Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst 
Die AmsKtze des Handwerks 
haben 1985 nach vorläufigen Schätzungen etwa 14 
bis 15 Milliarden MM erreicht. Der konjunkturell 
tiefste Stand, der 1932 zu beobachten war (10,9 
Milliarden MM'), wurde damit um etwa ein Drittel 
überschritten. Von dem konjunkturellen Höhepunkt 
im Jahre 1928. (rund 20 Mrd. MM) waren die Um 
sätze des vorigen Jahres zwar noch ziemlich weit 
entfernt. Der Unterschied dürfte aber nach Ausfüh 
rungen im neuen Wochenbericht des Instituts für 
Konjunkturforschung im ganzen gesehen zum größe 
ren Teil auf den niedrigeren Stand der Preise und 
nur zum kleineren auf niedrigere Umsatzmengen, 
£>. h. auf ein geringeres Arbeitsvolumen, zurückzu 
führen sein. Die Steigerung der Handwerksumsätze 
im bisherigen Verlauf des Aufschwungs hält sich 
zwischen der Zunahme der gewerblichen Produktion 
und der Belebung des Einzelhandelsumsatzes. In 
dieser verschiedenartigen Entwicklung von gewerb 
licher Erzeugung, Handwerks- und Einzelhandels 
umsätzen spiegeln sich die Besonderheiten des gegen- 
wärtigen Konjunkturaufschwungs wider: starke Be 
lebung der Investitionstätigkeit, zögerndes Nach 
folgen der Verbrauchsgüterwirtschaft. Daß die hand 
werklichen Umsätze weniger stark als die gewerb 
liche Produktion, aber stärker als der Einzelhan 
delsumsatz zugenommen haben, erklärt sich aus der 
verschiedenartigen Zusammensetzung des gewerb 
lichen Produktionswertes, der Handwerksumsätze 
und der Einzelhandelsumsätze: Die Indexzahl der 
gewerblichen Erzeugung wird in ihrem Verlauf 
wesentlich bestimmt durch die Jnvestitions- und 
Produktionsgütergruppcn, weniger'durch die Kon- 
'nmgüter. An den Handwerksumsätzen haben aber 
die Berbrauchsgüter einen höheren Anteil, und im 
Einzelhandel endlich werden fast ausschließlich Ver 
brauchsgüter umgesetzt. Da sich die konsumorien 
tierten Handwerkszweige — ähnlich dem Einzel 
handel — bisher nur relativ wenig belebt haben, 
der Anstieg vielmehr vorzugsweise von den mit 
der Jnvestitionswirtschast verbundenen Gruppen ge 
tragen wird, konnten die Haudwerksumsätze im 
ganzen nicht ebenso stark zunehmen wie die gewerb 
liche Erzeugung. Mit dem weiteren Anstieg des 
Einkommens wird aber auch die Belebung bei den 
Konsumhandwerkern allmählich größere Bedeutung 
gewinnen. 
Höfebarrk wird umgetauft 
Gefcllschaftervcrsammlung 
bei der Schleswig-Holsteinischen Hösebank GmbH 
In der am 16. 4. 1986 stattgefunden«:!! Aufsichts 
ratssitzung und Gesellschafterversammlung des pro 
vinziellen Siedlungsunternehmens, der Höfebank in 
Kiel, wurde seitens der Geschäftsführung über die 
Entwicklung auf dem Gebiete der Neubildung deut 
schen Bauerntums Bericht erstattet. In der Provinz 
konnten im Jahre 1932 190 Bauernstellen auf 2406 
Hektar geschaffen werden,' 1943 sind 350 Neubauern 
auf rö. 5700 Hektar und 1935 weitere 300 auf rd. 
