ttttU'F uttö des Arbeitsamtes Neumünster
se erlichst eingeweiht und ihrer Bestimmung
vergeben.
Neumünfter, 1. April. Vermißt wird seit
Dem 30. März ein in der Feldstraße wohnen-
der Schlosser H. Kl., 85 Jahre alt, der bei
seinem Fortgang ein dunkles Jackett, grau
grüne Hose, lila Weste, Normalhemd, graue
Unterhose imd Strümpfe, schwarze Zugstiefel
und blaue Schirmmütze trug. Der Vermißte
lst etwa 1,80 Meter groß, hat blondes Haar
rind Schnurrbart. — Dem hiesigen Gerichts-
gefänglris zugeführt wurde ein junger Mann
uus Bad Bramstedt unter dem dringenden
Verdacht des Betruges, der Unterschlagung
usw. Er wird beschuldigt, als Inhaber eines
Geschäfts in Bad Bramstedt seine Lieferanten
>tt betrügerischer Absicht geschädigt und in
Hamburger Gastwirtschaften ungedeckte Schecks
ausgestellt zu haben. Der Festgenommene ist
dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden.
Neuer Gendarmeric-Hauptwachtmeister. An
Stelle des Gendarmerie-Hauptwachtmeisters
Berg in Wrist, welcher am 1. April nach Pin
neberg versetzt wurde, ist der Gendarmeric-
Hauptwachtmeister Uhl von Steinüurg nach
hier versetzt. Die Versetzung erfolgte bereits
am 1. April, (lt.)
Aus dm* Ģedddssaat
Wegen Meineid und versuchter Erpressung
zu Gefängnis verurteilt.
Kiel, 2. April. Vor dem Kieler Schwur
gericht hatte sich der 26 Jahre alte Max Pl.
aus Flcckeby (Kreis Eckernförüe) wegen Mein
eids und versuchter Erpressung zu verantwor
ten. Der Angeklagte hatte in einem Prozeß,
der am 18. 12. 1934 vor dem Kieler Amts
gericht gegen einen Kieler Geschäftsmann statt
fand und in dem dieser Kieler Geschäftsmann
wegen Milchpanscherei angeklagt war, u. a.
bekundet, daß er schon einen anderen Händler
hinter die schwedischen Gardinen gebracht hatte
und auch als Zeuge in diesem Prozeß auf
getreten sei. Diese Aussage, die für den Aus-
gang des damaligen Prozesses völlig neben
sächlich war, war auch von dem Angeklagten
eidlich bekräftigt worden.
In der gestern stattgesundenen Hauptver-
hanülung hatte sich der Angeklagte wegen
dieses Meineids zu verantworten, da die da
malige Aussage nach den übereinstimmenden
Zeugenaussagen falsch war. Auch in dieser
Verhandlung bestritt der Angeklagte seine
Schuld. Nach dem gcrichtsärztlichen Sachver
ständigengutachten ist der Angeklagte als ein
Mann anzusehen, der ein großes Geltungs
bedürfnis besitze und eine typische Hochstapler
natur darstelle. Er könne deshalb den § 51
Absatz 2 StGB, beanspruchen.
Der Staatsanwalt betonte u. a., daß der
Angeklagte an sich eine hohe Zuchthausstrafe
verdient hätte, wenn ihm nicht dieser § 51 zu
gute gehalten werden würde. Weiter hatte der
Angeklagte u. a. noch durch einen Telephon-
anruf versucht, von dem im Dezember 1934 an
geklagten Kieler Geschäftsmann ein Schweige
geld zu erhalten.
Das Schwurgericht fällte folgendes Urteil:
Der Angeklagte wird wegen Meineids und
versuchter Erpressung zu einer Gefängnis
strafe von 10 Monaten und zu 3 Jahren Ehr
verlust verurteilt. Außerdem wird ihm die
Fähigkeit, als Sachverständiger oder Zeuge
eidlich vernommen zu werden, für dauernd
abgesprochen. Der beantragte Haftbefehl
wurde nicht erlassen, da bei dem Angeklagten
kein Fluchtverdacht vorliegt.
Zuchthaus wegen Unterschlagung.
