ihn nor 5cm Schuldig auch des Landstreichens,
d. h. eines Umherziehens nicht nur ohne
Mittel und Erwerb, sondern auch ohne Zweck.
Tie letzte feste Arbeit hat Otto voriges Jahr
in Bielefeld gehabt. In der Folgezeit lebte er
von Wohlfahrtsunterstützung oder vom Unter
halt in Wandererheimen, wo es einen halben
Tag arbeiten und einen halben wandern
heißt. Weihnachten verbrachte er in Halber-
stadt. Auf dem Fahrrad kam er nach Schles
wig-Holstein. Am Ostersonntag, dem 12. April,
wurde Otto in N e n d s b u r g beim Betteln
festgenommen. Er behauptete, es sei ihm auf
eurem Gut bei Preetz Arbeit zugesagt worden,
die nach den Feiertagen beginnen sollte. Mit
einer Reichsmark, die er sich verdient hatte,
konnte er fürwahr keine großen Sprünge
machen. Dazu waren die Wohlfahrtsbüros die
Feiertage über geschlossen. Darum meldete sich
Otto Ostersonnabend obdachlos im hiesigen
Polizeigewahrsam, und nächsten Tags suchte er
sein Essen zusammenzuschnorren. Beim Klin
kenputzen wurde er ertappt.
Der Amtsanwalt beantragte wegen Bettelns
und Landstreichens 3 Wochen Haft sowie Un
terbringung in einem Arbeitshaus. Der An
geklagte beteuerte, er sei nicht arbeitsscheu, das
bewiesen seine Papiere, und bat, von einer
Ueberweisung ins Arbeitshaus abzusehen. Mit
der einen Mark in seinem Besitz habe er nicht
viel anfangen können. Auf die Bemerkung
des Richters, dann habe er einmal die Zähne
zusammenbeißen müssen (gegebenenfalls könne
man auch mal zwei Tage von Brot leben), er
widerte Otto, das habe er schon so oft müssen.
Das Urteil lautete auf 5 Wochen Haft
wegen Bettelei. Einerseits wurde von einer
Einweisung ins Arbeitshaus abgesehen, an
dererseits zum Ausdruck gebracht, bei seinen
einschlägigen Vorstrafen habe der Angeklagte
wissen müssen, daß er sich äußerst in acht zu
nehmen habe.
Otto, der sich augenscheinlich als Wander
arbeiter betrachtet, nahm das Urteil an. Wenn
er „rauskommt", kann er noch etwas vom Mai
profitieren.
Freigesprochen
wurde der Lenker eines Fuhrwerks, der be
schuldigt war, am 12. Februar auf der Schles-
wiger Straße durch fahrlässiges Einbiegen von
rechts nach links in Richtung Margarethenhof
einen entgegenkommenden Motorradfahrer
mit Sozius (es handelt sich um zwei Brüder)
derart in Verlegenheit gebracht zu haben daß
die beiden beim „Grünen Kranz" hinstürzten
und sich leicht verletzten, während das Motor
rad beschädigt wurde. Der Angeklagte wider
sprach dem. Die Sache stand bereits vor acht
Tagen an, wurde jedoch wegen Vernehmung
von zwei weiteren Zeugen und Besichtigung
der Unfallstelle vertagt.
Von Wert war für den Angeklagten die
bestimmte Aussage eines ihm an der Gärtne
rei Hansen begegnenden Fuhrmannes, der
ihn vor dem Hinüberbiegen über die Straße
den linken Arm zwecks Angabe der Richtungs
ünderung heben sah. Die Motorradfahrer
blieben bei ihrer Behauptung, der Ange
klagte sei auf der falschen Seite gefahreil und
habe bei der Einfahrt nach dem Margarethen
hof nicht den linken Arm erhoben,' die Folge
sei gewesen, daß sie wider den Kantstein an
der Tankstelle gerannt, links hinübergeschla
gen und vor die Tür des Gasthauses hinge
fallen seien. Ein diese Aussage unterstützen
der Zeuge, der mit seinem Blockwagen aus
der Eckernförder Straße kam und nach der
Fockbeker Chaussee hinüberwollte, kann sich
von seinem Platz aus geirrt haben. Die zwei
neuen Zeugen, Frauen, bekundeten, daß der
Angeschuldigte auf der richtigen Seite gefah
ren sei. Bei der Ortsbesichtigung hat er seine
damalige Fahrweise wiederholen müssen.
