Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

* Die NS.-Kulturgcmeinde macht aufmerk 
sam aus den morgigen Kammermusikabend in 
der Aufbauschule (Beginn 8.15 Uhr). Es spielt 
das Rendsburger Trio. Tie Veranstaltung er 
hält noch besonderen Reiz dadurch, daß die 
junge Koloratursängerin Olga Moll fünf der 
beliebtesten Mozartarien vorträgt. 
* Flieger-HI. Am 20. April finden die 
Ueberweisungen in die HI. statt. Jungen, die 
für die Fliegerei Interesse haben und später 
zur Luftwaffe wollen, werden in der Rends 
burger Flieger-HI. noch aufgenommen. An- 
meldungen in der Geschäftsstelle der Flieger 
schar 11/163 (Adolf-Hitler-Haus) in der Zeit 
von 7—9 Uhr abends. 
* BDM.-Grnppe Rendsburg. Die Ueberwei- 
sung der Jungmädel in den BDM. findet am 
morgigen Sonntag um 20 Uhr auf dem Sport 
platz Rothenhof statt. Antreten aller Mädel der 
Gruppe 1/163 um 19.30 Uhr am Heim Ritter 
straße. Der Sportabend am Geburtstage des 
Führers fällt aus. 
* Staatsprüfung. Vor dem Prüfungsaus 
schuß des Technischen Oberprüfungsamtes im 
Preußischen Finanzministerium in Berlin be 
stand der Regierungsbauführer Dipl.-Jng. 
Hans-Eggert Bock aus Wefterrönfeld die 
2. Staatsprüfung im Hochbaufach. Gleichzeitig 
erfolgte die Ernennung zum Negierungsbau 
meister. 
* „Tag der Saalfahrer". Die am 12. und 
13. April in Kiel, Schloßhof, zum Austrag ge 
brachten Bezirksmeisterschaften im Radball 
spiel hatten folgendes Ergebnis: Die 2. Mann 
schaft des Kieler Radfahrervereins von 1931 
trug in den Kümpfen mit 9 Punkten den Sieg 
davon und errang damit den Titel des Be 
zirksmeisters der Klasse C. Zweiter wurde die 
3. Mannschaft desselben Vereins mit 8 Punk 
ten, Dritter die 1. Mannschaft mit 7 Punkten, 
Vierter der Rendsburger Bicycle-Club 
von 1891 mit 1 Punkten, Fünfter die 1. Mann 
schaft des Kieler Radfahrervereins von 1931 
mit 1 Punkt, Sechster die 8. Mannschaft des 
selben Vereins mit 1 Punkt, Siebenter die 2. 
Mannschaft des Eckernförder Radfahrerver 
eins von 1887. Im einzelnen hatten die Spiele 
des RBC. von 1891 folgende Ergebnisse: 
RBC. von 1891 gegen KRV. von 1931 V 10:5, 
RBC. von 1891 gegen KRV. von 1931 IV 8:3. 
RBB. von 1891 gegen Radfahrerverein von 
1887 Eckernförde 8:6, KRB. von 1931 II gegen 
RBC. von 1891 11:2, KRB. von 1931 IV gegen 
RBC. von 1891 7:3, KRB. von 1931 I gegen 
RBC. von 1891 12:3. Der RBC. von 1891, der 
mit seiner Mannschaft zum ersten Male in 
Wettbewerb trat, kann mit seinem ersten Er 
folg zufrieden sein. In einem Spiel mußte die 
Rendsburger Mannschaft vorzeitig ausschei 
den, weil das Rad eines Fahrers angefahren 
wurde und einen Gabelbruch erlitt. 
* Einberufen zum Reichsberufsmettkamps 
nach Königsberg wurde der Strickerlehrling 
Helmut Neumann, Kronprinzenstraße 1. Die 
Gruppe 2, Textil, muß ihre praktischen Arbei 
ten in Reichenbach im Vogtland erledigen. Die 
Gausieger dieser Gruppe werden heute dort 
eintreffen. Nach Erledigung der praktischen 
Arbeiten geht die Fahrt nach Berlin, um mit 
den anderen Gausiegern die Reise gemeinsam 
nach Königsberg anzutreten. 
