Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Werner von Blomberg — 
Deutschlands jüngster Generalfeldmarschall 
Soh« einer alten Soldatenfamilie. — Pour le merite und Verwnudeteuabzeicheu. 
An vorderster Stelle bei der Neugestaltung -es Heeres. 
(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) 
Der Führer und Reichskanzler hat dem 
deutschen Kriegsminister Werner v. Blom 
berg am 20. April den Felömarschallstab 
überreicht. Diese Beförderung ist die Krö 
nung eines Soldatenlebens voller Treue 
und Pflichterfüllung. 
„Die Lansbah» ist eindeutig festgelegt!" 
Reichskriegsminister Werner von Blomberg, 
Deutschlands jüngster Generalfeldmarschall, 
dem heute das Heer, die Kriegsmarine und die 
Luftflotte unterstellt sind, entstammt einer 
alten Soldatenfamilie. Er ist Pommer, 1878 
in Stargarö geboren, und erhielt seine Er 
ziehung im Kadettenkorps in Lichterfelde. 1897 
trat er als Leutnant in das 73. Füsilierregi 
ment ein, wo die großen militärischen Bega 
bungen des jungen Offiziers schon bald auf 
fielen. Dadurch war seine Laufbahn schon von 
früh auf eindeutig festgelegt: Besuch der 
Kriegsakademie und 1908 bereits Beförderung 
zum großen Generalstab. Vor dem Kriege war 
er noch kurze Zeit Kompagniechef im Infan 
terieregiment 130. Als dann der Krieg aus 
brach, erfolgte seine Kommandierung als Ge 
neralstabshauptmann zur 19. Reservedivision, 
die damals unter dem Kommando des Gene 
ralleutnants von Bahrfeldt stand und dem 10. 
Reservekorps angehörte. Hier machte er den 
Vormarsch durch Belgien mit und zeichnete sich 
in der mehrtägigen Schlacht an der Sambre 
aus. Die Schlacht bei St. Quentin am 28. und 
29. August stellte ihm neue, dankbare Aufgaben, 
und auch an der Marneschlacht nahm er in dem 
Abschnitt von Petit—Morin wesentlichen An 
teil. 
Der Held vom Chemin-des-Dames. 
Das Jahr 1918 ließ ihn an der Winterschlacht 
in der Champagne teilnehmen, und dann wur 
den seine großen Fähigkeiten im Ober-Elsaß 
verwandt, wo die schweren Kämpfe am Reichs 
ackerkopf und am Hartmannsweiler Kopf sowie 
die zweite Schlacht bei Münster alle seine 
Kräfte in Anspruch nahmen. Auch die große 
Verdun-Offensive zog ihn in ihren Bann, und 
der inzwischen zum Major beförderte v. Blom 
berg wurde im Juli 1916 erster Generalstabs 
offizier des 18. Reserve-Korps. Der Abschnitt 
von Douaumont und Baux war damals sein 
Arbeitsgebiet, bis er im Frühjahr des Jahres 
1917 als erster Generalstabsoffizier zum 
Armee-Oberkommando der 7. Armee versetzt 
wurde. Sein größtes Ruhmesblatt aber bil 
deten die Schlachten von Soissons und Reims 
im Mai und Juni 1918, die zur Rückeroberung 
des Chemin-des-Dames führten und den 
großen Vorstoß nach der Marne im Gefolge 
hatten. Die hervorragenden Vorbereitungen 
dieser Kämpfe waren zum größten Teil Blom 
bergs Verdienst, so daß er am 3. Juni 1918 den 
Dank seines obersten Kriegsherrn in Form 
des „Pour le Msrite" erhielt. Wie intensiv 
Blomberg seine Aufgaben auffaßte, ergibt sich 
daraus, daß er keinen Augenblick den Einsatz 
seiner eigenen Person scheute und neben dem 
„Pour le Msrite" auch das Verwundeten 
abzeichen erhielt. 
Von der Front zur Reichswehr. 