Der Amtsanwalt hielt die Feststellung für
wichtig, daß der lange hochräderige Wagen die
Kurve nach links nur in größerem Bogen habe
machen können, was die Angaben des Ange
klagten mit zu bestätigen scheine. Er verneinte
fahrlässige Körperverletzung und die Frage
nach einem Vergehen gegen die Reichsstraßcn-
verkehrsordnung. Demgemäß beantragte er
Freisprechung und Aufbürdung der Kosten des
Verfahrens auf die Staatskasse. Der Vertei
diger des Angeklagten meinte, die Motorrad
fahrer hätten sich die Folgen des Unfalls selbst
zuzuschreiben. Der Freispruch erfolgte man
gels Beweises.
Wenn man Motorrad fährt,
so muß man an dessen Anmeldung bei der Be
hörde denken sowie an die Erlangung des
Führerscheins und der Steuerkarte. Das aber
hat ein junger Mann aus Br. nicht getan.
Sein Vergehen gegen die Reichsabgabenord
nung in Verbindung mit einem Verstoß ge
gen das Gesetz über den Verkehr mit Kraft
fahrzeugen muß er mit 80 JUt Geldstrafe, ev.
5 Tagen Gefängnis, büßen. Außerdem hat er
die Gerichtskosten zu tragen. Der Richter ver
wies darauf, daß das Vergehen gegen die
Reichsabgabenordnung als das schwerwiegen
dere allzusehen sei,' für derartige Vergehen
seien Geldstrafen in unbeschränkter Höhe und
Gefängnis bis zu 2 Jahren möglich. Ter Ver
urteilte nahm das Urteil an. Das Motorrad
befindet sich nicht mehr in seinem Besitz,' die
Steuer ist inzwischen entrichtet.
Milde angesehen
wurde ein Vergehen gegen die Bntterverord-
nung, das darin bestand, daß in einigen Füllen
die Herkunft verpackter Butter nicht, wie vor
geschrieben, aus der Aufschrift der Verpackung
richtig zu ersehen war. Das erforderliche be
druckte Umschlagpapier war ausgegangen.
Diese Entschuldigung konnte jedoch das Ver
gehen nicht beseitigen. 15 JUt Geldbuße und
die Kosten des Verfahrens ivaren die Folge.
* Segelsport mit „Kraft durch Freude". Die
NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ver
anstaltet mit den Segelschonern „Edit" und
„Jutta" Fahrten vom 25. April bis 1. Mai,
vom 4. bis 10. Mai, vom 11. bis 17. Mai. Der
Teilnehmerpreis beträgt 30 JUL. Außerdem
führt vom 4. bis 17. Mai der Segelschoner
„Hanseat". Hier beträgt der Preis 65 JUt.
Die Abfahrt erfolgt von Neustadt aus. Eine
Norwegen fahrt findet vom 15. bis 21. Mat zum
Preise von 41,50 JUt statt. Für alle Fahrten
sind Anmeldungen umgehend zu richten an die
Ortswarte und an die Deutsche Arbeitsfront
in Rendsburg, Adolf-Hitler-Haus, Tel. 2570.
* Sonderzug von Altona-Hamburg nach
Berlin und zurück. Zu dem sehr ermäßigten
Fahrpreis von 80% verkehrt von Sonnabend,
dem 2. Mai, bis Montag früh, dem 4. Mai,
wieder ein Wochenendzug der Reichsbahndirek
tion Altona nach der Reichshauptstadt. Der
Zug, der aus bequemen Eilzugwagen gebildet
wird, führt ab Altona Hbf. 14.23 Uhr, ab Ham
burg Hbf. 14.47 Uhr, ab Wittenberge 17.11 Uhr
und ist in Berlin Lehrter Bahnhof 18.65 Uhr.