* Unfälle. Bei Arbeiten an einem Hause 
stürzte am Freitag der Bildhauer Hans D. 
von der Leiter und zog sich einen Bruch des 
rechten Schienbeins zu. Eine Frau glitt in der 
Küche aus und fiel gegen einen Tisch. Sie er 
litt Rippenbrüche. 
* * * 
Büdelsdorf, 18. April. Ein großes Gefolge 
begleitete den am Ostermontag im Alter von 
62 Jahren verstorbenen Altenteiler Eggert 
Holling zur letzten Ruhe. Holling stammt el- 
terlicherseits aus Nübbel. Allbekannt ist diese 
Familie der Büdelsdorfer Hollings. Des Ver 
storbenen Geburtsstätte war die alte zu An 
fang des Jahrhunderts abgebrochene Halb 
hufnerstelle am Nordende der heutigen Müh 
lenstraße. Sie hieß und heißt noch „Knaken 
burg." Der Verstorbene war ein sehr tüchtiger 
Landmann und verstand den durch die Parzel 
lierung des Königl. dänischen Gutes „Vor 
werk" im 17. Jahrhundert vergrößerten Hof 
zu einem Musterbesitz zu gestalten. In den 
90er Jahren brach Holling die elterliche Stelle 
ab und baute sie im neueren Stil an der öst 
lichen Seite der großen Haukoppel, frühere 
Harreder, jetzt Menzelstratze, wieder auf. 
Durch den Verlust des Sohnes im Kriege sehr 
heruntergedrückt, trat Holling die Stammstelle 
an seinen Schwiegersohn Schleth ab und bezog 
sein Abnahmehaus. Der Verstorbene hat auf 
dem Gebiete der Ansiedlung manches gelei 
stet. Auf seiner sog. „Hofkampskoppel" legte er 
eine Straße von Norden nach Süden an und 
benannte sie nach seiner Frau „Annenstraße". 
Diese Straße ist jetzt völlig ausgebaut. Eggert 
Holling war viele Jahre in der Kirchenver 
tretung. Vor einigen Jahren stürzte er von 
einer Leiter und brach einen Arm. Seit der 
Zeit hat er gekränkelt. 
Sportvorscharr 
Fußball. 
Holstein Kiel Kreismannschaft gegen 
RBB.-Liga. 
Dem Spielausschuß ist es gelungen, die 
starke Holstein-Kreismannschaft zu einem Ge 
sellschaftsspiel am Sonntag, nachmittags 1 Uhr, 
zu verpflichten. In der Kieler Elf spielen 
u. a. mehrere bekannte Spieler der Holstein- 
Liga, wie Esser und Kurt Boß. Die Mannschaft 
ist recht stark und zum Training für das letzte 
Punktspiel der RBB.-Elf sehr geeignet. 
Vorher spielt die Reserve des Ballspiel- 
Vereins gegen Holstein Kiel IV. Das Spiel 
beginnt 2.30 Uhr ebenfalls auf dem RBB.- 
Platz an der Nobiskrüger Allee. 
Es wird darauf hingewiesen, daß der RBV. 
die Benutzung der Tribüne bei regnerischem 
Wetter freistellt. 
Die Jugend-Elf des RBV. spielt um 2.30 
Uhr in Osterrönfelü. 
Handball in Büdelsdorf. 
Am Sonntag, dem 19. 1., auf dem Eider- 
sportplatz: 11 Uhr Glück-Auf II—RBV. II, 
15 Uhr Glückauf I—RMTV. I, 16 Uhr Glück 
Auf I Jugend—RMTV. I Jugend. 
Aus den llendskus$es JliddspkUUecsJtem. 
Elektra-Lichtspiele. 
„Fährmann Maria". 
Diese Tonfilmlegende spielt sich in einer 
Heide- und Moorlandschaft ab. Meisterhaft hat 
die Kamera wundervolle Bilder geschaffen, die 
noch durch eine in diesen Rahmen passende 
Musik besonders hervorgehoben werden. Die 
Handlung selbst ist das Spiel von Kampf, Le 
ben und Tod. 
