Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Aņsķlang der Geburtstagsfeier des Führers 
Die Geburtstagsparade 
Dis neue Wehrmacht grüßt und ehrt ihren Schöpfer Adolf Hitler 
Des Führers und Reichskanzlers Geburts 
tag stand in diesem Jahre äußerlich völlig im 
Zeichen des Paradeaufmarsches von Truppe« 
des 3. A.-K. in Berlin. Das war ein Ereignis, 
wie der Berliner es liebt, und um das ihn 
jeder deutsche Volksgenosse draußen „in der 
Provinz" beneidet. Das „Paradefeld" dehnte 
sich diesmal in riesigem räumlichem Ausmaß 
vom einstigen Kaiserschloß am Lustgarten, die 
„Linden" entlang, über das Brandenburger 
Tor hinaus, umfaßte den Königsplatz mit dem 
Bismarck-, Moltke- und Noon-Denkmal und 
zog sich über die Charlottenburger Chaussee 
hinweg bis zum sogenannten Kleinen Stern 
im Tiergarten. Hier waren riesige Tribünen 
errichtet für den Führer, die Minister und 
Staatssekretäre, die Führer der Organisatio 
nen und Gliederungen und für Tausende von 
geladenen Güsten, besonders des alten und 
neuen Heeres, der Pour-le-Mêrite-Ritter, der 
Presse usw. 
Hunderttausende von Berlinern waren seit 
dem frühen Morgen auf den Beinen, um den 
Führer an seinem Geburtstag zu grüßen und 
das militärische Schauspiel mit zu erleben. 
Denn es war wirklich ein Erlebnis, was sich 
in den Mittagsstunden des 20. April hier im 
Berliner Tiergarten abrollte. Die junge deut 
sche Wehrmacht stellte am Geburtstag des Füh 
rers den ersten Jahrgang jener jungen Deut 
schen im feldgrauen Rock dem Führer vor, der 
unter dem neuen Wehrgesetz seiner militäri 
schen Dienstpflicht genügt. Ueber die Beförde 
rung der Oberbefehlshaber wird an anderer 
Stelle d. Bl. berichtet. 
Volle zwei Stunden rollte dieses militärische 
Schauspiel an den Augen der begeisterten Zu 
schauer vorüber. Nach jahrzehntelanger militä 
rischer Ohnmacht zeigte sich hier zum ersten 
Male die Auswirkung des Entschlusses des 
Führers zur Wiederherstellung der deutschen 
Wehrfreiheit. Alle die Kampfmittel, die uns 
Versailles versagte, und ohne die wir jeder mi 
litärischen Willkür des Auslandes schutzlos 
preisgegeben waren, sind in diesem einen Jahr 
geschaffen worden. Und wie schnell sich der erste 
Wehrmachtsjahrgang des nationalsozialisti 
schen Deutschland in seine soldatisch-technischen 
Aufgaben hineingefunden hat, das hat er dem 
deutschen Volk, das hat er dem Führer an sei 
nem 47. Geburtstag bewiesen. 
Abfahrt des Führers zur Parade. 
Nachdem die Vertreter der Wehrmacht dem 
Führer die Glückwünsche des deutschen Volks 
heeres überbracht haben, marschiert SA. mit 
grünen Spiegeln und Mützenrändern vor der 
Reichskanzlei auf. Es ist der Sturm 11/100 aus 
Dresden, der nach mehrtägigem Fußmarsch in 
der Reichshauptstadt eingetroffen ist, um dem 
Führer seine Glückwünsche darzubringen. 
Gleich darauf erscheinen die Berliner Blut 
ordensträger. 
Die immer größer werdende Menge auf dem 
Wilhelmplatz verlangt in ununterbrochenen 
Sprechchören, den Führer zu sehen. Viele Er 
wachsene und Kinder haben Blumensträuße in 
der Hand, die sic immer grüßend zu den Fen 
stern der Reichskanzlei erheben. In dem Er 
finden neuer Sprechchortexte ist die Jugend 
schier unerschöpflich. So rufen BDM.-Müdchen 
„Lieber Führer, komm heraus, sonst verwelkt 
der Blumenstrauß!" 
Um 10.45 Uhr passierte Reichsminister Dr. 
Goebbels, der sich inzwischen wieder in sein 
Ministerium begeben hatte, die Wilhelm 
straße, von der Menge wieder lebhaft begrüßt. 
Um 10.50 Uhr tönte aus dem Lautsprecher, der 
in der Mitte des Platzes aufgestellt war, die 
Stimme des Rundfunksprechers, der einen 
Vorbericht von der Paradeaufstellung gab. 
