen vor der kommunistischen Hetze gewarnt 
wird. 
Mailand. Die Brennerftrecke wurde in der 
Nacht zum Sonnabend durch eine riesige Stein 
lawine auf etwa 60 Meter verschüttet. 
Der am Donnerstag ansgebrochene Bäcker 
streik in Mexko hat zu verschiedenen Zwischen 
füllen geführt. Man befürchtet, daß es zu einem 
Generalstreik kommt. 
Eine Gruppe ausländischer Schüler geriet 
auf einer Wanderung im Schauinslandgebiet 
in Nebel und Schneesturm. 4 Knaben starben 
infolge der Strapazen, während 2 weitere in 
ernstem Zustande in die Freiburger Klinik 
eingeliefert werden mußten. 
Zur Verstärkung der schweizerischen Wehr 
macht. Der schweizerische Bundesrat hat den 
eidgenössischen Räten eine Vorlage unterbrei 
tet, worin zur Verstärkung der Wehrmacht ein 
Kredit von 235 Millionen Schweizer Franken 
gefordert wird. 
Ehrung einer Hundertjährigen. Der Führer 
und Reichskanzler hat der Frau Friederike 
Hafermann in Pinneberg aus Anlaß der Voll 
endung ihres 100. Lebensjahres ein persön 
liches Glückwunschschreiben und eine Ehren 
gabe zugehen lassen. 
ĶĶZe Post 
Wegen Sittlichkeitsvcrbrechens verurteilt. 
Die Große Strafkammer in Wesermünde-Lehe 
verurteilte einen Wilhelm Graes aus Weser- 
münde-Lehe wegen Sittlichkeitsverbrechens 
zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Dem 
Angeklagten war zur Last gelegt, in den Jah 
ren 1927—1929 und 1935 bei ihm anvertrauten 
Schülern und Zöglingen unzüchtige Handlun 
gen vorgenommen zu haben. Das Gericht bil 
ligte ihm mildernde Umstände zu. Nach dem 
Gutachten der medizinischen Sachverständigen 
mußte der 8 51 (verminderte Zurechnungs 
fähigkeit) in Kraft treten. 
Selbstmörder verbrennt seine Ersparnisse. 
DD. Paris, 17. April. In Tarbes verübte 
ein 40jühriger Mann Selbstmord. Um seine 
Ersparnisse in Höhe von 25 000 Francs nicht 
lachenden Erben zu hinterlassen, verbrannte er 
alles vor seinem Tode in einem Petroleum- 
ofen. 
Perantwortlicher Hauptschriftleiter und Herausgever: Fer 
dinand Möller. 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann. 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört. 
lichen und allgemeinen Teil: Ädols Dregori; für den wirr, 
schaftlichen Teil: Dr. El. Bielseldt: für den provin- 
Stellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Ressortleiter. 
-nerantwortlichei Änzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Perlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D-*A- Echleswig.Hollteinische Landesseitung (Rendsburg«» 
Tageblatt - Hohenwefledter Zeitung / Die Landpoy 
Hanerau-Hademarschen — Eüderbraruper Tageblatt), 
D.-A. 111. 38 13 888 Pl. Nr. 7
	        
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