Kosten und Finanzierung des Stratzemoesens
in den Rechnungsjahren 1933 und 1934*)
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Das Statistische Neichsamt untersucht in Wirt
schaft und Statistik die „Kosten und Finanzierung
des Straßenwesens in den Rechnungsjahren 1933
und 1934". Die Wirtschaftskrise hatte zu einer er
heblichen Einschränkung der Arbeiten an der In
standhaltung und Verbesserung der deutschen Stra
ßen und Wege geführt. Obwohl der Lundstrasten-
verkehr weiter stieg, waren die jährlichen Aufwen
dungen für das deutsche Straßen- und Wegemesen
nach 192g von Jahr zu Jahr zurückgegangen und
1932 schließlich um rd. 649 Mill. MM oder um mehr
als die Hälfte geringer als 1929. Das Nachlassen
der Steuerkraft und die dadurch bedingte allgemeine
Minderung der öffentlichen Einnahmen, die fort
schreitende Kreditmitielverknappung und der
Zwang, zu Gunsten der steigenden Fürsorgelasten
auf anderen Gebieten Einsparungen vorzunehmen,
waren die hauptsächlichen Ursachen dieser Abwärts
bewegung, die selbst wieder in ungünstigem Sinn
auf die allgemeine Wirtschaftslage und vor allem
auf die Arbeitstage zurückivirkte. Dieser Entwick
lung wurde im Jahre 1933 Einhalt geboten.
Rechnungsjahr 1983
Im Rechnungsjahr 1933 wurde der deutsche Stra
ßenbau zunächst in den Dienst der Arbeiisbeschaf-
fung gestellt. Die Bereitstellung zusätzl. Haushalts
mittel gab den Trägern der Straßenbauverwaltung
bie Möglichkeit, umfangreiche Sofortarbeiten an den
deutschen Straßen durchzuführen. Die von den we
gebaupflichtigen Gebietskörperschaften (Ländern,
Provinzialverbänöen, Kreisverbänden und Ge
meinden) auf dem Gebiet des Straßenwesens ge
leisteten Ausgaben waren demgemäß im Rechnungs
jahr 1933 um 278,3 Mill. MM oder 46,3 vH. höher
als im Vorjahr. Von den Ausgaben im Rechnungs
jahr 1933 entfielen auf Länder und Prvvinzialver-
bänbe 276,7 Mill. MM (Zunahme gegen Vorjahr in
Mill. MM 101,8), Kreisverbände 194,9 (+ 60,3), Ge
meinden 465,7 (+ 122,7), zusammen 879,4 (+ 278,3),
davon für lernst). Unterhaltung und Instandsetzung
321,8 (+ 44,2), Umbau, Ausbau und Neubau 360,1
(ch 209,3), Schuldendienst 135,8 (-1- 10,2).
Im Rechnungsjahr 1933 sind demnach bei sämt
lichen Gruppen von wegebaupflichtigen Gebietskör
perschaften vermehrte Aufwendungen fstr Stratzen-
bauzwecke gemacht worden, und zwar überwiegend
für Umbauten, Ausbauten und Neubauten. Die
Aufwendungen hierfür erhöhten sich im Rechnungs
jahr 1933 auf mehr als bas Doppelte der Vorjahrs
beträge. In geringerem Umfang wurden daneben
auch für laufende Unterhaltung und Instandsetzung
Mehrausgaben geleistet. Dagegen haben sich die
nicht unmittelbar für Bauzwecke verausgabten Mit
tel, vor allem die persönlichen Ausgaben, verhält
nismäßig ivenig geändert. Eine Ausnahme machen
nur die Kosten des S ch u l d e n d i e n st e s, die
sich um 10,2 Mill. MM erhöht haben, weil die Schul
den auf dem Gebiet des Straßenwesens im Rech
nungsjahr 1933 größer geworden sind.
