Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Set von Sem geleiteten Großstadtverkehr, ab. 
Die meisten Truppenverbände trafen vom 
Süden her über das Hallesche Tor kommend, 
in der Innenstadt ein. Ta jede Kolonne etwa 
ķ Kilometer lang war, kann man sich die Lei 
stungen der Berkehrspolizei vor Augen halten, 
die mustergültig die ihr gestellte Aufgabe löste. 
Ueberall stauten sich die Menschenmassen. 
Ueberall empfingen die Berliner ihre Solda 
ten in den festlich geschmückten Straßen. 
Gegen y 2 ll Uhr ist auch die Haupttribüne 
voll besetzt. Die Mitglieder der Reichsregie- 
rung sind eingetroffen. Die Chess der diplo 
matischen Missionen sind mit den Militär-, 
Marine- und Luftfahrtattachös erschienen. An 
wesend sind ferner fast alle Reichsleiter und 
Staatssekretäre, der Reichsführer SS. und 
der Stabschef der SA. Von hohen Offizieren 
sieht man u. a. Generaloberst v. Seeckt, Gene 
ral der Artillerie Beck, Chef des Generalsta- 
bes des Heeres, General der Infanterie 
Adam, Kommandeur der Wehrmachtsakademie 
General der Infanterie Liebmann, Komman 
deur der Kriegsakademie General der Infan 
terie a. D. Freiher Seutter von Lötzen, Füh 
rer des Soldatenbundes General der Infan 
terie a. D. Flock, Gauführer des Soldaten 
bundes und sehr viele Generale der alten 
Armee. Inzwischen sind die Träger des Blut 
ordens aufmarschiert, ferner die Dresdener 
SA.-Männer, die zu Fuß nach Berlin gekom 
men sind, um den Führer zu begrüßen. 
„Dankopfer der SA." 
DNB. Berlin, 20. April. 
)as Geschenk der 
SA., das dieses Jahr zum ersten Male dem 
Führer überreicht und das in allen folgenden 
Jahren wiederholt wird, gliedert sich in zwei 
Teile und steht unter dem Motto „Dankopfer 
der SA.". Der erste Teil des Geschenks ist das 
Dankopfer der SA., der zweite Teil das 
Kampfbuch der SA. Alljährlich, vom 20. April 
bis zum 20. Mai, werden in allen Sturm- 
dienststellen der SA. Ehrenlisten ausgelegt 
werden. Die gezeichneten Beträge werden dem 
Führer als Dankopfer der SA. überreicht 
werden. Verbunden mit dem Dankvpfer der 
SA. ist die Stiftung eines Kampfbuches der 
SA., das Jahr um Jahr die Taten des Füh 
rers künden soll. Diesem Kampfbuch, das zu 
nächst über den Zeitabschnitt vom 30. Januar 
1933 bis zum 20. April 1937 berichtet, werden 
angeschlossen werden die Ehrenlisten, in die 
sich die Kampfgemeinschaft der SA., wie alle 
Volksgenossen, die sich mit der SA. verbunden 
fühlen und dem Führer durch die SA. ihre 
Dankbarkeit bekunden wollen, eingetragen ha 
ben. Das Kampfbnch der SA. wird alljährlich 
dem Führer am 20. April — zum ersten Mal 
am 20. April 1937 — vorgelegt werden. Am 
20. April 1936 wird dem Führer die künstlerisch 
ausgestaltete Geschenkurkunöe überreicht. 
Alles für Deutschland! 
Mit diesem Geschenk für unseren Führer 
soll zum Ausdruck kommen, unsere Geschlos 
senheit und unser Wille, dem Führer und un 
serem Volke stets aufs neue zu beweisen, daß 
wir seine alten SA.-Kämpfer sind, immer 
wachsam Und immer bereit." 
* 
Das Geschenk der Beamtenschaft. 
