Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Die Kolonisierung der schleswigschen Heide- und 
Moorlandschasten im 18. Jahrhundert 
Im Dritten Reich Adolf Hitlers ist auch die 
Ahnenforschung zu neuem Leben verwacht. Auch 
ich machte mich im Sommer 1934 auf den Weg 
»ach Hohn (Kreis Rendsburg), um auf dem 
dortigen Pastorat die Kirchenbücher einzusehen. 
Durch das freundliche Entgegenkommen des 
Pastors konnte ich mich schnell in die „Materie" 
einarbeiten und an zwei Arbeitstagen reiche 
Beute heimbringen. Da meine sämtlichen Vor 
dren väterlicher- wie mütterlicherseits von 
der Mitte des 18. Jahrhunderts ab immer in 
einem und demselben Kirchspiel (Hohn) gelebt 
hatten, war es mir möglich, bis zu jenem Zeit 
punkt sozusagen auf den ersten Anhieb meine 
sämtlichen Ahnen lückenlos festzustellen. Das 
ist gewiß ein seltener Fall, wie mir wohl man 
cher Ahnenforscher bestätigen wird. Brauchte ich 
von Partei wegen nur die arische Abstammung 
bis 1890 nachzuweisen, so war meine zweitägige 
Arbeit also von vollem Erfolg gekrönt. Wer 
iedoch mit Eifer an die Erforschung seiner 
Ahnen herangeht, der durchforscht die ihm zur 
Verfügung stehenden Quellen, bis sie versie 
gen. So erging es auch mir. Schließlich stieß ich 
vnf einen Urururgroßvater, Johann Joost 
Roßmann, der von Frankfurt a. M. gekommen 
sein sollte. Es ist mir dann auch gelungen, Ge 
burtsort und -tag jenes Ahnen und weiterer 
Angehöriger durch das Evangelische Pfarramt 
Zu Alsbach a. d. Bergstraße, d. i. zwischen 
Darmstadt und Heidelberg, also unweit Frank- 
surt a. M., festzustellen. Er war am 22. April 
1761 mit Frau und fünf Kindern von Frank- 
surt a. M. aus nach Schleswig-Holstein in 
Marsch gesetzt worden, wo er sich durch den Er 
werb einer Kolonistenstelle auf dem Wege har 
ter Arbeit und sauren Schweißes eine neue 
Existenzgrundlage für sich und die Seinen 
suchen wollte. 
Warum ich diese höchstpersönlichen Einzel 
heiten hier vor jedermann ausgebreitet habe? 
Run, es sind in den Jahren 1769—1765 hun 
derte von Familien von Deutschland nach 
Schleswig-Holstein und Jütland ausgewan 
dert, um von der dänischen Regierung ein 
Stück Heide- oder Moorland zur Urbarmachung 
Zugewiesen zu erhalten. So wird damit zu 
rechnen sein, daß viele Nachkommen jener Ko 
lonistenfamilien heute die gleiche Entdeckung 
wie ich bei ihrer Ahnenforschung machen wür 
den, wenn sie sich einmal der Mühe unter- 
Zögen, in jene Zeit vorzustoßen. Schon um die 
Anregung hierzu zu bieten, aber auch um ihnen 
greifbare Anhaltspunkte an die Hand zu geben, 
sei es mir gestattet, die näheren Umstände der 
Ansetzung deutscher Kolonisten in damals dü 
stischen Landen mitzuteilen. Dabei wird einem 
jeden Leser die Erkenntnis und das Verstünd- 
uis dafür aufgehen, daß Nord und Süd durch 
Bande des Blutes stärker miteinander ver 
bunden sind, als man dies gemeinhin anzu- 
Uehmen geneigt ist. 
Die dänische Regierung (König Friedrich V.) 
hatte sich nach langem Hin und Her im Jahre 
175g endlich dazu entschlossen, zunächst die jüt- 
ländischen und sodann die schleswigschen Heide- 
sUld Moorlandschaften kolonisieren zu lassen. 