Dem hauptsächlichen Zweck der Sofortarbeiten
entsprechend ivurden die Mehrausgaben im Rech
nungsjahr 1933 weitgehend durch Arbeitsbe
schaffungskredite und Arbettsbeschaf
fungszuschüsse finanziert. Wie eine Sonder
erhebung des Statistischen Reichsamts ergeben hat,
wurden von den ivegebaupflichtigen Gebietskörper-
schaften im Rechnungsjahr 1933 rü. 344 Mill. MM
ausgegeben, die für Arbeitsbeschaffung auf dem Ge
biet des Straßen- und Wegeivesens bestimmt waren,
darunter 186 Mill. MM für ausgesprochene Not
standsarbeiten. Von diesen Ausgabe» wurden 62,2
vH. (213,9 Mill. MM) durch Darlehen der Deutschen
Gesellschaft für öffentliche Arbeiten (Oeffa) und
sonstiger Institute und weitere 15,5 vH. (53,3 Mill.
MM) durch Zuschüsse (Grundförderung) der Reichs
anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen
versicherung und durch sonstige Zuschüsse bestritten.
Während sich in den Jahren 1930 bis 1932 die für
Straßenbauzwecke verfügbaren Deckungsmittel, vor
allem die Kreditmittel und die Steuereinnahmen
mehr und mehr verringert und dadurch zwangs
läufig den Rückgang der Ausgaben herbeigeführt
Konzesfionssperre für Gaststatte«
«m 2 Jahre verlängert
Ab 1. April dürfen bis zum 1. April 1938 in
Preußen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast-
und Schankwirtschaften grundsätzlich nicht erteilt
und bestehende Schankerlaubnisse auf nicht zugelas
sene Arten von Getränken nicht ausgedehnt wer
den. Die Errichtungssperre wird also um zwei
Jahre verlängert!
Von besonderer Bedeutung sind die Ausnahmen,
die der Genehmigung des Regierungspräsidenten
bedürfen. Bei der Neuerrichtung von Gast- oder
Schankwirtschaften ist die Genehmigung u. a. zuläs
sig, wenn eine neue Gast- oder Schankwirtschaft an
Stelle einer vorhandenen durch den bisherigen In
haber errichtet wird, wenn eine Erlaubnis erloschen
ist und für die gleichen Räume innerhalb von sechs
Monaten die gleiche Erlaubnis beantragt wird,
wenn eine Schankerlaubnis für eine Kantinenwirt
schaft beantragt wird, sofern der Betrieb wenig
stens 100 Personen ständig beschäftigt, wenn eine
Schankerlaubnis für einen Betrieb beantragt wird,
in dem keine alkoholhaltigen Getränke ausgeschenkt
iverden, wenn die Erlaubnis für den Fremden
oder Ausflüglerverkehr von außergeivöhnlicher Be
deutung ist, wenn die Erlaubnis für einen Gast-
oder Schankwirtschaftsbetrieb beantragt wird, der
lediglich auf Juden beschränkt bleibt und schließlich,
wenn sich durch das Fehlen von Gast- oder Schank
wirtschaften augenscheinliche Mtßstünde ergeben ha
ben. Letzteres kann für Orte zutreffen, in denen
sich bisher keine Wirtschaften oder nur solche nicht
arischer Inhaber befanden, für Orte, in denen Gar
nisonen eingerichtet oder stillgelegte Werke wieder
in Betrieb gesetzt worden sind, oder wenn durch grö
ßere Uin- und Neubauten eine Veränderung in der
Beurteilung der Bedürfnisfrage eingetreten ist,
ebenso bei der Erschließung neuen Baugeländes
und der Errichtung neuer Siedlungen.
Süßlupinen-Großvermehrung 1936
Das gesamte bei der Saatgut-Erzeugungs-Ge-
sellschaft m. b. H. (SEG.) vorhandene Süßlupinen-
Saatgut ivird noch in diesem Frühjahr vertraglich
vermehrt. Die SEG. liefert das Elitesaatgut zum
Preise von 18 MM je 50 Kilo netto und zahlt dem
Vermehrer 25 MM je 50 Kilo netto für das abge
lieferte Kornerntegut, das vom Reichsnährstand als
Hochzuchtsaat anerkannt wurde. Um den vertrag
lichen Vermehrungsanbau der Süßlupine haben sich
so zahlreiche Bauern und Landwirte beworben, daß
der Anban der blauen Sützlupinen schon jetzt rest
los vergeben ist. Somit können von nun ab nur
noch für gelbe Sllßlupinen Vermehrungsverträge
abgeschlossen werden.