Der Reichsbeamtensührer Hermann Neef 
hat dem Führer namens der Deutschen Beam 
tenschaft die herzlichsten Glückwünsche ausge 
sprochen. In dem Schreiben wird der Führer 
gebeten, als Geburtstagsgabe das Werk „Mein 
Kampf" auf Hautpergament handgeschrieben 
entgegenzunehmen. Es handelt sich bei dieser 
Geburtstagsgabe um eine künstlerisch gestal 
tete Wiedergabe des Werkes „Mein Kampf". 
* 
Die Geburtstagsfeier des Führers 
in Kiel. 
Aus Anlaß des Geburtstages des Führers 
und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht 
fand am Montagvormittag 11 Uhr im Ka 
sernenhof in Kiel-Wik ein Standortappell der 
Wehrmacht statt, an dem neben den Land 
marinestellen Abordnungen der Luftwaffe und 
der Flotte teilnahmen. 
Der Kommandierende Admiral der Marine 
station der Ostsee, Admiral Albrecht, hielt da 
bei folgende Ansprache: 
Heute vor 47 Jahren ist zu Braunau am Inn 
unser Führer, Adolf Hitler, geboren. In tief 
ster Verehrung gedenkt an diesem Tage die 
Wehrmacht ihres Obersten Befehlshabers. 
Der Führer ist für uns Soldaten das Vor 
bild des deutschen Frontkämpfers. Sein Regi 
ment List, aus Kriegsfreiwilligen bestehend, 
wurde im Verbände deutscher Ängriffsdivisio- 
nen von einer Schlacht in die andere geworfen, 
stets kämpfend gegen eine Uebermacht an Zahl 
und Material. 
Durch Gasgranatenfeuer vergiftet, erlebte 
unser Führer im Lazarett zu Pasewalk den 
Zusammenbruch Deutschlands. Vorübergehend 
erblindet, sah er umso klarer mit seinen geisti 
gen Augen die Schmach des Novembers 1918. 
Als Millionen versagten, verlor er nicht den 
Mut und das Vertrauen zu seinem Volke. Er 
fühlte sich berufen, der deutschen Nation Ehre 
und Freiheit wieder zu erkämpfen, und dazu 
bestimmt, die so dringende soziale Frage für 
Deutschland zu lösen. 
Zur Durchführung dieser stolzen Aufgaben 
schuf er die Nationalsozialistische Deutsche Ar 
beiterpartei. 
Wie vorher als Frontsoldat, so stritt er jetzt 
als politischer Kämpfer unerschütterlich und 
ŞseLLsls zrrrrr Geàrèàg des Führers 
Zum Geburtstag des Führers hielt Reichs- 
minisker Dr. Goebbels am Sonntag über alle 
deutschen Sender folgende Rede: 
Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! 
Am morgigen Montag begeht der Führer 
seinen 48. Geburtstag. 
Wie in den Jahren vorher seit der Macht 
ergreifung nehme ich diese Gelegenheit wahr, 
um anläßlich dieses festlichen Ereignisses zur 
ganzen deutschen Nation zu sprechen. Ein 
Volk gedenkt an diesem Tage in seltener Ein 
mütigkeit und nie dagewesener Geschlossenheit 
des Mannes, der für alle Deutschen im Reich 
und über die Grenzen hinaus in allen Län 
dern und Teilen der Erde Inbegriff der 
deutschen Wiederauferstehung und Symbol des 
erstarkten und neu aufgerichteten Reiches ge 
worden ist. 
Als am 29. März spät nachmittags die ersten, 
in ihrer Größe uns alle überraschenden Wahl- 
resnltate über den Draht gingen und die 
Aetherwellen eben der Welt den kraftvollen 
Ausdruck des deutschen Wunders vermittelten, 
als es nicht nur in Deutschland, sondern in der 
ganzen Welt kaum noch einen politischen Men 
schen gab, der um diese Stunde mit seinen Ge 
danken nicht bei dem Manne weilte, der der 
Schöpfer und Gestalter dieses Wunders war, 
da sitzt er in seiner Wohnung in Berlin mit 
einer Gruppe von Jungmäöcln des BDM, die 
aus allen Zonen des Reiches zum Wilhelm 
platz gekommen sind, um ihm mit bescheidenen 
Blumensträußen ihre Liebe und Anhänglich 
keit zum Ausdruck zu bringen, beim Kaffee 
zusammen, läßt sich von ihren Freuden und 
Sorgen erzählen, schenkt jedem Wort und jeder 
Freundlichkeit seine ganze Aufmerksamkeit 
und ist dabei nicht eine Sekunde abwesend von 
ihnen. 
