129. Jahrgang.
Achleswrg-HollîànjîhL
129. Jahrgang.
Renösburger Tàgeblott
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Nr. 86
Freitag, den 24. April
Moltke als Staatsmann
Zu seinem 45. Todestage am 24. April — Von Major a. D. Hans Weberstedt
Vorbemerkung. Am heutigen Tage jährt
sich zum 43. Male der Todestag eines unserer
größten Feldherren und Staatsmänner,
Generalfeldmarschall Molk e. In der nach
stehenden Abhandlung wird Moltke als
Staatsmann gewürdigt. Viele seiner
Aussprüche haben z. T. Gegenwartswert.
Wir haben wieder eine Regierung, die wirk
liche Verantwortung übernimmt, imd einen
Führer, der aus tiefstem Verantwortungs
gefühl herails Entscheidungen trifft.
Gerade in den nachstehenden Abhandlungen
wird die außerordentliche Bedeutung eines
solchen Verhältnisses der Autorität in der
Staatsführung deutlich. Sie haben somit
aktuellen Wert.
Die bedeutendsten Feldherren aller Völker
und Zeiten sind meist nicht nur Soldaten,
sondern vielfach auch große Staatsmänner ge
wesen. Andere waren nach außen hin Nur-
Strategen, aber doch staatsmünnische Köpfe,
die nur nicht Gelegenheit hatten, ihre staats
münnische Geschicklichkeit in die Waagschale zu
werfen. Zu diesen gehörte auch Generalfeld
marschall Graf v. Moltke, die militärische rechte
Hand Wilhelms I. Seine Denkwürdigkeiten,
seine militärische Korrespondenz, das Geueral-
stabswcrk 1866 und 1870/71 sowie'seine wun
dervollen Briefe an Braut und Gattin sind
wahre Fundgruben politischer Weisheit.
Von besonderem Reize sind für uns noch
heute Moltkes Ansichten über einen „Völker
bund", dessen Ideen schon damals in gewissen
Hirnen spukten. „Es ist uns vorgeschlagen
worden", so schreibt der Feldmarschall, „an
Stelle der Diplomatie eine dauernde Ver
sammlung von Auserwählten der Völker zu
setzen, um die so vielfach sich kreuzenden Inter
essen der Nationen auszugleichen, die Streitig
keiten zu schlichten. Aber auf dem Wege der
internationalen Verhandlungen wird der
sicher nie zustande kommen. Eine welthistori
sche Umgestaltung der deutschen Verhältnisse
zum Beispiel, wie sie 1866 eintrat, konnte sich
nicht durch friedliche Verhandlungen und Be
schlüsse vollziehen,' es bedurfte der Tat, des
Zwanges nach innen und des Kampfes nach
außen. Es mußte einer der vielen deutschen
Staaten stark genug werden, um alle schwachen
mit sich fortzureißen." Und später: „Mehr
Vertrauen als zu jenem Arcopag von Auser
wählten der Völker, als zu internationaler
Verbindung oder was sonst in dieser Richtung
vorgeschlagen und geeignet ist, eine babyloni
sche Verwirrung hervorzurufen — mehr Ver
trauen habe ich zu der Einsicht und der Macht
der Regierungen." — „Ich glaube auch, daß in
allen Ländern die bei weitem überragende
Masse der Bevölkerung den Frieden will, nur
daß nicht sie, sondern die Parteien entscheiden,
die sie an ihre Spitze gestellt haben."
„Leichter wird der folgenschwere Entschluß
Sum Kriege von einer Versammlung gefaßt, in
der niemand die volle Verantwortung trifft,
als von einem einzelnen, wie hoch er auch ge
stellt sein möge, und öfter wird man ein fried
liebendes Staatsoberhaupt finden, als eine
Volksvertretung von Staaten."
Viele Aussprüche Moltkes haben Ewigkeits
wert und zeigen den stark ausgeprägten politi
schen Sinn des Feldmarschalls, so z. B. wenn
er schreibt: „Nur eine starke Regierung kann
heilsame Reformen durchführen, und eine
starke Regierung kann den Frieden verbür
gen. Friedliche Versicherungen unserer Nach
barn sind gewiß sehr wertvoll, aber Sicherheit
finden wir nur bei uns selbst."
„Deutschland hat der Welt gezeigt, daß es
eine friedliebende Nation besitzt, eine Nation,
die den Krieg nicht braucht, um Ruhm zu er
werben, und die ihn nicht will, um Eroberun
gen zu machen. Ich wüßte auch wirklich nicht,
was wir mit einem eroberten Stück von Ruß
land oder Frankreich machen sollten. Liegt
doch die Stärke Deutschlands wesentlich in der
Homogenität seiner Bewohner."
