Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

r?k. 92 
îîîonfog, den 20. April 
1936 
Die feiet des Geburtstags-es Führers 
DNB. Berlin, 20. April (Eig. Fun km.» In 
aufrichtiger Liebe, in tiefer und herzlicher Ver 
ehrung, in gläubiger Hoffnung feiert heute 
das ganze deutsche Volk den Geburtstag seines 
Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Es 
dankt damit dem Manne, der die deutsche Na 
tion aus furchtbarster innerer Zerrissenheit, 
außenpolitischer Demütigung uüd Ohnmacht 
zur Einheit geführt, ihr Ehre, Ansehen und 
Wehrkraft wiedergegeben hat. 
Am Vorabend des Geburtstages Adolf Hit 
lers war der historische Wilhelmplatz, der Platz 
vor der Reichskanzlei, das Ziel vieler Tausen 
der. Diese ersten Gratulanten, die schon am 
frühen Nachmittag eintrafen, ließen sich auch 
durch die Regenschauer nicht verscheuchen. Ihr 
Warten wurde belohnt. Plötzlich öffnete sich der 
Haupteingang der Reichskanzlei und ein Be 
amter teilte der wartenden Menge mit, daß 
schon heute in den Vorränmen der Kanzlei die 
Geburtstagsglückwunsch-Listen ausgelegt seien. 
Die wartenden Männer und Frauen aus allen 
Volksschichten machten in großer Begeisterung 
sofort davon Gebrauch und eilten in die Kanz 
lei, um sich in die Listen einzutragen. Ein Pv- 
lizeibeamter sorgte für den ordnungsmäßigen 
Ablauf. Sechs Listen hatte man ans den Tischen 
ausgelegt, in die die Gratulanten ihre di amen 
eintragen konnten. 
* 
Die Reichshauptstadt steht seit den frühesten 
Morgenstunden ganz im Zeichen dieses festli 
chen Tages. Ueberall flattert die Hakenkreuz 
fahne, vielfach sind ganze Häuserfronten förm 
lich bedeckt mit Fahnen. Straßenbahnen und 
Omnibusse und tausende von privaten Kraft- 
wagen sind mit Fähnchen geschmückt. An den 
Fronten der großen Geschäftshäuser siud viel 
fach Guirlanden angebracht, in den Schaufen 
stern stehen Büsten und Bilder des Führers, 
umrahmt von Frühlingsblumen. 
In der Wilhelmstraße und am Wilhelmplatz 
hat der Andrang der Volksgenossen schon sehr 
früh eingesetzt. Auf der Reichskanzlei ist die 
Standarte des Führers aufgezogen. Schon seit 
6 Uhr früh stehen hier Hunderte und bald 
Tausende, Männer und Frauen jeden Alters, 
die den Wunsch haben, an diesem Tage ihrem 
Führer möglichst nahe zu sein. Unter den Tau 
senden der Gratulanten, die darauf warten, in 
die Reichskanzlei eingelassen zu werden, um 
sich in die Gratulationsbücher einzutragen, be 
finden sich mehrere Hundert deutsche Mädel, 
von denen jedes einzelne einen Blnmcnstrans; 
als Geburtstagsgeschenk mitbringt. Hell und 
froh klingen die jugendlichen Stimmen 
beim Gesang der Lieder. Dazwischen er 
tönen Sprechchöre, in denen der Wunsch zum 
Ausdruck gebracht wird, deu Führer sehen zu 
können. Eine Abteilung Hitlerjugend nimmt 
mit ihren Fahnen unmittelbar gegenüber der 
Reichskanzlei Aufstellung. Im Vorgarten der 
alten Reichskanzlei ist die Kapelle der Leib- 
standarte angetreten, um dem Führer das Ge- 
burtstagsstäudchen zu bringen. 
Die Jugend beginnt den Reigen 
der Gratulanten. 
Die deutsche Jugend 
entbot am 20. April um Punkt 0 Uhr dem 
Führer durch eine Ringsendung des Deutschen 
Rundfunks, die von Jungen und Mädeln aus 
den fünf Obergebieten der Hitlerjugend gestellt 
wurde, als erster Gratulant die Glückwünsche 
äu seinem Geburtstage. 
Obergebietsführer Cerff leitete die Sendung 
mit einer kurzer Ansprache ein: „In dieser 
mitternächtlichen Stunde zu Beginn Ihres Ge 
burtstages grüßt Sie, mein Führer, die 
putsche Jugend über die Wellen des Acthers. 
Sie will unter den Gratulanten der erste sein." 
Als erstes Obergebiet der Hitlerjugend mel 
det sich München: „Hier ist München, die 
Hauptstadt der Bewegung, hier ist der deutsche 
Süden". Abwechselnd sprechen nun Jungen 
Und Mädel aus allen Gebieten des deutschen 
Südens dem Führer ihre Glückwünsche aus. 
