Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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wurde, waren mehrere hundert Angehörige 
des NŞKK. und der HI. aus Flensburg, 
Schleswig, Husum und Friedrichstadt ange 
treten. 
Die Feier wurde durch flotte Marschklänge 
der von Musikmeister Hartmann geführten 
Musikkapelle der Fliegerersatzabteilung 16 
(Schleswig-See) eingeleitet. Der Führer der 
Motorstandarte 16, Oberstaffelführer West 
meyer, Schleswig, führte aus, das NSKK. 
wolle den Motorscharen der HI. ein Geschenk 
machen, damit sie zur Motorisierung der deut 
schen Jugend beitragen könnten. 
Anschließend übermittelte der Stabsführer 
der Motorbrigade Nordmark, Stafselführer 
Schönhar, Kiel, einen Gruß des verhinderten 
Standartenführers Bode, um sodann über die 
Motorisierung der Jugend einen längeren 
Bortrag zu halten. Der Gedanke der Motori 
sierung der HI. bestehe, so sagte er u. a., schon 
seit mehreren Jahren. Zunächst sei es nicht 
möglich gewesen, diesen Gedanken praktisch 
auszuwerten. Erst im Laufe der letzten Zeit 
habe man an die unbedingt notwendige Ar 
beit herangehen können. In den einzelnen 
Gruppen der Motorstandarte, wie ailch in 
allen Bezirken Norddeutschlands, sei bereits 
ein guter Erfolg zu verzeichnen. Nun gelte es, 
den lebendigen Kontakt mit der Hitler-Jugend 
zu erhalten, damit das NSKK. später einen 
guten und gesunden Nachwuchs habe. 
Nach der Ansprache des Stabsführers über 
gab Oberstaffelführer Westmeyer der Flens 
burger und Schleswiger HI. je 3 Motorräder 
sowie der Husumer und Friedrichstüdter HI. 
je 1 Motorrad. An die jungen Mannschaften 
richtete er dabei den ernsten Appell, sich nun 
mehr tatkräftig für den Aufbau des Motor- 
sportgcdankens einzusetzen. 
N1VEA 
mild, leicht 
schäumend, 
ganz wundervoll 
im Gtschmack. 
die g r O Sse Tube 
ad. Dörpstedt, 21. April. Zu einer schlichten 
Geburtstagsfeier des Führers hatte die dt.S. 
D.A.P., Ortsgruppe Dörpstedt, alle Einwohner 
unserer Gemeinde in das Lokal von Gastwirt 
Frahm, Bünge, eingeladen. Die NSDAP, und 
die Frauenschaft hielten gleichzeitig ihre Mo 
natsversammlung ab. Der Abend war um 
rahmt von Gedicht- und Gesangvorträgen. 
Parteigenosse Brühn würdigte in einer An 
sprache die großen Leistungen des Führers 
und seiner Mitarbeiter während der dreijäh 
rigen Regicrungszeit und führte alsdann die 
Cambrai-Schlacht in einem Film vor. Mit 
einem dreifachen Siegheil auf den Führer und 
dem Singen des Nationalliedes schloß Orts 
gruppenleiter Unrau die Feier. Die hiesige 
Musikkapelle hatte sich unentgeltlich zur Ver 
fügung gestellt und half die Feier verschönern. 
Aut StCfidk&bn 
re. Süderstapel, 22. April. Glück im Unglück 
hatte ein hiesiger Lehrling, der mit einem an 
dern Kameraden zur Berufsschule nach Frieö- 
richstadt auf dem Fahrrad fuhr. Eben vor der 
Ortschaft Seeth fuhr ein vollbeladener Lastzug 
mit Anhänger, den die beiden überholen woll 
ten. Der Lehrling kam dem Anhänger zu nahe, 
das Rad wurde ersaht, er hatte aber Glück und 
konnte den Bretterverschlag des Anhängers 
erfassen, blieb daran hängen und fiel gleich zur 
Seite, ohne einen Schaden zu nehmen. - 
Standesamtliche Nachrichten. Die Ehe wollen 
miteinander eingehen der Former Ludwig 
Rempter aus Herne i. Wests, mit der Haus 
tochter Margaretha Lill aus Süderstapel,- der 
Landmannssohn Peter Otto Rudolph, Seeth, 
mit der Hausgehilfin Magda Marg. Peters, 
Seeth. — Die hiesige Papagoyengilde hielt 
dieser Tage ihre Jahresversammlung in Claus 
Jensens Gasthof ab. Ztachdem der Aeltermann 
Peter Hansen die erschienenen Gildebrüder be 
grüßt hatte, wurde die Jahresrechnung vor 
gelegt. Beschlossen wurde, in diesem Sommer 
ein Gildefest abzuhalten, und zwar wurden der 
8. und 9. Juni festgesetzt. 