Rückfahrt am Montag früh ab Berlin Lehrter
Bahnhof 0.30 Uhr, an Wittenberge 2.24 Uhr,
an Hamburg Hbf. 4.35 Uhr, an Hamburg
Dammtor 4.45 Uhr, an Altona Hbf. 4.65 Uhr.
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Htm Tleudsbucq.
Unwetterfchäden auch in Vreiholz.
bb. Brciholz, 23. April. Das Unwetter, das
vor einigen Tagen wie überall so auch in un
serm Orte niederging, hat an mehreren Stel
len Schäden angerichtet. Infolge des anhalten
den Regens überschwemmte an den niedrig ge
legenen Stellen die Eiderniederung. Bei dem
starken Sturm war während der Zeit das
Wasser in der Eider wieder ziemlich hoch, so
daß das Land bis jetzt noch nicht wieder ganz
trocken ist. Weitere Schäden sind an der Dorf
straße entstanden. Auf einer Strecke von etwa
60 Meter konnten die Entwässerungsrohre die
ständig anwachsenden Wassermengen nicht
mehr aufnehmen. Infolgedessen suchte sich das
wilde Element einen Weg an der Straßenseite
entlang. An der ganzen Strecke sind die Kant
steine unterspült und weggerissen. Bei der
Meierei versackte an einer Stelle die Straße
in der halben Breite.
Ahreustedt, 23. April. Verpachtung des Torf
stiches. In der Gastwirtschaft von Suhr wurde
vom Preuß. Forstmeister aus Rendsburg die
Verpachtung des Torfstiches auf dem Fock
beker Moor vorgenommen. Es waren 30 Lose
mit rund 1000 cbm ausgelegt. Da reges In
teresse vorhanden war, ging die Verpachtung
sehr schnell vor sich. Die Preise für die einzel
nen Lose waren ganz verschieden und lagen
zwischen 30 und 56 .Jtrf je cbm.
ar. Osterrönfeld, 22. April. Die Sterbekasie
hielt am Dienstagabend bei Biclfeldt ihre Ge
neralversammlung ab, die wie immer sehr gut
besucht war. Der Leiter der Kasse legte den
Geschäfts- und Kassenbericht ab. Die augen
blickliche Mitglieöerzahl beträgt 208 Familien
und 87 Einzelpersonen. Im verflossenen Ge
schäftsjahre waren 8 Stcrbefülle, und zwar
lauter Erwachsene. Die Kasse schließt ab mit
einem Guthaben von 265,10 JUt. Während
früher nur bei Bedarf Beiträge eingefordert
wurden, wurde im vorigen Jahre beschlossen,
regelmäßig jedes Vierteljahr die Beiträge ein
zufordern. Die Regelung hat solchen Beifall
gefunden, daß sie auch weiter beibehalten wird.
Die Einnahmen betrugen 1375,10 JUL, die
Ausgaben 1120 JUt. Die Kasse wurde revidiert
und gab zu Ausstellungen keinen Anlaß.
Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden wie
dergewählt. Die Kasse besteht jetzt schon 13
Jahre und hat segensreich gewirkt. Besonderes
Verdienst um dieselbe hat Lehrer Rühmann,
der die Kasse von Anfang an gewissenhaft ge
leitet hat.
r. Nortorf, 23. April. Neuverpachtung. Kauf
mann Paul Osbahr, bisheriger Pächter des
Leptienschen Geschäftes in der Gr. Mühlen
straße, übernahm ebenfalls pachtweise das bis
her von dem Inhaber selbst betriebene Kolo-
nialwarengeschüft von Karl Kröger in Tungen
dorf.
es. Bordesholm, 23. April. Staudesamtliche
Nachrichten. In den Stand der Ehe wollen
treten: Der Landwirt Hermann Ernst Otto
Holst, Wulfsmoor, und Fräulein Emma Stü-
mer, Bordesholm,' Gerichtsassessor Josef Karl
Großmann und die Lehrerin Eva Elsa Erna
Hanna Vahlbruch,' der Rentenempfänger
Friedrich Christian Behrend, Bordesholm, und
Frau /Hermine Sophie Pieper, geb. Schulz,
Bordesholm.
