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Umschau i« die Wett
Hitler mi v. Seeckt.
Ernennung zum Chef des Jnfanterieregts. 67
Berlin, 22. April. Der Führer und Oberste
^fehlshaber der Wehrmacht hat an General
obersten von S e e ck t anläßlich des 70. Ge
burtstages ein Glückwunschschreiben gerichtet
und darin mit Dank und Anerkennung der
Kroßen Verdienste gedacht, die sich der Gene
raloberst um den Aufbau des Reichsheeres er
worben hat. In Würdigung dieser geschichtli-
wen Leistung, mit der die Grundlage zum
heutigen Volksheer geschaffen wurde, hat der
Mhrer den Generalobersten von Seeckt zum
Ehef des Infanterieregiments 67 ernannt.
Am Vormittag überbrachte der Reichs-
ļriegsminister dem Generaloberst, vor dessen
Wohnung Doppelposten einer Ehrenwache
Aufgezogen sind, die Glückwünsche der Wehr
wacht. In Begleitung des Reichskriegsmini-
bers befand sich General der Infanterie von
Aundstedt als Vertreter des durch einen Un-
wll verhinderten Oberbefehlshaber des Hee-
îes, Generaloberst Freiherr von Fritsch.
Mittags erfolgte die Paradeaufstellung und
der Vorbeimarsch des Musikkorps und einer
E'hrenkompagnie des Infanterieregiments 67
bor Generaloberst von Seeckt.
Glückwunsch des Oberbefehlshabers des
Heeres.
Der Oberbefehlshaber des Heeres, General-
bberst Freiherr von Fritsch, hat an den Gene
ralobersten von Seeckt folgendes Glück
wunschtelegramm gerichtet:
"Durch einen Unfall leider verhindert,
hrute in Berlin zu sein, darf ich Herrn Ge
neraloberst meine herzlichsten und aufrichtig
en Glückwünsche zum heutigen Tage über
mitteln. Das deutsche Heer gedenkt heute be-
wnders in Dankbarkeit und Verehrung seines
Schöpfers in der Nachkriegszeit und begrüßt
wit Freude und Stolz die Ernennung Euer
Mellenz zum Chef des Infanterieregiments
Nr. 67."
Veförherlmgen in der SA.
NSK. Aus Anlaß des Geburtstages des
Führers sprach der Führer und Oberste SA.-
Mhrer u. a. folgende Beförderungen aus:
zu Oberführern: die Standartenführer Heit-
müller, Sunkel, Wegener, Schäfer (Hermann),
König (Hans), Werner (Heinr.), Schmidt
(Fritz), Raabe, Drechsler (Otto), Zähle, Stoll-
berg, Thierack, Kaergel, Aster, Slangier.
2. SA.-Sa«itäts-Führerkorps:
Zum San.-Vrigadeführer: der San.-Ober-
führer Kiefer (Fritz),'
zu San.-Oberführern: die San.-Standarten-
führer Schmierer, Schenk (Wilh.), Jahr und
Winter (Georg).
Noch einmal: Mandale, keine Meinen!
In einer Rede, die hinsichtlich der Aeußerun
gen über die Rohstoffrage manche leicht wider
legbare sachliche Unrichtigkeit enthält, hat nun
auch der englische Kolonialminister Thomas
für nötig gehalten, mit vielen Worten zu er
klären, daß eine Aushändigung von Mandats
gebieten „nicht erwogen wird". Er hat diese
Frage also im gleichen Sinne behandelt wie
Schatzkanzler Neville Chamberlain am 6. April
im Unterhaus. Es mag dahingestellt bleiben,
ob es sehr taktvoll war, gerade jetzt so unver
blümt von der Ermunterung englischer Expor
teure durch die Negierung zu sprechen. Zum
mindesten aber wirkt die Erklärung des Kolo
nialministers, wonach gegebenenfalls auch die
Eingeborenen befragt und ihre Interessen er
wogen werden müßten, insofern höchst sonder
bar, als bekanntlich 1919 es niemandem ein
gefallen ist, bei der Wegnahme der deutschen
Kolonialgebiete die Eingeborenen nach ihrer
Meinung zu fragen oder gar ihre „Interessen
zu erwägen", obwohl die Eingeborenen be
kanntlich es an Bekundungen für Deutschland
nicht haben fehlen lassen.
1. SA.-Führcrkorps:
Es wurden befördert zu Gruppenführern:
Bauleiter Meyer unter Stellung z. V. der
Gruppe Westfalen, ferner der Vrigadeführer
Hust;
zu Brigadeführern: die Oberführer Rei-
wann, Kleinmann, Freund (Adolf), Vogt (Pe-
M» Lippert, v. Arnim, Kunisch, Schmuck,
Schmidt (Gustav), Damian, Caspary, Guten-
f rger, Lampe, Brugger, Weist, Wehrend, Wol-
wr, Schwede-Coburg, v. Carlshausen, Rabe
Aaul), Unterstab, Genth, Hagenmeyer,
Schleich,-
Am SchMt» Ausrüstung.
Zur schwedischen Verteidigungsvorlage wur
den am Dienstag zum letzten Male Antrüge
eingebracht. Die beiden Mittelparteien und der
Bauernbund und die Volkspartei, auf deren
Haltung es bei den endgültigen Abstimmungen
ankommt, haben sich gemeinsam und grund
sätzlich auf die Vorschläge des Verteidigungs
ausschusses geeinigt, oder vielmehr daran fest
gehalten. Von marxistischer Seite wird wei
terhin die „Demokratisierung des Heeres" ge
fordert. Die Beratung der Vorlage dauert noch
an.
kommunistische Gchàgrgamsaļion
in Wàrschtesà Màckl.