Der Wildursprungsschein
Das Reichszollblatt vom 30. März veröffentlicht
die Wildverkehrsordnung vom 21. Mürz. Demnach
darf unzerivirktes Schalenwildpret (Wisent-, Elch-,
Dam-, Sika-, Stein-, Muffel-, Reh-, Gams- oder
Schivarzivild) nur unter Beifügung eines vorge
schriebenen Wildursprungs sch eines feilge
boten, überlassen, erworben und eingeführt iverden.
Auch die Beförderung und Aufbewahrung außer
halb der Grenzen des Erlegungsjagdbezirkes ist
von einem Wildursprungsschein abhängig gemacht.
1937 Klm. Reichsantobahnen im Bau
Im Februar 1936 sind bei den Reichsautobahnen
46 Klm. neu in Bau genommen worden, so daß da
mit insgesamt 1037 Klm. im Bau sind. In Betrieb
sind unverändert 115 Klm. An Ausgaben für den
Bau der Kraftfahrbahnen sind im Februar 41,7
Mill. MM verrechnet worden, also nunmehr ins
gesamt 770,7 Milt. MM. Insgesamt sind Unter«
nehmerarbeiteu bis Ende Februar 1936 im Werte
von 865,5 Mill. MM vergeben worden.
hatten, ist im Rechnungsjahr 1933 allgemein ein«
gegenteilige Entwicklung festzustellen.
Rechnungsjahr 1934
Zu Beginn des Rechnungsjahres 1934 ist eine be
deutsame Aenderung in der Organisation des Land-
straßenbaues eingetreten. Ab 1. April 1934 ging die
Unterhaltspflicht für eine Reihe verkehrswichtiger
Staats-, Provinzial-, Kreis- und Gemeinöestraßen
auf das Reich über, das damit zum erstenmal un
mittelbar am Straßenbau beteiligt wurde. Da die
Aussonderung und Festlegung des heute rd. 40 000
Klm. Landstraßen umfassenden Reichsstraßennetzes
längere Zeit beanspruchte, ivurden ab 1. April 1934
zunächst die 1930 vom Reichsverkehrsministerium
im Einvernehmen mit den Landesregierungen er
mittelten Fernverkehrsstraßen (rd. 27 000 Klm.) als
„vorläufige Reichsstraßen" in die Verwaltung des
Reichs übernommen. Für die Instandsetzung und
den Ausbau dieser Straßen hat das Reich in 1934
rd. 152,3 Mill. MM ausgegeben. Zum Ausgleich von
Härten, die sich bei der Uebernahme der Reichsstra-
tzen ergeben haben, ivurde ferner aus Reichsmitteln
ein Betrag von insgesamt 11,4 Milt. MM an die
Länder und preußischen Provinzialverbände ausge
schüttet, so daß vom Reich im Rechnungsjahr 1934
unmittelbare Straßenbaukosten in Höhe von rd.
163,7 Mill. MM getragen wurden. Unberücksichtigt
sind hierbei die Ausgaben für den Ban der Reichs
autobahnen (im Rechnungsjahr 1984 rd. 261 Mill.
MM), die von der Gesellschaft „Reichsautobahnen"
geleistet werden und daher nur mittelbar als Aus
gaben des Reiches zu betrachten sind.