Seinen 85. Geburtstag konnte Jürgen
Storm (Anbauer) in Hohn bei guter Gesund
heit und in seltener Frische begehen. Storm,
der schon lange Jahre Witwer ist, lebt mit
seiner Tochter bei seinem Sohn Johann
Storm. Er verrichtet noch alle Arbeiten, die es
im ländlichen Betrieb gibt. Mit Vorliebe be
schäftigt er sich mit den Pferden, (xt.)
Verkauf. Der Landwirt Knauf in Oha bet
Hohn verkaufte sein Haus mit Ländereien an
den Landmann Schmidt aus Marne. Antritt
zum 1. Mai. Kaufpreis 13 000 JIM, (xt.)
Nach Bordesholm versetzt. Anläßlich des
Geburtstages des Führers wurde der" seit
vorigem Herbst im Bramsteüter Amtsgericht
tätige Gerichtsassessor Felix von Johnn zum
Amtsgerichtsrat ernannt. Amtsgerichtsrat von
Johnn wird am 1. Mai als Richter und Vor
sitzender des Anerbengerichts nach dem Amts
gericht Bordesholm versetzt, (es.)
Htm êdtettoļêcde
kb. Sehestedt, 23. April. Generalversamm
lung des Vaterländische» Franenvereins vom
Roten Kreuz, Zweigvereiu Sehestedt. Frau
Schröder, Grünhorst, eröffnete die diesjährige
Generalversammlung im Gasthaus W. Sager.
Sie gab einen Ueberblick über die Arbeit des
vergangenen Jahres, dankte für die dem Va-
terl. Frauenverein bisher gehaltene Treue und
forderte auf, auch im kommenden Jahre für
den wahren Sozialismus der Tat allen Volks
genossen gegenüber zu wirken. Nachdem der
Tätigkeitsbericht der Schwester bekanntgegeben
war, erstattete der Rechnungsführer seinen
Kassenbericht. Die Gesamteinnahme betrug
1809,76 JUt; die Gesamtausgabe 2029,51 JUt.
Geplant ist ein Mütterschulungskursus (mit
etwa 30 Teilnehmern) in Holtsee. In Sehe
stedt wird ein Samariterkursus mit etwa 20
Teilnehmern am Montag, dem 27. April, be
ginnen, für den Herr Dr. med. Burgdorf, Bo-
venau, gewonnen ist. — Ans der Schule. Der
für Lehrer Wöbs, Holtsee, welcher nach Eckern
förde versetzt wurde, nach Holtsee berufene
Schulamtsbcwerber Sanders, zuletzt Lauen
burg in Pommern, hat gleichzeitig die Vertre
tung für den zwecks Militürdienstübung vom
Schuldienst beurlaubten Lehrer R. Neuhaus
in Sehestedt übernommen. An zwei Tagen der
Woche betreut Sanders die 2. Klasse in Holt
see,' an 4 Tagen die 2. Klasse in Sehestedt, und
zwar bis zum 11. Mai.
Uzeis SMzswity
Uhrmachcriagnng in Schleswig.
rs. Schleswig, 21. April. Am Sonntag fand
in Ravens Hotel die Jahreshauptversamm
lung der Kreise Flensburg Stadt ^und Land,
Schleswig, Eckernförde und Rendsburg statt.
