Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

ihn nor 5cm Schuldig auch des Landstreichens, 
d. h. eines Umherziehens nicht nur ohne 
Mittel und Erwerb, sondern auch ohne Zweck. 
Tie letzte feste Arbeit hat Otto voriges Jahr 
in Bielefeld gehabt. In der Folgezeit lebte er 
von Wohlfahrtsunterstützung oder vom Unter 
halt in Wandererheimen, wo es einen halben 
Tag arbeiten und einen halben wandern 
heißt. Weihnachten verbrachte er in Halber- 
stadt. Auf dem Fahrrad kam er nach Schles 
wig-Holstein. Am Ostersonntag, dem 12. April, 
wurde Otto in N e n d s b u r g beim Betteln 
festgenommen. Er behauptete, es sei ihm auf 
eurem Gut bei Preetz Arbeit zugesagt worden, 
die nach den Feiertagen beginnen sollte. Mit 
einer Reichsmark, die er sich verdient hatte, 
konnte er fürwahr keine großen Sprünge 
machen. Dazu waren die Wohlfahrtsbüros die 
Feiertage über geschlossen. Darum meldete sich 
Otto Ostersonnabend obdachlos im hiesigen 
Polizeigewahrsam, und nächsten Tags suchte er 
sein Essen zusammenzuschnorren. Beim Klin 
kenputzen wurde er ertappt. 
Der Amtsanwalt beantragte wegen Bettelns 
und Landstreichens 3 Wochen Haft sowie Un 
terbringung in einem Arbeitshaus. Der An 
geklagte beteuerte, er sei nicht arbeitsscheu, das 
bewiesen seine Papiere, und bat, von einer 
Ueberweisung ins Arbeitshaus abzusehen. Mit 
der einen Mark in seinem Besitz habe er nicht 
viel anfangen können. Auf die Bemerkung 
des Richters, dann habe er einmal die Zähne 
zusammenbeißen müssen (gegebenenfalls könne 
man auch mal zwei Tage von Brot leben), er 
widerte Otto, das habe er schon so oft müssen. 
Das Urteil lautete auf 5 Wochen Haft 
wegen Bettelei. Einerseits wurde von einer 
Einweisung ins Arbeitshaus abgesehen, an 
dererseits zum Ausdruck gebracht, bei seinen 
einschlägigen Vorstrafen habe der Angeklagte 
wissen müssen, daß er sich äußerst in acht zu 
nehmen habe. 
Otto, der sich augenscheinlich als Wander 
arbeiter betrachtet, nahm das Urteil an. Wenn 
er „rauskommt", kann er noch etwas vom Mai 
profitieren. 
Freigesprochen 
wurde der Lenker eines Fuhrwerks, der be 
schuldigt war, am 12. Februar auf der Schles- 
wiger Straße durch fahrlässiges Einbiegen von 
rechts nach links in Richtung Margarethenhof 
einen entgegenkommenden Motorradfahrer 
mit Sozius (es handelt sich um zwei Brüder) 
derart in Verlegenheit gebracht zu haben daß 
die beiden beim „Grünen Kranz" hinstürzten 
und sich leicht verletzten, während das Motor 
rad beschädigt wurde. Der Angeklagte wider 
sprach dem. Die Sache stand bereits vor acht 
Tagen an, wurde jedoch wegen Vernehmung 
von zwei weiteren Zeugen und Besichtigung 
der Unfallstelle vertagt. 
Von Wert war für den Angeklagten die 
bestimmte Aussage eines ihm an der Gärtne 
rei Hansen begegnenden Fuhrmannes, der 
ihn vor dem Hinüberbiegen über die Straße 
den linken Arm zwecks Angabe der Richtungs 
ünderung heben sah. Die Motorradfahrer 
blieben bei ihrer Behauptung, der Ange 
klagte sei auf der falschen Seite gefahreil und 
habe bei der Einfahrt nach dem Margarethen 
hof nicht den linken Arm erhoben,' die Folge 
sei gewesen, daß sie wider den Kantstein an 
der Tankstelle gerannt, links hinübergeschla 
gen und vor die Tür des Gasthauses hinge 
fallen seien. Ein diese Aussage unterstützen 
der Zeuge, der mit seinem Blockwagen aus 
der Eckernförder Straße kam und nach der 
Fockbeker Chaussee hinüberwollte, kann sich 
von seinem Platz aus geirrt haben. Die zwei 
neuen Zeugen, Frauen, bekundeten, daß der 
Angeschuldigte auf der richtigen Seite gefah 
ren sei. Bei der Ortsbesichtigung hat er seine 
damalige Fahrweise wiederholen müssen. 