„Man hat gesagt, der Schulmeister habe un
sere Schlachten gewonnen. Das bloße Wissen
erhebt aber den Menschen noch nicht auf den
Standpunkt, wo er bereit ist, das Leben einzu
setzen für eine Idee, für Pflichterfüllung, für
Ehre und Vaterland,' dazu gehört die ganze
Erziehung des Menschen."
Moltkes Gedanken über das Wesen der
Sozialdemokratie verdienen ebenfalls, hier
festgehalten zu werden: „Viele wünschen, daß
die Sozialdemokraten durch ein weniger revo
lutionäres Verhalten es der großen Zahl be
sitzloser Gebildeten gestatten mögen, in Kame
radschaft mit ihnen zu treten, es werde sich
dann eine unblutige und scgenbringende Um
wälzung von selbst vollziehen. Glaubt man
denn, daß der einsichtige, wohlwollende Gebil
dete in der Lage sein wird, die auf Umsturz
gerichtete Bewegung der ungebildeten Massen
NSK. Im Auftrag der „Nationalsozialisti
schen Parteikorrespondenz" hat ihr Sonderbe
richterstatter W. Nitgen eine Reise zu den vom
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley geschaffenen
Ordensburgen Vogelfang, Sonthofen und
Crössinsee gemacht und unter Führung baulei-
tender Architekten die der Öffentlichkeit noch
gänzlich unbekannten Eigenarten der großen
Bauwerke in der Eifel, im Allgäu und in Pom
mern, ihren Charakter und Geist kennenge
lernt. Im folgenden versucht er in großem
Umriß das Erlebnis dieser gewaltigen Schöp
fungen nationalsozialistischen Zukunftswillens
und einer neuen deutschen Baukultur wieder
zugeben. Er weiß dabei, daß die für Jahrhun
derte errichteten Glaubensstätten verewigten
Geistes niemals ans dem Wort, sondern wahr
haftig nur aus dem eigenen Erlebnis dieser
ebenso einfachen wie überwältigenden Synthese
von Geist und Glaube, Landschaft und Bau
kunst, Gegenwart und Zukunft begriffen wer
den können.
Das Charakteristische der inneren Gemein
samkeit und der äußeren, landschaftsgebunde-
auf ein vernünftiges Ziel zu lenken? Ich
fürchte, daß er als erstes Opfer derselben fal
len wird."
„Ich meine, daß jeder, auch der Geringste,
etwas für den Staat steuern müsse, und wäre
es auch nur, damit er nicht ganz vergißt, daß
es überhaupt einen Staat gibt, der für ihn
sorgt, ihn schützt und den er zu schützen wieder
berufen ist: denn die größten Wohltaten, die
der Mensch umsonst hat, weiß er erfahrungs
gemäß nicht zu schützen." Es ist interessant, zu
lesen, wie Moltke sich sogar als „ketzerischer
Anhänger" einer Salzsteuer bekannte, weil es
wertvoll sei, daß auch der Aermste dem Staate
etwas Geringes steuere, der ihn schirme.
Daß der Feldherr auch ein Philosoph war, ist
bekannt. Zahlreiche Aeußerungen und schrift
liche Auslassungen des „großen Schweigers"
belegen das zur Genüge. So schrieb er über die
Sparsamkeit u. a.: „Bei jedem, der nicht von
nen Verschiedenheit der Ordensburgen sei aus
der Vielzahl der mit Achtung und Stolz
empfangenen Eindrücke festgehalten, manche
notwendige Einzelheit skizziert, aber niemals
getrennt von dem persönlichen unvergeßlichen
Erlebnis dieser gläubigen Reise, die in die
kommenden Jahrhunderte nationalsozialisti
schen Lebens wies.
I.
Frage heute irgendeinen Volksgenossen, dem
du begegnest, welche Werke nationalsozialisti
schen Schaffens sichtbar und ewigkeitsgültig
den Geist und das Wollen unserer Gegenwart
aussprechen. Er nennt dir dann — und es
wird dir gar nicht besonders auffallen, daß er
es drei Jahre nach 1933 überhaupt vermag —
die Straßen Adolf Hitlers und die Bauten in
der Hauptstadt der Bewegung als Künder und
Zeugen aus unvergänglichem Sein.
