Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

bas int Gegensatz zu Deutschland die Völker- 
Lundssatzungen und den Kelloggpakt verletzt 
habe, zu Besprechungen mit den Mächten über 
das Abessinien-Problem eingeladen werde. 
Sei es fair, wenn man Deutschland verurteile, 
weil es gegenseitige Veistandsverträge in Ost 
europa ablehne? Solle man nicht anerkennen, 
daß eine Verpflichtung, keine Gewalt zur 
Aenderung der Grenzen anzuwenden, das 
Höchste ist, was man von der menschlichen Na 
tur verlangen kann (Nichtangriffspakte?). 
Dann wiederum werde die deutsche Freund 
schaft mit England als ein Versuch ausgelegt, 
Frankreich zu isolieren. Er wisse, daß dieses 
Mißtrauen vom deutschen Kanzler tief be 
dauert werde. 
Der Kanzler habe ihm gesagt, er habe von 
Nibbentrop gewählt, weil es dieser zu sei 
ner Lebensaufgabe gemacht habe, eine 
Aussöhnung zwischen Deutschland und 
Frankreich durch die Vermittlung Eng 
lands herbeizuführen. 
Lord Lothian habe in einer kürzlichen Rede 
erklärt, wenn man nicht zu dem Eingeständnis 
bereit wäre, daß Deutschland seinen berechtig 
ten Standpunkt vertrete, würde ein neuer 
Krieg unvermeidlich sein. Jedermann werde 
mit der abschließenden Bemerkung Lord Lo- 
thians übereinstimmen, daß aller Friede aus 
wirklicher Gerechtigkeit begründet sein müsse. 
Die Lage. 
Eigener Bericht unserer Berliner Redaktion. 
Die aus Paris und London vorliegenden 
Meldungen bestätigen die Fortdauer der Ge 
gensätze in der Beurteilung der abessinischen 
Lage. In den Pariser Abendblättern von ge 
stern wird auf das Fortbleiben der Englän 
der in den Pariser Hotels hingewiesen. Der 
„Figaro" schreibt, die Zahl der in Paris sich 
aufhaltenden Engländer sei schon im März 
um mehr als 60 Proz. geringer geblieben, al» 
im März vorigen Jahres. 
Der Pariser „Temps" schreibt: Der Mei 
nungsaustausch zwischen Frankreich und Eng 
land über die Formulierung der von England 
an Deutschland zu stellenden Fragen ist abge 
schlossen. Frankreich hält an seinem Bündnis 
system unter allen Umstünden fest. 
Ter Pariser „Temps" schreibt, Frankreichs 
Anfragen an Deutschland, die London am Wo 
chenende weiterleitet, beschränken sich auf 
Deutschlands Stellungnahme hinsichtlich des 
Abschlusses von östlichen Nichtangriffspakten. 
Alle weiteren Fragen, die nach Berlin gehen, 
werden von England gestellt und entsprechen 
der englischen Initiative. 
Diese Pariser Blüttermeldungen lassen auf 
Frankreich und England schließen. 
Der „Jntransingent" geht mit dem Urteil 
so weit, daß er gestern schreibt, es gäbe keine 
gemeinsame Plattform mehr für Frankreichs 
und Englands Stellungnahme in den großen 
politischen Fragen, die nicht nur Afrika, son 
dern in erster Linie jetzt Europa berührten. 
Spannung über die Weiterentwicklung der 
Dinge liegt heute über dem europäischen 
Blätterwald. 
Die „N. Baseler Ztg." schreibt: „Es ist ganz 
ausgeschlossen, daß mitten im Wahlkamps eine 
französische Regierung Entscheidungen von 
Tragweite treffen könne, denn aus der Rech 
ten wie auf der Linken sind die Stellungen 
bezogen, und welches die Regierung von mor 
gen sein wird, weiß heute noch niemand. Die 
Leidenschaften und Widerstände sind zu stark, 
und mitten im Wahlkampf lassen sich die Pa 
rolen kam ändern." 