5000 Hektar angesetzt worden. Hinzu kommen noch 
225 Fälle mit 860 Hektar, in denen im sogen. An 
liegerverfahren Kleinbetriebe durch Landzulage auf 
die Größe einer selbständigen Ackernahrung ge 
bracht worden sind. Von bekannten und größeren 
Siedlungsobjekten ist insbesondere die Siedlung 
Rixdorf-Seedorf in Ostholstein mit 4400 Hektar und 
rö. 250 Neu- bzw. 80 Anliegersiedlern zu erwähnen, 
die von der Höfebank in den Jahren 1984 und 1935 
durchgeführt worden ist. Ferner ist 1985 der Aöolf- 
Hitler-Koog (1850 Hektar) besiedelt mit 62 Neu 
bauern, etwa 80 Landarbeitern und Handiverkern 
mit 450 Familienangehörigen. Auf rd. 600 Hektar 
Neuland des Hermann-Göring-Kooges konnten 
etwa 35 Neubauern und Landarbeiter ihre Scholle 
bekommen. 
Im laufenden Jahre sind wieder rd. 150 Neu 
bauern- und Landarbeiterstellen in Angriff genom 
men. Darunter befindet sich u. a. der Neufelder 
Koog in Süberöithmarschen mit rd. 700 Hektar, 
ferner im Kreise Südtondern die sogen. Kreislände 
reien mit 650 Hektar, sowie der Wiedingharder 
Neuenkoog und der Osewohlbter Koog mit über 
400 Hektar. 
Dem Aufgabengebiet ist dadurch Rechnung getra 
gen worden, daß Aussichtsrats- und Gesellschaftsver 
sammlung einer weiteren Kapitalerhöhung zuge 
stimmt haben, wobei das Reich maßgeblich beteiligt 
ist. Bemerkenswert ist endlich noch, daß in der Ge 
sellschafterversammlung eine Aenderung der Be 
zeichnung „Höfebank" für notwendig gehalten 
wurde. Ueber die Namensänderung wird eine dem 
nächst neu einzuberufende Gesellschafterversamm 
lung beschließen. 
Papierformate und -Gewichte 
Die Ueberwachungsstelle für Papier erläßt eine 
Anordnung, die sich mit der Einführung der ge 
normten Papierformate und mit der Beschränkung 
der Papiersorten auf gewisse Gewichte befaßt. Hier 
nach dürfen Papiere, die als Schreib-, Schreib 
maschinen-, Schreibmaschinendurchschlagpapier usw. 
Verwendung finden, nur noch in den Normforma 
ten der Reihe A hergestellt werden. Einbezogen 
werden weiter Postkarten-, Karteikarten- und Ak 
tendeckelkarton. Für diese Papiere und Kartons 
werden außerdem die Gewichte festgelegt, in de 
nen sie nur noch hergestellt werden dürfen. Eine 
Festlegung der Gewichte erfolgt auch für die Brief 
umschlagpapiere. 
Die Anordnung schreibt weiter vor, daß außer den 
Amts-, Gesetz- und Verordnungsblättern alle lau 
fenden amtlichen Veröffentlichungen auf Normal 
formate der Reihe A umgestellt werden müssen. 
Außerdem trifft sie Bestimmungen über die Her 
stellung der Schulhefte, Zeichenblöcke usw. für den 
Schulgebrauch in Normformaten der Reihe A und 
der Schulbücher in Normformaten der Reihe 
A und C, 
Neubesetzung der MeisterprüfuugsausschLffe 
im 
Handwerk 
Der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister 
hat die Auflösung der bisherigen Meisterprüfungs 
ausschüsse zum 31. Juli 1986 verfügt und gleich 
zeitig Richtlinien für die Neubesetzung erlassen. Die 
Meisterprüfungsausschüsse — für das Deutsche Reich 
rund 7000, nämlich für jeden Beruf in jedem Kam 
merbezirk etwa einer — haben die fachlichen Vor 
schriften bei den Prüfungen anzuwenden. Um die 
Grundgedanken richtig durchzuführen, bedarf es 
einer eindeutigen nationalsozialistischen Einstellung 
und eines hervorragenden fachlichen und betriebs- 
wirtschastlichen Könnens und Wissens. Die Auf 
lösung der bisherigen Metsterprüfungsausschüsse 
und die Richtlinien für die Neubesetzung geben die 
Möglichkeit, überall die geeignetsten Männer zu 
berufen, wobei natürlich bewährte Persönlichkeiten 
auS den bisherigen Ausschüssen in erster Linie be 
rücksichtigt werden sollen. 