An einem stillen Heidefluß versieht ein alter 
Fährmann seinen Dienst, bis eines Nachts der 
Tod sein stummer Fahrgast wird. Für die vom 
Dorfschulzenamt neu ausgeschriebene Fähr 
stelle meldet sich niemand, da seltsame Gerüchte 
über die Todesursache des verstorbenen Fähr 
manns umhergehen. Das heimatlose Mädchen 
Maria, aus der Fremde zugewandert, über 
nimmt den Dienst der Fähre. Eines Nachts 
ertönt die Fährglocke und ruft sie aus ihrer 
vom alten Fährmann übernommenen idylli 
schen Behausung zur Pflicht. Am anderen Ufer 
findet sie einen verfolgten Verwundeten, den 
sie vor den Verfolgern in Sicherheit bringt. 
Durch Kräuter wird der Verwundete geheilt. 
Die Liebe gibt ihr die gläubige Kraft, mit dem 
eines Nachts wieder erscheinenden todbringen 
den Fahrgast über das Moor zu gehen. Wäh 
rend sie sicheren Fußes über die tückische Moor 
decke schreitet, versinkt der Unheimliche hinter 
ihr. Ihr Glaube siegte über den Tod. Durch 
die faszinierende Darstellungskunst von Sy 
bille Schmitz sowie das Spiel von Carl de Vogt, 
Aribert Mög und Peter Voß hinterläßt der 
Film, der von der Filmprüfstelle als „künst 
lerisch wertvoll" anerkannt wurde, einen nach 
haltigen Eindruck. 
Sehenswert ist auch das reichhaltige Vor 
programm, in dem man schöne Aufnahmen aus 
der tausendjährigen Stadt Hildesheim und ei 
nen Ski-Sportfilm zu sehen bekommt. 
In den Tonhallen: 
Ein Walzer um den Stefanstnrm. 
Eine musikalische Komödie hat man diesen 
Film genannt, und viel Musik, meist Lieder 
mit einprägsamen Melodien und altbekannten 
Weisen eines Strauß und eines Lanner, klin 
gen ans Ohr. Eine fröhliche, leichtlebige Welt 
tritt aus diesem mit der Romantik des alten 
Wiens erfüllten Film entgegen, und dem 
Zauber dieser schönen Stadt an der blauen 
Donau kann man sich nicht entziehen. Wenn 
Leo Slezak mitspielt, ist man sicher, daß es sich 
auf keinen Fall um eine traurige Angelegen- 
AssschmöW der freiwerdende» 
Lehrer- md LehreriMsļeîeņ 
Der Regierungspräsident teilt mit: 
Aus Gründen der Gerechtigkeit und um den 
Uebelständen abzuhelfen, daß diejenigen Lehr 
personen, die „darauf zu laufen wissen", sehr 
häufig die begehrtesten Stellen bekommen, 
ordnet der Regierungspräsident an, daß in 
Zukunft sämtliche freiwerdenden Lehrer- Und 
Lehrerinnenstellen zur Ausschreibung kommen 
sollen, auch dann, wenn die Schulunterhal- 
tungsträger das Wahlrecht haben. Ausgenom 
men sind lediglich Beförderungsstellen und 
solche, die die Regierung für Versetzungen im 
Interesse des Dienstes sich vorbehalten muß. 
Sarrasanis neue Deutschlandreise. 
Es ist erfreulich, daß die ganze deutsche 
Presse, der Rundfunk und weiteste Kreise der 
Bevölkerung in diesen Wochen die Heimkehr 
Sarrasanis mit sichtlichemJnteresse verfolgten. 
Hat doch Sarrasani fast zweieinhalb Jahre 
lang wiederum in Südamerika erfolgreiche 
Kultur- und Pionierarbeit für das Deutschtum 
geleistet. Es ist klar, daß ein derartiges 
Riesenunternehmen nicht innerhalb kürzester 
Zeit wieder auf deutschem 'Boden sein kann. 