Das Wunder eines Menschen, dem das 
Kleine und scheinbar Bedeutungslose zur 
neuen Welt wird, und der aus der Sammlung 
des Kleinen und scheinbar Bedeutungslosen 
die Kraft schöpft znm Großen und Weltbewe 
genden. Das deutsche Volk war vor ihm nie 
ein Weltvolk im letzten Sinne des Wortes. Er 
hat ihm den Willen dazu eingeimpft. Die ge 
lassene Würde, mit der er das Reich vertritt, 
ist für die ganze Nation vorbildlich. Die Ein 
fachheit seiner Repräsentation verbindet sich 
sinnvoll mit der Monumentalität seines ge 
schichtlichen Wirkens. Großzügigkeit Dingen 
und Menschen gegenüber, die sie verdienen, 
paart sich bei ihm mit Festigkeit Dingen und 
Menschen gegenüber, die sie erforderlich ma 
chen. Er heißt nicht nur der Führer, er ist der 
Führer. - ° 
Als der Führer am 28. März, dem Vorabend 
des großen deutschen Bekenntnistages, von 
Köln aus seinen letzten Appell an das deutsche 
Volk richtete, ging es wie eine tiefe Erschütte 
rung durch die ganze Nation. Man hatte das 
Gefühl, als sei Deutschland in ein einziges 
großes, alle Stände, Berufe und Konfessionen 
umschließendes Gotteshaus verwandelt wor 
den, in dem nun sein Fürsprecher vor den 
hohen Stuhl des Allmächtigen trat, um Zeug 
nis abzulegen für Wille und Werk und seine 
Gnade und seinen Schutz zu erflehen für eine 
Zukunft, die noch ungewiß und undurchdring 
lich vor unseren Augen lag. Es war ein Anruf 
an das Schicksal, wre er in dieser lapidaren 
Monumentalität bisher in deutscher Sprache 
noch nicht vernommen wurde. Wir sahen in 
Köln harte und eisenfeste Männer, die man 
cher Gefahr getrotzt hatten, bei den letzten 
Worten des Führers in Tränen ausbrechen. 
Es war uns, als könnte dieser Aufschrei eines 
Volkes nach Freiheit und Frieden vor dem 
Himmel gar nicht ungehört verhallen. Das 
war Religion im tiefsten und geheimnisvoll 
sten Sinne. Da bekannte sich eine Nation 
durch ihren Sprecher zu Gott und legte ihr 
Schicksal und Leben vertrauensvoll in seine 
Hände. 
Wir fuhren dann auf kurzen, menschenleeren 
Umwegen zum Bahnhof, saßen im verdunkel 
ten Abteil des fast geräuschlos dahingleitenden 
Zuges zusammen und schauten wortlos auf die 
schnell entschwindenden Städte und Dörfer 
dieser arbeitsreichen deutschen Provinz. Fern 
lohten durch die Nacht die Essen und Hoch 
öfen des Ruhrgebietes, Tausende und aber 
Tausende von Lichtern glitzerten über die Fel 
der herüber, dort weit unten dröhnten wohl 
Unser Hitler 
die Hämmer, sangen die Maschinen, ratterten 
die Bohrer und hallten die Sirenen: Das Lied 
der Arbeit, das auch jetzt nicht verstummte. 