Daß man einen derartig hervorragend be 
gabten Offizier der Reichswehr zu erhalten 
suchte, war selbstverständlich. So sehen wir ihn 
nach dem Kriege als Chef des Stabes im 
Wehrkreiskommando V in Stuttgart, bis er im 
Jahre 1921 iu das Reichswehrministerium be 
rufen wurde. Hier war er zunächst Abteilungs 
leiter, dann Chef des Truppenamtes, und dann 
übernahm er, nachdem er 1928 Generalmajor 
geworden war, das Oberkommmando über 
den Wehrkreis I Ostpreußen. Eine längere 
Studienreise durch Amerika im Jahre 1930 
wirbelte damals viel Staub in politischer Be 
ziehung um ihn auf und gab zu den verschie 
densten Gerüchten Anlaß. 1933 wuroc er beim 
Umbruch Reichswehrminister und General der 
Infanterie und am 1. November des gleichen 
Jahres Generaloberst. 
Im neuen Deutschland. 
Generaloberst von Blomberg hat im geisti 
gen Ringen um die Neugestaltung der Wehr 
macht Deutschlands stets an vorderster Stelle 
gestanden, wie er überhaupt zu jenen Vertre 
tern preußisch-deutscher Arbeit gehört, die, be 
wußt ihrer großen Tradition, Reformatoren 
aus innerster Ueberzeugung sind und die gei 
stigen Kräfte in der Entwicklung sehen, wer 
ten und zur Geltung bringen. Schon die 
äußere Erscheinung unseres neuen Reichs 
kriegsministers charakterisiert am besten den 
alten Soldaten: seine hohe schlanke Figur mit 
dem Gardemaß, sein scharfgeschnittenes offe 
nes Gesicht mit den klaren, hellen Augen, seine 
ausgesprochene Reitererscheinung, verbunden 
mit seiner von Sport gestählten Beweglichkeit. 
Was ihn aus der Reihe der anderen hohen 
Offiziere der Armee hervorhebt, ist seine aus 
gesprochene rednerische Begabung, die ohne 
jede Phrasenmalerei knapp und exakt den 
Kern der Dinge umreißt. ' 
„Wir wolle« Sen Friede«.. .* 
Schon in seiner Rede vom 3. November 1933 
zeichente er das Ziel unserer deutschen militä 
rischen Aufbauarbeit ganz konzentriert in fol 
genden Worten: 
„....Uns treibt nicht der Wille zum Krieg, 
wir wollen kein Wettrüsten und wir fordern 
keine Angriffswaffen. Wir fordern nur das 
Recht, das jedem anderen Staate unbenom 
men ist, nur das Recht auf Sicherheit. Deutsch 
land will den Frieden, es will in Ruhe seinen 
Staat neu aufbauen, es will ungestört die 
Wunden heilen können, die ein unglücklicher 
Krieg und ein unseliger Frieden der deutschen 
Wirtschaft schlug. Es will den deutschen Men 
schen das Glück der gesicherten Arbeit wieder 
bringen. Nie hat ein Staatsmann vor aller 
Welt seinen Friedenswillen eindringlicher 
verkündet als der deutsche Reichskanzler. Nie 
hat ein Führer so ehrlich sein Volk zur Bekun 
dung dieses Friedenswillens zur Abstimmung 
gerufen wie Adolf Hitler. Wir deutschen Sol 
daten haben die Schrecken des Krieges kennen 
gelernt, wie kein anderer Soldat der Welt, 
wir deutschen Soldaten wissen, daß ein Krieg 
der Zukunft ein Krieg der Völker sein würde. 
Wir wollen deshalb mit Adolf Hitler den 
deutschen Frieden." 
Die Weihestunde aus dem Königlichen Platz. 
Am Rednerpult Rudolf Heß. 
«Weltbild, K.) 
Mit zwei Zentnern durch den Weltkrieg 
Erinnerungen eines Optimisten. 
Von Karl Borromäus Gröber. 
Copyright 1988 by Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart. 
und wer keine gehabt, bekam von den anderen 
sein Teil ab. Dies wurde ja nicht so tragisch 
genommen, aber bitter beklagten sich jene 
Aermsten, die, vertrauend auf die neumodische 
Einrichtung, ihre eigenen geliebten ledernen 
Reithosen und Westen abgegeben hatten. Ich 
sehe noch, wie ein Kamerad traurigen Auges 
seine zu einem Kiuüerhöschen zusammenge 
schrumpfte Lederhose betrachtete. Da Ersatz an 
Hosen erst wieder im Quartier zu finden war, 
mußte der Aermste, nur mit einer Unterbuxe 
bekleidet, den Heimweg antreten. 