• * » 
Beunruhigende Virkung 
des afrikanischen Krieges. 
Angesichts der so gut wie verzweifelten Lage 
der Abessinier ist eine Befürchtung in stärke 
rem Maße wahr geworden, die man in poli 
tischen Kreisen Londons wiederholt geäußert 
hat. In den oft- und westafrikanischen briti 
schen Kolonien zeigt sich nach englischen Mel 
dungen eine immer stärkere Erregung unter 
den Eingeborenen, die, von Agitatoren aufge 
hetzt, teilweise drohen, sie würden die Missi 
onare vertreiben usw. Die Stimmung gegen 
die weiße Rasse hat sich nach diesen Meldungen 
ersichtlich verschärft. Gleichzeitig macht sich ein 
starker Wasfenschmuggel bemerkbar, der unter 
der Devise eines „Krieges der Zukunft" be 
trieben wird. 
~ X ~ 
Die Kosaken und die Hofe Armee. 
Bisherige Beschränkungen aufgehoben. 
Moskau, 21. April. Wie die sowjetrussische 
Telegraphenagentur mitteilt, ist ein Beschluß 
des Zentralvollzugsausschusses der Sowjet 
union veröffentlicht worden, wonach die bis 
herigen Beschränkungen für die Kosaken hin 
sichtlich ihres Waffendienstes in der Roten 
Armee aufgehoben worden sind. Eine Aus 
nahme hiervon bilden nur diejenigen Kosaken, 
denen durch Gerichtsurteile die bürgerlichen 
Rechte entzogen sind. 
Die Kosaken galten von jeher als besonders 
zarentreu, weshalb ihnen die bolschewistischen 
Machthaber mit größtem Mißtrauen begegne 
ten. Nach der Ausrottung der älteren Kosaken 
generationen scheinen die Sowjets jedoch zu 
der Ueberzeugung gekommen zu sein, daß 
ihnen von dieser Seite keine Gefahr mehr 
droht. Die Ueberlebenden werden also jetzt 
„in. Gnaden" aufgenommen. 
Der 1. Mai 1936 In -er Reichshauptstadt 
DNB. Berlin, 22. April. Das amtliche Pro 
gramm für die Feier des Nationalfeiertages 
des deutschen Volkes in der Reichshauptstadt 
liegt nunmehr vor und sieht folgende Veran 
staltungen vor: 
1. 8.30 bis 9.30 Uhr: Jugendkundgebnng im 
Poststadion. 
Programm: Fanfaren, Eröffnungsansprache 
durch den Reichsjugendführer Baldur von 
Schirach. 
Lied: „Tritt heran, Arbeitsmann" von Hein 
rich Lersch. Melodie von Fritz Sotke, gesungen 
von 3000 Angehörigen der Hitler-Jugend. 
Rede: Reichsminister Dr. Goebbels. 
Lied: „Aufhebt unsere Fahnen" v. W. Zorg, 
Melodie von Fritz Sotke. 
Ansprache des Führers. 
Gemeinsames Lied: „Vorwärts, vorwärts". 
An der Kundgebung nehmen 80 000 Jugend 
liche, zu Dreiviertel Angehörige der HI. und 
des BDM., teil. Die künstlerische Ausgestal 
tung liegt in den Händen des Architekten 
Speer. — Die Feier wird über alle deutschen 
Sender übertragen. Im ganzen Reich finden 
zur selben Zeit ähnliche Feiern mit Uebertra- 
gung von Berlin statt. 
2. 10.30 bis 11.30 Uhr: Festsitzung der 
Reichskulturkammer im Deutschen Opern 
haus, Charlottenburg. 
Es spricht der Präsident der Reichskultur 
kammer, Reichsminister Dr. Goebbels. 
- Verkündung des Buch- u. Filmpreises 1936. 