Der erste Transport der Sarrasani-Leute traf 
Mitte Dezember ein, und sofort begann ein 
Gastspiel in Sarrasanis Heimatstadt, in Dres 
den, wo der Gründer des Unternehmens be 
kanntlich schon im Jahre 1912 den größten 
festen Circusbau Europas errichtet hatte. 
Zwei Monate lang waren dort die Vorstellun 
gen in des Wortes ehrlichster Bedeutung aus 
verkauft,- eine herrliche Anerkennung für 
Sarrasanis Auslandswirken. Dann, als noch 
größere Transporte ankamen, begann Circus 
Sarrasani im Februar ein kurzes, aber ebenso 
erfolgreiches Gastspiel in Magdeburg, und zur 
selben Zeit, als das gewaltige Zelt auf dem 
Heiligengeistfeld in Hamburg stand, war in 
Buenos-Aires mitten in der Stadt ein Zwei 
heit handelt. Köstlich, wie er als „Mädchen für 
alles" auch tatsächlich alles macht, was man sich 
nur denken kann, sogar den versetzten Radio 
apparat imitiert er. Durch sein Spiel bekommt 
der Film prächtigen Humor. Olga Tschechows 
versteht es meisterhaft, als Gräfin Sylvia die 
große Dame darzustellen, und Gusti Huber 
gibt eine nette Adoptivtochter ab. Paul Heide 
mann, der gerne heiraten möchte, es aber sei 
ner Auserwählten gegenüber nicht wahrhaben 
will, wirkt sehr komisch. 
Ein Kulturfilm „Jenseits des Aequators", 
der im Vorprogramm läuft, führt die Schön 
heiten einiger großer südamerikanischer Städte 
vor Augen. 
Schauburg. 
Die letzten Vier von Santa Cruz. 
Die „Santa Cruz Langusten Kompagnie" ist 
ein aufgelegter Schwindel. Ein im Augenblick 
beschäftigungsloser Kapitän (Hermann Speel- 
mans) wird als technischer Durchführer einer 
Expedition angestellt. Er und seine Getreuen 
sind „die Letzten Vier von Santa Cruz". Er 
muß sich nämlich bald nach seiner Ankunft 
davon überzeugen, daß er und alle, die mit 
von der Partie sind, Opfer von Börsengau 
nern geworden sind. Bis hierher zeigt der 
Film in seinen Bildern Ausschnitte aus dem 
Leben und Treiben der Gauner, die als ano 
nyme Größe hinter den Papieren unkontrol 
lierbarer Aktiengesellschaften stehen. Und was 
da gezeigt wird, ist durchaus nichts Unwirkli 
ches. Solche „Coups" werden heute zwar 
nicht mehr in Deutschland, wohl aber in an 
dern Ecken der Welt noch gemacht, in denen 
das Kapital nichts weiter ist als eine Geißel 
für Viele in den Händen skrupelloser Börsen 
tiger. Zum zweiten Teil des Films, der den 
Kampf „der letzten Vier" um ihre Heimfahrt 
und die Entlarvung der Gesellschaftsgründer 
eben durch die letzten Vier schildert, ist zu sa 
gen: „Etwas weniger wäre mehr gewesen". 
Speelmans Draufgängertum ist stellenweise 
reichlich dick aufgetragen, seine Forsche reichlich 
forsch. 
In der Darstellung ist Jnkijinoff, den wir 
aus „Friesennot" kennen, zweifellos der 
Reifste. In der weiblichen Hauptrolle sehen 
wir eine sympathische neue Künstlerin, Irene 
v. Meyenhoff. — Das Beiprogramm bewegt 
sich in lustiger Höhe. Wir fliegen, mit Flug 
zeug und Luftschiff . . , 
tes aufgebaut. Was selbst bei dem giganti 
schen Werke Sarrasanis in 31 Jahren nie der 
Fall war, der Beginn des Jahres 1936 hat es 
wahr gemacht: Sarrasani spielte zu gleicher 
Zeit in Dresden, Magdeburg und Buenos- 
Aires. Wer jene Wochen der Sorgen und der 
Freude miterleben durfte, hat ein Stück reiche 
Circusgeschichte in sich aufnehmen können. 