Kiel, 1. April. Die Große Kieler Strafkam
mer verurteilte den 46 Jahre alten Richard
Seemann aus Kiel zu zwei Jahren Zuchthaus
und den 44jührigcn Bernhard Elfers aus Kiel
zu 2'A Jahren Zuchthaus. Weiter wurde bei
beiden auf 3 Jahre Ehrverlust erkannt. Wie
aus der Anklage hervorging, hatten die Ange
klagten, die in den Diensten der Stadt Kiel
standen, in den Jahren 1933—1935 fortgesetzt
Unterschlagungen auf dem Städtischen Wohl
fahrtsamt in Kiel verübt. Nach Annahme der
Anklagebehörde haben diese Verfehlungen der
Stadt Kiel einen Schaden von rd. 8000 Mark
verursacht, von denen nur 1100 Mark zurück
erstattet werden konnten, die sich noch im Be
sitz des Seemann befanden. Die Angeklagten
gaben im wesentlichen ihre Verfehlungen zu.
bestritten aber die Höhe der von ihnen verun
treuten Summe.
Mit dem Auto gegen den Personenzug
Flensburg—Kiel.
cg. Flensburg, 1. April. Am 23. Februar v.
I. sollte Asmus I. ans Flensburg mit dem
Auto einen Fahrgast aus Ausacker abholen.
An dem Tage herrschte schlechtes Wetter, und
I. will dadurch bei dem Bahnübergang zwi
schen Neukrug und Husby den aus Kiel heran
kommenden Zug, der fortwährend Läute- und
Pfeifsignale gab, nicht bemerkt haben. Auf dem
unbeschrankten Bahnübergang wurde das
Auto von dem Zuge erfaßt, das dadurch voll
ständig zertrümmert wurde und in Flammen
aufging. Am schlimmsten kam dabei I. weg,
der durch Einschlagen der Scheibe erst aus dem
brennenden Auto befreit werden mußte und
einen komplizierten Schädelbruch und starke
Brandwunden erlitten hatte. Noch heute, nach
13 Monaten, leidet er an den Folgen des Un
falls. Wegen Transportgefährdung hatte sich
I. vor dem Flensburger Schöffengericht zu
verantworten, das in der Gastwirtschaft in
Neukrug tagte. Der Angeklagte will die War-
nungssignale nicht gehört haben, und nach
einem Lokaltermin an der Unfallstelle erklärte
der Sachverständige, daß I. cs an der man
gelnden Aufsicht beim Ueberfahren des Bahn
überganges hätte fehlen lassen und mit einer
unzulässigen Geschwindigkeit gefahren sei. Der
Staatsanwalt schließt sich dem Gutachten an.
Eine Geldstrafe von 40 RM. evtl. 4 Tage Ge
fängnis wurde als ausreichende Sühne ange
sehen. Das Personal des Zuges trägt an dem
Unfall keine Schuld.
Hamburger Schriftleiter tödlich verunglückt.
Bei dem Orte Lemförde im Kreise Diepholz
ist der im Hamburg tätige Schriftleiter Paul
John aus Blankenese nachmittags tödlich ver
unglückt. John kam mit seinem Rade von
Diepholz und begegnete einem Trecker mit
zwei Lastwagen. Beim Ausweichen streifte er
einen Bordstein, kam zu Fall und geriet rcnter
die Rüder des zweiten Anhängers. Er wurde
so schwer verletzt, daß er unmittelbar, darauf
starb.
^ Jlk
fl
Wetterbericht.
Wetteraussichteu für Freitag, den 3. April.
Bei zunächst südlichen, später nach West
drehenden Winden wolkig bis trüb, noch ziem
lich mild, zeitweise Regen.
ILcüluh des redaktionellen Te>.s4
Beilagenhinweise.
Der heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der
Firma Kaiser's Kasfecgeschäft bei, worauf besonders
hingewiesen wird.
„Von uns gekleidet, von allen beneidet." Eine
Beilage mit diesem Titel läßt die Firma Hettlage
& Lampe in Kiel der heutigen Gesamtauflage der
„LanöeSzeitung" beifügen.
Wer War Wiens Auftraggeber?