Bei Nisch ging auch das gottverfluchte Imp 
fen an. Gegen jede Krankheit, die es überhaupt 
gab, wurde man eingespritzt. Es hat allem An 
schein nach auch wirklich etwas genützt, denn 
den gefürchteten Typhus, und was sonst alles 
in Serbien an derartigen Krankheiten heimisch 
war, bekamen wir in der Batterie nicht zu 
spüren. 
Wie man uns Gebirgsartilleristen fernerhin 
verwenden wollte, war uns völlig unklar. In 
Serbien hatten wir unsere Schuldigkeit getan, 
und über das weitere Geschehen im Orient 
waren wir, wie jeder Soldat vom Oberstleut 
nant abwärts, absolut nicht im Bilde. Wir 
waren daher baß erstaunt, als wir eines schö 
nen Tages Richtung Griechenland in Marsch 
gesetzt wurden. Langsam zogen wir an der Mo 
rava entlang gen Süden. Der Marsch war 
friedlich, aber darum um nichts leichter als im 
Herbste, wo wir hinter dem Feinde dreinliefen. 
Kriegerische Abenteuer gab es vorerst keine zu 
bestehen. Die Quartiere waren anfangs gut, 
einmal waren wir sogar bei einem deutschen 
Müller in der Nähe von Lescovac einlogiert, 
der uns zu Ehren einen richtigen Pfau briet. 
Gebratenen Pfau gab es überhaupt in Serbien 
(9. Fortsetzung.) 
Unser Rückmarsch ins Winterquartier bei 
Nisch, das wir aber kaum zehn Tage innehat 
ten, war nochmals sehr anstrengend. Die Stra 
ßen und Engpässe zwischen Kursumlija und 
Prokuplije waren noch schlechter als die sonst 
gewohnten. Unsere Freude war daher groß, als 
wir endlich etwa sieben Kilometer von der 
Großstadt Nisch entfernt, in Perutina, einem 
elenden Nest, das nichts bot, am 2. Dezember 
1915 Quartier bezogen. Dagegen gingen von 
der Pracht der Hauptstadt Nisch die phantastisch 
sten Gerüchte um. Wir hatten in den Gazetten 
von den strahlenden Kaffeehäusern, in denen 
die serbischen Verschwörer den Krieg ausgeheckt 
haben sollten, gelesen. Mit dem Glanz war es 
nicht weit her. Eine simple Petroleumlampe 
mit Blechschild ersetzte den erwarteten Kristall 
leuchter mit elektrischen Birnen. Aber es gab 
wenigstens wieder Paradiesbetten. Wir sahen 
wieder die allbekannten roten Plüschsessel und 
Sofas. Im Hotel brauchten wir unser Essen 
nicht selbst zu kochen, und in den Läden konnte 
der Frontsoldat alle seine primitiven Bedürf 
nisse befriedigen. In Nisch gab es ferner eine 
moderne Einrichtung, die wir von der West 
front her noch nicht kannten und die hier an 
scheinend zum ersten Male erprobt wurde. Es 
waren die Entlausungsanstalten! Wir mußten 
alles ausziehen und ablegen, was wir auf dem 
Leibe trugen. Wie uns der Herr geschaffen, 
saßen wir nackt in einem stark überheizten 
Saale, wurden gebadet und abgebraust. Wäh 
rend dieser Zeit bruzzelten draußen in den 
Kesseln unsere Gewänder und unsere Wäsche. 
Leider hatten die Nischer Entlauser noch keine 
große Erfahrung. Viele meiner Kameraden 
Die Plakette 
zum Tag der Nationale« Arbeit 
«Scherl Bilderdienst, K) 
öfter, und dieses Gericht war hoch geschätzt, 
wenn der Vogel nicht zu alt war. 