Und nun geht Sarrasani zum ersten Male 
wieder hinaus in die deutschen Lande. Sein 
Weg führt ihn zuerst hinein in die deutsche 
Nordmark. Nordische Städte sind es, die vor 
dem Gastspiel zur Olympiade in Berlin auf 
gesucht und die zweifellos der „schönsten Schau 
zweier Welten" zujubeln werden. 
Jeder kann zu Sarrasani kommen! 
Wie uns die Reichsbahndirektion Altona 
meldet, werden für die Zeit des Gastspiels des 
Zirkus Sarrasani in Kiel vom 16. bis einschl. 
22. d. M. Sonntagsrückfahrkarten nach Kiel 
Hbf. von üen Bahnhöfen folgender Strecken 
ausgegeben: Kiel—Eutin—Neustadt (Holst.): 
Malente-Gremsmühlen—Lütjenburg: Kiel— 
Neumünster—Wrist,- Neumünster—Hohenwe- 
stedt: Kiel—Rendsburg,' Kiel—Eckernförde— 
Lindaunis: Neumünster—Ascheberg und Neu- 
münster—Rendsburg. Die Fahrkarten haben, 
abgesehen von Montag, eine eintägige Gel 
tungsdauer. Die Rückfahrt muß bis spätestens 
21 Uhr angetreten werden und ist mit Sonn 
tagsrückfahrkarten nur zulässig, wenn die 
Fahrkarten an der Zirknskasse abgestempelt 
werden. Am Montag, dem 20. 1., werden die 
Sonntagsrückfahrkarten erst um 12 Uhr aus 
gegeben. 
ll&ds 
Generalmajor der Flieger Christiansen 
besucht Nortorf. 
Nortorf, 17. April. Anläßlich der Taufe des 
ersten Segelflugzeuges des Nortorfer Luft- 
sxortMtzxunkt.es. wird der bekannte frühere 
Flugkapitän der „Do. X", Generalmajor der 
Flieger Christiansen, Nortorf einen Besuch ab 
statten. Die Taufe, die mit einem großen 
Fliegertreffen verbunden sein wird, soll vor 
aussichtlich im Mai erfolgen. 
Weitere Naturschutzgebiete. 
gn. Gnutz, 17. April. Auf Anordnung von 
Landrat Hamkens-Rendsburg wurden folgen 
de Gebiete in der Gemeinde unter Naturschutz 
gestellt: Das Moor am Vierthsberg, das Moor 
rechts am Wege von Gnutz nach Mörel und das 
Gebiet Rethshorn. Es handelt sich dabei um 
Gebiete, die noch seltene Pflanzen enthalten. 
Die Vornahme jeglicher Veränderung durch 
Kultivierung, Beschädigung und Entfernen 
von Pflanzen auf diesem Gebiet ist untersagt. 
Das Abtorfen indessen ist von dieser Anord 
nung nicht betroffen. Von üen vielen geschütz 
ten Pflanzen kommen für unser Gebiet haupt 
sächlich in Frage das Maiglöckchen, Buschwind 
röschen (Osterblume), gemeines und großes 
Schneeglöckchen, Knabenkraut, Bärlapp (sehr 
selten in Mastbrook), Sonnentau, Schwertlilie, 
Wasserrose und fast alle Arten Farne. Ucber- 
tretungen können unter Umständen schwere 
Strafen nach sich ziehen. 
gn. Gnutz, 17. April. Der letzte Horst der 
Störche im Ort ist in diesem Frühjahr bisher 
nicht beflogen. Früher war unser Ort das 
Eldorado der Störche, das vor 60 Jahren noch 
an die 10 Horste aufzuweisen hatte. Bis 1922 
war ein Rückgang bis auf 7 Horste eingetre 
ten, von welchen jetzt nur noch ein einziger 
vorhanden ist. Durch die Regulierung der 
Höllen- und Fuhlenau, sowie durch den Um 
bau vieler Bauernhäuser wurden die Lebens- 
bedingungen der Störche beschränkt. Zahlrei 
cher als in sonstigen Jahren tritt der Birkhahn 
auf und auch der Strich der Waldschnepfen war 
lebhafter als sonst. 