3. 12.30 bis 13.30 Uhr: Staatsakt. 
Da das Tempelhoser Feld durch den Ausbau 
des Flughafens nicht mehr zur Verfügung 
steht und ein anderer geeigneter Platz in Ber 
lin nicht vorhanden ist, findet die Hauptkund 
gebung des Tages in diesem Jahr in folgender 
Weise statt: 
Vom Deutschen Opernhaus über Bismarck 
straße — Knie — Charlottenburger Chaussee — 
Brandenburger Tor — Pariser Platz — Straße 
Unter den Linden — Schloßbrücke — bis zum 
Lustgarten werden nördlich und südlich der 
Fahrbahn die Schaffenden Berlins Aufstellung 
nehmen. Sie marschieren in 25 Säulen teils 
aus den nördlichen, teils aus den südlichen 
Gegenden der Reichshauptstadt in die einzel 
nen für sie bestimmten Aufmarschabschnitte. 
Auf der ganzen Strecke werden Lautsprecher 
anlagen errichtet. Im Lustgarten werden Ab 
ordnungen aller Kreise Aufstellung nehmen, 
Front nach dem Alten Museum. Im Lustgar 
ten werden auf der Dom- und auf der Spree- 
seite Tribünen errichtet, die mit monumenta 
len Fahnenwänden abgeschlossen sein werden. 
Auf den Stufen des Alten Museums werden 
die Fahnen der Berliner Gliederungen der 
Partei Aufstellung nehmen. 
Programm: Fanfaren. Eröffnungsansprache: 
Reichsminister Dr. Goebbels. 
Rede des Führers. 
Deutschlandlied, Horst-Wessel-Lied. 
Schlußworte: Dr. Ley. 
^Die Kundgebung wird über alle deutschen 
Sender in die Parallelkundgebungen, die über 
all im ganzen Reich zur selben Zeit stattfinden, 
übertragen, außerdem über die Lautsprecher- 
anlage, die vom Lustgarten auf den vorbezeich- 
neten Straßen bis zum Deutschen Opernhaus 
errichtet sind. 
1. 17 Uhr: Empfang der Arbeiterdelegatio- 
neu im Palais des Reichspräsidenten. 
Aus allen Gauen des Reiches werden ins 
gesamt 160 Arbeiter aller Berufe und die Sie 
ger des Reichsberufswettkampfes 1936 von der 
Reichsregierung als Gäste nach Berlin geladen, 
wo sie im Laufe des 30. April eintreffen und 
um 16 Uhr im Kaiserhof von Dr. Goebbels, 
Dr. Ley und Baldur von Schirach begrüßt 
werden. Die Delegierten nehmen sowohl an 
der Jugendkundgebung als auch am Staatsakt 
im Lustgarten teil und werden am Nachmittag 
des 1. Mai dann vom Führer empfangen. An 
fahrt erfolgt vom Kaiserhof über Wilhelm 
straße zum Palais des Reichspräsidenten. 
5. 20.15 bis 21.45 Uhr: Fackelzug der Wehr 
macht und der Verbände der Bewegung. 
Viermal hat Schatzkanzler Neville Chamber- 
lain in seiner Eigenschaft als Finanzminister 
dem Parlament einen Haushalt vorlegen kön 
nen, mit dem der britische Steuerzahler un 
geachtet einiger Ach's und Oh's zufrieden sein 
konnte. Wie erinnerlich, spielte noch der letzte 
Haushalt im vergangenen Jahre infolge sei 
nes außerordentlich günstigen Abschlusses eine 
sehr bedeutende Rolle bei den Kalkulationen 
um die Neuwahlen zusammen mit der günsti 
gen Stimmung infolge des Königsjubiläums. 
