129. Jahrgang.
129. Jahrgang
Renösburger Tageblatt
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Der Treueid der politischen Leiter auf den Führer
„Deutschland", zwei prachtvolle Bildwerke in
riesigem Format über den Arbeitsdienst von
Reichsarbeitsführer Hier! und über den deut
schen Straßenbau von Generalinspektor Tr.
Todt, ein im Spiegelrahmen eingefaßtes Land
schaftsbild des bekannten italienischen Dar
stellers des antiken Nom, Parlandi, geschenkt
von Herrn und Frau Attolico, eine Scharn
horst-Büste von Neichsleiter Rosenberg, ein
Albuin mit Kriegsbildern vom Adjutanten
des Führers, Standartenführer Wiedemann,
der im Kriege mit dem Führer im gleichen
Regiment stand, usw. Es ist unmöglich, alle
diese kostbaren Geschenke aufzuzählen, die in
ihrer wertvollen Ausführung zugleich Zeug
nis ablegen von dem hohen Stand des deut
schen künstlerischen Schaffens und handwerk
lichen Könnens. Dazu kommt eine unüberseh
bare Fülle von Büchern, Gemälden, wertvollen
alten Stichen und Bildern, historischen Stadt
plänen und handwerklichen und künstlerischen
Arbeiten aller Art. Fast alle Gaue, Städte und
Organisationen, darunter auch die Landes- u.
Ortsgruppen der Auslandsorganisation der
NSDAP., sind hierbei, zum Teil mit künstle
risch ausgefertigten Glückwunschadressen ver
treten. Ein ganzer Tisch ist allein mit Wäsche-
sachen, Stickereien und Handarbeiten bedeckt,
ein anderer mit Nahrungsmitteln der ver
schiedensten Art, die nun zum größten Teil
durch die NSV. bedürftigen Volksgenossen zu-
gntekommen werden.
Besonders originell ist die Stiftung der NS.-
Frauenschaft einer Berliner Ortsgruppe, die
dem Führer zwölf Wiegekörbe mit voller Wä
scheausstattung für am 20. April geborene Kin
der zur Verfügung gestellt hat. Die Frauen im
Reichsbund Deutscher Beamten haben dem
Führer sogar 1000 Wiegekörbe als Geschenk
zur Weitergabe an bedürftige und kinderreiche
Familien übermittelt. Nürnberg, die Stadt der
Reichsparteitage, übergab dem Führer am
Montagnachmittag durch ihren stellvertreten
den Bürgermeister Dr. Eickemeyer eine Nach
bildung des bekannten Spielwerkes aus dem
Michaelischor der Nürnberger Frauenkirche
mit dem Männlein-Laufen.
Außerordentlich eindrucksvoll aber sind jene
einfachen und schlichten Geschenke, die von
Kindern und ärmeren Volksgenossen dem Füh
rer zu seinem Geburtstag übermittelt worden
sind. So Hatz. B. ein kleines Mädchen einen
Tagesabreißkalender, mit farbigem Klcbe-
papier verziert, geschickt. Wieder andere Jun
gen und Mädel haben ihre ersten Schnitzereien
und Bastelarbeiten, Näharbeiten und Sticke
reien dem Führer zu seinem Geburtstag ge
widmet. Ein Familienvater schickt eine Pho
tographie, auf der er selbst in SA.-Uniform,
umgeben von seinen fünf Söhnen in SA.- und
HJ.-Kleidung, zu sehen ist. Unzählige solcher
kleinen und doch so wertvollen Liebesgaben
sind hier zu sehen.
Hetz bei der BereiNMngr Ehrt die Tradition,
der Eharakter entscheidet
Den Abschluß der großen Veranstaltungen
am Geburtstag des Führers bildete in der
Hauptstadt der Bewegung am Abend die feier
liche Vereidigung der Politischen Leiter, der
Gauwalter, der HJ.-Führcr und BDM.-Füh-
rerinnen auf dem Königlichen Platz.