Der Bundestag trat am Mittwoch um 11 Uhr
30 zu einer Sitzung zusammen. Sogleich nach
Beginn der Sitzung nahm er durch Zuruf ein
Gesetz an, durch das die allgemeine Bundes-
dicnstpflicht für körperliche Zwecke eingeführt
wird. Der Bundeskanzler wird in diesem
neuen Gesetz ermächtigt, durch Verordnung die
männliche Bevölkerung vom 18. bis 42. Le
bensjahre nach Maßgabe der Verhältnisse und
Umstände zürn Dienst mit oder ohne Waffen
einzuberufen.
Nach Annahme des Gesetzes ergriff Bun
deskanzler Schuschnigg das Wort zu längeren
Ausführungen, in denen er sowohl das Gesetz
begründete als auch auf innen- und außen
politische Verhältnisse zu sprechen kam.
Der frühere Militärattachee in Berlin, Feld-
marschall-Leutnant Jansa, wurde zum Genc-
ralstabschef der bewaffneten Macht ernannt.
*
Bei der Einführung der allgemeinen Dienst
pflicht in Oesterreich hat man ein großes poli
tisches Zeremoniell ablaufen lassen, um die
Bedeutung des Aktes nach außen hin möglichst
stark zu unterstreichen und um zugleich den
Anschein zu erwecken, als handele es sich um
eine rein österreichische Angelegenheit. Das
erstere ist unnötig, das letztere aussichtslos.
Man hatte zu der Verkündungsszene den ge
samten Bundestag zusammengebracht, ferner
die Mitglieder des Landesratcs, des Vundes-
wirtschaftsrates und des Bundeskultnrrates,
und hatte auf der Regierungsbank das ge
samte Ministerium und alle Staatssekretäre
vereint. Der Berichterstatter sah sich in der fa
talen Lage, in der sich auch der Bundeskanzler
in seiner Darstellung befand, nämlich darauf
hinzuweisen, daß die Dienstpflicht „zu den we
sentlichen Einrichtungen eines souveränen
Staates gehört" oder, wie Herr Dr. S ch u s ch -
ü i g g es dann einige Minuten später for-
vnilierte, daß Oesterreich „als freier, selbstän
diger Staat sich keine Beschränkungen irgend
welcher Art auferlegen läßt". Ueber diese all-
M starke Betonung und diese allzu unrichtige
Darstellung der Lage muß natürlich auch der
harmloseste Europäer stolpern, gerade die so
genannte „Unabhängigkeit" Oesterreichs ist ja
w den Nachkriegsjahren und besonders in den
ätzten drei Jahren auf die denkbar wider
spruchvollste Art von den westlichen Mächten
gekennzeichnet worden.
Auf einige scheinbar unbedeutende, aber an
gesichts der innerpolitischen Zustünde in
Oesterreich höchst bemerkenswerte Einzelheiten
wöchten wir hier besonders aufmerksam
Wachen. In Artikel 1 des Gesetzes heißt es
«cimlich nicht etwa, Bundesbürger vom 18. bis
Lebensjahr „werden" zur Dienstpflicht her
abgezogen, sondern ausdrücklich „können" her-
wrgezogen werden. Das heißt also: nicht jeder
Österreicher muß bei körperlicher Tauglichkeit
. ldat werden, sondern die österreichische Ne
uerung hat es völlig in der Hand, sich ihre
, "te nach ihren eigenen Grundsätzen auszu
suchen! Was das besagen will, geht u. a. ja
schon aus den bisherigen Vorschriften für die
Einstellung in das Bundesheer hervor; selbst
verständlich werden die österreichischen Behör
den kein Mittel unversucht lassen, um nur
solche Männer Soldat werden zu lassen, die
laut Bekundung ihrer zuständigen Heimat-
behörden auf die Regierungspolitik ein-
geschworen sind. Insofern würde die Erweite
rung des Bundesheeres über das in den Frie
densverträgen vorgesehene Maß hinaus frei
lich lediglich eine inuerpolitische Verstärkung
für das gegenwärtige System in Oesterreich
werden. Ob sich allerdings jene politische Zucht
wahl als den Auftraggebern der österreichischen
Maßnahmen genügend erweisen wird, ist eine
Frage für sich.
Die Frage der Urheberschaft
wäre vielleicht nicht ganz leicht zu beantwor
ten, wenn es keinen Völkerbund, kein Stresa
und keine römischen Dreierbesprechungen ge
geben hätte. Der österreichische Bundeskanzler
hat sich ja in seiner Rede selbst ausdrücklich auf
das Römische Protokoll vom März 1934 be
zogen und hat außerdem ebenfalls selbst den
Weg zu den kürzlich erfolgten Dreimüchte-
besprechungen in Rom gewiesen, die bekannt
lich am 23. März mit der Unterzeichnung eines
Protokolls endeten, in dem Ergänzungen des
Originalabkommens vorgesehen waren.