Der Amtsanwalt hielt die Feststellung für 
wichtig, daß der lange hochräderige Wagen die 
Kurve nach links nur in größerem Bogen habe 
machen können, was die Angaben des Ange 
klagten mit zu bestätigen scheine. Er verneinte 
fahrlässige Körperverletzung und die Frage 
nach einem Vergehen gegen die Reichsstraßcn- 
verkehrsordnung. Demgemäß beantragte er 
Freisprechung und Aufbürdung der Kosten des 
Verfahrens auf die Staatskasse. Der Vertei 
diger des Angeklagten meinte, die Motorrad 
fahrer hätten sich die Folgen des Unfalls selbst 
zuzuschreiben. Der Freispruch erfolgte man 
gels Beweises. 
Wenn man Motorrad fährt, 
so muß man an dessen Anmeldung bei der Be 
hörde denken sowie an die Erlangung des 
Führerscheins und der Steuerkarte. Das aber 
hat ein junger Mann aus Br. nicht getan. 
Sein Vergehen gegen die Reichsabgabenord 
nung in Verbindung mit einem Verstoß ge 
gen das Gesetz über den Verkehr mit Kraft 
fahrzeugen muß er mit 80 JUt Geldstrafe, ev. 
5 Tagen Gefängnis, büßen. Außerdem hat er 
die Gerichtskosten zu tragen. Der Richter ver 
wies darauf, daß das Vergehen gegen die 
Reichsabgabenordnung als das schwerwiegen 
dere allzusehen sei,' für derartige Vergehen 
seien Geldstrafen in unbeschränkter Höhe und 
Gefängnis bis zu 2 Jahren möglich. Ter Ver 
urteilte nahm das Urteil an. Das Motorrad 
befindet sich nicht mehr in seinem Besitz,' die 
Steuer ist inzwischen entrichtet. 
Milde angesehen 
wurde ein Vergehen gegen die Bntterverord- 
nung, das darin bestand, daß in einigen Füllen 
die Herkunft verpackter Butter nicht, wie vor 
geschrieben, aus der Aufschrift der Verpackung 
richtig zu ersehen war. Das erforderliche be 
druckte Umschlagpapier war ausgegangen. 
Diese Entschuldigung konnte jedoch das Ver 
gehen nicht beseitigen. 15 JUt Geldbuße und 
die Kosten des Verfahrens ivaren die Folge. 
* Segelsport mit „Kraft durch Freude". Die 
NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ver 
anstaltet mit den Segelschonern „Edit" und 
„Jutta" Fahrten vom 25. April bis 1. Mai, 
vom 4. bis 10. Mai, vom 11. bis 17. Mai. Der 
Teilnehmerpreis beträgt 30 JUL. Außerdem 
führt vom 4. bis 17. Mai der Segelschoner 
„Hanseat". Hier beträgt der Preis 65 JUt. 
Die Abfahrt erfolgt von Neustadt aus. Eine 
Norwegen fahrt findet vom 15. bis 21. Mat zum 
Preise von 41,50 JUt statt. Für alle Fahrten 
sind Anmeldungen umgehend zu richten an die 
Ortswarte und an die Deutsche Arbeitsfront 
in Rendsburg, Adolf-Hitler-Haus, Tel. 2570. 
* Sonderzug von Altona-Hamburg nach 
Berlin und zurück. Zu dem sehr ermäßigten 
Fahrpreis von 80% verkehrt von Sonnabend, 
dem 2. Mai, bis Montag früh, dem 4. Mai, 
wieder ein Wochenendzug der Reichsbahndirek 
tion Altona nach der Reichshauptstadt. Der 
Zug, der aus bequemen Eilzugwagen gebildet 
wird, führt ab Altona Hbf. 14.23 Uhr, ab Ham 
burg Hbf. 14.47 Uhr, ab Wittenberge 17.11 Uhr 
und ist in Berlin Lehrter Bahnhof 18.65 Uhr. 