Aus Uceis Husum 
Seit sechs Monaten ans Sylt gestrandet 
Der französische Dampfer „Adrar", der eben 
falls im Oktober vorigen Jahres während 
schweren Sturmes bei sehr hohem Wasserstand 
auf der Insel Sylt strandete, sitzt noch immer 
hoch auf dem Trocknen, und es ist gar nicht 
abzusehen, wann wieder einmal so hoher Was 
serstand eintritt, daß man an ein Abschleppen 
des Schiffes denken kann. Dies geht aus einem 
Bericht hervor, den der Kapitän des Schiffes 
an Lloyds in London gerichtet hat. 
Seit dem 12. Jan., so schreibt er, dem Tage, 
an dem der letzte mißglückte Abschleppungs 
versuch unternommen wurde, hat sich die Lage 
des Schiffes nicht geändert, nachdem Ende 
Januar ein vierter schwerer Anker ausgebracht 
worden war. Es waren zwar verschiedentlich 
hohe Tiden zu verzeichnen, doch reichten sie bei 
weitem nicht aus, um ein Flottmachen des 
Havaristen zu ermöglichen. Schwere Südwest 
oder Weststürme, die allein ein genügendes 
-teigen des Wassers hervorrufen könnten, 
sind vor dem nächsten Winter nicht zu erwar 
ten. Man müßte also, um das Schiff freizube 
kommen, entweder mit Baggern einen Ver 
such machen, oder aber die Hoffnung auf Ber 
gung aufgeben. 
Gegenwärtig liegt das Schiff der Länge nach 
auf sandigem Boden und die Verbände schei 
nen jetzt nicht mehr nachzugeben. Bei Flut 
wird die Steuerbordseite vom Wasser bespült, 
bei Ebbe dagegen liegt das Schiff völlig 
trocken. An die Backbordseite ist seit dem 
17. Januar kein Wasser herangekommen. Die 
Schäden am Rumpf haben anscheinend nicht 
zugenommen. 
An Bord hat man sich, den außergewöhn 
lichen Umstünden entsprechend, eingerichtet. 
Aus iid&cst&di 
Hz. Koldenbüttef, 22. April. Ein spätes 
Opfer des Weltkrieges wurde der Landmann 
Friedrich Rieckenberg in Meierhof, der erst 45 
Jahre alt nach langem schwerem Leiden ver 
starb. Er diente bei Ausbruch des Weltkrieges 
aktiv bei der Infanterie in Flensburg und 
rückte als einer der ersten mit seinem Regi 
ment ins Feld und geriet später in französi 
sche Gefangenschaft. Er hat viel Schweres 
durchgemacht und hat sich dabei die Ursache 
zu seinem frühen Tod zugezogen. Er gehörte 
einem alten, kernigen Geschlecht an. Sein 
Großvater wurde fast 100 Jahre alt. 
Aus H&cdļuestoHd 
Schwere Ueberfchwemmungsschäden 
um Arlau und Ostenau. 
Bohmstedt, 22. April. Der schwere Regen in 
den letzten Tagen hat verursacht, daß die Arl 
au und die Ostenau weit über ihre Ufer getre 
ten sind und der Almdorfer See oder der 
Schwarze See, wie er auch genannt wird, da 
durch von neuem entstanden ist und eine un 
geheure Ausdehnung angenommen hat. Die 
Landwirtschaft erleidet dadurch wieder einen 
Schaden von vielen tausend Mark. 
AU-Hosdsddeswig. 
Auch Nordfchleswig feierte den Geburts 
tag des Führers. 
Haderslebcn, 22. April. Die NSDAPN., die 
nationalsozialistische Organisation in Itord- 
schleswig, hielt anläßlich des Geburtstages des 
Führers an verschiedenen Orten würdige Fei 
ern ab, die einen starken Besuch aufwiesen. Als 
Redner waren der Parteileiter Dr. Möller- 
Gravenstein und Bauer Deichgrüber aus Alsen, 
der bei der letzten Wahl als Folketingskandi- 
dat von deutscher Seite aufgestellt worden war, 
vorgesehen. 