Es war die erste Versammlung nach der Zu
sammenlegung der beiden Innungen Rends
burg und Schleswig. Anwesend waren insge
samt 76 Mitglieder. Der Obermeister Ander
sen-Schleswig begrüßte die stattliche Zahl der
anwesenden Berufskollegen und gab die Ta
gesordnung bekannt. Die Zusammenlegung
der Innungen erforderte eine Umstellung des
Jnnungsbeirats. An Stelle der ausscheiden
den Beiräte wurden die Berufskameraden
Jacobsen-Eckernförde, Horst-Rendsburg, und
als stellv. Obermeister N. Christiansen-Flens
burg berufen. Die Amtszeit der übrigen Jn-
nungsbeiträge war ebenfalls abgelaufen. Diese
wurden vom Obermeister neu bestellt. Hierauf
fand in feierlicher althergebrachter Form die
Lossprechung der ausgclernten und die Ein
schreibung der jetzt zu Ostern neu in die Lehre
eingetretenen Lehrlinge statt. Kollege Wend
land erstattete den Kassenbericht. Der Haus
haltungsplan für das neue Geschäftsjahr
wurde genehmigt. Der Stellvertreter des
Kreishandwerkermeisters, der Stellmacher
meister Jversen-Schleswig, richtete an die
Versammlung die Vertrauensfrage für den
Obermeister. Die Stimmzettelwahl ergab ein
lOOprozentiges Vertrauensvotum für den Kol
legen Andersen. Zur Erhaltung der Gemein
schaftswerbung meldeten 50 Mitglieder ihren
Beitritt zum Reichsverband der deutschen
Uhrmacher e. V. an Die Wiedererrichtung der
Altonaer Uhrmacherschule fand bei allen Be-
rufskameraden großen Anklang. Der dafür
ausgeworfene Betrag wurde gern bewilligt.
Im Anschluß an die harmonisch verlaufene
Versammlung fand ein Lichtbildervortrag
„Die Reparatur der Armbanduhr" statt. Nach
dem gemeinsam eingenommenen Mittagessen
wurde ein weiterer Lichtbildervortrag über die
Werbung des Uhrenfachgeschäftes durch
Rautenberg von der Werbcabteilung der Ver
kaufsberatung der Deutschen Uhrenwirtschaft
Berlin vorgeführt, der von allen Teilnehmern
mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurde.
Große Ucberschwemmungen bei Hollingstedt.
Hollingstedt, 23. April. Die letzten Regen-
und Sturmtage haben auch in Hollingstedt
große Ucberschwemmungen verursacht. Zur
Zeit ist der Wasserstand so hoch/daß auch Land,
das während des Winters trocken blieb, unter
Wasser steht. Für die Bauern ist erheblicher
Schaden entstanden, da die Wiesen und Weiden
zum größten Teil bereits gedüngt waren. Auch
das Niederwild wurde durch das Unwetter
stark in Mitleidenschaft gezogen.
gv. Gammellund, 24. April. Trauring nach
30 Jahren wiedergefunden. Vor etwa 30 Jah
ren verlor die Ehefrau des Schneidermeisters
Nielsen Hierselbst ihren Trauring. Jetzt fand
der Ehemann bei Bestellung des Gartens den
Ring wieder. Die Inschrift war noch gut er
halten, während der Ring leicht beschädigt war.
Aus êidwstedk
Uebermut brachte ein kühles Bad.
he. Tating, 23. April. Zwei kleine Jungen
aus Tating, 11 und 10 Jahre mögen sie gewe
sen sein, in denen scheinbar auch die Früh
lingssonne das Blut unternehmungslustig
machte, beschlossen, eine Wettfahrt mit dem
Fahrrad auszutragen. Als Rennstrecke wurde
ein Fußweg bestimmt. Dann ging die wilde
Jagd los. Der Aeltere führt voran, der Jün
gere ist ihm dicht auf. Da stoppt der vordere
Fahrer plötzlich, der Hintere fährt gegen den
ersten und in hohem Bogen fliegen beide in
den gefüllten Wassergraben. Mörderisches Ge
schrei erhebt der Jüngere, der seine letzte
Stunde gekommen sieht. Doch die Rettung ge
lingt. Gemeinsam geht es dann zu der Mutter
des einen Jungen, von der man am ersten
Verzeihung erhofft. Hier werden die Kleider
getrocknet und die Jungen ins Bett gebracht.