Man entschloß sich, in den Gegenden, die unter 
den Drangsalen des siebenjährigen Krieges 
litten und ganz besonders in der Pfalz, Hessen 
Und Baden, die Bewohner zur Kolonisierung 
ber Heiden und Moore aufzufordern. Dem Le 
gationsrat Moritz wurde gegen Vergütung 
pon 1 Louisd'or pro Person der Auftrag zur 
»Procurirung erfahrener und fleißiger Acker 
leute", worauf er am 28. Mai 1759 in der 
«Reichs-Post-Zeitung" die Aufforderung ver 
deutlichte als „Auszug aus den Allerhöchsten 
Beiordnungen Jhro Kgl. Majestät in Däne 
mark wegen der allergnäüigst akkordirten Frei 
heiten für diejenigen, welche die öden Gegen 
den in Jütland — hiervon war zunächst im- 
Rer nur die Rede, nicht von Schleswig! Der 
Berf. — anbauen und sich daselbst häuslich 
Niederlassen wollen". Dabei wurde ihnen ver 
brochen, daß ihnen die vorteilhaftesten Lagen 
Plütye) zum Anbau zugeteilt werden soll 
en,' ferner: Befreiung vom sog. Zehnten, von 
Steuern aller Art, von Königsfuhren, Ein 
quartierungen usw. usw. „Sollten nun aber," 
w,heißt es weiter, „für diese und noch andere 
Mündlich zu entdeckende Vorteile von den Ko 
lonisten die nähere Erläuterung anbegehret 
werden, so haben sich dieselben, sowohl des 
wegen, als sonstiger vor der Abreise nöthiger 
Stücke halben, bei Endes Unterzeichnetem in 
der freyen Reichsstadt Frankfurt am Main (be 
zeichnenderweise auch in den Hohner Kirchen 
büchern als Herkunftsort meines Urahnen an 
gegeben!) anzumelden, um allda hinlänglich 
belehret, und zu seiner Zeit mit den nöthigen 
Pässen versehen zu werden. Zur allergnädigst 
Akkordirten Vergütung derer Reisekosten sol 
len, bei Anlangung an Ort und Stelle, ein 
Mann 30 dänische Rthl., eine Frauensperson 
f Rthl. und ein Kind von 12 bis 16 Jahren 
10 Rthl. erhalten." 
Wenn sich daraufhin viele meldeten, so ist die 
Hciuptursache wohl in dem Siebenjährigen 
Ķrieg zu suchen. Die Reise von Frankfurt nach 
Altona, wo der Kgl. Kommissar den bald aus 
0. bald aus 79 bis 80 Familien umfassenden 
Transport abzunehmen und wciterzuleiten 
hatte, dauerte etwa 18 Tage,' sie ging mit 
Pferd und Wagen vor sich, da es andere Be 
orderungsmöglichkeiten damals bekanntlich 
roch nicht gab. Auf jeder Station, die inner 
halb der dänischen Grenzen gemacht wurde, 
mußten Bauernwagen gestellt werden, auf 
welchen die Reisenden frei von einen Halte 
punkt zum andern befördert wurden. Von 
sen berichtete, daß die „holsteinische Bauart" 
den Kolonisten wohl gefalle, nachdem sie den 
Nutzen derselben erkannt, nämlich, daß das 
Dach und das Holzwerk durch den Rauch kon 
serviert, das Futter besser getrocknet werde, 
und daß das Vieh sehr gern das angeräucherte 
Futter fresse. — So kann man sich das Aus 
sehen eines solchen Siedlerhauses lebhaft vor 
stellen. 
