Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Dev Tag ist Wovt tind Vilö 
Das winterliche Unwetter 
Verschneites Sauerland. 
DNB. Hagen, 19. April. Der in den Mit 
tagsstunden des Freitags einsetzende starke 
Schneesall hat im Laufe der Nacht auch im 
ganzen südwestfälischen Bezirk starke Verwü 
stungen angerichtet. Ein großer Teil der Ei 
senbahnverbindungen des Sauerlandes wurde 
durch die Schneemassen unterbrochen. Die 
Schneehöhe beträgt in den Tälern 50 bis 80 
Zentimeter und im oberen Sauerland sogar 
über einen Meter. Das in den Abendstunden 
einsetzende Tauwetter und das Sinken der 
Temperatur in der Nacht verursachte eine 
Vereisung der Oberleitungen der Telephon- 
und Telegraphenleitungen. In Garten, Wald 
und Feld wurde erheblicher Schaden angerich 
tet. Der Schneefall dauerte Sonnabend mittag 
noch an. 
Nach zwanzig Stunden Dauer hat der 
Schneefall im Südwesten Westfalens aufge 
hört. Alle verfügbaren Kräfte sind daran ge 
gangen, die Straßen von den ungeheuren 
Schneemassen zu befreien. Die Wasserläufe im 
Hochsauerlanö sind stark angeschwollen. Da die 
Temperaturen steige«, besteht für die Täler 
Hochwassergefahr. Am Svnnabendmittag ver 
kehrten die Züge wieder pünkilich, und die 
Hauptverkehrsstraßen waren wieder einiger 
maßen benutzbar. 
Der heftige Schneefell hat auch in Groß- 
Dortmund erheblichen Schaden angerichtet. 
Die Feuerwehr und die Technische Nothilfe 
mußten wiederholt in Tätigkeit treten. Im 
Stadtteil Aplerbeck stürzte das Dach des An 
baues einer Maschinenhalle ein. Dabei wur 
den drei Personen erheblich verletzt. 
Aus Eifel, Hunsrück und Westerwald. 
DNB. Köln, 19. April. Der gesamte Krast- 
postverkehr der Eifel liegt fast völlig lahm. 
Aus Amt Simmerath wird berichtet, daß in 
folge des Schneefalles sämtliche Telephvnver- 
bindungen unterbrochen sind. Die Arbeit an 
dem großen Talsperrenbau Schwammenauel 
in der Eifel, wo annähernd 1500 Volksgenos 
sen beschäftigt sind, mußte vorläufig einge 
stellt werden. Man trifft Vorkehrungen, um 
dem zu erwartenden Hochwasser wirksam zu 
begegnen. 
Dasselbe Bild bietet sich im Hunsrück und 
im Westerwald. Bis jetzt war es noch nicht 
möglich, auch nur einigermaßen einen Ueber- 
blick über das Ausmaß der Schäden zu erhal 
ten. Im Westerwald sind einige Bahnstrecken 
vollkommen vom Schnee verweht, so daß Züge 
ausfallen mußten. Fast sämtliche Straßen 
sind unbefahrbar. Der Postomnibus auf der 
Strecke Neuwied-Straßenhaus blieb abends 
einige Kilometer vor Straßenhaus im 50 cm 
hohen Schnee stecken. Die Insassen mußten 
mehrere Stunden in dem Auto zubringen. Sie 
bahnten sich dann einen Weg durch den hohen 
Schnee nach Straßenhaus, wo sie ziemlich er 
schöpft ankamen. 
Die Hochwassergefahr. 
DNB. Frankfurt am Main, 19. April. Der 
orkanartige Schneesturm, der auch über das 
Rhein-Main-Gebiet hinwegging, hat beson 
ders schweren Schaden an den Telegraphen- 
und Fernsprechleitungen nördlich von Wies 
baden und im südlichen Westerwald angerich 
tet. Nach einer Mitteilung der Oberpostdirek 
tion Frankfurt sind die Wiederherstellungs 
arbeiten dadurch ungeheuer erschwert, daß die 
Zufahrtsstraßen durch die starken Schneemas 
sen und viele umgestürzte Bäume unbefahr 
bar geworden sind. Alle Bautrupps aus 
Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Wiesba 
den sind sofort eingesetzt worden. 