Frage in wenigen Wochen abermals, und es
ist gewiß und bestimmt, daß jeder im gleichen
bewundernden Stolz zu diesen Schöpfungen
nationalsozialistischer Tatkraft, Willensgröße
seinen Zinsen, sondern von seinen Leistungen
lebt, ist Gesundheit uud langes Leben das
Stammkapital. Wer nicht in der Jugend lernt,
mit Wenigem auszureichen, der wird auch im
Alter mit Vielem nicht fertig."
Noch ein paar Aussprüche, die verdienen, im
mer wieder verbreitet zu werden: „Ein kühner
Entschluß wird nur durch einen Mann ge
faßt." — „Die Jugend merke sich die Lehre
eines alten Professors: Wer auf dem Sofa
liegend liest, der liest vergebens. Nur mit der
Feder in der Hand kann man nützlich studie
ren." — „Es ist sonderbar, daß über Politik
jeder sich berufen fühlt, mitzusprechen, wäh
rend in der ganzen Welt darüber nur ein
Dutzend Menschen etwas wissen."
So war der greise Generalfeldmarschall nicht
nur Kenner auf zahlreichen Gebieten, sondern
tiefgründiger Denker, groß als Soldat, groß
aber auch als Mensch, Philosoph und Staats
mann. Wir Deutschen, die wir das große
Glück haben, im nationalsozialistischen Gedan
kengut viel von dem wiederzufinden, was
Moltke dachte, sagte und schrieb, gedenken an
seinem Todestage mit Stolz dieses einzigarti
gen bescheidenen Mannes.
und Leistungsfähigkeit die heute noch nur den
Aufgaben nach bekannten, doch in der baulichen
Eigenart dem Volk noch unvertrauten Ordens
burgen zählt. Unwegdenkbar werden sie dann
schon zu unserem auf die Gestaltung der Zu
kunft gerichtet«: kämpferischen Sein und Den
ken gehören.
Und man wird die Burgen, die entfernt vom
Lärm des Alltags in zwei knappen, aber lei
stungsgewaltigen Baujahren im Westen, Sü
den und Osten des Reiches an den wunder
barsten, markantesten Plätzen der Eifel, des
Allgäus und Pommerns entstanden, mit be
sonderer Betonung nennen. Denn wenn die
900 Kilometer der Autobahnen dem Verkehr
der Zukunft dienen und die monumentalen
Verwaltungsbauten am Königlichen Platz in
München mit der architektonischen Repräsen
tation unserer neuen Kulturauffassung der or
ganisatorischen Arbeit der Bewegung — die
Ordensburgen formen die Führerpersönlich
keiten, die den kämpferischen, schöpferischen
Geist und die Weltanschauung, die Adolf Hit
ler dem deutschen Volk in großer Sendung
offenbarte, in alle Zukunft tragen. Den Geist
und den Glauben, der die Autobahnen, die
Parteibauten und diese neuen Ordensburgen
in Wille und Tat werden ließ, haben sie sicher
und unverfälscht mit dem Volk zur Erfüllung
zu führen.
Stätten des Schicksals.
Die Ordensburgen haben von allen Schöp
fungen, die wir von der Bewegung schon ken
nengelernt haben, die größere Aufgabe: nicht
der fernen Nachwelt von einer Epoche des
Willens und Glaubens zu künden, wie es für
uns heute meist in Trümmern überkommene
Kulturstätten ferner Zeiten tun, sondern die
sen Geist und Glauben so wie er wurde, als
Leben und blutvolle Forderung über die ver
gehenden Generationen in das bleibende Volk
zu tragen. Im Schoße der Ordensburgen, in
ihren Mauern und Gebäuden der Kamerad
schaft und Vodenverbundeuheit, in ihren Feier
stätte« und auf ihren Sportplätzen ruht das
uns unbekannte Schicksal der Nation, um das
mir ringen. So ist die Mission dieser Stätten
— am Anfang der Schilderungen der Bau
werke sei es ausgesprochen, um die Ehrfurcht
der Lesenden, mehr noch aber die des Schrei
benden zu wecken — die wichtigste, die es geben
kann. Und darum wuchsen sie nicht in den dem
Tag dienenden und lebenden Städten, sondern
i« der verschwiegenen Einsamkeit deutscher
Ordensburg Vogelsang
» Fis
Reise z« den Ordensburgen
Das Erlebnis nationalsozialistischen Zukunftswillens und «euer deutscher Baukultnr:
die Ordensburgen Vogelfang, Sonthofen und Crössinsee