Aus DiUttotüssckeu 
Hz. Schwabstedt, 22. April. Die dritte Holz 
auktion. Durch das Forstamt Schleswig fand 
die dritte diesjährige Holzauktion des Gehe 
ges Lehmsiek in Schwabstedt statt. Es hatten 
sich wieder wie bei den beiden vorhergehenden 
Auktionen zahlreiche Käufer aus der näheren 
und weiteren Umgebung eingefunöen, und 
das Holz fand schnellen Absatz. Die Preise be 
wegten sich etwa in derselben Höhe wie bei 
den vorherigen Auktionen, so kosteten etwa 
Eichenkluftholz 12—15 RM. je zwei Rmtr., 
Buchenkluftholz 16—18 RM. je zwei Rmtr., 
Buschberge 8—10 RM. je 10 Meter. Die 
Stämme fanden zu den Preisen der vorheri 
gen Auktionen Käufer. 
Versetzung. Die zweite Lehrerstelle in Win- 
nert, die lange Jahre von Lehrer Brogmus 
verwaltet wurde, wurde von Lehrer Soth- 
mann, Wilster, neu besetzt. Lehrer Brogmus 
übernahm eine einklassige Schule in der Nähe 
Flensburgs. 
Seinen Verletzungen erlegen. 
Meldorf, 22. April. Zu dem bereits gemelde 
ten Motorradunfall der beiden Meldorfcr bei 
Trennewurth ist zu melden, daß der Gastwirt 
Ernst Schlömer leider am Dienstagnachmittag 
seinen schweren Schädelverletzungen erlegen ist. 
Ein Haus infolge des Sturmes eingestürzt, 
rg. Wessclburen, 22. April. Bei dem Unwet 
ter der letzten Woche stürzte das Haus des 
Arbeiters Johann Wätje in Schülperweidc in 
folge des Sturmes zusammen. 
Eine neue Meierei wird in Heide gebaut, 
fp. Heide, 23. April. Nachdem die Vorarbei 
ten der neugegründeten Meiereigenossenschaft 
für den Neubau einer Meierei beendet sind, 
soll demnächst mit dem Bau derselben begon 
nen werden. Die Bauarbeiten sind bereits 
vergeben und als Platz für das Gebäude ist 
die Bremersche Koppel, Blumenstraße, vorge 
sehen. Mit den Brunnenbohrungen ist man 
bereits seit längerer Zeit beschäftigt, jedoch 
sind die bisherigen Ergebnisse nicht zufrieden 
stellend, so daß eine weitere Bohrung von 60 
bis 70 Meter Tiefe vorgenommen werden 
muß. Die Vauarbeiten sind an folgende hiesige 
Handwerker vergeben: Maurerarbeiten W. 
Boldt,- Zimmcrerarbeiten W. Paulsen,- Tisch 
lerarbeiten Harder- Klempnerarbeiten Krac- 
Die gesamte Mannschaft befindet sich noch im 
mer an Bord, jetzt bereits 6 Monate lang. 
Außerdem sind 6 Mann von der „Bugsier" auf 
dem Schiff, um jederzeit Flottmachungsver- 
suche unternehmen zu können. Um diese vor 
nehmen zu können, muß stets die Möglichkeit 
vorhanden sein, Dampf aufmachen zu können. 
Hierzu gehören Kohlen, um zumindest Feuer 
unter einem Kessel anzumachen. Die Kohlen 
vorräte an Bord sind aber im Laufe der Zeit 
bedenklich zusammengeschrumpft und die Ver 
sorgung mit neuem Brennstoff gestaltet sich 
äußerst schwierig. Von Land aus erscheint sie 
ausgeschlossen und von der Wasserseite aus 
hängt sie ganz von den Wetterverhültnissen ab, 
dürfte aber möglich sein. Der Kohlenverbrauch 
ist also an Bord aufs äußerste eingeschränkt, 
immerhin werden aber täglich etwa 6 Zentner 
verbraucht, trotzdem man jetzt zur Erwärmung 
der Wohnräume Petroleumöfen verwendet. 