Auf diesen Begriff der Ergänzungen nimmt
der österreichische Bundeskanzler in seiner
Rede denn auch ausdrücklich Bezug! Es ist in
diesem Zusammenhang außerordentlich inter
essant, wenn er darauf verwies, daß die Vor
aussetzungen, die der Durchführung des Ge
setzes über die allgemeine Wehrpflicht vom
6. Februar 1919 entgegenstanden, heute hinfäl
lig geworden sind. Es ist selbstverständlich,
daß ein von fremden Mächten so vielfältig ab
hängiges Land wie das machtlose kleine Oester
reich eine derartig weitgreifende Maßnahme
nicht ans eigene Faust treffen kann.
Wir erinnern in diesem Zusammenhang
weiter daran, daß schon die Stresamächte in
den Tagen um den 10. April die Wiederher
stellung der militärischen Gleichberechtigung
Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens als
eine so gut wie perfekte Angelegenheit behan
delten, nachdem diese Frage vor Stresa wie
derholt im Völkerbund bald von italienischer,
bald von französischer Seite her aufs Tapet ge
bracht worden war. Die zweite römische Dreier
konferenz hatte dann mit aller Deutlichkeit
gezeigt, daß Italien entschlossen war, sich ein
Gegengewicht vor allem gegen die kleine
Entente im Donauranm zu verschaffen, das
vor allem unliebsame Erfahrungen, wie sie im
Verlauf der Sanktionsfrage auftraten, auszu
gleichen haben würde. Daß die römischen Ab
machungen von 1934 auf 1936 nur einen sehr
beschränkten Wert für Italien haben konnten,
solange sie nicht machtpolitisch unterbaut wur
den, lag auf der Hand. Inzwischen meldet sich
denn auch bereits der erste Einspruch von tsche
chischer Seite her an.
Lediglich aus historischen Gründen erinnern
wir daran, daß nach der Einführung der all
gemeinen Wehrpflicht in Deutschland vom
16. März 1935 schon zwei Tages püter eine
englische Protestnote in Berlin eintraf, daß
am 20. März die französische Protestnote über
reicht wurde, daß Frankreich am selben Tage
den Völkerbund anrief, daß Flandin im Senat
eine von grobschlächtigen Ausfällen gegen
Deutschland wimmelnde Rede hielt, daß ferner
am 21. März auch eine Protestnote Italiens
in Berlin einging und daß am gleichen Tage
Deutschland die Proteste zurückwies.
Nicht unerwähnt darf schließlich bleiben, daß
ausländische Blätter bereits in diesen Tagen
von angeblichen österreichischen Truppenan
sammlungen an der Grenze wissen wollten,
und daß diese Mitteilungen wieder einmal
auf eine französische Stelle, nämlich letzten
Endes auf Madame Tabouis vom „Oeuvre"
zurückgingen, deren gute Beziehungen zum
französischen Außenministerium ja bekannt
sind.
Erster Protest ans Prag.
Als.Folge des, in Wien beschlossenen Gesetzes
über die gllgemdine Wehrpflicht in Oesterreich
wurde, in Prag ein. àuherordentlichLr Minister
rat'eittbêrûfeii." ' wiftaiuiM
In Prager politischen Kreisen ist man der
Ansicht, daß die tschechoslowakische Regierung
im Einvernehmen mit den verbündeten und
befreundeten Mächten gegen die durch die
heutige Maßnahme der österreichischen Regie
rung erfolgte einseitige Außerkraftsetzung der
Bestimmungen des Friedensvertrages von St.
Germain Einspruch einlegen wird.
Dank des Mhrers für die WahkksMpsarbsit
\ tzer deutschen Presse
Wechsel Itt der Leitung der Pressestelle der Meichsregîerung
DNB. Berlin, 1. April. Der Leiter der Ab
teilung IV des Reichsministeriums für Volks-
aufklärung und Propaganda (Pressestelle der
Reichsregierung), Ministerialrat Pg. Kurt
Jahncke, scheidet aus seinem Amte aus und
tritt als Verlagsdirektor in die Berliner
Druck- und Zeilungsbetriebe AG. (ehemals
Rudolf-Mosse-Verlag) ein. Reichsminister Dr.