Sie schließen mit dem Gelöbnis: „Wir wollen 
Dir versprechen, unsere Pflicht zu tun, heute 
als Jungen und Mädel, morgen als Män 
ner und Frauen des deutschen Volkes. Wir 
möchten, daß unser Glaube und unsere leuch 
tenden Augen Dir, Adolf Hitler, Sonnenschein 
sind in Deinem Leben und in Deinem Kampf 
für Deutschland". 
Nach Fanfarenklängen eine andere Stimme: 
„Hier spricht der freie Westen!" Nun erzählen 
Jungen und Mädel von dem unvergeßlichen 
Erlebnis des 7. März, als die deutschen Sol 
daten wieder in die befreite Westmark ein 
zogen. Wir hören dazu den Marschtritt der 
marschierenden grauen Kolonnen der jungen 
deutschen Wehrmacht. Ans der Waffenschmiede 
des Deutschen Reiches entbietet die Jugend 
des deutschen Westens dem Führer als dem 
ersten Arbeiter der deutschen Nation drei Ham 
merschlüge zum Gruß. 
Und wieder eine andere Stimme: „Hier 
grüßt der Norden!" In plattdeutscher Mundart 
sprechen nun helle Pimpfenstimmen dem Füh 
rer die Glückwünsche der Jungen und Mädel 
von der Waterkant aus. Sie schließen ihre 
Sendung mit dem alten niederdeutschen Trutz- 
lied: „Lever dod as Slav!" 
Kaum siud diese Klänge verhallt, so meldet 
ein Hitlerjunge: „Hier spricht die Jugend des 
deutschen Ostens. Unser Geschenk an Dich siud 
unsere jungen Herzen und der tiefe Glaube 
an Dich und Deine Berufung. Sv geloben wir 
Dir, unserem Führer, unerschütterliche Treue 
und Gefolgschaft bis zum letzten Atemzuge als 
der neue junge Orden Deines Reiches im 
Osten." 
Und schließlich als letztes Obergebiet: „Hier 
spricht die Jugend aus des Deutschen Reiches 
Mitte!" Die Jugend der Gaue Halle-Merse 
burg, Sachsen, Thüringen lind Magdeburg-An 
halt gelobt dem Führer in schlichten Worten 
aufs neue unverbrüchliche Treue. 
Reichsjugendführer Baldur von Schirach 
faßte sodann alle die Glückwünsche und Treue 
grüße der Jugend aus dem ganzen Reich noch 
einmal in einer Ansprache au deu Führer zu 
sammen. „Tiefbewegt," so sagte er u. a., „schaut 
Ihre Jugend, mein Führer, zu Ihnen empor, 
und selbst der kleinste Junge weiß: Ihr Leben 
ist das deutsche Leben, Ihr Geburtstag ist der 
deutsche Geburtstag. Mögen die Millionen und 
Abermillionen unserer nationalsozialistischen 
Jugendbewegung auch noch recht jung sein, sie 
alle sind mit Ihnen, mein Führer, so eng ver 
bunden, ivie es Worte gar nicht auszusagen 
vermögen. Es ist nicht nur das, daß wir uns 
Hitlerjugend nennen und so schon rein äußer 
lich vor der ganzen Welt Ihre ureigenste Ju 
gend sind. Es ist vielmehr das Gefühl, das 
heute in jedem Jungen und Mädchen lebendig 
ist, daß Sie, mein Führer, über diese Jugend 
wachen und Ihre Sorge, Ihre Arbeit, Ihr 
Wille und Ihre Kraft dieser Jugend gilt. So 
wollen wir als Ihre jungen Kämpfer den 
Weg des deutschen Schicksals gehen und Ihr 
Werk von Generation zu Generation weiter 
geben, um es ans den Schultern der Jugend in 
das kommende Jahrtausend zn tragen. Das ge 
loben mir Ihnen, mein Führer, an Ihrem heu 
tigen Geburtstag für heute, morgen und im 
merdar. 
Der dumpfe Klang der Juugvolktrommeln 
beendete die eindrucksvolle Feier der Hitler 
jugend zu Ehren des Führers. 
* 
Bei herrlichem Sonnenschein begann die 
Feier des Geburtstages des Führers in der 
Reichskanzlei mit einem Ständchen, das die 
Kapelle der Leibstandarte Adolf Hitler im 
Ehrenhof gegen 8 Uhr dem Führer darbrachte. 
Nachdem die Angehörigen des Stabes dem 
Führer ihre Glückwünsche ausgesprochen hat 
ten, erschien als erster in der Reichskanzlei 
der Reichsführer SS. Himmler mit seinem 
Hauptamtschef und dem Kommandeur der 
Leibstandarte, Obergruppenführer Dietrich, 
und übermittelte dem Führer die Wünsche 
seiner Schutzstaffel. Mit ihnen zusammen trat 
der Führer auf den Ehrenhof hinaus und 
hörte sich aufmerksam das Geburtstagsstünd 
chen an. Im Anschluß an das Ständchen nahm 
der Führer gegen 8.45 Uhr vom Balkon der 
Reichskanzlei aus zusammen mit dem Neichs- 
flihrer SS. die Parade eines Bataillons der 
Leibstandarte Adolf Hitlers ab, an deren Spitze 
SS.-Obergruppenführer Dietrich marschierte. 