Verschiedentlich wurde ein Kessel angesteckt, 
nämlich dann, wenn die Wettermeldungen 
dahingehend lauteten, daß Südwest-Wind oder 
-Sturm in Aussicht sei. Leider blieb der er 
sehnte Sturm aus und die Feuer mußten wie 
der gelöscht werden. Zur Ersparung der Koh 
len hat man jetzt alle Pumparbeiten und auch 
das Laden der Akkumulatoren für die draht 
lose Telegraphie eingestellt. 
Ab und zu kommt Kapitän Fuhrmann, der 
Bergungs-Experte der „Bugsier", an Bord, 
um sich von dem Stand der Dinge zu überzeu 
gen. Ueber seine Pläne hat er sich bei seinem 
letzten Besuch am 25. März nicht geäußert. Für 
die Besatzung ist das Leben an Bord recht ein 
tönig, weil ihre Bewegungsfreiheit beschränkt 
ist. Es wird ihr aber jede mögliche Erleichte 
rung gewährt. 
zewski und die Brunnenarbeiten werden von 
dem Brunnenbaumeister Stade ausgeführt. 
mm. Schormoor, 21. April. Versteigerung. 
Im Aufträge von Paul Mommsen, Schvr- 
moor, ließ der Versteigerer Hans Heide jun., 
Heide, das tote und lebende Inventar seines 
Auftraggebers an Ort und Stelle versteigern. 
Gute Milchkühe kosteten 300—400 JUL Jährige 
90—140 MM, Kälber 65—80 MM, ein löjährig. 
Stutpferd fand für 550 MJl seinen Käufer. 
Mommsen kaufte sich eine Gastwirtschaft in 
Todenbüttel mit sofortigem Antritt. 
Bargenftedt, 22. April. Selbstmord. Wie 
berichtet, wurde am 2. Ostertag nachts der 
25jährige frühere Landhelfer Kreutzer aus 
Bargenftedt von Herbert Nöttelmann, Albers 
dorf, tödlich in Nindorf überfahren. Wie sich 
nunmehr aus hinterlassenen Papieren des 
Toten herausgestellt hat, handelt cs sich ein 
wandfrei um Selbstmord des tödlich Verun 
glückten. Er hatte in einem Schreiben die 
Selbstmordabsicht geäußert und eingehend 
über seine Hinterlassenschaft verfügt. — Den 
Fahrer des Personenwagens, Nöttelmann, 
trifft daher keine Schuld an dem tödlichen 
Unfall. 
Aus Hdsieiu 
Zwei Todesfälle 
durch Einnahme von Schlafmitteln. 
Kiel, 22. April. Eine hiesige Angestellte nahm 
eine übergroße Dosis eines Schlafmittels ein, 
was ihren sofortigen Tod zur Folge hatte. — 
Ein ähnlicher Fall trug sich dieser Tage in 
dem benachbarten Elmschenhagen zu, wo ein 
51jühriger Kaufmann auf die gleiche Weise 
ums Leben kam. 
Vom Motorrad tödlich überfahren. 
NenmÄnfter, 22. April. Ein schwerer Un 
glücksfall ereignete sich heute morgen 11 Uhr 
in der Kieler Straße. Dort wurde ein kleiner 
31-jähriger Junge von einem Motorradfahrer 
überfahren und schwer verletzt. Mit einem 
schweren Schädelbruch wurde der Kleine sofort 
einem Krankenhaus zugeführt, wo er inzwi 
schen seinen Verletzungen erlegen ist. Die 
Schuldfrage konnte noch nicht geklärt werden. 
Bau einer Freibadeanstalt durch 
Gemeinschaftsarbeit. 
Bad Bramstedt, 22. April. Ein Projekt, mit 
dem sich schon seit Jahrzehnten die Stadtväter 
befaßten, die Schaffung einer Badeanstalt, wird 
nunmehr dank der tatkräftigen und zielbewuß 
ten Arbeit des Fremdenverkehrsvereins, der 
Stadtverwaltung und der hiesigen Ortsgruppe 
der NSDAP. Wirklichkeit werden. 