Mit diesem fünften Budget hat der Finanz 
minister freilich angesichts eines Defizits von 
mehr als 21 Millionen Pfund Sterling einen 
derben Griff in die Börse des britischen 
Staatsbürgers tun müssen. Es hat dem Schatz 
kanzler dabei wenig geholfen, daß er die 
Schuld für die neue Erhöhung der Einkom 
mensteuer von sich wies und auf die Notwen 
digkeiten der britischen Aufrüstung mahnend 
hindeutete und damit indirekt an das soviel 
zitierte Sicherheitsgefühl seiner Landsleute 
appellierte. Der Endeffekt ist jedenfalls eine 
allgemeine. Enttäuschung, die schließlich nach 
Von Bülowstraße über Potsdamer Straße 
— Potsdamer Platz — Leipziger Straße — 
Friedrichstraße — Unter den Linden — Schloß 
brücke zum Lustgarten. 
6. 22 bis 23 Uhr: Abendkundgebung im 
Lustgarten. 
Es spricht der preußische Ministerpräsident, 
Generaloberst G ö r i n g. 
Großer Zapfenstreich. 
Die Kundgebung wird über alle deutschen 
Sender übertragen. 
7. Ab 21 Uhr: Maifeier der Reichskultur- 
kammer in den Kroll-Festsälen. 
An dieser Maifeier werden die Kulturschaf 
fenden teilnehmen und die Arbeiterdelegierten 
aus dem Reiche als ihre Gäste bei sich sehen. 
Außerdem werden in Berlin und im ganzen 
Reich von den späten Nachmittagsstunden ab 
und abends in allen Sälen, die seit langem 
vorbestellt sind, fröhliche Maifeiern mit Tanz 
der einzelnen Betriebe durchgeführt. Die Po 
lizeistunde ist in der Nacht zum 2. Mai auf 
gehoben. 
Am 2. Mai werden die Arbeiterdelegierten 
aus dem Reich um 12 Uhr vom Staatskom 
missar der Hauptstadt Berlin empfangen. An 
schließend unternehmen sie eine Ausflugsfahrt 
an den Templiner See und werden abends der 
Vorstellung des Deutschen Opernhauses „Die 
lustige Witwe" beiwohnen. 
L ^ L 
Stabschef Lutzes Besuch in Hamburg. 
DNB. Hamburg, 22. April. Die SA.-Gruppe 
Hansa teilt zu dem von uns schon kurz ge 
meldeten Besuch des Stabschefs Lutze mit: 
Der Chef des Stabes der SA., Stabschef 
Lutze, wird am Sonnabend, dem 25. April, der 
Freien und Hansestadt Hamburg einen Staats- 
yegierungsuWbitÄLng in Hofen? 
Wie in Wien, so spricht man angesichts der 
zunehmend schwierigen Lage des gegenwärti 
gen polnischen Kabinetts auch in Warschau 
von einer Regierungsumbildung, nachdem die 
Differenzen zwischen der Obersten-Grnppe und 
dem Kabinett zu einem offenen Konflikt ge 
worden sind. Er kam bereits dadurch zum 
Ausdruck, daß die „Gazeta Polska" ihres bis 
herigen offiziösen Charakters nunmehr völlig 
entkleidet worden ist. Diese Maßnahme ist 
deshalb für das Blatt von erheblicher Bedeu 
tung, weil es wohl das im Ausland meist ge 
lesene und meist zitierte polnische Organ ist. 
Hinzu kam die plötzliche Absetzung des Woy- 
modeu von Krakau, Switalski, der in der Ober- 
sten-Gruppe eine hervorragende Stellung ein 
nahm und die Amtsniederlegung des friihe- 
ren Finanzministers Oberst Matuschewski. Die 
Lage wird noch kompliziert dadurch, daß eine 
neue Streikbewegung ausgebrochen ist. Weit 
über tausend Personen sind noch infolge der 
Unruhen in Krakau und Lemberg in Haft,' 
über hundert Verwundete hatten bei jenen 
blutigen Vorfällen in die Krankenhäuser ein 
geliefert werden müssen. 