hatten selbst keine besonderen Mittel mehr. Es 
wurde ihnen infolgedessen in den schleswig 
schen Aemtern Gebäude und Beschlag sozusa 
gen geschenkt. Zwar blieb der Besitz zunächst 
königliche „Veste", aber sie saßen dort doch so 
gut wie auf eigener Scholle. Zur Bezahlung 
der ihnen verabfolgten Gerätschaften hielt man 
anfangs allerdings ein Drittel der fälligen 
Reisegelder noch zurück. An Beschlag bekam 
jede Stelle zunächst 2 Zugochsen, die sie später 
meist gegen Pferde umtauschten,' ferner erhiel 
ten sie eine Milchkuh und zwei Schafe,' an In 
ventar einen Pflug, eine Egge, einen Wagen 
und Holz zu Joch und Halterstangcn. Ihre Ta 
gegelder behielten sie auch nach Antritt der 
Stelle. Sie bekamen daneben noch Futter und 
Feuerung, Saatkorn, Sämereien für den Gar 
ten, Nutz- und Buschholz, ja selbst die Arzt- 
und Apothekerrechnungen für Mensch und 
Vieh wurden für sie aus der Staatskasse be 
zahlt, „wenn solche von den Physici moderirt 
und gehörig attestirt worden." Und auch für 
das geistliche Wohl der Kolonisten wurde ge 
sorgt. Man stellte es ihnen im allgemeinen 
frei, welcher Kirchen- und Schulgemeinde sie 
angehören wollten. In Friedrichsholm, Chri- 
'tiansholm, Friedrichsgraben, Königshügel u. 
Prinzenmoor jedoch wurden Schulen erbaut, 
und ein reformierter Prediger (Bride aus 
Glückstadt) besuchte alljährlich zweimal seine 
reformierten Glaubensbrüder in den Kolo 
nien. Was die Konfession der Kolonisten an 
belangt, so war der ganz überwiegende Teil 
evangelisch-lutherisch. Im Amte Flensburg 
waren z. B. von 349 Kolonisten 12 reformiert 
und nur 1 katholisch. 
Es liegt auf der Hand, daß die weit greifende 
Fürsorge für die zahlreichen Kolonistenfami- 
ien dem dänischen Staate eine ganz ansehn- 
iche Summe Geldes kosten mußte. Schon im 
Frühjahr 1762 waren die Kosten für das Ko- 
loniewesen derart angewachsen und daneben 
die Erfolge so wenig zufriedenchellend, daß be 
schlossen wurde, es fürs erste bei der Unter 
bringung der bisher angelangten und den etwa 
noch von Moritz angeworbenen Kolonisten be 
wenden zu lassen. Es wurde eine gründliche 
Durchprüfung der Kolonisten auf ihre Geeig 
netheit vorgenommen. Man machte mit den 
unfähigen Elementen kurzen Prozeß. Im Juni 
1763 wurden im Amte Gottorf nicht weniger 
als 107, im Amte Flensburg 80, im Amte Ton- 
dern 66 Familien kurzer Hand entlassen! 
Außerdem verlangten verschiedene freiwillig 
ihren Abschied. Die allermeisten von diesen 
verließen das Land. Im Januar 1764 waren 
noch 664 Kolonistenfamilien, 2855 Personen, in 
den Herzogtümern. Ein Teil der wieder Aus 
wandernden folgte einem Rufe der Kaiser Ca 
tharina von Rußland, die am 22. Juli 1763 zur 
Gründung einer (deutschen) Kolonie Sarepta 
bei Astrachan (im Wolgagebiet) am Kaspischen 
Meer aufgefordert hatte, während die andern 
es vorzogen, ihre deutsche Heimat wieder auf 
zusuchen, da die Kriegsfackel inzwischen er 
loschen war. 
Mit dieser Generalreinigung wurde gleich 
zeitig eine Art Neuorganisation des ganzen 
Koloniewesens vorgenommen. Die Kolonien 
wurden sog. „Ladevögten" unterstellt und in 
feste Jnspektionsbezirke eingeteilt, die je einem 
„Inspektor" unterstanden. 