Rückfahrt am Montag früh ab Berlin Lehrter 
Bahnhof 0.30 Uhr, an Wittenberge 2.24 Uhr, 
an Hamburg Hbf. 4.35 Uhr, an Hamburg 
Dammtor 4.45 Uhr, an Altona Hbf. 4.65 Uhr. 
$cMuwi$-Hddeih> 
Htm Tleudsbucq. 
Unwetterfchäden auch in Vreiholz. 
bb. Brciholz, 23. April. Das Unwetter, das 
vor einigen Tagen wie überall so auch in un 
serm Orte niederging, hat an mehreren Stel 
len Schäden angerichtet. Infolge des anhalten 
den Regens überschwemmte an den niedrig ge 
legenen Stellen die Eiderniederung. Bei dem 
starken Sturm war während der Zeit das 
Wasser in der Eider wieder ziemlich hoch, so 
daß das Land bis jetzt noch nicht wieder ganz 
trocken ist. Weitere Schäden sind an der Dorf 
straße entstanden. Auf einer Strecke von etwa 
60 Meter konnten die Entwässerungsrohre die 
ständig anwachsenden Wassermengen nicht 
mehr aufnehmen. Infolgedessen suchte sich das 
wilde Element einen Weg an der Straßenseite 
entlang. An der ganzen Strecke sind die Kant 
steine unterspült und weggerissen. Bei der 
Meierei versackte an einer Stelle die Straße 
in der halben Breite. 
Ahreustedt, 23. April. Verpachtung des Torf 
stiches. In der Gastwirtschaft von Suhr wurde 
vom Preuß. Forstmeister aus Rendsburg die 
Verpachtung des Torfstiches auf dem Fock 
beker Moor vorgenommen. Es waren 30 Lose 
mit rund 1000 cbm ausgelegt. Da reges In 
teresse vorhanden war, ging die Verpachtung 
sehr schnell vor sich. Die Preise für die einzel 
nen Lose waren ganz verschieden und lagen 
zwischen 30 und 56 .Jtrf je cbm. 
ar. Osterrönfeld, 22. April. Die Sterbekasie 
hielt am Dienstagabend bei Biclfeldt ihre Ge 
neralversammlung ab, die wie immer sehr gut 
besucht war. Der Leiter der Kasse legte den 
Geschäfts- und Kassenbericht ab. Die augen 
blickliche Mitglieöerzahl beträgt 208 Familien 
und 87 Einzelpersonen. Im verflossenen Ge 
schäftsjahre waren 8 Stcrbefülle, und zwar 
lauter Erwachsene. Die Kasse schließt ab mit 
einem Guthaben von 265,10 JUt. Während 
früher nur bei Bedarf Beiträge eingefordert 
wurden, wurde im vorigen Jahre beschlossen, 
regelmäßig jedes Vierteljahr die Beiträge ein 
zufordern. Die Regelung hat solchen Beifall 
gefunden, daß sie auch weiter beibehalten wird. 
Die Einnahmen betrugen 1375,10 JUL, die 
Ausgaben 1120 JUt. Die Kasse wurde revidiert 
und gab zu Ausstellungen keinen Anlaß. 
Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden wie 
dergewählt. Die Kasse besteht jetzt schon 13 
Jahre und hat segensreich gewirkt. Besonderes 
Verdienst um dieselbe hat Lehrer Rühmann, 
der die Kasse von Anfang an gewissenhaft ge 
leitet hat. 
r. Nortorf, 23. April. Neuverpachtung. Kauf 
mann Paul Osbahr, bisheriger Pächter des 
Leptienschen Geschäftes in der Gr. Mühlen 
straße, übernahm ebenfalls pachtweise das bis 
her von dem Inhaber selbst betriebene Kolo- 
nialwarengeschüft von Karl Kröger in Tungen 
dorf. 
es. Bordesholm, 23. April. Staudesamtliche 
Nachrichten. In den Stand der Ehe wollen 
treten: Der Landwirt Hermann Ernst Otto 
Holst, Wulfsmoor, und Fräulein Emma Stü- 
mer, Bordesholm,' Gerichtsassessor Josef Karl 
Großmann und die Lehrerin Eva Elsa Erna 
Hanna Vahlbruch,' der Rentenempfänger 
Friedrich Christian Behrend, Bordesholm, und 
Frau /Hermine Sophie Pieper, geb. Schulz, 
Bordesholm. 