Auf den Bahnhöfen, auf denen wir kurz Halt 
machten, standen dichtgedrängt die Menschen,- 
sie waren wohl einer geheimnisvollen, stum 
men inneren Aufforderung gefolgt und grüß 
ten und jubelten noch einmal dem Manne 
nach, dessen Stimme sie angerufen hatte. Er 
aber saß schweigend am Fenster seines Abteils 
und fuhr durch sein Land, fuhr durch sein 
Volk und hatte wohl in dieser Stunde das be 
glückende Gefühl, ganz tief und wohlgeborgen 
im Herzen seiner Nation zu ruhen. 
Und am anderen Tage strömte nun dieses 
Herz aus! Da gingen sie zu den Wahlurnen, 
festen und sicheren Schrittes, in Nord und 
Süd, in Ost und West, jung und alt und hoch 
und niedrig, und halfen ihm das unerschütter- 
nie verzagend für sein hohes Ziel. Schwer und 
lang war auch hier der Kampf und groß die 
Zahl der Opfer und Toten. 
Als Deutschland bereits hart am Abgrunde 
des Bolschewismus stand, brachte das Jahr 
1933 dem Führer den heißerkämpften Sieg. 
Nach dem Tode unseres unvergeßlichen Reichs 
präsidenten, Generalfeldmarschall von Hinden- 
burg, vereinigte Adolf Hitler, vom Volke ein 
mütig hierzu berufen, in seiner Person die 
politische und militärische Führung der deut 
schen Nation. Partei und Wehrmacht wurden 
so gemeinsam die festen Säulen des Dritten 
Reiches. 
Wir Soldaten des Dritten Reiches grüßen 
unseren geliebten Führer und Obersten Be 
fehlshaber, der einst aus unseren Reihen kam 
und dem wir uns in unlöslicher Treue ver 
bunden fühlen, in tiefster Dankbarkeit. 
liche Fundament bereiten, auf dem er stehen 
sollte, wenn er nun im Namen dieses ganzen 
Volkes mit der Welt sprach, um seine natio 
nalen Lebensrechte zu verteidigen. Wo anders 
wo auf dem weiten Erdball steht ein Staats 
mann so fest und sicher wie er? In der ganzen 
Welt mit Achtung umgeben, von seinem Volke 
aber geliebt! Das ist das höchste, was ein 
Mensch in diesem Erdcnlebcn erreichen kann. 
Morgen nun werden von überall her, wo 
Deutsche wohnen, die Glück- und Segenswün 
sche zu ihm emporsteigen. Möge ein gütiges 
Schicksal ihm Gesundheit, Kraft und eine ge 
segnete Hand geben und ihn uns noch lange, 
lange erhalten,- denn wenn er bei uns ist, 
dann wird alles wohl geraten. Er ist uns, 
was er uns war, und er wird uns bleiben, 
was er uns ist: Unser Hitler!" 
Heue Zusammenstöße in Symien. 
DNB. Madrid, 18. April. In Caskellon de la 
Plana wurde bei einem Zusammenstoß zwi 
schen linksradikalen Elementen nnd der Poli 
zei ein Beamter getötet, ein anderer sowie 
einer der marxistischen Angreifer lebensgefähr 
lich verletzt. Die Marxisten warfen im Ver 
laufe des Kampfes eine Gasbombe,- drei Per 
sonen mußten wegen Vergiftungserscheinun 
gen ins Krankenhaus gebucht werden. 
. * W * 
Ae türkische Haltung 
in her àMMêĢà 
DNB. Istanbul, 18. April. Nach den hier bei 
maßgebenden Stellen angestellten Ermittlun 
gen ist vorläufig nicht damit zu rechnen, daß 
die Türkei in der Meerengenfrage den bereits 
beschrittenen Boden der diplomatischen Ver 
handlungen in dieser Angelegenheit verlassen 
wird. Insbesondere liegen keinerlei Anzeichen 
dafür vor, daß die Türkei die ihr schon immer 
zugebilligt gewesenen Gendarmerietruppen in 
der entmilitarisierten Meerengenzone unter 
bringen wird. 