sw. Wcstcnsee, 17. April. Standesamtliche 
Nachrichten. Die Ehe wollen miteinander 
eingehen: Der landwirtschaftliche Verwalter 
Heinrich Ludwig Torkuhl aus Kühn mit der 
Hausangestellten Elisabeth Wilhelmine Du- 
brow aus Bossee,- der Arbeiter Willi Jürgen 
Haggc mit der Hausangestellten Wladyslawa 
Roczek, beide aus Bossee,- der Unteroffizier 
Johannes Christian Klüschcn aus Hilüesheim 
mit Dora Anna Raabe aus Brandsbek,- der 
Verkäufer Heinrich Robert Bernhard aus 
Oldenburg i. O. mit Klara Wilhelmine Frieda 
Schubert aus Westensee: der Meierist Heinrich 
Friedrich Ullrich mit der Hausgehilfin Cor 
nelia Henriette Groth, beide aus Felde. 
Kreis Rendsburg, 17. April. Vom 28. bis 30. 
April läßt die ’ Landesversicherungsanstalt 
durch mehrere Beamte eine außerordentliche 
Nachprüfung der Beitragsleistung zur Inva 
lidenversicherung in den Amtsbezirken Jeven- 
stedt und Osterrönfeld vornehmen. Alle Arbeit 
geber werden aufgefordert, die Quittungskar 
ten fertig geklebt und die Marken entwertet 
bereitzulegen, und zwar so, daß die Nachprü 
fung auf jeden Fall auch in ihrer Abwesenheit 
erfolgen kann. 
86. Geburtstag. Am 20. April feiert der äl 
teste Einwohner von Timmafpe, Bahnwärter 
a. D. Jürgen Sellmer, zusammen mit unserem 
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seinen 
86. Geburtstag. Wenn Vater Sellmer auch vor 
einigen Jahren mit Krankheiten zu kämpfen 
hatte, so erfreut er sich jetzt im Verhältnis 
zu seinem Alter einer ziemlich guten Gesund 
heit. Er ist immer voller Humor und zu 
Späßen aufgelegt. Jeden Tag liest er noch 
seine Landeszeitung. Seine größte Freude ist, 
seinen Geburtstag mit dem unseres Führers 
auf einen Tag feiern zu dürfen, (mt.) 
Goldene Hochzeit. Heinrich Röschmann und 
Frau, Gr.-Vollstedt, feiern am 21. April das 
Fest der goldenen Hochzeit. Beide stehen im 
76. Lebensjahre und sind noch sehr rüstig. Eine 
besondere Freude wird den beiden Alten da 
durch zuteil, daß ihre Tochter aus Newyork zu 
diesem seltenen Familienfest eintreffen wird. 
R. ist langjähriger Vertreter der Norddeut 
schen Hagelversicherungs-Gesellschaft, Berlin, 
und Vertreter der Agentur Gr.-Vollstedt und 
Umgegend. Besonders wird er noch durch eine 
Aufmerksamkeit des Generaldirektors der 
Hagelversicherungsgesellschaft, Berlin, v. Gut 
zeit, geehrt. (R.) 
Heels êdtemļêede 
Urnenfund in der Schestedter Kiesgrube, 
xg. Sehestedt, 16. April. In der Sehestedter 
Kiesgrube, die sich als Urnenfriedhof erwiesen 
hat, wurde in diesen Tagen wiederum eine 
Urne gefunden. Durch Erdrutsch war der typi 
sche Steinkranz, der ein jedes Urnengrab um 
schließt, sichtbar geworden,- jedoch konnte die 
Urne leider nicht in heilem Zustande geborgen 
werden: denn % derselben war bereits mit ab 
gestürzt, während der Rest in der Wand stecken 
geblieben war. Die Urne wurde mit den darin 
befindlichen Knochenresten nach der Sehestedter 
Schule überführt, um dort als Anschauungs 
material Verwendung zu finden. 
Seinen 81. Geburtstag feiert am Sonntag, 
19. April, im Versorgungsheim in Gettorf der 
Insasse Heinrich Bröms. (hs.) 
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