Seinen 85. Geburtstag konnte Jürgen 
Storm (Anbauer) in Hohn bei guter Gesund 
heit und in seltener Frische begehen. Storm, 
der schon lange Jahre Witwer ist, lebt mit 
seiner Tochter bei seinem Sohn Johann 
Storm. Er verrichtet noch alle Arbeiten, die es 
im ländlichen Betrieb gibt. Mit Vorliebe be 
schäftigt er sich mit den Pferden, (xt.) 
Verkauf. Der Landwirt Knauf in Oha bet 
Hohn verkaufte sein Haus mit Ländereien an 
den Landmann Schmidt aus Marne. Antritt 
zum 1. Mai. Kaufpreis 13 000 JIM, (xt.) 
Nach Bordesholm versetzt. Anläßlich des 
Geburtstages des Führers wurde der" seit 
vorigem Herbst im Bramsteüter Amtsgericht 
tätige Gerichtsassessor Felix von Johnn zum 
Amtsgerichtsrat ernannt. Amtsgerichtsrat von 
Johnn wird am 1. Mai als Richter und Vor 
sitzender des Anerbengerichts nach dem Amts 
gericht Bordesholm versetzt, (es.) 
Htm êdtettoļêcde 
kb. Sehestedt, 23. April. Generalversamm 
lung des Vaterländische» Franenvereins vom 
Roten Kreuz, Zweigvereiu Sehestedt. Frau 
Schröder, Grünhorst, eröffnete die diesjährige 
Generalversammlung im Gasthaus W. Sager. 
Sie gab einen Ueberblick über die Arbeit des 
vergangenen Jahres, dankte für die dem Va- 
terl. Frauenverein bisher gehaltene Treue und 
forderte auf, auch im kommenden Jahre für 
den wahren Sozialismus der Tat allen Volks 
genossen gegenüber zu wirken. Nachdem der 
Tätigkeitsbericht der Schwester bekanntgegeben 
war, erstattete der Rechnungsführer seinen 
Kassenbericht. Die Gesamteinnahme betrug 
1809,76 JUt; die Gesamtausgabe 2029,51 JUt. 
Geplant ist ein Mütterschulungskursus (mit 
etwa 30 Teilnehmern) in Holtsee. In Sehe 
stedt wird ein Samariterkursus mit etwa 20 
Teilnehmern am Montag, dem 27. April, be 
ginnen, für den Herr Dr. med. Burgdorf, Bo- 
venau, gewonnen ist. — Ans der Schule. Der 
für Lehrer Wöbs, Holtsee, welcher nach Eckern 
förde versetzt wurde, nach Holtsee berufene 
Schulamtsbcwerber Sanders, zuletzt Lauen 
burg in Pommern, hat gleichzeitig die Vertre 
tung für den zwecks Militürdienstübung vom 
Schuldienst beurlaubten Lehrer R. Neuhaus 
in Sehestedt übernommen. An zwei Tagen der 
Woche betreut Sanders die 2. Klasse in Holt 
see,' an 4 Tagen die 2. Klasse in Sehestedt, und 
zwar bis zum 11. Mai. 
Uzeis SMzswity 
Uhrmachcriagnng in Schleswig. 
rs. Schleswig, 21. April. Am Sonntag fand 
in Ravens Hotel die Jahreshauptversamm 
lung der Kreise Flensburg Stadt ^und Land, 
Schleswig, Eckernförde und Rendsburg statt. 