DNB. Kattowitz, 22. April. Wie erst jetzt
bekannt wird, konnte die polnische Polizei am
Dienstag eine weitverzweigte kommunistische
Geheimorganisation aufdecken, deren Mitglie
der als „Bezirksgruppe Schlesien der Kom
munistischen Partei Polens" geführt wurden.
Bei zahlreichen Haussuchungen in Lipine wur
de die leitende Stelle der Geheimorganifatiou,
die sich „Reichskomitee der Kommunistischen
Partei Polens" nannte, ausgehoben. Dieses
Komitee entwickelte in ganz Ostoberschlesien
lebhafte Tätigkeit. Der Polizei fielen mehrere
tausend Flugblätter und Flugschriften in die
Hände. Außerdem wurde eine betriebsfertige
Druckerei beschlagnahmt. Bisher wurden
24 Personen verhaftet. Die Untersuchungen
sind noch nicht abgeschlossen.
Weitersühmng des mabischen General
streiks in Valästina.
DNB. Jerusalem, 22. April. Die Führer
aller arabischen Parteien erließen einen ge
meinsamen Aufruf an die arabische Bevölke
rung Palästinas, in dem zunächst der Beschluß
bekannt gegeben wurde, nach dem die geplante
Entsendung einer Kommission nach London
vorläufig aufgeschoben werden soll, jedoch
grundsätzlich für später beschlossene Sache
bleibe. Sie fordern ferner zum Verharren im
Generalstreik bis auf weiteres auf. Nur die
Mühlen, Bäcker, Kliniken, Apotheker, Trans
portmittel und Kaffeehäuser sollen ausgenom
men werden. Die vereinigten arabischen Par
teien werden am Sonnabend dieser Woche er
neut zusammentreten.
Auch in Haifa Generalstreik der Araber.
Am Mittwoch ist nunmehr auch in Haifa
der Generalstreik der Araber ausgebrochen.
Damit sind in fast allen Städten Palästinas
die arabischen Läden geschlossen.
In Jerusalem wurden zahlreiche Streik
posten verhaftet, die die Schließung der Läden
gewaltsam erzwingen wollten. Während der
Hafen von Haifa noch nicht bestreikt wird, ist
im Hafen von Jaffa die Arbeit bereits ein
gestellt worden.
Ter deutsche Generalkonsul in Jerusalem
im Feuer aufständischer Araber.
DNB. Jerusalem, 22. April. Am Mittwoch
mittag geriet der auf einer Dienstreise befind
liche deutsche Generalkonsul Doehle auf der
für den normalen Verkehr gesperrten Straße
von Jerusalem nach Haifa in ein Feuergefecht
zwischen Arabern und Polizei. Generalkonsul
Doehle befand sich mit seinem Kraftwagen ge
meinsam mit anderen Fahrzeugen in einem
unter Polizeischutz stehenden Geleitzug und
mußte nach Nablus zurückkehren.
Ein daraufhin von ihm allein gemachter
Versuch, das bedrohte Gebiet zu durchfahren,
gelang. Die arabische Bevölkerung erkannte
die Dienstflagge am Wagen des deutschen Ver
treters und ließ ihn ungehindert passieren.
Generalkonsul Doehle erreichte daraufhin un
behelligt Haifa.
Juden überfallen ein Wahllokal in Algier.
DNB. Paris, 22. April. Ueber blutige Zwi
schenfälle in einem Wahllokal in Algier be
richtet der Paris Midi unter der Ueberschrift:
„Schwere Zwischenfälle zwischen Juden und
Judengegnern". Danach wurde der Wach
beamte des Wahllokals, in dem sich der Wahl
kandidat und Herausgeber der französischen
Wochenschrift „Libre Parole", Henri Coston,
aufhielt, von mehreren Juden überfallen. Der
Beamte gab auf die Angreifer mehrere Schüsse
ab, durch die zwei Juden schwer verletzt wur
den. Zwischen Juden und Judengegnern ent
wickelte sich eine schwere Schlägerei. Polizei
stellte die Ordnung wieder her.
Steigender ahGmscher MerstandZWille
DNB. Addis Abeba, 22. April. Der geplante
Vormarsch der Italiener auf Addis Abeba
soll, wie die von der Nordfront einlaufenden
Meldungen besagen, noch nicht begonnen ha
ben, da die abessinischen Truppen südlich von
Dessie heftigen Widerstand leisten. In der
Hauptstadt ist daher wieder völlige Ruhe ein
getreten.
Die militärische Lage wird in abesiinische»
Kreisen wesentlich optimistischer angesehen,
als in den letzten Tagen. Selbst wenn die ita
lienischen Truppen Addis Abeba erreichen
sollten, was nicht vor Mitte Mai wegen des
schwierigen Geländes der Fall sein dürfte,
würde der Krieg nicht zu Ende sein, sondern
von Westabessinien aus geführt werden. Der
abesiinische Kronprinz hat in Abwesenheit des
Kaisers die Regicrungsgeschäfte in Addis
Abeba übernommen.
Wr. 8
'7 • ... s’.
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».Denn der Hahn kräht"
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lichen und allgemeinen Teil: Adolf Dregorl; für den Wirt,
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