Punkt 11 Uhr verließ der Führer in Be 
gleitung seiner militärischen Adjutanten mit 
seinem Wagen die Alte Reichskanzlei, von den 
Massen mit Jubelstürmen der Begeisterung 
empfangen, um sich zur Truppenparade zu be 
geben. 
Ihm folgten Reichskriegsminister General 
oberst von Blomberg, und die Oberbefehls 
haber der drei Wehrmachtsteile, General der 
Flieger Göring, Admiral Dr. h. c. Raeder und 
General der Infanterie von Rundstedt in 
Vertretung des Freiherrn von Fritsch. In 
raschem Tempo durchfuhren die Wagen mit 
dem Führer und seinem Gefolge die Straßen 
bis zur Schloßfreiheit, umjubelt von den in 
dichten Mauern drängenden Menschenmassen. 
Der Kommandierende General erstattet 
Meldung: Zur Parade angetreten. 
Im Lustgarten erstattet der Kommandie 
rende General, Generalleutnant von Witz 
leben, die Meldung: 
„3. Armeekorps mit Wachtruppe Berlin, 
23. Division, 3. Panzerwagendivision, 
Schulen, Teile der Luftwaffe und der 
Marine in Stärke von 480 Offizieren, 
13 932 Mann, 077 Pferden und 1573 , 
Fahrzeugen zur Parade angetreten!" 
Der Präsentiermarsch und died eutschen Na 
tionalhymnen klingen auf. Lautlose Stille liegt 
einige Augenblicke über dem weiten Platz. 
Dann beginnt die Abfahrt des Führers von 
leutnant von Witzleben, der, gefolgt von sei 
nem Adjutanten, aus einem prachtvollen Brau 
nen voranreitet. Auf dem Point vor dem Füh 
rer senkt er den Degen. Der Führer erhebt den 
Arm zum Gruß. Es folgt dann der Komman 
dant von Berlin, Generalleutnant Schaum 
burg, hinter ihm das Spielmannskorps und 
die Kapelle des Wachregiments. Inzwischen 
sind Generalleutnant von Witzleben und Ge 
neralleutnant Schaumburg abgesessen, haben 
sich zum Führer begeben und ihm mit gesenk 
tem Degen den Vorbeimarsch der Truppen ge 
meldet. Zu beiden Seiten des Führers und 
der Oberbefehlshaber der einzelnen Wehr 
machtsteile nehmen sie nun für die Dauer des 
Vorbeimarsches der ihnen unterstellten For 
mationen Aufstellung. 
Währenddessen ist die Kapelle des Wachregi 
ments nach links ausgeschwenkt und hat gegen 
über dem Standort des Führers ihren Platz 
eingenommen. Es kommen die ersten Kom 
pagnien des Wachregiments, die, wie hernach 
die gesamte Infanterie, in Zugkolonnen vor 
beiziehen und so gut wie zwei Drittel der brei- 
Die Wehrmacht ehrt ihren obersten Befehlshaber. Ein Ausschnitt aus der großen 
Parade der Wehrmacht im Tiergarten. Hinter dem Führer von links nach rechts 
Generalfeldmarschall von Blomberg mit dem Marschallstab, Generaloberst 
Göring, Generaladmiral Raeder. (Scherl Bilderdienst, K.) 
der Schloßfreiheit. Im Wagen stehend grüßt 
er die Truppenverbünde und dankt den jubeln 
den Volksgenossen. 
In langsamer Fahrt die Linden entlang be 
wegt sich die Wagenkolonne bis zur Haupt 
tribüne am Kleinen Stern. Von dort aus wer 
den um 11.20 Uhr vom Königsplatz her die 
Wagen mit dem Führer und seinem Gefolge 
sichtbar. Durch die dichten Menschenmassen 
geht freudige Erregung. Die Hände recken sich 
zürn Gruß. Heilrufe brausen auf. Der Führer 
entsteigt dem Wagen und bleibt mit dem 
Reichskriegsminister und den Oberbefehls 
habern der Wehrmachtsteile vor der Regie 
rungstribüne stehen. Immer wieder ertönen 
die Heilrufe und Gratulationswünsche im 
Sprechchor. 
Ter Vorbeimarsch. 
Wenige Minuten vor 12 Uhr, als gerade wie 
der die Sonne durchgebrochen ist, wird am 
Kleinen Stern der Marschtakt der Spielleute 
des Wachregiments, das an der Spitze der Pa 
rade marschiert, hörbar. Der Führer begrüßt 
noch die letzten ihm vorgestellten Offiziere der 
höheren Stäbe und betritt dann das für ihn 
errichtete Podium. Hinter ihm stehen General 
feldmarschall von Blomberg, der General der 
'Infanterie und Oberbefehlshaber des Grup- 
penkommandos 1, von Rundstedt, als Ver 
treter des Oberbefehlshabers des Heeres, Ge 
neral-Admiral Raeder als Oberbefehlshaber 
der Marine und Generaloberst Göring als 
Oberbefehlshaber der Luftwaffe und General 
der Flieger Kaupisch. 