Die weitere Auswirkung des Großen Vefähi- 
gungsnachweises wird darin bestehen, daß auf der 
Grundlage der neuen fachlichen Vorschriften das 
gesamte Ausbildungswesen im Handwerk neu aus 
gerichtet wird, so auch die Gesellenprüfungen, die 
Zwischenprüfungen, das fachliche Schrifttum, der 
Unterrichtsstoff für die Berufsschulen und die hand 
werklichen Fachschulen. 
Nach den allgemeinen Richtlinien ist Vorsorge zu 
treffen, daß eine hinreichende Zahl von Beisitzern 
aus jedem Gewerbe ernannt wird. Die Prüfungs 
kommission soll aus einem Vorsitzenden und vier 
Beisitzern bestehen. Es ist aber nichts dagegen ein 
zuwenden, wenn in besonderen Fällen nur zwei 
Beisitzer zugezogen werden. Vorsitzender und Bei 
sitzer sollen in der Regel Meister des Handwerks 
sein, für das die Kommission errichtet ist. Soweit je 
doch schon jetzt als Vorsitzende von Kommissionen 
Nicht-Handwerker bestellt werden (in Preußen z. B. 
Baugewerbe, Hufschmiede, Schornsteinfeger), behält 
es dabei sein Bewenden. Auch wird daran, die Prü 
fung auf dem kaufmännischen und allgemein-theo 
retischen Gebiet durch besonders vorgebildete, nicht 
stimmberechtigte Personen vornehmen zu lassen, 
vorläufig nichts geändert. 
Innerhalb des Bezirks einer Handwerks- oder 
Gewerbekammer ist nur ein Prüfungsausschuß für 
jedes Handwerk zu errichten. Ausnahmen sind mit 
Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde 
zulässig. 
Reichszentrerle für Handwerks- 
lteferurrgen 
Aus dem Bericht des ersten Tätigkeitsjahres 
Dem Bericht der Reichszentrale für Handiverks- 
lieferungen für das erste Geschäftsjahr entnehmen 
wir: Unter dem Namen „Reichszentrale für Hand 
werkslieferungen eGmbH" ivurde die Genossenschaft 
am 1. 2. 1936 gegründet. An Stelle der Einzelbe- 
werbung einer Vielzahl von Handwerkern bei 
öffentlichen Lieferungsaufträgcn trat die genossen 
schaftliche Bewerbung des Handwerks durch die Lan- 
deslieferungsgenossenschaften. Der Aufbau sowie 
die Organisation der ihr angeschlossenen Landes- 
lieferungsgenossenschasten war Mitte April 35 be 
endet. Die Reichszentrale und die ihr angeschlosse 
nen Landeslieferungsgenossenschaften wurden als 
ausschließliche Vertreter des Handwerks anerkannt. 
Der Stellvertreter des Führers legte allen be 
hördlichen Dienststelle» nahe, das Handwerk über 
den Weg der Lieferungsgenossenschaftcn durch Er 
teilung öffentlicher Aufträge heranzuziehen und 
damit zu seiner Wiedergesundung beizutragen. Als 
Aufgabe hat die Genossenschaft zugewiesen erhalten, 
alle grundsätzlichen Fragen der Arbeitsbeschaffung 
mit den behördlichen Auftragsstellen durch Ver 
handlung zu klären sowie die angeschlossenen Lan 
deslieferungsgenossenschaften laufend zu über 
wachen und für eine einwandfreie und pünktliche 
Lieferung Sorge zu tragen. Mit der Reichsaus- 
glcichsstelle für öffentliche Aufträge hat eine enge 
Zusammenarbeit stattgefunden. Das Direktorium 
der Deutschen Zentralgeuossenschaftskasse hat die 
Arbeiten der Genossenschaften von Anbeginn an ge 
fördert und die Zwischenfinanzierung von Aufträ 
gen ermöglicht. 