Es war die erste Versammlung nach der Zu 
sammenlegung der beiden Innungen Rends 
burg und Schleswig. Anwesend waren insge 
samt 76 Mitglieder. Der Obermeister Ander 
sen-Schleswig begrüßte die stattliche Zahl der 
anwesenden Berufskollegen und gab die Ta 
gesordnung bekannt. Die Zusammenlegung 
der Innungen erforderte eine Umstellung des 
Jnnungsbeirats. An Stelle der ausscheiden 
den Beiräte wurden die Berufskameraden 
Jacobsen-Eckernförde, Horst-Rendsburg, und 
als stellv. Obermeister N. Christiansen-Flens 
burg berufen. Die Amtszeit der übrigen Jn- 
nungsbeiträge war ebenfalls abgelaufen. Diese 
wurden vom Obermeister neu bestellt. Hierauf 
fand in feierlicher althergebrachter Form die 
Lossprechung der ausgclernten und die Ein 
schreibung der jetzt zu Ostern neu in die Lehre 
eingetretenen Lehrlinge statt. Kollege Wend 
land erstattete den Kassenbericht. Der Haus 
haltungsplan für das neue Geschäftsjahr 
wurde genehmigt. Der Stellvertreter des 
Kreishandwerkermeisters, der Stellmacher 
meister Jversen-Schleswig, richtete an die 
Versammlung die Vertrauensfrage für den 
Obermeister. Die Stimmzettelwahl ergab ein 
lOOprozentiges Vertrauensvotum für den Kol 
legen Andersen. Zur Erhaltung der Gemein 
schaftswerbung meldeten 50 Mitglieder ihren 
Beitritt zum Reichsverband der deutschen 
Uhrmacher e. V. an Die Wiedererrichtung der 
Altonaer Uhrmacherschule fand bei allen Be- 
rufskameraden großen Anklang. Der dafür 
ausgeworfene Betrag wurde gern bewilligt. 
Im Anschluß an die harmonisch verlaufene 
Versammlung fand ein Lichtbildervortrag 
„Die Reparatur der Armbanduhr" statt. Nach 
dem gemeinsam eingenommenen Mittagessen 
wurde ein weiterer Lichtbildervortrag über die 
Werbung des Uhrenfachgeschäftes durch 
Rautenberg von der Werbcabteilung der Ver 
kaufsberatung der Deutschen Uhrenwirtschaft 
Berlin vorgeführt, der von allen Teilnehmern 
mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurde. 
Große Ucberschwemmungen bei Hollingstedt. 
Hollingstedt, 23. April. Die letzten Regen- 
und Sturmtage haben auch in Hollingstedt 
große Ucberschwemmungen verursacht. Zur 
Zeit ist der Wasserstand so hoch/daß auch Land, 
das während des Winters trocken blieb, unter 
Wasser steht. Für die Bauern ist erheblicher 
Schaden entstanden, da die Wiesen und Weiden 
zum größten Teil bereits gedüngt waren. Auch 
das Niederwild wurde durch das Unwetter 
stark in Mitleidenschaft gezogen. 
gv. Gammellund, 24. April. Trauring nach 
30 Jahren wiedergefunden. Vor etwa 30 Jah 
ren verlor die Ehefrau des Schneidermeisters 
Nielsen Hierselbst ihren Trauring. Jetzt fand 
der Ehemann bei Bestellung des Gartens den 
Ring wieder. Die Inschrift war noch gut er 
halten, während der Ring leicht beschädigt war. 
Aus êidwstedk 
Uebermut brachte ein kühles Bad. 
he. Tating, 23. April. Zwei kleine Jungen 
aus Tating, 11 und 10 Jahre mögen sie gewe 
sen sein, in denen scheinbar auch die Früh 
lingssonne das Blut unternehmungslustig 
machte, beschlossen, eine Wettfahrt mit dem 
Fahrrad auszutragen. Als Rennstrecke wurde 
ein Fußweg bestimmt. Dann ging die wilde 
Jagd los. Der Aeltere führt voran, der Jün 
gere ist ihm dicht auf. Da stoppt der vordere 
Fahrer plötzlich, der Hintere fährt gegen den 
ersten und in hohem Bogen fliegen beide in 
den gefüllten Wassergraben. Mörderisches Ge 
schrei erhebt der Jüngere, der seine letzte 
Stunde gekommen sieht. Doch die Rettung ge 
lingt. Gemeinsam geht es dann zu der Mutter 
des einen Jungen, von der man am ersten 
Verzeihung erhofft. Hier werden die Kleider 
getrocknet und die Jungen ins Bett gebracht. 