Neben dem Schaden hatten sie den Spott zu
tragen. Das Wichtigste war aber die gute Lehre
für sie.
Aus kûtdļáesCatod
Radfahrer schwer verunglückt.
Bredstedt, 23. April. Ein Radler stürzte an
einem der letzten Abende auf der Hauptdurch-
gangslanöstraße Hamburg—Süderlügum bel
der Ortschaft Hattsteöt derart schwer, daß er
besinnungslos am Grabenrand liegen blieb.
Erst am nächsten Morgen fand man den Ver
unglückten blutüberströmt und im Gesicht bis
zur Unkenntlichkeit entstellt, bewußtlos auf.
Ein herbeigerufener Arzt legte einen Notver
band an und brachte den Verletzten in seine
Wohnung.
225 Jahre Clementinische Stiftung
in Bredstedt.
sz. Bredstedt, 23. April. In diesem Jahr
blickt die in der Herrmannstraße in Bredstedt
gelegene Clementinische Stiftung auf ihr 225-
jähriges Bestehen zurück. Im Jahre 1711 ließ
Anthon Clement, damaliger Kanzlei- und Re
gierungsrat in dem Fürstentum Schleswig-
Holstein und Landvogt der Landschaft Norges-
Landt, auf seinem Krankenbette kurz vor dem
Eintritt des Todes ein Testament errichten.
Da es bei seinem Krankheitszustande ungewiß
erschien, ob er noch lauge leben würde, wollte
er seine durch Fleiß und Mühe erworbenen
Güter unter die Armen der Stadt Bredstedt
verteilen. Das im damaligen „Gosegang"
(Gänsegang), heute Herrmannstraße, gelegene
kleine Haus mit anliegendem Garten sollte
seiner Schwester, Magdalene von Aken, Zeit
ihres Lebens zum Gebrauch zur Verfügung
stehen. Nach ihrem Tode aber sollte auf dem
selben Grundstück ein Altersheim zur Unter
kunft der Alten und Hilflosen errichtet und
unterhalten werden. Diese vor 225 Jahren er
folgte Stiftung wirkt sich heute recht segens
reich aus, sind dort doch ein ganz Teil ältere
Personen in netten, kleinen Wohnungen miet
frei untergebracht. Die Insassen dieser Anthon
Aus UcdiZHwestedi, Usu'tetcut^Uadssnatsckeu
ai. Hohenwestedt, 23. April. Standesamtliche
Nachrichten. Die Ehe wollen miteinander ein
gehen: Landwirt Hermann Hinrich Kelting in
Heisterende, Gem. Horst, mit der Hausange
stellten Magdalene Christine Hermanöine
Wieck in Hohenwestedt,' Schuhmachermeister
Klaus Wilhelm Hinrichs in Beringstcdt mit
der Hausgehilfin Maria Margareta Bünz in
Beringstedt,' kaufmännischer Angestellter Eg
gert Heinrich Walter Rickert in Kiel-Gaarden
mit der Haustochter Marga Maria Rehder in
Tappendorf,' Landwirt Otto Harbeck in Tap-
pendorf mit der Haustochter Alwine Diederich
in Tappendorf,' ^turmhauptführer der SA.
und
Otto Christian Honnens in Lockstedter Lager
mit der Hausangestellten Gertrud Christine
Helene Jagim in Hohenwestedt.
rs. Wacken, 23. April. Der 1. Mai soll in
diesem Jahre mit den Zellen Nienbüttel und
Kohlenbek gemeinsam begangen werden. Der
Umzug findet in diesem Jahre abends um
18.30 Uhr (6.30 Uhr) statt. Anschließend begin
nen die Feierlichkeiten in Raaps Gasthof mit
Volkstänzen, Theateraufführung und Deut
schem Tanz. Die Arbeitsopfer und Rentner
werden zum 1. Mai von der Ortsgruppe der
NSDAP, eingeladen und mit Kaffee und Ku,
chen bewirtet.