Am Königlichen Platz, der Stätte des Schwu
res, flatterten von den Riesenmasten die Ban
ner des jungen Reiches. Zwischen den Neu
bauten des Führers stiegen rotbraun verklei
dete Tribünen auf. In der Mitte zwischen den
beiden Ehrentempeln stand die Tribüne für
die Ehrengäste, mit Tanneugrün umwunden.
Eine knappe halbe Stunde dauerte der Auf
marsch. Dann standen die 12 000 Politischen
Leiter an ihrem Platz. In ihren straffen und
gespannten Zügen zeigte sich schon der Ernst
des Schwures, den sie leisten wollen.
Reichsausbildungsleiter Gohdes meldete:
764 002 Nationalsozialisten und -innen im
ganzen Reich zur Vereidigung auf den Füh
rer angetreten, unter ihnen 126 475 Politische
Leiter, 546 468 Mitarbeiter und -innen der
Bewegung und 91119 Führer und -innen der
HI. und des BDM.
Dann hielt der Stellvertreter des Führers
Reichsminister
ser 99 v. H. einmal fehlen oder falsch handeln,
so tun sie es nicht aus bösem Willen, sondern
aus Unvermögen, aus Unkenntnis oder aus
Schwäche.
Seht in jedem Volksgenossen zuerst den Ar
beiter für unser Volk, den Beschützer des Vol
kes. Seht in jeder Volksgenossin zuerst die
Mutter der Kinder unseres Volkes. Besonders
an Euch HJ.-Führer und BDM.-Führerinnen
ist es, die Achtung vor der Tradition auf die
Kommenden, aus die Jugend zu übertragen.
In Städten und Dörfern, in Straßen und
Plätzen, in unserem Boden, aber auch in Mn-
sik und Dichtung lebt fort das Wirken der
Väter und Vorväter — so wie in unserem
Leben in jedem Jungen und in jedem Mäd
chen die Ahnen fortwirken.
Habt Achtung und lehrt Achtung vor dem
vielen Großen, das ivir der Vergangenheit
verdanken und das der Achtung wert ist: Nur
dann können wir auch von den Kommenden
Achtung verlangen vor dem, was wir schufen,
und vor dem, was unsere Jugend schaffen
wird. Ter Nationalsozialismus wurzelt in
seinem Volk und in der stolzen Vergangenheit
dieses Volkes. Er ehrt bewußt die Tradition.
Der haßerfüllte Gegner des Nationalsozia
lismus, der Bolschewismus, verneint die
Werte der Vergangenheit, verachtet die Tra
dition. Der Bolschewismus ist die Wurzel
losigkeit. Was wurzellos ist, ist nicht von Be
stand. Die Völker, über die er sich ausbreitet,
will er zum Absterben bringen — weil er sie
entwurzelt.
Wir erneuern das Versprechen: Adolf Hit
ler, wir stehen zu Dir immerdar, so wie Du
zu Deinem Volke stehst immerdar! Dieses
Volk wird zu Dir stehen, zu dem, lvas Du ihm
gabst, noch in hunderten von Jahren, so wie
Dein Geist und Dein Werk fortwirken werden
in unserem Volke durch hunderte von Jahren.
Kein Nachteil soll dem erwachsen, der nicht
mitschwört und dann offen und ehrlich sein
Amt niederlegt, iveil er sich für zu schwach
hält. Wehe aber dem, der schwört und seinen
Schwur nicht hält! Bedenkt Euch nun: Wir
kommen zum Eide. Ihr leistet ihn bei de«
Wächtern unserer Idee in den ehernen Sar
kophagen der Ehrentempel. Sprecht Ihr und
in allen Gauen des deutschen Vaterlandes
mir nach:
„Ich schwöre Adolf Hitler unerschütterliche
Treue. Ich schwöre ihm und den Führern, die
er mir bestimmt, unbedingten Gehorsam."