Die Uebernahme der Fernverkehrsstraßen, die
bisher zu etwa 80 vH. Staats- und Provinzialstra
ßen waren, auf das Reich brachte den bis 1. April
1934 unterhaltspflichtigen Geüietskörperschasten im
Rechnungsjahr 1934 eine erhebliche Entlastung. Das
gilt vor allem für die Haushalte der Länder und
preußischen Provinzialverbände. Daraus erklärt sich
auch, daß die Ausgaben dieser Gebietskörperschaften
auf dem Gebiet des Straßenwesens im Rechnungs
jahr 1934 erheblich geringer waren (bei den Län
dern und Provinzialverbänden um rd. 80 vH.) als
im Vorjahr. Allerdings ist zu beachten, daß die in
der Uebersicht genannten Verhältniszahlen nicht als
erschöpfende Angabe für die durch Abgabe von Stra
ßen eingetretene Entlastung betrachtet werden kön
nen, denn die Ausgaben haben sich zum Teil auch
aus anderen Gründen verändert. Es ist aber an
zunehmen, daß der Rückgang maßgebend durch diese
Entlastung bestimmt worden ist.
Ein erheblicher Teil der Aufwendungen für die
Landstraßen war bisher durch Einnahmen aus der
Kraftfahrzeugsteuer des Reiches gedeckt. Da diese
Einnahmen für die Unterhaltung der öffentlichen
Wege und Brücken zu verwenden sind, wurden sie
vom Reich nach Abzug von 4 vH. für Berivaltungs-
kosten in vollem Umfang den Trägern der Straßen
baulasten, also Ländern, Provinzial- und KreiSver-
bänden und Gemeinden zur Verfügung gestellt.
Der gute Doktor Rübezahl
Roman von Anton Schwab
Copyright by: Nomanverl. Greiser, Karlsruhe.
37) Nachdruck verboten.
„Ach, das ist doch nicht der Rede wert!" ent-
gegnete der Mann mit einem feinen Lächeln.
Die Bonbonniere wanderte auf schnellstem
Wege zu Dr. Feldhammer, wo Dr. Stiller und
der Kriminalist schon anwesend waren.
Die Männer befiel förmlich ein Fieber, das
die Spannung auslöste. In dem kleinen Labo
ratorium des Arztes wurde die Untersuchung
vorgenommen.
Die ersten drei Pralinen waren einwand
frei, aber dann stellte man in drei weiteren
das Vorhandensein des heimtückischen Giftes
fest.
Die Männer sahen sich tiefernst an.
„Frank ist der Mörder!" erklärte Feldham
mer. „Und unsere Pflicht ist es jetzt, ihn un
schädlich zu machen, ehe er weitere Schandtaten
anrichten kann. Kommen Sie, meine Herren!"
Unverzüglich begaben sic sich nach der Villa
Prinxheim.
*
Der alte Herr war sehr erstaunt, als ihm der
Diener meldete, daß die Herren Doktor Stiller,
Dr. Feldhammer und Direktor Mühle ihn zu
sprechen wünschten.
Im ersten Augenblick wollte er schroff ab
lehnen, aber dann besann er sich.
„Ich lasse bitten!" sagte er ruhig zu dem
Diener.
„Aber Onkel!", fiel jetzt Frank ein, und sein
Gesicht war dunkelrot vor Aufregung, „du
wirst doch diese Herren nicht empfangen. Direk
tor Mühle... ja, das lasse ich gelten, aber die
beiden Aerzte, die uns so schwer beleidigt
haben."
Ernst von Prinxheim sah den Neffen ruhig
^ü. „Ich liebe die beiden Doktoren nicht, aber
>>.. ich sehe die Sache jetzt in einem anderen
Lichte. Sie haben sich für unsere Arbeiter ein
gesetzt und... sie haben recht gehabt, denn wir
hätten in die unangenehmsten gerichtlichen
Erörterungen kommen können, wenn sie nicht
Angegriffen hätten."
Die drei Herren traten über die Schwelle
Und der alte Herr ging ihnen entgegen.
„Wir bitten um Verzeihung, Herr v. Prinx
heim", nahm Feldhammer das Wort, „daß wir
he so plötzlich überfallen. Aber ich möchte
Ihnen unseren Dank aussprechen, daß sie nn-
lere berechtigten Forderungen, die letzten En-
oes auch Ihnen dienen, erfüllt haben,"
„Danke!" entgegnete Herr von Prinxheim.
„Wollen Sie bitte Platz nehmen und ein Glas
Wein mit mir trinken?"