Neben dem Schaden hatten sie den Spott zu 
tragen. Das Wichtigste war aber die gute Lehre 
für sie. 
Aus kûtdļáesCatod 
Radfahrer schwer verunglückt. 
Bredstedt, 23. April. Ein Radler stürzte an 
einem der letzten Abende auf der Hauptdurch- 
gangslanöstraße Hamburg—Süderlügum bel 
der Ortschaft Hattsteöt derart schwer, daß er 
besinnungslos am Grabenrand liegen blieb. 
Erst am nächsten Morgen fand man den Ver 
unglückten blutüberströmt und im Gesicht bis 
zur Unkenntlichkeit entstellt, bewußtlos auf. 
Ein herbeigerufener Arzt legte einen Notver 
band an und brachte den Verletzten in seine 
Wohnung. 
225 Jahre Clementinische Stiftung 
in Bredstedt. 
sz. Bredstedt, 23. April. In diesem Jahr 
blickt die in der Herrmannstraße in Bredstedt 
gelegene Clementinische Stiftung auf ihr 225- 
jähriges Bestehen zurück. Im Jahre 1711 ließ 
Anthon Clement, damaliger Kanzlei- und Re 
gierungsrat in dem Fürstentum Schleswig- 
Holstein und Landvogt der Landschaft Norges- 
Landt, auf seinem Krankenbette kurz vor dem 
Eintritt des Todes ein Testament errichten. 
Da es bei seinem Krankheitszustande ungewiß 
erschien, ob er noch lauge leben würde, wollte 
er seine durch Fleiß und Mühe erworbenen 
Güter unter die Armen der Stadt Bredstedt 
verteilen. Das im damaligen „Gosegang" 
(Gänsegang), heute Herrmannstraße, gelegene 
kleine Haus mit anliegendem Garten sollte 
seiner Schwester, Magdalene von Aken, Zeit 
ihres Lebens zum Gebrauch zur Verfügung 
stehen. Nach ihrem Tode aber sollte auf dem 
selben Grundstück ein Altersheim zur Unter 
kunft der Alten und Hilflosen errichtet und 
unterhalten werden. Diese vor 225 Jahren er 
folgte Stiftung wirkt sich heute recht segens 
reich aus, sind dort doch ein ganz Teil ältere 
Personen in netten, kleinen Wohnungen miet 
frei untergebracht. Die Insassen dieser Anthon 
Aus UcdiZHwestedi, Usu'tetcut^Uadssnatsckeu 
ai. Hohenwestedt, 23. April. Standesamtliche 
Nachrichten. Die Ehe wollen miteinander ein 
gehen: Landwirt Hermann Hinrich Kelting in 
Heisterende, Gem. Horst, mit der Hausange 
stellten Magdalene Christine Hermanöine 
Wieck in Hohenwestedt,' Schuhmachermeister 
Klaus Wilhelm Hinrichs in Beringstcdt mit 
der Hausgehilfin Maria Margareta Bünz in 
Beringstedt,' kaufmännischer Angestellter Eg 
gert Heinrich Walter Rickert in Kiel-Gaarden 
mit der Haustochter Marga Maria Rehder in 
Tappendorf,' Landwirt Otto Harbeck in Tap- 
pendorf mit der Haustochter Alwine Diederich 
in Tappendorf,' ^turmhauptführer der SA. 
und 
Otto Christian Honnens in Lockstedter Lager 
mit der Hausangestellten Gertrud Christine 
Helene Jagim in Hohenwestedt. 
rs. Wacken, 23. April. Der 1. Mai soll in 
diesem Jahre mit den Zellen Nienbüttel und 
Kohlenbek gemeinsam begangen werden. Der 
Umzug findet in diesem Jahre abends um 
18.30 Uhr (6.30 Uhr) statt. Anschließend begin 
nen die Feierlichkeiten in Raaps Gasthof mit 
Volkstänzen, Theateraufführung und Deut 
schem Tanz. Die Arbeitsopfer und Rentner 
werden zum 1. Mai von der Ortsgruppe der 
NSDAP, eingeladen und mit Kaffee und Ku, 
chen bewirtet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.