Die Mosel ist bereits über einen Meter, 
der Oberrhein über 20 cm, die L a h n um 
50 cm und der Main in seinem Oberlauf 
um 20 cm gestiegen. 
Tie Schäden in der Rheinpfalz. 
DNB. Mannheim, 19. April. Besonders 
schwer sind die Schäden in der Westpfalz, wo 
der Schneefall rund 80 Stunden anhielt. In 
Pirmasens mit seinen abschüssigen Straßen 
konnte der Verkehr nur mühselig aufrecht 
erhalten werden. In den Straßen lag der 
Schnee bis zu 40 cm hoch. Vielfach blieben die 
Omnibusse unterwegs in meterhohen Schnee 
verwehungen stecken. Die Fahrer und die 
Fahrgäste mußten die Wagen freischaufeln. 
Die Fernsprechverbindungen zwischen Mann 
heim, Zwcibrücken u. Kaiserslautern sind un 
terbrochen und können nur unter großen Um 
wegen vermittelt werden. In Mannheim sind 
Hunderte von Dachantennen abgestürzt. Be 
sonders groß ist der Schaden in den Obstgär 
ten. 
Wirbelsturm auf Wilhelmshöhe. 
Kasiel, 19. April. Wie erst jetzt bekannt 
wird, hat das am Sonnabend über West 
deutschland hereingebrochene Unwetter auch 
in dem Schloßpark von Wilhelmshöhe ganz 
erheblichen Schaden angerichtet. Ein knapp 
70 Sekunden dauernder Wirbelsturm legte 
350 Parkbänme um, darunter seltene alte 
Laub- und Naöelbäume. Die Kraft des Wir 
belsturmes ist am besten dadurch gekennzeich 
net, daß mehrhundertjährige, vollkommen ge 
sunde Rottannen, die im Felsgestein verwur 
zelt sind, über dem Erdboden glatt abgebrm 
chen bzw. abgedreht wurden. Der Schaden ist 
groß. 
Schneestürme in Württemberg. 
DNB. Stuttgart, 19. April. Die unerwarte 
ten und andauernden Schneefälle der letzten 
Tage, die neben dem Allgäu besonders den 
württembergischen Schwarzwald heimgesucht 
haben, waren, wie sich jetzt übersehen läßt, 
von einer Heftigkeit, wie sie im tiefsten Win 
ter nicht zu verzeichnen gewesen ist. Mächtige 
Schneestürme brausten ununterbrochen über 
die Höhen, die am Samstagmorgen mit meter 
hohem Schnee bedeckt waren. So meldet Knic- 
bis, der bekannte württembergische Schwarz 
waldkurort, eine Schneehöhe von durchschnitt 
lich nicht weniger als 1,5 Meter. Die Häuser 
des Ortes sind teilweise regelrecht eingeschneit 
und von der Außenwelt abgeschnitten. 
Der Verkehr ist lahmgelegt, da infolge der 
bis zu drei Meter hohen Schneeverwehungen 
ein Durchkommen einfach unmöglich ist. 
Ueberall sind Arbeitskolonnen und Schnee 
schipper eingesetzt, um die nötigsten Zugänge 
zu den Häusern zu schaffen. Zahlreiche Schnee- 
brüche haben in den Waldkurorten erhebli 
chen Schaden angerichtet. 
Wie aus dem württembergischen Oberland 
ergänzend berichtet wird, wurde die Strom 
versorgung der Städte Ravenburg und Fried 
richshafen teilweise unterbrochen, da durch den 
anhaltenden heftigen Schneefall mehr als 30 
Leitungsbrüche erfolgten. Aus verschiedenen 
Teilen des Landes liegen Meldungen über 
empfindliche Störungen des Eisenbahn-, Post- 
unö Telephonverkehrs vor. Auf der Straße 
Gmünd-Göppingen wurden durch den Schnee- 
sturm Bäume entwurzelt, zwischen Crails 
heim und Aalen nicht weniger als 40 Fern 
sprechmasten umgerissen und im Welzheimer 
Wald eine Reihe Telephonmasten zerstört. 