Gleichwohl wird nunmehr Ministerpräsident 
Koscialkowski am heutigen Donnerstag seine 
Reise nach Budapest antreten, deren urplötz 
liche Absage am Sonntag solches Aufsehen er 
regt hatte. Man nimmt in Warschau an, daß 
eine Kabinettsumbildung wohl bis nach dem 
12. Mai, dem ersten Todestag Pilsudskis, ver 
schoben werden wird. 
Schießereien in Belfast. 
DRV. Belfast, 22. April. In der Hauptstadt 
von Nordirland kam es in diesen Tagen wie 
der zu Schießereien, die auf den Gegensatz 
zwischen den Katholiken und Protestanten zu 
rückzuführen sind. Vier Männer feuerten in 
einer belebten Geschäftsstraße von Belfast 
mehrere Schüsse ab, die glücklicherweise nie 
mand trafen, sondern in der Mauer einer 
den Ergebnissen der letzten Jahre begreiflich 
erscheint. Ja, in wirtschaftlichen Kreisen Eng 
lands blickt man recht trübe in die Zukunft, 
zumal ja die Kosten der enormen Aufrüstung 
sich nicht gleichbleiben, sondern bis 1938 fort 
gesetzt steigen. — wenigstens nach den bishe 
rigen Plänen, von denen angesichts der zuneh 
mend gespannten Lage im Mittelmeer nie 
mand sagen kann, ob sie so bleiben. Außerdem 
hält man die erheblich höheren Voreinschätzun 
gen des Schatzkanzlers aus zahlreichen Steuer 
quellen für unzutreffend und verweist darauf, 
daß die Ausgaben schon für 1936 um mehr als 
40 Millionen Pfund auf insgesamt 750 Millio 
nen Pfund stiegen und daß der neue Haushalt 
nur noch einen bedeutungslosen Bruchteil un 
ter der allgemein gefürchteten Grenze von 
800 Millionen Pfund bleibt. 
Presse und Opposition haben ihre Bedenken 
bereits geltend zu machen begonnen. In jedem 
Fall wird die Regierung versuchen, schon mit 
Rücksicht auf naheliegende außenpolitische Wir 
kungen den Etat ohne ernste Gefährdung 
durchzubringen. 
besuch abstatten. Stabschef Lutze benutzt den 
Anlaß, um die in Hamburg liegenden Ver 
bünde der SA. zu besichtigen. 
Stabschef Lutze trifft am Sonnabend, dem 
25. April, um 10 Uhr, auf dem Hamburger 
Flughafen ein. Er wird vom Führer der 
Gruppe Hansa, Gruppenführer Fust, und den 
Spitzen von Partei und Staat empfangen. 
Ehrenstürme der SA. und der Gliederungen 
der Partei werden auf dem Flugplatz ange 
treten sein. Mich Abschreiten der Front der 
Ehrenstürme fahrt Stabschef Lutze sofort in 
die Stadt. Er wird während seines Aufenthalts 
in Hamburg Gast des Senats sein. 
Um 16 Uhr besichtigt der Stabschef die auf 
der Moorweide angetretenen Verbände der 
Hamburger SA., um anschließend ins Rathaus 
zu fahren. Um 17.15 Uhr wird er vor dem Ham 
burger Rathaus einen Vorbeimarsch der ge 
samten SA. abnehmen. Nach dem Vorbei 
marsch findet im Großer: Saal des Rathauses 
ein Empfang statt, an dem neben den Führern 
aus Partei, Staat, Wehrmacht, Wirtschaft und 
Kunst die Führer der Hamburger SA.-Stürme 
und aus jedem SA.-Sturm zwei Mann teil 
nehmen werden. Der „SA.-Ruf" auf dem 
Adolf-Hitler-Platz, um 21 Uhr, beendet den 
Tag. 