Die inzwischen auch von der Anatolischen Te- 
legraphen-Agentur als unwahr bezeichneten 
Meldungen über einen bereits vollzogenen 
Einmarsch türkischer Truppen in die Zonen 
werden von zuständiger Seite als „aus der 
Luft gegriffen" bezeichnet. 
Ei» großer Ostblock. 
Iapau will sich verWchtzen. 
DNB. Tokio, 18. April. (Ostasiendienst des 
DNB.) Nach einer Meldung der Agentur Do 
mei sind in Besprechungen zwischen Minister 
präsident Hirota, Kriegsminister Terauchi, 
Außenminister Arita und Marineminister Na 
gano die Grundzüge der bevorstehenden Regie 
rungserklärung über die japanische Außenpoli 
tik festgelegt worden. Danach treten keine Ver 
änderungen in der großen außenpolitischen 
Linie ein, doch soll eine stärkere Aktivität un 
ter einheitlicher Führung entfaltet werden. 
Das Hauptgewicht liegt auf der kontinenta 
len Politik gegenüber der Sowjetunion und 
China, deren hauptsächliche Träger neben dem 
Ministerpräsidenten, den Ministern für Aus 
wärtiges und Krieg, der neue Botschafter in 
China, Kawgoe, Botschafter General Ueda als 
Nachfolger Minmis in Hsingking und der Ge 
neralgouverneur von Korea sind. Das Haupt 
ziel der japanischen Außenpolitik ist die poli 
tische Entspannung gegenüber der Sowjetuni 
on und die Verständigung mit China, die als 
Voraussetzung der Zusammenarbeit zwischen 
Japan, Mandschukuo und China als gleich 
berechtigte Partner angesehen wird. 
Ein Ausruf. 
, * * 
Mrchllng der ganzen Christenheit. 
Während die Christenheit in der ganzen 
Welt das Osterfest der Auferstehung beging, 
hat der Todfeind aller Religion, der interna 
tionale marxistische Atheismus, zu einem 
neuen Frontalangriff angesetzt. Der soeben in 
Prag abgehaltene internationale Freidenker- 
Kongreß hat zum Zusammenschluß der sozial 
demokratischen und kommunistischen Freiden 
ker zu einer Roten Einheitsfront der Gott 
losigkeit geführt. Diese internationale Front 
des Gottcshasses droht offen allen Kirchen und 
Religionen mit Vernichtung. Die Führung 
dieser Front liegt in der Hand von Moskau. 
Der brutale Ausrottungskampf gegen die Kir 
chen und ihre Anhänger, der seit 18 Jahren in 
Sowjetrußland tobt, soll jetzt auf alle Länder 
ausgedehnt werden. Für den Monat Mai 
plant der atheistische Bolschewismus bereits 
eine „Weltkonferenz der Gottlosen" in Mos 
kau, auf der sechsunddreißig Länder vertreten 
sein sollen. Von 62 Sendern sollen in 19 Spra 
chen die Parolen der Gottlosen ausgegeben 
werden. * . . 
Wir rufen alle Christen auf, ihre ganze 
Kraft einzusetzen, um dem Vordringen der 
bolschewistischen Gottlosigkeit Einhalt zu ge 
bieten. Niemand gebe sich einer Täuschung 
darüber hin, daß der marxistische Atheismus 
auch heute kein anderes Ziel kennt als die er 
barmungslose Ausrottung aller Religion. 
Während noch vor zehn Jahren der Durch 
schnitt der männlichen Lebensdauer 56 Jahre 
betrug, kann ein heute geborener Knabe auf 
59,8 Lebensjahre rechnen, während Mädchen ein 
Durchschnittsalter von 62,6 Jahren zu erwar 
ten haben. 
Politischer Kkrrzftmk oor» heute 
DNB. Jerusalem, 20. April. Elf Todesopfer 
bei den blutigen Zusammenstößen in Palä 
stina. Bei den blutigen Zusammenstößen in 
Jaffa und Tel Aviv zwischen Juden und Ara- 
bern wurden neun Juden getötet und vierzig 
verwundet, davon elf schwer, zum Teil lebens 
gefährlich. Zwei Araber wurden durch Polizei 
beamte erschossen. 