Die Getreidebestände Ende März 
Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen über die 
Entwicklung der Versorgungslage im März 1936 
beliefen sich die landwirtschaftlichen Bestände beim 
Roggen auf 20 vH, beim Winterweizen aus 15 vH, 
beim Sommerweizen auf 23 vH, bei der Winter 
gerste auf 21 vH, bei der Sommergerste auf 18 vH, 
beim Hafer auf 83 vH und bei den Kartoffeln auf 
30 vH der Gesamternte. Die Abnahme betrug 9 bzw. 
7 bzw. 18 bzw. 4 bzio. 10 bzw. 12 bzw. 9 vH. Sie 
war beim Roggen, beim Winterweizen, bei der 
Wintergerste geringer als vor einem Monat, bei 
den Sommergetreidearten infolge des Saatgutbe 
darfes etwas stärker. Die Roggenbestände in der 
Landwirtschaft beliefen sich Ende März 1986 noch 
auf rund 1,6 Mill. Tonnen. In der zweiten Hand 
befanden sich noch rund 1 Mill. Tonnen, so daß ins 
gesamt für die Bedarfsdeckung rund 2,5 Mill. To. 
zur Verfügung stehen. Davon werden, hoch gerech 
net, rund 1,6 Mill. To. für die Deckung des Müh- 
lenbeöarfes benötigt werden. Es besteht keine Ver 
anlassung, so sagt der Bericht, seitens der Mühlen, 
etwa durch eine unbegründete Uebertreibung von 
örtlich begrenzten Verknappungserscheinungen, die 
zum Ende eines Wirtschaftsjahres sich einstellen 
können, in eine unberechtigte Mangelpsychose zu 
verfallen. — Die landwirtschaftlichen Bestünde sind 
noch mit rund 720 000 To. anzusetzen, die Bestände 
in der zweiten Hand noch mit rund 1,3 Mill. Ton 
nen, so daß insgesamt für die Deckung des Bedar 
fes bis zum Ende des Wirtschaftsjahres noch rund 
2 Mill. To. zur Verfügung stehen. Da sich der 
Eigenverbrauch der Landivirtschaft im Verlaufe der 
nächsten Monate auch beim Weizen verringern 
wird, und da mit einer unerwarteten Steigerung 
des Weizenmehlverbrauches nicht zu rechnen ist, so 
ist auch hier die Versorgung der Bevölkerung aus 
den in erster und zweiter Hand noch vorhandenen 
Beständen als gesichert anzusehen, einschließlich der 
für die Uebergangszeit erforderlichen Restbestände 
am Ende des Wirtschaftsjahres. Die noch vorhan 
denen Gerstebestände beliefen sich bei der Landwirt 
schaft ans noch rund 650 000 To., sie waren nur um 
rund 20 000 To. kleiner als vor einem Jahre. Die 
Gesamtbestände beliefen sich auf noch rund 1,7 Mill. 
Tonnen, das sind also rund 100 000 To. weniger als 
vor einem Jahre. Die Bestände in der zweiten 
Hand haben bei der Gerste um rund 15 000 To. auf 
90 000 To. abgenommen, beim Hafer um rund 
40 000 To. auf rund 150 000 To. zugenommen. Es ist 
nicht unwahrscheinlich, daß sich auf Grund dieser 
Futtergetreidebestände im weiteren Verlaufe des 
Wirtschaftsjahres noch eine gewisse Auflockerung 
der Marktanlieferung von Futtergerste und Futter 
hafer ergeben wird. . 