Wenngleich hierdurch eine gewisse Gewähr 
für eine bessere Wirtschaft geschaffen worden 
war, so konnte das Ergebnis des Jahres 1763, 
in dem angeblich mehr gearbeitet ward, als in 
den beiden vorhergehenden Jahren zusammen, 
oie kontrollierende Rentekammer denn doch 
nicht befriedigen. Es ergab sich, daß für die 
Kolonisierung der schleswigschen Heide- und 
Moorlandschaften von 1761—1764 mehr als 
400 000 Thlr. verausgabt worden waren. (Die 
bei weitem größte Summe verschlang die Ver 
pflegung der Kolonisten. An Tagegeldern er 
forderte ein Jahr 66 274 Thlr.) Die Rente 
kammer forderte am 22. 12. 1764 verschiedene 
Aemter bzw. die entsprechenden Koloniesessio 
nen zum eingehenden Lagebericht über jede 
einzelne Stelle auf. Die Berichte waren sehr 
ungünstig. 
Die Regierung zog sich angesichts dieser trost 
losen Situation in wahrhaft großzügiger Weise 
aus der ganzen Affaire: sie beschloß ganz ein 
fach, keine neuen Kolonien mehr auszulegen 
und die bestehenden zur Hauptsache — sich selbst 
zu überlassen! Im Jahre 1766 waren von den 
408 Plätzen nur noch 309 übrig, die durch die 
aufgehobenen vergrößert und verbessert waren. 
Auch die Häuser der eingegangenen Stellen 
verschwanden nach und nach, da sich niemand 
fand, sie zur pachten. In den Aemtern Flens 
burg und Tondern gingen dagegen keine Stel 
len ein. Man vergrößerte sie aber gleichfalls, 
wie es allgemein gewünscht wurde, durch das 
noch zur Verfügung stehende freie Land und 
gab ihnen Wiesen, wo dies sich irgend ermög 
lichen ließ. 
Die auf 20 Jahre garantierte Steuerfreiheit 
beließ man den verbliebenen Kolonisten. Im 
übrigen waren diese nun zur Hauptsache auf 
sich selbst gestellt. 
Große Pläne waren gescheitert. „Alle unbe-- 
bauten Plätze, an welchem Ort sie immer seien, 
Abend in der Heide. Zeichnung von Georg Sluyterman von Langeweyde. 
(Entnommen dem Kalender „Kunst u. Leben", Verl. Heyder, Berlin). 
Altona ab erhielten sie außerdem frei Quar 
tier, Feuerung und Licht. 
Man hatte von vornherein die Absicht, je 
dem Kolonisten soviel Land zu geben, als er zu 
bebauen imstande war. Da man aber erst ihre 
Leistungsfähigkeit kennen lernen mußte, be 
stimmte man vorläufig für jede Stelle der 
Heidekolonien 30 Heitscheffel — 9,08 Hektar, 
ließ aber so viel Land liegen, daß eine Ver 
größerung der Stellen möglich war. In den 
Moorkolonien aber, wo wegen der Gräben, die 
fortwährender Pflege bedurften, nicht viel 
Land unbenutzt liegen konnte, teilte man jeder 
Stelle ca. 40 Heitscheffel = 12,11 Hektar zu. 
verzichtete dafür aber auf eine Vergrößerung 
der Stelle. 
Sobald die Plätze abgemerkt waren, wurden 
auf denjenigen, die von den nächsten Ortschaf 
ten so weit entfernt waren, daß ihre Bearbei 
tung von hier aus nicht gut erfolgen konnte, 
Erdhütten (6 Ellen lang und 4 Ellen breit!) 
zum vorläufigen Aufenthalt für die Kolonisten 
erbaut,' denn der Bau der Häuser nahm noch 
recht lange Zeit in Anspruch. 
Da die Herbeischaffung von Ziegelsteinen für 
einen großen Teil der Häuser im Amte Gottorf 
zu beschwerlich und kostspielig war (sie mußten 
von Flensburg geholt werden), wurden im 
Amte 4 Ziegeleien angelegt: in Friedrichsholm, 
auf dem Hüsbyer Felde (bei Schleswig), bei 
Engebrücke und die Julianenziegelei bei Hohn, 
die aber mit den 4 359 900 Steinen, die hier 
gebrannt sind, den Bedarf bei weitem nicht dek- 
ken konnten. 