Die Folgen des Schneewetters machen sich 
bereits in einem raschen Anschwellen verschie 
dener Flüsse unliebsam bemerkbar. Bei 
Großspeppach trat die Rems über die Ufer 
und überschwemmte die Wiesen. Auch der 
Neckar ist teilweise ufervoll, sein Wasserstand 
ist jedoch im Laufe des Tages bereits wieder 
zurückgegangen. 
Schnee bis zu 2 Meter Höhe. 
DNB. Freiburg (Breisgauj, 19. April. Der 
ungewöhnlich starke Schneefall hat auch in der 
Nacht und am Sonnabendvormittag angehal 
ten und dem Gebirge neue Schneemassen ge 
bracht. Der Schauin stand meldete Sonn 
abend früh eine durchschnittliche Schneehöhe 
von einem Meter,' stellenweise haben die 
Schneeverwehungen Schneewände bis zu zwei 
Die SchAerteagödie a«f dem SchmiNSlmd 
Daß ein so furchtbares Unglück auf dem 
Schauinsland, dem fünf englische Schüler 
zum Opfer fielen, sich überhaupt ereignen 
konnte, kann man erst ermessen, wenn man 
an Ort und Stelle gesehen hat, was die Na 
turgewalten innerhalb 48 Stunden angerichtet 
haben. Kein Bewohner des Schauinsland kann 
sich erinnern, daß innerhalb kurzer Zeit so 
riesige Mengen Schnee, noch dazu im April, 
gefallen sind und daß ein solcher Orkan ge 
herrscht hat. Stellenweise lag der Schnee nicht 
weniger als drei Meter hoch. Es ist also nicht 
verwunderlich, daß fünf Menschen diesen auf 
sie einstürmenden Gewalten keinen Widerstand 
mehr entgegensetzen konnten und erschöpft zu 
sammenbrachen. 
Die englische Schülergruppe war am Mitt 
woch nach Deutschland gekommen und über 
Brüssel direkt nach Freiburg gefahren. Nach 
einem Ruhetag am Donnerstag war beabsich 
tigt, über den Schauinsland zur Jugend 
herberge in Todtnauberg zu wandern, um 
dort einige Tage zu verbringen. Am Freitag 
morgen um 9 lihr brachen die Jungen auf. Un 
glücklicherweise wählte der die Schüler beglei 
tende Lehrer Kenneth Keast einen wenig be 
gangenen Weg. Je höher die Schüler auf den 
Schauinsland heraufkamen, ej mehr wurden 
sie von Nebel und Schnee, womit sie überhaupt 
nicht gerechnet hatten, überrascht. Schließlich 
war gar kein Weg mehr zu erkennen. Ein 
Holzarbeiter und eine andere Person, die sie 
unterwegs trafen, wiesen ihnen den Weg, der 
bis znm Ziel als nicht mehr allzuweit beschrie 
ben wurde. Der Lehrer war sich seiner Verant 
wortung voll bewußt und fragte seine Schütz 
linge, ob sie sich noch stark genug fühlten, den 
letzten Teil des Weges zu bewältigen. Da diese 
Frage bejaht wurde, entschloß sich Keast, mit 
seinen Schülern weiter zu wandern. Nach eini 
gem Herumirren traf man auf einen Wegwei 
ser, der die Entfernund bis zum Schauins 
land mit 3,3 Klm., den Weg zurück nach Frei 
burg jedoch mit über 8 Klm. anzeigte. Der Leh 
rer hielt es für besser, die 3 Klm. noch zurück 
zulegen, da er die Anstrengung des Weiter 
gehens für weniger groß hielt als die Umkehr. 
Diese Annahme erwies sich jedoch als irrig. 
Als die Gruppe auf dem Kamm anlangte, war 
es bereits Abend geworden. Der Lehrer schickte 
eine Abteilung voraus, um Hilfe aus einem 
Bauernhaus, das er in der Nähe vermutete, 
herbeizuholen. Nach unendlichen Anstrengun 
gen geling es schließlich, sich bemerkbar zu 
machen. In mehreren Abteilungen zog die 
Einwohnerschaft von Hofsgrund in die stür 
mische Nacht hinaus, um die Schüler zu bergen. 