Stabschef Lutze wird am Sonntag von Ham 
burg nach Mecklenburg fahren, um auch der 
mecklenburgischen Staatsregierung seinen Be 
such zu machen und gleichzeitig die in Mecklen 
burg liegenden Einheiten der SA.-Gruppe 
Hansa zu besichtigen. 
Das polnische Finanzministerium demen 
tiert die Gerüchte über eine Abwertung des 
Zloty. 
Wäscherei, die einem Katholiken gehört, stecken 
blieben. Die Täter konnten unerkannt ent 
kommen. Später wurden Panzerwagen einge 
setzt, die die Straßen des Stadtteiles abfuhren. 
Bei einer anderen Gelegenheit, wo die Polizei 
mit dem Gummiknüppel gegen die Menge 
vorgehen mußte, weil diese sich der Verhaftung 
eines Mannes widersetzte, wurden zwei Po 
lizisten verletzt. 
* * * 
Gesandter mn Sichrer gefunden. 
DNB. Kairo, 23. April. (Eig. Funkmelög.). 
Der vermißte deutsche Gesandte von Stohrer 
ist aufgefunden worden. Er ist im Flugzeug 
nach Kairo unterwegs, wo er gegen mittag er 
wartet wird. 
Der Landesgruppenleiter für Aegypten und 
Vertreter des DNB., von Homeyer, der her 
vorragend an der Suche nach dem Gesandten 
beteiligt war, ist bereits in der Nacht in 
Kairo eingetrofscn. 
Mschafter Irancois-Ysmel auf Arlaab. 
Der französische Botschafter in Berlin, 
Francois-Poncet, ist am Mittwochvormittag 
in Paris eingetroffen, wo er einige Tage sei 
nes Urlaubs verbringen wird. 
Francois-Poncet wurde am Vormittag von 
Außenminister Flanöin empfangen. Außer 
dem hatte der Außenminister eine Besprechung 
mit Kriegsminister Maurin. 
* » * 
Botschafter Ģras Velczek 
in Baris eingeiroften. 
DNB. Paris, 22. April. Der neue deutsche 
Botschafter in Paris, Graf Welczek, ist am 
Mittwoch, aus Madrid kommend, in der 
französischen Hauptstadt eingetroffen. 
Letzter Fmk 
Aus der Arbeitstagung der Kreisleiter in 
der Ordensburg Crössinsee entwarf am Mitt 
woch Reichsbauernführer Darrö ein umfassen 
des Bild der deutschen Ernährungslage und 
der nationalsozialistischen Agrarpolitik. 
Reichsaußen minister Freiherr von Neurath 
hat Außenminister Eden für die von der eng 
lischen Regierung veranstalteten Feierlichkei 
ten bei der Ueberführung des Botschafters von 
Hoesch gedankt. 
London. Die „Times" erklären in einem Ar 
tikel, „ein besseres Friedenssystem" werde der 
Leitsatz der öffentlichen Meinung und natio 
nalen Politik Englands bleiben. Im Zusam 
menhang mit der abessinischen Frage stellt das 
Blatt fest, die öffentliche Meinung Englands 
sei durch die Entdeckung, daß die Beachtung 
der Rechtsgrundsätze durch Frankreich ver 
heerender Einschränkungen fähig sei, in tiefe 
Bestürzung versetzt worden. Das letzte Wort 
habe jetzt der französische Wähler. 
London. Im Verlauf der Unterhansaus 
sprache über den britischen Haushalt stellte der 
Schatzamtssekretär Morrison im Namen der 
Regierung erneut fest, daß der Haushalt als 
ein „Berteidigungshaushalt" betrachtet wer 
den müsse. 
Brüssel. Durch eine Verordnung des Königs 
sind Kammer und Senat aufgelöst worden. Dsti 
Neuwahlen finden am 24. Mai statt. 
Der britische Steuerzahler stöhnt 
Was şşsZrst Rsch in der Pslitik
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.