Die Parade wurde eröffnet durch den Kom 
mandierenden General des 3. Armeekorps und 
Oberbefehlshaber im Wehrkreis 3, General- 
Auch die Kriegsmarine war airs der großen Parade vertreten. 
(Heinrich Hoffmann, K.j 
ten Charlottenburger Chaussee einnehmen, vor 
dem Regiment ihr Kommandeur, Oberstleut 
nant von und zu Gilsa. 
Es ist ein prachtvolles militärisches Bild für 
die Zuschauer, vielleicht noch eindrucksvoller 
als bei den sonst üblichen Paraden ans freiem 
Felde, weil der scharfe Tritt des Parademar 
sches auf der blanken Fahrbahn zwischen den 
hohen Tiergartenbäumen hier das äußere 
Bild besonders wirkungsvoll ergänzt. So geht 
es Kompagnie auf Kompagnie und Zug auf 
Zug, die Maschinengewehrkompagnien, Mi- 
nenwerferkompagnien und Nachrichten-Abtei- 
lungen auf ihren Fahrzeugen, ebenfalls in 
Zugkolonnen. Auf die Wachtruppe folgt die 
Jnfanterieschule unter Oberst Hube, das Jn- 
fanterie-Lehrbataillon unter Major Fleisch 
hauer und die Kriegsschule Potsdam, der 
junge Offiziersnachwuchs des Heeres, unter 
Oberst Wetzel. 
Für das Heer folgen nunmehr die Formatio 
nen der 23. Division, an deren Spitze ihr Kom 
mandeur, Generalmajor Busch, reitet. Hinter 
dem Führer schwenkt er aus und tritt an die 
Stelle, die bisher der Kommandant von Berlin, 
Generalleutnant Schaumburg, eingenommen 
hatte. Die Kapelle des Infanterie-Regiments 9 
löst das Musikkorps des Wachregiments ab. 
Den Abschluß der Infanterie macht das In 
fanterie-Regiment 67. Es folgt noch die erste 
Kompagnie des Pionierbataillons 43. 
Mit den hellen Schlägen der Kesselpauken 
naht die Kapelle des Artillerie-Regiments 23, 
das im Trab vorbeireitet bzw. fährt, dann die 
erste Abteilung des Artillerie-Regiments 59 
und die erste Abteilung des Artillerie-Lehr- 
regimeuts. Wir sehen neben den einfachen 
Feldkanonen die Feldkanone 16 mit verlän 
gertem Rohr und die leichte Feldhaubitze 18, 
alles ein prächtiges Bild musterhafter Ord 
nung. Die Fahrzeuge und Bereiter kommen 
mit ihrem wohlgepflegten und von Leistungs 
fähigkeit zeugendem Pferdematerial im guten 
Trab vorbei. Ebenfalls im Trabtempo folgen 
nun motorisierte Formationen, und zwar zu 
nächst die Panzerabwehrabteilung 23, Panzer- 
abwehrvbteilung 23, die mit ihren kleinen 
2-Ztm.-Tankabwehrkanonen und mit den 
ebenso für Tankabwehr wie für Fliegerabwehr 
benutzbaren kleinen Motorflaks besonders be 
wundert wird. Dann folgt die motorisierte 
zweite Abteilung des Artillerie-Lehrregiments 
und die zweite motorisierte Abteilung des Ar 
tillerie-Regiments 59. Den Abschluß des Vor 
beimarsches der Heeresformationen machen die 
Pionierschule 2 und die Nachrichten-Abt. 23. 
Den kurzen Abstand, den die nachfolgende 
Marineabordnung von den vorbeimarschieren 
den Truppenteilen des Heeres nahm, benutzte 
ein Jungmüdel unter dem rauschenden Bei 
fall der Massen, um schnell unter den Armen 
eines Schupos hindurchzurukschen und über 
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Tic Panzer bei der Fahrt durch das 
Brandenburger Tor. 
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den Platz zu rasen, wo sie sich vor dem Führer 
aufbaut. Mit strahlendem Gesicht und glühen 
den Backen läuft sie ebenso schnell beim Her 
annahen der Marinekapelle zurück, nachdem 
ihr vorher der Führer die Hand gegeben hat. 
