Werner von Blomberg —
Deutschlands jüngster Generalfeldmarschall
Soh« einer alten Soldatenfamilie. — Pour le merite und Verwnudeteuabzeicheu.
An vorderster Stelle bei der Neugestaltung -es Heeres.
(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Der Führer und Reichskanzler hat dem
deutschen Kriegsminister Werner v. Blom
berg am 20. April den Felömarschallstab
überreicht. Diese Beförderung ist die Krö
nung eines Soldatenlebens voller Treue
und Pflichterfüllung.
„Die Lansbah» ist eindeutig festgelegt!"
Reichskriegsminister Werner von Blomberg,
Deutschlands jüngster Generalfeldmarschall,
dem heute das Heer, die Kriegsmarine und die
Luftflotte unterstellt sind, entstammt einer
alten Soldatenfamilie. Er ist Pommer, 1878
in Stargarö geboren, und erhielt seine Er
ziehung im Kadettenkorps in Lichterfelde. 1897
trat er als Leutnant in das 73. Füsilierregi
ment ein, wo die großen militärischen Bega
bungen des jungen Offiziers schon bald auf
fielen. Dadurch war seine Laufbahn schon von
früh auf eindeutig festgelegt: Besuch der
Kriegsakademie und 1908 bereits Beförderung
zum großen Generalstab. Vor dem Kriege war
er noch kurze Zeit Kompagniechef im Infan
terieregiment 130. Als dann der Krieg aus
brach, erfolgte seine Kommandierung als Ge
neralstabshauptmann zur 19. Reservedivision,
die damals unter dem Kommando des Gene
ralleutnants von Bahrfeldt stand und dem 10.
Reservekorps angehörte. Hier machte er den
Vormarsch durch Belgien mit und zeichnete sich
in der mehrtägigen Schlacht an der Sambre
aus. Die Schlacht bei St. Quentin am 28. und
29. August stellte ihm neue, dankbare Aufgaben,
und auch an der Marneschlacht nahm er in dem
Abschnitt von Petit—Morin wesentlichen An
teil.
Der Held vom Chemin-des-Dames.
Das Jahr 1918 ließ ihn an der Winterschlacht
in der Champagne teilnehmen, und dann wur
den seine großen Fähigkeiten im Ober-Elsaß
verwandt, wo die schweren Kämpfe am Reichs
ackerkopf und am Hartmannsweiler Kopf sowie
die zweite Schlacht bei Münster alle seine
Kräfte in Anspruch nahmen. Auch die große
Verdun-Offensive zog ihn in ihren Bann, und
der inzwischen zum Major beförderte v. Blom
berg wurde im Juli 1916 erster Generalstabs
offizier des 18. Reserve-Korps. Der Abschnitt
von Douaumont und Baux war damals sein
Arbeitsgebiet, bis er im Frühjahr des Jahres
1917 als erster Generalstabsoffizier zum
Armee-Oberkommando der 7. Armee versetzt
wurde. Sein größtes Ruhmesblatt aber bil
deten die Schlachten von Soissons und Reims
im Mai und Juni 1918, die zur Rückeroberung
des Chemin-des-Dames führten und den
großen Vorstoß nach der Marne im Gefolge
hatten. Die hervorragenden Vorbereitungen
dieser Kämpfe waren zum größten Teil Blom
bergs Verdienst, so daß er am 3. Juni 1918 den
Dank seines obersten Kriegsherrn in Form
des „Pour le Msrite" erhielt. Wie intensiv
Blomberg seine Aufgaben auffaßte, ergibt sich
daraus, daß er keinen Augenblick den Einsatz
seiner eigenen Person scheute und neben dem
„Pour le Msrite" auch das Verwundeten
abzeichen erhielt.
Von der Front zur Reichswehr.