Die Zahl der Toten infolge der Vanern- 
unruhen in der Gegend von Agram beträgt 
nach den letzten Meldungen 11. 
In Dresden fand am Sonuabendmittag die 
Beisetzung des verstorbenen deutschen Botschaf 
ters in London, Dr. von Hoesch, statt. Den 
Führer und Reichskanzler vertrat Reichs 
außenminister Freiherr von Neurath. 
Beerdigung von zehn Todesopfern der Lem- 
berger Unruhen. In Lemberg wurden am 
Sonnabend in den frühen Morgenstunden zehn 
Todesopfer der Unruhen vom Donnerstag 
beerdigt. An der Beerdigung nahmen nur die 
nächsten Familienangehörigen teil. Von den 
bei den Unruhen Verwundeten sind inzwischen 
drei weitere ihren Verletzungen erlegen. 
Raubmord in Hamburg. Sonntagnachmittag 
gegen 2.30 Uhr wurde der beim Hafenbetriebs 
verein beschäftigt gewesene 69 Jahre alte Ha 
fenarbeiter Richard Höhne in seiner Wohnung, 
Markusstraße 78, erschlagen aufgefunden. 
Nach Mitteilung der Polizei liegt Raubmord 
vor. Was im einzelnen geraubt wurde, steht 
bis jetzt noch nicht fest. 
Opfer einer Lawine. Am Sonnabendmorgen 
gerieten der Wirt der Fichtl-Hütte am Edels 
berg unweit von Messelwang im Allgäu mit 
seiner Tochter auf dem Wege zum Sportheim 
Böck in eine Lawine. Während sich der Vater 
aus den Schneemassen halten konnte, wurde I 
/ 
das Mädchen verschüttet. Rettungsexpeditionen 
aus Nesselwang und vom Sportheim Böck 
konnten es erst nach mehreren Stunden als 
Leiche bergen. 
Heiße Quellen bei Angoulêmes. In der 
Nähe von Angoulêmes sind am Sonnabend 
plötzlich mehrere heiße Quellen durchgebrochen. 
Das Wasser ist fast siedend. Auf einer Strecke 
von mehreren hundert Metern sind die Grä 
ser vollkommen verbrüht worden. Bisher hatte 
man in dieser Gegend keine heißen Quellen 
vermutet. 
Vollftrecknng eines Todesurteils. Am 18. 4. 
1936 wurde in Stettin der am 21. Oktober 1914 
geborene Matthias Spengler hingerichtet, der 
vom Schwurgericht in Stettin wegen Mordes 
zum Tode verurteilt worden ist. Spengler hat 
am 12. August 1935 in Linde, Kreis Greifen 
hagen in Pommern, die 40jährige Ehefrau des 
Bauern Hapke, bei dem er sich zwei Tage zuvor 
als Landhelfer verdungen hatte, in Abwesen 
heit ihres Mannes und Vaters in räuberi 
scher Absicht erwürgt. 
Schwere Hagelstürme über dem mexikanischen 
Isthmus. Ueber Vera Cruz, Oaxaca und Chia 
pas gingen schwere Hagelstürme hinweg, die 
teilweise die Pflanzungen vernichteten und 
zahlreiche Hütten zerstörten. Mehrere Perso 
nen wurden verletzt. Der Schaden ist besonders 
groß in Tuxtepec im Staate Oaxaca. 
Kraftwagen vom Eisenbahnzug überfahren. 
Nach Mitteilung der Reichsbahn-direktion 
wurde am Sonnabendnachmittag auf der 
Strecke Schönebeck—Blumenberg auf dem un 
beschrankten Uebergang zwischen Oelsleben 
und Bahrendorf ein Personenkraftwagen über 
fahren. Hierbei wurden zwei Personen schwer- 
-verletzt, die bald darauf starben.
	        
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