Die Kartosselbestände beliefen sich in den Händen 
der Landwirtschaft noch auf rund 12 Mill. To. Aus 
ihnen kann der Speisekartoffelbedarf an Winterkar 
toffeln ohne weiteres gedeckt werden. Insgesamt 
waren die Kartoffelbestänöe um rund 2,7 Mill. To. 
kleiner als vor einem Jahre gegenüber einer Min 
derernte von rund 3,9 Mill. To. Außerdem stellte 
der Reichsnährstand noch durch eine Umfrage bei 
seinen Berichterstattern die noch vorhandenen Heu 
vorräte fest, die mit 17 vH etwas größer als im 
Vorjahre waren. 
Die Aktionäre der Schleibank 
werden um vollzähliges Erscheinen zu der am 27. 4. 
in Kappeln stattfindenden GV gebeten, um die Selb 
ständigkeit der Bank zu erhalten. 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung in MM für 100 MM Nennwert 
'Otme Gemhàr 
Bank»» 
Nelchsdant 
DD.'Bant 
Dr?sîm. Bant 
Beretnsdanļ 
Westh. »ant 
Sd)'..-Ï>. Bank 
23. 4. 22. 4. 
185 87 185 00 
88.25 89 50 
89 00 89.25 
110 00 110.00 
121.00 120 00 
69.75 6925 
Jndustr.-Äkl. 23 4. 22.4 
90 00 
rkeyrs-Äkļ. 
g. Hochbahn 
sch.-Ostasriko 34 00 
14.50 
g.-Südamer 
rdb. iitoņt) 
28.75 
15 50 
33 CO 
90 00 
34 00 
14.50 
28 50 
15 50 
34 00 
ÄUg. 
Bkķilenb a-n 
Lldlchl..«.. 
Holsten-Bl. 
Harp Bgb.-ch 
Schuckķri.irr. 
Älsen-llem. 
SìkMens 
HSW. 
Leuiiche «îrbôļ 
3®..garden 
tļeubepz 
Älrdrsih / 
37 00 36 87 
156.50 15600 
143.00 — 
105 00 
125.00 
139 50 
185 00 
139.00 
119.00 
165 87 
19 37 
107.50 
105.00 
123.50 
139 00 
185.00 
138.75 
119 25 
165 00 
19 37 
107.25 
23 4. 22 4 
Amtliche Währnngskurļe. 
I Pfund Sterling 12.275 12.275 
1 Dollar . 2.488 2.487 
100 sän. Kr. •*•«« its 54.82 54.82 
100 (ranz. Frank. 16.38 16.38 
Peseta ...» 3395 3395 
Lira . I9 60 19.60 
(Ohne Gewähr!) Geldkurs 
Metall. Elektrolytkupfer per 100 Kg. 23 4 22.4. 
prompt eis Hbg. od. Brem. Rotierd. 53.00 52 75 
Berliner Schlachtviehmarkt 
Berlin. 24 Avril (Vorberichtl lObne Gewähr 
Mitgeteilt von der ReichsviebwertungsgeieMcbast 
Es wurde gezahlt kür 50 Kg. Lebendgewicht: 
Preise: Auftrieb: Verlauf: 
Rinder 24—44 1979 glatt 
şiälber 40-83 2227 ziemlich glatt 
Schafe 20-49 1518 ruhig 
Schweine 10374 glatt 
Sbmeine Klasse A bis ļ? IMr—!>40s Sauen 50*fe— 53^ 
Hamburger Schweinemarkt 
Altona, den 24. April 1933 
Preise: a 55. b 1 54. b 2 53. c 51. d 49 gl 53-54. g2 49-51 
50 kn Lbdaew Austrieb 5215 ş 476 Beobachtungstiere 
(Ohne Gewahr) Handel: zugeteilt 
Wandsbeker Ferkelmarkt vom 2g. April 
140 Ferkel aufgetrieben. Futterschweine fehlten 
ganz. Handel mäßig, nicht geräumt. Preise: 4-6- 
ivöchige 16—18 Mm, 6—8wvchige 18—22 MM, 8—10- 
möchige 22—26 MM, 10—12wöchigc 26—30 MM, 
Handel «nd Wandel 
Deutsche Schlachtviehmärkte 
Süderstapeler Vieh- n. Pferdemarkt vom 28. April 
250 Stück Rindvieh, 50 Pferde und einige Schafe 
mit Lämmern zugeführt. Trotzdem zahlreiche Händ 
ler erschienen waren, war der Handel erst zurück 
haltend, später belebte sich das Geschäft. Der Markt 
wurde geräumt. Kalbkühe 400—450 MM, Kalbguien 
380—430 MM, 1)4—2jähriges Vieh 36—41 Pfg. je 
Pfund Lebendgewicht, Ijähriges Vieh 150—180 MM, 
Fehrkühe. ältere 230—270 MM, jüngere 300—400 
MM. Spitzentiere über Notiz. In Pferden war we 
nig Handel. 