Einige von diesen waren aber bereits so er 
schöpft, daß jegliche Hilfe zu spät kam. Mehrere 
Knaben waren fast völlig eingeschneit und nicht 
mehr mächtig, sich aus dieser Lage zu befreien. 
Als die Rettungsmannschaften zu ihnen ka 
men, waren sie bereits bewußtlos oder schon 
erfroren. Die sofort angestellten Wieder 
belebungsversuche in dem Bauernhaus, wohin 
man die Veranglückten geborgenh atte, erwie 
sen sich trotz mehrstündiger Anstrengungen 
und trotz aller ärztlicher Hilfe als erfolglos. 
Bei zwei bewußtlosen Schülern gelang es, sie 
ins Leben zurückzurufen und sie nach Freiburg 
zu bringen. Bei einem dieser Verunglückten 
versagte jedoch die Kunst des Arztes, den Jun 
gen am Leben zu erhalten. Ueber 12 Stunden 
waren die Schüler in Schnee, Sturm und Nebel 
umhergeirrt. Erst kurz vor 11 Uhr nachts wur 
den die letzten Schüler geborgen. 
Die ttaurige Zchrl zu Tal. 
DNB. Freiburg, 19. April.Die Gruppe der 
englischen Schüler, die am Freitag auf dem 
Schauinsland von dem Unglück betroffen 
wurde, wurde am Sonnabendnachmittag mit 
einem Omnibus nach Freiburg gebracht, wo sie 
vorläufig in der Medizinischen Klinik zur kör 
perlichen Untersuchung Unterkunft fand. Der 
Abtransport gestaltete sich infolge der riesigen 
Schneemassen außerordentlich schwierig und 
mußte teilweise mit Schlitten bewerkstelligt 
werden. Die Leichen der tödlich verunglückten 
Schüler wurden ebenfalls zu Tal gebracht. In 
Freiburg wurden die toten Jungen in der Alt 
katholischen Kirche aufgebahrt. Hitlerjungen 
halten dort die Ehrenwache. 
Dabei sei festgestellt, daß die englische Ju 
gendgruppe keine Fühlung mit der HI. oder 
anderen zuständigen deutschen Stellen aufge 
nommen hatte. Auf der Wanderung durch den 
Schwarzwalö war sie daher auch ohne deutsche 
Begleitführung. Diese Feststellung ist notwen 
dig, weil ein ausländischer Rundfunksender 
auch dieses so bedauerliche Unglück zum Anlaß 
nimmt, auf die schändlichste Weise unwahre 
Behauptungen gegen Deutschland zu ver 
breiten. 
Der Neichsjugendführer 
gab durch ein Telegramm an den englischer 
Botschafter sein Beileid zum Ausdruck. 
Die Namen der fünf am Schamnsland 
venmgliiÄen Schüler. 
DNB. Freiburg i. Breisgau, 18. April. Die 
Namen der fünf bei dem schweren Unglück am 
Schauinsland ums Leben gekommenen Schüler 
sind: 
Francis Bourdillon, geb. 25. Okt. 1923, 
Alexander M. Jack Eaton, geb. 1. Juli 1921, 
Peter Harald Ellercamp, geb. 8. Mai 1922, 
Staner Michael Lyons, geb. 30. April 1922, 
Roy Martin Witham, geb. 15. Novbr. 1921. 
Sämtliche tödlich verunglückten Schüler stam 
men aus London. 
Meter Höhe geschaffen. Vom Feldberg wurde 
bei weiter anhaltendem starken Schneefall, eine 
Schneehöhe von 60 Zentimeter berichtet. Uebcr- 
all mußten die Bahnschlitten in Tätigkeit 
treten. 
Überschwemmungen in Mrhhamiover. 