„Mit Vergnügen", sprach Felühammer wie
der, „feiern wir ein wenig Versöhnung."
Als er dann Ossi und Frank die Hand ge
drückt hatte, da tat er das ganz unbefangen.
Frank atmete auf. Er hatte schon gefürchtet,
daß der Arzt gekommen sei, um seinen Onkel
über den Vorfall mit Jorinde aufzuklären.
Scheinbar hatte er aber nicht die Absicht.
Man saß jetzt zu sechs am Tisch und trank
sich zu, höflich und gemessen, man unterhielt
sich ebenso höflich und gemessen. Man erklärte
den Wein für fabelhaft und lobte die ausge
zeichnete Importe.
Alles ging ganz'ruhig und ohne Unfreund
lichkeit vor sich.
Und doch hing etwas in der Luft. Es war
wie die Stille vor dem Sturm.
Gleichgültig quälte sich das Gespräch hin, bis
Feldhammer ihm eine plötzliche lebhaftere
Wendung gab.
„Sagen Sie, Herr von Prinxheim", wandte
er sich an Frank, „werden Sie weiter mit dem
Fränkin arbeiten?"
Frank zuckte zusammen.
„Selbstverständlich! Es genügt ja nicht, das
Gift zu haben, sondern jetzt muß festgestellt
werden, wo dieses- Gift, richtig dosiert, in der
Medizin anzuwenden ist. Sie wissen ja, daß
die Prinxheimwerke Gifte nur Herstellen zum
Zwecke der Verwendung durch den Mediziner.
Allerdings fabrizieren mir auch Gifte zur
Schädlingsbekämpfung."
„Sie meinen... das wird möglich sein?"
„Ich hoffe es!"
„Sehr interessant! Hat übrigens einen
komischen Geruch, dieses Frankin! So nach
Mohn. Das stimmt doch?"
Kalt lagen seine Augen auf Franks Gesicht,
das sich jäh verzerrte.
„Ja, das stimmt!"
„Hm... dann möchte ich nnr wissen, wie die
ses Frankin in das Wasserglas Gregor
von Prinxheims kam!"
Bleierne Stille war im Zimmer. Franks
Hände zitterten auf der Tischplatte. Der alte
Herr sah den Arzt voll. Entsetzen an.
„Was... was... soll das heißen?" stieß
Ernst von Prinxheim heiser hervor.
„Ganz einfach! Ihr Sohn ist nicht durch die
Kugel gefallen, sondern die Sektion hat erge
ben, daß er einem Gift erlegen ist. Die Kugel
traf einen Toten. Im Wasserglas fanden wir
noch Spuren des Giftes."
Aller Augen wandten sich jetzt Frank zu, der
blaß wie ein Tischtuch geworden war.
„Es kaun durch eine Unvorsichtigkeit pas
siert sein!" sprach Feldhammer ruhig weiter.
„Aber seltsam erschien es mir doch, als mir
gestern von unbekannter Seite Pastillen, die
als neues Medikament angepriesen wurden,
zugesandt wurden, die ebenfalls... Frankin
enthielten."
Frank erhob sich jäh und schlug auf den
„Das ist unmöglich! Nie und nimmer kann
das mein Gift gewesen sein!"
Jetzt erhob sich auch Feldhammer und tat
einen Schritt auf Frank zu.
„Und es ist noch seltsamer, daß auch in den
Pralinen, die Sie vor einer Stunde... Fräu
lein Ossi von Prinxheim schenkten... Frankin
enthalten ist! Wie kommt das dort hinein?"
Da erkannte Frank, daß er verspielt hatte.
Seine Gedanken arbeiteten fieberhaft, suchten
nach einem Rettungsanker. Mit einem plötz
lichen Ruck sprang er auf und strebte nach der
Tür zu, aber da stand plötzlich, wie aus der
Erde gewachsen, Inspektor Schubert und ver
sperrte den Ausgang.
Der alte Herr starrte fassungslos auf Frank
und die Männer. Frank ein Mörder! Er
war nicht fähig, einen Gedanken zu fassen.