Hamburger Viehmarkt vom 23. April 
171 Ochsen, 146 Bullen, 621 Kühe, 109 Färsen und 
115 Veobachtungstiere. Auftrieb nicht nur qualitäts 
mäßig, sondern auch quantitütsmäßig bedeutend 
besser. Man sah wieder mehr Ochsen, Bullen und 
Färsen besserer Qualität als bisher. Handel durch 
weg sehr flott. Markt war zu den in den Preisspan 
nen festgesetzten Höchstpreisen schnell geräumt. Wenn 
auch dag Hammelgeschäfl durchaus nicht als schlecht 
zu bezeichnen ist, so führte der vergrößerte Austrieb 
mit 1084 Schafen zu einem ruhigen Geschäft. Die 
Notierung mußte auf der ganzen Linie trotz der 
etivas besseren Qualität ermäßigt werben. Markt 
jedoch geräumt. 
Dresdener Biehmarkt vom 23. April 
Austrieb: 66 Rinder, 726 Kälber, 152 Schafe und 
1168 Schweine. Kälber gut, Notierung um 3 bis 4 
Mark ermäßigt. Geschäft langsam. Schweine mittel. 
Husumcr Magervieh- und Schasmarkt vom 23. April 
Auftrieb: 166 Rinder, 173 Schafe und Lämmer« 
Preise: 2)4—3jühr. Ochsen 2. 400—420 MM, 2jayr. 
Ochsen und Outen 1. 340—375 M,M, 2. 250—320 M- 
Fehrkühe, jüngere 2. 300—350 MM, Kalbktthe 2. 400 
bis 450 MM, Schafe mit 1 Lamm 58—65 MM, mit 
2 Lämmern 75—85 MM., jährige Schafe 40—44 MM, 
Marktverlauf: Rinder ruhig, Schafe mittel. Infolge 
der noch ungünstigen Witterung für den Weiöeauf- 
trieb war die Zufuhr zum Markt verhältnismäßig 
gering. Di«: Käuferschast legte sich eine gewisse Zu 
rückhaltung auf.'Der Markt wurde geräumt. 
Kammernotierung Lettin am Markttage*. Preise 
für 1 Pfd. Lebendgewicht in ?Ap{ (Ohne Gewähr) 
23 April 1936 
Markt 
Frankiurt/M. 
Leipzig 
Smtlpri 
Dresden 
1. Kälber ... 
2. „ ... 
1. Schafe.... 
2 
t. Schweine . 
2. 
3. „ 
I Sauen ... 
75-77 
67—74 
42-46 
."5 — 40 
57 
55-56 
53 
80-b 2 
72—78 
48-50 
43—46 
56 
54-55 
52 
52-55 
«0-73 
66—68 
56'/2 
54-55 
5202 
47-55 
75-80 
60-74 
56 
54-55 
52 
52-55 
Au (trieb 
Kälber ... 
§chate ... 
Schweine. 
Kälber ... 
Schate ... 
Schweine . 