Unter der Führung des Bürgermeisters for 
mierten die lltatsherren, städtische Beamte und 
Angestellte, sowie die Vorstandsmitglieder des 
Fremdenverkehrsvereins, jeder einzelne mit 
geschultertem Spaten, gestern abend einen 
Zug, der zum Baugelände am „Alten Kur 
haus" marschierte. Dort hatten die Angestellten 
des städtischen E.-Werkcs bereits die letzten 
Vorbereitungen getroffen. Ucberall waren auf 
der Baustelle große Scheinwerfer und Lampen 
angebracht, um auch nach Eintritt der Dunkel 
heit die Arbeit fortsetzen zu können. Im Mit 
telpunkt des Platzes hatte die Abteilung der 
freiwilligen Arbeiter unmittelbar am Schie 
nenstrang der Feldbahn Aufstellung genom 
men. Der Vereinsführer des Fremdenver 
kehrsvereins Max Fick ergriff das Wort zu 
einer kurzen Ansprache, in der er noch einmal 
an den Gemeinschaftsgeijk appellierte^ allen 
für das Nordmarktreffen in Kiel 
Mitarbeitern und Helfern dankte und darauf 
hinwies, wie wichtig und nutzbringend diese 
Gemeinschaftsarbeit sei. Nach dem Kommando 
„Heißt Flagge", stieg die Fahne am Fahnen 
mast empor und dann traten der Bürgermei 
ster und der Hoheitsträger der NSDAP, vor 
und eröffneten mit dem ersten Spatenstich die 
Arbeit. Bald war das Bild beherrscht von emsi 
ger Arbeit und im Nu war die erste Lore ge 
füllt und zum Abtransport bereit. Um die 
achte Abendstunde wurde die Schar der frei 
willigen Arbeiter mit der Ankunft der Kame 
raden von der Kriegerkameradschaft wesent 
lich verstärkt. 
Ein Zehnjähriger als Lebensretter. 
Elmshorn, 22. April. Beim Spielen in der 
Nähe der Krückau fiel ein vierjähriger Knabe 
in einen Wassergraben. Dem zehnjährigen 
Knaben Gürcther Nannsen, der den Vorgang 
bemerkt hatte, gelang es, den Verunglückten 
vor dem Tode des Ertrinkens zu retten. Der 
Kleine konnte aufs Trockene gebracht werden. 
* * * 
x. Neumünster, 22. April. Eine unglaubliche 
Tierquälerei hat sich in dem benachbarten Boo- 
stedt zugetragen. Der 41jährige Siedler Karl 
Jü. hatte in seinem Stall ein Pferd stehen, das 
verhungert und vollkommen verlaust, einen 
trostlosen Eindruck machte. Der Schwächezu 
stand war bereits so weit vorgeschritten, daß 
cs sich nicht mehr auf den Beinen zu halten 
vermochte. Der Besitzer des Pferdes hatte es 
deshalb mit Stricken, die am Leib des Tieres 
befestigt waren, nach beiden Stallwänden hin 
so festgebunden, daß es sich kaum noch zu rüh 
ren vermochte und an den Verschnürungen 
mit Säcken unterlegt war. Auch der Kopf des 
Pferdes, der sich nicht mehr aufrecht halten 
konnte, war auf die gleiche unglaubliche Weise 
mit einem Strick nach oben gezogen worden. 
)as bedauernswerte Tier, das sich in seinen 
Qualen immer wieder hinzuwerfen versuchte, 
hatte sich dabei die Keulenknochen gänzlich 
zerschlagen. Wie weiter bekannt wird, hat Jü. 
mit einem Rohrstock auf sein Pferd eingeschla 
gen, wahrscheinlich, um es dem Tode zu wei 
hen. Nachdem nunmehr der Fall offenkundig 
wurde, ist das Pferd sofort getötet worden. 
Der gesamten Bevölkerung, der der Fall so 
lange verheimlicht werden konnte, was auf 
dem Lande immerhin seltsam ist, hat sich gegen 
den unmenschlichen Siedler eine unerhörte 
Empörung bemächtigt. Selbstverständlich wur 
de sofort gegen >Jü. Strafanzeige gestellt. Er 
wird sich demnächst vor dem hiesigen Amts 
gericht zu verantworten haben und seiner ge 
rechten Strafe entgegensehen. 
Wettcraussichten sür Freitag, den 24. April, in 
Nordwestdcutschland: Abflauende Winde aus Nord 
bis West, heiter bis wolkig, nur gelegentlich noch 
Schauer, Temperaturen tagsüber etwas anjteiMà 
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