Daß man einen derartig hervorragend be
gabten Offizier der Reichswehr zu erhalten
suchte, war selbstverständlich. So sehen wir ihn
nach dem Kriege als Chef des Stabes im
Wehrkreiskommando V in Stuttgart, bis er im
Jahre 1921 iu das Reichswehrministerium be
rufen wurde. Hier war er zunächst Abteilungs
leiter, dann Chef des Truppenamtes, und dann
übernahm er, nachdem er 1928 Generalmajor
geworden war, das Oberkommmando über
den Wehrkreis I Ostpreußen. Eine längere
Studienreise durch Amerika im Jahre 1930
wirbelte damals viel Staub in politischer Be
ziehung um ihn auf und gab zu den verschie
densten Gerüchten Anlaß. 1933 wuroc er beim
Umbruch Reichswehrminister und General der
Infanterie und am 1. November des gleichen
Jahres Generaloberst.
Im neuen Deutschland.
Generaloberst von Blomberg hat im geisti
gen Ringen um die Neugestaltung der Wehr
macht Deutschlands stets an vorderster Stelle
gestanden, wie er überhaupt zu jenen Vertre
tern preußisch-deutscher Arbeit gehört, die, be
wußt ihrer großen Tradition, Reformatoren
aus innerster Ueberzeugung sind und die gei
stigen Kräfte in der Entwicklung sehen, wer
ten und zur Geltung bringen. Schon die
äußere Erscheinung unseres neuen Reichs
kriegsministers charakterisiert am besten den
alten Soldaten: seine hohe schlanke Figur mit
dem Gardemaß, sein scharfgeschnittenes offe
nes Gesicht mit den klaren, hellen Augen, seine
ausgesprochene Reitererscheinung, verbunden
mit seiner von Sport gestählten Beweglichkeit.
Was ihn aus der Reihe der anderen hohen
Offiziere der Armee hervorhebt, ist seine aus
gesprochene rednerische Begabung, die ohne
jede Phrasenmalerei knapp und exakt den
Kern der Dinge umreißt. '
„Wir wolle« Sen Friede«.. .*
Schon in seiner Rede vom 3. November 1933
zeichente er das Ziel unserer deutschen militä
rischen Aufbauarbeit ganz konzentriert in fol
genden Worten:
„....Uns treibt nicht der Wille zum Krieg,
wir wollen kein Wettrüsten und wir fordern
keine Angriffswaffen. Wir fordern nur das
Recht, das jedem anderen Staate unbenom
men ist, nur das Recht auf Sicherheit. Deutsch
land will den Frieden, es will in Ruhe seinen
Staat neu aufbauen, es will ungestört die
Wunden heilen können, die ein unglücklicher
Krieg und ein unseliger Frieden der deutschen
Wirtschaft schlug. Es will den deutschen Men
schen das Glück der gesicherten Arbeit wieder
bringen. Nie hat ein Staatsmann vor aller
Welt seinen Friedenswillen eindringlicher
verkündet als der deutsche Reichskanzler. Nie
hat ein Führer so ehrlich sein Volk zur Bekun
dung dieses Friedenswillens zur Abstimmung
gerufen wie Adolf Hitler. Wir deutschen Sol
daten haben die Schrecken des Krieges kennen
gelernt, wie kein anderer Soldat der Welt,
wir deutschen Soldaten wissen, daß ein Krieg
der Zukunft ein Krieg der Völker sein würde.
Wir wollen deshalb mit Adolf Hitler den
deutschen Frieden."
Die Weihestunde aus dem Königlichen Platz.
Am Rednerpult Rudolf Heß.
«Weltbild, K.)
Mit zwei Zentnern durch den Weltkrieg
Erinnerungen eines Optimisten.
Von Karl Borromäus Gröber.
Copyright 1988 by Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart.
und wer keine gehabt, bekam von den anderen
sein Teil ab. Dies wurde ja nicht so tragisch
genommen, aber bitter beklagten sich jene
Aermsten, die, vertrauend auf die neumodische
Einrichtung, ihre eigenen geliebten ledernen
Reithosen und Westen abgegeben hatten. Ich
sehe noch, wie ein Kamerad traurigen Auges
seine zu einem Kiuüerhöschen zusammenge
schrumpfte Lederhose betrachtete. Da Ersatz an
Hosen erst wieder im Quartier zu finden war,
mußte der Aermste, nur mit einer Unterbuxe
bekleidet, den Heimweg antreten.