Goebbels verabschiedete heule vormittag
Dr. Jahncke, indem er ihm mit herzlichen Wor
ten seinen Dank für die in dreijähriger Tätig
keit geleistete erfolgreiche Arbeit aussprach.
Zum Nachfolger wurde der bereits seit meh
reren Monaten in der Pressestelle der Neichs-
regierung kommissarisch tätige Schriftleiter des
Deutschen Nachrichtenbüros, Pg. Alfred Jnge-
mar B e r n d t, ernannt.
Der Führer und Reichskanzler hat gleichzei
tig Pg. Berndl zum stellvertretenden Presse
chef der Reichsregierung ernannt.
*
In der heutigen Pressekonferenz der Reichs
regierung sprach Staatssekretär Funk im Auf
trag des Führers und Reichskanzlers und im
Auftrag des Reichsministers für Volksaufklü-
rung und Propaganda, Dr. Goebbels, der deut
schen Presse den Dank der Reichsregierung und
Partei für die geleistete Arbeit beim Wahl
kampf aus. Dieser Dank gelte in gleicher Weise
den Schriftleitern wie den Verlegern, die alle
in hervorragender und erfolgreicher Weise bei
der Reichstagswahl, zum Teil unter schwierig
sten Umständen, aber mit taktischer Klugheit
und nationalsozialistischer Begeisterung sich für
den Wahlkampf eingesetzt hätten.
Staatssekretär Funk machte dann weiter
Mitteilung von dem Wechsel in der Leitung
der Pressestelle der Reichsregiernng. Er wid
mete dem scheidenden Ministerialrat Dr.
Jahncke hohe Worte der Anerkennung für
die treue, selbstlose und aufopfernde Arbeit, die
dieser in den verflossenen drei Jahren geleistet
habe, und gab ihm die allerbesten Wünsche für
sein ferneres Wirken mit auf den Weg. Zu dem
neuen Leiter der Pressestelle der Reichsregie
rung, Hauptschriftleiter Alfred Jngemar
V e r n d t, gewandt, erklärte der Staatssekre
tär, es gebe wohl in der deutschen Presse nie
manden, der die offene, kampfesmutige Art des
Parteigenossen Berndt nicht erkannt habe; er
sei der festen Ueberzeugung, daß diese Beru
fung im Interesse der deutschen Pressepolitik,
sowie der Zusammenarbeit zwischen Reichsre-
gierung und Presse liege. Pg. Berndt werde
die ihm gestellten, sehr schwierigen und ar
beitsreichen Aufgaben zu meistern wissen.
Seine Berufung möge für die Zusammenarbeit
zwischen Presse und Reichsregierung die besten
Früchte tragen.
Das älteste Mitglied der Pressekonferenz
der Reichsregierung, Schriftleiter Dr. Schaf-
f e r (übrigens der Pressevertreter der Lan
de s z e i t u n g in Berlin), sprach im Namen
aller Berufskameraden dem scheidenden Mini
sterialrat Dr. Jahncke Worte der Anerkennung
für sein Wirken und Schaffen während der
verflossenen drei Jahre aus und gab der festen
Ueberzeugung Ausdruck, daß die Arbeit des
neuen Leiters der Pressestelle, der bereits vom
ersten Tage der nationalsozialistischen Macht
ergreifung ab immer wieder seine national
sozialistische Pflichterfüllung und nationalso
zialistische Pressearbeit bewiesen habe, für die
deutsche Presse segensvoll sein werde. Er ver
sicherte im Namen aller Berufskameraden
treueste Gefolgschaft und Kameradschaft.
Pg. Berndt erklärte, daß man von ihm
kein großes Programm von Erklärungen er
warten könne, wie er auch nicht dafür sei, große
Versprechungen abzugeben. Das beste Verspre
chen sei die Tat. Mit einem Dank für die
freundlichen Begrüßungsworte Tr 2 u, u (-
fers verknüpfte er die Zusicherung, daß er
alles tun werde, um das Vertrauen der deut
schen Presse und ihrer Vertreter zu erfüllen.