Ihm war, als bliebe alles stehen, als schlüge
sein Herz nicht mehr, als würde sein ganzes
Hirn unfähig zu jeder Tätigkeit.
„Das Spiel ist aus!" rief Feldhammer
schneidend. „Sie werden Ihre Tat sühnen!
Bekennen Sie!"
Frank taumelte zurück an den Tisch und
seine Hände krampften sich fest. Wie ein Irr
sinniger starrte er auf Feldhammer.
„Das Spiel ist aus! Hahaha... ist aus! Ja,
du verfluchter Hund! Du... du hast mein
Rachewerk vereitelt! Ja, ja... ich habe Gre
gor getötet! Ja, ja... ich wollte... die letz
ten Prinxheims weghaben... und auch vor den
Kindern hätte ich nicht halt gemacht! Weg...
weg... restlos weg sollte die verfluchte Fa
milie, die meinen Vater ruiniert und ins
Elend getrieben hat! Ja, ja... so war's! Mein
Vater! Der reicher war als dieser alte Mann
da, der dreiviertel der Werke besaß... gestoh
len hat man ihm alles! Und ich... ich, der
Sohn... ich hatte nur eine Aufgabe! Rächen
.... rächen wollte ich alles! Und du, verfluch
ter Hund... machst alles zu Schanden!"
In maßloser Wut stürzte er sich auf Feld
hammer. Ungeheure Kräfte gab ihm die Wut,
und Dr. Feldhammer wurde unwillkürlich
etwas zurückgedrängt. Schon wollte Marguart
eingreifen, aber Stiller hielt ihn zurück. Er
kannte die Bärenkräfte Feldhammers.
Und sie zeigte sich. Blitzschnell fuhren mit
einem Male die Hände des Doktors vor, man
koilnte nicht so schnell sehen, jedenfalls sackte
Frank mit einem Male ab und lag bewußtlos
am Boden.
Mit einem kräftigen Ruck faßte Feldhammer
zu und riß den Bewußtlosen empor, wenig
sauft setzte er ihn in einen der Klubsessel.
Dann wandte er sich an Prinxheim, der sich
langsam wieder in die Wirklichkeit zurück
fand.
„Herr von Prinxheim", sagte er bewegt, „ich
kann verstehen, wie Sie dieses Ereignis gepackt
hat, ich würde begreifen, wenn Sie über dieser
wahnsinnigen Tat dieses Verblendeten selbst
den Verstand verlieren könnten. Aber fassen
Sie sich! Das Schicksal hat uns geholfen und
hat's damit gut mit Ihnen gemeint, sonst wäre
auch Ihre Tochter morgen tot."
Prinxheim erhob sich, schwankte noch etwas,
aber er stand aufrecht und streckte dem Arzt
beide Hände entgegen.
„Herr... Herr Doktor Feldhammer... ich.,
ich... verzeihen Sie mir alles... alles... was
ich Ihnen angetan habe. Verzeihen Sie auch
... meinem... meinem unglücklichen Sohne."
„Vergessen, Herr von Prinxheim!"
Die Blicke der beiden gingen zu dem Be
wußtlosen, der langsam wieder zu sich kam.
„Ich... ich möchte... mit meinem Neffen
noch ein paar Worte allein sprechen! Das er
lauben Sie mir doch!"
Die Männer ahnten, was der alte Herr be
absichtigte, sie sahen sich fragend an, Feldham
mer nickte, und alle waren einverstanden.
Ernst von Prinxheim trat zu Frank.
„Komm", sagte er mit erloschener Stimme,
„ich habe mit dir zu reden!"
Taumelnd erhob sich der Verbrecher und
folgte seinem Onkel in das Nebenzimmer.
*
(Fortsetzung folgt.)
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geht schon einkaufen.
Oas Backpulver für àm
Sonntagskuchen, Las holt er Na
türlich fordert er Or. Vetter'«
„Backin", wie ein Alter sagt er
zu tzerrn Schulze: „Aber »ec helle
Kopf, der mutz auf dem Päckchen
stehen".
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Gneldrül Lķàlssà»