208 
und Handel au« den Märkten 
569 
109 
657 
lebhaft 
ruhig 
zugeteilt 
901 
maß. bei. 
lebhaft 
735 
152 
1168 
langsam 
belanglos 
verteilt 
Marktbeobachtcr 
Am Getreidemarkt Geschäft weiterhin ruhig. Für 
Roggen zeigte sich zwar lebhaftes Interesse, jedoch 
waren die Zufuhren gering, so daß größere Ge 
schäfte nicht zustande kommen konnten. In Mahl- 
weizen wurden einige Abschlüsse getätigt, und der 
Niederrhein zeigte Interesse für Mahlweizen für 
April. Weiterhin war für Futterroggen eine große 
Kauffreudigkeit festzustellen, die jedoch nicht befrie 
digt werden konnte. Fntterhafer stand allgemein 
wieder ausreichend zur Verfügung, so daß der Be 
darf gedeckt werden konnte. In Futtergerste waren 
durchschnittliche Qualitäten zu verkaufen. Besonders 
interessierte man sich jedoch für Ware mit geringem 
Naturalgewicht. 
Am Futtermittelmarkt machte sich eine stetigere 
Grundstimmnng bemerkbar. Es konnte zwar von 
keiner regeren Geschäftstätigkeit die Rede sein, aber 
eS war doch festzustellen, daß hier und da Geschäfte 
zustande kamen. Die Lage am Kleicmarkt änderte 
sich gegenüber der Vorwoche nicht. Nach wie vor 
ist Kleie sehr stark gefragt, jedoch nur in geringen 
Mengen am Markt verfügbar. Für Trocken- und 
Zuckerschnitzel zeigte sich großes Interesse. 
Nach dem recht flott verlaufenen Ostergeschäft ist 
am Hamburger Eiermarkt eine stärkere Entspan 
nung eingetreten. Die ruhige Grundstimmnng ist 
bedingt durch den weiteren erheblichen Anstieg der 
Zufuhren einheimischer Ware, und zum anderen er 
weist sich die Verbrancherschasi weniger anfnahme- 
fähig. Auch in den nächsten Wochen ist mit einem 
anhaltend ruhigen Geschäftsvcrlauf zu rechnen. 
Zeàl-FeriàMl 
der 
am Donnerstag, dem 23. April 1836. 
in der städtischen Viehmarkthalle zu Rendsburg 
Die Zufuhr zum heutigen Markt betrug 510 Stück 
gegen 492 Stück in der Vorwoche, mithin eine 
Mehrzufuhr von 18 Stück. Es wurden gezahlt für 
schwere Ware (20—25 Kg.) 0,66—0,70 MM 
mittelschwere Ware (15—20 Kg.) 0,69—0,73 MM 
leichte Ware (12)4—15 Kg.) 0,71—0,77 MM 
Die Zahl der dem Kälbermarkt zugeführten Tiere 
betrug 23 Stück gegen 13 Stück in der Vorwoche, 
Es wurden gezahlt für nüchterne Kälber 25 bis 
80 Pfg., für Fresser 30—35 Pfg., für ältere Kölbel 
bis 65 Pfg. das Pfund Lebendgewicht. 
Am Dienstag, dem 28. April, findet der Roten- 
höser Frühjahrs-Vieh- und Pserdemarkt statt. 
für das Pfund Lebendgewicht. Für allerbeste Ferkel 
wurde auch über Notiz, für abfallende Ware auch 
unter Notiz bezahlt. Jungschweine (über 26 Kg.) 
waren nur wenige am Markt. 
Zum heutigen Zentralferkelmarkt war die Zu- 1 
fuhr ähnlich der der Vorwoche. Der Handel war 
ruhig, der Markt wurde ziemlich geräumt. 
Ausgeführt wurden, soweit wir feststellen konn 
ten, größere und kleinere Partien nach Schülldori, 
Schevenbrügge, Hohenwesteöt, Schenefeld, Neu- 
münster, Kiel, Bad Bramsteöt, Horst, Elmshorn, 
Egenbüttel, Krempermoor, nach der Altmark. 
Die Zufuhr an fetten Schweinen betrug 7 Stück 
gegen 9 Stück in der Vorwoche. Für gelieferte fette 
Schweine werden 43—51 Pfg. für das Pfund Le 
bendgewicht gezahlt.
	        
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