Die Eidesleistung ist geschehen: Dem Füh
rer Adolf Hitler Sieg-Heil!
eine Rede, in der er u. a. erklärte: Deutsche
Männer und Frauen! Deutsche Jungen und
Mädchen! Ihr seid allerorts in Deutschland
angetreten, den Schwur auf den Führer zu
leisten. Wir senken die Fahnen. Wir gedenken
in Ehrfurcht der Gefallenen vom 9. November,
gedenken eines Horst Wessels, eines Herbert
Norkus, eines Wilhelm Gustloff und all der
vielen anderen, die ihr Leben ließen für
Deutschland. Unser Trost ist die stolze Gewiß
heit: Sie starben nicht umsonst. Sie gingen in
den Tod, auf das Deutschland lebe: Und
Deutschland lebt. Solange aber Deutschland
lebt, lebt auch ihr Name fort in Deutschland.
Die Fahne hoch! Wir wenden unsere Ge
danken dem Manne an seinem Geburtstage
Su, der Symbol geworden ist für das Leben
unseres Volkes, für seine Lebenskraft, für sei
nen Lebenswillen. Er ist zugleich zum Symbol
geworden für den tief innerlichen Friedens
willen unseres Volkes.
Jeder von Euch, der nun durch seinen Eid
hinzutritt zur Führerschaft Adolf Hitlers, sei
Uch bewußt: nicht die Rechte sind das Wesent
liche an Eurem Amt, das Wesentliche sind die
Pflichten. Nicht die Uniform und nicht die Ab
wichen sind das Wesentliche, sondern wesent
lich ist das Herz darinnen, wesentlich ist der
Eharakter. Nicht der Titel, nicht der Rang,
Uicht die Abzeichen schaffen Euch die wahre
Autorität, sondern Eure Haltung und die
frucht Eures Wirkens schafft Euch die wahre
Autorität. Alles, was einst gegen den Führer
nn Innern wirkte, wirkt heute für ihn und
oamit auch für Euch. Seine Autorität stärkt
Füre Autorität. Eure Haltung, Euer Wirken
!jl wesentlich für die Stimmung im Volke,
Uir die Bereitschaft des Volkes, freudigen
Herzens dem Führer zu folgen. Seid Ihr vor-
^Udlich, so erleichtert Ihr dem Führer sein
Wirken und sein Leben, seid Ihr schlechte Un-
lerführer, erschwert Ihr es ihm. — Wir wol
len alles tun, es ihm zu erleichtern. Ihr tragt
e Verantwortung für die Haltung des Vol
les in Eurem Bereich: Ihr seid verantwort-
llche Führer, keine parlamentarische Führer.
Fühlt Euch nicht als Vorgesetzte, sondern
Ps Vertrauensleute des Volkes. Fragt Euch
JI 1 .. allem Eurem Handeln: Wie würde der
Führer handeln, und Ihr werdet uicht fehl
ten. Entscheidet Euch bewußt: Nach dem
ck-wrte des Führers dient Ihr dem anstüudig-
lwn Volk der Welt! Es ist das Volk, das wie
wn zweites sich bekannt hat zu seiner Ehre
. ņd zu dem Führer, der ihm seine Ehre wic-
Z!rgab. Ihr habt vor Euch das Volk der 99
H.! Auch wenn ein Volk fehlt oder falsch
andelft seid Euch bewußt: Wenn Deutsche die-
Der Ausdruck der Liebe eines ganzen Volkes
Tsuse«-e von Geburtstagsgeschenkes für den Führer
Während Tausende und Abertausende den I Führer entgegenbringt und die es ihm gerade
knzen Tag über auf dem Wilhelmplatz die I an seinem Geburtstage aufs neue bekunden
eichskanzlei gleichsam belagern und immer will.
ieder in Sprechchören dem Führer ihre Beim Betreten des Saales, in dem die Ge-
lückwünsche darbringen, tragen Boten und schenke vorläufig aufbewahrt sind, fallen sofort
ostbeamte ununterbrochen Geschenke für den zwei Berge von Wollstrümpfen auf,' mehr als
»ihrer in die Reichskanzlei. Diese werden zu- 12 609 Paar Strümpfe, die für das Heer de
ichst im Vorraum, wo auch die Eintragungs- stimrnt sind, liegen hier. In einer Urkunde
icher der Gratulanten ausliegen, gesichtet sind dein Führer außerdem »veitere 22 000 Paar
»d wandern dann in einen großen Saal. Strümpfe für das Heer zur Verfügung gestellt
chn lange breite Tische können die übergroße »vorden.