In glänzender Haltung kam die Truppe vor 
bei, jubelnd begrüßt von der begeisterten 
Menge. 
Die Glückwünsche der Wehrmacht. 
Um 10 Uhr empfing der Führer die Vertre 
ter der Wehrmacht und nahm ihre Glück 
wünsche entgegen. Mit dem Reichskriegsmini 
ster und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Ge 
neraloberst v. Blomberg, waren General der 
Infanterie' v. Rundstedt als Vertreter des 
Oberbefehlshaber des Heeres, General der Ar 
tillerie v. Fritsch, der Oberbefehlshaber der 
Marine, Admiral Raeder, und der Ober 
befehlshaber der Luststreitkräfte, General der 
Flieger Göring, erschienen. 
Anschließend erschienen Reichsministcr Dr. 
Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Lcr», 
Reichsleiter Buch und Reichsminister Dr. 
Frick zur Gratulation. 
Dann folgte Deutschlands Jugend, viele 
Kinder, die dem geliebten Führer ihre Glück 
wünsche darbrachten. U. a. kamen die Insassen 
eines Berliner Kindergartens, die Gedichtchen 
aufsagten und ein Liedchen sangen „Alle, alle 
sind wir da, woll'n wir gratulieren". Unter 
Führung von Reichsminister Darre erschienen 
die Landesbauernführer mit Kindern aus 
sämtlichen Reichsbauernschaften des Reiches in 
ihren hübschen Trachten, sangen Lieder und 
sagten ebenfalls Gedichte aus. 
Im Anschluß daran überbrachte Stabschef 
Lutze dem Führer die Glückwünsche der SA. 
Weiter nahm der Führer die Geburtstags 
wünsche von zahlreichen führenden Männern 
der Partei entgegen, unter ihnen die Reichs 
leiter Bouhler und Rosenberg, der Reichs 
arbeitsführer Hierl, Gauleiter Bohle und 
Korpsführer Hühnlein. 
Ehrenhundertschaften 
sämtlicher NS.-Berbände 
marschierten inzwischen vom festlich geschmück 
ten Brandenburger Tor bis zur Haupttribüne 
in der Nähe des Kleinen Sterns im Tiergar 
ten zur Spalierbildung auf. Ueberall wehen 
über den freudigbewegten Menschenmasscn 
die Fahnen. Am Pariser Platz grüßt von der 
französischen Botschaft die Trikolore, wie über 
haupt alle Gebäude der in Berlin akkreditier 
ten diplomatischen Vertretungen zu Ehren des 
Führers ihres Gastlandes geflaggt haben. 
Um 10 Uhr haben sich die beiden großen Zu 
schauertribünen an der Nord- und Südseite der 
Charlottenburger Chaussee gefüllt. Auf dem 
Gehsteig vor den Tribünen stehen in langen 
Reihen die Wagen der Schwerkriegsbeschädig 
ten. Den Mitgliedern der HI. und des deut 
schen Jungvolks sind besonders günstige Plätze 
zugewiesen worden. Auf den Tribünen sieht 
man die Uniformen aller Waffengattungen, 
der neuen und des alten Heeres, Mitglieder 
des Soldatenbundes, des Kyffhäuserbundes, 
der TS., der SA., des Arbeitsdienstes und 
aller anderen nationalsozialistischen Gliede 
rungen. Immer wieder bricht die Sonne durch 
und legt zauberhaften Glanz auf das junge 
Grün des Tiergartens. 
Die große Truppenparade vor dem Führer. 
Das festliche Bild, das die Reichshauptstadt 
bietet, belebt sich im Laufe der Vormittags 
stunden immer stärker. In der Innenstadt ist 
stellenweise kaum noch ein Vorwärtskommen 
möglich. Der Fährverkehr ist bereits seit 8 Uhr 
eingeschränkt. Tausende und Abertausende von 
Volksgenossen streben der Straße Unter den 
Linden zu, die schon so viele geschichtliche Er 
eignisse gesehen hat, und in der heute die zur 
Parade vor dem Obersten Befehlshaber der 
Wehrmacht bestimmte Truppen aller Waffen 
gattungen Ausstellung genommen haben. Wei 
tere Zehntausende strömen zum Tiergarten, 
um Zeuge des Vorbeimarsches der Truppen 
vor dem Führer zu sein. Weitere ungezählte 
Menschenmassen haben sich an den Straßen- 
zügen cingefunden, auf denen die Truppen 
nach dem Vorbeimarsch abmarschieren. Schon 
der Anmarsch der Truppenverbünde löste 
überall Begeisterung aus. Mit militärischer 
Exaktheit wickelte sich der Aufmarsch, umbran- 
129. Jahrgang. 
1X 
chleswig-Holsteunsthe 
129. Jahrgang. 
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