Bei Nisch ging auch das gottverfluchte Imp
fen an. Gegen jede Krankheit, die es überhaupt
gab, wurde man eingespritzt. Es hat allem An
schein nach auch wirklich etwas genützt, denn
den gefürchteten Typhus, und was sonst alles
in Serbien an derartigen Krankheiten heimisch
war, bekamen wir in der Batterie nicht zu
spüren.
Wie man uns Gebirgsartilleristen fernerhin
verwenden wollte, war uns völlig unklar. In
Serbien hatten wir unsere Schuldigkeit getan,
und über das weitere Geschehen im Orient
waren wir, wie jeder Soldat vom Oberstleut
nant abwärts, absolut nicht im Bilde. Wir
waren daher baß erstaunt, als wir eines schö
nen Tages Richtung Griechenland in Marsch
gesetzt wurden. Langsam zogen wir an der Mo
rava entlang gen Süden. Der Marsch war
friedlich, aber darum um nichts leichter als im
Herbste, wo wir hinter dem Feinde dreinliefen.
Kriegerische Abenteuer gab es vorerst keine zu
bestehen. Die Quartiere waren anfangs gut,
einmal waren wir sogar bei einem deutschen
Müller in der Nähe von Lescovac einlogiert,
der uns zu Ehren einen richtigen Pfau briet.
Gebratenen Pfau gab es überhaupt in Serbien
(9. Fortsetzung.)
Unser Rückmarsch ins Winterquartier bei
Nisch, das wir aber kaum zehn Tage innehat
ten, war nochmals sehr anstrengend. Die Stra
ßen und Engpässe zwischen Kursumlija und
Prokuplije waren noch schlechter als die sonst
gewohnten. Unsere Freude war daher groß, als
wir endlich etwa sieben Kilometer von der
Großstadt Nisch entfernt, in Perutina, einem
elenden Nest, das nichts bot, am 2. Dezember
1915 Quartier bezogen. Dagegen gingen von
der Pracht der Hauptstadt Nisch die phantastisch
sten Gerüchte um. Wir hatten in den Gazetten
von den strahlenden Kaffeehäusern, in denen
die serbischen Verschwörer den Krieg ausgeheckt
haben sollten, gelesen. Mit dem Glanz war es
nicht weit her. Eine simple Petroleumlampe
mit Blechschild ersetzte den erwarteten Kristall
leuchter mit elektrischen Birnen. Aber es gab
wenigstens wieder Paradiesbetten. Wir sahen
wieder die allbekannten roten Plüschsessel und
Sofas. Im Hotel brauchten wir unser Essen
nicht selbst zu kochen, und in den Läden konnte
der Frontsoldat alle seine primitiven Bedürf
nisse befriedigen. In Nisch gab es ferner eine
moderne Einrichtung, die wir von der West
front her noch nicht kannten und die hier an
scheinend zum ersten Male erprobt wurde. Es
waren die Entlausungsanstalten! Wir mußten
alles ausziehen und ablegen, was wir auf dem
Leibe trugen. Wie uns der Herr geschaffen,
saßen wir nackt in einem stark überheizten
Saale, wurden gebadet und abgebraust. Wäh
rend dieser Zeit bruzzelten draußen in den
Kesseln unsere Gewänder und unsere Wäsche.
Leider hatten die Nischer Entlauser noch keine
große Erfahrung. Viele meiner Kameraden
Die Plakette
zum Tag der Nationale« Arbeit
«Scherl Bilderdienst, K)
öfter, und dieses Gericht war hoch geschätzt,
wenn der Vogel nicht zu alt war.