»hl der Geschenke nicht mehr fassen. Auf den Unter den zahlreichen künstlerisch wertvollen
sten Blick hat man deir Eindruck eines klei- Geschenken sieht man u. a. ein Bismarck-Bild
ui Warenlagers, das hier in der Reichskanz- von Leubach, geschenkt von Reichsminister
i entstanden ist. Die Vielzahl der großen und Dr. Goebbels, eine Wagner-Büste von der
einen Liebesgaben von Volksgenossen aller Stadt Bayreuth, einen goldenen Ehrenadler
ernfe und jeden Alters für den Führer ist von der Stadt Potsdam, ein Modell des
ilechtyin überwältigend. Die Sammlung die- Reichssportfeldes von Regierungsbaumeister
r Geschenke ist genau so wie die Anwesenheit Marsch, dem Schöpfer dieser gewaltigen olym-
r Zehntausende auf dem Wilhelmplatz ein pischen Anlage, ein von einem Unteroffizier
infülliger Beweis für die unendliche Liebe ans Stralsund in äußerst mühevoller Arbeit
id Treue, die das gesamte deutsche Volk dem hergestelltes Modell des Panzerschiffes
Englands Mittelmeerstellung bedroht
Kann Englands Prestige weiteres Nachgeben
ertragen?
Die Völkerbundsbesprechungen in Genf I men oder an der brenzlichsten Stelle, nämlich
haben mit Null für England geendet. Der im Mittelmeere, die Verteidigung, gegebenen-
Völkerbundsrat nimmt eine Entschließung an, falls auch mit Einsatz seiner ganzen militäri-
daß er den Bericht des Dreizehnerausschusses scheu Machtmittel, beginnen will oder nicht,
zur Kenntnis niinrnt und den Appell an die Vor diese Fragestellung steht sich England ge-
beidcn Gegner erneuert. stellt. Auch die übrigen beteiligten Staaten
Italien hat diesen Ausschußbericht schon be- setzen ihre Steine auf Konflikt. Japan sucht im
antwortet durch einen dritten erfolgreichen Osten die Auseinandersetzungen mit Rußland
Vorstoß an der Ogaden-Front. Trotz der win- hinauszuschieben durch die mitgeteilte neue
delweichen Erklärung Edens, daß Giftgase Außenpolitik Japans, die mit China und Ruß
aller Zivilisation Hohn sprächen, sind von Jta- land Verständigung sucht. Rußlands Bindun
lien die Siege in Abessinien mit Hilfe von gen in Europa konnten auch Moskau veran-
Giftgasen gesichert worden. England »vird end- lassen, den Rücken im Osten sich freizumachen,
lich einsehen müssen, daß man init Rede» die um erst das gegenwärtige Schachspiel der Mäch-
Politik Mussolinis in Afrika und im Mittel- te in Europa »nit beenden zu helfe»», und hier
rates unter der Tarnung des
rates unter der Tarnung des „Drcizehner-
Ausschusses", so kehrt Panl-Bonconr als Sie
ger über Eden und im weiteren Sinne über
die englische Regierung nach Paris zurück. Das
praktische Ergebnis von Gens besteht darin,
daß 1. die englische Forderung nach Einstellung
der Feindseligkeiten in Afrika trotz der wieder
holten Drohung mit der Einberufung des
Sanktionsausschusses völlig ergebnislos ge
blieben ist,- 2. daß dieser Sanktionsausschuß
auf keinen Fall vor dem 11. Mai, ja vielleicht
überhaupt nicht zusammentreten ivird,' 3. daß
England für seinen erneuten Verzicht auf die
satzungsgemäß vorgeschriebene Durchführung
der Sanktionen nichts anderes eingetauscht hat,
als eine weitere Beeinträchtigung seines An
sehens. In Londoner Kreisen nennt man das
Genfer Ergebnis rundheraus eine Niederlage
— Englands, zumal die allzuweit getriebene
gang der Verhandlungen des Völkerbunds- j Rücksicht auf die völlige Abhängigkeit der
W