Auf diesem Vormarsch ist mir etwas Selt 
sames passiert. Den Serben war es nicht ge 
lungen, ihr Eisenbahnmaterial in Sicherheit 
zu bringen, und so standen manche Strecken 
kilometerweise voll von verlassenen Eisenbahn 
wagen. Unsere Truppen hatten sie noch nicht 
abtransportieren können, und nur an den 
Straßenübergängen waren die endlosen Züge, 
so gut es ging, auseinandergeschoben worden, 
damit ein bescheidener Durchlaß für die vor 
wärts marschierenden Truppen vorhanden 
war. Es ist vielleicht kein Zeichen von über 
ragender Intelligenz, daß ich in einem solchen 
Engpaß an der Rückwand eines Güterwagens 
das Richtungszeichen für die nachkommende 
Batterie angebracht hatte. Als diese ein paar 
Stunden später nachrückte, hatten die Pioniere 
schon Ordnung in das Chaos gebracht und den 
Wagen mit einem Wegweiser rückwärts nach 
Lescovac hineingeführt. In Uesküb sah ich ihn 
dann sechs Wochen später, jetzt leider zwecklos 
geworden, wieder. Die Batterie aber hatte sich 
böse verlaufen, und ein trefflicher Anpfiff war 
der wohlverdiente Lohn für meine Dummheit. 
* 
Mazedonien. 
Der Marsch nach dem Süden brachte manche 
Ueberraschung und Abwechselung. Wir lernten 
das Volksleben, Sitten und Gebräuche der 
Leute gründlich kennen. Am 13. Dezember 
1915 waren wir von Nisch fortgezogen und 
kamen gerade am Heiligen Abend in einem 
malerischen Dorf bei Kumanovo, dem rein tür 
kischen Orizar, an. Die Post wollte gar nicht 
funktionieren, und der Weihnachtsabend schien 
recht trübe werden zu wollen. Zu allemhin 
traf mich noch ein persönliches Mißgeschick- 
Einer unserer Wagen war fast fünfzig Kilo 
meter von unserem Quartier weg im Dreck 
steckengeblieben. Ich hatte mit noch zwei Kame 
raden die schöne Aufgabe, den schweren Karren 
mit abgehetzten und ermüdeten Pferden nach 
zubringen. Traurig saßen wir in der Näh 
eines bulgarischen Biwaks und hatten die 
Aussicht, Weihnachten fern von den Kamera 
den, ohne ein Stück Brot, auf der Landstraße 
verbringen zu müssen. Trotzdem schlief ick) 
ein, bald aber weckte mich mein Begleiter, dee 
in allen Satteln gerechte Birzlmeier, in Zivil 
Schenkkellner in einem großen Münchener 
Bräu, und flüsterte mir ins Ohr: „Ganz zua, 
nix als los, i hab zwei neie Gäul samt deM 
Gschirr!" Zwei Minuten später verließ ein 
Wagen so leise als möglich seinen Parkplatz 
neben den Bulgaren. Kaum waren wir am 
der Straße, ging's, heidi, auf und davon! Was 
hatte Birzlmeier, der in einer rauhen Scha^ 
ein weiches Gemüt barg, getan? Er hatte d«A 
Bulgaren das beste Gespann vom Parkplatz 
weg gestohlen. Ich glaube, es ist leichter um 
sicher weniger gefährlich, aus einem Tigerküfils 
ein Stück Fleisch herauszuholen, als dr^ 
Mann hoch zwei Pferde von einer bulgarische^ 
Geschützbespannung zu mausen. Das Temp^ 
das wir mit den neuen Pferden anschlüge^ 
war nicht zu verachten. Vor Kumanovo abeO 
wo der andere Teil des Bulgarenregiments 
lagerte, ließen wir heimlich und verschämt un 
sere unfreiwilligen Helfer stehen und zöge" 
langsam mit unseren alten KrümpergäuleN 
nach dem nicht mehr allzu weiten Quartier. 
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$Lhtesmq=<KalsieuiischeH. £andeszeitattq 
«Rendsburger Tageblatt, Süderbraruper 
Tageblatt, Hohenwestedter Zeitung, 
Die Landpost. Hanerau-Hademarschen« 
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Mai rechtzeitig zu erneuern, bitten wir, sofort 
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