Freudig begrüßt folgt nun die Marine- 
Lehrabteilung unter Korvettenkapitän Kau, 
die mit ihrem musterhaften Auftreten und 
ihrem bestechenden Parademarsch. 
Für die Dauer des Vorbeimarsches seiner 
Abteilung war Korvettenkapitän Kay zum 
Führer ausgeschwenkt. Er wird nun durch den 
Höheren Kommandeur der Flakartillerie im 
Luftkreis 2, Oberst Weise, abgelöst. Die Luft 
waffe ist vertreten durch das Bataillon „21", 
das Bataillon „B" und das Regiment „Gene 
ral Göring". Den Ilbschluß des Fußmarsches 
der Luftwaffe machen die Luftkriegsschulen. 
Die übrigen Teile der Luftwaffe gehen im 
Trabtcmpo auf ihren Fahrzeugen am Führer 
vorbei. Hintereinander folgen mit ihren moto 
risierten leichten, mittleren und schweren f 
Flakgeschützen und den Scheinwerfern sowie 
dem großen Horchgerät und dem 2tachrichtcn- 
material die erste 2lbteiluug des Flakregi- 
ments 12, die erste Llbteilung des Flakregi 
ments 22, die zweite Abteilung des Flakregi- 
mcnts 22 und schließlich die dritte 21bteilung 
des Flakregiments „General Göring" unter 
Major Köppett. 
Der letzte Teil der Parade ist erfüllt von dem 
Rauschen und Rattern der Motoren und der 
Raupen der Panzerwagen urid der 2lufklä- 
rungsfahrzenge. Voran marschiert in schwarzer 
Uniform mit leicht zur Seite gezogener 2Nütze 
eine Musikkapelle, die vor dem Führer zum 
Trabmarfch einschwenkt, während der Kom 
mandeur der 3. Panzerdivision, Generalmajor 
Kühn, zum Führer tritt. Unter Voranfahrt des 
Kommandeurs der dritten Panzerbrigade fol 
gen die Panzerregimenter 6 und 6. Geräusch 
loser zieht die 2lufklärungsabteilung 3 vor- ; 
bei, die Straßenpanzerwagen und andere be 
reifte Tsiotorfahrzeuge fährt. Nachdem cs zwi 
schendurch eiue kurze Regendusche gegeben 
hatte, ist nun wieder die Sonne durchgebrochen, 
so daß die Panzerabwehrabteilung 39 wieder 
bei der fabelhaft ausgerichteten Vorbeifahrt 
leichten Staub aufwirbelt. Es ziehen dann vor 
bei die 1. Motorisierte Llbteilung des Llrtille- 
rie-Regiments 79, die Nachrichtenabteilung 39. 
Als erste Formation zeigt sich in schneidiger 
Vorbeifahrt das Schützenregiment. In weni 
gen Minuten ist so ein ganzes vollinfanteri- 
stisch kampfkräftiges Regiment — die Schützen 
mit aufgepflanztem Seitengewehr — aus den 
leichten Lastkraftwagen vorbeigezogen. Den 
Abschluß der Parade bildet das Kraftrad- 
Schützenbataillon 3. Dann knattern zum Schluß 
noch einmal vernehmlicher die Motoren, je 
weils drei Rüder, meist mit Beiwagen, gehen 
in einer Reihe vorbei, vor jeder Kompagnie 
und bei jedem Stab ein Führerwagen. Der 
Führer hat fast während der ganzen Zeit mit 
erhobener Rechten gestanden. Immer wieder 
grüßte er und sah den an ihm vorbeimarschie 
renden Soldaten in die strahlenden Augen. 
Nach der große» Parade. — 
Die Rückkehr des Führers. 
Die Llbfahrt des Führers erfolgt unter 
neuen Kundgebungen der Begeisterung. Im 
mer wieder hört man. Rufe: „Wir gratulie 
ren!" „Unsere herzlichsten Glückwünsche!" 2luf 
der Rückfahrt zur Reichskanzlei stand der 
Führer im Wagen und dankte für all die 
Kundgebungen der Liebe und des Vertrauens. 
Je mehr sich der Wagen des Führers näherte, 
desto stärker wuchsen die Heilrufe an, die zü 
einem Jubelsturm der Begeisterung wurden, 
als der Führer dann, gefolgt vom Reichs 
kriegsminister und der Generalität, vor dek 
Reichskanzlei vorfuhr. Vor dem Einfahrtstor 
ließ der Führer seinen Wagen kurz halten^ 
Eine Mutter hielt ihm ihr kleines Mädel ent 
gegen, das ihm einen Blumenstrauß über 
reichen wollte. 
Während die Wache unter Gewehr trat, trm 
der Führer dann mit seiner Begleitung in dir 
Reichskanzlei. 
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