Die Häuser wurden — mit wenigen Aus 
nahmen — überall nach demselben Riß gebaut. 
Die Ausnahmen beziehen sich auf einige Moor 
distrikte, in denen die Häuser leichter (aus 
Fachwerk) und teilweise auch auf Pfählen er 
richtet wurden. Die Häuser waren 42 Fuß lang 
und 30 Fuß breit. Zwei Fach zu je 7 Fuß gin 
gen für zwei Stuben ab. Die übrigen 4 Fach 
(= 28 Fuß) verblieben der „Dröschdiele" und 
den IVi Fuß breiten Kuh-, Pferde- und Schaf 
ställen an den Seiten. Die Höhe unter dem 
Hauptbalken betrug 10 Fuß, und das Sparren 
werk hatte eine Länge von 24 Fuß. Außer der 
Einfahrt, die sich in der einen kurzen Mauer 
befand, hatte das Haus 3 Türen. Auch erhielt 
das Haus einen Schornstein, obgleich Dr. Erich- 
Obgleich die zur Durchführung der prakti 
schen Kolonisierung gebildeten „Koloniesessio 
nen" ihre Vorarbeiten mit möglichster Eile 
betrieben hatten, war beim Eintreffen des 
ersten Kolonistentransports, wie wir oben be 
reits gesehen haben, noch keine einzige Stelle 
fertig! Im Mai 1761 kamen die ersten Koloni 
sten hier an, denen ununterbrochen neue 
Transporte folgten. Bis Oktober 1762 waren 
jedenfalls im Amte Gottorf 342 Mäner, 361 
Frauen und 703 Kinder, in den Aemtern 
Flensburg und Tondern 648 Männer, 676 
Frauen und 1195 Kinder, im ganzen 3725 Per 
sonen eingetroffen. Im Juni 1763 war mit 900 
Münern, 953 Frauen und 1955 Kindern die 
höchste Zahl erst erreicht. 
Durch die eingewanderten Kolonisten wurde 
der Anbau vieler bis dahin unbekannter Gar 
tengewächse, sowie der Kartvffclbau — was 
von großer Bedeutung war! — erst allgemein 
bekannt. In dem kleinen Garten, der bei je 
dem Haus angelegt war und der, wie auch die 
Felder von Leuten aus der Landschaft Angeln 
im Aufträge der Regierung mit einer lebenden 
Hecke umgeben wurde — die freilich nicht ge 
deihen wollte —, war eine Unmenge der ver 
schiedensten Kräuter gesät: „Sellerie, Porree, 
Sallfey (— Salbei), Petersilie, Petersiliewur 
zeln, Weißkohl, Braunkohl (= Rotkohl), gelbe 
Wurzeln, Pastinac, Frührüben, Unter-Cauli- 
raby, rothe Bethe, Senf, Radies, Winterrettig 
türkischer Weizen, Winter-Endivien, welsche 
Bohnen, Timian, Majoran, Taback, Linsen 
Fenchel, Kümmel, Gurken, Salat, Savoyenkohl 
Wicken, Stangenbohnen, Mangold, Zwiebeln, 
Knoblauch, Hanf, Kürbis, Kruppbohnen und 
Herbstrüben." Man ersieht in dieser reichhalti 
gen Sammlung von Gartengewächsen ganz 
deutlich die süddeutsche Geschmacksrichtung ent 
wickelt. Wenn nun auch nur ein Teil des Aus 
gesäten gedieh, so wurde doch auf den Anbau 
gerade dieser Sachen und vor allem der Kar 
toffel umso mehr das Hauptgewicht gelegt, als 
der Kornbau nicht gelingen wollte. Fast alle 
Ernteberichte der ersten Jahre besagen, daß 
die Kolonisten gar keinen oder doch nur sehr 
wenig Ertrag gehabt haben. Jedes Jahr mußte 
die Kgl. Rentekammer zu Kopenhagen den 
Kolonisten daher bedeutende Summen für 
Saatkorn und Futter anweisen. Denn diese
	        
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