Auf diesem Vormarsch ist mir etwas Selt
sames passiert. Den Serben war es nicht ge
lungen, ihr Eisenbahnmaterial in Sicherheit
zu bringen, und so standen manche Strecken
kilometerweise voll von verlassenen Eisenbahn
wagen. Unsere Truppen hatten sie noch nicht
abtransportieren können, und nur an den
Straßenübergängen waren die endlosen Züge,
so gut es ging, auseinandergeschoben worden,
damit ein bescheidener Durchlaß für die vor
wärts marschierenden Truppen vorhanden
war. Es ist vielleicht kein Zeichen von über
ragender Intelligenz, daß ich in einem solchen
Engpaß an der Rückwand eines Güterwagens
das Richtungszeichen für die nachkommende
Batterie angebracht hatte. Als diese ein paar
Stunden später nachrückte, hatten die Pioniere
schon Ordnung in das Chaos gebracht und den
Wagen mit einem Wegweiser rückwärts nach
Lescovac hineingeführt. In Uesküb sah ich ihn
dann sechs Wochen später, jetzt leider zwecklos
geworden, wieder. Die Batterie aber hatte sich
böse verlaufen, und ein trefflicher Anpfiff war
der wohlverdiente Lohn für meine Dummheit.
*
Mazedonien.
Der Marsch nach dem Süden brachte manche
Ueberraschung und Abwechselung. Wir lernten
das Volksleben, Sitten und Gebräuche der
Leute gründlich kennen. Am 13. Dezember
1915 waren wir von Nisch fortgezogen und
kamen gerade am Heiligen Abend in einem
malerischen Dorf bei Kumanovo, dem rein tür
kischen Orizar, an. Die Post wollte gar nicht
funktionieren, und der Weihnachtsabend schien
recht trübe werden zu wollen. Zu allemhin
traf mich noch ein persönliches Mißgeschick-
Einer unserer Wagen war fast fünfzig Kilo
meter von unserem Quartier weg im Dreck
steckengeblieben. Ich hatte mit noch zwei Kame
raden die schöne Aufgabe, den schweren Karren
mit abgehetzten und ermüdeten Pferden nach
zubringen. Traurig saßen wir in der Näh
eines bulgarischen Biwaks und hatten die
Aussicht, Weihnachten fern von den Kamera
den, ohne ein Stück Brot, auf der Landstraße
verbringen zu müssen. Trotzdem schlief ick)
ein, bald aber weckte mich mein Begleiter, dee
in allen Satteln gerechte Birzlmeier, in Zivil
Schenkkellner in einem großen Münchener
Bräu, und flüsterte mir ins Ohr: „Ganz zua,
nix als los, i hab zwei neie Gäul samt deM
Gschirr!" Zwei Minuten später verließ ein
Wagen so leise als möglich seinen Parkplatz
neben den Bulgaren. Kaum waren wir am
der Straße, ging's, heidi, auf und davon! Was
hatte Birzlmeier, der in einer rauhen Scha^
ein weiches Gemüt barg, getan? Er hatte d«A
Bulgaren das beste Gespann vom Parkplatz
weg gestohlen. Ich glaube, es ist leichter um
sicher weniger gefährlich, aus einem Tigerküfils
ein Stück Fleisch herauszuholen, als dr^
Mann hoch zwei Pferde von einer bulgarische^
Geschützbespannung zu mausen. Das Temp^
das wir mit den neuen Pferden anschlüge^
war nicht zu verachten. Vor Kumanovo abeO
wo der andere Teil des Bulgarenregiments
lagerte, ließen wir heimlich und verschämt un
sere unfreiwilligen Helfer stehen und zöge"
langsam mit unseren alten KrümpergäuleN
nach dem nicht mehr allzu weiten Quartier.
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«Rendsburger Tageblatt, Süderbraruper
Tageblatt, Hohenwestedter Zeitung,
Die Landpost. Hanerau-Hademarschen«
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Mai rechtzeitig zu erneuern, bitten wir, sofort
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