NN. Stade, 19. April. In der Stader Geest 
sind vom Freitag bis Sonnabend innerhalb 
36 Stunden etwa 60 Millimeter Niederschlag 
gefallen. Infolgedessen sind die Gräben in den 
Niederungen und in den Mooren bis zum 
Rande mit Wasser gefüllt. Da aus den Nieder 
schlagsgebieten weitere größere Wassermengen 
in die Niederungen abgegeben werden, können 
die Wasserläufe die Wassermassen nicht bewäl 
tigen und treten über die Ufer. Dazu kommt, 
daß am Sonnabend ein starker Nordweststurm 
gewaltige Wassermassen in die Elb- und We 
sermündung hineinpreßte und der Abfluß des 
Niederschlagswassers aus dem Hinterlande in 
folge hohen Elb- bzw. Weserwasserstandes nicht 
erfolgen konnte. Die niedriggelegenen Wiesen 
und Weiden sind teilweise überflutet. Die 
Schöpfwerke haben am Freitag mit dem Fort 
schaffen des Wassers begonnen und arbeiten 
Tag und Nacht, um den Wasserstand in ihren 
Bezirken auf einen erträglichen Stand zu hal 
ten. Wo Schöpfwerke fehlen, dürften beim An 
halten der Niederschläge größere Ueberschwem- 
mungsschäöen nicht zu vermeiden sein. 
Der Slurm on der Mhseeküsie. 
DNB. Emden, 19. April. In der Nacht zum 
Sonnabend herrschte auf den ostfriesischen In 
seln und an der Küste schwerer Sturm, der 
nachts Windstärke 12 erreichte und sich wäh 
rend des Sonnabends nur bis zur Windstärke 
11 verminderte. Die Schiffahrt zu den Inseln 
war bis auf die Verbindung mit Norderney 
lahmgelegt. Vor Borkum geriet Frachtdamp 
fer „Hans Carl" in Seenot. Der Dampfer 
ist 462 Bruttoregistertonnen groß und gehört 
der Reederei L. F. Mathies in Hamburg. Das 
Schiff hat elf Mann Besatzung. 
Mit knapper Not dem Lawinentod entronnen. 
DNB. Mailand, 19. April. Eine gewaltige 
Lawine ging am Sonnabendnachmittag in 
etwa 400 Meter Entfernung von dem Zoll 
wächterhaus am Großen Sankt Bernhard von 
den Abhängen des Monte Mort nieder und 
verschüttete eine Skigesellschaft von sieben Per 
sonen, die sich auf dem Wege zu dem Sankt- 
Bernhard-Hospiz befand. Dank der sofortigen 
Hilfeleistung der Zollwächter und der Mönche^ 
des Hospizes konnten alle Teilnehmer der ver 
schütteten Gruppe nach mehrstündigen Bemü 
hungen geborgen werden. Drei von ihnen er 
litten schwere Verletzungen, sind jedoch außer 
Lebengefahr. 
* * “ 
Ein Seeadler gefangen. 
H's der „Salon"? 
Wie gemeldet, ist dem Artisten Billy Jen 
kins bei der Verladung des Tiersonderzuges in 
Flensburg ein dressierter Seeadler im 
Werte von mehreren Tausend Mark entflogen. 
Auf Grund dieser Meldung durch Presse und 
Rundfunk sind der Direktion des Zirkus Sar- 
rasani, dem Artisten Billy Jenkins und auch 
dem Rundfunk eine Reihe von Zuschriften und 
Meldungen über diesen Seeadler zugegangen. 
Das Tier wurde nicht nur an dem Tage selbst, 
sondern auch später wiederholt in der Gegend 
von Flensburg, Kiel und Bad Bramstedt ge 
sichtet. Es gingen nicht nur schriftliche, sondern 
auch telephonische und telegraphische Meldun 
gen beim Zirkus ein. 
Beim Forstamt M o r i tz b u r g bei Dresden 
hat man nun einen Seeadler eingefangen. 
Eine telegraphische Mitteilung ging beim Zir 
kus Sarrasani in Kiel ein. Leider hatte das 
Tier keinerlei Kennzeichen, so daß im Augen 
blick nicht feststeht, ob es sich um den Seeadler 
„Satan" handelt. Jedenfalls wurde das Tier 
auf den Weg zum Zirkus gegeben. 
Harrar nach dem Luftbombardement 
Das erste nach Europa gelangte Originalbild von dem italienischen 
Luftangriff auf Harrar, die zweitgrößte Stadt Abessiniens, die zum 
großen Teil in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. 
(Weltbild, K.)
	        
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